Dienstag, 11. Mai 2021

[ #Vorarlberg ] Harald Walser: Die illegale NSDAP in Tirol und Vorarlberg 1933-1938


Harald Walsers Buch schließt eine Lücke in der Parteien- und in der Regionalforschung.

In der österreichischen Zeitgeschichte gab es ein eindeutiges Übergewicht der Erhebung, der Analyse und der Bewertung der politischen Linken. Überdies dominierte (und dominiert noch immer) eine gesamtösterreichische Betrachtungsweise. Walser beschäftigt sich hingegen mit der regionalen Entwicklung der NSDAP in Tirol und Vorarlberg, in den beiden Ländern, die ja nach der gesamten Konzeption des Nationalsozialismus eine politische Einheit bilden sollten.

Die Johann-August-Malin-Gesellschaft macht auf ihrer Website Texte zugänglich, die ihr für die geschichtswissenschaftliche Diskussion in Vorarlberg wesentlich erscheinen und in Zusammenhang mit ihrem selbstgewählten Arbeitsbereich stehen. Darunter ist auch dieser Beitrag von Harald Walser online bzw. als kostenfreie PDF-Datei zum Herunterladen.


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Lohnt sich ein Download? Ein Blick auf den Inhalt:

Einleitung und Problemstellung 1
Die Bedingungen für die politische Entwicklung in Tirol und Vorarlberg nach 1933 4
Die politische Entwicklung bis 1933 23
1. Grundzüge der politischen Entwicklung von 1919 bis zum Sommer 1933 unter besonderer Berücksichtigung der Wehrverbände 23
2. Die Entwicklung der österreichischen NSDAP bis zum Frühjahr 1933 unter besonderer Berücksichtigung der beiden westlichsten Bundesländer 29
3. Die Zeit unmittelbar vor dem Verbot der Partei am 19. Juni 1933 40
Die Tätigkeit der illegalen NSDAP in Tirol und Vorarlberg vom Juni 1933 bis zum März 1938 48
1. Die inhaltlich-propagandistischen, organisatorischen und strukturellen Besonderheiten
1.1. Die Stellung der Nationalsozialisten zum Südtirol-Problem und außenpolitische Einwirkungen auf die Tätigkeit der NSDAP 48
1.2. Der Einfluss von Unternehmern auf die Entwicklung der Partei 53
1.3. Die Bedeutung Dornbirns für den illegalen Kampf der NSDAP in Vorarlberg 59
1.4. Gliederung und Struktur der illegalen NSDAP 63
2. Die illegale Tätigkeit 80
2.1. Die Zeit bis zum Juli-Putsch 1934 80
 2.1.1. Terror und Gewaltakte 80
 2.1.2. Propagandatätigkeit und "Aufklärungsarbeit" 105
2.2. Der Juli-Putsch und seine Auswirkungen auf den "Gaubereich" Tirol und Vorarlberg 124
2.3. Die illegale Tätigkeit in der Zeit vom Juli-Putsch bis zum Winter 1937/38 134
2.4. Der Anschluss und die Machtergreifung der NSDAP in Tirol und Vorarlberg 148
Die Zeit unmittelbar nach dem Einmarsch der deutschen Truppen 157
Dokumente 162
Anmerkungen 192
Literaturverzeichnis 227
Namensregister 232
Ortsregister

Montag, 10. Mai 2021

[ #Feldkirch ] James Joyce in Feldkirch und im Web!


Ende 2001 haben die ÖBB die vom Kulturkreis Feldkirch am Bloomsday 1994 über den Fahrkartenschaltern montierte Gedenktafel durch eine besonders anschauliche und auffällige Präsentation des literarhistorischen Joyce-Zitates ersetzt: "Dort drüben auf den Schienen wurde 1915 das Schicksal des Ulysses entschieden" ("Over there, on those tracks the fate of 'Ulysses' was decided in 1915").

Im Web. Ein deutschsprachiges "James Joyce"-Forum widmet sich Joyces vielfältigen Beziehungen zu Österreich (heutiges Staatsgebiet). Anders als Joyces längere Aufenthalte in Pola und Triest, zwei Städte, die bis zum Ende "Ersten Weltkriegs" zum österreichischen Staatsgebiet gehörten, wurden Joyces Aufenthalte in Innsbruck (1928), Salzburg (1928) und Feldkirch (1915, 1932), seine überraschende Unterstützung des Aufrufes zur Gründung einer "Adolf Loos"-Schule (1930) sowie seine durchaus unerwartete Unterstützung der von Thomas Mann und Stefan Zweig formulierten Glückwunschadresse zu Sigmund Freuds 80. Geburtstag (1936), aber auch seine eher distanzierte Beziehung zu Stefan Zweig von der Joyce-Forschung bislang eher vernachlässigt.

Das Internetforum soll daher beitragen, Joyces vielfältige Verbindungen mit Österreich (eingeschränkt auf das heutige Staatsgebiet) bekannter zu machen. Thema ist alles, was Joyces Österreich-Verbindungen betrifft: von Adolph Johannes Fischers "Fluviana"-Fotografien (1928) über Ferry Radax' Film "Wer sind Sie Mr. Joyce" (1980) und Gerald Raunigs "Liederzyklus für Saxofonquartett und Stimme" "Bloom’s Days" (1995) bis zu aktuellen österreichischen Joyce-Veranstaltungen.An dieser Mailingliste können alle Interessierten teilnehmen, indem sie die Liste abonnieren.



In Feldkirch (Quelle: Wikipedia).
Seit dem Bloomsday 1994 ist in der Bahnhofshalle von Feldkirch ein James Joyce-Zitat zu lesen, das die besondere Verbindung des irischen Schriftstellers mit der Montfort-Stadt betont. Dank einflussreicher Freunde konnte James Joyce, der 1915 weltkriegsbedingt als "feindlicher Ausländer" betrachtet wurde, mit seiner Lebensgefährtin Nora Barnacle und den beiden gemeinsamen Kindern aus Österreich ausreisen, während sein Bruder Stanislaus Joyce noch in Triest als "feindlicher Ausländer" verhaftet wurde und auf Weltkriegsdauer inhaftiert blieb.

Bei der Grenzkontrolle in Feldkirch wurde Joyce mit einem Spion verwechselt und beinahe verhaftet. Aus diesem Grund hat sich nach seinen Worten am Bahnhof von Feldkirch das Schicksal seines Romanes Ulysses entschieden.

Im Sommer 1932 führte die Freundschaft mit dem Verleger-Ehepaar Maria und Eugene Jolas Joyce erneut in die Montfortstadt, wo er mehrere Wochen lang im Hotel Löwen logiert und an Finnegans Wake gearbeitet hat.

Der breiten Öffentlichkeit war Feldkirchs doppelte Verbindung mit James Joyces Leben und Werk unbekannt. Auf Anregung des Literaturwissenschafters Andreas Weigel, der den Vorarlberger Finanz- und Kulturlandesrat Guntram Lins 1992 auf diese literarhistorische Sonderstellung der Montfortstadt hingewiesen hat, hat der Kulturkreis Feldkirch 1994 in der Bahnhofshalle und beim Hotel Löwen Gedenktafeln montiert sowie mit finanzieller Unterstützung des Landeskulturreferates gemeinsam mit der Zürcher James Joyce Stiftung ein mehrtägiges Joyce-Symposion veranstaltet.

Ende 2001 haben die ÖBB die vom Kulturkreis Feldkirch am Bloomsday 1994 über den Fahrkartenschaltern montierte Gedenktafel durch eine besonders anschauliche und auffällige Präsentation des literarhistorischen Joyce-Zitates ersetzt, womit die ÖBB wesentlich zur Popularisierung und Verbreitung des Jahrzehnte lang verborgenen Sachverhaltes beitragen.

Am 16. Juni 2004 hat die Stadt Feldkirch nach zehnjähriger Diskussion anlässlich der Feier des 100. Bloomsdays die Löwen-Passage offiziell in James Joyce Passage umbenannt. Bei dieser Gelegenheit wurde von der Stadt Feldkirch eine Hinweistafel mit biographischen Hintergrundinformationen montiert.


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[ #Bregenz ] Johann Zasius aus Bregenz: Der Anwalt der Regensburger Juden


Dr. iur. utr. Johann  Zasius  aus  Bregenz (ca. 1475/80 – 1527) wird in der historischen Literatur oft mit Ulrich Zasius verwechselt  (Ulrich Zasius ,* 1461 in Konstanz; † 24. November 1535 in Freiburg im Breisgau, war ein deutscher Jurist und Humanist,) oder auch mit dem Sohn von diesem (Johann Ulrich Zasius, * 1521 in Freiburg im Breisgau; † 27. April 1570, war kaiserlicher Rat im Auftrag König Ferdinands I. und Kaiser Maximilians II.). 

Freilich, über Ulrich Zasius gibt es eine sehr umfangreiche Literatur,  während  die  Lebensdaten des Bregenzer Juristen Johann Zasius bisher nur in geringem Maße aufgearbeitet wurden. Uns liegen dafür Forschungen des Vorarlberger Historikers Burmeister und auch ein Beitrag von Steven Rowan in "The Jewish Quarterly Review"  (Vol. 72, No. 3 - Jan., 1982, pp. 198-201) vor.

Johann Zasius aus Bregenz war 1516-1521 im Dienst der vorderösterreichischen Regierung und war einer der (nur) zwei bürgerlichen Advokaten der österreichischen Regierung. Wohl um einen Adelstitel geltend machen zu können, bewarb er sich um die Burg Tosters in Feldkirch und eröffnete nach Burmeister damit die Reihe der österreichischen Juristen als Schlossbesitzer und Pfandherrn von Tosters.

Jurist für die Regensburger Juden. Bedeutender ist  jedoch das Engagement des Bregenzer Juristen für die 1519 gepeinigten Regensburger Juden.  Die Geschichte der Juden in Regensburg reicht bis in das 10. Jahrhundert zurück. Nach dem Tod Kaiser Maximilian I. am 12. Januar 1519 nutzte die Stadt Regensburg das entstandene Machtvakuum und beschloss am 21. Februar die Vertreibung der Juden. Binnen zweier Wochen mussten sie die Stadt verlassen. Vorarlberg selber war ja zu dieser Zeit  "judenfrei" seit in Feldkirch  am 21. Januar 1349 alle Juden verbrannt worden waren. Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts siedelten sich wieder Juden in Vorarlberg an.

In diesem jahrelangen Streit der bestohlenen und verfolgten Regensburger Juden gegen die Regensburger Bürgerschaft hatte der Bregenzer Jurist Johann Zasius durch sein Engagement für die Juden mehrere Teilerfolge erstritten,  auch wenn es ihm nicht gelungen war, die Gewalttaten gegen die Juden abzuwenden. Seine Rechtsansicht floss bis in den Wormser Schiedsspruch vom 17./18. Mai 1521 ein. Auch wenn die Zeiten noch weit entfernt von heutigem rechtsstaatlichen Denken waren - schließlich war es das gegenüber der jüdischen Mitbürger noch nicht einmal im ganzen 20. Jahrhundert. Dr. Johann Zasisus war letztlich wohl auch mit dem Ausgang des Verfahrens nicht zufrieden, sein Einsatz für die Menschenrechte und seine auf das Naturrecht abstellende Argumentation sind jedoch Höhepunkte nicht nur seiner  Biographie sondern auch der Zeit weit voraus.


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      Samstag, 1. Mai 2021

      [ #Hohenems ] Museo Nazionale Romano - Hohenems mitten in Rom: Palazzo Altemps

      "Hohenemser Wappen" über dem Eingang
      des Palazzo Altemps in Rom© Wikimedia Commons

      Nicht nur ein Palast - ein Stück Vorarlberger und österreichischer Geschichte mitten in Rom.


      Das Museo Nazionale Romano (Römisches Nationalmuseum) ist in Rom auf fünf Standorte verteilt, darunter der "Palazzo Altemps" an der Piazza di S.Apollinare 44. Er wurde 1585 für Kardinal Mark Sittich von Hohenems erbaut und beherbergt Sammlungen klassischer Kunstwerke, einschließlich einer Sammlung des Kardinals mit 15 Skulpturen der griechischen und römischen Antike. Das Eingangsportal ziert das Hohenmser Wappen - ein Steinbock.

      Palazzo Altemps. Um 1480 wurde der Palast für Girolamo Riario, einem Nepoten von Papst Sixtus IV., von einem heute nicht mehr bekannten Architekten errichtet. 1568 erwarb Kardinal Mark Sittich von Hohenems das Gebäude. Es trug fortan nach der italienisch/lateinischen Version von Hohenems den Namen Palazzo "Altemps". Altemps, sprich Hohenems ließ den Palast erweitern und grundlegend erneuern und beauftragte damit Martino Longhi der Ältere, der im Palazzo Altemps einen der schönsten Höfe Roms schuf. Martino Longhi war auch der Baumeister des Palastes in Hohenems. Sein Sohn Onorio Longhi entwarf die Fassade des Baus. 1982 kam der Palazzo Altemps in den Besitz des italienischen Kulturministeriums. Nach langjähriger umfangreicher Restaurierung wurde das Gebäude als ein Teil des Museo Nazionale Romano der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es werden antike Kunstwerke aus den Sammlungen Ludovisi und Hohenems gezeigt.

      Markus Sittikus III. Bischof von Konstanz und Kurienkardinal in Rom. Seiner Baulust ist auch der Bau des Hohenemser Palastes zu danken. Er war es auch, der seinen Verwandten Wolf Dietrich von Raitenau besonders begünstigte. 1570 erhält Wolf Dietrich von Raitenau dank dieser Günstlingswirtschaft bereits als 11-Jähriger eine erste Domherrenstelle in Konstanz. Dort ist sein Onkel, eben Kardinal Mark(us) Sittich(kus) von Hohenems (III.) Bischof. Die Stifte Murbach und Lüders im Elsass sollten alsbald als Pfründe mit der Koadjutorswürde folgen. Mit diesem "Stipendium" ausgestattet nahm Wolf Dietrich von Raitenau 1574 juridische Studien an der Universität von Pavia auf, obwohl er selbst lieber die Offizierslaufbahn angestrebt hätte. An weiteren Pfründen kamen dann noch die Stellung als Dompropst von Basel und 1578 ein Salzburger Kanonikat hinzu. Bereits als 28-jähriger war er der Erzbischof von Salzburg. Sein Vetter, Markus Sittikus von Hohenems, der zu seinem Nachfolger gewählt wurde, hielt ihn dann fünf Jahre "als Gefangener des Papstes" aus Furcht vor seinem immer noch großen Einfluss auf der Festung Hohensalzburg gefangen, wo Wolf Dietrich von Raitenau am 16. Jänner 1617 starb.

      Günstlingswirtschaft. Wie Mark Sittich seine Verwandten und eben auch Wolf Dietrich von Raitenau begünstigte, so ist er selber ein Günstlingskind. Als Sohn des Wolf Dietrich, Reichsgrafen, und der Chiara von Medici aus der Mailänder Linie wurde er im August 1533 geboren. Er war der Cousin des Heiligen Karl Borromäus und des Federico Borromeo. Zunächst ist er schon für den geistlichen Stand bestimmt, schlug aber nach kurzer Schulzeit in Überlingen die militärische Laufbahn ein. Seinen Dienst als Hauptmann eines Fähnleins in Italien quittierte er 1560 zugunsten einer geistlichen Karriere, nachdem sein Onkel Giovanni Angelo de Medici 1559 zum Papst (Pius IV.) gewählt worden war.

      Der Versuch, 1560 mit päpstlicher Hilfe Koadjutor des erkrankten Bischof Christoph Metzler in Konstanz zu werden, scheiterte zunächst am Widerstand von Domkapitel, Stiftsadel und Eidgenossenschaft. In einem zweiten Anlauf wurde er 1561 dann doch auf Druck Roms und mit kaiserlicher Unterstützung als Nachfolger Metzlers vom Domkapitel gewählt. Zunächst päpstlicher Kammerkleriker, ernannte ihn der Papst 1561 trotz seiner mangelhaften theologischen und humanistischen Bildung zum Kardinaldiakon. Als Legat auf dem Konzil von Trient konnte Mark Sittich seine Verbindungen zu deutschen Höfen und Fürsten und sein diplomatisches Geschick für die Kurie einsetzen. Als Kardinaldiakon hatte er großen Einfluss auf die Papstwahlen Pius V., Gregor XIII. und Sixtus V.

      Mark Sittich von Hohenems kümmerte sich aufgrund seiner Aktivitäten in Rom kaum um seine Angelegenheiten der Diözese Konstanz. Da er seine Energie hauptsächlich für den Aufbau einer eigenen Dynastie in Rom einsetzte, blieb ihm von den täglichen 24 Stunden wenig Zeit, sich um seine Diözese - unter anderem um die in den katholischen Kantonen der Schweiz wegen ihres Lebenswandels gemaßregelten Geistlichen - zu kümmern. Auch die 1567 auf Druck Pius V. durchgeführte Diözesansynode brachte kaum Besserung. Und es passt dazu ins Bild, 1570 den gerade 11-jährigen Wolf-Dietrich von Raitenau in Konstanz mit einer Domherrenstelle auszustatten. Kritik aus der Diözese an seiner Amtsführung und seine Weigerung, während seiner Abwesenheit Statthalter und Räte aus dem Domkapitel zu bestellen, dazu die Loslösungspläne der Eidgenossen von Konstanz, führten 1589 zur Resignation des Mark Sittich als Bischof. Er war jedoch auf dem Konklave vom 10. bis 30. Januar 1592 (Wahl des Papstes Clemens VIII.) einer der wesentlichen meinungsbestimmenden Kardinäle. Er starb am 15. Februar 1595 in Rom.


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      Mittwoch, 28. April 2021

      [ #Walsertal ] Alpingeschichte des Großen Walsertales


      [Free eBook] Im Rahmen des Projektes "Bergsteigerdörfer" entstand das Büchlein "Alpingeschichte Kurz und Bündig - Das Große Walsertal" von Ingeborg Schmid-Mummert. 


      Das 51seitige Büchlein ist in den Tourismusbüros und Gemeindeämtern des Walsertales gratis erhältlich, kann aber auch als PDF-Datei online heruntergeladen werden.

      "Die Literatur über dieses Gebiet ist ungemein dürftig" vermerkte der Alpinist C.W. Pfeiffer aus Frankfurt in der Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins 1888 über das Große Walsertal. Diese Feststellung hat an Aktualität nichts verloren. Das kleine Buch der promovierten Volkskundlerin Ingeborg Schmid-Mummert füllt eine Lücke. Erstmals wurde die Tourismusgeschichte des Tales umfassend untersucht und leicht lesbar vermittelt. Das Büchlein verdankt seine Entstehung dem Projekt "Bergsteigerdörfer" des Österreichischen Alpenvereins (OeAV) als Beispiel einer erfolgreichen Umsetzung der Alpenkonvention.

      Die Autorin stellt zunächst das Tal in seiner naturräumlichen, sozialen und wirtschaftlichen Dimension dar, die Walserkolonisation im 14. Jahrhundert wird dabei besonders hervorgehoben. Die Alpingeschichte präsentiert Schmid-Mummert als chronologisch angelegte Erzählung. Bevor aber die Taten der Alpinisten einer Würdigung unterzogen werden, vermittelt sie ein Bild des Tales aus der Sicht von Reiseberichten.

      Worum geht es:
      Alpingeschichte Kurz und Bündig "Das Große Walsertal"

      Inhalt:
      • Daten und Fakten
      • Die Einwanderung der Walser
      • Das ganze Alpenland an einem Tag
      • Für Touristen "jeder Geschmacksrichtung"
      • "Alpine Taten" - Eine Auswahl
      • Damit die Gäste bleiben
      • Aus der Not eine Tugend machen

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      Montag, 26. April 2021

      [ #Bartholomäberg ] Die Bartholomäberger Denkmäler


      Die Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bartholomäberg enthält denkmalgeschützte, unbewegliche Objekte der Gemeinde Bartholomäberg im Montafon, wobei die Objekte entweder per Bescheid und durch Verordnung nach § 2a des Denkmalschutzgesetzes unter Schutz gestellt wurden.


      Die Objekte bestehen aus kirchlichen Gebäuden, landwirtschafts-, Alm-, Vorsäß- und Wohnhäusern. Das bekanntese Objekt ist wohl die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Bartholomäus in Bartholomäberg. Die ursprünglich romanische, dann gotische, heute barock ausgestaltete Kirche enthält noch weitere Schätze. Die Kassettendecke mit den vierzehn Nothelfern, die Chorbogenfiguren, die Kirchenpatrone, Altäre und das Fresko im Chor machen diese Kirche in Vorarlberg unvergleichbar.

      Schätze. Der älteste und zugleich kostbarste Kunstschatz der Kirche ist das romanische Vortragekreuz (~1150). Die Orgel der Pfarrkirche Bartholomäberg des Vorarlberger Orgelbauers Johann Michael Graß (* 1746 in Bürserberg; † 1809 in Lommis) hat noch am meisten an Originalsubstanz aller bekannten Graß-Orgeln bewahren können. Sie ist ein Denkmal der süddeutsch-österreichischen Orgelbaukunst des auslaufenden 18. Jahrhunderts als solches weit über die Landesgrenzen bedeutsam. Der gotische Seitenaltar und der barocke Hochaltar sind weitere beachtliche Kunstschätze der Pfarrkirche der ehemaligen Bergbaugemeinde. Bartholomäberg gehört nämlich zu den ältesten urkundlich erwähnten Bergbaugebieten im Alpenraum.

      Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bartholomäberg:

      Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Almanlage, Küngsmaisäß Alpe Stein 1 .514/13 Bescheid
      Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Kath. Pfarrkirche, hl.
      Bartholomäus und Friedhof Dorf 1 9/1, .1/1 §2a
      Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Wohnhaus Dorf 11 .188 §2a
      Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Pfarrhof Dorf 8 787/1 §2a
      Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg ehem. Gasthof Adler Fangesweg 9 .2 Bescheid
      Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Wohnhaus, Bauernhof (Anlage) Glänweg 10 .811 Bescheid
      Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Schule Innerbergstraße 13 .1020 §2a
      Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Flur-/Wegkapelle, hl. Maria Jetzmunt 14 .1706/6 §2a
      Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Kath.Filialkirche, Pfarrexpositurkirche hl. Josef Kirchstraße 2 .1105 §2a
      Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Flur-/Wegkapelle, hl. Maria Marentes .480 §2a
      Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Kuratienkirche unserer Lieben Frau Mariä Unbefleckte Empfängnis und Friedhof Mühleweg 2 .733, 2931 §2a
      Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Wohnhaus Mühleweg 4 .736 §2a
      Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Flur-/Wegkapelle Herishof Obdörfleweg 2302/1 Bescheid
      Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Kapelle zur hl. Maria Panoramastraße 2247/1 Bescheid
      Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Kapelle Valleu Plattaweg 25, bei .906 Bescheid
      Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Flur-/Wegkapelle, hl.  Johannes Rellseck .952 §2a
      Bartholomäberg 90101 Bartholomäberg Flur-/Wegkapelle, hl. Maria Valleu .912 §2a


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      [ #Feldkirch ] Deutsche Truppen in Feldkirch - Flüchtlinge an der Schweizer Grenze


      Die nationalsozialistische Bedrohung als Gründungsmythos des modernen Liechtstein.

      Glück- und Friedenswünsche an Hitler. Am 16. März 1938 treten in dem Vaduzer Rathaussaal die Wiener Sängerknaben auf, derweil marschiert in Feldkirch die deutsche Wehrmacht ein. Im Einvernehmen mit der Regierung in Vaduz sandte Fürst Franz am Tag darauf dem 17. März 1938 Reichskanzler Hitler "anlässlich der Vereinigung von Österreich ... mit dem Deutschen Reiche ... meine Glückwünsche",. Er fügte hinzu, dass er von Deutschland eine "Gewähr für einen dauernden Frieden" in Europa erwarte. Hitler dankte dem Fürsten auf telegrafischen Wege.

      Rüsckständiges Liechtenstein. Liechtenstein hatte über Nacht mit dem Deutschen Reich eine gemeinsame Grenze bekommen. Das Fürstentum war ein sehr, sehr armes Land. Seine innere Sicherheit wurde von gerade mal 7 Polizisten und 10 Helfern besorgt. Von den gut 10.000 Einwohnern waren in den wenigen Industriebetrieben knapp 500 Arbeitskräfte beschäftigt, weit weniger als vor dem Ersten Weltkrieg. Die Landwirtschaft, Hauptzweig der Wirtschaft, litt seit Jahren unter dem Preisverfall. Es gab gerade mal 17 Traktoren im ganzen Land. Die Sparkasse (Landesbank) hatte am 19. März nur durch ein Darlehen vor Zahlungsunfähigkeit gerettet werden können.Der Geldabfluss hielt bis in den Herbst an. Das Arbeitsamt verzeichnete 1938 3.124 Arbeitssuchende, statistisch weit über die Hälfte der erwerbsfähigen Männer. Noch während der Naziherrschaft waren mehr Liechtensteiner Gastarbeiter im Deutschen Reich als etwa in der Schweiz.

      Märzkrise. Bereits am 11. März 1938 wandte sich die liechtensteinische Regierung an Schweizer Behörden, diesmal mit der Bitte um die Entsendung von Schweizer Militär an die vorarlbergisch-liechtensteinische Grenze. Die Schweiz lehnte jedoch rundweg ab, da sie gegenüber Deutschland keine Verletzung ihrer Neutralität dokumentieren wollte. Liechtenstein war nämlich nicht in die schweizerische Neutralität einbezogen, und es bestand auch kein militärisches Besetzungsrecht.

      Die beiden Liechtensteiner Parteien waren zerstritten und das Fürstenhaus war ortsabwesend, betrieb wörtlich lediglich ein "Absteigequartier" in Vaduz. Zudem hatte das Fürstenhaus in Österreich und der Tschechoslowakei weit größere Besitzungen und war offenbar bemüht diese auch zu erhalten. Auf der Landkarte war aber Liechtenstein auch für das Deutsche Reich bedeutungslos und man wollte die Beziehungen zur Schweiz damals nicht gefährden. Das konnten die Liechtensteiner Regierungsverantwortlichen aber nicht wissen und hatten sehr wohl die Begehrlichkeiten der Nationalsozialisten "aus Feldkirch" gesehen. Gleichzeitig waren sie aber angewidert von dem, was in Vorarlberg und an ihrer Grenze stattfand. In Feldkirch hatte der Autotouring-Club in vorauseilendem Gehorsam schon seit dem 11. März als willkürliche Grenzeinheit gewütet und beschlagnahmt. In Liechtenstein war man von den Vorarlbergern angewiedert und wohl auch überrascht, wie schnell die Konservativen die Fahnen wechselten. Dabei war im armen ländlichen Liechtenstein auch für die Jugend Deutschland eine moderne und vor allem urbane Größe, die durchaus auch ihre Anziehungskraft haben musste, da die Zukunft im eigenen Land ja trist ausschaute. Es trafen wohl auch dieselben Verhältnisse zu, welche Lucie Vargas vielbeachtete Feldforschung im Montafon 1935 zutage gebracht hatten: Der Zulauf zum Nationalsozialismus als urbane Reaktion auf die verkarsteten ländlichen Traditionen.

      Proporz und Konkordanz. Aber anders als in Österreich fanden dort die Parteien zusammen. Man einigte sich auf eine paritätische Koalitionsregierung, welche man in Vorarlberg bis heute nicht zustande gebracht hat. Man legte damit den Grundstein für den heutigen Reichtum, den gesellschaftlichen Frieden und Wohlstand. Auch das Sicherheitskorps wurde von 10 auf 20 Mitglieder erhöht. Nicht etwa weil man damit mehr Sicherheit erreichen wollte, sondern aus dem hier beschimpften Parteienproporz: Neben zehn Bürgerpartei-Hilfspolizisten kamen zehn Leute, welche die Vaterländische Union benannte. Nachdem Österreich im März 1938 an das Deutsche Reich angeschlossenen worden war, entschied sich der neu regierende Fürst Franz Josef II. als erster Fürst Liechtensteins seinen Wohnsitz nach Liechtenstein auf das Schloss Vaduz zu verlegen.

      Franz Josef II., Fürst von und zu Liechtenstein (Franz Josef Maria Aloys Alfred Karl Johannes Heinrich Michael Georg Ignatius Benediktus Gerhardus Majella von und zu Liechtenstein, Herzog von Troppau und Jägerndorf, Graf zu Rietberg; * 16. August 1906 auf Schloss Frauenthal, Steiermark, Österreich; † 13. November 1989 in Grabs, Kanton St. Gallen, Schweiz) war der erste Sohn von Prinz Alois von und zu Liechtenstein und Erzherzogin Elisabeth Amalie von Österreich.  Sein Titel Herzog von Troppau und Jägerndorf verwies auf das ehemalige Österreichisch-Schlesien, nunmehr Teil Tschechiens. Sein Taufpate war Kaiser Franz Joseph I.. Die Jugend verbrachte Franz Josef II., ein Ururenkel des Fürsten Johann Josef I., vorwiegend auf Schlössern des Fürstenhauses Liechtenstein in Österreich, darunter 1911–1914 auf Schloss Groß Ullersdorf in Mähren.  Seit dem 12. März 1938 lagen die österreichischen Besitzungen der Fürstenfamilie im nationalsozialistischen Herrschaftsbereich. Am 30. März 1938 wurde er als Prinzregent des Fürsten berufen. Am 25. Juli 1938 übernahm Franz Josef II. die Regentschaft seines verstorbenen Vorgängers Fürst Franz I. und ließ sich in Liechtenstein nieder. Die NS-Herrschaft wurde im Herbst 1938 und im Frühjahr 1939 auf ganz Böhmen und Mähren ausgedehnt; im Lichte dieser und weiterer Entwicklungen war die Entscheidung des Fürsten ein weitblickender Entschluss. Er war der erste Fürst, der seinen Hauptwohnsitz in Liechtenstein hatte. Ständiger Wohnsitz der Fürstenfamilie wurde das Schloss Hohenliechtenstein über Vaduz, das der Fürst wohnlich ausbauen ließ.

      Putschgerüchte. Damit war noch nicht alles geschafft und die "landeseigenen" Nationalsozialisten taten dasselbe was die Vorarlberger Nazis vor der Machtübernahme taten. Böllerattentate, Hakenkreuzfeuer und ähnliches. Aber der Vaduzer Regierungsfrieden war stärker, auch wenn Vorarlberger und Liechtensteinische HJ-Führer noch einen dilletantischen Putschversuch probierten, den sowohl deutsche als auch liechtensteinische Sicherheitsbehörden im Keim erstickten.

      Flüchtlingspolitik. Freilich hatte die Appeasementpolitik gegenüber dem Deutschen Reich auch ihre Opfer. Noch 1937 waren 67 Personen eingebürgert worden, darunter 40 wegen jüdischer Herkunft in Deutschland Verfolgte. Nicht ohne eigene Interessen: Daraus nahmen Gemeinden und Land allein 1937 zusammen fast eine Million Franken ein, und die Sparkasse erhielt einen Zufluss von gut 800.000 Franken an Kautionsgeldern. In den Verhandlungen mit der Schweiz in diesen Märztagen hatte Liechtenstein auch eine Kritik aus Bern wegen der "laxen Judeneinbürgerung" gebracht. Man versprach gegenüber der Schweiz genauer hinzuschauen und dem Deutschen Reich überhaupt einen Stop.

      Der Flüchtlingsandrang an der Schweizer wie Liechtensteiner Grenze war enorm: Gerhard Wanner (Flüchtlinge und Grenzverhältnisse in Vorarlberg 1938 - 1944) sagt dazu:

      "Statistische Zahlen über die illegalen Grenzübertritte, meist handelte es sich um mittellose, männliche Wiener Juden im Alter von 18-25 Jahren, gibt es nicht. Wir sind lediglich auf sporadische Hinweise angewiesen: Nach einem Bericht eines St. Galler Landjägers (Kantonspolizist) überschritten Ende Juli 1938 innerhalb von drei Nächten etwa 1.200 Flüchtlinge die Grenze bei Diepoldsau und St. Margrethen. Der Liechtensteiner Fluchthelfer Gebhard Lorenz berichtete, Ende Juni würden in Feldkirch 1000 jüdische Emigranten ankommen. Mitte August durchwateten bei Diepoldsau täglich 50 und mehr Juden den seichten Alten Rhein. Ende August betrug ihre Anzahl in der Schweiz ca 2.300. ... Beträchtlich scheint der Flüchtlingsstrom auch nach Liechtenstein gewesen zu sein: Er ging vor allem über die Feldkircher Ortsteile Tisis und Tosters und gelangte fallweise ins Haus der Liechtensteiner Witwe Ida Fehr, das unmittelbar an der Grenze im Liechtensteiner Ort Mauren lag. Sie gab an, in den Monaten zwischen August und Oktober 'die Küche und Stube voll Juden gehabt' zu haben, und wenn die Flüchtlinge wieder weitergegangen seien, sei 'es gerade gewesen wie eine Prozession'."

      Nach dem Einmarsch in Österreich ließ man vorerst keine Einbürgerungen mehr zu. Der Aufenthalt wurde gelegentlich, aber nur ausnahmsweise und nur noch gegen hohe Barkaution von vorerst 20.000 Franken gewährt. Der Landtag erhöhte am 4. August einstimmig die Kaution auf 50.000 Franken. In einzelnen Fällen sind Aufenthaltsgenehmigungen bekannt, welche die Regierung 1938 doch erteilte, wenn eine Auswanderungszusage Bedingung für die Entlassung aus KZ-Haft war.

      Ohne Kaution gab es aber für jüdische oder staatenlose Flüchtlinge keine legale Einreisemöglichkeit. Juden, die schon im Lande waren, beließ man im Lande. Von ihnen versuchten jene, die eine Möglichkeit fanden, nach Übersee weiterzukommen. Knapp zwei Wochen nach dem Novemberpogrom zählte man am 21. November gut 120 jüdische Ausländer im Lande. Darauf sistierte die Regierung am 1. Dezember 1938 alle "Juden-Einreisen", wohl auch als Reaktion auf eine zunehmende antisemitische Radikalisierung und Propaganda im Lande.

      Flüchtlinge ohne Mittel und Visum versuchten nun über die grüne Grenze schwarz den Weg durch Liechtenstein. Sie überquerten nachts die Grenze, angewiesen auch im Keller des "Ochsen" in Feldkirch. Paul Geier büßte dafür mit sieben Jahren KZ - Mauthausen. Von Liechtensteinern wurden sie in Ruggell, in Schellenberg, in der Binzen, vor Nendeln oder in Schaan von dortigen Helfern in Empfang genommen und per Taxi oder zu Fuss nach Sargans und dann nach Zürich weitergeführt. Mit größeren Schwierigkeiten konnte man die Liechtensteiner Gebirgsgrenze überqueren, sofern man genügend Ortskenntnisse bzw. geeignete einheimische Helfer besaß. Dafür kamen die Übergänge im Rätikon über das Bettlerjoch, das Mattlajoch, durch das Saminatal und über den Sarojasattel auf dem Älpele bei Frastanz in Frage. Einzelne verirrten sich in den Felsen, auf ihre Hilferufe hin geleiteten sie Mitglieder des Liechtensteiner Alpenvereins über die Schweizergrenze beim Luziensteig, wo sie weiterkamen.

      Fluchthelfer wurden von der Regierung in Vaduz zwar wegen "Emigrantenschlepperei" zwar scharf verwarnt, aber nicht bestraft. Das Liechtensteiner Grenzregime scheint aber schon wegen des beschränkten Personaleinsatzes lax gewesen zu sein. Im Raum Feldkirch nach Liechtenstein verlief bis zum Frühjahr 1940 lediglich eine grüne Grenze ohne Stacheldraht über Felder, Wiesen und durch Wälder. Vor allem im Gebiet der Orte Mauren und Schellenberg gab es beliebte Schleichwege, über die Feldkircher und Liechtensteiner Fluchthelfer die jüdischen Flüchtlinge führten. Das Privathaus der Liechtensteiner Fluchthelferin Ida Fehr, direkt an der Grenze in Mauren, war buchstäblich "zur Raststation" zahlreicher Juden geworden, bis schließlich die Polizei doch eingriff.


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      Montag, 19. April 2021

      [ #Vorarlberg ] Die wichtigsten Talschaften Vorarlbergs

      Zum Vergrößern anklicken
      Die wichtigsten Täler Vorarlbergs. Arbeitsblatt und stumme Karten.

      Das druckbare Arbeitsblatt (PDF) beinhaltet einen wichtigen sach- und heimatkundlichen Bereich für Volksschüler (~ 4. Klasse): Die wichtigsten Talschaften Vorarlbergs (Autorin: Verena Hartmann 2005,  Quelle: http://vs-material.wegerer.at) mit einer sogenannten "stummen Karte".

      Für Kinder, welche nicht hier geboren sind und auch deren Eltern ist die kleine Aufgabe und häufige Prüfungs- und Testfrage doch oft recht schwer. Wir haben daher die entsprechenden Wikipediabeiträge verlinkt. Damit besteht für den einen oder anderen Haushalt auch die Möglichkeit, einzelne Tallandschaften im Zuge von Ausflügen zu erkunden. Die Kinder werden sich so die trockene Information möglicherweise bildhafter und besser merken können.
      Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!

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      Montag, 12. April 2021

      [ #Bregenzerwald ] Dreistufen-Landwirtschaft im Bregenzerwald


      Bregenzerwald im Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgeführt.

      Die traditionelle Dreistufen-Landwirtschaft im Bregenzerwald ist seit kurzem Immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe. Das traditionelle, lebendige Leben der Wälder Bauern im Jahreskreis beschreibt sich als höchst mobil: Zwischen Viehweide, Berggut, Vorsäß, Alpe und Wildheu.

      Dreistufenlandwirtschaft. Da das silofreie Futter aus den hofeigenen Flächen bei den meisten im Bregenzerwald angesiedelten bäuerlichen Betrieben nicht ausreicht, um das Vieh ganzjährig zu versorgen, bedienen sich die Bregenzerwälder Bäuerinnen und Bauern bis heute einer altbewährten Bewirtschaftungsform, der so genannten Dreistufenlandwirtschaft. Im jahreszeitlichen Kreislauf der Dreistufenlandwirtschaft ziehen die Familien oder ein Teil der Familie im Spätfrühling mit dem Vieh vom Hof zuerst auf das Vorsäß (eine niedrig gelegene Alm) und etwa Anfang Juli auf die Alpe.

      Mitte September kehren alle mit einem feierlichen Alpabtrieb wieder zurück auf die Vorsäß oder ins Tal zu den Heimbetrieben. Durch den Verzicht auf gärende Futtermittel kann aus der Milch der auf diese Weise gehaltenen Tiere die so genannte Heumilch gewonnen werden, welche unter anderem zur Herstellung der traditionellen Bregenzerwälder Käsesorten unverzichtbar ist. 

      Die Dreistufenlandwirtschaft ist in allen Gemeinden des Bregenzerwaldes von Bedeutung. Sie ist ein fester Bestandteil des Kulturerbes der Familien, die auf diese Weise ihre Höfe bewirtschaften. Aber auch für alle anderen Bewohnerinnen und Bewohner des Bregenzerwaldes ist die Dreistufenlandwirtschaft wichtig: einerseits wegen der regionalen kulinarischen Produkte aus Milch und Käse, die durch diese traditionelle Bewirtschaftungsform erst möglich werden, und andererseits wegen der Feste und Bräuche (Alpaufzüge, Alpabtriebe, Alpmessen, Alpfeste, Käsemärkte, etc.), die in engem Zusammenhang mit der Dreistufenlandwirtschaft stehen.

      Das Wissen um die Bewirtschaftung der Weideflächen mittels Dreistufenlandwirtschaft wird seit Generationen innerhalb der Bauernfamilien durch Vorzeigen, Vorleben und mündliche Überlieferung weitergegeben. Männliche Jugendliche aus der Familie oder aus dem Bekanntenkreis beginnen als „Pfister“ die Alpwirtschaft von den Erwachsenen zu lernen. Später werden aus diesen „Pfistern“ dann oft Hirten, Senner oder Alpmeister.


      Die Technik der Dreistufenlandwirtschaft kam etwa im 14. Jahrhundert mit den nach Vorarlberg ausgewanderten Walsern aus dem Kanton Wallis in der Schweiz in das Gebiet des heutigen Bregenzerwaldes. Die Dreistufenlandwirtschaft definiert sich als eine umfassende Nutzung der gesamten Vegetation des Lebensraumes über die Höhenstufen im alpinen Raumes. Diese Wanderweidewirtschaft ist nicht mit nomadischem Wirtschaften zu vergleichen sondern saisonell und in sehr engem räumlichen Verhältnis. Zudem erfordert die Milchwirtschaft eine nächtliche Einstallung und die damit verbundene alpine Siedlungstätigkeit. Auf den Maisäßen begnügte man sich mit den notwendigsten Räumen, die aber immer wieder in Größe und Anzahl dem Bedarf angepasst wurden. Die Gebäude wurden mit behauen Rundlingen oder in Blockbauweise und Steinen errichtet, die Dächer sind meist mit Nagelschindeln in drei- bis vierfacher Überdeckung ausgeführt.

      Die Maisäße gelten als Erfindung der als Wehrbauern eingewanderten Walser in einzelne höherliegende Täler Vorarlbergs und Westtirols. Die erste Stufe betrifft den bäuerlichen Betrieb im Tal, der vom Frühling bis in den Herbst bewirtschaftet werden konnte und Vorrat für den Winter schaffen sollte. Im Laufe des Frühjahrs zog der Bauer jedoch mit seinem Vieh der höhersteigenden Vegetation nach, sodass sie sich im Mai/Juni auf Höhen von etwa 1200 bis 1600 Metern befanden, wo die zweite Stufe der Maisäße entstehen konnte. In den Sommermonaten konnten die Höhen von 1600 bis 2000 Meter genutzt werden und damit war die dritte Stufe, die Alpen, entstanden. Im September kehrte man wieder auf die zweite Stufe zurück, wo inzwischen auch ein Vorrat für den Winter geschaffen worden war, ehe in der Folge der Rückzug in die Täler erfolgte.

      Allerdings hat sich vor allem im letzten Jahrhundert ein merklicher Wandel bemerkbar gemacht: war es bis in die 1950er Jahre üblich, dass ganze Familien mit Kindern und teilweise sogar mit Lehrern auf die Vorsäß zogen, so sind es heute meist nur mehr einzelne Familienmitglieder. Auch fand eine Anpassung an den heutigen Stand der Technik statt, und viele Vorsäße sind problemlos mit Fahrzeugen zu erreichen, was zu einer Halbierung des Personalbedarfs im Vergleich zu den 1950er Jahren führte. Trotzdem bleibt diese Bewirtschaftungsform von Kontinuitäten bestimmt, da diese landwirtschaftliche Praxis - abgesehen von der Technisierung - seit Jahrhunderten kaum verändert wurde.

      Erhalt der Kulturlandschaft. Unmittelbar mit der Alpung verbunden ist die Pflege und der Erhalt der Kulturlandschaft. Die regelmäßige Bealpung verhindert die Verbuschung und Verkrautung von Alpwiesen und Berghängen. Der Tritt der Kühe auf steilen Hanglagen kann zudem Hangrutschungen, Murenabgängen und Lawinen verbeugen.

      Bedrohungen. Der Verfall des bäuerlichen Images führt dazu, dass viele Landwirtinnen und Landwirte, in einen anderen Beruf wechseln und den landwirtschaftlichen Betrieb aufzulassen. Eine Umstellung der Betriebe auf die weniger aufwändige Silowirtschaft bedroht die Dreistufenlandwirtschaft. Dem steht allerdings die Herstellung der traditionellen Bregenzerwälder Milch- und Käseprodukte entgegen, welche mit Silomilch so nicht mehr möglich wäre.

      Der gewaltige Technisierungsschub verbunden mit der Verkürzung der Wege durch die Verkehrstechnik führt freilich auch dazu, dass die Landwirtschaft des Talbodenses und jene der Alpen ausreichen, womit eine Maisäßbewirtschaftung ohne Wanderbewegung direkt vom Tal aus durchgeführt werden kann. Maisäße werden damit zunehmend nicht mehr gebraucht und somit nicht mehr bewirtschaftet. Sie verschwinden im sich ausbreitenden Wald oder in Tourismusangeboten.


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      Freitag, 9. April 2021

      [ #Vorarlberg ] Die Flechten Vorarlbergs


      Den Flechten Vorarlbergs ist ein eigener Schwerpunktband der Reihe "forschen und entdecken" der inatura gewidmet. Das ganze Landesgebiet wurde kartiert – vom Bodenseeufer bis in die hochalpinen Regionen erstreckt sich das Arbeitsgebiet.


      Die Darstellung der Arten erfolgt in Planquadraten, und nur im geistigen Auge gelingt es, den Aufwand zu erahnen, der hinter diesen Befunden steckt. Die meisten Arten sind mit mehreren Fundgebieten belegt, und die Bandbreite der Flechten je Rasterfeld reicht von 50 bis über 500 Arten.

      Partnerschaft. Als Flechte (Lichen) bezeichnet man eine symbiotische Lebensgemeinschaft zwischen einem Pilz, dem so genannten Mykobionten, und einem oder mehreren Photosynthese betreibenden Partnern. Diese Photobionten, auch Phytobionten genannt, sind Grünalgen (Chlorophyta) oder Cyanobakterien. Die Eigenschaften der Flechten setzen sich deutlich von jenen der Organismen ab, aus denen sie sich zusammensetzen. Erst in der Symbiose bilden sich die typischen Wuchsformen der Flechten heraus und nur in Lebensgemeinschaft mit einem Photobionten bilden die Mykobionten die charakteristischen Flechtensäuren. Die Wissenschaft von den Flechten ist die Flechtenkunde oder Lichenologie.

      Weltweit gibt es rund 25.000 Flechtenarten. In Mitteleuropa kommen davon etwa 2.000 vor. Der Anteil endemischer Arten ist bei Flechten viel niedriger als bei Blütenpflanzen. Flechten werden immer nach dem Pilz benannt, der die Flechte bildet, da es meist dieser ist, der ihr die Form und Struktur gibt. Während mehrere Photobionten in einer Flechte vorhanden sein können, findet man immer nur eine Pilzart. Flechten werden daher den Pilzen (Fungi) zugerechnet, unter denen sie als eigene Lebensform eine Sonderstellung einnehmen; sie sind also keine Pflanzen.

      Lebensräume. Flechten sind in der Lage auch die unwirklichsten Lebensräume zu besiedeln, da sie durch die Symbiose eigentlich völlig unabhängig sind. Sie sind Extremisten. Als Pioniere gedeihen rund 20.000 Flechtenarten auf unserem Globus, auch jenseits der Grenzen der übrigen Pflanzenwelt. Auf Bäumen, Steinen, Gartenzäunen, Hausmauern, ja sogar auf Glas, Blech und anderen Orten sind sie anzutreffen.Flechten gelten als Indikatoren für die Qualität eines Naturraumes, da die Artenzahl und die Häufigkeit seltener Flechtenarten ein wertvolles Maß für die Beurteilung des Naturraumpotentials darstellen. Denn nur eine reich gegliederte Landschaft mit vielen naturnahen beziehungsweise natürlichen Biotopen und Kleinbiotopen bietet Lebensraum für viele Substratspezialisten und Flechten mit hohen, spezifischen Ansprüchen an die mikroklimatischen Standortsfaktoren.

      Flechten. Diese Symbiose aus Pilzen und Algen, erregen durch die Art und Weise der Interaktion unser Staunen. Immerhin braucht es manchmal einen speziellen Untergrund zum Anheften und Chemikalien aus dem flüssigen Niederschlag oder aus der trockenen Deposition zum Überleben. Dennoch – oder gerade deshalb – zeigen die Flechten eine ungeheure Artenfülle. Wer für die kleinen Punkte und handtellergroßen Flecken schon die 10-fach Lupe eingesteckt hat, findet die bunten Siedler leichter. Selbst bei der hochalpinen Wanderung sind die Lebewesen auf dem Gletscher anzutreffen, der gerade den Moränenschutt weiterschiebt.

      Heute ist der Nutzen der Flechten als Senke für Aerosole (Nitrat) bekannt. Mit Schwermetallen (z. B. Cadmium) können sie ebenfalls umgehen und sind auch noch Nahrungsgrundlage für manche Insekten und Schnecken.

      Flechtenatlas. Veronika Pfefferkorn-Dellali und Roman Türk präsentieren 1070 Arten. Mit den guten Farbfotos gelang es, den Atlas der Flechten Vorarlbergs gleichermassen als Nachschlagewerk für den naturkundlich-interessierten Spaziergänger sowie als Bestandserhebung für den Wissenschaftler zu gestalten.


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      Inhalt
      Summary 9
      Zusammenfassung 9
      1. Einleitung 9
      1.1 Geschichte der lichenologischen Erforschung Vorarlbergs 9
      1.2 Was sind Flechten? 10
      1.3 Flechten – Bioindikatoren 12
      1.3.1 Flechten als Indikatoren für Luftschadstoffe 12
      1.3.2 Flechten als Indikatoren für die Hemerobie von Waldbeständen 13
      1.4 Anthropogene Beeinflussungen der Flechtenflora 13
      1.5 Beurteilung des Flechtenbestandes in Vorarlberg 15
      1.6 Besonders bemerkenswerte Flechtenarten für Vorarlberg 15
      1.7 Schutzmöglichkeiten für Flechten 27
      2. Die natürlichen Grundlagen der Flechtenverbreitung 27
      2.1 Geologie 28
      2.1.1 Die Molassezone 29
      2.1.2 Die Nördliche Flyschzone und das Helvetikum 30
      2.1.3 Die Südliche Flyschzone 30
      2.1.4 Die Oberostalpinen Formationen (Kalkalpen) 30
      2.1.5 Das Altkristallin 30
      2.2 Klima 31
      2.2.1 Die Niederschlags- und Feuchteverhältnisse 31
      2.2.2 Die Temperaturverhältnisse 32
      2.2.3 Die Windverhältnisse 32
      2.3 Vegetation 33
      3. Methodik 34
      3.1 Herkunft der Daten 34
      3.2 Darstellungsweise 35
      3.2.1 Nomenklatur und Systematik 35
      3.2.2 Höhenverbreitung 35
      3.2.3 Substrat 35
      3.2.4 Gefährdungsgrad 36
      3.3 Verbreitungskarten 37
      4. Fachausdrücke 43
      5. Gattungen und ihre Arten 45
      6. Flechten im Volksmund 241
      7. Danksagung 241
      8. Literaturverzeichnis 241
      9. Anschrift der Autoren 247.

      Dienstag, 6. April 2021

      [ #Bregenz ] Freies Digitalisat: Die Römer in Vorarlberg (1872)


      Im Jahr 15 v. Chr. eroberten die Römer den Alpenraum und auch Bregenz. Die Römer errichteten zunächst ein wall- und grabengeschütztes Militärlager auf dem Ölrain, das Mitte des ersten nachchristlichen Jahrhunderts von einer städtischen Anlage abgelöst wurde: eine typische römische Provinzialstadt mit Prachtstraße, mit Forum, mit Tempeln, mit Villen und Handwerksviertel.

      1883 hatte der Industrielle Samuel Jenny auch im Areal "Uf der Studa" in Feldkirch-Altenstadt die Spuren einer römischen "Villa rustica" ausgegraben.

      Die Römer in Vorarlberg (1872). Ein Bericht im Rahmen des Museums-Vereines bei Wagner in Innsbruck verlegten Vortrages von John Sholto Douglass und Samuel Jenny über die Ausgrabungen und Funde aus der Römerzeit in Vorarlberg steht als Retrodigitalisat kostenlos bei Internet-Archive (San Francisco) zum Download bereit.

      John Sholto Douglass (1838 - 15.9.1874). John Sholto Douglass (1838 - 15.9.1874) - 15th Lord of Tilquhillie - war der älteste Sohn des Ehepaares John und Jane Douglass, auf Falkenhorst geboren. John Douglass (14. Lord of Tilquhillie) war aus armem schottischem Adel. Er hatte Jane, die reiche Tochter des Fabrikanten James Kennedy, geheiratet. Aus dieser Ehe stammten sechs Kinder, drei starben im Kindesalter. John Douglass starb am 1870 in Tilquhillie in Schottland. Nach seinem Tod erhielt der Schulfond und der Armenfond der Gemeinde Thüringen 1000 Gulden.

      Schottland-Bregenz-Thüringen. Sein ältester Sohn John Sholto Douglass vermählte sich 1864 mit Vanda von Poellnitz. Mit seiner Frau Vanda hatte er vier Kinder. Der ursprüngliche Familiensitz der Douglass war Tilquhillie Castle in der Nähe von Banchory, Aberdeen. Die Pöllnitz bewohnten Babenwohl bei Bregenz (heute Vorarlberger Landesbibliothek).

      Er war Fabrikant in Thüringen und war als wissenschaftlich interessierter Mensch in etlichen landesweiten Vereinigungen führend tätig. So gilt er auch als Gründer der Alpenvereinssektion Vorarlberg.

      Alpenverein. Der Tod ereilte den passionierten Jäger und Naturfreund am 15. September 1874 im Radonatobel im Klostertal. Er wurde in Feldkirch begraben. Seine Witwe heiratete den Bludenzer Maler Jehly. Aus dieser Verbindung stammt die Bludenzer Dichterin Gulbransson. An John Sholto Douglass erinnert auch die Douglasshütte am Lünersee, die am 28. August 1872 von John Sholto Douglass eingeweiht wurde.

      Samuel Jenny (1837-1901). Die Herkunft Samuel Jenny 1837-1901 war der Sohn von Melchior Jenny-Schindler. Melchior Jenny von Ennenda war zusammen mit Angehörigen der Familie Schindler Gründer der Textil-Druckerei Jenny & Schindler in Hard bei Bregenz. Er wurde einer der erfolgreichen Vorarlberger "Textil-Barone". Samuel Schindler gehörte bereits zur zweiten, im Vorarlberg geborenen Generation.

      Bildung. Die Glarner Textilfabrikanten, zu denen sich die Douglass aus altem schottischem Adel gesellten, waren Kolonialisten in einem besondern Sinn, indem sie neben Kapital auch ihre Bildung einbrachten, um den Wissensstand über das neue Land, das sie betreten hatten, zu heben.

      Liberal. Die "Tüchle-Barone" waren gebildet und liberal; sie interessierten sich für viel mehr als nur die industrielle Produktion. Ihre mehrfache Minderheitsposition als Ausländer, Evangelische und Liberale inmitten einer gut katholischen Bevölkerung hat sie zusätzlich angespornt, neben ihrem Können als Fabrikanten auch ihr umfassendes Wissen zu Gunsten der neuen Heimat einzubringen.

      Protestanten. Der Bau einer evangelischen Kirche in Bregenz, auf den Grundmauern der vorher natürlich gründlich erforschten römischen Therme – Jenny und Douglass waren die treibenden Kräfte –, ergab sich nach anfänglichen Widerständen katholisch-klerikaler Kreise ohne Probleme.

      Der Landesmuseumsverein. Samuel Jenny und andere gründeten 1857 den Vorarlberger Landesmuseumsverein, nachdem er, aber auch einer aus der Familie der Douglass, intensive Forschungen zur römischen Vergangenheit seiner Heimat betrieben und gar manche Entdeckung gemacht und sich als erfolgreicher Ausgräber profiliert hatte. Gar vieles, auch seine Visionen, hielt er als begabter Zeichner auf Papier fest. So gibt es eine Darstellung des römischen Bregenz (Brigantium), auf welcher Jenny bereits ein Amphitheater sah.

      Der Landesmuseumsverein bildete aber auch eine gesellschaftliche Klammer, auf die es Jenny eben auch ankam. Im Bemühen um die Beschreibung und Erforschung des Landes waren sich die gebildeten Leute einig. Dem Verein gehörten die liberalen Unternehmer wie Jenny an, freiberuflich Tätige, Künstler, Repräsentanten des Kaiserreichs, aber auch der katholische Klerus, Bauern und Angehörige der Jüdischen Gemeinde Hohenems. Jenny wirkte aktiv an der Präsentation und Beschreibung der Funde im Landesmuseum mit und erstattete fast jedes Jahr einen Ausgrabungsbericht mit bildlicher Darstellung.

      Die Römer in Vorarlberg (1872)
      Author: John Sholto Douglass , Samuel 1837-1901 Jenny, Samuel Jenny
      Publisher: Wagner
      Year: 1872
      Possible copyright status: NOT_IN_COPYRIGHT
      Language: German


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      Freitag, 2. April 2021

      [ #Montafon ] Die wichtigsten Talschaften Vorarlbergs im Sachunterricht: Das Montafon

       


      Das Montafon ist ein 39 km langes Tal in Vorarlberg (Österreich), das von der Bielerhöhe bis Bludenz reicht und von der Ill durchflossen wird. 


      Das Tal wird im Norden von der Verwallgruppe und im Süden vom Rätikon und der Silvretta begrenzt. Die höchste Erhebung in der Umgebung ist der 3312 m hohe Piz Buin in der Silvretta-Gruppe.
      Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!

       

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