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Freitag, 28. Juli 2023

[ #Feldkirch ] Vom Wandern und vom Ankommen. Biografische Reportagen aus Vorarlberger Dörfern - Altach, Tosters, Mäder


[Free eBook] Werner Bundschuh hat in sechs Jahren Dutzende von lebensgeschichtlichen Interviews mit Frauen und Männern geführt, die in Vorarlberger Dörfer zugewandert sind - aus dem übrigen Österreich, als Umsiedler und Vertriebene während und nach dem Zweiten Weltkrieg, oder als Arbeitsauswanderer aus Ex-Jugoslawien und der Türkei.

Biografische Reportagen aus Vorarlberger Dörfern - Altach, Tosters, Mäder. Werner Bundschuh hat mit biographischen Reportagen aus Vorarlberger Dörfern einen neuen Weg eingeschlagen. Er erzählt die Migrationsgeschichte aus der Innenperspektive der Zuwanderer. Dabei kommen nicht nur die "üblichen" Migrantengruppen (Türken, Jugoslawen) zur Sprache, sondern (fast) das gesamte Spektrum, das in der Wirklichkeit aus den Vorarlbergern ein Patchwork von Zugewanderten macht. 

Werner Bundschuh hat Dutzende von lebensgeschichtlichen Interviews mit Frauen und Männern geführt, die in Vorarlberger Dörfer zugewandert sind - aus dem übrigen Österreich, als Umsiedler und Vertriebene während und nach dem Zweiten Weltkrieg, oder als Arbeitsauswanderer aus Ex-Jugoslawien und der Türkei. Geplant waren die Interviews ursprünglich als Beiträge für Heimatbücher der Gemeinden Altach, Mäder und Tosters - herausgekommen ist ein faszinierendes Panorama der jüngeren Zuwanderungsgeschichte Vorarlbergs. Kurt Greussing setzt sich in seinem Vorwort mit grundsätzlichen Fragen der Arbeitsmigration in Vorarlberg auseinander.

Die Geschichte der Arbeitsmigration nach Vorarlberg in Gestalt biografischer Reportagen: Das ist ein neuer, ungewöhnlicher - und spannend zu lesender - Zugang zu einem Thema, das noch lange nicht Geschichte ist.

Verlagsinformation. Werner Bundschuh: Vom Wandern und vom Ankommen. Biografische Reportagen aus Vorarlberger Dörfern - Altach, Tosters, Mäder - Studien zur Geschichte und Gesellschaft Vorarlbergs, Band 16. Bregenz 2004, ISBN 3-900754-27-6, € 12,90

Malin-Gesellschaft. Die Johann-August-Malin-Gesellschaft widmet sich der Erforschung der Vorarlberger Zeitgeschichte, und hier besonders ihren lange vernachlässigten Themen wie Antisemitismus, Austrofaschismus und Nationalsozialismus. Sie bringt sich auch in öffentliche Debatten zu diesen Fragen ein. Diese Publikation und ihre freundliche kostenfreie Online-Stellung ist ein Teil dieser auch sonst beachtenswerten Tätigkeit.

Autor. Bundschuh Werner, Prof. Dr. MAS. Geb. 1951, 1971–1976 Lehramtsstudium Deutsch und Geschichte in Innsbruck, seit 1975 Unterricht am Bundesgymnasium in Dornbirn. 1987 Abschluss des Doktoratstudiums in Geschichte, 2000 Erwerb des Master-Grades. Seit 1982 Lehrbeauftragter am Eurostudienzentrum, ehemaliger Obmann der VLI (Vorarlberger Lehrerinitiative), derzeit Obmann der Johann-August-Malin-Gesellschaft, Verein zur Erforschung der Vorarlberger Geschichte. Diverse Publikationen zur Regional- und Landesgeschichte mit Schwerpunkt Zeitgeschichte.

Inhalt
Vorwort (Kurt Greussing)
Wie wird man fremd in Vorarlberg - und wie bleibt man es so lange?
Altach
"Fremd fühlte man sich zunächst schon"
Tosters
"Zunächst hat man uns angeschaut, als wären wir bunte Hunde"
Mäder
"Dass ich in Mäder landen werde..."
Dorfgeschichte als Geschichte von Zuwanderern
Literaturauswahl
Orts- und Herkunftsregister
Personenregister 

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Dienstag, 13. September 2022

[ #Göfis ] Die Hinrichtung des Josef Gasser in Göfis (1864)


Am 9. September 1864, morgens um 9 Uhr, fand die letzte öffentliche Vollstreckung eines ordentlichen Todesurteils in Vorarlberg statt. 

Gasser-Platz. Der Ort war der nach dem Delinquenten Josef Gasser aus Lauterach, damals 36 Jahre alt,  seither so genannte Gasser-Platz (im Steinwald in Göfis). Der Platz ist heute ein Naturschutzgebiet. Nicht wegen des Josef Gasser, sondern weil es ein Feuchtgebiet ist, das von Wissenschaftlern als Flach- und Zwischenmoor ausgewiesen wird. Es bietet seltenen Moorpflanzen Lebensraum.

Die "Archivale des Monats" des Vorarlberger Landesarchivs für den September 2014 stellt das Protokoll der Hinrichtung online und vermerkt: 
Als zwei Gendarmen am 17. Jänner 1864 in Lauterach den gewalttätigen Josef Gasser entwaffnen wollten, erschoss er einen, den anderen verletzte er schwer. Dann tötete er einen Verwandten, der ihn besänftigen wollte. Gasser verbarrikadierte sich in seinem Haus. Bei Schusswechseln kam ein weiterer Mann ums Leben.
Vor dem Kreisgericht Feldkirch wurde Gasser der Prozess gemacht. Mit der „Feldkircher Zeitung“ berichtete ein modernes Medium aus dem Gerichtssaal. Mord war nach dem Strafgesetz 1852 mit dem Tod zu bestrafen, die Strafe durch den Strang zu vollziehen. Das Urteil wurde bestätigt, ein Gnadengesuch an den Kaiser abgewiesen.
Hinrichtung. Gasser wurde am 9. September zum Richtplatz im Steinwald in Göfis gefahren. Die Hinrichtung war nach der Strafprozessordnung von 1853 öffentlich und das Publikum hatte so großes "Interesse", dass man der damaligen Feldkircher Rösslewirtin den Ausspruch „A so a Henggate ischt mir lieber als zehn Primiza“ nachsagt.

Das zeigt, dass auch in dem damals erzkatholischen Vorarlberg auch noch ganz ohne Einfluss einer Yellow-Presse die Moral eine andere war als sie sonst an Kirchtagen fromm gezeigt wurde. Aber auch die Predigt des Geistlichen nach der Hinrichtung war alles andere denn eine feine und anständige: Er beschuldigte die Eltern des längst erwachsenen und für sich selber verantwortlichen Josef Gasser, dass sie ihn religionslos und religionswidrig erzogen hätten.

Reform. Der exzessartige Publikumsauflauf bei den Wiener Hinrichtungen hat 1873 zu einer Reform der Strafprozessordnung geführt. Danach hatten Hinrichtungen innerhalb der Gefängnismauer stattzufinden. Die letzte Hinrichtung fand in Vorarlberg am 15. September 1947 um 5:30 früh statt. Hingerichtet wurde der "Doppelmörder von Altach" Egon Ender.


[Zeitreiseführer-Vorarlberg]⇒

Montag, 22. November 2021

[ #Vorarlberg ] Nikolaus, Schutzheiliger Vorarlberger Pfarreien

Lech, Alte Pfarrkirche Hl.Nikolaus

Nikolaus von Myra  ist der Patron von Altach, Bludesch, Damüls, Egg, Feldkirch, Fußach, Gortipohl, Innerbraz, Laterns, Lech, Raggal, Silbertal und Wolfurt.

Nikolaus von Myra (* zwischen 270 und 286 in Patara, Türkei; † 6. Dezember 326, 345, 351 oder 365)lebte im 4. Jahrhundert und war Bischof in der Stadt Myra in Kleinasien, an der Südküste der heutigen Türkei.

Nikolaustag ist am 6. Dezember. Gefeiert wird dieser ursprünglich mit dem Brauch, seine Stiefel mit Heu und Karotten zu füllen (für das Pferd von Nikolaus) und sie dann vor die Tür zu stellen. Als Dank bekam man dann Obst, Nüsse oder Süßigkeiten.

Nikolobrauchtum.
Seit Jahrhunderten gilt Nikolaus auch als Wohltäter der Kinder. So wurde und wird heute noch der Vorabend zum Fest mit einer Bescherung begangen. Die weihnachtliche Gabenverteilung am 24. Dezember ist erst mit Beginn des 20. Jahrhunderts üblich geworden.

Heute wird jedes Jahr am 6. Dezember das Fest des heiligen St. Nikolaus begangen. Dabei verkleiden sich in vielen Gemeinden Vorarlbergs Angehörige der kirchlichen Pfarren als Nikolaus und dessen Gehilfe Knecht Ruprecht (Krampus). Diese besuchen dann an den Abenden vor dem 6. Dezember und an diesem selbst die Haushalte ihres Pfarrsprengels. Dabei verlesen sie was die Kinder im vergangenen Jahr gut und weniger gut gemacht haben. Oft singen die Kinder noch Lieder für den Nikolaus oder tragen Gedichte vor, bevor sie mit einem Nikolaussack (meist gefüllt mit Süßigkeiten) beschenkt werden.

Tagebücher Kreishauptmann Ebner. Einen interessanten Einblick in die vorweihnachtlichen Gepflogenheiten geben die Tagebücher des in Bregenz wohnhaften Kreishauptmannes Johann Nepomuk von Ebner (1790 bis 1876). Auch in seiner Familie war der 5. Dezember Tag eines Familienfestes, er berichtet in den 1840er Jahren: „unter Tags alle Vorbereitungen für das abendliche Kinderfest des Einlegens des heiligen Nikolaus getroffen.“ Wie in bürgerlichen Häusern üblich, erhielten die Knaben dabei als Geschenk Helme, Gewehre, Patronentaschen, Buchbinderartikel, Trommeln, Säbel, die Mädchen dagegen Nützliches für den ihnen zugedachten häuslichen Aufgabenbereich wie einen Kramladen und Ähnliches. Kinder aus weniger bemittelten Familien mussten sich mit Nüssen, getrocknetem Obst, Keksen und Selbstgestricktem begnügen.
Vorarlberger Schutzpatron.

Vorarlberger Schutzheiliger. Der Heilige aus Kleinasien (der heutigen Türkei) schützt auch etliche Vorarlberger Pfarren und Kirchen, so in Altach, Bludesch, Damüls, Egg, Feldkirch, Fußach, Gortipohl, Innerbraz, Laterns, Lech, Raggal, Silbertal und Wolfurt.


Der Dom in Feldkirch. Die bekannteste Vorarlberger Kirchenbau, welcher den Hl. Nikolaus zum Patron hat, ist wohl der Feldkircher Dom.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1287. Der ursprünglich romanische Bau wurde bei den Stadtbränden 1348, 1398 und 1460 schwer beschädigt. Der spätgotische Neubau von Baumeister Hans Sturn konnte 1478 abgeschlossen werden. Der heutige Chorraum entstand um 1520.

Im Innern des Domes befindet sich ein "Beweinungsbild" des Feldkircher Malers Wolf Huber (um 1485-1553), eines bekannten Vertreters der Donauschule. Die ebenfalls um 1520 angefertigte Kanzel diente bis 1655 als Sakramentshäuschen und ist eine hervorragende Schmiedearbeit. In der Marienkapelle befindet sich eine Madonnenfigur aus Steinguss, entstanden um 1430. Die bekannten und auch auf einer Briefmarke verewigten Kirchenfenster wurden vom Feldkircher Künstler Martin Häusle (1903-66) in den Jahren 1959 bis 1961 in Bleiglastechnik geschaffen.

Ein Nikolauslied aus Fußach um 1830. Das Vorarlberger Landesarchiv verwahrt zwei Fußacher Handschriften mit geistlichen Liedtexten, die zwischen 1823 und 1839 niedergeschrieben wurden. Darin finden sich mehrere Weihnachts- und Adventlieder, unter anderem auch ein "Lied auf das Fest des H. Nikolaus", des Patrons der Pfarre Fußach. Die Vorarlberger Musikhistorikerin Annemarie Bösch-Niederer berichtet, dass das Lied mit dem Beginn „Mit Frohlocken jubiliere“ in fünf Strophen Nikolaus als Schutzpatron preist. Die Melodie ist leider nicht mit überliefert.

Lied auf das Fest des heiligen Nikolaus (Fußach um 1830)

1.
Mit Frohloken jubiliere, du gesammte Gmeind anheut,
und mit Freüden celebriere, diese große Feyerlichkeit.
Nikolaus wir dich ehren, jeder soll dein Lob vermehren,
weil du unser Schuzpatron, und uns führest zum Himmelsthron.

2.
Uns zur Lehre ist dein Leben, denn es ist von Sünden rein
uns zum Beyspiel ists gegeben, heilig auch vor Gott zu seyn;
Heute soll dein Lob erschallen, denn durch dich kömmt heill uns allen,
weil du unser Schuzpatron, und uns führst zum Himmelsthron.

3.
O wie sehr beschämt uns alle, deiner Tugend Herrlichkeit,
führ uns weg vom Sündenfalle, führ uns hin zur Seligkeit.
Nikolaus als Geleite, bleib uns stets an unsrer Seite,
bleib doch unser Schuzpatron, und führ uns zum Himmelstrhron.

4.
Mach daß wir auf Erden wallen, so wie du mit Gott allein,
daß wir ihm denn auch gefallen, und mit ihm einst dort uns freün.
Nikolaus unser Leben, wir uns ganz dir übergeben,
sey uns also Schuzpatron, und führ uns zum Himmelstrhon.

5.
Und wenn unser Lebens Ende, einmal kommt, das Auge bricht,
dann führ uns in Gottes Hände, Schuzpatron verlaß uns nicht.
Hilf uns Gottes Herrlichkeiten, für die Ewigkeit erstreiten
sey dann unser Schuzpatron, und führ uns zum Himmelsthron.


 [Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒ 

Freitag, 15. Juni 2018

[ #Altach ] Ein statistischer Blick auf die Gemeinde ALTACH in Vorarlberg - (GKZ 80401)


"Ein Blick auf die Gemeinde" 80401 - Altach ist eine regionale Information der Statistik Austria und bietet anhand von Tabellen und Grafiken einen durchgehenden Vergleich der gewählten Gemeinde Vorarlbergs mit dem politischen Bezirk bzw. dem Bundesland, in dem sie liegt.  

Ein unverzichtbarer Behelf für örtliche Gemeindefunktionäre. Insgesamt sind es 55 Datenblätter die in ihrer Gesamtheit kostenpflichtig sind. Acht der insgesamt 55 Datenblätter werden allerdings auch kostenlos online bereit gestellt. Zusätzlich zu diesen acht ausgewählten Blättern werden weitere wichtige Daten aus der Großzählung 2001 und zur Bevölkerungsentwicklung angeboten. Ein unverzichtbarer Behelf für örtliche Gemeindefunktionäre.

Gemeindekennziffer (GKZ) 80401 - Altach. Nach den Bestimmungen der österreichischen Bundesverfassung (Art. 115 bis 120) ist der Wirkungsbereich der Gemeinde ein eigener und ein vom Bund oder vom Land übertragener, das heißt, dass die Gemeinde sowohl eine Gebietskörperschaft mit dem Recht auf Selbstverwaltung und zugleich Verwaltungssprengel ist. Das Gemeindeverzeichnis bildet diese Verwaltungsgliederung ab. Es enthält alle Gemeinden Österreichs, der Gemeinde ist eine 5-stellige Gemeindekennziffer (GKZ) zugeordnet. Die Vergabe der Gemeindekennziffer obliegt Statistik Austria (Adressregisterverordnung – AdrRegV, BGBl. 218/2005, §1).

 [Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒ 

    INHALT:  Ein Blick auf die Gemeinde Altach in Vorarlberg - (GKZ 80401)

    80401 - Altach

      Ein Blick auf die Gemeinde

      Statistik des Bevölkerungsstandes gemäß §10 Abs. 7 Finanzausgleichsgesetz 2017

      Abgestimmte Erwerbsstatistik 31. Oktober 2015

      Registerzählung 31. Oktober 2011

      Aktuelle Bevölkerung und Bevölkerungsentwicklung

      Volkszählung 15. Mai 2001

      Gebäude- und Wohnungszählung 15. Mai 2001

      Arbeitsstättenzählung 15. Mai 2001

    Dienstag, 3. Oktober 2017

    [ #Altach ] Der Islamische Friedhof in Vorarlberg

    Am  2. Juni 2012 wurde der islamische Friedhof in der Gemeinde Altach feierlich eröffnet. Für die erfolgreiche Umsetzung des Gemeinschaftsprojekts haben mehrere Partner in Vorarlberg engagiert zusammengearbeitet. 

    Die Initiative für einen islamischen Friedhof lief 2003 an. Aufbauend auf einer 2004 veröffentlichten Studie erarbeitete eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe ein Empfehlungspapier, das als Grundlage für die Errichtung diente. Ergebnis des mehrjährigen konstruktiven Entwicklungsprozesses ist der im Frühjahr dieses Jahres fertig gestellte neue islamische Friedhof. Entstanden sind fünf Grabfelder mit rund 700 Gräbern. Außerdem gibt es einen Waschraum für die rituelle Waschung, einen überdachten Bereich für die Verabschiedung der Toten und einen kleinen Gebetsraum. Die Kosten für die Anlage samt Außenbauten beliefen sich auf 2,3 Millionen Euro.

    [Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

    Freitag, 21. Juli 2017

    [ #Altach ] Die Altacher Denkmäler

    Gasthaus Rössle, Altach, Bauern 51
    Die Liste der denkmalgeschützten Objekte in Altach enthält die fünf denkmalgeschützten, unbeweglichen Objekte der Gemeinde Altach, wobei drei Objekte per Bescheid, die anderen zwei durch Verordnung nach § 2a des Denkmalschutzgesetzes unter Schutz gestellt wurden.

    Baulich besonders interessant ist das Gebäude des ehemaligen Gasthauses Rössle und die Rheintalhofanlage im Hanfland. Die Straßen- bzw. Flurbezeichnung "Im Hanfland" verweist auf den seinerzeitigen Hanfanbau in Altach wie auch in anderen Gemeinden Vorarlbergs.

    Liste der denkmalgeschützten Objekte in Altach:
    • Altach 92101 Altach ehem. Gasthaus Rössle Bauern 51 .149/1 Bescheid
    • Altach 92101 Altach Bauernhof (Anlage), Rheintalhof Hanfland 6 44/1 Bescheid
    • Altach 92101 Altach ehem. Pfarrhof Schulstraße 2 .2 Bescheid
    • Altach 92101 Altach Kath. Pfarrkirche hl. Nikolaus .555 §2a
    • Altach 92101 Altach Kriegerdenkmal 2610 §2a
     [Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒ 

    Dienstag, 11. Juli 2017

    [ #Altach ] Biotope in der Gemeinde Altach

    Was kann die Gemeinde Altach für ihre Biotope tun? 

    Unter BIOTOP wird in diesem Inventar der Standort einer in sich mehr oder weniger geschlossenen Lebensgemeinschaft aus Pflanzen und Tieren verstanden. Klassisches Beispiel für einen Biotop wäre etwa ein Weiher, es  kann aber genauso ein Waldstück, eine Wiese etc. sein.

    Altacher Kostbarkeiten. Im Altacher Gemeindegebiet sind die ökologisch besonders wertvollen Flächen am Alten Rhein zu finden. Zum einen ist es der Baggersee am Sauwinkel, zwischen Koblacher Kanal und Altem Rhein, der sich in den letzten Jahrzehnten zu einem sehr naturnahen Stillgewässer entwickelt hat. Er spielt für die Vernetzung der naturnahen Lebensräume im Rheintal eine wichtige Rolle. Der See wird von auwaldartigen Wäldern aber auch von Fichtenforsten gesäumt. Auf der Wasserfläche haben sich z.T. große Schwimmpflanzenteppiche gebildet. Diese verschiedenen Strukturen bieten nicht nur Amphibien wie dem Teichfrosch und der Erdkröte Nahrung und Schutz sondern auch vielen Vögeln.

    Ebenfalls bedeutend für die heimische Tier- und Pflanzenwelt ist das Gebiet des Alten Rheins selbst. Es bietet für die Bewohner von Feuchtgebieten und Auwäldern Lebens- und Rückzugsraum im mittleren Rheintal und hat auch für die Menschen eine große Bedeutung als Erholungsgebiet. An den vielfältigen Standorten des Alten Rheins wie Kiesflächen, Steilufer, Gebüsche, seichtes Wasser etc., findet man neben vielen anderen Arten den seltenen Sanddorn oder die stark gefährdete Wasser-Schwertlilie. Auf Grund ihrer großen Bedeutung für die Schönheit und Vielfalt der heimischen Natur wurden sowohl der Baggersee im Sauwinkel als auch Teile des Alten Rheins im neuen Vorarlberger Biotopinventar als besonders wertvoll und erhaltenswert ausgewiesen.

    Häufig bilden einzelne Biotope in sich zusammenhängende Komplexe aus, wie etwa ein Quellmoor mit der Quelle als Einzelbiotop und den angrenzenden nassen„Quellsümpfen“. Dann wird von BIOTOPKOMPLEX gesprochen. Besonders Großtiere haben Biotop übergreifende Reviere, oder ganze Landschaftsteile bilden einen geschlossenen und vielfältigen Lebensraum von besonderer Schutzwürdigkeit. In diesem Fall wird von einem GROSSRAUMBIOTOP gesprochen.  Grundsätzlich ist Biotop ein allgemeiner Begriff. Ein Biotop muss nicht von vorneherein besonders oder überhaupt schutzwürdig sein. Auch ein Garten ist z.B. ein Biotop mit Kultur- und Wildpflanzen und einer großen Zahl an Tieren - beliebte und unbeliebte - sei es im Boden oder an Pflanzen.

    Was kann die Gemeinde Altachfür ihre Biotope tun: 

    Allgemein 
    – Die Bevölkerung über die Biotope informieren.
    Fließgewässer und Uferbereiche
    – Im Zuge von allfälligen Erweiterungen des Siedlungs- und Gewerbegebiets sollte auf
    Pufferzonen bzw. den Erhalt eines ausreichend breiten Gewässerkorridors Wert gelegt
    werden. Gegen das landwirtschaftlich intensiv genutzte Umland ist eine Pufferzone
    einzuhalten um die Nähr- und Schadstoffeinträge wirksam zu vermeiden und die
    Korridorfunktion zu erhalten. Die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich der Dünge- und
    Bauabstände sind einzuhalten.

    Stillgewässer: 
    – Einrichtung von Naturzonen im Bereich des Alten Rheines. Vor allem der westlichste Teil
    und die kleinen Weiher im Osten erscheinen geeignet - diese werden auch gegenwärtig
    nur wenig genutzt.
    – Erstellung eines Pflege-, Nutzungs- und Gestaltungsplans für das Gebiet des Alten
    Rheines. Gefragt wären Vorschläge zur Entwicklung des Gebiets um den Ansprüchen von
    Naturschutz und Freizeitnutzung gerecht zu werden (v.a. in Anbetracht eines in Zukunft
    wohl noch stärker werdenden Nutzungsdrucks). Zu denken ist an eine Zonierung mit der
    Ausweisung von Naturzonen und die stellenweise Durchführung von
    Gestaltungsmaßnahmen (Uferprofilierung, Schaffung von Flachwasserbereichen). Zu
    überlegen wäre auch eine Ausweisung als Naturschutzgebiet (bzw. sonstiger adäquater
    Schutzstatus). Biotopinventar Gemeinde Altach । 19
    Auwälder
    – Beratung und Anleitung der Waldbesitzer - in Zusammenarbeit mit den zuständigen
    Forstorganen - zu einer naturnahen Waldbewirtschaftung, die bei bachbegleitenden
    Gehölzen möglichst auf Einzelstammentnahme zu beschränken ist. Bei der Nutzung des
    Auwaldes sollte als langfristiges Entwicklungsziel die Bestandesumwandlung hin zu einem
    naturnahen Wald (Weißweidenau oder edellaub- und eichenreiche Hartholzaue) gesehen
    werden.
    – Erhalt von Alt- und Totholz.
    – Auf eine forstliche Nutzung der Gehölzbestände sollte, abgesehen von allfälligen
    Pflegemaßnahmen wie bisher, verzichtet werden.
    – Die Kiesrecycling-Anlage samt der Werksflächen sollte nicht in den Auwaldbereich erweitert
    werden (v.a. keine Ausweitung der Schlammdeponie bzw. Zuschüttung der kleinen Weiher
    im Osten).


     [Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒ 
    Lohnt sich ein Download? Ein schneller Blick auf das Inhaltsverzeichnis:InhaltEinführung  5
    – Kurzer Rückblick und Ausblick  5
    – Was ist ein Biotop?  6
    – Wann gilt ein Biotop als BESONDERS SCHUTZWÜRDIG? 7
    Gemeindebericht  9
    – Geographie und Geologie  9
    – Biotopausstattung  10
    – Schutzstatus der Biotopfläche  11
    – Verbindung zu angrenzenden Gemeinden  11
    – Die Biotope der Gemeinde  12
     Baggersee im Sauwinkel (Biotop 40101)  12
     Alter Rhein (Biotop 40102)  14
    – Gefährdungen  17
    – Empfehlungen für Schutz und Erhalt  18
     Was wurde bisher getan?  18
     Was kann die Gemeinde tun für …  18
     Was kann der Einzelne tun für …  19
    Artenliste  20