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Donnerstag, 20. Juli 2023

[ #Bregenz ] Der Engel von Auschwitz: Die Krankenschwester Maria Stromberger

Maria Stromberger (* 16. März 1898 in Metnitz (Kärnten); † 18. Mai 1957 in Bregenz) war eine österreichische Krankenschwester und Widerstandskämpferin in der Zeit des Nationalsozialismus, die sich im Konzentrationslager Auschwitz für die Häftlinge eingesetzt hat.

Maria Stromberger.  Maria Stromberger starb 1957 in Bregenz - nicht viele haben bis heute von dieser ungewöhnlichen Frau Notiz genommen. Dabei hatte sie mit unwahrscheinlichem Mut und großer Menschenliebe im Zentrum der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie Widerstand gegen diese Mordsfabrik geleistet.  

Sie wurde am 16. März 1898 in St. Veit geboren und kam in den Zwanzigerjahren gemeinsam mit ihrer Schwester Karoline nach Bregenz. Hier arbeitete sie mehr als ein Jahrzehnt im Sanatorium Mehrerau als Krankenschwester. Mit Kriegsbeginn änderte sich für die humanistisch eingestellte und religiöse Frau vieles: Vorerst wurde sie in ein Kärntner Lazarett dienstverpflichtet. Dort hörte sie von Soldaten einiges über die Zustände in Polen, über die Judenverfolgung, über die großen Konzentrationslager. Die Wahrheit schien ihr kaum glaublich: „Als alte Österreicherin konnte ich sie einfach nicht glauben. Wir waren immer tolerant und human."


Edward Pys war als einer der ersten Häftlinge im Konzentrationslager Auschwitz und mußte am Aufbau des Lagers ab dem Zeitpunkt seiner Einlieferung mitarbeiten. Pys wurde am 11. Juni 1922 in Rzeszow geboren und im Frühjahr 1940 wegen konspirativer Tätigkeit gegen die deutschen Besatzungstruppen in einer Widerstandsgruppe von den Deutschen verhaftet.


Wie konnte Edward Pys überleben? Er selbst hat eine eindeutige Erklärung: Die aus Vorarlberg gekommene Krankenschwester im SS-Revier, Maria Stromberger, hat sich um ihn gekümmert. Sie hat ihn gepflegt, als er krank war, hat ihn in kritischen Situationen gedeckt und ihm wertvolle Hinweise gegeben, die ihm schließlich das Überleben in der Hölle von Auschwitz möglich machten.

Johann-August-Malin-Gesellschaft. Diese Vorarlberger historische Gesellschaft macht auf ihrer Website Texte zugänglich, die ihr für die geschichtswissenschaftliche Diskussion in Vorarlberg wesentlich erscheinen und in Zusammenhang mit ihrem selbstgewählten Arbeitsbereich stehen. Darunter ist auch dieser Beitrag von Dr. Halald Walser online bzw. als kostenfreies PDF zum Herunterladen. Hier wurde - nach einem kurzen Beitrag in dem Buch "Von Herren und Menschen - Verfolgung und Widerstand in Vorarlberg" (1985) - ihr Leben und Wirken zum ersten Mal umfangreich dokumentiert.

Katholische Kirche Vorarlberg. Zwischenzeitlich hat auch die katholische Kirche Vorarlbergs eine Broschüre "Maria Stromberger" (Autor: Andreas Eder) vorgelegt. Sie steht ebenfalls als PDF-Download zur Verfügung.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]
Inhalt  "Maria Stromberger" (Autor: Andreas Eder) 
 I. Geleitworte  2
 II. Biografie Maria Stromberger
   Herkunft und Familie 4
Kindheit und Jugend 5
Endlich Krankenschwester 6
Krolewska Huta (Königshütte) 8
Ankunft in Auschwitz 9
   Das SS-Revier 9
Dr. Eduard Wirths 10
Hermann Langbein 11
Edward Pys  12
Die erste Zeit in Auschwitz  13
Hilfe für die Häftlinge 15
Ein gefährlicher Zwischenfall 16
Edward Pys erkrankt 16
Gefahr durch SS-Leute im Krankenrevier 18
Briefe 20
   Informationen für ein Flugblatt 20
Aktion Höß   21
   Zbigniew Raynoch 21
Organisierter Widerstand 22
Fluchtpläne 24
Schmuggel 25
Ein Fluchtversuch 27
Winter 1944 28
Weg von Auschwitz 29
Kriegsende 30
   Internierungslager 30
Prozess gegen Rudolf Höß in Warschau 32
Pläne 33
Wieder in Bregenz 34
Ehrung durch den KZ-Verband 34
Prozess gegen Carl Clauberg 35
Das letzte Jahr 36
 III. Würdigung  38
 IV. „Engel von Auschwitz“  40
 V. Anmerkungen  41
 VI. Biografische Angaben  45
 VII. Dank  46

[ #Vorarlberg ] Die Südtiroler Umsiedler in Vorarlberg

Südtirolersiedlung in Bludenz

Die Integration der Südtiroler "Umsiedler" in Vorarlberg in Wirtschaft und Gesellschaft wird in einem Beitrag für die Zeitschrift Montfort von Mag.Gebhard Greber hervorragend ausgeleuchtet und ist als Digitalisat bei "austrian literature online" (alo) online lesbar und auch als PDF herunterladbar (Gebhard Greber: Die Südtiroler Umsiedler in Vorarlberg, in: Montfort 31 (1979), S. 259-294.).

Am 23. Juni 1939 einigten sich das nationalsozialistische Deutsche Reich, unter der Führung von Heinrich Himmler, und die faschistische italienische Regierung in Berlin grundsätzlich über eine Umsiedlung der Südtiroler. Die Südtiroler mussten sich bis zum 31. Dezember1939 für die deutsche oder die italienische Staatsbürgerschaft entscheiden.

In der Option entschieden sich rund 80 Prozent, also 213.000 Südtiroler für die Umsiedlung ins Deutsche Reich. Von diesen verließen etwa 75.000 tatsächlich das Land, die Hälfte davon 1940.  Von da an verzögerte sich die Auswanderung immer mehr. Gründedafür waren: das Fehlen eines geschlossenen Siedlungsgebietes für die Auswanderer, mangelhafte Unterkünfte und Arbeitsmöglichkeiten, die den Gewohnheiten der Südtiroler widersprachen. Zusätzlich wurde die Umsiedlung noch durch Teile der deutschen Umsiedlungsbehörde in Bozen verzögert. Mussolini und die italienische Regionalverwaltung selbst wollten angeblich nur eine Umkehrung der Mehrheitsverhältnisse in Südtirol, aber keine vollständige Umsiedlung. Sie fürchteten ökonomische Nachteile.


Die Südtiroler Umsiedler in Vorarlberg . Nach Vorarlberg kamen bis Ende 1943 (danach war der Optantenstrom schon durch die Kriegsereignisse versiegt) 10.641 Südtiroler nach Vorarlberg, die sich zu je einem Drittel auf Männer, Frauen und Kinder verteilen. Für die Südtiroler Aussiedler wurden von der Vorarlberger Siedlungsgesellschaft und der Tiroler Siedlungsgesellschaft Alpenländische Heimstätte von 1939 bis 1945 475 Miethäuser mit insgesamt 2333 Wohnungen errichtet, wovon der Großteil in Bregenz errichtet wurde.


 [Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒ 

Sonntag, 11. Juni 2023

[ #Bregenz ] Mündungsdelta Bregenzerach

Heute ist rund die Hälfte des Bodenseeufers hart verbaut oder erheblich verändert. 

Von diesen anthropogenen Eingriffen besonders betroffen sind vielfach die Mündungsbereiche der zahlreichen Flüsse und Bäche sowie die sie begleitenden Auenwälder, meist Silberweide. Auenwälder mit Erle, Esche und Weide sind prioritäre Lebensräume im Sinne der FFH-Richtlinie, die durch periodische Überflutung geprägten Standortverhältnisse gekennzeichnet sind.

Die langfristigen Ziele sind die Renaturierung von Auenwäldern, die Verjüngung vorhandener Auenwälder am Bodenseeufer sowie eine verbesserte Anbindung an das Hinterland, speziell in den Mündungsbereichen der Bodenseezuflüsse ist ein von der Bodensee-Stiftung koordiniertes Ziel. Dazu wurden die letzten Bestände an Weichholzauen am Bodensee und seinen Zuflüssen erhoben und Entwicklungspotenziale ermittelt. In den kommenden Jahren sollen Maßnahmen zum Schutz und zur Renaturierung der Auen in allen drei Bodenseeanrainerstaaten durchgeführt werden. Dazu gehört auch ein grenzüberschreitendes Konzept zur weiteren Entwicklung.
Mehr erfahren. Dies ist nur der Hinweis  auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt!

 

[Zeitreiseführer-Vorarlberg]  ⇒

[ #Vorarlberg ] Mythos "Alpenfestung" in Vorarlberg


Am 20. Februar 1945, verbreitete der amerikanische Geheimdienst OSS einen Agentenbericht, in dem es hieß, dass "the Nazis [were] undoubtedly preparing a bitter fight from the mountain reduit."

Schon im November 1944 hatte der NS-Gauleiter Hofer in einem Memorandum an Adolf Hitler vorgeschlagen, ein Kerngebiet in den Alpen zur letzten Bastion des Reiches, zur Alpenfestung, auszubauen. Unter anderem war geplant, eine große Zahl englischer und amerikanischer Kriegsgefangener zusammenzuziehen, um alliierte Bombardements zu verhindern (tatsächlich wurden am 30. April 1945 prominente KZ-Häftlinge am Pragser Wildsee in Südtirol zu diesem Zweck inhaftiert).

Freilich hielten die deutschen Militärs nichts davon, sich in die unwirtlichen Berge ohne Waffenproduktion und sonstige Ressourcen zurückzuziehen und die deutschen Militärs hatten Europa nicht erst verwüstet um dann als Widerstandskämpfer sich in den Bergen zu kasteien. Der NS-Gauleiter für Tirol-Vorarlberg Franz Hofer wurde jedenfalls erst am 12. April 1945 zum Vortrag in den Berliner Führerbunker geladen wurde. Hitler – 18 Tage vor seinem Suizid noch immer vom Endsieg labernd – billigte dort angeblich Hofers Vorschlag und ernannte ihn einen Tag vor seinem Tod am 29. April 1945 zum Reichsverteidigungskommissar der Alpenfestung.

Immerhin hatte sich Mitte Februar 1945 der Mythos "Alpenfestung" so weit verfestigt, dass Allen Dulles, Leiter des OSS-Bern, eine "Alpenfestung"  als sehr realistisch einschätzte: "It seems generally accepted now that a delayed defense fortress will lie in the Bavarian and Austrian Alps".

OSS (Office of Strategic Services) war der geheime militärische und politische Auslandsnachrichtendienst der USA mit Sitz in Washington. Offiziell 1942 gegründet arbeitete er eng mit den Briten zusammen und beschäftigte sich neben der Informationsbeschaffung unter anderem mit der Spionageabwehr, psychologischen Kriegsführung und der Unterstützung von Widerstandsgruppen. Das OSS-Hauptquartier in Europa war in London angesiedelt, wobei wichtige Stützpunkte in US-Botschaften verschiedener Länder eingerichtet wurden. Die OSS-Außenstelle in Bern, unter der Leitung von Allen Dulles, war dabei ein zentraler Dreh- und Angelpunkt in Bezug auf Nazideutschland und den besetzten Gebieten. Das OSS wurde 1945 offiziell aufgelöst und 1947 mit vielen ehemaligen Mitarbeitern als Central Intelligence Agency (CIA) neu gegründet.

Bomben auf Feldkirch - Festungslinie Imst-Bludenz. Aus einem Bericht des amerikanischen OSS-Geheimdienstes aus Bern geht schon im Oktober 1943 eine Organisation einer Alpenfestung just zwischen dem strategisch unwichtigen und wohl nur für Schifahrer wichtigen Gebiet zwischen Imst und Bludenz hervor: "Beginning last month, defense construction has been under way in valleys of the Austrian Tyrol, to the southward of a line between Imst and Bludenz. This work is being carried on by the Todt organization."

In dieses Bild passen auch die allierten Bomben auf Feldkirch am 1. Oktober 43. Die Flugzeuge kreisten in der Mittagszeit eine Zeit lang in der Gegend, bevor sie die Bomben warfen. Die Bevölkerung beobachtete teilweise die Flieger neugierig und war völlig überrascht. Im Stiegenhaus des getroffenen Lazaretts wurde eben ein Luftschutz-Appell abgehalten, als die Bomben mit verheeerender Wirkung einschlugen. Im ganzen wurden 171 Personen, darunter 92 Wehrmachtsangehörige getötet.

Die Organisation Todt (OT) war eine nach militärischem Vorbild organisierte Bautruppe, die den Namen ihres Führers Fritz Todt trug. Die 1938 gegründete Organisation unterstand ab März 1940 dem Reichsminister für Bewaffnung und Munition (RMfBM sowie dem Nachfolgeministerium). 1942 wurde Albert Speer zum neuen Führer der OT ernannt. Sie wurde vor allem für Baumaßnahmen in den von Deutschland besetzten Gebieten eingesetzt. Sie war straff hierarchisch organisiert und die Arbeiter waren uniformiert.  In der Organisation kamen auch Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge zum Einsatz.

Bregenz Dornbirn, Bludenz. Mitte April 1945 berichtete dann der Geheimdienst, dass österreichische Widerstandskämpfer die Hauptverkehrslinien von Innsbruck nach München und Salzburg gesprengt hätten und die Alpenfestung einen ganzen Tag von dem "Restösterreich" abgeschnitten gewesen wären.  Besorgt war man auch wegen  einer Aufstockung der Führerbegleitbrigade in Berchtesgaden auf 4.000 Mann und von Material-, Waffen- und Nahrungsmittellieferungen größeren Umfangs, die täglich in Bregenz, Dornbirn und Bludenz eintrafen. Auch aus Salzburg, Berchtesgaden und anderen Teilen der Rückzugsregion "Alpenfestung"  meldete man verdächtige Lieferungen.

Der Reichsstatthalter und Gauleiter Hofer hatte noch am 30. April 1945 großspurig angekündigt, seinen Wehrkreis zu einer „Alpenfestung“ auszubauen. In Vorarlberg werden noch alte Verteidigungslinien notdürftig befestigt: an der Bregenzer Klause, am Kummenberg, bei Feldkirch, bei Nüziders, im Klostertal. Von einer Alpenfestung kann allerdings keine Rede sein. Die militärische Organisation ist chaotisch. Die Soldaten der Garnisonen Bregenz und Bludenz und Ersatzkompanienaus Landeck warten darauf, die Waffen zu strecken.  Die Reste der 24. deutschen Armee flüchten vor den Franzosen. Freilich wüten noch vier Kompanien Waffen-SS als feige Mordsbuben unter der Bevölkerung, wenn sich diese wagt, die weiße Fahne zu früh zu hissen.

Die Alpenfestung blieb ein Phantom, eine Durchhaltepropaganda der Nazis oder auch nur eine Wichtigmacherei von Möchtegern-Agenten. Bereits am 6. Mai 1945 wurde NS-Gauleiter Hofer von der US-Armee in Hall in Tirol verhaftet und in einem Internierungslager inhaftiert.


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Dienstag, 23. Mai 2023

[ #Bodensee ] Zugang zum österreichischen Bodensee: Kein bissiger Hund!

© UMG Umweltbüro Grabher | Marktstraße 18d, A-6850 Dornbirn 

Der freie Zugang zum Bodensee in Vorarlberg ist eine Besonderheit und alles andere als selbstverständlich. 

Das österreichische Wasserrechtsgesetz regelt zwar die Benutzung öffentlicher Gewässer – und erlaubt eine unbeschränkte Nutzungsfreiheit – jedoch regelt es nicht den Zugang zu diesen Gewässern. Freie Seezugänge werden immer seltener. Die Seeufer Österreichs sind zunehmend mit Villen, Hotels und Zweitwohnsitzen zugebaut und erlauben nur den Besitzern und zahlenden Gästen den Zutritt zum Wasser.

Als ein Extrem-Beispiel für das Verscherbeln von Seeufern gilt der Kärntner Wörthersee. Dort sind 82 Prozent des Sees in Privatbesitz und nur 9 Prozent öffentlich zugänglich. Der Rest ist wegen der Geografie des Sees nicht zugängig. 

Doch es geht auch anders. In Vorarlberg ist fast der gesamte "österreichische" Bodenseeteil zugänglich. Im Straßengesetz 1969 wurde neben der Wegefreiheit im unproduktiven und im land- und forstwirtschaftlichen Gebiet auch eine Wegefreiheit am Bodenseeufer verankert: Ein 10 m breiter Streifen am Ufer des Bodensees, ausgenommen Bauwerke, darf von Fußgängern auch ohne Einverständnis des Grundeigentümers jederzeit betreten werden. Im Bereich dieses Streifens ist es untersagt, den freien Zugang zum Bodensee durch Errichtung von Zäunen oder sonstigen Maßnahmen zu versperren oder zu behindern.


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Dienstag, 9. Mai 2023

[ #Vorarlberg ] Bauernschlächter in Vorarlberg


Der Bregenzer habsburgische Vogt Märk Sittich I. von Ems bedrängte die aufständischen Bauern hart.  


Ritter Marx Sittich I. von Ems (* 1466; † 1533).  Er besiegte als Feldherr des Schwäbischen Bundes die aufrührerischen Bauern am Bodensee und ließ 1525 zur Abschreckung fünfzig ihrer Anführer entlang der Leiblach aufhängen. Dies brachte ihm den Beinamen "der Bauernschlächter" ein. Die Bauern von Lingenau und Riefensberg, die sich der Aufstandsbewegung angeschlossen hatten, wurden von Märk Sittich ihrer Freiheiten beraubt: ihr Gericht wurde dem von Alberschwende beigegeben, sie verloren das Recht der Ammannwahl (Bürgermeisterwahl) und andere althergebrachte Rechte.

Der Bauernschlächter hatte zuvor schon als kaiserlicher Kriegskommissär den slowenischen Bauernaufstand grausam niedergeschlagen. Damals wurden 9000 Bauern getötet und teilweise an den abgeschnittenen Zügeln der Rosse aufgehängt. Der katholische Gegenreformator ließ auch den Bregenzer Geistlichen Jos Wilburger ohne jegliches Verfahren als "Aufwiegler" hinrichten.

Als Vögte der Habsburger und erfolgreiche Landsknechtsführer, aber auch durch raubritterliche Praktiken kamen die Grafen von Ems zu erheblichem Reichtum und Einfluss, der sich mit dem Ausbruch der Reformation noch wesentlich verstärkte, als Märk Sittich I. (1466–1533), nicht zuletzt durch seine eheliche Verbindung mit einer Schwester des mailändischen Condottiere Gian Giacomo Medici († 1555), zu einem eifrigen Verfechter gegenreformatorischer Bestrebungen wurde und entscheidend für die Erhaltung des katholischen Glaubens in Vorarlberg eintrat.

Im Bauernkrieg.  Am 23. Mai 1525 schließen die aufständischen Bauern, denen ein erfahrener Militär fehlt, mit Götz von Berlichingen einen Vertrag. Als dessen Lebenserinnerungen 1731 wieder aufgelegt werden, liest sie der junge Goethe und ist begeistert von der Gestalt eines rohen, wohlmeinenden Selbsthelfers in wilder anarchistischer Zeit.

Im Juni 1524 forderte die Gräfin von Stühlingen die Bauern im Südschwarzwald auf, ihre eigene Erntearbeit zu unterbrechen, um für sie Erdbeeren zu pflücken und Schneckenhäuser zu sammeln, die in ihrem Haus zum Garnaufwickeln gebraucht wurden. Empört legten die Bauern ihre Arbeit nieder und zogen zum Grafen von Stühlingen, Sigmund von Lupfen, um Gerechtigkeit zu fordern. Der Auftrag der Gräfin zeugt metaphernartig von der Rechtlosigkeit und Willkür gegenüber den leibeigenen Bauern. In Stühlingen und auch in anderen Teilen Deutschlands empfanden die Bauern die Dienste und Abgaben, die auf ihnen lasteten, als immer unerträglicher. Verschlimmert wurde ihre Lage dadurch, dass ihnen traditionelle Privilegien und Rechte zunehmend verwehrt wurden, da die Herren, für welche die Bauern Fronarbeit leisten mussten, höhere Einnahmen und mehr politische Macht anstrebten. Unter anderem verweigerten sie ihren Bauern das Recht, auf bestimmten Märkten ihre Erzeugnisse anzubieten und zwangen sie, ihre Waren zu niedrigeren Preisen an ihre Herren zu verkaufen.

Außerdem versagte der Graf von Stühlingen, wie viele andere Herren auch, den Bauern den Zugang zu Weiden und Wäldern, die zuvor Gemeinschaftsland gewesen waren. Für die Mehrheit der Landbevölkerung, die aus Kleinbauern bestand, war die Nutzung dieses Landes lebensnotwendig, denn sie weideten dort ihre Tiere, sammelten Brennholz, schlugen Bauholz, jagten und fischten. Nun verpachteten oder verkauften die Herren diese Ländereien. Die Bäche, die durch die Felder der Bauern flossen, verpachteten sie an wohlhabende Fischer. Die Stühlinger Bauern beklagten, dass jene Pächter ihnen großen Schaden zugefügt hatten, denn sie hatten Dämme und Stauwehre niedergerissen, sodass die Bauern ihre Mühlen nicht mehr bewässern konnten. Als Graf Siegmund die Forderungen der Bauern ablehnte, wurde aus dem Streik eine Revolte. Sie griff auf Oberschwaben, das Bodenseegebiet und den Donaukreis über und breitete sich vom Elsass bis in die Steiermark und nach Tirol aus, griff nach Thüringen, Franken und ins sächsische Erzgebirge über.

Der Anfang vom Ende. Die thüringischen und fränkischen Bauern sind geschlagen, doch im Schwäbischen kämpfen die Bauernheere noch erfolgreich. Im Mai 1525 schließen sie einen Vertrag mit einem der schillerndsten Figuren jener Jahre: Götz von Berlichingen. Die Bauern, denen ein erfahrener Militär fehlt, machen Götz zu ihrem Hauptmann. In der Schlacht bei Königshofen am 2. Juni 1525 werden vom Truchsess von Waldburg die Bauernhaufen vernichtend geschlagen; 7.000 Tote auf Seiten der Bauern werden hier geschätzt. Götz von Berlichingen hatte sich vorher schon abgesetzt. Nach vier Wochen war die Feldherrenkarriere vorbei, Götz zieht sich auf seine Burg zurück und behauptet später, er sei in Wahrheit Gefangener der Bauern gewesen. Er wird 1528 bis 1530 gefangen gehalten. Als Ritter konnte er sich an das Reichskammergericht wenden - was den Bauern wohl versagt war - und wurde freigesprochen.

Die "kriegerische" Phase des Bauernkriegs nahm ihren Ausgang und hatte ihre strategische und politisch-ideologische Basis im Oberschwäbischen. Am 6./7. März 1525 beschloss ein in Memmingen tagendes "Bauernparlament" den Zusammenschluss der drei großen, bewaffneten Bauernbünde (Baltringer, Bodensee- und Allgäuer Haufen) zur "Christlichen Vereinigung". Man wollte Stärke und Einigkeit demonstrieren, um die eigene Position gegenüber den im Schwäbischen Bund zusammengeschlossenen gegnerischen Reichsständen zu verbessern. Hier wurden mit der "Bundesordnung" als einer Art Verfassungsentwurf und vor allem den "Zwölf Artikeln" als Verhandlungsgrundlage die beiden wichtigsten Dokumente des bäuerlichen Protests verabschiedet.

Die zwölf Artikel. Ende Februar 1525 erarbeitet der Memminger Kürschnergeselle Sebastian Lotzer zusammen mit dem evangelischen Praedikanten Christoph Schappeler (1472-1551) die 12 Artikel, die fast zu einem Grundgesetz der Bauern in ihrem Kampf wurden. Die Unruhen breiteten sich von der Schweiz bis nach Franken und Thüringen aus.

Inhalt der zwölf Artikel:
  • Freie Wahl und Absetzung des Pfarrers durch die Gemeinde. Aufgabe des Pfarrers: Predigt des Evangeliums und des wahren Glaubens ohne allen menschlichen Zusatz.
  • Der Zehnt soll zur Besoldung der Pfarrer, der Überschuss für Arme oder Kriegssteuern dienen.
  • - teilweise Freiheit von der Obrigkeit (Aufhebung der Leibeigenschaft), da die Schrift lehrt, dass der Mensch frei sein soll.
  • Freie Jagd auch für den armen Mann
  • Forderung, die Dienste der Bauern nicht noch weiter zu vermehren, sondern sie wie die Eltern, allein nach dem Wort Gottes dienen zu lassen.
  • Artikel 12: Die Forderungen, die dem Worte Gottes zuwiderlaufen, sollen gestrichen werden, wenn es auf Grund der Hl. Schrift erklärt werden kann. Falls die Hl. Schrift noch mehr Artikel nahelegt, wird man sie hinzufügen.
Die Zielsetzung der zwölf Artikel ist sichtlich im Zusammenhang mit der Reformation zu sehen: Nur die Forderungen, die direkt im Evangelium begründet sind, werden apodiktisch gestellt. Die übrigen Artikel nehmen Rücksicht allemal noch Rücksicht auf bestehende Rechte. Ziel ist es, biblisch zu argumentieren und so die Artikel auf ein biblisches Fundament zu stellen.

Wesentlich war, dass sich das "Göttliche Recht" als religiös-politisches Prinzip endgültig durchsetzte und statt Wiederherstellung des "Alten Rechts" nun eine im Kern revolutionäre Umgestaltung der Herrschafts- und Gesellschaftsordnung angestrebt wurde sowie die frühere Vielzahl der Forderungskataloge auf wenige prägnante, allgemein anerkannte "Artikel" reduziert wurden, was erst einen Flächenbrand ermöglichte. Die Haltung des nur taktisch auf Verhandlungen eingehenden Schwäbischen Bundes radikalisierte die Bauern. Ende März gingen die ersten Burgen, Schlösser und Klöster in Flammen auf - die gegnerischen Söldnertruppen schlugen los. Die eigentlichen Kriegshandlungen der nächsten Monate zeigten rasch, dass die "Bauernhaufen" den Söldnertruppen insgesamt physisch und psychisch, in Ausbildung, Bewaffnung und Motivation stark unterlegen waren.

In Oberschwaben kapitulierten die Aufständischen ohne eigentliche "Entscheidungsschlacht" schon zu Ostern 1525 (Weingarter Vertrag). Zugleich dehnte sich der Aufstand aus, weitere "Bauernheere" bildeten sich, die Brutalisierung nahm auf beiden Seiten zu: Nach Erfolgen der Bauern etwa in Hohenlohe und im Odenwald - hier ergaben sich nach der Einnahme von Weinsberg durch den von Ritter Götz von Berlichingen angeführten "Neckartal-Odenwälder Haufen" Mitte April zahlreiche Burgen, Schlösser und Städte - wendete sich das Blatt. Propagandistisch durch Martin Luthers Schrift "Wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern" unterstützt, die den Aufständischen die religiös entwickelte Legitimation absprach, wurden die Bauernheere im Mai (Schlachten bei Zabern, Böblingen und Frankenhausen) und Juni (Schlacht bei Königshofen usw.) vernichtend geschlagen. Im Juli 1525 war der Aufstand in den Hauptgebieten im Wesentlichen niedergeworfen. In den Alpenländern, vor allem in Tirol, Salzburg und Graubünden, rebellierten die "Bauern" und Bürger - hier wesentlich durch Bergarbeiter ergänzt - mit zeitlicher Verzögerung. In Salzburg wurde ein letzter Aufstand erst im Juli 1526 gewaltsam beendet.


[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒

Dienstag, 25. April 2023

[ #Vorarlberg ] Die Vorarlberger Wappen in der Wiener Votivkirche


Die Votivkirche wurde als Dank für ein misslungenes Messer-Attentat (18. Februar 1853) während eines Spazierganges auf Kaiser Franz Joseph I. erbaut und am 24. April 1879 anläßlich der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares Franz Josef und Elisabeth "Sisi" eingeweiht. 


Der Attentäter Janos Libènyi hingegen wurde schon acht Tage nach dem gescheiterten Messerattentat bei der Spinnerin am Kreuz unter den Blicken zahlreicher Schaulustiger hingerichtet. Zu den damals gehandelten Verschwörungstheorien (Ungarn) halten sich auch hartnäckig   eher triviale Grund für das Attentat des jungen ungarischen Schneidergesellen, dass nämlich der Kaiser bekanntermaßen seinen weiblichen Bediensteten nachstellte und die Schwester des ungarischen Schneiders entehrt habe.


Errettung. Wie auch immer: Die “Votivkirche” weist auf den Anlass des Baues hin. Votivgaben sind aufgrund eines Gelübdes (votum) als symbolisches Opfer insbesondere für die Rettung aus einer Notlage und häufig an einer kultischen Stätte dargebrachte Gegenstände. Zu Ehren des Kaisers Rettung bat nun sein Bruder, Erzherzog Ferdinand Maximilian, der spätere Kaiser Maximilian von Mexiko, um Spenden der Bevölkerung um eine neue Kirche zu erbauen.  Die Spenden für diese österreichische Walhalla kamen aber aus den Kronländern der Monarchie nur sehr spärlich, so dass sich auch der Bau länger als gewünscht hinzog und erst anlässlich der Silberhochzeit des Kaiserpaares, am 24. April 1879 geweiht werden konnte.  Diese Kirche sollte Propaganda für die Bedeutung von Monarchie und der (gegenreformatorischen konservativen) katholischen  Kirche als einigendes Band des Vielvölkerstaates symbolisieren. In einem multikulturellen Staatsgebilde kaum ein weitblickendes Unternehmen. Immerhin hatte die göttliche Errettung des Kaiser dessen öffentliches Ansehen wieder verbessert.


Dynastie + Katholizismus. Die programmatische Vereinigung von Dynastie und Katholizismus findet in der zentralen Ehrung des  Grafen Niklas von Salm (1459 –1530) als gleichsam in der Verteidigung Wiens gegen die Türken ("Erste Türkenbelagerung") gefallenen Mannes in diesen Walhalla-Plänen ihren Ausdruck. 1878 wurden die Grabplatte und der  Sarkophag in die Votivkirche überführt.  Dabei gab es sichtlich auch einen Bezug zur Walhalla in Donaustauf (Bayern), welche auf Veranlassung des bayerischen Königs Ludwigs I. geschaffen worden war. Der Märchenschloss-Verstand des Ludwig II. von Bayern, ein Cousin der Kaisergattin "Sisi", wurde zur Entscheidung über den Ausschreibungsgewinner aus den 75 eingereichten Projekten für die  Votivkirche beigezogen.


Ismail Pascha. Dass die politische Botschaft an die Untertanen und die politische Praxis weit auseinanderklafften wird allerdings daran deutlich, das Ismail Pascha, bekannter als "Ismail der Prächtige" von 1863–1879 osmanischer Vizekönig von Ägypten "prächtige Stücke" ägyptischen Alabasters aus den Steinbrüchen von Beni Suef zum Bau der Votivkirche  gespendet hatte. Tatsächlich sind aus diesem sechs Säulen des Hochaltars, Säulen und Füllflächen der Kreuzkapelle wie auch der achteckige Taufstein in der Taufkapelle gefertigt.

Vorarlberger Wappen. An den Arkadenwänden der kaiserlichen "Denkmalskirche" finden sich auch die Wappen des Kaiserhauses, besser gesagt: der Kronländer. Im Kern sind das alle Wappen der Länder, welche im "Großen Titel des Kaisers von Österreich" enthalten sind. Der Große Titel verstand sich wie der kaiserliche Doppeladler, das kaiserliche Wappen, die Österreichische Kaiserkrone, Zepter und Reichsapfel sowie der kaiserliche Hofstaat mit seinem Hofzeremoniell als Ausdruck der von Gott gegebenen und daher unumstößlichen monarchischen Macht. Der große Titel musste in Österreich zur Zeit der Monarchie von allen Schulkindern auswendig gelernt werden.


Und dort sind eben auch aufgeführt "Graf von Hohenems, Feldkirch, Bregenz, Sonnenberg etc." Und genau diese vier Vorarlberger Wappen finden sich unter den 20 Wappen der Kronländer in der Votivkirche.  Die habsburgischen  "Herrschaften vor dem Arlberg", die Österreich in einem 450jährigen Prozess Stück für Stück erwarb, wurden erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts zu einem „Land Vorarlberg“ integriert, dem als landesfürstlicher Verwaltungsbezirk seit 1786 der „Kreis Vorarlberg“ entsprach.

Die landesfürstlichen Behörden in Vorarlberg unterstanden bis 1918 den Regierungsstellen in Innsbruck, (mit einem vorderösterreichischen Intermezzo von 1752 bis 1782). Vom 16. bis ins 18. Jahrhundert war meist von den „Herrschaften vor dem Arlberg“ die Rede, häufig von den „vier Herrschaften“, auch wenn in Urkunden gelegentlich mehr als vier genannt wurden (siehe im großen Titel "etc.").  Die "operettenhafte" (Nachbaur) Nennung der vergleichsweise kleinen "Herrschaften vor dem Arlberg" im Titel hatte wohl auch einen praktischen Grund: Der neue „Kaiser von Österreich“wäre sonst  jedenfalls bereits 1804 als Herrscher eines überwiegend slawischen, ungarischen und italienischen Reichs ausgewiesen gewesen.


[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒

Donnerstag, 13. April 2023

[ #Bregenz ] Hitlers unentbehrlicher Vorarlberger Helfer: Dr. Emil Gansser aus Bregenz


Wer weiß, denn schon, dass es ein "Vorarlberger" (Bild) war, welcher die Kontakte Hitlers zur Geldwirtschaft und Industrie hergestellt hatte?
Was nicht in euren Lesebüchern steht.
Geschichten, welche im Geschichtsbuch fehlen,
Sind immer die, um die sich alles dreht.

(Erich Kästner)
Der Bregenzer Dr. Emil Gansser (auch Ganßer; * 7. Oktober 1874 in Bregenz; † 9. Januar 1941 in Berlin) war einer der ältesten und aktivsten Helfer Adolf Hitlers. Er gilt als der erfolgreichste Geldbeschaffer der NSDAP. Er ist in Bregenz geboren, übersiedelte aber mit seinen Eltern nach Stuttgart. 1924 fand er, nachdem er den deutschen Reichspräsidenten Friedrich Ebert des Landesverrates bezichtigt hatte, Zuflucht bei der NS-Fabrikantenfamilie Faigle in Hard.

Siemens. Emil Gansser war schon sehr früh für Hitler in der Schweiz um dort Geldspenden für ihn auzutreiben. Er ist leitender Angestellter (Sprengstoffchemiker) beim Siemenskonzern in Stuttgart. Als aktivster und erfolgreichster Geldsammler im In- und Ausland für die junge und noch fast unbekannte NSDAP nützt er die weitverzweigten Auslandsbeziehungen von Siemens: Insbesondere in der Schweiz rekrutiert der umtriebige Gansser Millionenbeträge für die Faschistenpartei. Durch polizeiliche Ermittlungen ist beispielsweise zweifelsfrei im Jahre 1923 belegt, dass Gansser einmal 33.000 Schweizer Franken in die NSDAP-Kasse heimbrachte.

Belegt sind auch als von ihm "aufgerissene" Spender-Namen wie Borsig, Siemens, und der Malzkaffeefabrikant Richard Franck. Daneben arrangiert er im Frühjahr 1922 des "Proleten" Hitlers Auftritte im Berliner "Nationalklub" vor versammelter großindustrieller und bürgerlicher Prominenz. Gansser in einem Schreiben an einen weiteren Siemens-Nazi: "Wie kann die Masse des deutschen Volkes von der Roten Internationale auf den Boden des deutschen Volkstums zurückgeführt werden, oder wie schaffen wir einen deutschen Willensblock?"

Hitler durch Bregenz. Im August 1923 reiste Adolf Hitler höchst persönlich mit einem Visum ("zu Studienzwecken) in die Schweiz, um Geld zu sammeln. Er kam Sonntag, 26. August, mit einem Bodenseeschiff nach Romanshorn und fuhr von dort weiter mit dem Auto bis nach Zürich, wo er eine Reihe von Schweizer Unternehmern traf. Am darauffolgenden Dienstag besuchte Hitler noch den Schweizer General Wille auf dessen Landgut Mariafeld in Meilen. Nach einer Autofahrt den See entlang, durch St. Gallen und Bregenz hindurch kam Hitler dann am Abend wieder in Lindau an. Zwischen April und Dezember 1923 hielt sich Gansser mindestens sechs Mal zum Geld sammeln in der Schweiz auf. Der Schweizer Franken war in der Inflationszeit bei den Nazis natürlich sehr begehrt. Hitler Fahrer sagte nach dem Münchner Hitler-Putsch auch aus, dass er mehrmals in Schweizer Franken bezahlt wurde.

Gansser war jedenfalls bereits am 1. November 1922 bei einer Stippvisite Hitlers in die Schweiz dabei. Gemeinsam mit dem späteren Führer-Stellvertreter Rudolf Heß trägt er sich dort in das Gästebuch des Seidenfabikanten Schwarzenbach-Wille auf dem Landsitz Bocken in Horgen (bei Zürich) ein. Auch der "NS-Dichter" und Chefredakteur des Völkischen Beobachters Dietrich Eckart war dabei. Ganssers Bruder Hans hatte dessen erste NS-Hymne "Sturm" vertont und Eckarts Gedicht „Deutschland erwache“ vertont. Das Sturm-Lie wurde beim ersten NSDAP-Parteitag 1923 uraufgeführt. Es wurde aber wegen der "schlechten Singabrkeit" bald ausgetauscht.

Gansser war auch Mitglied der unter der Bezeichnung „Sternecker-Gruppe“ bekannten eingeschworenen Gemeinschaft alter NS-Kämpfer, die rund 300 Mitglieder umfasste. Zu diesem Freundeskreis hatten sich 1933 unter Leitung von Rudolf Schüssler die frühesten Anhänger Hitlers zusammengeschlossen, die sich Anfang der 1920er Jahre im Sterneckerbräu in München zusammengefunden hatten und Hitler anfangs ständig begleiteten. Um in den exklusiven Kreis aufgenommen zu werden, mussten die potentiellen Mitglieder mittels eines Fragebogens umfassend über ihr politisches Engagement für die Bewegung Auskunft geben und Zeugen für ihre Angaben benennen.

Antidemokrat. Im Juni 1922 rief der Emil Gansser dem deutschen Staatsoberhaupt Ebert auf dem Münchner Bahnhofsvorplatz "Landesverräter" zu. Ein solches Schlagwort kursierte schon seit einiger Zeit in der Presse. Der Vorwurf des Landesverrats stammte aus der Zeit, in der die Sozialdemokraten zu Reichsfeinden abgestempelt, ausgegrenzt und bekämpft worden waren. Konkret richtete sich der Vorwurf auf Friedrich Eberts Eintritt in die Streikleitung bei den Ausständen im Januar 1918. Ebert trat in einem vor dem Amtsgericht in München anhängigen Verfahren als Nebenkläger auf. Als das Gericht in München den Reichspräsidenten provokativ als Zeugen für den 7. Februar 1924 vorlud, beschloss Ebert auf das Anraten seines Rechtsanwaltes, den Strafantrag gegen Emil Gansser zurückzuziehen. Das brachte die antirepublikanische Hetzlawine erst richtig ins Rollen, denn der Rückzieher Eberts wurde kurzerhand in ein Eingeständnis der Schuld umgedeutet. Die Angelegenheit gipfelte in dem Urteil eines Magdeburger Gerichts: In seiner Urteilsbegründung stellte dieses fest, Ebert habe vom strafrechtlichen Standpunkt aus "durch seine Beteiligung an dem Berliner Massenstreik im Januar 1918" Landesverrat begangen. Jedem war es nun erlaubt, den Reichspräsidenten ungestraft als Landesverräter zu bezeichnen. Wer die Republik und ihre Vertreter hasste, fühlte sich durch dieses Urteil bestätigt. Das Magdeburger Urteil war politischer Rufmord. Friedrich Ebert war vom Ausgang dieses Prozesses tief getroffen. Er starb wenige Wochen nach diesem Urteil.

Korrupte Bagage. Hitler wusste Emil Gansser auch später zu helfen. Auf persönliche Anordnung Adolf Hitlers musste Bormann in der Zeit zwischen 28.3. und 15.4.1939 eine einmalige Unterstützung von 10.000 Reichsmark ausbezahlen um Ganssers dringendste Schulden und Mietzinsrückstände zu begleichen. Gleichzeitig wurden ihm aus der Amtskasse monatliche 600 Reichsmark an "Unterhaltszahlung" zur angemessenen Lebensführung gewährt. Die Unterstützung als "Ehrensold" war einkommenssteuerfrei und nicht pfändbar. Bei seinem Tod hinterließ Emil Gansser Schulden in Höhe von 41.328,55 RM, die von der Reichskanzlei, soweit als berechtigt anerkannt, beglichen wurden.

Findmittelbuch Deutsches Bundesarchiv: Pflegschaft und Nachlaßverwaltung Dr. Emil Gansser
Bemerkung: Sprengstoffchemiker bei Siemens & Halske, vermittelte Hitlers Vortrag vor dem Nationalen Klub 1919 e. V. in Berlin am 29. Mai 1922, 1937 - 1941 Krankenhausaufenthalt wegen Paralyse, 1941 gestorben

Enthält u.a.:
Zuschüsse zur Pflegschaft und zur Befriedigung der Gläubiger. - Nachruf von Lammers (Völkischer Beobachter Nr. 17 vom 17. Jan. 1941)
Unterlagen über Ganssers politische Tätigkeit 1922, dabei: Einladung zu Hitlers Vortrag (Fotokopie), Förderung dieses Vortrages durch den Siemens-Direktor Dr. Burhenne, Zeugnisse von Hitlers militärischen Vorgesetzten Oberstleutnant von Lünenschloß (Btl. Kdr. im Rgt. List) und Generalmajor Petz (Rgts-Kdr.) über Hitler als Regimentsordonnanz 1914 - 1916
Hans Gansser. Sein Bruder Hans Gansser (geb. 1884), war Sachverständiger für Musik im Württembergischen Kultusministerium und ein schauriger Dichter von NS-Liedern. Er wird auch als Komponist des Hakenkreuzliedes von Kernstock zitiert (Das Hakenkreuz -Lied Komponist: Hans Ganßer / Texter: Pfarrer Ottokar (Otto) Kernstock, Berliner Philharmoniker / Gesang: Gerhard Hüsch, 1933)


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Freitag, 7. April 2023

[ #Vorarlberg ] Evangelisch in Vorarlberg - evangelisch in Dornbirn


Wer sich heute über Minarette oder islamischen Friedhof erregt, der steht immer und brav in der Tradition der strukturell gewalttätigen Vorarlberger Gegenreformation.


Mit denselben engstirnigen und freiheitsfeindlichen Maßnahmen mit denen man heute etwa in der Vorarlberger Bauordnung den Muslimen zu begegnen sucht, begegnete man schon den Evangelischen.

Must. Eine solche Pflichtquelle und einem "virtuellen Vorarlberger Heimatbuch" einzuverleibende Arbeit ist der Vortrag auf Einladung der Evangelischen Pfarrgemeinde Dornbirn anlässlich der Sonderausstellung‚ 100 Jahre evangelisch in Dornbirn— im Stadtmuseum Dornbirn, gehalten am 23. November 2007 in Dornbirn (Gemeindesaal der Ev. Pfarrgemeinde) von Dr. Alois Niederstätter.


Ansässigmachung. Dort lese man auch einmal über den menschenverachtenden Dornbirner Friedhofsstreit nach. Oder über den Antrag des Dornbirner Arztes und Abgeordneten Dr. Josef Anton Ölz, Protestanten "die Ansäßigmachung" in Vorarlberg zu untersagen. Und doch bleiben auch da die Überraschungen nicht aus: Der Aktion von Dr. Ölz war kein Erfolg beschieden, ja das Vorgehen von Dr. Ölz wurde als gesetzwidrig erklärt, der Arzt in erster Instanz wegen Verhetzung verurteilt (später allerdings in höchster Instanz freigesprochen). Ob man da 1861 nicht schon weiter war als man etwa heute ist.


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Samstag, 1. April 2023

[ #Bregenz ] Restitution: Vorarlbergs Probleme mit Adele


Prominente Restitutionsfälle (Sammlung Rothschild, die Beschlagnahme von Kunstwerken aus der Sammlung Rudolf Leopold in den USA) lösten in Österreich endlich auch eine Debatte um Restitution und Entschädigungen aus und führten zu einer Reihe von Maßnahmen. So auch zur Gründung eines Entschädigungsfonds, zur Einsetzung einer Historikerkommission und auch zu einem Kunstrückgabegesetz für die Bundesmuseen, dem sich schließlich auch die Bundesländer und einige Gemeinden anschlossen.


Das Land Vorarlberg hatte sich mit Beschluss im Dezember 2003 dazu verpflichtet, jene Objekte aus seinen Sammlungen, die während der NS-Zeit entzogen worden waren, zu restituieren. Das "vorarlberg museum" hat dan 2009 in Umsetzung des Regierungsbeschlusses der Vorarlberger Landesregierung von 2003 eine Provenienzforschung in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse seit September 2010 in Form eines Berichtes vorliegen. Im November 2011 haben die Eigentümervertreter des "vorarlberg museums" und die Geschäftsführung der Kulturhäuserbetriebsgesellschaft mbH die Restitution jener Objekte aus den Beständen des "vorarlberg museum" empfohlen, die während der NS-Herrschaft den damaligen Eigentümern entzogen worden sind. Am 28. Februar 2012 stimmte die Vorarlberger Landesregierung der empfohlenen Vorgangsweise zu.

Malerin Adele Fairholme.  Als von den Nationalsozialisten geraubte Kunst wurden schließlich nachgewiesen u.a. Gemälde, Aquarelle, Drucke und Zeichnungen. Sie stammten aus der Villa Wellenau in Bregenz an der Straße nach Lindau und gehörten der schottischen Adelsfamilie Fairholme. Sie waren 1939 als Feindvermögen beschlagnahmt und 1942 ans Landesmuseum verkauft worden. Darunter eben auch Bilder der "Vorarlberger" Malerin Adèle Fairholme (1861 Würzburg - 1940 Rorschach). Das Jahrbuch der bildenden Kunst 1903 führt sie mit dem Wohnsitz in Bregenz, Wellenau an. Die schottische Familie Fairholm war seit 1856 in Bregenz in der Villa Wellenau wohnhaft.


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Mittwoch, 8. März 2023

[ #Bregenz ] Johann Zasius aus Bregenz: Der Anwalt der Regensburger Juden


Dr. iur. utr. Johann  Zasius  aus  Bregenz (ca. 1475/80 – 1527) wird in der historischen Literatur oft mit Ulrich Zasius verwechselt  (Ulrich Zasius ,* 1461 in Konstanz; † 24. November 1535 in Freiburg im Breisgau, war ein deutscher Jurist und Humanist,) oder auch mit dem Sohn von diesem (Johann Ulrich Zasius, * 1521 in Freiburg im Breisgau; † 27. April 1570, war kaiserlicher Rat im Auftrag König Ferdinands I. und Kaiser Maximilians II.). 

Freilich, über Ulrich Zasius gibt es eine sehr umfangreiche Literatur,  während  die  Lebensdaten des Bregenzer Juristen Johann Zasius bisher nur in geringem Maße aufgearbeitet wurden. Uns liegen dafür Forschungen des Vorarlberger Historikers Burmeister und auch ein Beitrag von Steven Rowan in "The Jewish Quarterly Review"  (Vol. 72, No. 3 - Jan., 1982, pp. 198-201) vor.

Johann Zasius aus Bregenz war 1516-1521 im Dienst der vorderösterreichischen Regierung und war einer der (nur) zwei bürgerlichen Advokaten der österreichischen Regierung. Wohl um einen Adelstitel geltend machen zu können, bewarb er sich um die Burg Tosters in Feldkirch und eröffnete nach Burmeister damit die Reihe der österreichischen Juristen als Schlossbesitzer und Pfandherrn von Tosters.

Jurist für die Regensburger Juden. Bedeutender ist  jedoch das Engagement des Bregenzer Juristen für die 1519 gepeinigten Regensburger Juden.  Die Geschichte der Juden in Regensburg reicht bis in das 10. Jahrhundert zurück. Nach dem Tod Kaiser Maximilian I. am 12. Januar 1519 nutzte die Stadt Regensburg das entstandene Machtvakuum und beschloss am 21. Februar die Vertreibung der Juden. Binnen zweier Wochen mussten sie die Stadt verlassen. Vorarlberg selber war ja zu dieser Zeit  "judenfrei" seit in Feldkirch  am 21. Januar 1349 alle Juden verbrannt worden waren. Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts siedelten sich wieder Juden in Vorarlberg an.

In diesem jahrelangen Streit der bestohlenen und verfolgten Regensburger Juden gegen die Regensburger Bürgerschaft hatte der Bregenzer Jurist Johann Zasius durch sein Engagement für die Juden mehrere Teilerfolge erstritten,  auch wenn es ihm nicht gelungen war, die Gewalttaten gegen die Juden abzuwenden. Seine Rechtsansicht floss bis in den Wormser Schiedsspruch vom 17./18. Mai 1521 ein. Auch wenn die Zeiten noch weit entfernt von heutigem rechtsstaatlichen Denken waren - schließlich war es das gegenüber der jüdischen Mitbürger noch nicht einmal im ganzen 20. Jahrhundert. 

Dr. Johann Zasisus war letztlich wohl auch mit dem Ausgang des Verfahrens nicht zufrieden, sein Einsatz für die Menschenrechte und seine auf das Naturrecht abstellende Argumentation sind jedoch Höhepunkte nicht nur seiner  Biographie sondern auch der Zeit weit voraus.


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      Samstag, 4. März 2023

      [ #Feldkirch ] Georg Joachim Rheticus (1514 bis 1574) - Feldkircher Astronom, Mathematiker und Arzt


      Franz Josef Häfele aus Hohenems verdanken wir vielleicht die Klärung der Herkunft des Georg Joachim Rheticus

      Ein Feldkircher hat die Welt verändert: Georg Joachim Rheticus (1514 -1574). Wäre er nicht gewesen, hätte Nikolaus Kopernikus (1473- 1543) sein Hauptwerk über das neue, heliozentrische Weltbild nie vollendet und zur Druckreife gebracht. Dessen "Revolutiones" wären der Welt wohl verborgen geblieben.

      Georg Joachim Rheticus (auch Rhäticus, Rhaeticus, Rhetikus - * 16. Februar 1514 in Feldkirch, Österreich; † 4. Dezember 1574 in Kaschau, damals Ungarn; heute Košice, Slowakische Republik), eigentlich Georg Joachim von Lauchen, war ein österreichischer Mathematiker, Astronom, Theologe, Kartograph, Instrumentenmacher und Mediziner.

      Wittenberg. Georg Joachim Rheticus studierte von 1532 bis 1536 an der Universität in Wittenberg. Er war ein enthusiastischer Lutheraner, Kollege und Zeitgenosse von Martin Luther (1483-1546) und Philipp Melanchthon (1497-1560). 1536 wurde der mathematische Lehrstuhl geteilt: Erasmus Reinhold (1511-1553) erhielt den Lehrstuhl für höhere Mathematik, Rheticus den für niedere Mathematik. 1538 begab er sich auf eine Studienreise, die ihn u.a. nach Nürnberg zu Johannes Schöner (1477-1547) führte. Hier lernte er wohl auch dessen Verleger Johannes Petrejus (1497-1550) kennen und dürfte von ihm den Auftrag erhalten haben, das Hauptwerk des Copernicus (1473-1543) nach Nürnberg zu holen, um es hier drucken zu lassen.

      Nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in Wittenberg begab er sich nach Frauenburg. Hier arbeitete er das Manuskript von De Revolutionibus durch und veröffentlichte 1540 darüber seine Narratio prima, die er Johannes Schöner widmete. Bis 1551 war er Professor der Mathematik in Leipzig, 1552/3 hielt er sich in Prag auf, wo er sein Studium als Doktor der Medizin abschloss. Ab 1554 praktizierte er in Krakau. Ende 1574 reiste er nach Kaschau in Ungarn, wo er Anfang Dezember starb.


      Digitalisat: Georg Joachim Rheticus: Narratio prima. Georg Joachim Rheticus vertiefte sich wochenlang in das Manuskript des Astronomen Nikolaus Kopernikus. So sehr, dass Rheticus heute als der einzige Schüler Kopernikus gilt. Und er war der begeisterte Propagandist des kopernikanischen Heliozentrismus.

      Erster Bericht. Begeistert fasste er seine Eindrücke in einem Schreiben an Johannes Schöner zusammen. Die Briefform war aber nur Rahmen; die Schrift mit dem Titel "Narratio prima" (lat., "Erster Bericht") war zum raschen Druck bestimmt. In tiefer Bewunderung verbeugte sich Rheticus darin vor "seinem Lehrer". Mit biographischen Anmerkungen ergänzt, führte er auf rund 30 Seiten durch dessen Lebenswerk.

      Die Narratio prima ist als Retrodigitalisat auf der Website der Universität in Kansas City online. Mindestens eine Handvoll weiterer toller Retrodigitalisate von Schriften des Feldkircher Humanisten Georg Joachim Rheticus gibt es auch bei anderen Digitalisierungsinitiativen im Web online.


      Propagandist des Heliozentrismus. Rheticus verdankt man nicht nur, dass das Werk der Copernicus zum Druck gelangte, er war selbst der Verfasser wichtiger geometrischer Werke, insbesondere verbesserte er die Sinustafeln. Seine berühmte Schrift "Narratio prima de libris revolutionum Copernici" (1540) fasste die Beobachtungen von Kopernikus zusammen, dessen Mitarbeiter und Schüler er war und dessen Werke auf seine Veranlassung gedruckt wurden. Er stellte wichtige trigonometrische Berechnungen an (Beginn einer 10-stelligen Tafel der goniometrischen Funktionen) und leistete bedeutende Vorarbeiten für die 1611 erfundenen Logarithmentafeln.

      Denkmäler. Der am 17. Januar 1998 entdeckte Asteroid 15949 wurde nach dem Astronomen Georg Joachim Rhaeticus benannt. Freilich war schon 1651 ihm ein Denkmal gesetzt worden, als man einem Ringgebirge auf dem Mond den Namen "Rheticus" gab.


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