Dienstag, 31. Januar 2017

[ #Vorarlberg ] Vorarlbergs 'Blaue' der Zwischenkriegszeit: Die Großdeutsche Volkspartei in Vorarlberg

In der österreichischen Parteiengeschichte werden traditionell drei weltanschauliche "Lager" unterschieden: Das christlichsoziale Lager, das sozialdemokratische Lager und als "drittes Lager" das deutschnationale Parteienspektrum. 

Die Großdeutsche Volkspartei und der Landbund tradierten das deutsch- freiheitliche Gedankengut in die Erste Republik, bis sie in den Sog des Nationalsozialismus gerieten aus dem sie sich sichtlich auch in der Nachkriegszeit nicht gänzlich entziehen konnten.

Anfang und Ende. In Vorarlberg war die Partei zu Beginn der Ersten Republik bereits mit zumindest zwölf Männerortsgruppen vertreten. Deren erste wurde bereits in den 1860-iger Jahren gegründet.

Am 3. April 1933 erklärten die Großdeutschen, auf das Herausgaberecht des „Vorarlberger Tagblatts“ verzichten zu wollen. Statt dessen wurde das „Vorarlberger Tagblatt“ von da an als Sprachrohr aller Deutschnationalen propagiert. Der Effekt war, dass das Blatt von da an den Nationalsozialisten großzügig zur Verfügung stand.

Am 3. Mai 1933 entschloss sich die großdeutsche Landesparteileitung dann einstimmig, aus der Großdeutschen Volkspartei für Österreich auszutreten. Von noch mehr Relevanz war allerdings, dass sie zugleich auch erklärte, dass eine Zugehörigkeit zu einer großdeutschen Ortsgruppe kein Hindernisgrund für die Zugehörigkeit zur NSDAP sei. Vielmehr empfahlen die Vorarlberger Großdeutschen ihren Mitgliedern sogar den Beitritt zur NSDAP. Dieser Beschluss nun kam einer Selbstaufgabe gleich.

Der Lustenauer Historiker Bernd Vogel hat ein Buch zur Geschichte der Großdeutschen Volkspartei im Vorarlberg der Zwischenkriegszeit verfasst. Die Arbeit versucht, eine Lücke zu schließen.

Verlagsinformation. Das "Ludwig Boltzmann Institut für sozialwissenshaftliche Regionalforschung" wurde mit 1. Jänner 2005 als "Institut für sozialwissenschaftliche Regionalforschung" dem Vorarlberger Landesarchiv angegliedert. Seine Veröffentlichungen erschienen im Verlag S. Roderer in Regensburg. Darunter auch der Band Nr. 4: Bernd Vogel, Die „Blauen“ der Zwischenkriegszeit. Die Großdeutsche Volkspartei in Vorarlberg. Regensburg: Roderer Verlag; ISBN: 3-89783-440-5.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

Lohnt sich ein Download? Ein schneller Blick auf das Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 9 2. Ein kurzer Überblick über die deutschnationale Bewegung in Vorarlberg bis zu den Anfängen nach dem Ersten Weltkrieg 13 3. Die Deutschnationalen in der parlamentarischdemokratischen Periode 17 3.1 Ideologie und Programmatik: Die „Leitsätze der deutschen Volkspartei für Vorarlberg“ und das „Salzburger Programm“ 17 3.1.1 Staats- und Verwaltungsorganisation 18 3.1.2 Zentralismus versus Föderalismus 20 3.1.3 Die Ideologie der „Volksgemeinschaft“ 23 3.1.4 Der Anschluss an Deutschland 24 3.1.5 Antisemitismus 27 3.1.6 Wirtschaftspolitische Vorstellungen 29 3.2 Organisation 31 3.2.1 Die deutschnationale Presse in Vorarlberg 31 3.2.1.1 Die Grundlage: Die „Vorarlberger Buchdruckerei-Gesellschaft“ 31 3.2.1.2 Das „Vorarlberger Tagblatt“ bis 1933 33 3.2.2 Der organisatorische Aufbau der Großdeutschen Volkspartei Vorarlbergs 39 3.2.2.1 Die Landesgeschäftsstelle 39 3.2.2.2 Die Männerortsgruppen 44 3.2.2.3 Die Organisation auf Landesebene 52 3.2.2.4 Die Aktivitäten der „Deutschen Volksvereine“ 56 3.2.3 Die großdeutsche Frauenorganisation 59 3.2.3.1 Die Frauenortsgruppen 59 3.2.3.2 Die „Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Frauenvereine Vorarlbergs“ 65 3.2.3.3 Die Aktivitäten der „Deutschen Frauenvereine“ 69 3.2.4 Mitgliederbewegung 74 3.2.5 Die soziale Zusammensetzung der Großdeutschen 87 3.2.6 Die Finanzen 91 3.2.6.1 Die Einnahmequellen 91 3.2.6.2 Die Finanzen der Ortsgruppen 99 3.2.6.3 Die finanziellen Leistungen der Landes- an die Bundespartei 102 3.3 Drei Ebenen politischer Aktionen und Konflikte 108 3.3.1 Die Gemeinderatswahlen 108 3.3.1.1 Die Gemeinderatswahlen 1919 108 3.3.1.2 Die Gemeinderatswahlen 1924 113 3.3.1.3 Die Gemeinderatswahlen 1929 122 3.3.2 Die Landesebene 129 3.3.2.1 Die Landtagswahlen 1919 129 3.3.2.1.1 Die Wahlvorbereitungen 129 3.3.2.1.2 Die Wahlkampfthemen 132 3.3.2.1.3 Die Wahlergebnisse 136 3.3.2.2 Die Großdeutschen im Vorarlberger Landtag 1919–1923 141 3.3.2.3 Die Landtagswahlen 1923 147 3.3.2.3.1 Die Wahlvorbereitungen 147 3.3.2.3.2 Die Wahlkampfthemen 151 3.3.2.3.3 Die Wahlergebnisse 152 3.3.2.4 Die Großdeutschen im Vorarlberger Landtag 1923–1928 155 3.3.2.5 Die Landtagswahlen 1928 160 3.3.2.5.1 Die Wahlvorbereitungen 160 3.3.2.5.2 Die Wahlkampfthemen 164 3.3.2.5.3 Die Wahlergebnisse 168 3.3.2.6 Die Großdeutschen im Vorarlberger Landtag 1928–1932 173 3.3.2.7 Die Landtagswahlen 1932 177 3.3.2.7.1 Die Wahlvorbereitungen 177 3.3.2.7.2 Die Wahlkampfthemen 181 3.3.2.7.3 Die Wahlergebnisse 184 3.3.3 Die Bundesebene 188 3.3.3.1 Die Wahlen zur konstituierenden Nationalversammlung 1919 188 3.3.3.1.1 Die Wahlvorbereitungen 188 3.3.3.1.2 Die Wahlkampfthemen 190 3.3.3.1.3 Die Wahlergebnisse 197 3.3.3.2 Die Nationalratswahlen 1920 202 3.3.3.2.1 Die Frage von Wahlbündnissen und der Reststimmenlistenplatzierung 202 3.3.3.2.2 Der Wahlkampf 206 3.3.3.2.3 Die Wahlergebnisse 213 3.3.3.3 Die Nationalratswahlen 1923 217 3.3.3.3.1 Die Frage von Wahlbündnissen 217 3.3.3.3.1.1 Die Verhandlungen mit den Christlichsozialen 217 3.3.3.3.1.2 Die Verhandlungen mit den Nationalsozialisten 220 3.3.3.3.1.3 Die Verhandlungen mit dem Landbund 223 3.3.3.3.2 Die Verhandlungen um die Reststimmenliste 228 3.3.3.3.3 Der Wahlkampf 230 3.3.3.3.4 Die Wahlergebnisse 235 3.3.3.3.5 Letzte Wahlirritationen 241 3.3.3.4 Die Nationalratswahlen 1927 243 3.3.3.4.1 Die Frage von Wahlbündnissen 243 3.3.3.4.2 Der Wahlkampf 248 3.3.3.4.3 Die Wahlergebnisse 253 3.3.3.5 Die Nationalratswahlen 1930 256 3.3.3.5.1 Die Frage von Wahlbündnissen 256 3.3.3.5.2 Der Wahlkampf 260 3.3.3.5.3 Die Wahlergebnisse 268 3.4 Die Beziehungen der Großdeutschen zu den Interessenverbänden und Freizeitorganisationen 274 3.4.1 Die Beziehungen der Großdeutschen zu den Interessenverbänden 274 3.4.1.1 Der „Lehrerverein des Landes Vorarlberg“ 274 3.4.1.2 Die Gewerkschaften 276 3.4.1.3 Der „Handels- und Gewerbebund“ 280 3.4.1.4 Der „Deutsche Schulverein Südmark“ 283 3.4.2 Vorfeldorganisationen der Großdeutschen im Freizeitbereich 288 3.4.2.1 Die Turnvereine 288 3.4.2.2 Die Gesangsvereine 291 4. Das „Kampfbündnis“ mit den Nationalsozialisten und das Ende der Großdeutschen in Vorarlberg 295 4.1 Das „Kampfbündnis“ 295 4.2 Das „Vorarlberger Tagblatt“ in den Jahren 1933–1938 298 4.3 Die großdeutschen Mandatare und Männerortsgruppen nach dem „Kampfbündnis“ 301 4.4 Die „Deutschen Frauenvereine“ nach dem „Kampfbündnis“ 307 5. Zusammenfassung 313 Quellen- und Literaturverzeichnis 319 Abkürzungsverzeichnis 338 Register 339 Personenregister 339 Ortsregister 344

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