Donnerstag, 3. August 2017

[ #Andelsbuch ] Nachkriegsgeläute aus Andelsbuch - Pfarrkirche St. Petrus & Paulus

Es läuten die 4 Glocken aus der Pfarrkirche Pfarrkirche St. Petrus & Paulus Andelsbuch im Bregenzerwald in Vorarlberg.

Etwa Mitte des 11. Jahrhunderts ließ sich der Legende nach der selige Diedo in Andelsbuch nieder. Diedo, Mehrbod und Ilga, die sogenannten "3 seligen Geschwister", gehörten der nahen Verwandtschaft des Bregenzer Grafenhauses an. Diedo wirkte als Seelsorger in Andelsbuch und wurde schon bald von den Rodungssiedlern als Heiliger verehrt. Der Tradition nach befand sich die Einsiedelei im Bereich der heutigen Pfarrkirche.

Pfarrkirche. Nach Diedos Tod ließ der Abt des Klosters Petershausen im Jahr 1086 anstelle der Einsiedelei eine Klosterkirche aus Holz errichten und bereits 1170 wurde Andelsbuch zur Pfarre erhoben. Andelsbuch ist die erste Pfarre des mittleren und hinteren Bregenzerwaldes.  Um die Mitte des 15.  Jahrhunderts fiel die Kirche wahrscheinlich einem Brand zum Opfer. Im Jahr 1468 (evt. 1488) wurden bedeutende blauliche Veränderungen an der Kirche vorgenommen - es entstand eine Kirche aus Stein, welche ihren Dienst bis zum Jahr 1718, also 250 Jahre, getan hat.

Die heutige Pfarrkiche wurde in den Jahren 1710 - 1718 von Ignaz Beer, Sohn des bekannten Michael Beer aus der Auer Baumeisterschule erbaut. Um 1860 wurde die Kirche vergrössert, die alten Rokokoaltäre entfernt und durch neue Altäre im romanischen Stil ersetzt.

Stimmung: H° d' fis' a'
Glocken 1/4: Grassmayr, Innsbruck 1949
Glocken 2/3: Grassmayr, Innsbruck 1948

Nach Renovierungen in der Nachkriegszeit und in den 70er-Jahren wurde in den Jahren 2000 und 2001 eine Neugestaltung des Innenraumes vorgenommen: Altar und Ambo wurden weiter nach vorne geholt und auf dem neuen Altarbereich wurde in der Achse der Kirche der selige Diedo bestattet. Das Deckengemälde oberhalb des Altarbereiches stellt das Letzte Abendmahl dar. Im Chorraum wurde der Hochaltar wieder aufgestellt, der als Aufbewahung des Allerheiligsten verwendet wird. Gleichzeitig wird dieser Raum als Taufort verwendet.

Diedo-Brünnele. Bei Krankheitsanliegen ging man zum "Diedo-Brünnele", das in der Nähe des Pfarrhofes aus der Erde quoll und an dem, der Legende nach, der selige Diedo seinen Durst gestillt haben soll. Er befindet sich hinter der Kirche auf einer Wiese. Bis vor wenigen Jahren wurde am "Diedo-Brünnele" Wasser zu Heilzwecken geholt.  Die Quellkapelle wurde 1983 neu gestaltet und ist von zwei jungen Birken flankiert. Viele Personen blieben dieser Quelle treu, bis sie versiegte.



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