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Samstag, 20. Mai 2023

[ #Bartholomäberg ] Die Pfarrkirche St. Bartholomäus von Bartholomäberg


Der älteste und zugleich kostbarste Kunstschatz der Kirche ist das romanische Vortragekreuz (~1150).

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Bartholomäus ist eine römisch-katholische Kirche im Montafon. Sie befindet sich inmitten eines alten Bergbaugebietes. Die landesweit einzigartige barocke Pfarrkirche aus 1732 mit einem gotischem Knappenaltar (um 1525), einer bedeutenden Orgel und einem romanischen Vortragekreuz aus dem 12. Jahrhundert steht an einer beherrschenden Stelle in der Siedlung am Berghang (1.087 m). Die Lage macht Bartholomäberg zum der Sonnenbalkon des Montafons. Die kürzeste im Dezember beträgt noch immer über 6 Stunden.


Pfarrkirche Hl. Bartholomäus
"Romanisches Vortragekreuz"
(Quelle: Bundesdenkmalamt)
© bda
Siedlungs- und Kirchengeschichte. Der Grundstein für diese Kirche wurde am 26. Mai 1729 gelegt. Die feierliche Einweihung war am 6. Juni 1743 von Bischof Benedikt von Rost aus Chur. Bartholomäberg war bereits um das Jahr 1100 die erste Pfarre im Montafon. 1383 nennt eine Urkunde die Erhebung und Abtrennung Bartholomäbergs von Bludenz. Bartholomäberg und war bis ins Spätmittelalter der Hauptort des Montafons. In alten Chroniken aber wird immer wieder angeführt, dass der Ort schon um 1100 eine Seelsorge gehabt haben soll. Den ersten schriftlichen Nachweis finden wir allerdings erst 1230 nach Christus im Zinsbuch der Pfarre Bartholomäberg.

Für ein hohes Alter der Seelsorge zeugt auch das romanische Vortragskreuz. Es ist der älteste und kostbarste Kunstschatz der Kirche um die Zeit um 1150. Ein Vortragekreuz ist ein auf einer Stange befestigtes Kreuz, das in der Römisch-Katholischen Kirche beim feierlichen Einzug zur Heiligen Messe, bei Prozessionen, Begräbnisfeiern, der Gräbersegnung oder bei Wallfahrten vorangetragen wird. Das gegenständliche spätromanische Vortragekreuz von Bartholomäberg gehört zu den qualitätvollsten und wertvollsten Kleinodien des Landes Vorarlberg und befindet sich noch in Kirchenbesitz.

Früher galt das Montafon in der Vorarlberger Landesforschung erst seit etwa 1.100 nach Christus besiedelt. Neuere prähistorische Ausgrabungen brachten jedoch gar Fundstücke aus der Bronzezeit, datiert mit 14. und 13. Jh. v. Christus zutage.


Bergbau. Bartholomäberg gehört jedoch zu den ältesten urkundlich erwähnten Bergbaugebieten im Alpenraum. Die ältesten noch erhaltenen Urkunden stammen aus der Zeit Ludwigs des Frommen aus den Jahren 814 und 820 n. Chr. Neben einer Vielzahl von teils neu entdeckten Dokumenten spielt auch das churrätische Reichsurbar, das bischöfliche Einkünfteverzeichnis aus dem Jahre 842 n. Chr. eine bedeutende Rolle. Darin wird erstmals direkt auf den Eisenerzabbau hingewiesen. Um 1550 nimmt die Bergbautätigkeit im Montafon jedoch dramatisch ab. Ertragreichere Bergwerke brachten den heimischen Bergbau kurz nach 1600 weitgehend zum Erliegen.

 
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Dienstag, 21. März 2023

[ #Montafon ] Das Montafon im Mittelalter: Muntavun - das Almgebiet mit Tobeln


Die Berge sind es, welche die Geschichte des Montafons entscheidend beeinflussen.

Das Montafon wird von drei mächtigen Gebirgszügen umgeben: im Nordwesten sind es die markanten Kalkfelsen des Rätikons, im Süden begegnen Sie dem kristallinen zentralalpinen Gestein der teilweise vergletscherten Silvretta und im Nordosten dem Verwall. Das Montafon ist somit ein idealer Ausgangspunkt für alle Bergfreunde. Kein geringerer als Ernest Hemingway verliebte sich in das urige Tal - in die Berge, die Gletscher, so dass er zwei Winter in Schruns mit Frau und Sohn verbrachte.

Name. Wer weiß aberschon, dass schon der Name einen alpin(istisch)en Bezug hat? Die Berge sind es letztlich auch, die den Verlauf der Geschichte dieses Tales ganz entscheidend beeinlusst haben: Die alpine Lage prägte die Menschen und ihre Kultur. Ein verschriftlichter Vortrag von Dr. Alois Niederstetter führt über 15 Seiten in die Geschichte Monatfons im Mittelalter ein.

Erstmals genannt wird der Name "Montafon" in einer Handschrift des Jahrzeitbuchs der Churer Domkirche. Dort ist von einer Wiese zu Maysaran die Rede, von der es heißt, dass sie in Muntavun – eben im Montafon – liege. Diese erstmalige urkundliche Erwähnung eignet sich leider nicht für Jubiläumsfeierlichkeiten – sie ist nämlich nicht eindeutig datierbar. Die Handschrift wurde etwa 1196 begonnen und bis über die Mitte des 13. Jahrhunderts fortgeführt, eine genauere Zuordnung des Eintrags steht aus.

Almgebiet mit Tobeln. Der Name gilt als rätoromanischen Ursprungs. Einmal wird Montafon als durchlöcherter Berg, der auf die Bergbautradition des Tales hinweist, ein anderes Mal als Bergbrunn, Stillalpenberg oder gar als Verdoppelung des Wortes Berg verstanden. Eine andere Erklärung spricht vom Tal des Wassers oder der zwei Wasser. Am naheliegensten erscheint aus den vielen Erklärungsersuchen, dass es sich um eine Zusammensetzung aus munt (lateinisch mons = Berg), der romanischen Bezeichnung für Almgebiet, und tovone (= Tobel aus tovo für Rinneoder Graben, vgl. lateinisch tubus = Röhre) handelt, Montafon darf man also auch als "Almgebiet mit Tobeln" übersetzen.

Archäologie. Bronze- und eisenzeitliche Funde um Gargellen, in Partenen, Bartholomäberg sowie bei der Tschaggunser Mittagsspitze belegen die Answesenheit von Menschen im Montafon schon zweiten und ersten vorchristlichen Jahrtausend. Dazu könnten die "Verkehrsverbindungen" über das Schlappiner Joch ein besonderer Grund gesewesen sein.

Mittelalter. Im Laufe des Mittelalters nahm die Bedeutung des Montafons Ansiedlungsraum zu. Vorerst nur als sommerliche Alm- und Weidenutzung durch Walgauer und Engadiner Bauern, allmählich auch als Objekt von Dauersiedlungen. Im Hochmittelalter entstehen dann erste rätoromanische Dauersiedlungen. Den Zuzug der Siedler förderte im besonderen der seit dem Hochmittelalter nachweisbare Bergbau im Gebiet von Silbertal-Kristberg-Bartholomäberg, wo vor allem Silber und Kupfer abgebaut wurden. Bartholomäberg ist die älteste Ortschaft des Montafons. Dazu kamen die im 14. Jahrhundert aus dem Schweizer Kanton Wallis eingewanderten Walser für die Bewirtschaftung hochgelegener Gebiete.

Verba volant. In der Reihe "V e r b a v o l a n t" Onlinebeiträge des Vorarlberger Landesarchivs Nr. 36 vom 10.9.2008 beschäftigt sich Alois Niederstätter mit dem Montafon im Mittelalter. Das Papier steht als kostenloser Download zur Verfügung.

Prof. Alois Niederstätter. Alois Niederstätter (* 1955 in Bregenz) ist Professor für Historische Hilfswissenschaften und alemannische Landesgeschichte, seit 2001 Direktor des Vorarlberger Landesarchivs in Bregenz (Nachfolger von Karl Heinz Burmeister), Lehrtätigkeit an den Universitäten Innsbruck und Salzburg, Mitglied des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Zahlreiche Publikationen zur Geschichte des alemannischen Raumes sowie zur habsburgischen Geschichte des Spätmittelalters.


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Freitag, 8. Juli 2022

[ #Montafon ] Montafoner "Hofbrief" vom 1. März 1382

Montafoner Hofbrief
© VLA: Pfarrarchiv Bartholomäberg, Urkunde 313

Der Montafoner „Hofbrief“ ist die älteste erhaltene Urkunde über einen Vorarlberger "Landsbrauch".

Seit dem ausgehenden Mittelalter sind in verschiedenen Teilen Vorarlbergs regionale, für bestimmte Personenkreise verbindliche Rechtsordnungen ("Landsbräuche") nachweisbar, die zunächst als Gewohnheitsrecht mündlich überliefert, schließlich aber niedergeschrieben wurden. Das älteste im Vorarlberger Landesarchiv original erhaltene Beispiel eines Landsbrauchs ist der für die Bewohner des Montafons ausgestellte "Hofbrief". Der Name rührt von ihrer Zugehörigkeit zum Hof St. Peter auf der Platte bei Bludenz her.
Alois Niederstätter: "Im Beisein herrschaftlicher Amtsträger – Ulrich von Brunnenfeld als Meier das Hofs und Hartmann von Braz als Vogt zu Bludenz – wurde das überlieferte Recht der Montafoner geoffnot und der besseren Rechtssicherheit wegen vom Landesherrn, Graf Albrecht III. von Werdenberg-Heiligenberg-Bludenz, verbrieft. Meist gingen solchen Aufzeichnungen Streitigkeiten oder Unklarheiten voraus, so dass die niedergeschriebenen Texte nicht ausschließlich uralte Normen festhalten, sondern durchaus auch Kompromisse und obrigkeitliche Satzungen. Landsbräuche enthalten in erster Linie jene örtlichen Normen, die vom allgemein anerkannten Kanon des 'gemeinen' Rechts abwichen."
Ständische Verfassung. Montafon war auf den Landtagen und anderen ständischen Zusammenkünften durch die zwei Vorgesetzten und den Landschreiber vertreten. Sie waren die Repräsentanten des "Landes Montafon". Denn das Montafon fühlte sich als ein in sich geschlossenes Gemeinwesen auf der rechtlichen Grundlage des Montafoner Landsbrauches. Der Landsbrauch war sozusagen die Rechtsordnung des Montafons, in der das zu jener Zeit geltende Privatrecht, Gerichtsverfassungsrecht, Strafrecht und Polizeirecht festgehalten war. Nach Auflösung der ständischen Verfassung durch die bayrische Herrschaft im Jahre 1806 verlor auch der Montafoner Landsbrauch seine Wirksamkeit.

Landsbrauch. Die Bestimmungen des Montafoner Hofbriefs stellen nach lokaler überhöhter Montafoner Standesgeschichtsschreibung so eine Art Verfassung dar, wie sie ja auch für den Bregenzerwald gerne in Anspruch genommen wird. Die Wirklichkeit dürfte jedoch in der Mitte zwischen Weistümern und Landsbrauch liegen, einer Art Landrecht aus Weisung und Satzung.

Weistümer.  Sie regeln seit dem Spätmittelalter meist das Verhältnis zwischen dem Grundherrn und seinen Hintersassen. Die Bedeutung der Weistümer liegt demnach in Aussagen über die Wirtschafts-, die Sozial- und die Rechtsgeschichte. Viele stellen sich als einfache Zusammenfassung des bäuerlichen Rechtsstoffes und/oder als Vereinbarungen zwischen der bäuerlichen Genossenschaft und der Herrschaft dar. So spielte etwa der herrschaftliche Waldbesitz und dessen Nutzung durch die Bauern auch im Montafon eine Rolle und teilt den Stand Montafon bis heute.

Der Landsbrauch ist also heterogen: Er besteht aus "gewiesenem" Gewohnheits-Recht, aus Kompromissen und Vereinbarungen zwischen den Genossen (Satzung) und mit der Herrschaft als auch obrigkeitlichen (An-)Ordnungen.

Erbrecht. Der Montafoner Landbrauch lässt sich in drei Kategorien teilen: 
  • Gerichtsordnung, 
  • Privilegien der Montafoner in güterrechtlicher Hinsicht und überwiegend: 
  • Erbrechtliche Vorschriften. 
Sie sollten angesichts zersplitterter nachbarschaftlicher Herrschaften und ebensolchen Rechtsystemen den bäuerlichen Familien Rechtssicherheit für ihr Familienleben und über ihr eigenes Leben hinaus für ihre Nachkommen leisten. 


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Donnerstag, 18. November 2021

[ #Vorarlberg ] Kulturerbe "Scheibenschlagen" als Frevel verboten


Neben dem Abbrennen eines Scheiterhaufens (Funkens) gibt es in einigen Dörfern Tirols und Vorarlbergs am Abend des Funkensonntags den Brauch des Scheibenschlagens. 

Dabei werden im Feuer kleine glühende Holzscheiben auf einer Anhöhe mittels langer Stangen über einen schräg aufgelegten Brett abgeschlagen, sodass sie - ähnlich Sternschnuppen - Richtung Tal fliegen. Unmittelbar vorher spricht der Schläger einen Vers oder widmet die Scheibe einer prominenten oder persönlich nahestehenden Person. Man kann aber auch eine Person verspotten.

Erlen- oder Birkenholz. Zum Scheibenschießen werden eigens angefertigte Scheiben aus Erlen- oder Birkenholz auf 70 bis 120 Zentimeter lange Haselstöcke gesteckt, im sogenannten Vorfeuer zum Glühen gebracht und mit Hilfe einer kleinen Holzbank von den Stöcken abgeschlagen. Bei einem gelungenen Schuss beschreibt die glühende Scheibe einen leuchtenden Bogen am dunklen Nachthimmel. Jeder Schütze versucht, seine Scheibe möglichst weit zu schießen.


Feuergefahr. Erstmals urkundlich bezeugt ist das Scheibenschlagen bereits 1090. Damals führte eine brennende Scheibe zum Brand des Klosters Lorsch. Scheibenschlagen und Funkensonntag gehören somit zu den ältesten Fastnachtsbräuchen, die infolge des alten Fastnachtstermines (Aschermittwoch) am Sonntag Invocavit (Sonntag nach Aschermittwoch; Funkensonntag) stattfanden.

Der Brauch des Funkensonntags bzw. des Scheibenschlagens wird heute noch in Vorarlberg gepflegt. Das Funkenabbrennen am ersten Sonntag der Fastenzeit gehört heute zu den spektakulärsten und publikumswirksamsten Brauchtumsveranstaltungen Vorarlbergs. Die Ursprünge des Brauches liegen jedoch im Dunkeln, denn es fehlen stichhaltige Quellen zu seiner Geschichte. Besser steht es diesbezüglich um das Scheibenschlagen, das allerdings nur noch in wenigen Orten des Landes praktiziert wird. Die Aufnahme dieser Tradition in die Liste des immateriellen Kulturerbes (UNESCO) im Jahre 2016 verweist auf deren lange Geschichte und ehedem große Bedeutung.

Frevel. Der älteste bekannte Vorarlberger Quellennachweis für den Brauch des Scheibenschlagens findet sich in einem Verzeichnis von „Freveln“ (Vergehen), die in der Herrschaft Bludenz im Jahr 1604 geahndet wurden.

Damals bestrafte man etliche Burschen aus Bartholomäberg dafür, dass sie sich "in der heiligen fasten zeit, da man sich sonnderlichen aller andacht, demueth und gottsforcht gegen dem allmechtigen gott verhalten und gebrauchen solte, mit ungebürlichem scheibenschlagen, juzen und annderer unzüchten" wie dem Entwenden und Verbrennen von Hölzern und Dachschindeln vergangen hatten. In diesem Zusammenhang ist auch bezeugt, dass es am Bartholomäberg einen eigenen "scheiben plaz" gegeben hat, wo der Brauch ausgeübt wurde, indem man die angeglühten Holzscheiben in einer Art von Wettkampf und begleitet von Sprüchen möglichst hoch, weit und schön durch die Luft schleuderte.

Das Scheibenschlagen war ursprünglich wie das Fackelschwingen und das Abbrennen von größeren Feuern an unterschiedlichen Terminen im Jahr üblich. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts bemühte sich der Bludenzer Stadtrat allerdings, das Treiben auf die „Alte Fasnacht“, also auf den Funkensonntag, einzuschränken. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts sah sie sich der aufgeklärte Bludenzer Vogteiverwalter Franz Josef Gilm (von Rosenegg) bemüßigt, das Scheibenschlagen als einen verderblichen Brauch sogar noch einige Zeit vor dem bald ebenfalls geächteten Funkenbrennen zu verbieten.

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Dienstag, 9. November 2021

[ #Montafon ] Montafoner Steuerbuch aus dem Jahre 1645


Ganal, Staimer, Vonier und Pitschnaun sind die am häufigsten im Steuerbuch genannten Geschlechter.

Der Historiker und Theologe Michael Kasper nahm sich in seiner Diplomarbeit einer bisher wenig beachteten Quellengattung an: Er untersuchte das älteste Montafoner Steuerbuch aus dem Jahre 1645 für die Gemeinden Bartholomäberg, St. Anton und Schruns.

Die im Vorarlberger Landesarchiv in Bregenz überlieferten, Steuerbücher aus dem Montafon, die vom 17. bis ins 19. Jahrhundert reichen waren von der regional- und lokalhistorischen Forschung bislang weitgehend unbearbeitet geblieben. Das gegenständliche Steuerbuch erfasst vier unterschiedliche Steuerbezirke: St. Anton, Außer-Bartholomäberg und Inner-Bartholomäberg und das Kirchspiel Schruns.

Anhand dieser überlieferten Verzeichnisse aus den einzelnen Kirchspielen des Montafons ist es möglich, die demographische Entwicklung und die sozialen Strukturen sowohl der einzelnen Dörfer als auch der gesamten Talschaft zu rekonstruieren, sowie deren Veränderungen zu analysieren.

Mit dieser Arbeit wurde anhand des ältesten Montafoner Steuerbuches aus dem Jahr 1645 das für zahlreiche weitere wirtschafts- und sozialhistorische Untersuchungen grundlegende quantitative Quellenmaterial erstmals sozialstatistisch erschlossen. So erfahren wir auch, dass die Geschlechter Ganal, Staimer, Vonier und Pitschnaun die am häufigsten im Steuerbuch vorkommenden sind.

MMag. Michael Kasper. Geb. 1980, Lehramtsstudien Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung, Geographie und Wirtschaftskunde (2006) sowie Katholische Religion (2008) in Innsbruck. Seit 2007 Stipendiat und Projektmitarbeiter am Institut für Geschichte und Ethnologie der Universität Innsbruck. Forschungsschwerpunkte: Regionalgeschichte Tirol und Vorarlberg, Sozialgeschichte, Geschichte der Neuzeit.


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Einleitung S. 2

1.Geographischer und sozialer Überblick über das Untersuchungsgebiet S. 4
1.1. Die Ortschaften St. Anton, Bartholomäberg und Schruns S. 4
1.2. Einwohnerzahlen S. 6
1.3. Soziale Struktur S. 9
1.3.1. Geschlechterverteilung S. 10
1.3.2. Soziale Stellung der Steuerpflichtigen S. 11
1.3.3. Steuerleistung S. 12

2. Die Oberschicht im Untersuchungsgebiet am Beispiel der Familien des Hanß Friz aus Bartholomäberg und des Jos zum Keller aus Schruns S. 38
2.1. Hanß Friz S. 40
2.2. Jos zum Keller S. 43

3. Vergleich mit der Stadt Bludenz S. 49

4. Vergleich mit anderen Regionen S. 52

5. Namenkundliche Auswertung S. 55
5.1. Vornamen S. 55
5.2. Nachnamen S. 57

6. Das Steuersystem S. 60

7. Edition des Steuerbuches S. 63
7.1. Beschreibung des Steuerbuches S. 63
7.2. Editionsgrundsätze S. 64
7.3. Edition S. 64

8. Regionalgeschichte und Quellenkunde in der Schule S. 114
Literaturverzeichnis S. 117
Quellenverzeichnis S. 120

Montag, 26. April 2021

[ #Bartholomäberg ] Die Bartholomäberger Denkmäler


Die Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bartholomäberg enthält denkmalgeschützte, unbewegliche Objekte der Gemeinde Bartholomäberg im Montafon, wobei die Objekte entweder per Bescheid und durch Verordnung nach § 2a des Denkmalschutzgesetzes unter Schutz gestellt wurden.


Die Objekte bestehen aus kirchlichen Gebäuden, landwirtschafts-, Alm-, Vorsäß- und Wohnhäusern. Das bekanntese Objekt ist wohl die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Bartholomäus in Bartholomäberg. Die ursprünglich romanische, dann gotische, heute barock ausgestaltete Kirche enthält noch weitere Schätze. Die Kassettendecke mit den vierzehn Nothelfern, die Chorbogenfiguren, die Kirchenpatrone, Altäre und das Fresko im Chor machen diese Kirche in Vorarlberg unvergleichbar.

Schätze. Der älteste und zugleich kostbarste Kunstschatz der Kirche ist das romanische Vortragekreuz (~1150). Die Orgel der Pfarrkirche Bartholomäberg des Vorarlberger Orgelbauers Johann Michael Graß (* 1746 in Bürserberg; † 1809 in Lommis) hat noch am meisten an Originalsubstanz aller bekannten Graß-Orgeln bewahren können. Sie ist ein Denkmal der süddeutsch-österreichischen Orgelbaukunst des auslaufenden 18. Jahrhunderts als solches weit über die Landesgrenzen bedeutsam. Der gotische Seitenaltar und der barocke Hochaltar sind weitere beachtliche Kunstschätze der Pfarrkirche der ehemaligen Bergbaugemeinde. Bartholomäberg gehört nämlich zu den ältesten urkundlich erwähnten Bergbaugebieten im Alpenraum.

Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bartholomäberg:

Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Almanlage, Küngsmaisäß Alpe Stein 1 .514/13 Bescheid
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Kath. Pfarrkirche, hl.
Bartholomäus und Friedhof Dorf 1 9/1, .1/1 §2a
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Wohnhaus Dorf 11 .188 §2a
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Pfarrhof Dorf 8 787/1 §2a
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg ehem. Gasthof Adler Fangesweg 9 .2 Bescheid
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Wohnhaus, Bauernhof (Anlage) Glänweg 10 .811 Bescheid
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Schule Innerbergstraße 13 .1020 §2a
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Flur-/Wegkapelle, hl. Maria Jetzmunt 14 .1706/6 §2a
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Kath.Filialkirche, Pfarrexpositurkirche hl. Josef Kirchstraße 2 .1105 §2a
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Flur-/Wegkapelle, hl. Maria Marentes .480 §2a
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Kuratienkirche unserer Lieben Frau Mariä Unbefleckte Empfängnis und Friedhof Mühleweg 2 .733, 2931 §2a
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Wohnhaus Mühleweg 4 .736 §2a
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Flur-/Wegkapelle Herishof Obdörfleweg 2302/1 Bescheid
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Kapelle zur hl. Maria Panoramastraße 2247/1 Bescheid
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Kapelle Valleu Plattaweg 25, bei .906 Bescheid
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Flur-/Wegkapelle, hl.  Johannes Rellseck .952 §2a
Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Flur-/Wegkapelle, hl. Maria Valleu .912 §2a


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Montag, 14. August 2017

[ #Bartholomäberg ] Biotope in der Gemeinde Bartholomäberg

Der Bürger und Besucher muss die geschützter Arten respektieren, die nicht gepflückt oder ausgegraben werden dürfen.

In den allermeisten Fällen ist eine Verpflanzung in den eigenen Garten ohnedies nicht erfolgreich (vor allem nicht von Orchideen), da gerade die gefährdeten Arten spezielle Standortsansprüche besitzen, die im Garten nicht gegeben sind. Viele der Arten sind jedoch von spezialisierten Gärtnereien aus Samen gezogen zu beziehen.

Häufig bilden einzelne Biotope in sich zusammenhängende Komplexe aus, wie etwa ein Quellmoor mit der Quelle als Einzelbiotop und den angrenzenden nassen„Quellsümpfen“. Dann wird von BIOTOPKOMPLEX gesprochen. Besonders Großtiere haben Biotop übergreifende Reviere, oder ganze Landschaftsteile bilden einen geschlossenen und vielfältigen Lebensraum von besonderer Schutzwürdigkeit.


Drei besondere Biotop-Kostbarkeiten der Gemeinde Bartholomäberg:
  1. Hangflachmoore und Streuwiesen im Bereich Mühlbach - Riederhof  (Biotop 10122). Vorkommen der gefährdeten Pflanzenarten Kiel-Lauch (Allium carinatum), Saum-Segge (Carex hostiana), Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris), Gelb-Labkraut (Galium verum), Spitzenblüten-Simse (Juncus acutiflorus), Kriech-Hauhechel (Ononis repens ssp. procurrens) und Niedrige Schwarzwurz (Scorzonera humilis) sowie der potentiell gefährdeten Arten Davall-Segge (Carex davalliana),  Rispen-Segge (Carex paniculata), Dreizahn (Danthonia decumbens), Mehl-Primel (Primula farinosa) und Trollblume(Trollius europaeus).
  2. Valleu (Biotop 10137). Vorkommen der gefährdeten Pflanzenarten Kiel-Lauch  (Allium carinatum), KnäuelGlockenblume (Campanula glomerata), Gelb-Labkraut (Galium verum), KriechHauhechel (Ononis repens ssp. procurrens) und Arznei-Schlüsselblume (Primula veris) sowie der potentiell gefährdeten Pflanzenarten Ästige Graslilie (Anthericum ramosum), Echte Betonie (Betonica officinalis), Aufrechte Trespe (Bromus erectus), Davall-Segge (Carex davalliana), Herbstzeitlose (Colchicum autumnale), Dreizahn (Danthonia decumbens), Nordisches Labkraut (Galium boreale), Gelb-Enzian (Gentiana lutea), Hoppe-Habichtskraut (Hieracium hoppeanum), Rohr-Pfeifengras (Molinia arundinacea), Klein-Bibernelle (Pimpinella saxifraga) und Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) 
  3. Laubwälder über Montiola (Biotop 10120).Vorkommen der gefährdeten Pflanzenarten Berg-Ulme (Ulmus glabra) und der potentiell gefährdeten Herbstzeitlose (Colchicum autumnale). Besonders hervorzuheben ist das reiche Vorkommen der potentiell gefährdeten Schwarzerle (Alnus glutinosa).
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Inhalt 
Seite
Einführung  5
– Kurzer Rückblick und Ausblick  5
– Was ist ein Biotop?  6
– Wann gilt ein Biotop als BESONDERS SCHUTZWÜRDIG? 7
Gemeindebericht  9
– Allgemeine Angaben zur Gemeinde  9
– Biotopausstattung  10
– Schutzstatus der Biotopflächen  12
– Verbindung zu angrenzenden Gemeinden  14
– Drei Kostbarkeiten der Gemeinde  15
Hangflachmoore und Streuwiesen im Bereich Mühlbach - Riederhof
(Biotop 10122)  15
Valleu (Biotop 10137)  17
Laubwälder über Montiola (Biotop 10120)  19
– Kurzdarstellung der weiteren Biotopflächen 20
Tobel zwischen Graves und Verblei (Biotop 10101) 20
Gravaser Tobel (Biotop 10102)  21
Suggawald - Furggla - Grütt (Biotop 10103) 22
Wetterboden auf Latons (Biotop 10104)  24
Schräghalda oberhalb Tschais (westlich Lutt, hinter der Säga) (10105) 25
Flachmoore unterhalb Säga bei Lutt (10106) 26
Laubmischwaldfragmente und Saumgesellschaften zwischen Tanang und
Studa unterhalb Saga hinter Lutt (Biotop 10107) 27
Ahorn-Eschenwald oberhalb Mazanun bei Jetzmunt (Biotop 10108) 28
Quellflachmoor unterhalb Fornas bei Jetzmunt (Biotop 10109) 29
Grappatobel (Biotop 10110)  30
Laubwälder auf Vatascht unter Jetzmunt (Biotop 10111) 31
Mühlbach Gantschier (Biotop 10112)  33
Streuwiesen beim Baggersee in der Innerbodner Au / Gantschier (Biotop 10113) 34
Fritzentobel (Biotop 10114)  35
Buchen-Lindenwald unterhalb Zaniaz / Gantschier (Biotop 10115) 36
Flachmoor Riad beim Totabühel westlich des Ortszentrums (Biotop 10116) 37
Hangflachmoore des Ortszentrums (10117)  38
Hangflachmoore gegen Blaschis unter der Bartholomäberger Kirche
 (Biotop 10118)  39 Seite
Hangflachmoore bei Rafaschina / Ausserberg (Biotop 10119) 40
Feldmauer auf Montiola (Biotop 10121)  42
Mottabellner Socka (Biotop 10123)  43
Hangflachmoore im Bereich Fritzensee - Sasälla (Biotop 10124) 44
Hochmoor bei Garsetta oberhalb Sasälla (Biotop 10125) 45
Tümpel auf Plempalu über Sasälla (Biotop 10126) 46
Zwischenmoor bei Plempalu oberhalb Sasälla (Biotop 10127) 47
Flachmoore im Lippaloch (Biotop 10128)  48
Fulasee (Biotop 10129)  49
Dorrasee (Biotop 10130)  50
Schwarzsee beim Gizzikilki unter dem Itonskopf (Biotop 10131) 51
Alplla (Biotop 10132)  52
Litzauen und Hangwälder (Biotop 10133)  53
Mühlitobel Unter Galierm (Biotop 10134)  54
Weidegelände bei Bargara (Biotop 10135)  55
Abfluss des Baggersees in Gantschier (Biotop 10136) 56
Fritzasee (Biotop 10138)  57
– Gefährdungen  58
– Empfehlungen für Schutz und Erhalt  61
Was kann die Gemeinde tun für …  61
Was kann der Einzelne tun für …   63
Artenliste  66

Mittwoch, 4. April 2012

Ein statistischer Blick auf die Gemeinde Bartholomäberg in Vorarlberg - (GKZ 80101)


"Ein Blick auf die Gemeinde" 80101 - Bartholomäberg ist eine regionale Information der Statistik Austria und bietet anhand von Tabellen und Grafiken einen durchgehenden Vergleich der gewählten Gemeinde Vorarlbergs mit dem politischen Bezirk bzw. dem Bundesland, in dem sie liegt.

 Link ➨ 
Ein statistischer Blick auf die Gemeinde Bartholomäberg in Vorarlberg - (GKZ 80101)