Dienstag, 21. November 2017

[ #Feldkirch ] Die Eiszeit des Gasserplatzes in Göfis

Naturdenkmal Gletschertopf Göfis © Gemeinde Göfis
Im Rahmen der Bauarbeiten des Ambergtunnels wurde im Gemeindegebiet von Göfis ein Gletschertopf entdeckt.


Naturdenkmal Eiche in Göfis auf dem
Gasserplatz © Gemeinde Göfis
Naturschutzgebiet. Das Naturschutzgebiet Gasserplatz ist ein Feuchtgebiet, das von Wissenschaftlern als Flach- und Zwischenmoor ausgewiesen wird. Es bietet heute seltenen Moorpflanzen Lebensraum.

Der südliche Bereich des Gasserplatzes, der über die Landesstraße von Göfis-Hofen in Richtung Feldkirch erreicht werden kann, ist als Erholungsbereich zum Verweilen gestaltet.

Naturdenkmalbuch. Am nördlichen Waldrand des Gasserplatzesist eine Eiche in das Naturdenkmalbuch eingetragen. Mit einer Höhe von zirka 30 Metern, einem Umfang von rund 3,5 Metern und einem Alter von etwa 250 bis 300 Jahren erhält die Eiche somit den Schutz des Naturschutzgesetzes.

Hinrichtungsstätte. Auf dem Göfner Gasserplatz erfolgte im Jahr 1864 die letzte Hinrichtung. Von dem Delinquenten hat der Platz seinen heutigen Namen.

Vorzeit. Die Gesteine der heutigen Alpen wurden während der Trias und dem Jura an den Küsten des sog. Penninischen Ozeans abgelagert, der damals Afrika im Süden von Europa im Norden trennte. An den Küsten kam es zur Bildung von ausgedehnten Karbonatplattformen, die z.T. von großen Riffkomplexen gesäumt wurden. Durch die Bewegungen des Afrikanischen Kontinents nach Norden wurde der Ozean subduziert, die Kalksteine der Küsten deckenartig übereinandergeschoben (Kreide bis Miozän) und damit der neue Gebirgszug der Alpen "aufgetürmt".

Gletschertopf Gasserplatz - Naturschutzgebiet © Gemeinde Göfis
Eiszeit. In den Eiszeiten bildeten sich in diesem Gebirge große Gletscher, die sich tief in diese Decken einschnitten und die so die heutige Form der Alpen bildeten.

Vor 20.000 Jahren erreichten die Gletscher der letzten, der Würm-Eiszeit ihre grösste Ausdehnung. 2.000 Jahre später begannen der Rückzug. Vor 14.000 Jahren war das Rheintal bereits wieder eisfrei. An diese Kälteperiode erinnern unsere heutigen Gletscher. Auch sie sind ständigen Schwankungen unterworfen. Während der mittelalterlichen Warmzeit zwischen 900 und 1100 n.Chr. waren sie weit zurück geschmolzen. Ab 1570 führte kühleres Klima mit Neuschnee im Sommer bis unter 1000 Meter Seehöhe zu einem ersten Gletscherhochstand um 1640. Es folgten starke Schwankungen mit durchaus warmen Einzeljahren, bis zum letzten Maximum von 1850. Seither schmelzen die Gletscher rasch zurück.

Das Moorgebiet Gasserplatz befindet sich im Konfluenzbereich des eiszeitlichen Rhein- und Illgietschers und ist von ehemaligen Eisrandlagen der Schlussvereisung (Feldkircher Stadium) umgeben. An dieser Stelle entstand beim lokalen Abschmelzen des Illgletschers bereits im Ältesten Dryas ein kleiner See, der bis zum Beginn des Holozäns existierte und sich mit einer ungestörten Ablagerung von Seekreide (Kalkgyttja) füllte.

Die Schlussvereisung im Bereich Göfis - Gasserplatz und das Entstehen dieses Sees wurden untersucht. Die biostratigraphische Zonierung der feinlaminierten Seekreideablagerungen zeigt die Vegetationsgeschichte der direkten Umgebung und die lakustrische Entwicklung des spätglazialen Gasserplatz-Sees, wie mittels einer Pollen- und Makroreste-Analyse festgestellt werden konnte. Dünnschliffanalysen, geoelektrische Aufnahmen und zwei 14C-Altersbestimmungen ergänzen das Bild.


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