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Dienstag, 10. Januar 2023

[ #Vorarlberg ] Joseph Feßler: Der Vorarlberger Bischof von St.Pölten

DDr. Klaus Küng ist "nur" der zweite gebürtige Vorarlberger, der in der Geschichte der Diözese St. Pölten zum Bischof bestellt wurde. Aus Vorarlberg  stammte auch Dr. Josef Feßler, Bischof in St. Pölten von 1865 bis 1872.

Joseph Feßler  (* 2. Dezember 1813 in Lochau,  als  erstes Kind von Gebhard und Genoveva Feßler ; † 25. April 1872 in Sankt Pölten) war römisch-katholischer Theologe und Bischof von Sankt Pölten.war von 1865 bis 1872 Bischof von St. Pölten und zuvor Weihbischof seiner Heimatdiözese Feldkirch.

Geboren in Lochau bei Bregenz, trat er nach dem Schulbesuch in Feldkirch  (1824 bis 1830), Salzburg und Innsbruck 1833 in das Brixener Priesterseminar ein. Nach seiner Priesterweihe 1837 lehrte er als Dozent für Kirchengeschichte und Kirchenrecht in Brixen, studierte aber auch an der Weltpriesterbildungsanstalt Frintaneum in Wien.

Konservativer Politiker. 1848 wurde Feßler als Abgeordneter für den Wahlbezirk Bregenz in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt. Reden hat er dort keine gehalten, angeblich weil sich alle anderen draum gedrängt hatten. Leo Haffner berichtet in seiem Aufsatz "Die Aufklärung und die Konservativen" (Ein Beitrag zur Geschichte der katholisch-konservativen Partei in Vorarlberg - Erschienen in: Nachträge. Zur neueren Vorarlberger Landesgeschichte. Hrsg. Von Meinrad Pichler, Fink's Verlag Bregenz 1983, S. 10-31) :
"Als Beispiel für die Spannungen zwischen führenden Vertretern der Kirche und Vorarlberger Demokraten mag der Hinweis auf eine Episode dienen: Bürger von Feldkirch, der Hochburg der Demokraten, waren über einen der Vorarlberger Delegierten im Frankfurter Parlament, den Theologen und späteren Bischof von St. Polten, Dr. Josef Feßler, "so aufgebracht, dass er auf der Heimreise, schon in Bregenz angelangt, nach Bayern zurückkehren musste, um über Imst ins Oberinntal und nach Innsbruck und Brixen zu gelangen". Er hatte sich, so Paula Geist in ihrer "Geschichte Vorarlbergs im Jahre 1848/49", "verdächtig gemacht durch die Art, in der er für alles stimmte, was reaktionär war und allem opponierte, was nur anscheinend in den Bereich des Fortschritts gehörte. ... Er stimmte gegen die Aufhebung des Adels, weil er nicht einsah, 'warum ein Graf oder ein Baron oder ein Herr von ... seinen Titel verlieren sollte, der niemand schade'. Er stimmte für die Todesstrafe, 'weil Gott nach der Lehre der heiligen Schrift den Obrigkeiten das Recht über Tod und Leben gegeben hat'. ... Er hat gegen die Wahrung des Briefgeheimnisses gestimmt, weil dieses Gesetz für Vorarlberg, wo solche 'Missbräuche' nicht herrschten, gar nicht in Betracht käme..." .
1852 wurde er als Professor für Kirchengeschichte an die Wiener Universität berufen. Er erwarb sich den Ruf eines Sachverständigen für die Unierte Kirche. Als Unierte Kirchen (offiziell Katholische Ostkirchen) werden jene Ostkirchen bezeichnet, die als Teilkirchen der römisch-katholischen Kirche unter dem Papst von Rom mit der Lateinischen Kirche in Glaubens-, Gebets- und Sakramentengemeinschaft stehen.  In der heftigen Diskussion um das Konkordat wandte er sich gegen die liberale Kritik und war auch später an den Verhandlungen um eine Revision des Konkordats beteiligt. Seine Position ist nicht unähnlich der heutigen: Er stand als konservativer Repräsentant des flachen Landes gegen die fortschrittsorientierten ökonomischen, kulturellen und sozialen  urbanen Entwicklungen.

Bischof von St. Pölten. 1862 wurde Joseph Feßler zum Weihbischof und Generalvikar der Diözese Feldkirch ernannt, zwei Jahre später erfolgte seine Ernennung zum Nachfolger des verstorbenen St. Pöltner Bischofs Ignaz Feigerle.  Am 30. April 1865 wurde er in St. Pölten inthronisiert. Während seines siebenjährigen Episkopats galt sein Wirken besonders dem Kampf gegen den Liberalismus und den liberalen Religionsgesetzen von 1868. Er erwarb 1869 für die katholische Kirche den "St. Pöltener Boten" als Sprachrohr gegen den Liberalismus und legte damit den Grundstein für die katholische niederrösterreichische Pressepolitik bis in die heutigen Tage, das Niederösterreichische Pressehaus.  In der Seelsorge in Niederösterreich war er aber so gut wie nicht tätig sondern kümmerte sich um die Belange der österreichischen und der Gesamtkirche.

Vaticanum I
Vatikanisches Konzil. Als ein (gemäßigter) Hauptvertreter des Unfehlbarkeitsdogmas in Österreich war er 1869/70 Generalsekretär des Vatikanischen Konzils. Das Erste Vatikanische Konzil (Vaticanum I vom   8. Dezember 1869 bis 20. Oktober 1870), das von der römisch-katholischen Kirche als das 20. Ökumenische Konzil angesehen wird, erhob die Lehre von der Unfehlbarkeit des Papstes „bei endgültigen Entscheidungen in Glaubens- und Sittenlehren“ definitiv zum Dogma.

Darüber führte er mit dem bedeutendsten  Kirchenrechtslehrer seines Jahrhunderts, Johann Friedrich (Ritter) von Schulte aus Prag,  einen wiederholenden Disput. Er konnte wohl als konservativer Repräsentant der katholischen Kirche die Abspaltung der Altkatholiken nicht wirksam begegnen, namentlich von Johann Friedrich (Ritter) von Schulte und  Johann Joseph Ignaz (Ritter) von Döllinger, obwohl sich gerade letzterer ständig gegen das Schisma wehrte und in der katholischen Kirche bleiben wollte, ja sich fortan um Ökumene bemühte. Diese Niederlage überrascht umso mehr, als es ihm ja umgekehrt gelungen war, Gegner des Dogmas unter den Bischöfen in Deutschland und  Österreich "umzudrehen". Offenbar war er hier weit weniger diplomatisch und unversöhnlicher, ließ eine weniger großzügige Interpretation zu als zu jener Zeit als man noch um die Mehrheit beim Vatikanischen Konzil bangen musste. Durch seinen frühen Tod im Alter von 59 Jahren fand sein kirchliches  und politisches Engagement gegen die Liberalen allerdings ein jähes Ende.


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Freitag, 8. Juli 2022

[ #Lochau ] Lieb ist Laydes Anfangkh über kurz oder lankh


Der Salzburger Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau war kein Schürzenjäger sondern treu sorgender "Ehegatte". 

Wolf Dietrich von Raitenau (* 26. März 1559 in Schloss Hofen in Lochau am Bodensee; † 16. Jänner 1617 auf der Festung Hohensalzburg) glaubte von dem Tag an, als er noch als junger Domherr der schönen Salzburger Bürgerstochter Salome Alt begegnete, bis zu seinem Tod, dass die Erlaubnis für Priesterehen nur noch eine Frage von Tagen sein konnte.
Mehr erfahren. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „Google Search“. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link und zusätzliche Infos!

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒

Donnerstag, 3. März 2022

[ #Hard ] NS-Restitution: Rupp versus Alma


Ein Lehrbeispiel über die Kontinuitäten undemokratischer Vorarlberger politischer Eliten.

Die Nazigeschichte Vorarlbergs beschäftigte Vorarlberg noch einmal ganz merkwürdig und das rechtsstaatliche und demokratische Bekenntnis der Vorarlberger Politik schienen schon wieder einmal gescheitert. Erst der Oberste Gerichtshof aus dem im politischen Vorarlberg ungeliebten Wien stellte wieder die Verhältnisse in Recht und Ordnung.

Am 13. Februar 1947 droht der Präsident der Vorarlberger Landwirtschaftskammer Karl Zerlauth (*1894; †1967 ) Josef Rupp an, dass für den Fall eines Rückstellungsverfahrens wegen des Schmelzwerkes in Lochau, des ihm durch die Nazis zu Unrecht entzogenen Eigentums zugunsten der Käsereigenossenschaft ALMA, dass der Landeshauptmann Ilg ihn diesmal schon "bücken würde".

Tatsächlich intervenierte Landeshauptmann Ilg sichtlich wider besserem Wissen um die tatsächlichen Verhältnisse im Ministerium, offenbar in der verqueren Meinung, man könnte noch immer (oder schon wieder) durch willkürliches Verwaltungshandeln die unabhängige Gerichtsbarkeit ausschalten.

Zerlauth selbst war nicht nur Bauernkammerpräsident sondern Landtagsabgeordneter, Mitglied der Landesregierung Ilg und Regierungsreferent für Ernährungsfragen. In den hungrigen Nachkriegstagen ein mächtiger Mann. Selber hatte er sowenig wie Ilg eine demokratisch weiße Weste. Am 14. November 1934 wurde Karl Zerlauth aufgrund der diktatorischen Maßnahmen des austrofaschistischen Ständestaats zum Landtagsabgeordneten ernannt, nachdem man den wirklich gewählten Abgeordneten die Mandate entzogen hatte! Ilg wiederum war ja zu Zeiten des Austrofaschismus nicht nur kurzfristig Staatssekretär unter Dollfuß sondern auch Landesbauernführer.

1908 wurde die Firma Rupp als Käsewerk in Lochau gegründet. 1921 wurde die Alma-Käse-Fabrik als Genossenschaft in Hard gegründet. Der Schwerpunkt der beiden Firmen lag in der Schmelzkäseerzeugung. 1937 hatte Rupp ein neues Schmelzkäserwerk errichtet, das im Juni 1938 an die Bauerngenossenschaft Alma verkauft werden musste, weil die Nationalsozialisten einen Betrieb verweigerte. Nach 1945 bemühte sich der alte Eigentümer Josef Rupp um die Rückstellung seines Betriebes.

Die Bauerngenossenschaft, die sich jeweils durch den Austausch einiger Spitzenfunktionäre für jedes gerade aktuelle System politisch umfärbte, ging bis in die höchste Instanz und hatte auch die Politik und die landwirtschaftlichen Verbände auf ihrer Seite. Man argumentierte in der traditionellen pseudoantikapitalistischen Ideologie des Austrofaschismus wie des Nationalsozialismus: Der "Betrieb einer Bauerngenossenschaft" darf nicht einem Privatunternehmer in die Hände fallen.

Landeshauptmann Ilg hatte gar noch gerügt, dass die Landesregierung "übergangen" worden sei, wiewohl es sich um einen Rechtsstreit und nicht um eine politische Verwaltungshandlung handelte. Die Umstände der Transaktion spielten bei diesen Überlegungen vorsätzlich keine Rolle, allerdings spielten sie ihm Rahmen des Verfahrens vor der Rückstellungskommission sehr wohl eine, denn glücklicherweise hatte das wiedererstandene Österreich doch bereits eine funktionierende rechtsstaatliche Justiz. In diesem Verfahren setzte sich nach drei Jahren der Antragsteller Josef Rupp vor der obersten Rückstellungskommission beim OGH durch und es wurde ihm bestätigt, dass es sich bei der Transaktion im Juni 1938 um keinen „redlichen Erwerb“ durch die Firma Alma, sondern um eine Vermögensentziehung gehandelt habe.

Der latente Streit zwischen der politisch verwalteten "Genossenschaft" ALMA und dem privatwirtschaftlichen Unternehmen Rupp endete schließlich 2008 endgültig: Im Jänner übernahm Rupp die Firma Alma, deren standespolitisches Management nun endgültig gescheitert war und damit dem bäuerlichen Genossenschaftsgedanken den Todesstoß versetzt hatte.  Dabei hatte der Genossenschaftsgedanke einen großen Vater. Auf Initiative von Franz Michael Felder gründeten eine Handvoll entschlossener Bauern 1860 den „Landwirtschaftlichen Käseverein Bezau“. Gemeinsam wollte man das Monopol der sogenannten „Käsegrafen“ beenden. Das war freilich eine gänzlich andere Idee von Genossenschaft gewesen.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

Donnerstag, 7. Oktober 2021

[ #Hohenems ] Wolf Dietrich von Raitenau (Celsissimus. Salzburger Roman 1900)

Wolf Dietrich von Raitenau
[Free e Book] Der Stoff aus dem Romane sind: Am 2. März 1587 wurde der "Vorarlberger"- geboren auf Schloß Hofen in Lochau - Wolf Dietrich von Raitenau neuer Erzbischof von Salzburg. 

Seine Lebensgefährtin Salome Alt schenkte ihm fünfzehn Kinder. Sein Vetter Markus Sittikus von Hohenems sperrt ihn auf der Festung Hohensalzburg ein. Arthur Achleitners historischer Romamn "Celsissimus. Salzburger Roman" (1900) steht als free eBook online.
"Zum Geleit seien nur wenige Worte vorausgeschickt. Der geneigte Leser wolle nicht an Bischöfe und Priester unserer Zeit denken, wenn er an Wolf Dietrich, den erhabenen Kirchenfürsten des 16. Jahrhunderts denkt und seine Schicksale liest. Die Verhältnisse der damaligen Zeit lagen ganz anders, wie denn auch für die Erwählung eines Kirchenfürsten nicht kirchlich frommes Leben, sondern adelige Geburt erforderlich war. Der Adel beanspruchte die hohen und einträglichen Würden der Kirche, er allein war stiftsfähig und bestrebt, solche Stellen, weil das Leben versorgend, an sich zu bringen.
In die Zeit Wolf Dietrichs, eines genial veranlagten Adeligen, fiel die Restaurationsbewegung, von diesem Fürsten erwartete man Ausrottung des Protestantismus, der immer wieder auflodernden Kelchbewegung, Berufung der Jesuiten nach Salzburg, Wiederherstellung des Cölibates, Anforderungen, die über eines selbst genialen Mannes Kräfte gehen mußten, zumal wenn die Erziehung, das Leben in römischen Palästen der Gedankenwelt eine ganz andere Richtung gegeben. 
Wolf Dietrich, der seine Fehler durch Sturz und lange Gefangenschaft sühnte, ist die interessanteste Erscheinung in Salzburgs Geschichte, die unvergessen in dankbarer Erinnerung fortleben wird, so lange die schöne Stadt Salzburg, welcher er das heutige Gepräge gegeben, bestehen wird."
München, im Herbst 1900.
Celsissimus. " ... Und in solchem Machtgefühle, hochdenkend von eigener Würde und Stellung im Stiftsland wie im Reich, genügte ihm der alte Titel eines Primas von Deutschland nicht mehr; die bayerische Zumutung forderte eine Antwort im höheren Wege, Wolf Dietrich erließ ein Mandat, worin er sich als der erste unter den Erzbischöfen Salzburgs den Titel “celsissimus” (der “erhabenste”) beilegte.
Die Welt ging darob nicht aus den Fugen, Salzburgs Unterthanen nahmen diese Verfügung, die kein Bargeld oder Steuern verlangte, gleichmütig hin; aber in München ärgerte man sich über den "celsissimus", man verstand diese Antwort und deutete sie als definitive Absage an die Liga. ..."

 [Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒ 

Dienstag, 28. September 2021

[ #Lochau ] Der "Vorarlberger" Erzbischof mit den fünfzehn Kindern



Ein Bild von Camillo Procaccini (1551 – 1629), das die Grablegung Christi darstellt, zeigt Salome Alt im Vordergrund als Maria Magdalena. Wolf Dietrich stiftete dieses Werk dem Kloster Langnau, wo sich das Grab seiner Familie befand, von wo aus es später in die Dorfkirche des benachbarten Hiltensweiler (heute zu Tettnang, Baden-Württemberg) kam.  Quelle: Wikimedia
Salome Alt, ab 1600 Alt von Altenau (* 21. September 1568 in Salzburg, Österreich; † 27. Juni 1633 in Wels, Österreich) war die Lebensgefährtin und Geliebte des Fürsterzbischofs von Salzburg Wolf Dietrich von Raitenau. 
Am 2. März 1587 wurde der "Vorarlberger" (geboren auf Schloss Hofen in Lochau, seine Eltern waren der kaiserliche Obrist Hans Werner von Raitenau und Helena von Hohenems) Wolf Dietrich von Raitenau neuer Erzbischof von Salzburg. Die Nachwelt sollte ihn als den "Begründer der barocken Stadt Salzburg" ehren. Seine Lebensgefährtin Salome Alt schenkte ihm fünfzehn Kinder. Sein Vetter Markus Sittikus von Hohenems sperrte ihn ein. 
Die feudale Raffgier kannte auch bei ihm wie auch seiner Hohenemser Verwandtschaft keine Grenzen. Aber Schürzenjäger war er keiner, sondern ein liebender "Ehemann".
Vom ersten Tag an glaubte er, dass die Aufhebung des Zölibats nur mehr eine Frage einer kurzen Zeit sei. Er sollte sich für Jahrhunderte irren. So beherbergt die Franziskanerkirche in Salzburg eine kleine Sensation und eine ganz einmalige Liebeserklärung für Salome Alt und seine Familie: Der Fürsterzbischof ließ - um Salome Alt und seinen unehelichen Kindern Zugang zum Gottesdienst zu gewähren - eine Hausfassade mit Fenstern in die Kirche einbauen, durch die Salome Alt und die Kinder an der Messe teilnehmen konnten.

Wolf Dietrich von Raitenau
 Grundstein für Dombau. Fürsterzbischof Wolf Dietrich ließ im Sinne des Absolutismus den fürstlich regierten Beamtenstaat Salzburg entstehen. In seine Herrschaft fällt der Wandel der gotischen Stadt Salzburg zu einer barocken Residenzstadt. Er beginnt mit der Umgestaltung der engen spätgotischen Stadt zum "deutschen Rom". Zu Recht gilt der Umfang seiner Bautätigkeit mit etwa 70 bekannten Bauvorhaben als bedeutend. Was davon erhalten geblieben ist, erreicht mehrheitlich europäischen Rang. Unter ihm wurde 1595 der Bau der Residenz und um 1606 für Salome Alt, die 22 Jahre lang bis an sein Lebensende seine Lebensgefährtin war, der Bau von Schloss Mirabell in Angriff genommen, das damals noch in großer Liebe Schloss Altenau heißen sollte und erst von seinen Nachfolgern in "Mirabell" umbenannt wurde. Nach dem Brand des Doms (1598) legte er 1611 den Grundstein zum barocken Dom.

Abreißbirne. Als der herrliche romanische Dom nach dem Brandunglück vom 11. Dezember 1598 dahinsiecht, wird an diesem Ort die Kapuzinerkirche gebaut. Das "Brandunglück" war in Wirklichkeit ein geringfügiger Brand in einem oberen Nebenraum des alten Münsters. Aber neben den siebzig Bürgerhäusern musste auch der Domfriedhof (heute Residenzplatz) den Plänen Raitenaus weichen. Seine Planungen nach dem Dombrand sahen nämlich gravierende städtebauliche Veränderungen und Erneuerungen vor, insbesondere an den umgebenden Residenz- und Kapitelgebäuden. Gemäß den Vorstellungen des venezianischen Architekten Scamozzi schafft Wolf Dietrich die großen Plätze rund um den Dom, die heute die Kulisse für die Salzburger Festspiele darstellen und lässt dafür einfach mehrere Häuserzeilen, an die sechzig Bürgerhäuser niederreißen. Der so genannte "Toskanatrakt" der ehemals fürsterzbischöflichen Residenz wurde zwischen 1605 und 1611 erbaut. Dieser Neubau umschloss zwei Gartenhöfe, die mit Brunnenanlagen, Wasserspielen, Grotten, Figurennischen und einem Vogelhaus ausgestattet waren. Die "alte" Residenz, angrenzend an den Residenzplatz, diente weiterhin als Repräsentationsbau und Regierungssitz; die neuen Höfe erhielten mit ihrer Ausstattung als Lustgärten eher privaten Charakter.

Dombau. Nach dem Abriss des romanischen Doms scheitert der überdimensionierte Plan des Domneubaus. Zunächst wurde anscheinend für kurze Zeit eine Wiederherstellung erwogen. Bis 1602 barg man vor allem die wieder verwendbaren Ausstattungsstücke: Orgel, Portale, Altäre, Bischofsgräber und das Marmorpaviment. Dann erst fasste das Dom-Kapitel den Beschluss zum Neubau. In der Folgezeit nahm Raitenau Kontakt zu Vincenzo Scamozzi auf, der im Februar 1604 in Salzburg weilte. Erst im März 1606 begann der Abriss der Ruine. Im Juni, als die Reliquien transloziert wurden wird er sich dem Abschluss genähert haben. Die Arbeiten wurden jedenfalls bald eingestellt. Wolf Dietrich baute nun Mirabell (Schloss Altenau) für seine Familie. Erst im März 1611 nahm man den Bau wieder auf, in erheblich reduzierten Dimensionen und um 90 Grad gedreht, d. h. mit dem Chor nach Süden. Mit dem Sturz Raitenaus im Herbst des Jahres kam allerdings alles zum Erliegen.

Festspielhaus. Sein Marstall (heute Festspielhaus) entstand im Garten des ehemaligen Petersfrauenklosters. Unter Marstall versteht man Stallbauten in fürstlichen Residenzen gebraucht, die von der Frühen Neuzeit bis in das 19. Jahrhundert in repräsentativer Architektur ausgeführt wurden. Die fürstlichen Marställe umfassten die Gebäude für Pferde, Wagen, Kutschen und Geschirr.

Seinem Bruder Hannibal erbaute er auf dem Michaeler Platz (heute Mozartplatz) einen großen Palast, den er jedoch selbst wieder abreißen ließ. Er beschäftigte zahlreiche italienische Stukkateure, Architekten und Maler, von denen Francesco Vanni und Leandro Bassano wohl die bedeutendsten waren. Elia Castello entwarf ihm jenseits der Salzach im Stil eines italienischen Campo Santo den neuen Sebastiansfriedhof, in dessen Mitte er die Gabrielskapelle als seine Grabstelle bestimmte. Es sollte das einzige Bauwerk bleiben, das er tatsächlich vollenden konnte.

Wo immer Wolf Dietrich seine kühnen Baupläne umsetzen kann, tritt auch sein Wappen in Erscheinung. Berichtet wird auch von einem weitläufigen Mäzenaten- und Sammlertum. So entstanden wertvolle Sammlungen von Grafiken, Gemälden, Büchern, Tapisserien und Goldschmiedearbeiten. Zur prunkvollen Ausgestaltung seiner Hofhaltung berief er zahlreiche Goldschmiede nach Salzburg, darunter Hans Karl aus Nürnberg, Hans Menz aus Fulda, Paul Hübner aus Augsburg und Jonas Ostertag, alles internationale Kapazitäten der damaligen Zeit. Hans Waldburger war das Oberhaupt einer großen Bildhauergruppe, die er ebenfalls beschäftigte.

Plan Mirabell mit Garten
Mirabell. Wie er seine Bautätigkeit verstand ist rasch geklärt: Mirabell, unter Wolf Dietrich von Raitenau hieß es noch "Altenau", weil für seine geliebte Salome Alt gebaut, beglückte er mit einer Inschrift: "Aus Raitenauischem Stamme, Fürst durch göttliche Gnade an den reißenden Fluten der vorüberfließenden Salzach, einst rastlos sich mühend und nach steiler Höhe strebend, errichte ich mir jetzt, da ich durch Krankheiten körperlich verfalle, dieses ruhige Haus, diesen stillen Hafen innerhalb eines halben Jahres." Die daran angrenzende üppige Gartenanlage mit großen Springbrunnen und Steinfiguren gehört zu den wohl am meisten fotografierten Touristenattraktionen der Stadt.

Seinen heutigen Namen erhielt das Schloss von Wolf Dietrichs Nachfolger Markus Sittikus (1612 - 1619). Er ließ Altenau nach dem Tode Wolf Dietrichs in "Mirabell" umbenennen. Fürsterzbischof Paris Graf von Lodron (1619 - 1653) bezog durch seine Befestigungsanlagen Schloss und Garten in das Stadtgebiet ein. Er schätze das Schloss als Aufenthaltsort und verstarb hier auch am 15. Dezember 1653.

Finanziert hatte er den großzügigen Eintritt Salzburgs als barocke Residenzstadt mit auch heute nicht unbekannten Maßnahmen: Landsteuern, Türkenhilfen, Umgelder auf alkoholische Getränke und Mauten aus dem Salzburger Handel, also mit einer rigoros betriebenen Fiskalpolitik und natürlich dem Salzgeschäft. Die steirischen Vermögen und Landbesitze (Seckau) machte er durch Verkauf zu Geld. Zu guter Letzt liegt darin auch ein Teil seines Scheiterns. Die Salzpreise und sein Streben nach dem Monopol verärgerten die denn doch bedeutenden Bayern zusätzlich.

Wolf Dietrich von Raitenau und die Raitenauer. Er wurde am 26. März 1559 als Erstgeborener auf Schloss Hofen in Lochau bei Bregenz geboren. Seine Eltern waren der kaiserliche Obrist Hans Werner von Raitenau und Helena von Hohenems und hatten ihn früh für die kirchliche Laufbahn bestimmt. Die Mutter des Wolf Dietrich von Raitenau ist eine geborene Gräfin von Hohenems und hat in ihrer Linie Clara di Medici (1507-~1560), die aus einem bedeutenden Mailänder Patriziergeschlecht stammt, das aber nicht mit den namensgleichen Medici aus Florenz verwandt ist. Sie war eine Schwester des Kardinals Merk Sittich von Hohenems und mütterlicherseits eine Nichte des Giovanni Angelo de Medici, der als Papst Pius IV. von 1559 bis 1565 regierte. Über ihren Bruder Jakob Hannibal war sie außerdem eine Schwägerin des späteren Heiligen Carlo Borromeo, Erzbischof von Mailand.

Die Raitenauer, ein zwar altes Geschlecht, doch nur von niederem Adel, waren um das 13. Jahrhundert von Graubünden in die österreichischen Vorlande eingewandert, mit Besitzungen im Bodenseeraum und vor allem im Hegau. Die Raitenauer sitzen ursprünglich in Lenzburg auf der Burg Raitenau, treten aber auch im Aargau, in Graubünden und in Chur auf. Sie hatten sich zunächst als Kriegsleute der Klöster St.Gallen oder Lindau, der Grafen von Montfort in Feldkirch und der Habsburger verdingt. Auch stellten sie Äbte und Äbtissinnen kleinerer Klöster.

Am 29. September 1568 verkaufte Hans Wilhelm von Knöringen seinem Schwager Hans Werner von Raitenau, kaiserlichem Rat und Oberst eines Regiments zu Fuß, das Schloss Langenstein samt dem Dorfe Orsingen. Helena von Raitenau entfaltete in Langenstein als Stellvertreterin ihres bis 1584 als Oberst in kaiserlichen Diensten stehenden Gatten eine rege Bautätigkeit, die 1600-1605 von ihrem zweitältesten Sohn Jakob Hannibal, der große Summen nicht nur für bauliche Zwecke, sondern auch für seine aufwendige Lebenshaltung investierte, fortgesetzt wurde.

Erzbischof Wolf Dietrich übernahm, nachdem sein Vater 1593 zu Szombor in Kroatien gestorben war, das Langensteiner Erbe, vergrößerte die Herrschaft durch Zukauf der Schlösser und Dörfer Volkertshausen und Eigeltingen und schenkte das Ganze bereits 1596 seinem Bruder Jakob Hannibal. Seinen Bruder Hans Rudolf  Graf von Raitenau beglückte er mit Schenkungen in Gmünd und Rosegg. Man sieht, wie man sich damals auf Kosten der Untertanen bediente. 1671 starben die von Kaiser Ferdinand II. im Jahr 1632 in den Grafenstand erhobenen Raitenauer aus.

Nepotismus. Die verwandtschaftlichen Beziehungen verschafften Wolf Dietrich sehr früh eine Domherrnstelle in Konstanz. 1570 erhält Wolf Dietrich dank dieser Günstlingswirtschaft bereits als 11-Jähriger eine erste Domherrenstelle in Konstanz, wo sein Onkel Kardinal Mark Sittich von Hohenems Bischof ist und selber sich in dieser Position unvorstellbar bereichert. Die Stifte Murbach und Lüders im Elsass sollten mit der Koadjutorswürde folgen. Mit diesem "Stipendium" ausgestattet, nahm er 1574 juridische Studien an der Universität von Pavia auf, obwohl er selbst lieber die Offizierslaufbahn angestrebt hätte. An weiteren Pfründen kamen dem jungen Mann dann noch die Stellung als Dompropst von Basel und 1578 ein Salzburger Kanonikat hinzu.

Bereits als 28-jähriger war er der Erzbischof von Salzburg. Sein Vetter, Markus Sittikus von Hohenems, der nach seiner Absetzung zu seinem Nachfolger gewählt wurde, hielt ihn fünf Jahre "als Gefangener des Papstes" aus Furcht vor seinem immer noch großen Einfluss auf der Festung Hohensalzburg gefangen, wo er am 16. Jänner 1617 starb.

Absoluter selbstherrlicher Fürst. In seiner politischen Haltung war Wolf Dietrich sehr schwankend. Am Collegium Germanicum in Rom ausgebildet wollte er das Rom der Renaissancepäpste in Salzburg nachbauen. Zuvor aber musste er die wirtschaftliche Basis des Erzstiftes durch ein neues Steuersystem auf solide Grundlage stellen. Auch die Durchführung der Reformbestimmungen des Konzils von Trient waren ihm anfangs ein großes Anliegen.

Er verfolgte einen sich seit Mitte der 1590er Jahre abschwächenden gegenreformatorischen Kurs, der sich in den Religionsmandaten vom September 1588 und Juli 1593, in der Ausweisung der sich nicht zum Katholizismus bekennenden Bürger Salzburgs und anderer Städte, in Maßnahmen gegen die Teilnahme erzstiftischer Untertanen an protestantischen Gottesdiensten im benachbarten Ausland sowie im Verbot von Mischehen niederschlug. Die Vertreibung der Protestanten gelang erst einem seiner Nachfolger, als 1731 20.000 Salzburger zum Verlassen ihrer Heimat gezwungen worden waren.

1596 holte er die Kapuziner, 1605 die Augustinereremiten ins Erzstift. Der Plan, Jesuiten zur Leitung des neu zu errichtenden Priesterseminars zu berufen, scheiterte am Widerstand des Domkapitels. Als Landesherr bemühte er sich den Einfluss von Domherren und Landständen zugunsten eines absolutistischen Regiments zurückzudrängen. Mittels neuer Statuten für das Domkapitel vom September 1605 und Mai 1606 festigte er die erzbischöfliche Autorität. Die Landstände wurden nach Bewilligung der Türkensteuer im Herbst 1592 erst gar nicht mehr einberufen.

Als Reichsfürst setzte er sich auf dem Regensburger Reichstag im Frühjahr 1594 für eine wirkungsvolle Türkenhilfe ein, trat im Herbst 1596 mit heftiger Kritik an der kaiserlichen Kriegsführung auf und hintertrieb schließlich, als seine Anregungen und Vorschläge unberücksichtigt blieben, die weiteren Verhandlungen. Sowohl mit dem Domkapitel als auch mit seinem Nachbarn, dem bayrischen Herzog Maximilian, gab es ständig Streit. Raitenau war nicht nur ein streitbarer und habgieriger Kirchenfürst. Dieser Konflikt um den wirtschaftlichen Lebensnerv, das Salz, wurde ihm schließlich zum Verhängnis. In einer überheblichen Fehleinschätzung der politischen Kräfteverhältnisse überfiel er einfach die Fürstprobstei Berchtesgaden, woraufhin der bayrische Herzog in Salzburg einmarschierte und seinen Sturz herführte.

Das Verhältnis zu Herzog Maximilian I. von Bayern war stets bestimmt durch anhaltende Rivalität um die Vorherrschaft im Bayerischen Reichskreis, durch seine Weigerung, das Erzstift in die katholische Liga zu führen, und durch ständige Auseinandersetzungen um den Salzhandel. Als er dann Anfang Oktober 1611 die Fürstpropstei Berchtesgaden militärisch besetzen ließ, fielen bayerische Truppen ins Erzstift ein. Er war auf seiner Flucht Ende Oktober 1611 – bereits außerhalb des Salzburger Hoheitsgebietes - von bayerischen Truppen gefangen genommen und nach Salzburg zurückgebracht worden. Es war ihm nicht mehr gelungen, die rettende Residenz seines Bruders zu erreichen. Er kam in Haft, aus der er selbst nach der auch unter dem Druck des Domkapitels erfolgten Niederlegung seines erzbischöflichen Amtes im März 1612 nicht mehr entlassen wurde.

Salome Alt
Salome Alt. Nicht seiner absolutistischen Politik, seinem willkürlichen kostspieligem Niederreißen Salzburger Bürgerhäuser, seiner und seiner Familie Raffgier und Bereicherungspolitik, seiner intoleranten Protestantenverfolgungen gilt heute die Kritik an seiner Person. In Schlüssellochmanier kritisiert man seine Beziehung zu Salome Alt, die ihm fünfzehn Kinder gebar.

Dabei unterschied er sich gerade hier ganz und gar von den anderen katholischen Salzburger Kirchenfürsten, denen immer nur zwei gleiche Interessen nachgesagt wurden: Erfolge bei der Hirsch- und bei der Schürzenjagd. Großer Anstrengungen bedurft es dabei nicht, denn das Rotwild wurde von Treibern bei der Jagd zu Fuschl in den See gehetzt, um dort vom geistlichen Landesherrn persönlich erlegt zu werden. Und auch jeder Bauer wusste, wenn es seine Tochter bei den fürstbischöflichen Jagdzügen schafft, einem fürstbischöflichen Kind das Leben zu schenken, ist es für immer aus mit Angst und Armut gerettet. Schamhaft verschweigen die Historien bis heute diese episkopalen Begierden in den Reichen der Aphrodite und Artemis. Denn christlich geht es darin - in einem allgemeinen Verständnis zumindest - mit Sicherheit nicht zu.

Liebeserklärung. Und gerade hier war Raitenau gänzlich anders: Er war kein Schürzenjäger sondern treu sorgender "Ehegatte". Wolf Dietrich glaubte von dem Tag an, als er noch als junger Domherr der schönen Salzburger Bürgerstochter Salome Alt begegnete, bis zu seinem Tod, dass die Erlaubnis für Priesterehen nur noch eine Frage von Tagen sein konnte. Kaum zu glauben, dass diese Frage uns heute noch beschäftigt. Salome Alt indessen war auch nie eine Mätresse des Fürsterzbischofs, sondern faktisch seine Frau, Dass der Status der Lebensgefährtin nicht in eine Ehe gehoben wurde hatte nur den Grund, dass das Zölibat eine Ehe verunmöglichte. Sie lebten aber dauernd zusammen und über eine als Schrank getarnte Tür wurden Salomes Gemächer mit den Fürstenzimmern verbunden.

Salome Alt in der Franziskanerkirche. Salome Alt strebte auch nicht nach persönlichem Glanz und Macht, stattdessen war sie dem Erzbischof stets eine treue Gefährtin und den Kindern eine gute Mutter. So beherbergt die Franziskanerkirche in Salzburg eine kleine Sensation und eine einmalige Liebeserklärung für Salome Alt und seine Familie: Der Fürsterzbischof ließ - um Salome Alt und seinen unehelichen Kindern Zugang zum Gottesdienst zu gewähren - eine Hausfassade mit Fenstern in die Kirche einbauen, durch die Salome Alt und die Kinder an der Messe teilnehmen konnten. "Lieb ist Laydes Anfangkh über kurz oder lankh" kritzelte Erzbischof Wolf Dietrich noch an die Wände seiner Zelle in Hohenwerfen!

Die eheähnliche Lebensgemeinschaft, kostete Wolf Dietrich – entgegen allen Erwartungen – die Ernennung zum Kardinal durch Papst Sixtus V. Er versuchte zwar diese eheähnliche Verbindung durch eine Standeserhebung der "nur" bürgerlichen Salome Alt aufzuwerten, doch die Kardinalswürde wurde ihm trotzdem nicht gewährt. Für den ehrgeizigen Raitenauer war diese große Enttäuschung der erste jener zahlreichen Wendepunkte, die seinen Regierungskurs gegenüber Rom und den benachbarten Mächten Bayern und Österreich prägen sollten.

Franziskanerkirche Salzburg: Hausfassade
 im Kirchenraum für Salome Alt.
Lieb ist Laydes Anfangkh über kurz oder lankh. Da das Zölibat ein Erbrecht für Salome Alt (später Salome von Altenau, eine Phantasiekombination der Familiennamen Alt und Raitenau, vielleicht auch schon eine Vorwegnahme modernen Namenrechts) ausschloss, musste Wolf Dietrich anderweitig für Salome vorsorgen. Jedenfalls muss die Vorsorge und Liebe sehr umfassend gewesen sein und verweist aber auch hier auf den absolutistischen Raubzug: Große Teile dieses Vermögens kommen durch die Ehe des Elias Seeau mit ihrer Enkelin Susanna Alt von Altenau an die Familie Seeau. Das Erbe reichte dann immerhin zum Kauf einer Burg und zweier Schlösser und vier damit verbundene Herrschaften.

Das Domkapitel hatte nach seiner Gefangennahme im Prozess Wolf Dietrich auch vorgehalten, er habe mit Salome von Altenau "zehen lebendige Kinder erzeugt, diese in allem Ueberfluße auferzogen, ansehnliche Summen Geldes an sie verschwendet, sie in fremden Ländern unter einem anderen Namen, doch, dass man sie für erzbischöfliche Söhne wohl erkannte, unterhalten, der Konkubine sehr köstliche Sachen an Silber, Gold, Kleinodien, Kleidern, nicht anders, als wäre sie eine Fürstin begabt".

Nach dem Sturz und der Gefangennahme Wolf Dietrichs wurde auch Salome Alt verhaftet, bald jedoch auf Befehl des Domkapitels wieder freigelassen. Salome und ihre Kinder fanden in Wels eine standesgemäße Heimat. Wolf Dietrich und Salome sahen sich nie wieder. Nach dem Tod Wolf Dietrichs trug Salome angeblich bis zu ihrem eigenen Tod 1633 nur noch Trauerkleidung. Der Name Altenau erlischt mit Salome Alt von Altenau, da sie keiner ihrer männlichen Nachkommen überlebt.


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Freitag, 26. Mai 2017

[ #Vorarlberg ] Biotopinventare der Gemeinden Vorarlbergs zum Download






Das Vorarlberger Biotopinventar erfasst und beschreibt die besonders wertvollen Lebensräume (Biotope) Vorarlbergs. Insgesamt sind 113 Großraumbiotope (20,55 % der Fläche Vlbg) und 1385 Biotope (10,43 % der Fläche Vlbg) katalogisiert.


Unter BIOTOP wird in diesem Inventar der Standort einer in sich mehr oder weniger geschlossenen Lebensgemeinschaft aus Pflanzen und Tieren verstanden. Klassisches Beispiel für einen Biotop wäre etwa ein Weiher, es kann aber genauso ein Waldstück, eine Wiese etc. sein.

Kriterien. Folgende Kriterien sind für die Aufnahme in das Biotopinventar entscheidend:

* Natürlichkeitsgrad
* Seltenheit
* Vorkommen geschützter Arten (Tier- und Pflanzenarten)
* Vorkommen gefährdeter Arten und Gemeinschaften
* Ökologische Wohlfahrtswirkung
* Landschaftsplanerische Bedeutung
* Landeskulturelle Bedeutung
* Wissenschaftliche Bedeutung

Definition. Unter BIOTOP wird in diesem Inventar der Standort einer in sich mehr oder weniger geschlossenen Lebensgemeinschaft aus Pflanzen und Tieren verstanden. Klassisches Beispiel für einen Biotop wäre etwa ein Weiher, es kann aber genauso ein Waldstück, eine Wiese etc. sein.

Häufig bilden einzelne Biotope in sich zusammenhängende Komplexe aus, wie etwa ein Quellmoor mit der Quelle als Einzelbiotop und den angrenzenden nassen "Quellsümpfen". Dann wird von BIOTOPKOMPLEX gesprochen. Besonders Großtiere haben Biotop übergreifende Reviere, oder ganze Landschaftsteile bilden einen geschlossenen und vielfältigen Lebensraum von besonderer Schutzwürdigkeit (z.B. Kanisfluh). In diesem Fall wird von einem GROSSRAUMBIOTOP gesprochen.

Grundsätzlich ist Biotop ein allgemeiner Begriff. Ein Biotop muss nicht von vorneherein besonders oder überhaupt schutzwürdig sein. Auch ein Garten ist z.B. ein Biotop mit Kultur- und Wildpflanzen und einer großen Zahl an Tieren - beliebte und unbeliebte - sei es im Boden oder an Pflanzen. Den Rahmen für die Beurteilung besonderer Schutzwürdigkeit haben die einschlägigen Landesgesetze vorgegeben. Die Aufnahme eines Biotops ins Inventar heißt aber nicht, dass die Fläche dadurch "automatisch" geschützt ist. Es handelt sich hingegen um informelle Vorbehaltsflächen, in andern Worten um "Hinweistafeln" auf besonderen Wert und nicht um Stoptafeln.

Digitalisierung. Die Biotopflächen sind auch digital erfasst und können über den VOGIS Atlas eingesehen werden. Die Berichte zu den Gemeinden Vorarlbergs stehen als PDF-Download zur Verfügung.

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Dienstag, 28. Februar 2012

Ein (statistischer) Blick auf die Gemeinden Vorarlbergs

"Ein Blick auf die Gemeinde"ist eine regionale Information der Statistik Austria und bietet anhand von Tabellen und Grafiken einen durchgehenden Vergleich der gewählten Gemeinde Vorarlbergs mit dem politischen Bezirk bzw. dem Bundesland, in dem sie liegt. Insgesamt sind es 55 Datenblätter die in ihrer Gesamtheit kostenpflichtig sind.

Acht der insgesamt 55 Datenblätter werden allerdings auch kostenlos online bereit gestellt. Zusätzlich zu diesen acht ausgewählten Blättern werden weitere wichtige Daten aus der Großzählung 2001 und zur Bevölkerungsentwicklung angeboten. Ein unverzichtbarer Behelf für örtliche Gemeindefunktionäre.


Ein Blick auf die Gemeinde
* Bevölkerungsentwicklung
* Bevölkerungsveränderung nach Komponenten
* Wohnungen (Hauptwohnsitze) nach Wohnraumanzahl
* Wohnbaustatistik
* Land- und forstwirtschaftliche Betriebe und Flächen nach Erwerbsart
* Ordentliche Gebarung der Gemeinde
* Außerordentlicher Haushalt und pro Kopf-Ziffern
* Steuereinnahmen und Gemeindesteuer pro Kopf
* Erläuterungen

Probezählung 2006
* Einwohnerzahl 31.10.2006

Aktuelle Bevölkerung und Bevölkerungsentwicklung
* Einwohnerzahl und Komponenten der Bevölkerungsentwicklung
* Bevölkerungsstruktur

Volkszählung 15. Mai 2001
* Wohnbevölkerung und Bürgerzahl
* Demografische Daten
* Wohnbevölkerung nach Ortschaften
* Lebensunterhalt
* Bildung, Schüler/Studenten, Familie, Haushalte
* Erwerbs- und Schülerpendler; berufliche und wirtschaftliche Merkmale
* Erwerbspendler nach Pendelziel
* Erläuterungen

Gebäude- und Wohnungszählung 15. Mai 2001
* Gebäude und Wohnungen
* Erläuterungen

Arbeitsstättenzählung 15. Mai 2001
* Arbeitsstätten und Beschäftigte
* Arbeitsstätten und Beschäftigte im Vergleich zu 1991
* Erläuterungen

Mehr + Download:
Ein Blick auf die Gemeinden in Vorarlberg