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Donnerstag, 20. Juli 2023

[ #Bregenzerwald ] Das Märchen von der Bauernrepublik im Bregenzerwald


Das Buch "Der Hintere Bregenzerwald - eine Bauernrepublik?" räumt mit dem Märchen von der Bregenzerwälder Bauernrepublik auf.

Vornehm wird diese manipulative Geschichtsschreibung die den Vorarlberger Konservativismus historisch zu rechtfertigen und zu begründen suchte, die antifeudale, republikanische und basisdemokratische Vorstellungen der Linken gegen diesen Konservativismus für sich einnehmen und kolonial besetzten, in der Verlagsankündigung so einer Kritik unterzogen: "Die ältere Forschung klassifizierte sie als eine auf autonomen republikanisch-demokratischen Traditionen der Bregenzerwälder beruhende 'Bauernrepublik'."


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Montag, 26. Juni 2023

[ #Bregenzerwald ] Naturpark Nagelfluhkette


Der Naturpark Nagelfluhkette vereint alte Einheiten: Die Gemeinden aus dem südlichen Allgäu und dem vorderen Bregenzerwald.

Der Naturpark ist der erste grenzüberschreitende Naturpark zwischen Bayern und Österreich. Acht Gemeinden auf österreichischer Seite steuern jeweils ihre gesamte Fläche zum Naturpark bei: Hittisau (46,7 km²), Sibratsgfäll (29,3 km²), Sulzberg (23,1 km²), Riefensberg (14,9 km²), Doren (14,2 km²), Langenegg (10,5 km²), Krumbach (8,7 km²) und Lingenau (6,9 km²).

Nagelfluh. Die beteiligten Gemeinden sind um die den allseits bekannten Gebirgszug der Nagelfluhkette angeordnet. Er besteht nahezu vollständig aus unzähligen, unterschiedlich großen, aber immer mehr oder weniger runden Steinen, die zu einem Konglomerat, dem sogenannten Nagelfluh, zusammengepresst wurden. Höchster Punkt ist der Hochgrat, der mit 1.834m die umliegenden Täler um über 1.000m überragt.

Flora und Fauna. Der Naturpark ist die Heimat vieler seltener Tiere, z.B. für Auer- und Birkhuhn, oder für Steinadler und Weißrückenspecht. Pflanzenkenner können sich an Purpur-Enzian, Stein-Nelke oder an der stattlichen Weißtanne erfreuen.

Geologie. Das Nagelfluhgestein ist Teil der Molasse, einer von drei, räumlich voneinander getrennten, geologischen Einheiten, aus denen die Berge des Gebiets aufgebaut sind. Südlich der Molasse schließen sich die Flyschzone und die Kalkberge des Helvetikums an.  Am Hohem Ifen bestimmen große senkrechte Steilwände aus kreidezeitlichem Kalkstein die Szenerie. Sie gehören der geologischen Einheit „Helvetikum“ an, die nur etwa 8 Prozent der Naturparkfläche einnimmt. Das Relief wird durch den Wechsel von Schrattenkalkbänken, die für die Steilwände verantwortlich sind, und schiefrig mergeligen Schichten, den sogenannten Drusbergschichten, bestimmt.

Das Nagelfluhgestein ist Teil der Molasse, einer von drei, räumlich voneinander getrennten, geologischen Einheiten, aus denen die Berge des Gebiets aufgebaut sind. Südlich der Molasse schließen sich die Flyschzone und die Kalkberge des Helvetikums an.
An Besler (1.679 m) und Hohem Ifen bestimmen plötzlich große senkrechte Steilwände aus kreidezeitlichem Kalkstein die Szenerie. Sie gehören der geologischen Einheit „Helvetikum“ an, die nur etwa 8 % der Naturparkfläche einnimmt. Das Relief wird durch den Wechsel von Schrattenkalkbänken, die für die Steilwände verantwortlich sind, und schiefrig mergeligen Schichten, den sogenannten Drusbergschichten, bestimmt.
Während der Schrattenkalk bei der Verwitterung senkrechte Klüfte bildet („Karren“), in denen das Wasser ungehindert abfließt und so zu oberflächiger Trockenheit sowie zur Verkarstung führt, setzen die Drusbergschichten bei der Verwitterung ihre hohen Ton- und Mergelanteile frei und bilden wasserstauende Schichten aus. Diese werden alpwirtschaftlich genutzt. Schrattenkalk und Drusbergschichten sind vor etwa 120 bis 130 Millionen Jahren als Meeresablagerung in einem warmen Flachwasserbereich entstanden. Besonders der Schrattenkalk ist reich an Fossilien.
An Besler (1.679 m) und Hohem Ifen bestimmen plötzlich große senkrechte Steilwände aus kreidezeitlichem Kalkstein die Szenerie. Sie gehören der geologischen Einheit „Helvetikum“ an, die nur etwa 8 % der Naturparkfläche einnimmt. Das Relief wird durch den Wechsel von Schrattenkalkbänken, die für die Steilwände verantwortlich sind, und schiefrig mergeligen Schichten, den sogenannten Drusbergschichten, bestimmt.
Während der Schrattenkalk bei der Verwitterung senkrechte Klüfte bildet („Karren“), in denen das Wasser ungehindert abfließt und so zu oberflächiger Trockenheit sowie zur Verkarstung führt, setzen die Drusbergschichten bei der Verwitterung ihre hohen Ton- und Mergelanteile frei und bilden wasserstauende Schichten aus. Diese werden alpwirtschaftlich genutzt. Schrattenkalk und Drusbergschichten sind vor etwa 120 bis 130 Millionen Jahren als Meeresablagerung in einem warmen Flachwasserbereich entstanden. Besonders der Schrattenkalk ist reich an Fossilien.
An Besler (1.679 m) und Hohem Ifen bestimmen plötzlich große senkrechte Steilwände aus kreidezeitlichem Kalkstein die Szenerie. Sie gehören der geologischen Einheit „Helvetikum“ an, die nur etwa 8 % der Naturparkfläche einnimmt. Das Relief wird durch den Wechsel von Schrattenkalkbänken, die für die Steilwände verantwortlich sind, und schiefrig mergeligen Schichten, den sogenannten Drusbergschichten, bestimmt.
Während der Schrattenkalk bei der Verwitterung senkrechte Klüfte bildet („Karren“), in denen das Wasser ungehindert abfließt und so zu oberflächiger Trockenheit sowie zur Verkarstung führt, setzen die Drusbergschichten bei der Verwitterung ihre hohen Ton- und Mergelanteile frei und bilden wasserstauende Schichten aus. Diese werden alpwirtschaftlich genutzt. Schrattenkalk und Drusbergschichten sind vor etwa 120 bis 130 Millionen Jahren als Meeresablagerung in einem warmen Flachwasserbereich entstanden. Besonders der Schrattenkalk ist reich an Fossilien.
Alpwirtschaft. Die Nagelfluhkette ist eine alte, gewachsene Kulturlandschaft. Die Landwirtschaft stellt mit ca. 400 Haupterwerbsbetrieben einen wesentlichen Bestandteil des Naturparks dar. Das Braunvieh steht wie kein anderes Tier für die nachhaltige Bewirtschaftung der Wiesen und Bergflächen im Naturpark: Die robusten Tiere verbringen den ganzen Sommer auf den Alpen. Allein im Gemeindegebiet Oberstaufens gibt es hiervon 166! Die Alpdichte ist sowohl in Österreich als auch in Deutschland einmalig hoch.

Plenterwirtschaft. Neben der Alpwirtschaft prägt die Forstwirtschaft das Erscheinungsbild des Naturparks – standortgerecht und behutsam. Die Plenterwirtschaft, also das zielgerichtete Schlagen einzelner Bäume, sorgt für nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes – und für ein vielfältiges Waldbild an den Berghängen. Nicht zuletzt erfüllt der Wald im Park eine wichtige Schutzfunktion gegen Lawinen und Geröllabgänge.

Tourismus. Seit nunmehr fast einem Jahrhundert ist der Tourismus neben der Land- und Forstwirtschaft eine der tragenden Säulen der Wirtschaft im Naturparkgebiet. In den 15 Naturpark-Gemeinden stehen nicht weniger als 20.000 Hotel-, Pensions- und Ferienwohnungsbetten bereit – statistisch gesehen haben also zwei Einwohner im Naturpark
jeweils ein Gästebett.


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Dienstag, 30. Mai 2023

[ #Bregenzerwald ] Vorarlberger Flysch - Ein Stück Afrika in Vorarlberg

Skizze aus dem Feldtagebuch von Michael Vacek (1848-1925), die er anlässlich seiner Begehungen der Glarner Alpen in den Jahren 1880 und 1881 angefertigt hatte.
© Geologische Bundesanstalt (GBA) - Fachabteilung Zentralarchiv

Der Aufsatz von Michael Vacek (28.9.1848 - 6.2.1925) "Ueber vorarlberger Kreide" aus dem Jahre 1879 steht als PDF online.

Die Kreidezeit (vor etwa 140 - 65 Mio. Jahren) markiert die Entstehung der Alpen. Es ist der Beginn des Nordwärtsdrängens der Afrikanischen Platte Richtung der Eurasischen Platte und der Einengung des Tethysmeeres. In mehreren Schüben werden unterschiedliche Schichten durch den Druck der Platten übereinander geschoben, Faltungen und Deckenüberschiebungen entstehen während die Meeressedimente aus dem Wasser herausgehoben werden.

Vorarlberger Flysch - Ein Stück Afrika im Bregenzerwald. Die Flyschzone gehört zur penninischen Zone der Alpen. Das Penninikum ist eine der geologischen Haupteinheiten der Alpen. Seine Gesteine gehörten zum größeren Teil dem Ablagerungsraum der Tethys an, dessen Nordwestzipfel im Jura  zwischen der europäischen Kontinentalkruste und der zum afrikanischen Kontinent gerechneten Apulischen Kontinentalplatte lag. Bei der Alpenfaltung wurden die Gesteine des Penninikums zusammen geschoben und weit nach Norden und Westen auf den europäischen Kontinentalrand überschoben. Die penninische Flyschzone zieht sich als schmaler Saum vom Wienerwald über Niederösterreich, Oberösterreich Salzburg und Bayern bis nach Vorarlberg. Die Flyschzone ist an ihrem Westende ihres hauptsächlichen Verbreitungsgebiets am meisten ausgeprägt und bildet dort den Bregenzerwald.

Die Alpen entstehen. Während der Kreidezeit trennte der sogenannte Penninische Ozean Afrika im Süden (zu der auch die Austroalpine Mikroplatte gehörte) von Europa im Norden. Ab der höheren Kreidezeit wurde die Afrikanische Kontinentalplatte nach Norden verschoben und engte das Ozeanbecken Schritt für Schritt ein. Die Gesteine der beiden Küsten und am Beckenboden wurden verfaltet, deckenartig übereinandergeschoben und damit der grandiose Gebirgszug der Alpen aufgerichtet.

Entstanden ist der Flysch in der Kreidezeit aus dem den bereits aufsteigenden Alpen vorgelagerten Meeresbecken. Hauptsächliche Bestandteile sind Mergel, Tonschiefer und Sandstein. In dieser Gegend gibt es wegen der Beschaffenheit des Bodens Probleme mit häufig vorkommenden Rutschungen, daher rührt auch der Name der Zone (schwyzerdütsch „flyschen“ heißt „fließen“).

Flysch kommt während und unmittelbar vor gebirgsbildenden Prozessen zur Ablagerung und ist also das erodierte Material der sich bildenden Gebirgskette. Der Großteil der Sedimentgesteine der Alpen wurden an den Küsten und am Boden von ehemligen Ozeanen abgelagert. So auch das Flysch-Gestein.

Michael Vacek (28.9.1848 - 6.2.1925). Michael Vacek - der spätere Vizedirektors der k. k. Geologischen Reichsanstalt - gehörte jenem noch kleinen Kreise von Geologen an, die um 1870 vor die Aufgabe gestellt wurden, große nur in flüchtigen Umrissen bekannte Gebiete in weit genauerer Weise zu untersuchen und auf Grundlage der damals erst neu geschaffenen Spezialkarte 1:75.000 kartographisch darzustellen. Der Erkundung standen keine Satelliten zur Verfügung, vielmehr musste der Wissenschafter die geologischen Verhältnisse selber zu Fuß "erwandern". 

Im April des Jahres 1875 wurde Vacek als Assistent für das Museum der k. k. Geologischen Reichsanstalt angestellt. Schon als Musealassistent hat er sich mit den geologischen und tektonischen Verhältnissen in der Umgebung von Hohenems beschäftigt und hierüber schon in den "Verhandlungen 1875", also im Jahre seiner Anstellung an der Reichsanstalt, berichtet. Die Studien in der Vorarlberger Kreide wurden im nächsten Sommer zum Abschluß gebracht.

Vaceks Dienst als Musealassistent war aber nur von kurzer Dauer, da er schon im Jahre 1875 mit der Aufsammlung von Fossilresten in Vorarlberg betraut wurde, dort ihm alsbald auch geologischen Studien oblagen und schon im nächsten Jahre zu den Feldaufnahmen herangezogen wurde.

Er dehnte seine und seiner Kollegen Arbeit über immer weitere Räume aus und konnte so einen großen Teil der österreichischen Alpen per pedes kennenlernen. Vom Bodensee bis an den Rand der pannonischen Ebene, vom Gardasee bis an die Vorarlberger Flyschzone hat er kartiert und alle hier vertretenen Formationen bearbeitet.

Im Jahre 1900 setzte die Neuaufnahme von Vorarlberg ein, und zwar zunächst im südlichen kristallinischen Anteil, nämlich in der Silvrettagruppe. In den Jahren 1900 bis 1915 sehen wir ihn fortwährend mit Vorarlberger Gebiet befasst. Und zwar 1904 mit der Davennagruppe, 1905 mit dem Großen Walsertal bis zur Flyschgrenze, 1906 mit dem Rhätikon, 1907 mit Liechtenstein, 1908 mit der Südseite des Rhätikons und der Scesaplana, 1909 mit der Falknißgruppe, dem Fläscherberg und dem Prättigau, 1910 mit der Gegend von Feldkirch und Hohenems, 1911 mit dem Kreidegebiet im Norden, 1912 mit der Flysch- und Molassezone, 1913 mit dem Kleinen Walsertal und 1914 mit dem Abschluß der Vorarlberger Aufnahmen.

Beinahe wäre er in Vorarlberg auch verunglückt: Noch im Kriegsjahre 1916 unternahm der schon betagte Geologe einige Revisionen an der Scesaplana und an der Valluga im Arlberggebiet, wo ihm infolge Abgleitens auf einem Schneefeld fast ein schwerer Unfall zugestoßen wäre.


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Donnerstag, 18. Mai 2023

[ #Vorarlberg ] Der Liberalismus im nicht-urbanen Vorarlberg (1830 - 1914)


Der Kampf zwischen Liberalismus und seinem ultramontanen Widerpart in Form eines christlichsozialen Klerikalismus bestimmte Vorarlbergs Politik seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert noch bis in das ausgehende 20. Jahrhundert. 

Die sichtbaren Zeichen in Form von Zensur und Bevormundung sind erst mit der Unkontrollierbarkeit der digitalen Medien verschwunden. Die ultramontane Reform- und Lernverweigerung in der Politik löst sich hingegen nur zäh, zäher als unter den Klerikern selber.

Fortschritt wider Rom. Der liberale Widerpart war in der „Fortschrittspartei“ organisiert, später noch durch die „Deutschfreisinnigen“ repräsentiert, schließlich in der Sozialdemokratie, welche offen oder still häufig mit den Liberalen gegen den Ultramontanismus koalierten.  Liberale wie Sozialdemokraten wurden von den Konservativen und der katholischen Kirche wiederum als „Abschaum der der Menschheit“ dämonisiert. Trotzdem hatten die liberalen Ideen ihrerseits eine Anziehungskraft die über die urbanen Räume hinaus bis in die Täler sichtbar wurde. Die Verbreitung liberaler Ideen erfolgte vor allem durch die „Feldkircher Zeitung“. Die ländlichen, nicht-urbanen Räume waren also keineswegs eine Terra incognita für den Liberalismus, dort umsomehr nicht, wo die konservativen Kräfte jedweden Fortschritt und jede ökonomische Selbstbestimmung zu vereiteln suchten und damit selber den Widerstand provozierten.

Terra incognita. Die nicht-urbanen Regionen Vorarlbergs, lassen sich im Wesentlichen durch fünf Kategorien definieren: politisch-administrativ, wirtschaftlich, infrastrukturell, geographisch und kulturell. Selbst in modernen Definitionen wird auch das demographische Element noch hinzu gefügt. Dieses enthält in sich jedoch eine gewisse Problematik, da es ausgesprochen variabel ist. Zwar ist die „Stadt“ („urbs“) per se als verdichteter Lebensraum definiert, ausserhalb ihrer bestimmen sich jedoch nicht allein ländliche Gebiete durch eine „geringe Bevölkerungsdichte“. Im Vorarlberg des 19. Jahrhunderts war der ländliche Raum von Ab- und Auswanderung betroffen, während die ursprünglich ländlichen Industriegebiete, wie vor allem natürlich der Walgau, während dieser Epoche aufgrund ihrer infrastrukturellen Erschliessung zum urbanen Raum zu zählen sind. Orte wie Frastanz, Nenzing oder Nüziders, einmal ganz abgesehen von Rheintaler Gemeinden wie Rankweil, standen damals in puncto Urbanität formell städtischen Gemeinwesen wie Bludenz in nichts nach.

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 Vorwort 7
1. Einleitung 10
 1.1. Bestimmung des Begriffs „nicht-urbaner Liberalismus“ 10
 1.1.1. Der aufklärerische Liberalismus 10
 1.1.2. Der politische Liberalismus 11
 1.1.3. Der wirtschaftliche Liberalismus  14
 1.1.4. Der soziale Liberalismus 15
 1.2. Historische Einordnung der liberalen Bewegung im nicht-urbanen Vorarlberg 16
 1.3. Definition des Begriffs „nicht-urban“ 19
 1.4. Der Liberalismus im nicht-urbanen Vorarlberg: Fragestellungen  24
2. Der Liberalismus im Montafon 25
 2.1. Personen  25
 2.1.1. Bonifaz und Hermann Sander 25
 2.1.2. Johann Josef Zudrell 27
 2.1.3. Franz Josef Vonbun 29
 2.1.4. Josef Durig 30
 2.1.5. Johann Baptist Biedermann  32
 2.1.6. Heinrich, Robert und Wilhelm Mayer 33
 2.1.7. Hans Barbisch 34
 2.1.8. Eduard Fleisch 34
 2.1.9. Johann Wiederin 36
 2.1.10. Johann Bitschnau  37
 2.2. Institutionen 38
 2.2.1. Die Landtagsabgeordneten 38
 2.2.2. Die Vereine 42
 2.2.3. Die Gastwirte 42
 2.2.4. Die Schule  43
 2.2.5. Die Unternehmer 45
 2.3. Konfl ikte  46
 2.3.1. Persönliche Konfl ikte  46
 2.3.2. Politische Konfl ikte 47
 2.3.3. Ökonomische Konfl ikte  50
 2.3.4. Religiöse Konfl ikte 51
 2.4. Charakterzüge des Montafoner Liberalismus 523. Der Liberalismus im Bregenzerwald 56
 3.1. Personen  56
 3.1.1. Franz Michael Felder und sein Kreis  56
 3.1.1.1. Franz Michael Felder und sein Kreis: 1839 bis 1861 57
 3.1.1.2. Franz Michael Felder und sein Kreis: 1861 bis 1869 62
 3.1.1.3. Franz Michael Felders Beziehung zu Rudolf Hildebrand  69
 3.1.2. Gallus Moosbrugger  71
 3.1.3. Franz Xaver Moosmann  74
 3.1.4. Johann Konrad Bechter  76
 3.1.5. Andreas Fetz  79
 3.2. Institutionen 80
 3.2.1. Die Landtagsabgeordneten 80
 3.2.2. Die Schule  84
 3.2.3. Vereine  87
 3.3. Konfl ikte  93
 3.3.1. Persönliche Konfl ikte  93
 3.3.2. Religiöse Konfl ikte 95
 3.3.3. Politische Konfl ikte 96
 3.3.4. Wirtschaftliche und soziale Konfl ikte 97
 3.3.5. Die Tagebücher des Kreishauptmanns Ebner 99
4. Der Liberalismus in den Walsertälern und auf dem Tannberg 104
 4.1. Personen  104
 4.1.1. Besonderheiten des Tannbergs und des Kleinwalsertals  105
 4.1.2. Die liberalen Reformer des Kleinwalsertals und des Tannbergs  107
 4.1.3. Die anti-kirchliche Opposition im Großen Walsertal 114
 4.2. Institutionen 119
 4.2.1. Die Schule  119
 4.2.2. Politische Behörden  123
 4.2.3. Vereine und Genossenschaften 123
 4.2.4. Gastwirte 124
 4.3. Konflikte  126
5. Der Liberalismus im Klostertal 129
 5.1. Personen  129
 5.2. Institutionen 132
 5.3. Konflikte  136
6. Exkurs: Die Gemeindewahlen nach dem Ende der liberalen Ära im Jahr 1870 139
7. Ergebnisse  143

Dienstag, 9. Mai 2023

[ #Vorarlberg ] Bauernschlächter in Vorarlberg


Der Bregenzer habsburgische Vogt Märk Sittich I. von Ems bedrängte die aufständischen Bauern hart.  


Ritter Marx Sittich I. von Ems (* 1466; † 1533).  Er besiegte als Feldherr des Schwäbischen Bundes die aufrührerischen Bauern am Bodensee und ließ 1525 zur Abschreckung fünfzig ihrer Anführer entlang der Leiblach aufhängen. Dies brachte ihm den Beinamen "der Bauernschlächter" ein. Die Bauern von Lingenau und Riefensberg, die sich der Aufstandsbewegung angeschlossen hatten, wurden von Märk Sittich ihrer Freiheiten beraubt: ihr Gericht wurde dem von Alberschwende beigegeben, sie verloren das Recht der Ammannwahl (Bürgermeisterwahl) und andere althergebrachte Rechte.

Der Bauernschlächter hatte zuvor schon als kaiserlicher Kriegskommissär den slowenischen Bauernaufstand grausam niedergeschlagen. Damals wurden 9000 Bauern getötet und teilweise an den abgeschnittenen Zügeln der Rosse aufgehängt. Der katholische Gegenreformator ließ auch den Bregenzer Geistlichen Jos Wilburger ohne jegliches Verfahren als "Aufwiegler" hinrichten.

Als Vögte der Habsburger und erfolgreiche Landsknechtsführer, aber auch durch raubritterliche Praktiken kamen die Grafen von Ems zu erheblichem Reichtum und Einfluss, der sich mit dem Ausbruch der Reformation noch wesentlich verstärkte, als Märk Sittich I. (1466–1533), nicht zuletzt durch seine eheliche Verbindung mit einer Schwester des mailändischen Condottiere Gian Giacomo Medici († 1555), zu einem eifrigen Verfechter gegenreformatorischer Bestrebungen wurde und entscheidend für die Erhaltung des katholischen Glaubens in Vorarlberg eintrat.

Im Bauernkrieg.  Am 23. Mai 1525 schließen die aufständischen Bauern, denen ein erfahrener Militär fehlt, mit Götz von Berlichingen einen Vertrag. Als dessen Lebenserinnerungen 1731 wieder aufgelegt werden, liest sie der junge Goethe und ist begeistert von der Gestalt eines rohen, wohlmeinenden Selbsthelfers in wilder anarchistischer Zeit.

Im Juni 1524 forderte die Gräfin von Stühlingen die Bauern im Südschwarzwald auf, ihre eigene Erntearbeit zu unterbrechen, um für sie Erdbeeren zu pflücken und Schneckenhäuser zu sammeln, die in ihrem Haus zum Garnaufwickeln gebraucht wurden. Empört legten die Bauern ihre Arbeit nieder und zogen zum Grafen von Stühlingen, Sigmund von Lupfen, um Gerechtigkeit zu fordern. Der Auftrag der Gräfin zeugt metaphernartig von der Rechtlosigkeit und Willkür gegenüber den leibeigenen Bauern. In Stühlingen und auch in anderen Teilen Deutschlands empfanden die Bauern die Dienste und Abgaben, die auf ihnen lasteten, als immer unerträglicher. Verschlimmert wurde ihre Lage dadurch, dass ihnen traditionelle Privilegien und Rechte zunehmend verwehrt wurden, da die Herren, für welche die Bauern Fronarbeit leisten mussten, höhere Einnahmen und mehr politische Macht anstrebten. Unter anderem verweigerten sie ihren Bauern das Recht, auf bestimmten Märkten ihre Erzeugnisse anzubieten und zwangen sie, ihre Waren zu niedrigeren Preisen an ihre Herren zu verkaufen.

Außerdem versagte der Graf von Stühlingen, wie viele andere Herren auch, den Bauern den Zugang zu Weiden und Wäldern, die zuvor Gemeinschaftsland gewesen waren. Für die Mehrheit der Landbevölkerung, die aus Kleinbauern bestand, war die Nutzung dieses Landes lebensnotwendig, denn sie weideten dort ihre Tiere, sammelten Brennholz, schlugen Bauholz, jagten und fischten. Nun verpachteten oder verkauften die Herren diese Ländereien. Die Bäche, die durch die Felder der Bauern flossen, verpachteten sie an wohlhabende Fischer. Die Stühlinger Bauern beklagten, dass jene Pächter ihnen großen Schaden zugefügt hatten, denn sie hatten Dämme und Stauwehre niedergerissen, sodass die Bauern ihre Mühlen nicht mehr bewässern konnten. Als Graf Siegmund die Forderungen der Bauern ablehnte, wurde aus dem Streik eine Revolte. Sie griff auf Oberschwaben, das Bodenseegebiet und den Donaukreis über und breitete sich vom Elsass bis in die Steiermark und nach Tirol aus, griff nach Thüringen, Franken und ins sächsische Erzgebirge über.

Der Anfang vom Ende. Die thüringischen und fränkischen Bauern sind geschlagen, doch im Schwäbischen kämpfen die Bauernheere noch erfolgreich. Im Mai 1525 schließen sie einen Vertrag mit einem der schillerndsten Figuren jener Jahre: Götz von Berlichingen. Die Bauern, denen ein erfahrener Militär fehlt, machen Götz zu ihrem Hauptmann. In der Schlacht bei Königshofen am 2. Juni 1525 werden vom Truchsess von Waldburg die Bauernhaufen vernichtend geschlagen; 7.000 Tote auf Seiten der Bauern werden hier geschätzt. Götz von Berlichingen hatte sich vorher schon abgesetzt. Nach vier Wochen war die Feldherrenkarriere vorbei, Götz zieht sich auf seine Burg zurück und behauptet später, er sei in Wahrheit Gefangener der Bauern gewesen. Er wird 1528 bis 1530 gefangen gehalten. Als Ritter konnte er sich an das Reichskammergericht wenden - was den Bauern wohl versagt war - und wurde freigesprochen.

Die "kriegerische" Phase des Bauernkriegs nahm ihren Ausgang und hatte ihre strategische und politisch-ideologische Basis im Oberschwäbischen. Am 6./7. März 1525 beschloss ein in Memmingen tagendes "Bauernparlament" den Zusammenschluss der drei großen, bewaffneten Bauernbünde (Baltringer, Bodensee- und Allgäuer Haufen) zur "Christlichen Vereinigung". Man wollte Stärke und Einigkeit demonstrieren, um die eigene Position gegenüber den im Schwäbischen Bund zusammengeschlossenen gegnerischen Reichsständen zu verbessern. Hier wurden mit der "Bundesordnung" als einer Art Verfassungsentwurf und vor allem den "Zwölf Artikeln" als Verhandlungsgrundlage die beiden wichtigsten Dokumente des bäuerlichen Protests verabschiedet.

Die zwölf Artikel. Ende Februar 1525 erarbeitet der Memminger Kürschnergeselle Sebastian Lotzer zusammen mit dem evangelischen Praedikanten Christoph Schappeler (1472-1551) die 12 Artikel, die fast zu einem Grundgesetz der Bauern in ihrem Kampf wurden. Die Unruhen breiteten sich von der Schweiz bis nach Franken und Thüringen aus.

Inhalt der zwölf Artikel:
  • Freie Wahl und Absetzung des Pfarrers durch die Gemeinde. Aufgabe des Pfarrers: Predigt des Evangeliums und des wahren Glaubens ohne allen menschlichen Zusatz.
  • Der Zehnt soll zur Besoldung der Pfarrer, der Überschuss für Arme oder Kriegssteuern dienen.
  • - teilweise Freiheit von der Obrigkeit (Aufhebung der Leibeigenschaft), da die Schrift lehrt, dass der Mensch frei sein soll.
  • Freie Jagd auch für den armen Mann
  • Forderung, die Dienste der Bauern nicht noch weiter zu vermehren, sondern sie wie die Eltern, allein nach dem Wort Gottes dienen zu lassen.
  • Artikel 12: Die Forderungen, die dem Worte Gottes zuwiderlaufen, sollen gestrichen werden, wenn es auf Grund der Hl. Schrift erklärt werden kann. Falls die Hl. Schrift noch mehr Artikel nahelegt, wird man sie hinzufügen.
Die Zielsetzung der zwölf Artikel ist sichtlich im Zusammenhang mit der Reformation zu sehen: Nur die Forderungen, die direkt im Evangelium begründet sind, werden apodiktisch gestellt. Die übrigen Artikel nehmen Rücksicht allemal noch Rücksicht auf bestehende Rechte. Ziel ist es, biblisch zu argumentieren und so die Artikel auf ein biblisches Fundament zu stellen.

Wesentlich war, dass sich das "Göttliche Recht" als religiös-politisches Prinzip endgültig durchsetzte und statt Wiederherstellung des "Alten Rechts" nun eine im Kern revolutionäre Umgestaltung der Herrschafts- und Gesellschaftsordnung angestrebt wurde sowie die frühere Vielzahl der Forderungskataloge auf wenige prägnante, allgemein anerkannte "Artikel" reduziert wurden, was erst einen Flächenbrand ermöglichte. Die Haltung des nur taktisch auf Verhandlungen eingehenden Schwäbischen Bundes radikalisierte die Bauern. Ende März gingen die ersten Burgen, Schlösser und Klöster in Flammen auf - die gegnerischen Söldnertruppen schlugen los. Die eigentlichen Kriegshandlungen der nächsten Monate zeigten rasch, dass die "Bauernhaufen" den Söldnertruppen insgesamt physisch und psychisch, in Ausbildung, Bewaffnung und Motivation stark unterlegen waren.

In Oberschwaben kapitulierten die Aufständischen ohne eigentliche "Entscheidungsschlacht" schon zu Ostern 1525 (Weingarter Vertrag). Zugleich dehnte sich der Aufstand aus, weitere "Bauernheere" bildeten sich, die Brutalisierung nahm auf beiden Seiten zu: Nach Erfolgen der Bauern etwa in Hohenlohe und im Odenwald - hier ergaben sich nach der Einnahme von Weinsberg durch den von Ritter Götz von Berlichingen angeführten "Neckartal-Odenwälder Haufen" Mitte April zahlreiche Burgen, Schlösser und Städte - wendete sich das Blatt. Propagandistisch durch Martin Luthers Schrift "Wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern" unterstützt, die den Aufständischen die religiös entwickelte Legitimation absprach, wurden die Bauernheere im Mai (Schlachten bei Zabern, Böblingen und Frankenhausen) und Juni (Schlacht bei Königshofen usw.) vernichtend geschlagen. Im Juli 1525 war der Aufstand in den Hauptgebieten im Wesentlichen niedergeworfen. In den Alpenländern, vor allem in Tirol, Salzburg und Graubünden, rebellierten die "Bauern" und Bürger - hier wesentlich durch Bergarbeiter ergänzt - mit zeitlicher Verzögerung. In Salzburg wurde ein letzter Aufstand erst im Juli 1526 gewaltsam beendet.


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Dienstag, 2. Mai 2023

[ #Hittisau ] Nationalsozialismus im Bregenzerwald

Es sind oft kleine Dinge, derer man sich aber auch in der Provinz uneingeschränkt freuen kann: Herr Thomas Schwärzler hat für die Erlangung der Matura sich im Rahmen seiner Fachbereichsarbeit mit dem Thema Nationalsozialismus im Bregenzerwald mit speziellem Bezug auf die Gemeinde Hittisau befasst.

Provinz der Provinz. Es darf keineswegs als selbstverständlich betrachtet werden, dass junge Menschen in der "Provinz der Provinz" sich dieses Themas annehmen. Es ist auch heute noch nicht ganz leicht und allzuschnell kann da ein junger Mensch mit dem "Glück des Zuspätgeborenen" auch auf dem Eis ausrutschen.

Es ist eine bemerkenswerte und damit auch schwierige Arbeit aber auch deshalb, weil das klassische Nazithema Antisemitismus, Holocaust, Diktatur, Hitlerfaschismus hier nicht mithilfe einer umgangreichen Literatur abgearbeitet werden kann.
      
Antiwien-Ressentiments. Der Antisemitismus im Bregenzer Wald war allenfalls einer ohne Juden, ohne einen solchen zu Gesicht bekommen zu haben. Der zweite Aspekt, der die Arbeit so interessant macht ist der Sachverhalt, dass dieser ländliche Bereich nicht nur schon vor der nationalsozialistischen Machtergreifung ohne jüdische Bevölkrung war, sondern auch weitgehend ohne die Organisationen der (sozialdemokratischen) Arbeiterschaft. Ein Umstand, der bis in die heutigen Tage nachwirkt. Eine Opposition zu den klerikal bestimmten und herrschenden Christlichsozialen Partei musste, um (auch schon ohne Verbot im Bregenzer Wald bestehen zu können) sich gleicher oder ähnlicher Stereotypen und Ressentiments bedienen, wie es schon die Christlichsozialen taten, sie ideologisch unterwandern. Die antisozialistischen Stimmungen und Strömungen, die Vorurteile gegenüber den politischen und institutionellen Organen der Arbeiterschaft mussten geteilt werden. (Man beachte einmal die Kontinuität: die Stimmenzahl der Sozialdemokraten nach 1945 im Bregenzerwald). Und auch (beinahe) alle Vorarlberger Wahlniederlagen der Nachkriegs-ÖVP hatte sie einer Opposition oder Parteineugründungen zu verdanken, die ihre eigenen Anti-Wien-Ressentiments und die gegenüber der organisierten Arbeitnehmerschaft teilten.

Mentalitätsgeschichte. Eine Anmerkung sei gestattet: Zweimal musste ich unwillkürlich ins Bücherregal greifen. Einmal  bei der Altersstruktur der NSDAP-Mitglieder. Das Referat von Kurt Bauer, das er am Österreichischen Historikertag in Innsbruck (2005) gehalten hatte.  War dort dieser demografische Befund nicht einleuchtend erklärt?

Der zweite Griff - und ein größeres Lob kann man schwerlich der Arbeit noch entgegen bringen - war der Griff nach der mentalitätshistorischen Studie von Lucie Varga im (leider vergriffenen) Suhrkamp-Taschenbuch 892: "Ein Tal in Vorarlberg  - zwischen Vorgestern und Heute." Gemeint ist das Montafon. Anlass waren die Interviews, die mich sofort an Varga erinnerten. Warum eigentlich haben die Schulen für diesen Zeitgeschichte-Abschnitt nicht einen Nachdruck dieses einmaligen Textes zur Verfügung?

Jodok Fink. Eine solche Arbeit, wie sie die vorliegende ist, ist schon von der Recherche, der Zeit und den Möglichkeiten begrenzt. Sie kann daher nicht alle Aspekte berücksichtigen. Das schaffen auch größere Arbeiten und dickere  Bücher nicht. Dennoch hat mir ein Verweis auf den "Bregenzerwälder Bauern" Jodok Fink, Vizekanzler und Präsident der provisorischen Österreichischen Nationalversammlung von 1919 gefehlt. In seiner Regierungsfunktion als Vizekanzler neben Staatskanzler Karl Renner war er ein Mann des Ausgleichs zwischen den Bürgerlichen und der Arbeiterschaft. Wäre Österreich und vor allem die Christlichsoziale Volkspartei ihm gefolgt, wäre die Geschichte (Österreichs) ohne Zweifel anders verlaufen. Stattdessen hat man eine Politik und Rhetorik betrieben, die viele Menschen ins nationalsozialistische Lager teiben musste.


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Donnerstag, 3. November 2022

[ #Vorarlberg ] Der Dreißigjährige Krieg: Die Schweden in Vorarlberg


Den europäischen Kontext zum "Schwedeneinfall in Vorarlberg" bildete der in seine letzte Phase (1635-1648) gekommene 30jährige Krieg, der Hegemoniekampf zwischen den erzkatholischen Herrschern von Spanien und Frankreich. Der Krieg war also längst keine religöse Auseinandersetzung mehr, sondern eine Auseinandersetzung um Macht und Einfluss in Europa und der (kolonialen) Welt. 

Noch im Jahr vor dem Westfälischen Frieden, im Jänner 1647 waren die Schweden als Besatzer nach Vorarlberg gekommen. Nicht ohne Grund, denn Kirche und Adel aus dem süddeutschen Raum hatten schon reichlich Vermögen in Vorarlberg in Sicherheit gebracht.

Der schwedische Oberbefehlshaber Carl Gustav Wrangel marschierte am  4. Januar 1647 in Bregenz ein und ließ im folgenden Vorarlberg plündern. Der Wert der Beute sei enorm gewesen. Die Sage vom Goldenen Kegelspiel in Hohenems deutet ja eben auch darauf hin. Die Besatzung und der Raubzug waren jedoch nur von kurzer Dauer. Weniger wegen der Wehrhaftigkeit der Vorarlberger, sondern der allgemeinen Kriegsmüdigkeit. Schon am 18. Februar 1647 wurde in Osnabrück der kaiserlich-schwedische Vorvertrag zum Westfälischen Frieden unterzeichnet. Bevor sich die Schweden allerdings wieder aus Vorarlberg zurückzogen, sprengten sie das Schloss Hohenbregenz.

Das goldene Kegelspiel vom Hohenemser Schlossberg. Die Niederlage gegen die protestantischen Schweden wurde von der katholischen Gegenreformation in einer Sage verbrämt. Die an sich verständliche Übermacht der Schweden konnte dort nur durch Verrat siegen.

Es entstand die Sage vom „Goldenen Kegelspiel“ und dem Klushund. Ein "Verräter" soll dem schwedischen General Wrangel und seinen Leuten den Weg über den Pfänder gezeigt haben, damit die Stadt vom Berg her eingenommen werden konnte. Der schwedische General Wrangel habe dem Verräter für seine Tat das goldene Kegelspiel vom Hohenemser Schlossberg versprochen. Der Sage nach muss nun dieser  für seine Freveltat ewig als dämonische Tiergestalt, als großer schwarzer Hund mit tellergroßen leuchtenden Augen auf der ehemaligen Römerstraße am Bergrand von Norden nach Süden durchs Land laufen. Eine Begegnung mit dem bedrohlichen Untier bringt in den Sagen Krankheit, Leid oder Plage.

Die Sage von der Schlacht an der Roten Egg.  Die andere Schwedensage klingt zu schön nach Emanzipation und ist doch nichts als ein "Text aus der österreichischen katholischen Volksfrömmigkeit", nach der es aber ebenso fromm schien die protestantischen Schweden von Frauen so massakrieren zu lassen, dass sich die Egg rot färbte. Wehrhafte Bregenzerwälderinnen sollen danach Ende des Dreißigjähriges Krieges in der später benannten Schlacht "an der Roten Egg" in weißen Juppen feindliche Schweden vertrieben haben. Angeblich hielten die Gegner die weiß gekleideten Frauen für himmlische Wesen. Den Frauen erschien die erfolgreiche Vertreibung im Nachhinein als göttliches Wunder und die gelobten, "zum Danke die weißen Kleider abzulegen und gegen dunklere umzutauschen". Die Sage verweist vermutlich auf die naturfarbenen Gewänder der Bregenzerwälderinnen, Vorläufer der weißen Baumwolljuppe.

Wilhelm Raabe: Der Marsch nach Hause. Wilhelm Raabe (1831-1910), norddeutscher Zeitgenosse von Franz Michael Felder,  berühmter Schriftsteller des deutschen Realismus und scharfer Zeitkritiker, hat in seiner historischen Erzählung „Der Marsch nach Hause” (1870)  die Sage von der Schlacht an der roten Egg verarbeitet. Er erzählt darin die Geschichte  zweier schwedischer Soldaten im 30jährigen Krieg: Einer davon, Sven Knudson Knäckabröd, wird in der Schlacht an der Roten Egg Kriegsgefangener der Taubenwirtin Fortunata Madlener in Alberschwende; nach 26 Jahren bricht er wieder nach Norden auf. Raabe schrieb diese Novelle 1869 nach einer Durchreise durch Vorarlberg und das Bodenseegebiet.  Eine Geschichte von neu gefundener Heimat, Frieden und Auskommen, der Verführung durch patriotische Wahnbilder, einer törichten Flucht aus dem „Paradies”, dem Suchen und Finden der alten Heimat, der bitteren Enttäuschung von derselben und schließlich reumütiger Heimkehr.


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Dienstag, 7. Juni 2022

[ #Bizau ] Barfußweg - Wanderung Bizauer Moos


In den letzten Jahren hat der Bregenzerwald sein Wanderangebot konsequent optimiert. Die 2.000 Kilometer Wanderwege sind alle einheitlich und nach dem Vorarlberger Wanderwegekonzept beschildert. Themenwege - wie der Barfußweg in Bizau - werden dabei immer beliebter.


Blasenfrei. Aber auch für den Schulausflug kann der Barfußweg ein lohnenswertes Ziel sein. Immer mehr Schulen ghenen aus Raumspargründen dazu über, die Kinder den ganzen Tagen in ihren Straßenschuhen zu lassen, da sind manche - nicht nur die preiswerten Modelle - echte "Schweißer". Erholung für die Füße tut gut, die "Entschleunigung" allemal und endlich ein Schulausflug ohne Blasen.

Entschleunigung. Auf Vorarlbergs erstem Barfußweg mit natürlich gewachsenem Untergrund findet man Erholung vom reizüberfluteten Alltag. Entlang des Ulvenbachs im Bizauer Moos, einem Jahrtausende alten Hochmoor, wird das beinah in Vergessenheit geratene Barfußgehen auf 1,2 Kilometern über die verschiedensten Strukturen der Bodenoberfläche neu angeregt.

Mit allen Sinnen. Eine Wanderung am Barfußweg in Bizau macht nicht nur Aktiv-Kneippern, auch Kindern und Eltern, Schülern und Lehrern gleichermaßen Spaß. Mit bloßen Füßen durch das jahrtausendealte Hochmoor im Bizauer Obermoos zu spazieren, schärft die Wahrnehmung mit allen Sinnen. Beim Beginn des Barfußweges gibt es keine Parkplätze, automobile Wanderer stellen ihr Auto im Dorfzentrum von Bizau ab. Man folgt dem Wegweiser "Moosrundweg" und erreicht nach nur zehn Minuten Gehzeit in südlicher Richtung den Barfußweg.

Moos. Moos meint hier natürlich keinen "Moosweg" im heutigen Sprachverständnis, sondern sumpfig, oder feucht, denn der Gattungsname "Moos" (Althochdeutsch, mittelhochdeutsch "mos") für "Moor" oder "Sumpf", also als Bezeichnung sumpfiger Wiesen-, Streu-, Waldbodens, als feuchtes, sumpfiges Land ist bei uns nicht mehr in Gebrauch.

10.000 Jahre. Angekommen beim Barfußweg werden erst einmal Schuhe und Socken ausgezogen und entweder mit den Schuhbändern verknüpft und über die Schultern gehängt oder im Rucksack verstaut. Genüsslich spaziert man die Ulve bachaufwärts, die das Naturjuwel mit frei pendelndem Lauf durchfließt. Es geht über artenreiche Feuchtwiesen und stärker vernässte Niedermoosflächen an den Rand der Hochmoorweiten. Von Zeit zu Zeit wechselt der Weg von einem Ufer der Ulve zum anderen, die Barfußwanderer folgen dem Wegverlauf auf den unterschiedlich weichen, mitunter aber auch rauen und spröden Oberflächen, 10.000 Jahre Erdgeschichte unter den Füßen. Vom Gletscherrückzug in der Nacheiszeit bis zur einmaligen Gartenkultur in den Moosäckern spannt sich der bemerkenswerte Bogen auf dem Weg durchs Moos. Nach etwa einer Stunde Hin- und Rückweg kann man - durch die angenehme Erfahrung der Wanderung am Barfußweg gestärkt - in Bizau die Socken und Schuhe wieder anziehen.

PS: Vorarlberg Tourismus vergab für den Barfußweg in Bizau 2006 den Vorarlberger Tourismuspreis.



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Donnerstag, 2. Juni 2022

[ #Bregenzerwald ] Der Bregenzerwald - Historisch-kulturelle Schlaglichter


Historisch-kulturelle Schlaglichter von Univ.-Prof. Dr. Alois Niederstätter stehen als 24seitiges PDF online. Knapper und doch grunsätzlich kann die Geschichte und die Entwicklung dieser Talschaft, der Kultur- und Naturraum Bregenzerwald kaum beschrieben werden. 

Zusammenfassung: Die Bedeutung der Kulturregion Bregenzerwald. Der Bregenzerwald ist eine voralpin-alpine Übergangszone auf mehreren Höhenstufen, die geographisch als Einzugsgebiet der Bregenzerach definiert werden kann. Obwohl landschaftlich nach Norden hin geöffnet, kamen Besiedlung und prägende Einflüsse primär aus dem Westen, dem Rheintal.

Trotz der räumlichen Geschlossenheit entwickelte sich die Talschaft aufgrund der besonderen siedlungs-, herrschafts- und verwaltungsgeschichtlichen Gegebenheiten, aber auch wegen der unterschiedlichen landschaftlichen Voraussetzungen keineswegs einheitlich. Erschlossen als Bauernland, kennt die Geschichte des Bregenzerwaldes dennoch keine durch Jahrhunderte unveränderte, primär agrarisch dominierte Gesellschaft, sondern eine Reihe dynamischer, an zeittypischen Innovationen orientierter Anpassungsprozesse. Voraussetzung dafür waren beachtliche organisatorische Standards.

Die kulturhistorische Bedeutung der Talschaft resultiert zum einen aus den kleinräumigen Sonderentwicklungen, die sich im Siedlungsbild, in den Dialektlandschaften und den örtlichen Mentalitäten niederschlagen.

Zum anderen liegt sie im Exemplarischen:
  • Rodungsinseln weisen auf mittelalterliche Erschließungsvorgänge, Streusiedlungen des Vorderwaldes belegen die landschaftsbildende Kraft, die von den frühneuzeitlichen Vereinödungsprozessen ausging.
  • Dorfkerne – wie jener von Schwarzenberg – sind eindrucksvolle Zeugnisse des protobürgerlichen Gestaltungswillens ländlicher Honoratioren.
  • Intakte, in sich geschlossene Vorsäßanlagen und seit mehr als einem halben Jahrtausend bewirtschaftete Alpen mit ihrem historischen Gebäudebestand dokumentieren sie die traditionelle agrarische Mehrstufenwirtschaft, die die Kulturlandschaft des hinteren Bregenzerwalds entscheidend formte.
  • Aber auch außerbäuerliche Wirtschaftsaktivitäten blieben nicht ohne Einfluss, wie etwa die Siedlungsgefüge von Egg oder Bezau zeigen. 
  • Verschiedene Formen der Arbeitsmigration machten den Bregenzerwald zu einer – gemessen an bäuerlich-alpinen Standards – verhältnismäßig offenen Region, die im Geben wie im Nehmen mit einem weitläufigen Umfeld kommunizierte.
Insgesamt zeichnet sich die Kulturlandschaft Bregenzerwald durch einen äußerst hohen Grad an Intaktheit, an Authentizität aus.


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Lohnt sich ein Download? Ein schneller Blick auf das Inhaltsverzeichnis:
Naturraum und Kulturräume – Abgrenzungen 3
Herrschaftsverhältnisse 4
Siedlungs- und Erschließungsvorgänge 9
Die Bevölkerungsentwicklung 14
Agrarisches Wirtschaften auf drei Höhenstufen 15
Ökonomische Diversifikation – Saisonwanderungen, Gewerbe und Protoindustrie  17
Verkehrslinien 20
Siedlungsbild und Bauformen 21
Zusammenfassung: Die Bedeutung der Kulturregion Bregenzerwald 23

Sonntag, 22. Mai 2022

[ #Bregenzerwald ] Bregenzerach - Lebensader des Bregenzerwaldes


Die Bregenzerach als wichtiger Teil Vorarlbergs, gibt Identität und wirkt als Symbol für wertvollen Lebensraum. 

2005 fielen im Bregenzerwald die höchsten Niederschläge seit Beginn der Aufzeichnungen. Diese führten zu einem Hochwasser, wie es bisher noch nie beobachtet wurde.

Mit einem Einzugsgebiet von 830 km² und einer Länge 68,85 km (Stand 2012 lt. Land Vorarlberg) ist die Bregenzerach der wichtigste Gebirgsfluss im Norden Vorarlbergs. Sie entspringt an der Ostflanke der Mohnenfluh (Mohnensattel) oberhalb von Schröcken im Lechquellengebirge in 2300 Metern Höhe und entwässert mit ihren Zuflüssen den Nordteil des Lechquellengebirges, den Westteil der Allgäuer Alpen sowie große Teile des Bregenzerwaldgebirges in Richtung Nordwesten.
 

Der Fluss bildet zahlreiche Tobel, in einem tiefeingeschnittenen Engtal fließt er vom Hochtannberg an den Vorderwald, bildet im Unterlauf die südliche und westliche Stadtgrenze von Bregenz und mündet unweit des Klosters Mehrerau in den Bodensee.

Lebensader. Auch die Besiedelung des Bregenzerwalds orientiert sich an dem Fließgewässer: Nahezu alle Gemeinden des Bregenzerwalds liegen im Tal der Bregenzer Ach oder im Tal einer ihrer Nebenflüsse. Die Bregenzerwaldstraße folgt ab Egg im weitesten Teil ihres Verlaufs durch den Bregenzerwald dem Flusslauf. Von Bregenz bis Bezau orientierte sich zudem die Trasse der Bregenzerwaldbahn bis zu ihrer Stilllegung an dem Flusslauf. Die Bregenzerach ist damit Lebensader für die gesamte Region. Deshalb sind auch Fragen der Freizeit- und Erholungsnutzung wichtige Anliegen: Fischerei, Nutzung der Energie für Wasserkraftwerke, Badegewässer, Freizeitraum, etc. Nach etwa 68 km Flusslauf mündet die Bregenzer Ach als Gemeindegrenze zwischen der Landeshauptstadt Bregenz und der Marktgemeinde Hard in den Bodensee. Als wichtigste tributäre Zuflüsse sind die Rotach und die Weißach (mit Bolgenach) sowie die Subersach zu erwähnen.

Vorarlberg ist ein wasserreiches Land. Wasser ist auch unser einziger relevanter Bodenschatz. Die zahlreichen Gewässer sind wertvolle Lebensadern der Vorarlberger Landschaft, einzigartige Natur- und Erholungsräume. Der Schutz vor Hochwasser ist eine Grundlage für die Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung. Im August 2005 fielen im Bregenzerwald die höchsten Niederschläge seit Beginn der Aufzeichnungen. Diese führten zu einem Hochwasser, wie es bisher noch nie beobachtet wurde. Nach diesem Ereignis von 2005 wurde ein Bündel von Sofortmaßnahmen für den Schutz der Gemeinden entwickelt und größtenteils bereits umgesetzt.

Als Vorarbeiten wurde im Auftrag der Vorarlberger Landesregierung eine umfangreiche Dokumentation und Bewertung der Ursachen, Schäden und Auswirkungen für das gesamte Landesgebiet erstellt.


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Lohnt sich ein Download? Ein schneller Blick auf den Inhalt sagt mehr:

Land Vorarlberg: „Lebensader Bregenzerach – von Schoppernau nach Egg“

1. Vorwort 4
2. Einbettung des Projektes 5
2.1. Auszüge aus der „Wasserwirtschaftsstrategie des Landes Vorarlberg 2010“ 5
2.2. Leitsätze aus „Vision Rheintal, Fachteam Freiraum und Landschaft, Ergebnisse“ 6
2.3. Auszüge aus „Fließgewässer in Vorarlberg, Gewässerstrukturen  Erfassen – Bewerten – Darstellen“ 7
3. Die Bregenzerach im Wandel 8
3.1. Schoppernau 11
3.2. Au 14
3.3. Schnepfau 18
3.4. Mellau 21
3.5. Reuthe / Bezau 25
3.6. Andelsbuch / Schwarzenberg 29
3.7. Egg 34
4. Zugänglichkeit und Wege 38
4.1. Schoppernau 39
4.2. Au 39
4.3. Schnepfau 40
4.4. Mellau 40
4.5. Reuthe / Bezau 41
4.6. Andelsbuch / Schwarzenberg 41
4.7. Egg 42
5. Naherholungsnutzung der Bregenzerach aus Sicht der Gemeinden 43
5.1. Schoppernau 43
5.2. Au 44
5.3. Schnepfau 44
5.4. Mellau 45
5.5. Reuthe 46
5.6. Bezau 48
5.7. Andelsbuch 48
5.8. Schwarzenberg 49
5.9. Egg 50
6. Naherholungsnutzung der Bregenzerach aus Sicht von lokalen Institutionen / Interessensvertretungen 52
6.1. Gesundheit 52
6.2. Familienverband 54
6.3. Tourismus 55
6.4. Feuerwehr 57
6.5. Stromproduzent VKW 57
6.6. Fischerei 59
6.7. Ökologische Begleitung 60
6.8. Sicherheit 61
7. Zusammenfassung 64
8. Vorschlag einer Vision für die Lebensader Bregenzerach 66
9. Anhang 67
9.1. Kontaktierte Personen und Institutionen 67
9.2. Stellungnahme Hochwasserschutzprojekt Bregenzerach in Au 70

Donnerstag, 19. Mai 2022

[ #Bregenzerwald ] Bregenzerwälder Wörterbuch - Joseph Bergmann: Über die Volkssprache im äußern Bregenzerwalde


Joseph Ritter von Bergmann: "Über die Volkssprache im äußern Bregenzerwalde"

Das Buch "ÜSA SCHPROH – ÜSA GSCHPANO" von Sylvester Ratz und Anton Franz, 2001; 188 Seiten (ca. 2800 Worterklärungen; Redewendungen, Sprüche; Kapitel über Brauchtum, Wälder Kost, Tracht, etc) ist zwar fast vergriffen aber auf der Website von "Stemmeisen & Zündschnur" online zugänglich.

Wënn as kîtzbollôt, kunnt Rëagô. Verstanden? Nicht? Also dann auf deutsch: "wenn es körnig schneit, kommt Regen nach". Das Buch ist im November 2001 erschienen. Die Auflage ist zwischenzeitlich beinahe vergriffen. Aber dank der Einladung von Stemmeisen & Zündschnur, das Mundart-Wörterbuch auf ihrer Homepage zu plazieren, hat sich eine Gelegenheit ergeben, den Wälder Mundart-Wortschatz nicht nur zu zu pflegen sondern auch allgmein zugänglich zu machen. Es ergibt sich dadurch auch die Möglichkeit, den Wortschatz zu ergänzen, zu verbessern und auf dem neuesten Stand zu halten.

Joseph Ritter von Bergmann. Volkssprache im äußern Bregenzerwalde. Von dem Hittisauer Joseph Ritter von Bergmann, dem Begründer einer quellenkritischen und methodischen Vorarlberger Landesgeschichtsschreibung haben wir dank Google Books ein historisches Dokument zur Bregenzerwälder Mundart digitalisiert online, nämlich seinen Aufsatz "Über die Volkssprache im äußern Bregenzerwalde, nebst einem alphabetischen Verzeichnisse und beigefügter Erklärung dortiger Idiotismen".


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[ #Sulzberg ] Ein "seltsamer" Außenposten Vorarlbergs: Bröger im Weißachtal

Vorarlberg weist einige ungewöhnliche Grenzen auf. 

So ist das Kleinwalsertal bekanntlich auf dem Straßenweg nur über das Ausland erreichbar. Innerhalb des Landes verwundert zum Beispiel der Grenzverlauf zwischen Frastanz und Nenzing, wo einzelne Weiler in schwer nachvollziehbarer Weise den jeweiligen Gemeinden und damit seit 1903 auch unterschiedlichen Bezirken zugeordnet sind. 

Am auffälligsten wirkt jedoch bei einem Blick auf die Karte Vorarlbergs ein kleiner Landzipfel im Weißachtal, der fast vollständig von deutschem Staatsgebiet umgeben und nur durch einen engen Korridor mit der Gemeinde Sulzberg verbunden ist. Es handelt sich dabei um die aus einigen wenigen Häusern bestehende Parzelle Bröger.

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Dienstag, 8. März 2022

[ #Bregenzerwald ] Die wichtigsten Talschaften Vorarlbergs im Sachunterricht: Der Bregenzerwald


Bregenzerwald ist die Bezeichnung für eine Region Vorarlbergs. 

Der Bregenzerwald ist die größte eigenständige Talschaft Vorarlbergs. Er umfasst das Einzugsgebiet der Bregenzerach von ihrem Ursprung im Bereich der Braunarlspitze und der Mohnenfluh bis zum Eintritt in das Rheintal. Kurz und vereinfacht gesagt: Vom Bodensees bis an den Hochtannbergpass.
Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!

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