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Donnerstag, 20. Juli 2023

[ #Bregenzerwald ] Das Märchen von der Bauernrepublik im Bregenzerwald


Das Buch "Der Hintere Bregenzerwald - eine Bauernrepublik?" räumt mit dem Märchen von der Bregenzerwälder Bauernrepublik auf.

Vornehm wird diese manipulative Geschichtsschreibung die den Vorarlberger Konservativismus historisch zu rechtfertigen und zu begründen suchte, die antifeudale, republikanische und basisdemokratische Vorstellungen der Linken gegen diesen Konservativismus für sich einnehmen und kolonial besetzten, in der Verlagsankündigung so einer Kritik unterzogen: "Die ältere Forschung klassifizierte sie als eine auf autonomen republikanisch-demokratischen Traditionen der Bregenzerwälder beruhende 'Bauernrepublik'."


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Donnerstag, 27. April 2023

[ #Bludenz ] Eine begehbare Skulptur von Alfons Fritz: Das Kriegerdenkmal in Bludenz


In Bludenz unterhalb der alten Stadtpfarrkirche Hl. Laurentius wurde 1928 ein Kriegerdenkmal für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs errichtet. 

Alfons Fritz, ein bedeutenden Vorarlberger Architekt der Zwischenkriegszeit, plante eine Anlage die auf Grund der Formensprache und des Zugangs zum Thema des Erinnerns als überregional bedeutsam angesehen wird.

Im Vergleich zu vielen anderen so genannten Kriegerdenkmalen zur gleichen Zeit fehlen bei der Bludenzer Anlage die typischen und zumeist heroischen Attribute. Vergeblich sucht man einen Adler oder Löwen, auch kein sterbender, kniender oder toter Soldat mit Waffe und Stahlhelm ist zu finden. 

Eingeweiht wurde das Kriegerdenkmal im Juni 1928. Das Denkmal und seine Formensprache wurden in den damaligen Veröffentlichungen auch über die Grenzen Vorarlbergs hinaus hoch gelobt. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Kriegerdenkmal in Wolfurt, das ebenfalls von Alfons Fritz entworfen wurde.


Alfons Fritz - Wikimedia 
Alfons Fritz. Alfons Fritz (* 2. August 1900 in Andelsbuch, Vorarlberg; † 7. Februar 1933 in Dornbirn) war ein Baukünstler und Architekt.

Aus der Ehe von Alois Fritz mit der 1881 geborenen Ursula Meusburger aus Andelsbuch gingen die Söhne bzw. Urenkel von Michael Lecher Alfons und Anton hervor. Alfons Fritz, geboren 1900, wuchs in Andelsbuch auf, wo seine Eltern neben der Hutmacherei auch eine kleine Landwirtschaft betrieben. Bereits in jungen Jahren fiel Alfons durch sein Zeichentalent auf, welches sein Lehrer zu fördern wußte. Sein Zeichenlehrer weckte in ihm das Interesse an Architektur. Durch den frühen Tod seines Vaters im Jahr 1913 war es nicht ganz und gar nicht selbstverständlich ein Studium zu beginnen.

Er trat nach dem Studium er in das Architekturbüro von Professor Clemens Holzmeister in Innsbruck ein. Im Einvernehmen mit seinem Chef wagte Fritz am Wettbewerb für das Standschützendenkmal am Berg Isel ein Projekt einzureichen. Holzmeister errang den zweiten, sein Assistent Fritz den dritten Preis.

Professor Holzmeister berief Fritz im Jahre 1925 in sein Privatatelier an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er Fritz seine Frau Hildegard Mümmler kennenlernte. Nach kurzer Bekanntschaft
heiratete das Paar und übersiedelte nach Dornbirn. Er eröffnete im November 1926 in Dornbirn sein eigenes Architekturbüro. Im Mai 1932 legte er noch die Prüfung als Zivilarchitekt ab.

Sein Arbeitsfeld war breit gefächert und beinhaltete Wohn-, Hotel-, öffentliche Bauten, Kriegerdenkmale sowie Kirchen und Kapellen, ebenso Innenausstattungen und Möbel. Allzufrüh verstarb Alfons Fritz an einer nicht ganz ausgeheilten Grippe am 7. Februar 1933.

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Dienstag, 18. April 2023

[ #Andelsbuch ] Jodok Fink: "Sommerzeit ist umgebracht"

Jodok Fink, Gemälde im Andelsbucher Rathaus

Im ersten Weltkrieg führten Österreich-Ungarn und das Deutsche Reich als erste Staaten (1916) die Sommerzeit ein. Die habsburgische Kriegswirtschaft erhoffte sich damit eine Ressourceneinsparung in dem von ihr angezettelten Krieg, der Not und Elend auch an der"Heimatfront" verursachte. 

Kriegswirtschaft. Als die deutsch-österreichische Staatsregierung - mit den Folgen des von den Habsburgern hinterlassenen Desasters kämpfend für 1919 erneut eine Sommerzeit anordnete, beschlossen der Landesrat und die Vorarlberger Landesregierung, sie in Vorarlberg nicht einzuführen. "Mit Einführung bei uns gar keine Einsparungen verbunden",telegrafierten sie der Staatskanzlei. Als die Staatsregierung daraufhin ihre Vollzugsanweisung zurück nahm, telegrafierte Vizekanzler Jodok Fink nach Vorarlberg: "Sommerzeit ist umgebracht." Ab 1921 verzichtete auch Österreich auf die Sommerzeit.

Wiederauferstehung der Kriegswirtschaft. Eingeführt wurde die Sommerzeit erstmals am 30. April 1916 im Deutschen Reich, in Österreich-Ungarn und noch im selben Jahr auch in Irland. Die in Irland damals für die Sommerzeit eingeführte Bezeichnung „Daylight Saving Time“ (wörtlich übersetzt: „Tageslicht sparende Zeit“) beschreibt den Zweck, nämlich die Stundenzahl mit nutzbarem Tageslicht zu vergrößern.

Sie galt in Österreich bis 1920, in Ungarn bis 1919. Nach dem Anschluss Österreichs an Hitlerdeutschland galten ab 1940 die Sommerzeitreglungen des Deutschen Reichs, wieder eine kriegswirtschaftliche Maßnahme. Nach dem Krieg gab es in Österreich noch bis einschließlich 1948 eine Sommerzeit. In den 1970er Jahren wurde die Sommerzeit wieder aktuell. Sie hat ihren Ursprung in der Ölkrise von 1973 und sollte Energie sparen helfen. Energieersparnis war sie bekanntlich nicht. Österreich beschloss die Einführung der Sommerzeit erst 1979. 1980 wurde sie wie in Deutschland für die Zeit von März bis September wieder eingeführt. 1996 wurde sie wie in der gesamten EU bis Ende Oktober ausgedehnt.

Energieeinsparung brachte sie nie, da ist der Telegrammtext von Jodok Fink bis heute gültig. Ein Musterbeispiel für die Disziplinierung der europäischen Bevölkerung bleibt sie wohl noch lange.


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Dienstag, 2. November 2021

[ #Andelsbuch ] 19. Februar 1953: Ein Denkmal für Jodok Fink


Am 19. Februar 1953 wurde im Vorarlberger Landtag aus Anlass seines 100. Geburtstag Jodok Fink geehrt. 

Landeshauptmann Ulrich Ilg kündigte an, das Land werde endlich ein Denkmal für ihn in Auftrag geben. Den Anstoß dürfte ÖVP- und  Bauernbundsekretär Josef K.  Naumann (1904 bis 1980) gegeben haben, kein in sich gewaschener Vorarlberger.  Ebensowenig offenbar war Jodok Fink ein klassicher ÖVP-Funktionär. Er stand gegen den politischen Trend dieser  Jahre und es hat wohl darum so lange gebraucht, bis die Mächtigen Vorarlbergs ihn zu ehren wagten.  Anders in Wien: Ihm zu Ehren, dem ersten Präsidenten der provisorischen Nationalversammlung hat  der Wiener Gemeinderat breits 1929 nach seinem Tod den Platz vor der Piaristenkirche im 8. Bezirk in Jodok-Fink-Platz umbenannt.

Anlässlich seines Todes im Alter von 76 Jahren würdigte die "Kölnische Volkszeitung" Finks Leben:  
"Immer, wenn Verständigung mit dem Gegner notwendig wurde, schickte man Fink voran. Ein Protokoll, unter dem sein Name stand, war nach rechts wie links gesichert. Allein das Anschauen dieses bis in die letzten Jahre hellen Bauerngesichts ließ eine menschliche Brücke zwischen den Anschauungen als möglich erscheinen."
Seine beinahe 50 jährige politische Laufbahn begann 1878. Als er mit 26 Jahren in den Gemeinderat berufen wurde. 1888 wählte ihn seine Heimatgemeinde Andelsbuch zum Bürgermeister, 1890 Vbg. Landtag, 1897 Reichsrat, Mitbegründer der Republik Österreich, 1919 erster Vizekanzler in der Regierung Renner und Präsident der christlich sozialen Partei. Der geniale Verhandlungskünstler erhielt die höchsten kaiserlichen Auszeichnungen und wurde zum Ehrendoktor ernannt. Er stand aufrecht und quer zum politischen Trend dieser Jahre. Fink nahm eine Vermittlerrolle ein und trat in der 1. Republik für die Zusammenarbeit der beiden großen Parteien von Bauern bzw. Bürgern und Arbeitern ein, machte sich um die Einführung und Verbreiterung des Wahlrechts verdient und war ebenso ein Gegner der vorarlbergischen Anschlussbewegung an die Schweiz als auch des Anschlusses an das Deutsche Reich. Damit stand er quer zu den Traditionen der beiden austrofaschistischen Funktionäre den beiden Landeshauptleuten Dr. Otto Ender und Ulrich Ilg, welche sich mit dem Faschismus nicht nur arrangierten sondern deren aktiver Teil geworden waren.

Eigenständiger Kopf. Selbst in der Vorarlberg-Chronik wird Jodok Finks Verdienst um die Selbständigkeit Vorarlbergs relativiert. Nicht er wird als der Vater des selbständigen Vorarlbergs sondern der austrofaschistische Funktionär Otto Ender gefeiert. Und weil er im August 1918 noch die Monarchie bejahte, werden seine republikanische Gesinnung bestritten.  Fink war jedoch demokratischer Pragmatiker und nahm eine Vermittlerrolle ein und trat in der 1. Republik für die Zusammenarbeit der beiden großen Parteien von Bauern bzw. Bürgern und Arbeitern ein, machte sich um die Einführung und Verbreiterung des Wahlrechts verdient und war ein Gegner der vorarlbergischen Anschlussbewegung an die Schweiz.

Dies und die Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten hatte man in seiner politischen Heimat, der Christlichsozialen Partei und auch in Vorarlberg ihm wohl nie verziehen. Als Mann des Ausgleichs und der Großen Koalition war er nach dem deutlichen Sieg der Christlichsozialen Partei bei den Nationalratswahlen 1920  - ein polisicher Erfolg der eben auch seiner war - jedoch in Regierungsverantwortung für die Christlichsoziale Partei (nachher ÖVP) nicht mehr denkbar. Statt der Zusammenarbeit begann jetzt die Konfrontation, die schließlich mit dem Untergang der jungen demokratischen Republik endete. Fink blieb bis zu seinem Tod am 1. Juli 1929 einfacher Nationalratsabgeordneter und wurde nicht mehr Zeuge des Verrats der christlichsozialen an der Demokratie. Er wurde auf dem Andelsbucher Friedhof bestattet.

Fink, Jodok, * 19. 2. 1853 Andelsbuch (Vorarlberg), † 1. 7. 1929 ebenda, Bauer und Politiker (Christlichsoziale Partei). Ab 1890 (für 30 Jahre) Vorarlberger Landtagsabgeordneter, ab 1897 im Abgeordnetenhaus, 1911 Landeshauptmannstellvertreter (Statthalter) von Vorarlberg, während des 1. Weltkriegs Direktor des Volksernährungsamtes, nach dem Zusammenbruch der Monarchie 1918 einer der 3 Präsidenten der Provisorischen Nationalversammlung und später Staatsrat, 1919/20 Vizekanzler in der Regierung Renner, 1920-29 Abgeordneter zum Nationalrat, ab 1922 Obmann des Christlichsozialen Klubs. 1925 Ehrendoktor der Universität Innsbruck.


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Dienstag, 17. August 2021

[ #Andelsbuch ] Geschichte der Wälder Demokratie - Bezeggsul


Im Bregenzer Wald gibt es ein inhaltlich überraschendes Touristikangebot, eine Wanderung "Geschichte der Wälder Demokratie". Sie baut auf einer besonderen Regionalentwicklung auf, die gerne heroisierend und wohl auch verkürzt als "Bauernrepublik" beschrieben wird.
Wanderung "Geschichte der Wälder Demokratie". Beginnend im Großdorf am Galgenhügel – durch den Wald abwärts nach Egg – Parzelle Mühle - Postamt/Ortsmitte Egg - links halten Richtung Andelsbuch - ca. 300 m geradeaus bis zur Fahrschule - rechts abbiegen zur Engelgasse - Parzelle Buchen - geradeaus - Parzelle Meisten und Gaß - weiter der Straße entlang zur Parzelle Wirth - St. Antonius Kapelle (Landammannsfeld) - geradeaus - Parzelle Ließen - Straße überqueren - auf dem Radwanderweg zum Bezegg-Stausee - Aufstieg entlang eines Bergbaches zur Bezegg-Sul - zum Bezeggpass (902 m) - dann Abstieg nach Bezau (historischer Hauptort des Bregenzerwaldes mit Gerichssitz, Kloster und Heimatmuseum) - ca. 3 Stunden Gehzeit.
Bauernrepublik. Die politische Struktur Vorarlbergs – etwa ab 1380 "Habsburger Land" ohne starken Lokaladel – ließ es zu, dass sich eine besondere Art der Selbstverwaltung der Bauernschaft des Bregenzer Waldes herausbilden konnte. Die Behauptung allerdings, dass lange bevor man in Mitteleuropa von moderner Demokratie sprechen konnte, die Bauern im Bregenzerwald eine alleinige Volksvertretung gebildet hätten, lässt sich so nicht halten. Weit von der Zentrale Feldkirch entfernt, erlangte der Innerbregenzerwald zwar als eigenständiges Gericht eine beträchtliche Autonomie nach außen hin, während die kleinräumigeren Gerichte Lingenau-Alberschwende und Sulzberg eng an Bregenz gebunden blieben. Als politischer Begriff reduzierte sich "Bregenzerwald" seit 1338 auf den zur Herrschaft Feldkirch gehörenden Gerichtssprengel des Innerbregenzerwaldes.

Als Vorsteher wurde eine Art Bürgermeister (Landamann) "gewählt", meist aus den angesehensten Familien des Bregenzerwaldes. Vom Jahre 1353 stammt auch der erste Hinweis, dass im Bregenzerwald ein Landammann regierte. Ammann und Räte wurden ursprünglich von der Herrschaft ernannt. Erst mit dem dem ausgehenden Mittelalter setzte sich deren Wahl durch die hausbesitzenden, der Gerichtsgenossenschaft angehörenden Männer in der Form des „Zulaufs“ durch: Die Kandidaten stellten sich an verschiedenen Punkten eines Platzes auf und die Wähler liefen dann auf ein Zeichen hin zum Kandidaten ihrer Wahl. Dieses recht spektakuläre Verfahren hatte allerdings auch Nachteile, immer wieder kam es zu Ausschreitungen, zu Prügeleien, zu Versuchen, andere Wähler gegen deren Willen zu einem bestimmten Kandidaten hinzuziehen. und auch von "geheim" war damit keine Rede.

Als eine Folge dieser regionalen Verfassungsstrukturen bildete sich in den Bregenzerwälder Gerichten eine verwandtschaftlich eng verflochtene Honoratiorenschicht aus, die das politische und soziale Leben der Talschaft durch Jahrhunderte bestimmte, die Amtsträger stellte. Eindrucksvollstes Beispiel des Repräsentationswillens dieser Ton angebenden Gruppe ist das Gebäudeensemble um den Dorfplatz von Schwarzenberg. Dort hat sich zudem ein Tanzhaus erhalten, das nicht nur als dörflicher Mittelpunkt für Festlichkeiten, sondern auch als Tagungsort des Gerichtes diente. In Bezau etwa fungierte der Gasthof zur "Gams" als Stammsitz des bis in den Grafenstand aufgestiegenen Zweigs der Landammannfamilie Feuerstein.

Das "Rathaus" des Landammannes befand sich auf der Bezegg, dem Pass zwischen Andelsbuch und Bezau. Hier wurde ein hölzernes "Haus", auf Säulen ruhend, errichtet, in dem die Angelegenheiten des hinteren Bregenzerwaldes beraten wurden. Die Aufhebung der "Wälderfreiheiten" und damit auch der Verlust dieser Selbstverwaltungsmöglichkeit ging mit dem aufgeklärten Herrscher Josepf II. zu Ende.

Bezeggsul. Das besondere - und an die Papstwahl erinnernd - an diesem Rathaus war, dass der Zugang über eine Leiter führte, welche während des Sitzungsverlaufes entfernt und erst nach Abschluss der Sitzung wieder angebracht wurde. Somit war die Ratsversammlung von der Außenwelt abgeschnitten, was zugleich eine psychologische Wirkung auf die Ratsherren, wie auch auf die gewünschte Effizienz gehabt haben dürfte. Es wurde 1807 unter bayrischer Herrschaft abgerissen. Die erste urkundlich erwähnte Sitzung auf der Bezegg scheint 1522 auf. 1871 wurde die Bezeggsul errichtet, ein Denkmal zur Erinnerung an das Rathaus auf der Bezegg und das heutige Wahrzeichen von Andelsbuch.


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Mittwoch, 11. August 2021

[ #Andelsbuch ] Nachkriegsgeläute aus Andelsbuch - Pfarrkirche St. Petrus & Paulus

Es läuten die 4 Glocken aus der Pfarrkirche Pfarrkirche St. Petrus & Paulus Andelsbuch im Bregenzerwald in Vorarlberg.

Etwa Mitte des 11. Jahrhunderts ließ sich der Legende nach der selige Diedo in Andelsbuch nieder. Diedo, Mehrbod und Ilga, die sogenannten "3 seligen Geschwister", gehörten der nahen Verwandtschaft des Bregenzer Grafenhauses an. Diedo wirkte als Seelsorger in Andelsbuch und wurde schon bald von den Rodungssiedlern als Heiliger verehrt. Der Tradition nach befand sich die Einsiedelei im Bereich der heutigen Pfarrkirche.

Pfarrkirche. Nach Diedos Tod ließ der Abt des Klosters Petershausen im Jahr 1086 anstelle der Einsiedelei eine Klosterkirche aus Holz errichten und bereits 1170 wurde Andelsbuch zur Pfarre erhoben. Andelsbuch ist die erste Pfarre des mittleren und hinteren Bregenzerwaldes.  Um die Mitte des 15.  Jahrhunderts fiel die Kirche wahrscheinlich einem Brand zum Opfer. Im Jahr 1468 (evt. 1488) wurden bedeutende blauliche Veränderungen an der Kirche vorgenommen - es entstand eine Kirche aus Stein, welche ihren Dienst bis zum Jahr 1718, also 250 Jahre, getan hat.

Die heutige Pfarrkiche wurde in den Jahren 1710 - 1718 von Ignaz Beer, Sohn des bekannten Michael Beer aus der Auer Baumeisterschule erbaut. Um 1860 wurde die Kirche vergrössert, die alten Rokokoaltäre entfernt und durch neue Altäre im romanischen Stil ersetzt.


Stimmung: H° d' fis' a'
Glocken 1/4: Grassmayr, Innsbruck 1949
Glocken 2/3: Grassmayr, Innsbruck 1948

Nach Renovierungen in der Nachkriegszeit und in den 70er-Jahren wurde in den Jahren 2000 und 2001 eine Neugestaltung des Innenraumes vorgenommen: Altar und Ambo wurden weiter nach vorne geholt und auf dem neuen Altarbereich wurde in der Achse der Kirche der selige Diedo bestattet. Das Deckengemälde oberhalb des Altarbereiches stellt das Letzte Abendmahl dar. Im Chorraum wurde der Hochaltar wieder aufgestellt, der als Aufbewahung des Allerheiligsten verwendet wird. Gleichzeitig wird dieser Raum als Taufort verwendet.

Diedo-Brünnele. Bei Krankheitsanliegen ging man zum "Diedo-Brünnele", das in der Nähe des Pfarrhofes aus der Erde quoll und an dem, der Legende nach, der selige Diedo seinen Durst gestillt haben soll. Er befindet sich hinter der Kirche auf einer Wiese. Bis vor wenigen Jahren wurde am "Diedo-Brünnele" Wasser zu Heilzwecken geholt.  Die Quellkapelle wurde 1983 neu gestaltet und ist von zwei jungen Birken flankiert. Viele Personen blieben dieser Quelle treu, bis sie versiegte.



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Sonntag, 3. Dezember 2017

[ #Andelsbuch ] Ein statistischer Blick auf die Gemeinde ANDELSBUCH in Vorarlberg - (GKZ 80202)

"Ein Blick auf die Gemeinde 80202 - ANDELSBUCH" ist eine regionale Information der Statistik Austria und bietet anhand von Tabellen und Grafiken einen durchgehenden Vergleich der gewählten Gemeinde Vorarlbergs mit dem politischen Bezirk bzw. dem Bundesland, in dem sie liegt.  

Ein unverzichtbarer Behelf für örtliche Gemeindefunktionäre. Insgesamt sind es 55 Datenblätter die in ihrer Gesamtheit kostenpflichtig sind. Acht der insgesamt 55 Datenblätter werden allerdings auch kostenlos online bereit gestellt. Zusätzlich zu diesen acht ausgewählten Blättern werden weitere wichtige Daten aus der Großzählung 2001 und zur Bevölkerungsentwicklung angeboten. Ein unverzichtbarer Behelf für örtliche Gemeindefunktionäre.

Gemeindekennziffer (GKZ) 80401 - ANDELSBUCH. Nach den Bestimmungen der österreichischen Bundesverfassung (Art. 115 bis 120) ist der Wirkungsbereich der Gemeinde ein eigener und ein vom Bund oder vom Land übertragener, das heißt, dass die Gemeinde sowohl eine Gebietskörperschaft mit dem Recht auf Selbstverwaltung und zugleich Verwaltungssprengel ist. Das Gemeindeverzeichnis bildet diese Verwaltungsgliederung ab. Es enthält alle Gemeinden Österreichs, der Gemeinde ist eine 5-stellige Gemeindekennziffer (GKZ) zugeordnet. Die Vergabe der Gemeindekennziffer obliegt Statistik Austria (Adressregisterverordnung – AdrRegV, BGBl. 218/2005, §1).

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  Ein Blick auf die Gemeinde

  Statistik des Bevölkerungsstandes gemäß §10 Abs. 7 Finanzausgleichsgesetz 2017

  Abgestimmte Erwerbsstatistik 31. Oktober 2015

  Registerzählung 31. Oktober 2011

  Aktuelle Bevölkerung und Bevölkerungsentwicklung

  Volkszählung 15. Mai 2001

  Gebäude- und Wohnungszählung 15. Mai 2001

  Arbeitsstättenzählung 15. Mai 2001

Donnerstag, 9. Februar 2017

[ #Andelsbuch ] Biotope in der Gemeinde Andelsbuch


Unter BIOTOP wird in diesem Inventar der Standort einer in sich mehr oder weniger geschlossenen Lebensgemeinschaft aus Pflanzen und Tieren verstanden. Klassisches Beispiel für einen Biotop wäre etwa ein Weiher, es  kann aber genauso ein Waldstück, eine Wiese etc. sein. 

Drei Kostbarkeiten der Gemeinde Andelsbuch:

Unter-Aeschach (Biotop 20208). Östlich des Zufahrtsweges nach Vöglers-Brand liegt  das Moorgebiet direkt an der Gemeindegrenze nach Egg. Kalkgrus auf undurchlässigem Moränenmaterial bildet den Untergrund.

Klausberg (Biotop 20214). Magerwiesenlandschaften mit Lesesteinmauern, verstreuten Felsblöcken und lockeren Baumgruppen sind am Klausberg Vorsäß und kleinflächig auch am Heugut Vorsäß erhalten.

Bregenzerach (Biotop 20219). Der Abschnitt der Bregenzerache mit ihren Einhängen von der ehemaligen Bahnbrücke westlich Reuthe flussabwärts bis zum Tennisplatz in der Junkerau bildet einen eigenen schützenswerten Biotop.

Häufig bilden einzelne Biotope in sich zusammenhängende Komplexe aus, wie etwa ein Quellmoor mit der Quelle als Einzelbiotop und den angrenzenden nassen„Quellsümpfen“. Dann wird von BIOTOPKOMPLEX gesprochen. Besonders Großtiere haben Biotop übergreifende Reviere, oder ganze Landschaftsteile bilden einen geschlossenen und vielfältigen Lebensraum von besonderer Schutzwürdigkeit. In diesem Fall wird von einem GROSSRAUMBIOTOP gesprochen.  Grundsätzlich ist Biotop ein allgemeiner Begriff. Ein Biotop muss nicht von vorneherein besonders oder überhaupt schutzwürdig sein. Auch ein Garten ist z.B. ein Biotop mit Kultur- und Wildpflanzen und einer großen Zahl an Tieren - beliebte und unbeliebte - sei es im Boden oder an Pflanzen.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]
Lohnt sich ein Download? Ein rascher Blick auf den Inhalt:

Inhalt 
Einführung 5
– Kurzer Rückblick und Ausblick 5
– Was ist ein Biotop? 6
– Wann gilt ein Biotop als BESONDERS SCHUTZWÜRDIG? 7

Gemeindebericht 9
– Allgemeine Angaben zur Gemeinde 9
– Biotopausstattung 10
– Schutzstatus der Biotopflächen 11
– Verbindung zu angrenzenden Gemeinden 12
– Drei Kostbarkeiten der Gemeinde 13
  • Unter-Aeschach (Biotop 20208) 13 
  • Klausberg (Biotop 20214) 15 
  • Bregenzerach (Biotop 20219) 17 
– Kurzdarstellung der weiteren Biotopflächen 19
  • Gass (Biotop 20201) 19 
  • Rossabühl, Silbermoos, Pfifa (Biotop 20202) 21 
  • Rossa (Biotop 20204) 23 
  • Ach (Biotop 20205) 24 
  • Hinter Hochbühel (Biotop 20206) 26 
  • Brühl (Biotop 20207) 27 
  • Pfaffenboden ob Aeschach (Biotop 20209) 28 
  • Krähenbergermoos (Biotop 20210) 29 
  • Burste bis Druosa (Biotop 20211) 30 
  • Rossamoos (Biotop 20212) 31 
  • Bezeggbach (Biotop 20213) 33 
  • S-Hangwald unter Klausberg-Vorsäß (Biotop 20215) 34
  • Klausberg-Felsen (Biotop 20216) 35 
  • Schwibogen (Biotop 20217) 36 
  • Schönatsberg (Biotop 20218) 37 
– Gefährdungen 38
– Empfehlungen für Schutz und Erhalt 42
Was kann die Gemeinde tun für … 42
Was kann der Einzelne tun für … 45
Artenliste 49

Dienstag, 2. Februar 2016

[ #Andelsbuch ] Die Andelsbucher Denkmäler

Die Liste der denkmalgeschützten Objekte in Andelsbuch 

enthält die dreizehn denkmalgeschützten, unbeweglichen Objekte der Gemeinde Andelsbuch im Bregenzerwald, wobei die Objekte unterschiedlich per Bescheid, oder durch Verordnung nach § 2a des Denkmalschutzgesetzes unter Schutz gestellt wurden.
Mehr erfahren. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link und zusätzliche Infos!
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