Sonntag, 17. September 2017

[ #Dornbirn ] Der Karren (976 m) in Dornbirn

Der Karren ist der "Hausberg" von Dornbirn mit einer atemberaubenden Fernsicht.

Der gerade mal 976 Meter hohe Karren ist der Hausberg von Dornbirn. Der Berg gehört geologisch zum Bregenzerwaldgebirge. Direkt über dem Karren erhebt sich der 1.465 m hohe Staufen, der ebenfalls vom Karren aus über einen Bergrücken erreichbar ist. Die in Fremdenverkehrspospekten häufige Zuordnung zum "Bregenzerwaldgebirge" ist umstritten und etwas willkürlich mehr aus alpinen Zuordnungsversuchen denn geologischen geschehen.


Die Karrenseilbahn führt seit 1956 auf den Berg, auf dessen Spitze ein Panoramarestaurant steht. 1996 wurde nach aufwändigen Umbauarbeiten die ("neue") Karrenseilbahn eröffnet. Die Bergstation befindet sich auf 971 Meter über Meereshöhe an der östlichen Felsflanke des Karrens, von dort verzweigt sich die Landschaft auf viele, gut beschilderte und gekennzeichnete Wanderwege: 400 Meter von der Alpe Kühberg entfernt, wo die Wege zur Alpe Schuttannen, nach Ebnit, zur Hohen Kugel oder zur Emser Reute weiterführen.

Der Höhenunterschied beträgt 513,5 Meter bei einer horizontalen Länge von 1388 Meter, die mittlere Steigung 37 Prozent. Die tiefste Stelle ist über dem Mühlebachtobel mit 171 Metern, bei einer vollbesetzten Gondel verringerte sich der Abstand um 14 Meter.  Das Panoramarestaurant, auf Stahlstelzen kühn über den schwindelerregenden Abgrund gebaut, macht den Karren zu einem besonderen Erlebnis.


Die Fernsicht ist atemberaubend. An Föhntagen erscheint der Bodensee als ein Dornbirner Gewässer und liegt aus der Sicht vom Karren in voller Größe vor dem Beobachter.

Flora. Der Felsen am Karren ist ein beachtenswertes Biotop mit steil abfallenden Kalkfelsen und mit fragmentarischen Kiefernwäldern und sonnigen Kalkfelsfluren.  Der fragmentarische, lichte Kiefernwald stockt an der Oberkante der steil abfallenden  Kalkfelsen beim Karren. Die Waldkiefer (Pinus sylvestris) bildet hier zusammen mit der vereinzelt eingestreuten Mehlbeere (Sorbus aria) sehr lichte Bestände. An Sträuchern tritt neben der Hundsrose (Rosa canina) die recht auffällige Felsenbirne (Amelanchier ovalis) auf. Die Kalkfelskanten bilden mit ihrer extremen Trockenheit einen Grenzstandort, an dem die Waldkiefer gerade noch gedeihen kann. Im lichten Bestand ist die Krautschicht besonders artenreich. Sie wird von Gräsern geprägt und enthält zahlreiche, Trockenheit ertragende und seltene Arten.

Das Biotopverzeichnis von Dornbirn listet hier als Besonderheiten der Pflanzenwelt auf:  Vorkommen der stark gefährdeten Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) sowie der gefährdeten Arten Gekielter Lauch (Allium carinatum),Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea), Stechlaub (Ilex aquifolium) und Turm-Gänsekresse (Arabis turrita) und der Arten Astige Graslilie (Anthericum ramosum), Aufrechte Trespe (Bromus erectus), Aurikel (Primula auricula), Felsenbirne (Amelanchier ovalis), Rotes Waldvögelein (Cephalanthera rubra) und Silberdistel (Carlina acaulis).

Selfie-Point Dornbirn, Karren-Kante. 
Seit März 2016 ist sie begehbar. Sie war als eine Aufwertung gedacht. Zwölf Meter weit ragt die Karrenkante nun ins Tal ohne echte zusätzliche Attraktion. Mit der neuen "Sehenwürdigkeit" wollte man den rund 250.000 jährlichen Karrenbesuchern einen zusätzlichen Anreiz bieten. Leider aber führt er nachhaltig dazu, dass Suicid-Kandidaten das teure Angebot nutzen. Um das Geld hätte man die zusätzlichen Gäste locker auch so hinauf transportieren können und ihre Selfies wären kaum weniger Attraktiv gewesen.

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