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Sonntag, 11. Juni 2023

[ #Bregenz ] Mündungsdelta Bregenzerach

Heute ist rund die Hälfte des Bodenseeufers hart verbaut oder erheblich verändert. 

Von diesen anthropogenen Eingriffen besonders betroffen sind vielfach die Mündungsbereiche der zahlreichen Flüsse und Bäche sowie die sie begleitenden Auenwälder, meist Silberweide. Auenwälder mit Erle, Esche und Weide sind prioritäre Lebensräume im Sinne der FFH-Richtlinie, die durch periodische Überflutung geprägten Standortverhältnisse gekennzeichnet sind.

Die langfristigen Ziele sind die Renaturierung von Auenwäldern, die Verjüngung vorhandener Auenwälder am Bodenseeufer sowie eine verbesserte Anbindung an das Hinterland, speziell in den Mündungsbereichen der Bodenseezuflüsse ist ein von der Bodensee-Stiftung koordiniertes Ziel. Dazu wurden die letzten Bestände an Weichholzauen am Bodensee und seinen Zuflüssen erhoben und Entwicklungspotenziale ermittelt. In den kommenden Jahren sollen Maßnahmen zum Schutz und zur Renaturierung der Auen in allen drei Bodenseeanrainerstaaten durchgeführt werden. Dazu gehört auch ein grenzüberschreitendes Konzept zur weiteren Entwicklung.
Mehr erfahren. Dies ist nur der Hinweis  auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt!

 

[Zeitreiseführer-Vorarlberg]  ⇒

Donnerstag, 13. April 2023

[ #Bregenz ] Hitlers unentbehrlicher Vorarlberger Helfer: Dr. Emil Gansser aus Bregenz


Wer weiß, denn schon, dass es ein "Vorarlberger" (Bild) war, welcher die Kontakte Hitlers zur Geldwirtschaft und Industrie hergestellt hatte?
Was nicht in euren Lesebüchern steht.
Geschichten, welche im Geschichtsbuch fehlen,
Sind immer die, um die sich alles dreht.

(Erich Kästner)
Der Bregenzer Dr. Emil Gansser (auch Ganßer; * 7. Oktober 1874 in Bregenz; † 9. Januar 1941 in Berlin) war einer der ältesten und aktivsten Helfer Adolf Hitlers. Er gilt als der erfolgreichste Geldbeschaffer der NSDAP. Er ist in Bregenz geboren, übersiedelte aber mit seinen Eltern nach Stuttgart. 1924 fand er, nachdem er den deutschen Reichspräsidenten Friedrich Ebert des Landesverrates bezichtigt hatte, Zuflucht bei der NS-Fabrikantenfamilie Faigle in Hard.

Siemens. Emil Gansser war schon sehr früh für Hitler in der Schweiz um dort Geldspenden für ihn auzutreiben. Er ist leitender Angestellter (Sprengstoffchemiker) beim Siemenskonzern in Stuttgart. Als aktivster und erfolgreichster Geldsammler im In- und Ausland für die junge und noch fast unbekannte NSDAP nützt er die weitverzweigten Auslandsbeziehungen von Siemens: Insbesondere in der Schweiz rekrutiert der umtriebige Gansser Millionenbeträge für die Faschistenpartei. Durch polizeiliche Ermittlungen ist beispielsweise zweifelsfrei im Jahre 1923 belegt, dass Gansser einmal 33.000 Schweizer Franken in die NSDAP-Kasse heimbrachte.

Belegt sind auch als von ihm "aufgerissene" Spender-Namen wie Borsig, Siemens, und der Malzkaffeefabrikant Richard Franck. Daneben arrangiert er im Frühjahr 1922 des "Proleten" Hitlers Auftritte im Berliner "Nationalklub" vor versammelter großindustrieller und bürgerlicher Prominenz. Gansser in einem Schreiben an einen weiteren Siemens-Nazi: "Wie kann die Masse des deutschen Volkes von der Roten Internationale auf den Boden des deutschen Volkstums zurückgeführt werden, oder wie schaffen wir einen deutschen Willensblock?"

Hitler durch Bregenz. Im August 1923 reiste Adolf Hitler höchst persönlich mit einem Visum ("zu Studienzwecken) in die Schweiz, um Geld zu sammeln. Er kam Sonntag, 26. August, mit einem Bodenseeschiff nach Romanshorn und fuhr von dort weiter mit dem Auto bis nach Zürich, wo er eine Reihe von Schweizer Unternehmern traf. Am darauffolgenden Dienstag besuchte Hitler noch den Schweizer General Wille auf dessen Landgut Mariafeld in Meilen. Nach einer Autofahrt den See entlang, durch St. Gallen und Bregenz hindurch kam Hitler dann am Abend wieder in Lindau an. Zwischen April und Dezember 1923 hielt sich Gansser mindestens sechs Mal zum Geld sammeln in der Schweiz auf. Der Schweizer Franken war in der Inflationszeit bei den Nazis natürlich sehr begehrt. Hitler Fahrer sagte nach dem Münchner Hitler-Putsch auch aus, dass er mehrmals in Schweizer Franken bezahlt wurde.

Gansser war jedenfalls bereits am 1. November 1922 bei einer Stippvisite Hitlers in die Schweiz dabei. Gemeinsam mit dem späteren Führer-Stellvertreter Rudolf Heß trägt er sich dort in das Gästebuch des Seidenfabikanten Schwarzenbach-Wille auf dem Landsitz Bocken in Horgen (bei Zürich) ein. Auch der "NS-Dichter" und Chefredakteur des Völkischen Beobachters Dietrich Eckart war dabei. Ganssers Bruder Hans hatte dessen erste NS-Hymne "Sturm" vertont und Eckarts Gedicht „Deutschland erwache“ vertont. Das Sturm-Lie wurde beim ersten NSDAP-Parteitag 1923 uraufgeführt. Es wurde aber wegen der "schlechten Singabrkeit" bald ausgetauscht.

Gansser war auch Mitglied der unter der Bezeichnung „Sternecker-Gruppe“ bekannten eingeschworenen Gemeinschaft alter NS-Kämpfer, die rund 300 Mitglieder umfasste. Zu diesem Freundeskreis hatten sich 1933 unter Leitung von Rudolf Schüssler die frühesten Anhänger Hitlers zusammengeschlossen, die sich Anfang der 1920er Jahre im Sterneckerbräu in München zusammengefunden hatten und Hitler anfangs ständig begleiteten. Um in den exklusiven Kreis aufgenommen zu werden, mussten die potentiellen Mitglieder mittels eines Fragebogens umfassend über ihr politisches Engagement für die Bewegung Auskunft geben und Zeugen für ihre Angaben benennen.

Antidemokrat. Im Juni 1922 rief der Emil Gansser dem deutschen Staatsoberhaupt Ebert auf dem Münchner Bahnhofsvorplatz "Landesverräter" zu. Ein solches Schlagwort kursierte schon seit einiger Zeit in der Presse. Der Vorwurf des Landesverrats stammte aus der Zeit, in der die Sozialdemokraten zu Reichsfeinden abgestempelt, ausgegrenzt und bekämpft worden waren. Konkret richtete sich der Vorwurf auf Friedrich Eberts Eintritt in die Streikleitung bei den Ausständen im Januar 1918. Ebert trat in einem vor dem Amtsgericht in München anhängigen Verfahren als Nebenkläger auf. Als das Gericht in München den Reichspräsidenten provokativ als Zeugen für den 7. Februar 1924 vorlud, beschloss Ebert auf das Anraten seines Rechtsanwaltes, den Strafantrag gegen Emil Gansser zurückzuziehen. Das brachte die antirepublikanische Hetzlawine erst richtig ins Rollen, denn der Rückzieher Eberts wurde kurzerhand in ein Eingeständnis der Schuld umgedeutet. Die Angelegenheit gipfelte in dem Urteil eines Magdeburger Gerichts: In seiner Urteilsbegründung stellte dieses fest, Ebert habe vom strafrechtlichen Standpunkt aus "durch seine Beteiligung an dem Berliner Massenstreik im Januar 1918" Landesverrat begangen. Jedem war es nun erlaubt, den Reichspräsidenten ungestraft als Landesverräter zu bezeichnen. Wer die Republik und ihre Vertreter hasste, fühlte sich durch dieses Urteil bestätigt. Das Magdeburger Urteil war politischer Rufmord. Friedrich Ebert war vom Ausgang dieses Prozesses tief getroffen. Er starb wenige Wochen nach diesem Urteil.

Korrupte Bagage. Hitler wusste Emil Gansser auch später zu helfen. Auf persönliche Anordnung Adolf Hitlers musste Bormann in der Zeit zwischen 28.3. und 15.4.1939 eine einmalige Unterstützung von 10.000 Reichsmark ausbezahlen um Ganssers dringendste Schulden und Mietzinsrückstände zu begleichen. Gleichzeitig wurden ihm aus der Amtskasse monatliche 600 Reichsmark an "Unterhaltszahlung" zur angemessenen Lebensführung gewährt. Die Unterstützung als "Ehrensold" war einkommenssteuerfrei und nicht pfändbar. Bei seinem Tod hinterließ Emil Gansser Schulden in Höhe von 41.328,55 RM, die von der Reichskanzlei, soweit als berechtigt anerkannt, beglichen wurden.

Findmittelbuch Deutsches Bundesarchiv: Pflegschaft und Nachlaßverwaltung Dr. Emil Gansser
Bemerkung: Sprengstoffchemiker bei Siemens & Halske, vermittelte Hitlers Vortrag vor dem Nationalen Klub 1919 e. V. in Berlin am 29. Mai 1922, 1937 - 1941 Krankenhausaufenthalt wegen Paralyse, 1941 gestorben

Enthält u.a.:
Zuschüsse zur Pflegschaft und zur Befriedigung der Gläubiger. - Nachruf von Lammers (Völkischer Beobachter Nr. 17 vom 17. Jan. 1941)
Unterlagen über Ganssers politische Tätigkeit 1922, dabei: Einladung zu Hitlers Vortrag (Fotokopie), Förderung dieses Vortrages durch den Siemens-Direktor Dr. Burhenne, Zeugnisse von Hitlers militärischen Vorgesetzten Oberstleutnant von Lünenschloß (Btl. Kdr. im Rgt. List) und Generalmajor Petz (Rgts-Kdr.) über Hitler als Regimentsordonnanz 1914 - 1916
Hans Gansser. Sein Bruder Hans Gansser (geb. 1884), war Sachverständiger für Musik im Württembergischen Kultusministerium und ein schauriger Dichter von NS-Liedern. Er wird auch als Komponist des Hakenkreuzliedes von Kernstock zitiert (Das Hakenkreuz -Lied Komponist: Hans Ganßer / Texter: Pfarrer Ottokar (Otto) Kernstock, Berliner Philharmoniker / Gesang: Gerhard Hüsch, 1933)


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Donnerstag, 19. Mai 2022

[ #Bregenz ] Kaspar Hagen: Dichtungen in alemannischer Mundart aus Vorarlberg online


Drei Bände der "Dichtungen in alemannischer Mundart aus Vorarlberg" aus den 1870er-Jahren stehen als Retrodigitalisat  auf internet.archive kostenlos online.

Einer der wohl bekanntesten Vorarlberger Autoren des 19. Jahrhunderts war der Bregenzer Arzt Caspar Hagen ((*12. Dezember 1820 in Bregenz; †20. März 1885 in Bregenz), der mehr als 550 Mundartgedichte verfasste und der Dialektdichtung im ganzen Land zu einem enormen Aufschwung verhalf.

Caspar Hagen (heute meist Kaspar Hagen) verbrachte seine Jugendzeit in Bregenz, wo er eine erste Schreiberstelle beim Rentamt (eine Art "Finanzamt") hatte. Dort schien ihn aber die Arbeit zu langweilen und er holte mit 22 Jahren eine Gymnasialausbildung nach. Die begann er in Bregenz und setzte sie in Görz fort, schloss sie schließlich in Padua ab. Auch sein Medizinstudium war ein Wanderstudium zwischen den Universitäten München, Wien und Prag. 1856 erlangte er schließlich den Grad eines Doktors der Medizin. In der Folge übete er fünf Jahre seinen Arztberuf in Hard und anschließend in Bregenz aus. In seinem Geburtshaus in der Rathausstraße in Bregenz befindet sich heute die Löwen-Apotheke, ein schönes haus im Jugendstil.


Oh Hoamatle. Von ihm stammt auch der Text der angeblich heimlichen Vorarlberger Landeshymne „Oh Hoamatle, oh Hoamatle, am himmelblaue Bodesee“. Das Lied wurde 1941 von der Bregenzer BDM-Untergauführerin 1941 Anna Burger-Seeber bei einem Nazi-Jugendtreffen auf der Franz-Senn-Hütte in den Stubaier Alpen vertont. Der Bund Deutscher Mädel (BDM) war in nationalsozialistischer Zeit der weibliche Zweig der Hitlerjugend (HJ). Darin waren im Sinne der totalitären Ziele des NS-Regimes die Mädchen im Alter von 10 bis 18 Jahren organisiert. Bei dem Treffen wurden die Hitlerjugendführerinnen zum Singen heimischen Liedgutes angehalten. Dass der Sinn dieser Anordnung weniger Heimatliebe den Propaganda war, ist aus heutiger Sicht vielleicht leichter als damals nachvollziehbar.

Nun Kaspar Hagen kann auch dafür nichts und nazistisch sind weder Text noch Ton. Peinlich ist vielleicht nur, dass ausgerechnet beim offiziellen Festakt aus Anlass des Jubiläumsjahres 2005 (1945-2005), im Gedenken an die Wiedererringung der Freiheit und vor allem der Vorarlberger Unabhängigkeit besonders dieses Lied und die Vertonung aufgeführt und in den Mittelpunkt gestellt werden musste. War das schon unsensibel und geschichtslos genug, dann erst recht die Rede des seinerzeitigen Vorarlberger Landtagspräsidenten (Gebhard Halder,ÖVP, Präsident des Vorarlberger Landtages von 2004 bis 2009), der liebevoll von  der "Nani" (gemeint ist die BDM-Untergauführerin Anna Burger-Seeber) sprach und unmittelbar von ihr zu den KZ-Opfern überleitete, sie quasi in den Rang einer Widerstandskämpferin erhob:
"Als die Bregenzer Innenstadt am 1. Mai 1945 in Flammen stand, verbrannte auch der dichterische Nachlass des Arztes Kaspar Hagen. Doch sein Gedicht „’s Hoamatle“, das Hagen 1857 veröffentlicht hatte, war populärer denn je, seit es Nanni Burger-Seeber 1941 – mitten im Krieg – vertont hatte.
In Konzentrationslagern und in Kerkern, an der Front und in Gefangenschaft, in Ruinen und Kellern, auf der Flucht oder aus der Heimat verschleppt: Millionen Menschen sehnten sich in dieser furchtbaren Zeit nach einer Heimat in Frieden und Freiheit ..."

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Donnerstag, 3. März 2022

[ #Hard ] NS-Restitution: Rupp versus Alma


Ein Lehrbeispiel über die Kontinuitäten undemokratischer Vorarlberger politischer Eliten.

Die Nazigeschichte Vorarlbergs beschäftigte Vorarlberg noch einmal ganz merkwürdig und das rechtsstaatliche und demokratische Bekenntnis der Vorarlberger Politik schienen schon wieder einmal gescheitert. Erst der Oberste Gerichtshof aus dem im politischen Vorarlberg ungeliebten Wien stellte wieder die Verhältnisse in Recht und Ordnung.

Am 13. Februar 1947 droht der Präsident der Vorarlberger Landwirtschaftskammer Karl Zerlauth (*1894; †1967 ) Josef Rupp an, dass für den Fall eines Rückstellungsverfahrens wegen des Schmelzwerkes in Lochau, des ihm durch die Nazis zu Unrecht entzogenen Eigentums zugunsten der Käsereigenossenschaft ALMA, dass der Landeshauptmann Ilg ihn diesmal schon "bücken würde".

Tatsächlich intervenierte Landeshauptmann Ilg sichtlich wider besserem Wissen um die tatsächlichen Verhältnisse im Ministerium, offenbar in der verqueren Meinung, man könnte noch immer (oder schon wieder) durch willkürliches Verwaltungshandeln die unabhängige Gerichtsbarkeit ausschalten.

Zerlauth selbst war nicht nur Bauernkammerpräsident sondern Landtagsabgeordneter, Mitglied der Landesregierung Ilg und Regierungsreferent für Ernährungsfragen. In den hungrigen Nachkriegstagen ein mächtiger Mann. Selber hatte er sowenig wie Ilg eine demokratisch weiße Weste. Am 14. November 1934 wurde Karl Zerlauth aufgrund der diktatorischen Maßnahmen des austrofaschistischen Ständestaats zum Landtagsabgeordneten ernannt, nachdem man den wirklich gewählten Abgeordneten die Mandate entzogen hatte! Ilg wiederum war ja zu Zeiten des Austrofaschismus nicht nur kurzfristig Staatssekretär unter Dollfuß sondern auch Landesbauernführer.

1908 wurde die Firma Rupp als Käsewerk in Lochau gegründet. 1921 wurde die Alma-Käse-Fabrik als Genossenschaft in Hard gegründet. Der Schwerpunkt der beiden Firmen lag in der Schmelzkäseerzeugung. 1937 hatte Rupp ein neues Schmelzkäserwerk errichtet, das im Juni 1938 an die Bauerngenossenschaft Alma verkauft werden musste, weil die Nationalsozialisten einen Betrieb verweigerte. Nach 1945 bemühte sich der alte Eigentümer Josef Rupp um die Rückstellung seines Betriebes.

Die Bauerngenossenschaft, die sich jeweils durch den Austausch einiger Spitzenfunktionäre für jedes gerade aktuelle System politisch umfärbte, ging bis in die höchste Instanz und hatte auch die Politik und die landwirtschaftlichen Verbände auf ihrer Seite. Man argumentierte in der traditionellen pseudoantikapitalistischen Ideologie des Austrofaschismus wie des Nationalsozialismus: Der "Betrieb einer Bauerngenossenschaft" darf nicht einem Privatunternehmer in die Hände fallen.

Landeshauptmann Ilg hatte gar noch gerügt, dass die Landesregierung "übergangen" worden sei, wiewohl es sich um einen Rechtsstreit und nicht um eine politische Verwaltungshandlung handelte. Die Umstände der Transaktion spielten bei diesen Überlegungen vorsätzlich keine Rolle, allerdings spielten sie ihm Rahmen des Verfahrens vor der Rückstellungskommission sehr wohl eine, denn glücklicherweise hatte das wiedererstandene Österreich doch bereits eine funktionierende rechtsstaatliche Justiz. In diesem Verfahren setzte sich nach drei Jahren der Antragsteller Josef Rupp vor der obersten Rückstellungskommission beim OGH durch und es wurde ihm bestätigt, dass es sich bei der Transaktion im Juni 1938 um keinen „redlichen Erwerb“ durch die Firma Alma, sondern um eine Vermögensentziehung gehandelt habe.

Der latente Streit zwischen der politisch verwalteten "Genossenschaft" ALMA und dem privatwirtschaftlichen Unternehmen Rupp endete schließlich 2008 endgültig: Im Jänner übernahm Rupp die Firma Alma, deren standespolitisches Management nun endgültig gescheitert war und damit dem bäuerlichen Genossenschaftsgedanken den Todesstoß versetzt hatte.  Dabei hatte der Genossenschaftsgedanke einen großen Vater. Auf Initiative von Franz Michael Felder gründeten eine Handvoll entschlossener Bauern 1860 den „Landwirtschaftlichen Käseverein Bezau“. Gemeinsam wollte man das Monopol der sogenannten „Käsegrafen“ beenden. Das war freilich eine gänzlich andere Idee von Genossenschaft gewesen.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

Dienstag, 23. November 2021

[ #Hard ] Vorarlberg: "The Making of Christmas Tree"

Protestantische Textil-Industrielle führten den Christbaum in Vorarlberg ein.

In der Zeitschrift "V-Dialog" für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Vorarlberger Landesverwaltung (Nr.3/Dezember 2007) berichtet Ulrich Nachbaur - Historiker des Vorarlberger Landesarchivs - über das "Making of Christmas tree" in Vorarlberg.

Verpackt in eine fast rührende Weihnachtsgeschichte.


Weihnachtsbaumstiftung in Hard. Das Harder Fabrikanten-Ehepaar Samuel und Henriette Schindler errichtete im März 1880 eine "Stiftung zum Andenken an Susanna Henriette Schindler" in Erinnerung an ihre 1875 mit zehn Jahren verstorbene Tochter. 

Als Kapital brachten sie einen mit 5 Prozent verzinsten Pfandbrief zu 1.000 Gulden (entspricht 2007 ca. 10.000 Euro) ein. Die Gemeinde Hard nahm die Stiftung dankend an. Im Stiftbrief ist genau bestimmt, was sie zu tun hatte: 

Jährlich am 25. Dezember war für die Kinder der untersten Klasse der Gemeindeschule eine Christbaumfeier auszurichten, zu der auch deren Eltern und andere erwachsene Angehörige Zutritt hatten. Die Hälfte des Zinsertrags war für den Baum und seinen Schmuck sowie für Lebkuchen und Obst für die Kinder zu verwenden; die andere Hälfte für ein kleines Kleidungsstück für jedes Kind. 
"Der Baum muß eine Rothtanne sein, von dichten großen Aesten und dichtem Nadelwerk, mindestens zwei und einhalb Meter hoch, mit starkem Kreuz versehen; die Lichter, farbige Wachskerzchen in zweckentsprechender Größe, nicht unter zehn Grammes Gewicht jedes Einzelne – nicht weniger als hundert zwanzig fünf solcher Kerzchen, welche nicht früher gelöscht werden dürfen, ehe sie am Weihnachtsabend selbst vollständig abgebrannt sind."
Religionskrieg. Im katholischen gegenreformatorischen Vorarlberg wurde der Weihnachtsbaum damit wohl von den vorwiegend protestantischen Industriellen eingeführt. Als in evangelischen Kreisen der Christbaum ins Brauchtum übernommen wurde, trat der Christbaum seinen Siegeszug an. 
Einer der ersten Christbäume in Vorarlberg wurde 1832 vom Feldkircher Fabrikantensohn Carl Ganahl verwendet. Seine Mutter war in jenem Jahr zum Nikolaus, dem damals üblichen Bescherungstag, gestorben, und er wollte deshalb die Bescherung für seine jüngeren Geschwister nachholen. Den Brauch hatte er wohl während seiner Lehrjahre im protestantischen Umfeld in der Schweiz kennengelernt.
Aber selbst in der Familie des Vorarlberger Kreishauptmannes Johann von Ebners (1822 bis 1849 k. k. Kreishauptmann von Vorarlberg) wurden die Kinder am Vorabend des Nikolaus-Festes beschert. Der Nikolaus hatte für die Ebner-Kindern luxuriöse Geschenke: Puppen, Hüte, Ohrringe, Bücher, Uhren, Wiegepferd, Harnisch, Zinnsoldaten. 1845 überraschten sie die Kinder bereits mit einem Weihnachtsbaum, zwar noch zu Nikolo, aber doch. Das Tagebuch des Kreishauptmannes vom 5. Dezember 1845  konstatiert  allerdings nüchtern:
"Man stellte übrigens mit großer Mühe einen Christbaum her, welcher hübsch beleuchtet für erwachsene Leute sich schön ausnahm. Die Kinder nahmen gar wenig Notiz davon. Sie bekamen zu viel Spielzeug, das sie wenig achteten. Hätte man dafür armen Kinder etwas mitgetheilt!!"
Weihnachtsbaumreligion. Der Tannenbaum war der Weihnachtsbrauch der Protestanten, Nikolaus und Krippe dagegen der Katholiken. Dass der Reformator Luther auch noch Erfinder des Christbaums gewesen sein soll, ist allerding nur eine Legende. Da Tannenbäume in Mitteleuropa darüber hinaus selten waren, konnten sich diese zunächst nur die begüterten Schichten leisten, und die Stadtbevölkerung musste mit Zweigen und anfallendem Grün auskommen. Erst als ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vermehrt Tannen- und Fichtenwälder angelegt wurden, konnte der allgemeine Bedarf gedeckt werden.

Heute stehen sie also in friedlicher Eintracht nebeneinander. Früher wäre das undenkbar gewesen, denn viele Weihnachtsbräuche gehen auf den Kulturkampf zwischen Protestanten und Katholiken zurück. In Mode kam die geschmückte Tanne erst um 1800 als protestantischr Brauch. Die Katholiken spotteten damals noch über den evangelischen Tannenbaum und bezeichneten den Protestantismus sogar als "Weihnachtsbaumreligion". 

Gegen  Ende des 19. Jahrhunderts hielt der Christbaum auch in katholische Wohnzimmer Einzug. Entscheidend für seine Verbreitung war der deutsch-französische Krieg von 1870, als auf Anweisung der Heeresleitungen in den Schützengräben Weihnachtsbäume als Propaganda für die Heimat aufgestellt wurden. Der Weihnachtsbaum wurd Teil deutscher Propaganda und des Deutschtums.

Obwohl die katholische Kirche lange Zeit der Weihnachtskrippe den größeren Symbolgehalt zugemessen hatte, übernahm sie mit der Zeit auch den Brauch, einen Weihnachtsbaum aufzustellen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ist der Weihnachtsbaum auch in den katholischen Regionen Deutschlands und Österreich bezeugt. Heute sind unserere Weihnachtsbräuche eigentlich überkonfessionell, ja man kann sich ihnen weder als Nichtgläubiger noch als Andersgläubiger wirklich entziehen. So allgegenwärtig sind sie vom Kindergarten bis zum Supermarkt. 

Wien - Washington - Brüssel. Der erste Weihnachtsbaum in Wien wurde 1814 von Fanny von Arnstein, einer aus Berlin stammenden angesehenen jüdischen Gesellschafts-Dame aufgestellt. 1891 wurde erstmals ein "Christmas tree" vor dem Weißen Haus in Washington aufgestellt.

In Österreich ist es seit dem EU-Beitritt Tradition geworden, einen österreichischer Nadelbaum vor dem EU-Parlament in Brüssel zum Adventbeginn aufzustellen. 

Ursprünglich wohl mehr eine Marketingaktion der niederösterreichischen Christbaumgärtner. Rund um den Christbaum hat sich mittlerweile ein kompletter Wirtschaftszweig herausgebildet. Viele Länder importieren tausende Bäume für den Heiligen Abend, während sie selbst Bäume exportieren. Für Österreich schätzt man einen jährlichen Bedarf von knapp über zwei Millionen Bäume.



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Dienstag, 9. November 2021

[ #Hard ] Schwabenkrieg: Die Schlacht vom 20. Februar 1499 in Hard


"Hard dürfte erstmals durch die am 20. Februar 1499 im so genannten Schwabenkrieg, dem Reichskrieg Maximilians des I. gegen die Eidgenossenschaft, geschlagene Schlacht über die Grenzen des Landes hinaus bekannt geworden sein.  An jenem kalten und nebligen Wintertag tobte in den Gefilden südwestlich des Ortes der Kampf zwischen der vom Kaiser aufgebotenen 10.000 Mann starken Streitmacht des schwäbischen Bundes und den in beträchtlicher Minderzahl angreifenden Eidgenossen."

So beschreibt einleitend der des Schweizerische Feldweibelverband ein historisches Ereignis auf Vorarlberger Boden, das in der Vorarlberger Geschichtsschreibung weitgehend fehlt.

Der Schwabenkrieg spielt sich als eine Reihe von Schlachten und blutigen Plünderungen am Rhein ab, unter denen vor allem die ländliche Bevölkerung leidet. Im Februar 1499, bis zur Schlacht bei Hard, setzen sich die Eidgenossen im Rheintal vom Luziensteig bis zum Bodensee durch; im Frühling folgen Raubzüge in den Hegau und Klettgau sowie die Siege auf dem Bruderholz bei Basel (22. März), in Schwaderloh bei Konstanz (11. April) und in Frastanz (20. April).

Am 28. April greift Maximilian ein, nachdem er die Reichsacht gegen die Eidgenossen verhängt hat, ohne dass ihm dies nennenswerte Unterstützung bei den Reichsständen eingebracht hätte. Obwohl der Kampf zu Propagandazwecken formal als Reichskrieg geführt wird, unterliegen die Habsburger am Ausgang des Münstertals, an der Calven, den Bündnern unter dem sagenhaften Benedikt Fontana (22. Mai), und bei Dornach erringen die Solothurner und heranrückende eidgenössische Hilfstruppen am 22. Juli 1499 den entscheidenden Sieg über das hochmütige habsburgische Ritterheer.


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Donnerstag, 16. September 2021

[ #Hard ] Bodenlebende Wirbellose am "Grünen Damm" in Hard


Der Bereich des "Grünen Damms" liegt in der Marktgemeinde Hard am östlichen Ufer des Bodensees. 

Das Ufer um den "Grünen Damm" bei Hard wird gerne als "naturfern" betrachtet, denn er ist ein vom Menschen geschaffener Damm, also Natur aus zweiter Hand, der das Harder Binnenbecken und die Harder Häfen und Badestellen vor Wellenschlag und Strömungen des offenen Bodensees schützt. Besonders soll er die fortschreitende Verlandung des Uferbereichs verhindern.

Grüner Damm.
Direkt am "Grünen Damm" mündet die Dornbirnerach in den Bodensee, welche durch ihre anliegende Kläranlage eine hohe Nährstofffracht hat. Auch die Mündung des Alpenrheins und der Bregenzerach liegen in unmittelbarer Umgebung. Die Bregenzer Bucht ist somit durch die vielen nahe liegenden Zuflüsse nährstoffreicher als andere Gebiete des Sees. Die Nutzung erfolgt über die bereits erwähnte Schutzfunktion hauptsächlich durch Freizeitaktivitäten, als Naherholungsgebiet zum Baden, Spazieren und anderen Outdooraktivitäten.

Wirbellose.
In der vorliegenden Arbeit wird die Artenzusammensetzung der bodenlebenden Wirbellosen am "Grünen Damm" näher betrachtet. Als Wirbellose bezeichnet man alle Tiere ohne eine Wirbelsäule. Zu dieser Gruppe von Lebewesen gehört die Mehrzahl aller bekannten Tierarten. Sie werden der Verwandtschaftsgruppe der Wirbeltiere gegenüber gestellt. Den Wirbeltieren wird beim Arten-, Natur- und Lebensraumschutz medial und im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit in der Regel viel mehr Aufmerksamkeit und Schutz geschenkt als den wirbellosen Tieren. Krebse, Muscheln, Garnelen oder "Würmer" haben es in dieser Beziehung wesentlich schwerer.

Neozoa.
Da in der Vergangenheit vermehrt gebietsfremde Arten durch menschliche Aktivitäten in den Bodensee eingeschleppt und u.a. auch am österreichischen Ufer entdeckt wurden, legt diese Arbeit einen besonderen Schwerpunkt auf dieses Phänomen. Bei früheren Beobachtungen zeigte sich, dass am "Grünen Damm" eine andere Artenzusammensetzung gefunden wird als an anderen Stellen des Bodensees. Dies sind vor allem sogenannte "Teicharten", also an einen höheren Nährstoffgehalt, wärmere Temperaturen oder ruhigeres Wasser angepasste Lebensformen.


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Lohnt sich ein Download? Ein schneller Blick auf den Inhalt: 

1 EINLEITUNG 3

2 MAKROZOOBENTHOS DES GRÜNEN DAMMS 5
2.1 Methodik 5
2.1.1 Probeflächen 5
2.1.2 Freilandarbeit 6
2.2 Ergebnisse und Diskussion 7
2.2.1 Umweltparameter 7
2.2.2 MZB am "Grünen Damm" 7

3 NEOZOA 9
3.1 Was sind Neozoa? 9
3.2 Situation des Bodensees 10
3.3 Erstfunde in der Bregenzer Bucht 11
3.3.1 Limnomysis benedeni 11
3.3.2 Katamysis warpachowskyi 12
3.3.3 Crangonyx pseudogracilis 13

4 DISKUSSION 14
4.1 Besonderheiten des "Grünen Damms" 14
4.2 Einschleppwege der Neozoa 15
4.3 Gegenmaßnahmen 16

5 DANKSAGUNGEN 17
6 LITERATUR 18

Mittwoch, 17. Juni 2020

[ #Dornbirn ] Hugo Lunardon und der Nationalsozialismus in Dornbirn: Tod eines Staatsdieners


Wieso kam Hugo Lunardon  (* 2. November 1893 in Hard; † 14. März 1940 im KZ Mauthausen) nach Mauthausen? Was war passiert, dass der am 2. November 1893 in Hard als Sohn des italienischsprachigen Flickschusters Bartolo Lunardon und seiner Frau Maria, geb. Tomio, zur Welt gekommene ehemalige Graveur ein derartiges Schicksal erleiden mußte?

Am Beginn des Ersten Weltkriegs kam der gelernte Graveur an die Front. Seine Eltern waren italienische Migranten (der Flickschuster Bartolo Lunardon und seine Frau Maria, geb. Tomio). Und doch war er mit Leib und Seele für seine und seiner Eltern neue Heimat bemüht. Er wurde zweimal verwundet und verbrachte 42 Monate in russischer Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Rückkehr wurde er Gendarm in Hohenems, 1931 heiratete er, 1933 und 1935 wurden ihm zwei Töchter geboren. Doch das Familienglück war nur von kurzer Dauer.


1933 wurde er Postenkommandant in Dornbirn. Wegen seines oftmaligen und erfolgreichen Einschreitens gegen illegale Nationalsozialisten hatte er zwar die erwähnte Auszeichnung erhalten, wurde aber unmittelbar während des "Anschlusses" in der Nacht vom 11. zum 12. März 1938 verhaftet und vorerst im KZ Dachau, später dann im KZ Mauthausen eingesperrt und zu Tode geschunden.  Die Auszeichnung war wohl eine Folge seines Bemühens, der Verursacher des Nazi-Terrors in Vorarlberg habhaft zu werden. Anton Plankensteiner, den späteren Vorarlberger NS-Landeshauptmann und den Dornbirner SS-Sturmbannführer Alfons Mäser hatte er überführt. Mäser wurde deswegen vor Gericht zu 15 Jahren schweren Kerkers verurteilt.

Aber die austrofaschistischen Bonzen hatten sich bald mit ihren nationalsozialistischen Gegnern arrangiert. Sie blieben weitgehend unbehelligt, zu Leiden hatten die Kleinen. Der Sturmbannführer Alfons Mäser wurde bereits 1937 aus der Haft entlassen, weil sich das nationalsozialistische Deutsche Reich und die austrofaschistische österreichische Regierung bereits weitgehend arrangiert hatten und die Nationalsozialisten längst in ihren Reihen saßen und alle nur auf einen günstigen Wind warteten. Ausgerechnet Mäser war in den Tagen des Anschlusses der für die "Sicherheit" zuständige Landeskommandant geworden. Nun übten die Dornbirner Nationalsozialisten Rache an dem aufrichtigen Staatsdiener.

Am 14. März 1940 starb der Gefangene Hugo Lunardon mit der Nummer 14.363 um 17 Uhr 15 im Konzentrationslager Mauthausen an angeblichem "Herzfehler" und an "Herzmuskelfehler". Seine Gefangenen-Nummer wurde umgehend wiederverwendet und einem soeben eingetroffenen polnischen Staatsbürger zugeteilt. Niemand sollte aufgrund der Häftlingsnummern erkennen können, wieviele "Schutzhäftlinge" im Konzentrationlager waren bzw. im Laufe der Zeit dorthin gebracht wurden. Hugo Lunardon hinterließ seine Gattin Olga sowie seine beiden Töchter Olga (geb 1933) und Gertrud (geb. 1935). In Erinnerung an den ermordeten Gendarmen wurde nach ihm in Bregenz der Hugo-Lunardon-Weg benannt.

Johann-August-Malin-Gesellschaft. Diese Vorarlberger historische Gesellschaft macht auf ihrer Website Texte zugänglich, die ihr für die geschichtswissenschaftliche Diskussion in Vorarlberg wesentlich erscheinen und in Zusammenhang mit ihrem selbstgewählten Arbeitsbereich stehen. Darunter ist auch dieser Beitrag von Dr. Halald Walser online bzw. als kostenfreies PDF zum Herunterladen.


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Montag, 27. Oktober 2014

Biotopinventare der Gemeinden Vorarlbergs zum Download




Unter BIOTOP wird in diesem Inventar der Standort einer in sich mehr oder weniger geschlossenen Lebensgemeinschaft aus Pflanzen und Tieren verstanden. Klassisches Beispiel für einen Biotop wäre etwa ein Weiher, es kann aber genauso ein Waldstück, eine Wiese etc. sein.

Häufig bilden einzelne Biotope in sich zusammenhängende Komplexe aus, wie etwa ein Quellmoor mit der Quelle als Einzelbiotop und den angrenzenden nassen "Quellsümpfen". Dann wird von BIOTOPKOMPLEX gesprochen. Besonders Großtiere haben Biotop übergreifende Reviere, oder ganze Landschaftsteile bilden einen geschlossenen und vielfältigen Lebensraum von besonderer Schutzwürdigkeit (z.B. Kanisfluh). In diesem Fall wird von einem GROSSRAUMBIOTOP gesprochen.

Grundsätzlich ist Biotop ein allgemeiner Begriff. Ein Biotop muss nicht von vorne herein besonders oder überhaupt schutzwürdig sein. Auch ein Garten ist z.B. ein Biotop mit Kultur- und Wildpflanzen und einer großen Zahl an Tieren - beliebte und unbeliebte - sei es im Boden oder an Pflanzen. Den Rahmen für die Beurteilung besonderer Schutzwürdigkeit haben die einschlägigen Landesgesetze vorgegeben. Die Aufnahme eines Biotops ins Inventar heißt aber nicht, dass die Fläche dadurch "automatisch" geschützt ist. Es handelt sich hingegen um informelle Vorbehaltsflächen, in andern Worten um "Hinweistafeln" auf besonderen Wert und nicht um Stoptafeln.

Die Biotopflächen sind auch digital erfasst und können über den VOGIS Atlas eingesehen werden. Der Bericht steht für jede Gemeinde Vorarlbergs als PDF-Download zur Verfügung.

Mehr + Download:
Aktuelles Biotopinventar (2010) der Gemeinden Vorarlbergs zum Download

Dienstag, 28. Februar 2012

Biotopinventare der Gemeinden Vorarlbergs zum Download



Unter BIOTOP wird in diesem Inventar der Standort einer in sich mehr oder weniger geschlossenen Lebensgemeinschaft aus Pflanzen und Tieren verstanden. Klassisches Beispiel für einen Biotop wäre etwa ein Weiher, es kann aber genauso ein Waldstück, eine Wiese etc. sein.

Häufig bilden einzelne Biotope in sich zusammenhängende Komplexe aus, wie etwa ein Quellmoor mit der Quelle als Einzelbiotop und den angrenzenden nassen "Quellsümpfen". Dann wird von BIOTOPKOMPLEX gesprochen. Besonders Großtiere haben Biotop übergreifende Reviere, oder ganze Landschaftsteile bilden einen geschlossenen und vielfältigen Lebensraum von besonderer Schutzwürdigkeit (z.B. Kanisfluh). In diesem Fall wird von einem GROSSRAUMBIOTOP gesprochen.

Grundsätzlich ist Biotop ein allgemeiner Begriff. Ein Biotop muss nicht von vorne herein besonders oder überhaupt schutzwürdig sein. Auch ein Garten ist z.B. ein Biotop mit Kultur- und Wildpflanzen und einer großen Zahl an Tieren - beliebte und unbeliebte - sei es im Boden oder an Pflanzen. Den Rahmen für die Beurteilung besonderer Schutzwürdigkeit haben die einschlägigen Landesgesetze vorgegeben. Die Aufnahme eines Biotops ins Inventar heißt aber nicht, dass die Fläche dadurch "automatisch" geschützt ist. Es handelt sich hingegen um informelle Vorbehaltsflächen, in andern Worten um "Hinweistafeln" auf besonderen Wert und nicht um Stoptafeln.

Die Biotopflächen sind auch digital erfasst und können über den VOGIS Atlas eingesehen werden. Der Bericht steht für jede Gemeinde Vorarlbergs als PDF-Download zur Verfügung.

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Aktuelles Biotopinventar (2010) der Gemeinden Vorarlbergs zum Download

Samstag, 25. Juni 2011

Ein (statistischer) Blick auf die Gemeinden Vorarlbergs

"Ein Blick auf die Gemeinde"
ist eine regionale Information der Statistik Austria und bietet anhand von Tabellen und Grafiken einen durchgehenden Vergleich der gewählten Gemeinde Vorarlbergs mit dem politischen Bezirk bzw. dem Bundesland, in dem sie liegt. Insgesamt sind es 55 Datenblätter die in ihrer Gesamtheit kostenpflichtig sind.

Acht der insgesamt 55 Datenblätter werden allerdings auch kostenlos online bereit gestellt. Zusätzlich zu diesen acht ausgewählten Blättern werden weitere wichtige Daten aus der Großzählung 2001 und zur Bevölkerungsentwicklung angeboten. Ein unverzichtbarer Behelf für örtliche Gemeindefunktionäre.


Ein Blick auf die Gemeinde
* Bevölkerungsentwicklung
* Bevölkerungsveränderung nach Komponenten
* Wohnungen (Hauptwohnsitze) nach Wohnraumanzahl
* Wohnbaustatistik
* Land- und forstwirtschaftliche Betriebe und Flächen nach Erwerbsart
* Ordentliche Gebarung der Gemeinde
* Außerordentlicher Haushalt und pro Kopf-Ziffern
* Steuereinnahmen und Gemeindesteuer pro Kopf
* Erläuterungen

Probezählung 2006
* Einwohnerzahl 31.10.2006

Aktuelle Bevölkerung und Bevölkerungsentwicklung
* Einwohnerzahl und Komponenten der Bevölkerungsentwicklung
* Bevölkerungsstruktur

Volkszählung 15. Mai 2001
* Wohnbevölkerung und Bürgerzahl
* Demografische Daten
* Wohnbevölkerung nach Ortschaften
* Lebensunterhalt
* Bildung, Schüler/Studenten, Familie, Haushalte
* Erwerbs- und Schülerpendler; berufliche und wirtschaftliche Merkmale
* Erwerbspendler nach Pendelziel
* Erläuterungen

Gebäude- und Wohnungszählung 15. Mai 2001
* Gebäude und Wohnungen
* Erläuterungen

Arbeitsstättenzählung 15. Mai 2001
* Arbeitsstätten und Beschäftigte
* Arbeitsstätten und Beschäftigte im Vergleich zu 1991
* Erläuterungen

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Ein Blick auf die Gemeinden in Vorarlberg