Dienstag, 16. August 2022

[ #Satteins ] Johann August Malin - Ein Arbeiter als Geologe


Der Vorarlberger Autodidakt arbeitete unter anderem über die geologische Beschaffenheit der Umgebung des Schwarzen Sees.

Johann August Malin (*22. September  1902 als Sohn eines Lohnstickers in Satteins) war nach der Volksschule Bauarbeiter am Spullerseewerk, dann jahrelang arbeitslos. In dieser Zeit bildete er sich selbständig zum Geologen aus. Zugleich schrieb er Eingaben und Gesuche an Behörden und Gerichte für Personen, die sich einen akademischen Rechtsbeistand nicht leisten konnten. Ab 1940 organisierte er eine antifaschistische Widerstandsgruppe im Raume Feldkirch, als deren Anführer er am 9. November 1942 in München-Stadelheim hingerichtet wurde.

Seine wissenschaftlichen Ambitionen galten besonders der Geologie, bleibendes Dokument dieser Tätigkeit ist eine Publikation zur geologischen Beschaffenheit der Umgebung des Schwarzen Sees. Zugleich engagierte er sich in Vorträgen und Artikeln für die Weiterbildung der sozial von den üblichen Bildungsmöglichkeiten ausgeschlossenen Bevölkerungsgruppen.

Inhalt
  • Ein Arbeiter wird Geologe. Die geologischen "Lehrjahre" / Funde und Entdeckungen 1929-1937 / Gebirgsstudien / Erdrutsch-Studien  
  • Geologie und Volksbildung. Die "Vorarlberger Urania" Lichtbildervorträge / Geologische Exkursionen  
  • Der unermüdliche Kampf um Anerkennung der angewandten Geologie. "Denkschrift" (1938) / Steinbruchkartei  
  • Die Monographie über den "Schwarzen See"  
  • Die geologischen Gutachten. Elektrizitätswerk Frastanz / Sicherung der Brandnerstraße  
  • Zusammenfassung und Würdigung  
  • Anmerkungen  
  • Übersicht über die geologischen Arbeiten Malins  
  • Verwendete Literatur  
  • Verzeichnis der Abbildungen  
  • Verzeichnis der Fachausdrücke

Verlagsinformation.   sperrung - mitteilungen der johann-august-malin-gesellschaft nr. 3 - Klaus Fessler: Ein "steiniger" Weg. Das geologische Schaffen Johann August Malins (1902-1942), 1986, 42 Seiten, br., öS 30,- / € 2,18

Malin-Gesellschaft. Die Johann-August-Malin-Gesellschaft widmet sich der Erforschung der Vorarlberger Zeitgeschichte, und hier besonders ihren lange vernachlässigten Themen wie Antisemitismus, Austrofaschismus und Nationalsozialismus. Sie bringt sich auch in öffentliche Debatten zu diesen Fragen ein. Diese Publikation und ihre freundliche kostenfreie Online-Stellung ist ein Teil dieser auch sonst beachtenswerten Tätigkeit.

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[ #Bregenz ] Der Kriegsdienstverweigerer Ernst Volkmann (*3.3.1902-†9.8.1941)


Ebenso wie der oberösterreichische Bauer Franz Jägerstätter war Ernst Volkmann (* 3. März 1902 in Schönbach, Böhmen; † 9. August 1941 in Brandenburg an der Havel) aus Bregenz einer der ganz wenigen aufrechten Menschen, die ihre Vorstellungen von Recht und Gerechtigkeit bis zur letzten – in ihrem Fall tödlichen – Konsequenz vertraten.
Ohne sich beirren zu lassen, hat Ernst Volkmann auf die Stimme seines Gewissens gehört und ist seiner christlichen Überzeugung gefolgt. Er hat sich weder verführen noch erpressen lassen, sondern mit seiner einsamen Entscheidung ein eindeutiges Zeichen gegen das Unrecht und die Barbarei gesetzt.

Gitarrenbauer. Ernst Volkmann verweigerte aus christlich-religiöser Überzeugung heraus den Fahneneid auf Adolf Hitler. Er wurde deswegen zum Tode verurteilt und am 26. Juli 1941 in Berlin hingerichtet.

Ernst Volkmann wurde am 3. März 1902 in Schönbach an der Eger (Sudetenland) geboren. 1927 ließ er sich in Bregenz als Gitarrenbauer nieder. Er heiratete und lebte mit seiner Familie im Haus neben der Stadtpfarrkirche St. Gallus, wo er häufig Mesnerdienste versah.


Kriegsdienstverweigerer. Mehrmals unterließ es Volkmann, der Aufforderung zur Wehrerfassung im Wehrmeldeamt nachzukommen, sodass im Frühjahr 1940 eine Anzeige erfolgte. Obwohl Volkmann in einer medizinischen Untersuchung Zurechnungsfähigkeit beschieden worden war, ließ Richter Dr. Erne aber das darauf folgende Verfahren einstellen.

Als Ernst Volkmann im Februar 1941 dann zur Wehrmacht nach Lienz eingezogen wurde, ließ er den dortigen Kompanieführer wissen, dass er den Eid auf den Führer verweigere, da seine religiöse Anschauung nicht mit dem Nationalsozialismus vereinbar sei. Erneut wurde ein psychiatrisches Gutachten erstellt, wieder wurde darin die Zurechnungsfähigkeit Volkmanns festgestellt.

Der Fall gelangte vor das Salzburger Divisionsgericht und, als Volkmann weiterhin standhaft blieb, an das Reichskriegsgericht in Berlin. Bei der dortigen Hauptverhandlung am 7. Juli 1941 wurde Volkmann bedroht und erniedrigt, dennoch bewies er erneut seine Charakterstärke und erklärte, dass sein Einsatz in der Wehrmacht nur dem Nationalsozialismus dienen würde. Die Ableistung des Fahneneides sei für ihn eine Vergewaltigung seiner sittlichen Freiheit.

Gnadengesuch abgelehnt. Ernst Volkmann wurde am 7.7.1941 vom Reichskriegsgericht in Berlin-Charlottenburg zum Tod verurteilt, ein Gnadengesuch seiner Frau wurde abgelehnt. Am 26. Juli 1941 fand in Berlin-Plötzensee die Hinrichtung statt. Seine letzte Sorge, so der Gefängnispfarrer, habe seiner Frau und seinen drei Kindern gegolten, die in Bregenz zahlreichen Belästigungen durch NS-Fanatiker ausgesetzt waren.


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Sonntag, 14. August 2022

[ #Feldkirch ] Schicksalsbahnhof Feldkirch


"Dort drüben auf den Schienen wurde 1915 das Schicksal des Ulysses entschieden" heißt es auf einer Tafel, die der Kulturkreis Feldkirch 1994 in der Halle des Bahnhofs angebracht hat. Dr. Ulrich Nachbaur vom Landesarchiv Vorarlberg zählt weitere Personen auf, denen der Bahnhof Feldkirch Schicksal wurde: James Joyce, Thomas Mann, Stefan Zweig, Jura Soyfer, Carl Zuckmayr, Walter Mehring, Leon Askin, Hertha Pauli, Gina Kaus, Karl Furcht, Ernst Lothar, und ...

Ende 2001 haben die ÖBB die vom Kulturkreis Feldkirch am Bloomsday 1994 über den Fahrkartenschaltern montierte Gedenktafel durch eine besonders anschauliche und auffällige Präsentation des literarhistorischen Joyce-Zitates ersetzt: "Dort drüben auf den Schienen wurde 1915 das Schicksal des Ulysses entschieden" ("Over there, on those tracks the fate of 'Ulysses' was decided in 1915"). Dr. Ulrich Nachbaur vom Landesarchiv Vorarlberg zählt weitere Personen auf, denen der Bahnhof Feldkirch Schicksal wurde.

James Joyce, Thomas Mann, Stefan Zweig, Jura Soyfer, Carl Zuckmayr, Walter Mehring, Leon Askin, Hertha Pauli, Gina Kaus, Karl Furcht, Ernst Lothar, und ... Der Bahnhof Feldkirch, in Friedenszeiten ein Bahnhof wie jeder andere auch, in Kriegs- und Umbruchszeiten ein Tollhaus. Dr. Ulrich Nachbaur vom Vorarlberger Landesarchiv zählt weitere Personen auf, denen der Bahnhof Feldkirch zum Schicksal wurde (In: Rheticus Vierteljahresschrift der Rheticus-Gesellschaft 1998, Heft 3/4, S. 273-294 Flucht und Grenze in der Literatur).

Schon im I. Weltkrieg eine Drehscheibe. Im Institut St. Josef am Ardetzenberg wurde eine große Zensurstelle eingerichtet. Gegen 50 Offiziere und 500 Mann aller Sprachgruppen der Donaumonarchie kontrollierten den Postverkehr. Die Zensurstelle diente nicht zuletzt dem Nachrichtendienst.

Am Grenzbahnhof Feldkirch wurde Stefan Zweig dann am 23. März 1919 Zeuge, wie Karl von Habsburg-Lothringen ins Schweizer Exil reiste. Darüber berichtete er in seiner Autobiographie "Die Welt von Gestern", die 1942 posthum erschien:

"Bei der Rückkehr nach Österreich über die Grenzstation Feldkirch stand mir ein unvergeßliches Erlebnis bevor. Schon beim Aussteigen hatte ich eine merkwürdige Unruhe bei den Grenzbeamten und Polizisten wahrgenommen. Es kam der Glockenschlag, der das Nahen eines Zuges ankündigte. Die Polizisten stellten sich auf, alle Beamten eilten aus ihren Verschlägen. Langsam, majestätisch rollte der Zug heran, ein Zug besonderer Art, ein Salonzug. Die Lokomotive hielt an. Eine fühlbare Bewegung ging durch die Reihen der Wartenden, ich wußte immer noch nicht warum. 
Da erkannte ich hinter der Spiegelscheibe des Waggons hoch aufgerichtet Kaiser Karl, den letzten Kaiser von Österreich und seine schwarzgekleidete Gemahlin, Kaiserin Zita. Ich schrak zusammen: Der letzte Kaiser von Österreich, der Erbe der habsburgischen Dynastie, die siebenhundert Jahre das Land regiert, verließ sein Reich! Weil er die formelle Abdankung verweigerte, hatte die Republik seine Abreise erzwungen. Nun stand der hohe ernste Mann am Fenster und sah zum letzten Mal die Berge, die Häuser, die Menschen seines Landes. ..."
Deutscher Grenzbahnhof ab 1938. Entscheidende Bedeutung aber sollte der Bahnhof mit dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich im Jahre 1938 erhalten. Schon bein Anschluss erwiesen sich die Vorarlberger Nazis derart agressiv, dass sogar die deutschen Behörden zur raschen Reorganisation des Grenzregimes greifen mussten: Die einheimischen Vorarlberger SS- Leute zeigten sich in ihren schwarzen Uniformen jedenfalls von ihrer übelsten und brutalsten Seite. Die am 13. März 1938 am Bahnhof Feldkirch angereisten Juden wurden mit “Saujud” angeschrien und wurden ihnen die Fingerringe abgezogen, den Frauen der Schmuck heruntergerissen.


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    [ #Ludesch ] Der Kaiserin Sisi Vorarlberger Wellness-Guru: "Net lugg lo"


    War Dr. Ludwig Seeger als Landarzt in Ludesch nur für die "Wehwehchen" der Blumenegger zuständig, so war er nach seinem Umzug nach Wien höchstpersönlicher Trainer von Kaiserin Elisabeth (im Volksmund Sisi).

    "Net lugg lo" heißt der dichterischer Wahlspruch und der einzige Gedichtband des Vorarlberger Arztes Ludwig Seeger und gehört damit in der Vorarlberger Literaturgeschichte in die erste Reihe der frühen Mundart-Dichter. Weniger beachtet sind seine Leistungen als Arzt, Lebensreformer, Pionier der Ergonomie und Fitness- und Ernährungsprogramme.
    Bild aus Seegers Buch: "Diätische und ärztliche Zimmer-Gymnastik für beide Geschlechter und jedes Alter", Wien (1878)
    © Wikimedia Commons

    Anleitung und Behelfe zur richtigen und gesunden Schreibhaltung. Wer denkt daran, dass sich der kaiserliche Wellnessberater mit den ergonomischen Problemen der Beamten und Fabricsangestellten, der Schüler und der schreibenden Arbeiter auseinandersetzt. Schon 1876 publizierte er die Broschüre "Anleitung und Behelfe zur richtigen und gesunden Schreibhaltung". Bildschirmarbeit und Schreibmaschine gab’s zwar noch nicht, wenngleich die Erfindung der Schreibmaschine schon im Gange war und die kaiserlichen Gutachter den Wert der Erfindung Peter Mitterhofers noch nicht erkennen wollten. So war das "Wiener Modell 1869" bereits mit Volltastatur und Walze sowie mit Lettern als Typen ausgestattet und stellte bereits eine gebrauchsfähige Schreibmaschine dar. Sie wurde zwar für 200 Gulden vom Wiener Hof angekauft und als Geschenk von Kaiser Franz Joseph I. in die Modellsammlung des Polytechnischen Institutes aufgenommen, aber sichtlich als Spielerei, Spinnerei und Tüftlerei verstanden, nicht als technologischen Fortschritt. Daraus allein lässt sich schon die Fortschrittlichkeit Ludwig Gabriel Seegers - vulgo "Seeger an der Lutz" erkennen. Und dass es seinen ergonomischen Ratschlägen eigentlich nicht viel besser beschieden war, das zeigt sich an der bis in die heutigen Tage andauernden Diskussion um die Ausstattung der Schulen mit ergonomisch vertretbaren Stühlen für die Kinder! Bereits zu Seegers Zeiten gab es - selbstredend nur in vornehmen privaten Schulen - bereits nach seinen Plänen gebaute ergonomisch verstellbare Schülertische und Stühle.

    Wellness. Ludwig Gabriel Seeger war als Arzt in Ludesch ab 1856 tätig und übersiedelte nach dem Tod seines Vaters nach Wien, wo er sich einen größeren Wirkungskreis als Heilgymnastiker erwartete. So die offizielle Geschichtsschreibung. Die inoffizielle weiß davon zu erzählen, dass er seinen Zeitgenossen gegenüber ein scharfer Beobachter war, der sich mit seinen Gedichten und Aktivitäten nicht nur Freunde machte. Der Konflikt mit der Kirche führte schlussendlich sogar zu seiner "Vertreibung" aus der Provinz, ins "Exil" nach Wien. Wie dem auch sei, die an sich gänzlich unpolitischen und um Gesundheit bemühten Werke das "Das Zimmerturnen mit Kugelstab, Hantel und Wurfnadel" (1863) oder das gar im damaligen Geiste geradezu emanzipatorische "Diätetische und ärztliche Zimmer-Gymnastik für beide Geschlechter (sic!) und jedes Alter" (2. Aufl. 1878) werden in der Provinz und bei der Geistlichkeit nicht unbeachtet gebliebenes "Treiben" gewesen sein.

    "Wenn ma rupft an'ra Kutta nu a bitzle am Som,
    so gnappan d'r alle bis ahe gi Rom".

    Citoyen. Jedenfalls trat er für den Bürger ein. Als Wiederbegründer des Blumenegger Schützenvereines, Gründer des Blumenegger Männerchores und Gründer der Ludescher Feuerwehr setzte Dr. Ludwig Seeger deutliche Zeichen. Als "Querdenker" stand Dr. Ludwig Seeger auch hinter der liberalen Presse und damit im Kreuzfeuer des Klerus. Da war sogar vom "lutherischen Dorf" (Ludesch) die Rede. Der Überlieferung zufolge soll der junge Kaplan Anton Walter als Prediger in Ludesch gegen die liberale Presse zu Felde gezogen sein, sodass schließlich nur noch in vier Ludescher Haushalten die "kirchenfeindliche" Feldkircher Zeitung gelesen wurde. Seeger wird dabei als "Seele der kirchenfeindlichen Bewegung" zitiert. Mit seinem "Net lugg lo" hat er den Generationen danach einen Auftrag hinterlassen und mit "Gibile Gäbile Rechazah, s'Wib isch Meister und net dr Ma" hat Seeger bereits der Emanzipation das Wort geredet. Mit der Lebensweisheit "Bist grad wia-na Latta, stoßt öftermol aa. Bist krumm wia-n-an Schwiischwanz, bist no letzter dra" hält Dr. Ludwig Seeger den Spießbürgern den Spiegel vors Gesicht.

    A Wässerle, so kli und klar,
    ma ment, as künn nit si -
    und doch, es grift vertüflet a,
    ’s ist Kriesewasser gsi!

    Net lugg lo. Im "Exil" in Wien bewährt sich Ludwig Seeger. Als Lebensreformer zählte auch die damals noch junge Elektromedizin zu Seegers Forschungsgebieten. Und so baute er ab den 1860er Jahren im Wiener Krankenhaus auf der Wieden eine entsprechende Abteilung auf, die später dann von seinem Sohn Ludwig Eduard Seeger (1862-1927) übernommen wurde. Er wirkte also in Wien einerseits als Elektrotherapeut und Leiter der Station für elektrische Behandlung am Krankenhaus Wieden (Man vergegenwärtige sich: 1884 begann Siegmund Freud "nervöse" Krankheiten mit der Elektrotherapie zu behandeln. 1860 begannen amerikanische Zahnärzte, Gleichstrom zur Lokalanästhesie einzusetzen. 1859 ließ sich der Zahnarzt Oliver die Elektroanästhesie sogar patentieren).

    Anderseits hatte er auch seine eigene, von ihm gegründete Anstalt für orthopädische Gymnastik im ersten Bezirk in Wien, wie er überhaupt zu den Pionieren dieser Bewegung zu zählen ist. Zu seiner Klientel zählten die höchsten Kreise der Geburts- und Geldaristokratie, ebenso die so beliebte Kaiserin "Sisi". Immerhin war Dr. Seeger einige Jahre als Landarzt in Ludesch nur für die "Wehwehchen" der Blumenegger zuständig und nach seinem Umzug nach Wien nun höchstpersönlicher Trainer von Kaiserin Elisabeth (im Volksmund Sisi). Sie hielt sich mit den von Seeger eigens entwickelten Trainingsgeräten fit und folgte brav seinen aufgezeichneten Übungsanweisungen. Er entwickelte spezielle Übungsreihen mit seinen Turnstäben, Kugelstab, Hantel, Ringe, Wurfnadel, Schaukel, Turnstuhl und Stangenreck als "Turnbehelfe". Mit seiner Vortragsreihe "Rationelle Volksernährung" darf man ihn auch als Vorreiter der ganzheitlichen Ernährungsberatung nennen.


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    Donnerstag, 11. August 2022

    [ #Walsertal ] Naturschutzgebiet Gadental


    Das Gadental liegt im Biosphärenpark Großes Walsertal und beherbergt über 500 Arten von Farnen und Blütenpflanzen.

    Das Gadental ist seit 1987 Naturschutzgebiet und wurde nach der europäischen Fauna Flora Habitat Richtlinie zum Natura 2000 Schutzgebiet nominiert.

    Es ist als typisches Bergtal der Nördlichen Kalkalpen in einer ursprünglichen und naturnahen Nutzung erhalten und mit 1500 ha das größte Naturschutzgebietd Vorarlbergs, ein Natura 2000 Gebiet und die Kernzone des Biosphärenparkes Großes Walsertal.

    Biotope. Es wird durch den Matonabach nach Norden entwässert und beherbergt eine Vielzahl von naturnahen, natürlichen und ursprünglichen Biotopen.

    Am Taleingang findet man seltene Spirkenwälder. Buchen- Tannenwälder, Fichtenwälder und Latschenfelder bedecken die Eingänge des Tales. In der Talmitte wachsen urwaldartige Mischwälder und den Talschluss nach Süden bilden die Karstgebiete des Gadner- und Diesner-Gschröfs mit der Naturhöhle "Wildes Loch".

    Wald. Die Waldflächen unterliegen einem völligem Schutz, sie werden als Naturwaldflächen der freien natürlichen Entwicklung überlassen. Wichtig dabei ist die natürliche Verjüngung des Waldes, die für das Tal nur erreicht werden kann, wenn die Wildbestände reguliert werden.

    Alpwirtschaft. Montansubalpine Weideflächen mit den Alpen Gaden-Madona und Diesnerberg kennzeichnen den mittleren Talabschnitt. Darüber schließen ausgedehnte Karsthochflächen an, die durch Erhebungen wie die Schwarze Wand oder den Misthaufen nach Süden begrenzt sind. Im Gadental trägt eine nachhaltige, traditionell geführte Alpbewirtschaftung zur Erhaltung der Alpflächen bei.

    Besonderheiten der Tier- und Pflanzenwelt.
    In dem Naturschutzgebiet ist das Vorkommen der gefährdeten Arten Arnica (Arnica montana), Frauenschuh (Cypripedium calceolus), Trollblume (Trollius europaeus), Hirschzunge (Phyllitis scolopendrium) und MehlPrimel (Primula farinosa) belegt. An typischen Großtieren dieses Lebensraums sind Gämse und Reh in guten Populationen vertreten. Ebenso kommt Murmeltier, Fuchs, Marder und Wiesel vor. Sehr artenreich ist die Vogelfauna. Insgesamt sind im Gadental 58 Brutvogelarten nachgewiesen.

    Schutzinhalt:
    • Latschenbusch mit Pinus mugo und Rhododendron hirsutum
    • montaner und subalpiner Spirken-Wald auf Gips- und Kalksubstrat
    • montane bis alpine bodensaur Fichtenwälder
    • Waldmeister-Buchenwald
    • Schlucht- und Hangmischwälder
    • mitteleuropäischer subalpiner Buchenwald
    • feuchte Hochstaudenfluren der montanen bis alpinen Stufe
    • kalkreiche Niedermoore
    • alpine und subalpine Kalkrasen
    • alpine und boreale Heiden
    • Kalk- und Kalkschieferschutt-Halden der montanen bis alpinen Stufe
    • Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation
    • Kalk-Felspflaster
    • nicht touristisch erschlossene Höhlen
    • Frauenschuh
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    [ #Vorarlberg ] Rad- und Mountainbikewege in Vorarlberg online


    Vorarlberg bietet mit seiner landschaftlichen Vielfalt auf kleinem Raum die besten Voraussetzungen für das Radwandern und Mountainbiken. 

    Gemächliche Höhenwege, Mountainbike-Safaris, herausfordernde Gipfeltouren. Hier der Bergsee, dort die Alpweide, am Horizont Felsen und Hochgebirge. Ausblicke, die immer wieder aufs Neue begeistern. Vom Bodensee bis hinauf in die Bergwelt von Arlberg, Silvretta und Rätikon. Für Ausflüge mit dem Rad oder Mountainbike sind Vorarlbergs Landschaften wie geschaffen.

    Ein landesweit markiertes und beschildertes Radwegenetz und ein im Aufbau befindliches Mountainbike- und Radwegenetz laden ein, Vorarlberg mit vielen Überraschungen zu erleben und zu erkunden. Das Wegenetz für Radfahrer und Mountainbiker liegt auch in digitaler Form online und kostenlos nutzbar vor. Dazu sind sie sortiert als Mountainbike-Touren zwischen leicht, mittel und schwer und als Radtouren.

    Verhaltensregeln für Mountainbiker. Mountainbikerouten führen in ein Gelände, in dem besondere Anforderungen an die Eigenverantwortung der Mountainbiker gestellt werden. So können Steine und Bäume den Weg kurzfristig unpassierbar machen oder der Weg führt durch ein Steilgelände an Gefahrenstellen vorbei, wo Absturzgefahr besteht. Durch die Bewirtschaftung der Wälder und Alpen ist auch jederzeit mit Gegenverkehr, abgestellten Fahrzeugen oder Wegsperren zu rechnen. Beim Mountainbiking ist es wichtig, dass gewisse Verhaltensregeln eingehalten werden, um Konfrontationen mit anderen Nutzergruppen zu vermeiden und um die eigene Sicherheit zu gewährleisten. Dazu gehören vor allem:
    • Verantwortungsvolles Fahren mit kontrollierter Geschwindigkeit und auf halbe Sicht, besonders bei Kurven, da jederzeit mit Hindernissen zu rechnen ist (zB Steine, Äste, Wegschäden, zwischengelagertes Holz, Weidevieh, Weidegatter, Schranken, Fahrzeuge und Forstmaschinen, Wegsperren usw).
    • Wanderer und Fußgänger haben Vorrang. Rücksichtsvolles Überholen erfolgt im Schritttempo.
    • Die land- und forstwirtschaftliche Bewirtschaftung hat auf den freigegebenen Wegen Vorrang. Weidegatter sind wieder zu schließen, vorübergehende Wegsperren werden eingehalten.
    • Die vorgesehenen, beschilderten Strecken nicht verlassen. Damit werden Natur- und Wildlebensräume geschont.
    Eine gute Tourenplanung nimmt Rücksicht auf die Schwierigkeit der Strecke und das eigene Können. Dazu gehören auch Helm, Schutzausrüstung und ein technisch einwandfreies Mountainbike.

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    Mittwoch, 10. August 2022

    [ #Bodensee ] Alte Kernobstsorten im Bodenseeraum



    Alte Obstsorten findet man fast nur noch in den Streuobstwiesen. 

    Früher wurden sie für die verschiedensten Verwendungszwecke wie Mosten, Brennen, Dörren oder Kochen ausgelesen und vermehrt. So entstand eine große Sortenvielfalt. Durch die Veränderungen im Obstbau und von Verbrauchergewohnheiten wurden sie im Erwerbsanbau von neuen Sorten verdrängt. Heute steht die Produktion von Tafelobst im Mittelpunkt. Die zahlreichen alten Sorten mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften sind aber nicht nur wertvolles Kulturerbe, sie werden auch weiterhin für die Vielfalt in den Streuobstwiesen und für zukünftige Züchtungen benötigt.

    Im Interreg IIIA-Projekt der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Vorarlberg, Fürstentum Liechtenstein und der Schweiz "Erhaltung alter Kernobstsorten im Bodenseeraum" wurde das in der Bodenseeregion noch vorhandene Sortenspektrum bei Apfel und Birne inventarisiert und es wurden gemeinsam Maßnahmen zur Sortenerhaltung erarbeitet.

    Erfassung. Dank dieser grenzüberschreitenden Zusammenarbeit konnten 640 Apfel- und Birnensorten des Bodenseeraums erfasst und charakterisiert werden. Gemeinsam wurden Strategien zur Erhaltung gefährdeter Sorten erarbeitet und umgesetzt, damit die Sortenvielfalt als wichtige Ressource für die Zukunft erhalten bleibt.

    Dokumentation. Fast drei Viertel der Sorten sind gefährdet oder bedingt gefährdet, sie stehen oft nur noch in einzelnen alten Exemplaren in den Streuobstbeständen. Insgesamt konnten in der Projektregion 253 Birnensorten und 387 Apfelsorten sicher bestimmt werden. Für 250 vorher sicher bestimmte Apfelsorten und 53 Birnensorten wurde ein "genetischer Fingerabdruck" erstellt, der nun als untrügliches Referenzmuster zur Verfügung steht. Die Ergebnisse sind ausführlich im Endbericht dokumentiert.

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    Dienstag, 9. August 2022

    [ #Bregenz ] Die dreifache Ausgrenzung des Samuel Spindler: Landfremd, sozialdemokratisch, jüdisch


    Auf einer sozialdemokratischen Versammlung in Bregenz am 11. November 1918, einen Tag vor der Ausrufung der Republik, beantragte Samuel Spindler die Wahl eines Arbeiterrates. 

    Acht Männer und vier Frauen wurden gewählt – sie sollten sich besonders um die "Erreichung einer besseren Vertretung der Arbeiterschaft in der Stadtvertretung" bemühen. Am 4. Dezember 1918 verfügte der Staatsrat der jungen Republik eine Ergänzung der Gemeindevertretungen durch Arbeitervertreter.


    Am 30. Dezember 1918 gaben in Bregenz die Parteien die von ihnen gewählten Vertreter bekannt; unter den sozialdemokratischen befand sich Samuel Spindler. Seine Wahl erregte bei den Bürgerlichen Anstoß. Ein christlichsozialer Stadtrat bezeichnete ihn in einer öffentlichen Sitzung als einen "galizianischen Juden" und damit als unwürdig, in der Gemeindevertretung mitzuarbeiten.

     
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    [ #Wolfurt ] Wolfurter Geschichte online


    In zeitaufwändiger und mühevoller Recherchen wurden von Direktor Siegfried Heim große Teile der Wolfurter Geschichte in 30 Ausgaben der "Heimat Wolfurt" der interessierten Bevölkerung zugänglich gemacht, die auch online fassbar ist. 


    Wolfurt ist eine Marktgemeinde in Vorarlberg mit über 8000 Einwohnern. Es liegt im im Bezirk Bregenz südöstlich des Bodensees auf 434 Metern Höhe und ist Teil des Ballungsraums Rheintal. Wolfurt teilt seine Gemeindegrenze mit sieben anderen Vorarlberger Gemeinden. Es sind dies im Uhrzeigersinn die Bezirks- und Landeshauptstadt Bregenz, die Gemeinden Kennelbach, Buch, Bildstein und Schwarzach, die Bezirkshauptstadt Dornbirn und die Marktgemeinde Lauterach. Wegen seiner überregionalen Bedeutung - insbesondere des ÖBB_Güterbahnhofes als Containerterminal - wurde Wolfurt am 1. Mai 1982 zur Marktgemeinde erhoben.

    Schloss Wolfurt. Um 500 sollen die Alemannen im heutigen Gemeindegebiet zwei Höfe, den „Kellnhof“ und den „Hof zur Steig“ (später Hofsteig) errichtet haben. Der Name Wolfurt taucht erstmals um 1226 als der eines reichen Rittergeschlechtes auf, das großen Einfluss in Süddeutschland und in der Schweiz hatte. Von Ritter Konrad stammt der bekannte Wolfurter Kelch, den er dem Kloster Pfäfers stiftete. Im 15. Jahrhundert starb das Geschlecht aus.

    Als der St.Galler Abt Kilian Germann in der Reformationszeit flüchten musste, verlegte er Ende Februar 1530 seine Residenz von St. Gallen auf das Schloss Wolfurt. Noch im gleichen Jahr ertrank er allerdings in der Bregenzer Ach. Das Schloss Wolfurt, erbaut im Mittelalter, wurde bei einem verehrenden Brand im Jahre 1936 nahezu völlig zerstört, allerdings wieder rasch hergestellt (1939). 1945 wurde es Sitz der französischen Militärkommandatur. 

    Heimat Wolfurt. In zeitaufwändiger und mühevoller Recherchen wurden von Direktor Siegfried Heim große Teile der Wolfurter Geschichte in 30 Ausgaben der "Heimat Wolfurt" der interessierten Bevölkerung zugänglich gemacht, die auch online faßbar ist. Für die schnelle Orientierung über die Wolfurter Geschichte empfiehlt sich besonders Heft 24. Eine Zeittafel im Heft 1. 


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    Montag, 8. August 2022

    [ #Vorarlberg ] Georisiken in Vorarlberg

    Die Täler von Vorarlberg sind nicht nur beliebte Ausflugsziele zum Wandern und Klettern, sondern auch Heimat für viele Menschen.

    Doch der Siedlungsraum Alpen birgt auch Bedrohungen: Felsstürze, Hangrutschungen, Muren und andere Arten von Massenbewegungen machen regelmäßig in kleinen und großen Ereignissen darauf aufmerksam, dass die Natur sich nicht vollständig vom Menschen beherrschen lässt. Sogenannte Georisiken werden immer Teil des Lebens in den Alpen sein.


    Afrika in Vorarlberg. Die Gesteine der heutigen Alpen wurden während der Trias und dem Jura an den Küsten des sog. Penninischen Ozeans abgelagert, der damals Afrika im Süden von Europa im Norden trennte. An den Küsten kam es zur Bildung von ausgedehnten Karbonatplattformen, die z.T. von großen Riffkomplexen gesäumt wurden. Durch die Bewegungen des Afrikanischen Kontinents nach Norden wurde der Ozean subduziert, die Kalksteine der Küsten deckenartig übereinandergeschoben (Kreide bis Miozän) und damit der neue Gebirgszug der Alpen "aufgetürmt". In den Eiszeiten bildeten sich in diesem Gebirge große Gletscher, die sich tief in diese Decken einschnitten und die so die heutige Form der Alpen bildeten. Durch das Abschmelzen der Gletscher fehlte ein Gegendruck auf die Talflanken und es kam und kommt zu verschiedenen gravitativen Massenbewegungen.

    Massenbewegungen. Vermurungen und Überschwemmungen zeigen allzu deutlich, dass auch in der Bilderbuchlandschaft Vorarlberg Gefahren lauern - und auch weiterhin lauern werden. Geologische Massenbewegungen sind ein integrales Element in der alpinen Landschaft. Felsstürze, Hangrutschungen, Muren und andere Arten von Massenbewegungen machen regelmäßig in kleinen und großen Ereignissen darauf aufmerksam, dass sich die Natur nicht vom Menschen beherrschen lässt. Georisiken werden immer Teil des Lebens in den Alpen sein.

    Die Aufgabe des Geologen ist es, potenzielle Georisiken zu erkennen, die Gefährdung für den Menschen einzuschätzen und geeignete Vorsichtsmassnahmen vorzuschlagen. Denn eine sinnvolle Raumplanung kann die Schäden deutlich vermindern.

    Georisikokarte. Mit der Hilfe von Geoinformationssystemen (GIS) wurde ein digitales Kartenwerk von potentiellen Risikozonen geschaffen, das von den Behörden in beliebigen Maßstäben verwendet, ausgegeben und ergänzt werden kann. Sie gibt Einblick in die lokale Gefährdung und bietet eine wertvolle Hilfestellung für die Raumplanung. Und sie eröffnet die Möglichkeit, die Bevölkerung über die Gefahren zu informieren und so langfristig das Risiko zu mindern.

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    [ #Vorarlberg ] Die Wappen der Vorarlberger Gemeinden: Akt der Autonomie oder der Obrigkeit


    Mit Jahresende 1965 führten 54 der 96 Vorarlberger Gemeinden ein Wappen. 

    Der Vorarlberger Landtag verpflichtete damals durch das neue Vorarlberger Gemeindegesetz die Landesregierung, den 42 bisher "wappenresistenten" Gemeinden binnen fünf Jahren ebenfalls ein Wappen zu verleihen – ob sie wollen oder nicht. Dabei führten beispielsweise Feldkirch und Bludenz ihre Wappen seit Jahrhunderten ohne eine Berechtigung vorweisen zu können oder zu müssen. Schon vor 1918 hatten sich über 15 Vorarlberger Gemeinden ein Wappen im Siegel selbst zugelegt.

    Beispiellose Gesetzgebung. Bis Ende 1970 gelang es der Landesregierung tatsächlich, alle Gemeinden im Sinne dieses zentralistischen Landesgesetzes zu "beglücken". Die Wappenfindung war nicht immer einfach. So kämpften die Alberschwender Jahrzehnte um die Wäldertanne; es wurde eine Linde. Letztlich erzielte die Landesregierung mit allen Gemeinden damals eine mehr oder weniger glückliche Lösung. 1985 schließlich wurde die Verleihungsverpflichtung im Gemeindegesetz wiederum auf ein bloßes Recht zur Wappenführung zurück formuliert. Freilich hatten sich nun alle Gemeinden an ihr Wappen gewöhnt, unabhängig davon, wie sehr sich auch die Bürger damit identifizierten oder auch den Regeln der Heraldik - auch solche gibt es - entsprechen.

    Gemdeindeflagge. Jede Gemeinde hat auch das Recht, eine offizielle Fahne (Flagge) zu führen. Deren Aussehen legt die Gemeindevertretung mit Verordnung fest.

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    Samstag, 30. Juli 2022

    [ #Dornbirn ] Die Zirbe in Vorarlberg

    Naturschutzinformation Land Vorarlberg ©VLK
    Almrodungen und die Übernutzung für Schnitzereien haben die Zirbe auf kleine schwer zugängliche Gebiete zurückgedrängt.


    Zirbe auf der Alpe Süns
    © Dornbirn Lexikon
    Dornbirn-Mellental. "Etwa 150 Jahre alt ist dieser 10 m hohe Baum an der Oberkante des Steilabfalls, der die Alpe Süns von der Alpe Hintermellen trennt (einige Meter nördlich der Materialseilbahn Hintermellen-Süns). Im Gemeindegebiet wachsen Zirben vereinzelt im hinteren Mellental" verweist das "Dornbirn Lexikon" im Internet auf einen einst häufigen und wertvollen Baum der Alpen.

    Neben diesem spärlichen Dornbirner Vorkommen werden dort noch geringe Bestände in der Silvretta genannt. Zirbenwaldreste werden auch noch im Bereich von Warth Schröcken (Ochsenkopf) und fragmentarische Reste eines Lärchen-Zirbenwaldes sollen auch noch im Silbertal (Dürrwald) vorhanden sein.

    Sie ist in den westlichen Inneralpen (Ötztal, Hohe Tauern, Seetaler Alpen, Engadin, Wallis) auf 1400 bis 2500m verbreitet. Kleinere Vorkommen gibt es auch in der Hohen Tatra und in den Karpaten.

    Naturschutz Vorarlberg © VLK
    Die Zirbe. Die Zirbe (pinus cembra) gehört zur großen botanischen Familie der Kiefern. Schwerpunkt des Vorkommens in den Alpen ist die subalpine Stufe der Zentralalpen.Die Zirbe - auch Zirbelkiefer oder in der Schweiz Arve genannt - erhielt ihren Namen vor etwa 500 Jahren. 

    Er soll sich aus dem Mittelhochdeutschen ableiten und mit dem Wort "wirbeln" oder der mittelhochdeutschen Bedeutung für "sich im Kreis drehen" verwandt sein. Bereits in römischer Zeit wurde der Zirbe große Bedeutung als Fruchtbarkeitssymbol und auch Symbol für Unsterblichkeit zuteil. 

    Sie ist angeblich seit der letzten Eiszeit im Alpenraum heimisch. Wegen dem Vorkommen im hochalpinen Raum gilt die Zirbe auch als die “Königin der Alpen”. Sie ist eine "Schlussbaumart" und wächst höher als alle anderen Baumarten hinauf und ist ein mittelgroßer bis großer Baum der eine Höhe von 20 bis 30 Meter erreichen kann.Das besondere Holz ist das leichteste aller heimischen Nadelholzarten und bezeichnend sind die zahlreichen dunklen Äste.

    Naturschutz. Heute ist die Zirbe sehr selten geworden und international wenig weit verbreitet. Sie gedeiht bis hinauf in große Höhen. Zirben wachsen sehr langsam. 50 Jahre alte Zirben sind oft erst zwei Meter hoch und blühen erst im Alter von 60 bis 70 Jahren. Sie sind auch sehr sturmfest und werden bis zu 1000 Jahre alt. In einigen Bundesländern ist die Zirbe geschützt. Es dürfen nur einige Zweige mitgenommen werden.

    In Vorarlberg ist die Zirbe vollkommen geschützt und darf nicht beeinträchtigt werden.

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