Montag, 10. April 2017

[ #Satteins ] Johann August Malin - Ein Arbeiter als Geologe

Der Vorarlberger Autodidakt arbeitete unter anderem über die geologische Beschaffenheit der Umgebung des Schwarzen Sees.

Johann August Malin (*22. September  1902 als Sohn eines Lohnstickers in Satteins) war nach der Volksschule Bauarbeiter am Spullerseewerk, dann jahrelang arbeitslos. In dieser Zeit bildete er sich selbständig zum Geologen aus. Zugleich schrieb er Eingaben und Gesuche an Behörden und Gerichte für Personen, die sich einen akademischen Rechtsbeistand nicht leisten konnten. Ab 1940 organisierte er eine antifaschistische Widerstandsgruppe im Raume Feldkirch, als deren Anführer er am 9. November 1942 in München-Stadelheim hingerichtet wurde.

Seine wissenschaftlichen Ambitionen galten besonders der Geologie, bleibendes Dokument dieser Tätigkeit ist eine Publikation zur geologischen Beschaffenheit der Umgebung des Schwarzen Sees. Zugleich engagierte er sich in Vorträgen und Artikeln für die Weiterbildung der sozial von den üblichen Bildungsmöglichkeiten ausgeschlossenen Bevölkerungsgruppen.

Inhalt
  • Ein Arbeiter wird Geologe. Die geologischen "Lehrjahre" / Funde und Entdeckungen 1929-1937 / Gebirgsstudien / Erdrutsch-Studien  
  • Geologie und Volksbildung. Die "Vorarlberger Urania" Lichtbildervorträge / Geologische Exkursionen  
  • Der unermüdliche Kampf um Anerkennung der angewandten Geologie. "Denkschrift" (1938) / Steinbruchkartei  
  • Die Monographie über den "Schwarzen See"  
  • Die geologischen Gutachten. Elektrizitätswerk Frastanz / Sicherung der Brandnerstraße  
  • Zusammenfassung und Würdigung  
  • Anmerkungen  
  • Übersicht über die geologischen Arbeiten Malins  
  • Verwendete Literatur  
  • Verzeichnis der Abbildungen  
  • Verzeichnis der Fachausdrücke

Verlagsinformation.   sperrung - mitteilungen der johann-august-malin-gesellschaft nr. 3 - Klaus Fessler: Ein "steiniger" Weg. Das geologische Schaffen Johann August Malins (1902-1942), 1986, 42 Seiten, br., öS 30,- / € 2,18

Malin-Gesellschaft. Die Johann-August-Malin-Gesellschaft widmet sich der Erforschung der Vorarlberger Zeitgeschichte, und hier besonders ihren lange vernachlässigten Themen wie Antisemitismus, Austrofaschismus und Nationalsozialismus. Sie bringt sich auch in öffentliche Debatten zu diesen Fragen ein. Diese Publikation und ihre freundliche kostenfreie Online-Stellung ist ein Teil dieser auch sonst beachtenswerten Tätigkeit.

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