Sonntag, 17. Februar 2019

[ #Vorarlberg ] Josef Hirn: Tirols (und Vorarlbergs) Erhebung im Jahre 1809 (online)


Der "Tiroler Volksaufstand" war ein in der Geschichtsschreibung des 19. und 20. Jahrhunderts national(istisch) glorifizierter Aufstand der Tiroler Bevölkerung gegen Bayern und Napoleon im Jahre 1809 und insbesondere gegen die damit verbundenen Reformen.

Unter der maßgeblichen Führung Andreas Hofers wurde das Land Tirol im Frühjahr 1809 von der bayerisch-französischen Besatzung "befreit" und bis zum Herbst verteidigt. Im November und Dezember 1809 konnten die Bayern und Franzosen ihre Herrschaft wieder festigen.
Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!
[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

Donnerstag, 14. Februar 2019

[ #Hohenems ] Salomon Sulzer's SCHIR ZION online


Das kompositorische Hauptwerk des Hohenemser Reformrabbiners Salomon Sulzers, ist das in zwei Teilen erschienene "Schir Zion" (Gesang Zions) mit zum überwiegenden Teil selbst komponierten Werken für den gottesdienstlichen Gebrauch. 

Unter den frühen modernen Synagogenkomponisten hat Sulzer am radikalsten mit dem überkommenen jüdischen Chorstil gebrochen. Salomon Sulzer gelang es, den westeuropäischen Synagogengesang von den bloßen Schönheitsversuchen und Übertreibungen zu befreien und er war der erste Kantor, der Noten- und Harmonielehre vollständig beherrschte. Er schrieb Kompositionen, die alt und neu miteinander vereinten, und erstmals in der jüdischen liturgischen Musik Harmonien vorführten. Nur wenige Sulzers frühe Chorsätze lehnen sich an starke traditionelle Weisen an. In den meisten finden wir keine jüdische und keine christliche, sondern eine allgemein humane Religiosität, stille Andacht und fromme Stimmung etwa im Geist der zeitgenössischen Malerschule der "Nazarener". Die neuen Kompositionen wurden zum ersten Mal mit vierstimmiger Chorbegleitung geschrieben und beeinflussten den Gebetsstil in vielen Synagogen.

"Schir Zion", in dem alle Gebete des Jahres gesammelt sind, prägt den Synagogengesang bis in die heutige Zeit (shulmusic.org: "Sulzer's music, from mid-1800s, is still used in services all over the world") und ist für die Judenheit eine mit den Kantatenjahrgängen von Johann Sebastian Bach vergleichbare Sammlung gottesdienstlicher Musik.

Schir Zion I. In "Schir Zion I" ist musikalisch nur wenig genuin Jüdisches anzutreffen; die uralten, so genannten "Mi-sinai-Melodien" tauchen nur vereinzelt und entstellt auf; die einfache Dur-Moll-Harmonik und die Periodizität der Wiener Klassik dominieren. Siebenunddreißig Werke christlicher Komponisten wie Ignaz von Seyfried, Joseph Drechsler, Franz Volkert, Wenzel Wilhelm Würfel und allen voran Franz Schubert nahm Sulzer 1840 in sein "Schir Zion I" auf, ohne die Namen der Urheber zu verschweigen! Charakteristisch synagogal dagegen sind vor allem die Solorezitative für den Kantor und das responsoriale Wechselspiel zwischen Kantor und Chor, das die traditionelle Teilnahme der Gemeinde am Gottesdienst stilisiert. Einen real praktizierten Gemeindegesang lehnte Sulzer, der einer rein künstlerischen Ästhetik huldigte, energisch ab.

Schir Zion II. In "Schir Zion II" (1866) nimmt die Tradition allerdings wieder einen größeren Raum ein. Es waren schließlich Chasanim aus dem von Sulzer und seinesgleichen gering geschätzten, orthodox-konservativen Osteuropa, die ihn in Kontakt mit der in Polen und Russland noch liebevoll gepflegten traditionellen Chasanut brachten. Sie waren nach Wien zu dem respektvoll bewunderten Kantor gekommen, um sich den neuen Stil anzueignen und hinterließen ihrerseits markante Spuren, die sich in "Schir Zion II" nachhaltig bemerkbar machten. 163 von insgesamt 372 Nummern tragen die Bezeichnung "A. W." ("Alte Weise"). Der größere Teil dieser 163 ist natürlich für den Vortrag des Kantors bestimmt, und beeindruckten diese Gesänge und Rezitative die Zeitgenossen als eigenartig und "orientalisch". Sulzers Version von Jehuda Halevis berühmtem Zionslied erinnerte 1866 den Musikkritiker der "Neuen Freien Presse" Eduard Hanslick an den Muezzin der Türken und offenbarte ihm die Verwandtschaft jüdischen und orientalischen Gesangstils. Neben dem kompositorischen Hauptwerk "Schir Zion" in zwei Teilen existieren noch der Band "Dudaim" (1860) mit Chören für Kleinstbesetzung und eine Fülle von Gelegenheitsarbeiten weltlicher Natur.


[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒

Montag, 4. Februar 2019

[ #Vorarlberg ] Rodeln in Vorarlberg

Harschkatze
wurde als Rodel und zum Materialtransport verwendet, zwei Kufen aus massiven Buchenbrettern, Sitzbrett aus Fichtenholz Walsermuseum Riezlern

Rodeln kommt vom "Rütteln". Daher: Freizeit-und Sicherheits-Tipps zum Rodeln in Vorarlberg.

Schlitten. Die ursprünglich vom Ziehschlitten abgeleiteten Formen haben sich zu spezialisierten Hochleistungsgeräten entwickelt. Neben der eigentlichen Rodel gibt es seit den 1960er den Bob. Dies ist allerdings kein Schlitten im eigentlichen Sinne mehr.

Volkssport. In den letzten Jahren hat das Rodeln einen regelrechten Boom erlebt. Denn es ist ein Spaß, der keine teure Ausrüstung erfordert. Rodeln bietet für jedes Alter eine fantastische Freizeitgestaltung im Winter. Im Unterschied zum Rutschen auf Hügeln werden beim Rodeln auf Alm- oder Wirtschaftswegen einige hundert Höhenmeter in ein- oder mehrstündige Märschen aufgestiegen und dann rasant abgefahren. Rodeln ist schnell, ausgelassen und ein Familiensport. Rodeln ist aber auch ein Hochgeschwindigkeitssport.
Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!
Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

Dienstag, 15. Januar 2019

[ #Dornbirn ] Biotope in der Stadt Dornbirn - Zu Berg und im Tal


Das Dornbirner Berggebiet erstreckt von 399 m (über der Adria) bei der Dornbirner Ach in der Enz bis zu den höchsten Erhebungen des Freschen (2004 m ü.A.) und Sünser Spitz ( 2062 m ü.A.). Es hat somit Anteil an der submontanen, montanen, subalpinen und alpinen Höhenstufe. Die allgemeine Seehöhe der Stadt Dornbirn wird mit 437 m ü. A. angegeben.

Untergrund. Was den Naturraum Dornbirn zur Besonderheit macht, liegt im Untergrund. In Dornbirn treffen sich vier der wichtigsten geologischen Zonen Vorarlbergs: Der ehemalige Südrand Europas, eine Tiefseerinne zwischen Europa und Afrika, der junge Abtragungsschutt der Alpen sowie die Ablagerungen der Spät- und Nacheiszeit. Das Ergebnis ist stellenweise komplex. Doch alle diese Gesteine erzählen von vergangenen Lebensräumen, von vergangenem Leben. Und jede dieser Zonen schenkt der Landschaft ihr eigenes Gepräge. Dornbirn ist reich an Naturwerten und Biotopen von landesweiter Bedeutung.

Biotope im Tal. Der bearbeitete Teil der Gemeinde umfasst die Tallagen des Rheintales vom RheintalBinnenkanal und dem Landgraben Dornbirn im Westen an der Gemeindegrenze zu Lustenau bis zum Landgraben Hohenems im Süden, Dornbirner Ache, Schwarzach und Landgraben Schwarzach im Norden. Die Ostgrenze verläuft entlang der L3, und L190 bis zum Fuß der Steinbrüche an der Gemeindegrenze zu Hohenems. Der größte Teil des bearbeiteten Gebietes liegt auf dem Sedimentfächer der Dornbirner Ach, die einer der wichtigsten Entwässerungsflüsse im vorderen Bregenzerwald ist. Die, aus kleineren verlandeten Seen im Bereich des  ehemaligen Rheindeltas hervorgegangenen Seebodentone des Untergrundes wirken stark wasserstauend und führten zur Ausbildung von Vermoorungen, wie sie im Gebiet Gleggen-Köblern noch großflächig vorhanden sind. Die Höhenerstreckung reicht von 400m im Nordwesten an der Dornbirner Ach bis 510m im Süden an der Gemeindegrenze zu Hohenems.

Biotope in den Berggebieten. Insgesamt wurden im Dornbirn Berggebiet 37 Biotope  und ein Großraumbiotop ausgewiesen. Die Biotopausstattung des Dornbirner Berggebietes umfasst ausgedehnte Moorkomplexe mit Flach-, Hochmooren und Moorwäldern, Fluss- und Schluchtbiotope, den Sünser See, Kulturlandschaften (Bergbön, Schwefel, Kehlegger Viehweide, Schauner), Laubwälder auf Sonderstandorten und Bergmischwälder.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]
Übersicht: Biotopie in den Dornbirner Tallagen
Einführung  5
– Kurzer Rückblick und Ausblick 5
– Was ist ein Biotop? 6
– Wann gilt ein Biotop als BESONDERS SCHUTZWÜRDIG? 7
Gemeindebericht 9
– Allgemeine Angaben zur Gemeinde 9
– Biotopausstattung 10
– Schutzstatus der Biotopflächen 12
– Verbindung zu angrenzenden Gemeinden 13
– Drei Kostbarkeiten der Gemeinde 14
Großraumbiotop Dornbirner Ried (Biotop 30101) 14
Seemähder (Söllers Mahd, Im Sack) (Biotop 30102) 16
Fängen (Kurzen Langen, Langen Fängen, Obere Seemähder)
Dornbirner Ried(Biotop 30103) 18
– Kurzdarstellung der weiteren Biotopflächen  20
In Böschen (Biotop 30104) 20
Gsieg (östlich der Autobahn) (Biotop 30105) 22
Gsieg (westlich der Autobahn) (Biotop 30106) 23
Gleggen - Köblern (Bundel, Birkgraben, Zwischengraben,
Unter Müllers Mahd)(Biotop 30107) 25
Eichwald (Biotop 30108) 27
Schwarzes Zeug - Seiben (westlich der Autobahn) (Biotop 30109) 29
Schwarzes Zeug - Seiben (östlich der Autobahn) (Biotop 30110) 32
Im Porst (Fussenau, Nebenwieden) (Biotop 30111) 34
Haselstauder Ried (Pfeilen, Laubgarten) (Biotop 30112) 37
Dornbirnerach-Auen (Biotop 30113) 39
Mühlgraben (Biotop 30114) 44
Haslach (In Steinen, Bachmähdle) (Biotop 30115) 46
– Gefährdungen 49
– Empfehlungen für Schutz und Erhalt 51
Was wurde bisher getan? 51
Was kann die Gemeinde tun für … 52
Was kann der Einzelne tun für … 54
Artenliste  57

Übersicht:Biotope im den Dornbirner Berggebieten
Einführung  5
– Kurzer Rückblick und Ausblick  5
– Was ist ein Biotop?  6
– Wann gilt ein Biotop als BESONDERS SCHUTZWÜRDIG? 7
Gemeindebericht  9
– Geographie und Geologie  9
– Biotopausstattung  10
– Schutzstatus der Biotopflächen  12
– Verbindung zu angrenzenden Gemeinden  14
– Die Biotope der Gemeinde  14
Felswand des Breiten Berges mit anschließendem Bergsturzfächer (Biotop 30116) 15
Felsen am Karren (Biotop 30117)  17
Hirschzungen - Ahornwald im Küferbachtobel (Biotop 30118) 18
Laubwälder am Zanzenberg (Biotop 30119)  19
Laubwälder bei Tollen (Steinebach) (Biotop 30120) 20
Tobelwälder entlang des Kehlenbaches und seiner Zuflüsse (Biotop 30121) 21
Laubwälder zwischen Kehlen und Fallenberg-Stüben (Biotop 30122) 23
Moorkomplex Fohramoos (Biotop 30123)  24
Hangried beim Schauner (Biotop 30124)  26
Bergmähder Schwefel (Biotop 30125)  28
Hangflachmoore, Mergelhalden und Magerweiden der Gschwendt-Alpe (Biotop 30126)
29
Feuchtwiesen und Flachmoore der Kehlegger Viehweide (Biotop 30127) 31
Bäuerliche Kulturlandschaft im Bereich der Bergbön (Biotop 30128) 33
Dornbirner Ache zwischen Rappenloch und Schanerloch (Biotop 30129) 35
Lawinenbahn bei der Staufenalpe mit randlichen Laubmischwäldern (Biotop 30130) 37
Hangflachmoor beim Schneemoos (Biotop 30131) 39
Moorkomplexe im Dreieck Müsel - Untersehren – Weißenfluh (Biotop 30132) 40
Auerwildlebensraum Firstgebiet und Langenegg (Großraumbiotop 30133) 46
Moorkomplex bei der Gunzmoosalpe (Biotop 30134) 48
Fichten-Tannenwald mit Torfmoosen nördlich der Sattelalpe  (Biotop 30135) 49
Flach -  und Spirkenhochmoor bei der Sattelalpe (Biotop 30136) 50
Feuchtbiotopkomplex Hinterschanern - Alpe (Biotop 30137) 51
Hirschzungen - Ahornwälder nördlich vom Hackwald (Biotop 30138) 52
Bocksberg (Biotop 30139)  53
Alptümpel und Lesesteinhaufen der Bocksbergalpe (Biotop 30140) 55
Spitzenstein  -  Breiter Schrofen (Biotop 30141) 56Feuchtbiotopkomplex Heumöser - Alpe (Biotop 30142)  58
Auen an der Ebniter Ache und Hangwälder (Biotop 30143) 60
Flachmoore bei der Fluhereckalpe (Biotop 30145) 61
Flachmoore bei der Schneewaldalpe (Biotop 30146) 62
Feuchtbiotopkomplex südlich der Lindenbachalpe (Biotop 30147) 65
Montan bis subalpiner Biotopkomplex beim Sattelspitz, Alpkopf und Salzbödenkopf
(Biotop 30148)  66
Feuchtbiotopkomplex unterhalb der Bockshangalpe (Biotop 30149) 68
Feuchtbiotopkomplex südlich der Valorsalpe (Biotop 30150) 69
Einzugsgebiet des Haslachbaches (Altenhof- ,Körb-,  Schönenwald-, Haslachalpe)
(Biotop 30151)  70
Sünser See (Biotop 30152)  72
Quellfluren und Quellmoore im Bereich der Sünser Alpe (Biotop 30153) 73
– Gefährdungen  76
– Empfehlungen für Schutz und Erhalt  81
Was wurde bisher getan?  81
Was kann die Gemeinde tun für …  82
Was kann der Einzelne tun für …  84
Artenliste  88

Dienstag, 20. November 2018

[ #Dornbirn ] Dornbirner Statt-Geschichten


[Free eBook] Dieser Band ist als Beitrag zu einer kritischen Stadt- und Regionalgeschichte zu verstehen.

Am Beispiel der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung Dornbirns in den letzten hundert Jahren werden von den Autoren Tendenzen deutlich gemacht, die auch für die Landesgeschichte Vorarlbergs Gültigkeit besitzen.

Die Vorarlberger Malingesellschaft hat das (vergriffene) Werk zur Dornbirner Stadtgeschichte als PDF online gestellt. Es kann kostenfrei heruntergeladen werden und ist als PDF besonders wertvoll, weil das Suchen mit dem Acrobat Reader nochmals so einfach ist, wie es mit dem Personen- und Ortsverzeichnis der Printausgabe schon möglich gewesen wäre.

Malin-Gesellschaft. Die Johann-August-Malin-Gesellschaft widmet sich der Erforschung der Vorarlberger Zeitgeschichte, und hier besonders ihren lange vernachlässigten Themen wie Antisemitismus, Austrofaschismus und Nationalsozialismus. Sie bringt sich auch in öffentliche Debatten zu diesen Fragen ein. Diese Publikation und ihre freundliche kostenfreie Online-Stellung ist ein Teil dieser auch sonst beachtenswerten Tätigkeit.

Verlagsinformation. Werner Bundschuh / Harald Walser: Dornbirner Statt-Geschichten
Studien zur Geschichte und Gesellschaft Vorarlbergs, Band 1. 1987, 254 Seiten (vergriffen)

Inhalt
  • Vorwort
  • Wilhelm Stärk - Wesen und Arten des Dornbirners - Eine Anthologie der schönsten Lesefrüchte
  • Werner Bundschuh - Kreist das Blut der Ahnen - Zum Bild der Dornbirner Unternehmer im Werk von Hans Nägele
  • Leo Haffner - "Der Liberalismus bringt keinen Segen" - Martin Thurnher - ein Leben für den Konservativismus
  • Reinhard Mittersteiner: Die Genossen Handwerker - Zur Geschichte der Dornbirner Sozialdemokratie in der Monarchie
  • Werner Dreier: "Hier gab es keinen Unterschied" - Arbeiterschaft und Arbeiterbewegung Dornbirns in der Ersten Republik
  • Gernot Egger - Ach, der Stiefel glich dem Stiefel immer... - Verfolgung oppositioneller Arbeiter im Austrofaschismus und im Nationalsozialismus
  • Harald Walser - Der Tod eines Staatsdieners Hugo Lunardon und der Nationalsozialismus in Dornbirn
  • Autorenverzeichnis
  • Namensregister
  • Ortsverzeichnis
  • Bildquellennachweis
[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]
Verortet in Reiter
[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]
Link
 19., 20. Jhdt
 

















Mittwoch, 31. Oktober 2018

[ #Hohenems ] Didaktikmappe Kantormania - Die Welt des synagogalen Gesangs synagogalen Gesangs


Jüdisches Museum Hohenems: Vor mehr als 200 Jahren wurde ein Star in Hohenems geboren, ein Star mit einer freilich ungewöhnlichen Karriere. 
Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!
[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

Dienstag, 14. August 2018

[ #Hohenems ] Donato Arsenio Mascagni - Hofmaler des Salzburger Fürsterzbischof Markus Sittikus von Hohenems


Italienische Kunst prägte das frühneuzeitliche Europa. Künstler aus Italien erfüllten in Mitteleuropa eine bedeutende Kulturmission. Seit dem Ende des 15. Jahrhunderts strömten italienische Künstler nach Österreich.

Am Anfang wurden sie in dem seit 1529 unmittelbar von der Expansion des osmanischen Reiches bedrohten Land vor allem als Baumeister von Befestigungsanlagen geschätzt. Bald konnten sie sich auch im Bereich der "architectura civilis" und in allen anderen Kunstgattungen durchsetzen. Vorteilhaft und von grundlegender Bedeutung für ihren Erfolg zeigte sich auch die um sich greifende und alle Gesellschaftsschichten erfassende "italianità" der frühneuzeitlichen Gesellschaft. Die "italianità" setzte sich in der Literatur, in der Musik, im Theater, in der Architektur und in der bildenden Kunst durch und wurde zur universellen Sprache des politisch und konfessionell gespaltenen Kontinents. (Anmerkung: Der Begriff Italianità  -„Italianität“ - kam erst während während des 19. Jahrhunderts im Zuge des Risorgimento in den Reihen der panitalienischen Bewegung auf. Unrühmlich in Erinnerung ist das Schlagwort Italianità durch die Zeit des Faschismus, als es bei der zwangsweisen Italianisierung der nach dem Ersten Weltkrieg einverleibten Gebiete, u.a. auch Südtirol propagandistisch verwendet wurde.).

Donato Arsenio Mascagni. Weder zum Datum der Geburt noch zur Jugend Donatos existieren verläßliche Informationen. Er dürfte um 1570 in Florenz geboren worden sein und starb am 10.3.1636 im Kloster SS. Annunziata. Mit 26 Jahren trat er in das Servitenkloster bei Florenz ein und erhielt den Namen Fra Angelico. 1608 wechselte er in das Kloster SS. Annunziata, wo er ein Jahr später die Priesterweihe erhielt.


Fürsterzbischof Markus Sittikus von Hohenems holte ihn nach Salzburg, wo er Hofmaler wurde. Ab 1615/16 weilte Mascagni in Salzburg, ab 1616 erscheinen im Geheimen Archiv Salzburg unter der Rubrik `Paumaistery` erste Zahlungen an ihn, die mit einigen Unterbrechungen bis 1629 geleistet wurden. Nachdem er 1622 nach Rom berufen wurde, kehrte er für die Jahre 1628 bis 1630 erneut nach Salzburg zurück. In Salzburg ist nach ihm die Mascagnigasse in der Josefiau im Stadtteil Salzburg Süd benannt.

Bild oben: Erzbischof Markus Sittikus von Hohenems vor einem Gemälde von Schloss Hellbrunn, in der Hand ein Gemälde des Salzburger Doms im Bau. ( Fürsterzbischof Marcus Sitticus war ein Sohn von Jakob Hannibal von Hohenems und Bruder von Kaspar von Hohenems. 1612-19 Fürsterzbischof von Salzburg. Führte die Rekatholisierung in Salzburg mit großer Härte durch, hielt seinen Vorgänger Wolf Dietrich gefangen, begann 1614 den Bau des barocken Doms und ließ 1613-19 Schloss Hellbrunn errichten. Gemälde von Donato Arsenio Mascagni aus dem Jahr 1617.

 [Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒ 

Dienstag, 24. Juli 2018

[ #Vorarlberg ] Vorarlberg auf der Mercator Europakarte

British Library - Online Gallery: Teil von Vorarlberg:
The Tyrol and part of Lombardy, f.28

Die British Library hat in ihrer Reihe "Turning the Page" Mercators Europakarte von 1554 digitalisiert online gestellt. 

Das fast 100seitige Werk zeigt auch eine Karte "Tyrolis" in der Teile Vorarlbergs dargestellt sind: Vom Arlberg übers Klostertal nach Bludenz bis Feldkirch und das Montafon mit dem "Illfluß".
Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!
[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

Montag, 9. Juli 2018

[ #Vorarlberg ] Die Geschichte der Caritas in Vorarlberg


Zuerst sind Vinzenzgemeinschaften und dann Caritasverbände entstanden, und zwar aus doppeltem Grund: 
Einerseits fordern die Nöte und Probleme der Menschen sehr oft eine organisierte Hilfe. Das "Einandervon-Mensch-zu-Mensch-Lieben" reichte  in manchen Fällen nicht aus. Zudem fühlen sich Einzelne oft überfordert, wirksam zu helfen, denken wir nur z. B. an die Suchtproblematik, die Arbeitslosigkeit, die Flüchtlingsströme unserer Zeit. Deshalb sind andererseits auch gesellschaftliche Einflussnahmen und Veränderungen nötig. Soziales Handeln hat eben immer auch eine politische Dimension. 

Vinzenzgemeinschaften. Im Jahr 1833 gründete damalige der Student und spätere Sorbonne-Professor Frédéric Ozanam, der 1997 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen wurde, mit anderen Studenten im Pariser Vorort Bailly die erste Vinzenzgemeinschaft, die er unter das Schutzpatronat des heiligen Vinzenz von Paul stellte. Anlass waren die schlechten sozialen Verhältnisse der Arbeiterschaft im damaligen Paris. Ozanam wies mit Entschiedenheit auf die Verantwortung der Christen für die Armen und Schwachen dieser Welt hin.

Seine Forderung nach Solidarität und das Bestreben, der drückenden Not durch karitative Selbstorganisation aus den Pfarreien heraus zu begegnen, fanden im Paris dieser Zeit großen Widerhall, und schon bald bildeten sich Gruppen von Gleichgesinnten in ganz Frankreich. 1845 entstand die erste Vinzenzkonferenz in Deutschland, 1849 in Österreich. Namensgeber und Vorbild für diese Gruppen ist der heilige Vinzenz von Paul (1581–1660), der als Begründer der neuzeitlichen Caritas gilt.

Vorarlberg. In Vorarlberg setzte die Gründung caritativer Vereinigungen in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts ein. Professor Dr. Michael Haidegger und der Servitenpater Magnus Verzager gründeten am 11. März 1849 in Innsbruck die erste Vinzenzkonferenz Österreichs. In den darauf folgenden Jahren bildeten sich in verschiedenen anderen Städten Tirols und in anderen Teilen Österreichs stets neue Vinzenzkonferenzen. Vorarlberg war dabei allerdings das letzte Kronland.

Reihenfolge der Gründung Vorarlberger Vinzenzkonferenzen:

19.07.1877 hl. Sebastian in Schwarzach
08.12.1881 hl. Nikolaus in Feldkirch
30.01.1885 hl. Nikolaus in Wolfurt
28.03.1885 hl. Gallus in Bregenz
01.10.1885 hl. Mauritius in Nenzing
28.07.1886 hl. Sebastian in Ludesch
27.07.1887 hl. Sulpitius in Frastanz
28.08.1887 hl. Arbogast in Götzis
10.10.1887 U.L.Fr. Maria Heimsuchung in Rankweil
30.10.1887 hl. Laurentius in Bludenz
11.11.1889 hl. Johannes d. Täufer in Höchst
26.11.1889 hl. Petrus u. Paulus in Lustenau
21.07.1890 hl. Sebastian in Hard
01.01.1895 hl. Martin in Dornbirn
01.01.1898 U.L.Fr. Maria Geburt in Tschagguns
12.07.1908 hl. Karl Borromäus in Hohenems
19.03.1909 hl. Josef in Rieden-Vorkloster
26.05.1927 hl. Sebastian in Gisingen

So bestanden bereits am Anfang des 20. Jahrhunderts in Vorarlberg eine große Vielfalt an (katholisch) caritativen Zusammenschlüssen, sodass auch in Vorarlberg der Ruf nach einer Koordination und einem gebündelten Zusammenschluss immer lauter wurde. Dies sollte in der Gründung des Caritasverbandes geschehen: Ein Proponentenkomitee stellte am 22. Juli 1923 bei der Vorarlberger Landesregierung den Antrag um die behördliche Genehmigung der Statuten des Caritasverbandes für Vorarlberg mit dem Sitz in Feldkirch. In der Gründungsversammlung am 14. März 1924 im bischöflichen Palais in Feldkirch, erfolgte die Bestellung von Dr. Josef Gorbach als Caritasdirektor.

 [Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒ 
Lohnt sich ein Download? Ein schneller Blick auf das Inhaltsverzeichnis verrät mehr:

Inhaltsverzeichnis
Vorwort 9
Einführung  11
I. Teil
Caritatives Wirken in Vorarlberg vor der Gründung des Caritasverbandes
1 Die Vinzenzkonferenzen  13
1.1 Antonie-Frederic Ozanam und die Gründung der Vinzenzkonferenzen
1.2 Die Vinzenzvereine in Vorarlberg
1.2.1 Die Entstehung der Vinzenzkonferenzen in Vorarlberg
1.2.2 Die Tätigkeit der Vorarlberger Vinzenzkonferenzen
1.2.3 Konzept der Vinzenzarbeit
2 Der Vorarlberger Kinderrettungsverein (KRV)  19
2.1 Die Entstehung des KRV
2.2 Das Wirken des KRV von 1885-1905
2.3 Das Wirken des Vereines von 1905-1939
2.4 Die Rekonstruktion des KRV und sein weiteres Wirken
2.5 Namensänderungen des KRV
3 Der Jugendfürsorgeverein für Tirol und Vorarlberg25
3.1 Die Tätigkeit des Jugendfürsorgevereins
3.1.1 Während des 1. Weltkrieges
3.1.2 Nach dem 1. Weltkrieg
4 Das Seraphische Liebeswerk 28
5 Das Verhältnis der caritativen Vereine zueinander  29
5.1 Vermeidung der Konkurrenz
5.2 Koordination der Zusammenarbeit
5.3 Vorarlberger Blumentag
II.Teil
Die Geschichte des Vorarlberger Caritasverbandes
1 In Richtung Gründung des Verbandes 33
1.1 Die Caritasbewegung in Deutschland
1.2 Die Caritasbewegung in Österreich
1.3 Die österreichischen Bischöfe zur Sozialen Frage
1.4 Die Gründung des Caritasverbandes für Vorarlberg
2 Das Wirken des Verbandes in den ersten Jahren  39
2.1 Zur Person von Dr. Josef Gorbach
2.2 Das Wirken nach dem Tätigkeitsbericht von 1925
2.2.1 Tätigkeit in fürsorglicher Hinsicht
2.2.2 Tätigkeit in ideeller Hinsicht
2.2.3 Tätigkeit in organisatorischer Hinsicht
2.2.4 Die Finanzlage im Jahr 1925
2.3 Die Caritaszentrale auf ständiger Wanderschaft
3 Geschehen in Verbindung mit der Caritas  44
3.1 Der Caritaspresseapostolatsverein und die
schriftstellerische Tätigkeit Dr. Gorbachs
3.2 Die Katholische Aktion
3.2.1 Das Konzept der KA
3.2.2 Die KA in Vorarlberg
4 Die 30er Jahre  47
4.1 Der Beginn der 30er Jahre
4.1.1 Der Abschied Josef Gorbachs
4.1.2 Caritasdirektor Markus Schelling
4.2 Die Situation zur Zeit des Nationalsozialismus
5 Die Caritas in der Nachkriegszeit  51
5.1 Die Wiedererrichtung und Leitung der Caritas
5.1.1 Die Caritas als bischöfliches Amt
5.1.2 Die Reaktivierung des Caritasverbandes
5.1.3 Caritasdirektor Dekan Oskar Schuchter
5.2 Tätigkeit der Caritas in der Nachkriegszeit
5.2.1 Die Ferienkinderaktion
5.2.2 Verteilung von Lebensmitteln und Sachspenden 4
5
5.2.3 Die Flüchtlingsbetreuung
5.2.4 Die Errichtung der Bahnhofsmission
5.2.5 Der Auf- und Ausbau der Pfarrcaritas
5.2.6 Die Rückstellung des Hauses am Maria Mutterweg
5.2.7Die finanzielle Situation
6 Die Vorarlberger Caritas in den 50er und 60er Jahren  58
6.1 Die Tätigkeitsbereiche
6.1.1 Die Kinderhilfe
6.1.2 Wohnbaudarlehen
6.1.3 Familienhilfe
6.1.4 Der Kauf des Hauses in der Vorstadt
6.1.5 Katastrophenhilfe
6.1.6 Die Trinkerfürsorge
6.1.7 Erholungsaktionen in Ebnit-Hackwald
6.1.8 Freiwillige Krankenhaushelferinnen
6.1.9 Die Beschützenden Werkstätten der Caritas
6.2 Die Caritasdirektoren dieses Zeitabschnittes
6.2.1 Caritasdirektor Dr. Johann Sähly
6.2.2 Caritasdirektor Msgr. Gerhard Podhradsky
6.3 Die Entwicklung der Personalsituation
7 Die Entwicklung von 1970 bis 1994 67
7.1 Die Ausweitung der Tätigkeitsbereiche
7.1.1 Die Altenhilfe und Altenpflege
7.1.2 Ehe-, Familien- und Lebensberatung
7.1.3 Allgemeine Fürsorge - SOS-Rat und Hilfe,
Caritas-Stelle für Beratung und Sachhilfe
7.1.4 Die Familienhilfe
7.1.5 Mütter in Not
7.1.6 Erholungsheim Ebnit-Hackwald
7.1.7 Die Bahnhofsmission - der Bahnhofsozialdienst
7.1.8 Der Sozialmedizinische Dienst und die Stiftung Maria Ebene
7.1.9 Die Behindertenhilfe
7.1.10 Stützlehrerinnen
7.1.11 Die Flüchtlingshilfe
7.1.12 Die Obdachlosenhilfe
7.1.13 H.I.O.B (Hilfe, Information, Orientierung, Beratung)
7.1.14 Wohngemeinschaft für aidskranke Menschen
6
7.1.15 CARLA Textil/Möbel/Handwerk/Leben
7.1.16 Das Pfarrcaritas-Referat
7.1.17 Die Auslandsarbeit
7.2 Änderung des Rechtsstatus der Caritas
7.3 Die neue Form der Leitung
7.3.1 Caritasdirektor Msgr. Gebhard Amann
7.3.2 Caritasdirektor Peter Klinger
7.3.3 Caritasseelsorger Elmar Simma
7.4 Die Struktur der Organisation
7.4.1 Das Organigramm
7.4.2 Der Caritasrat
7.4.3 Das Kuratorium der Caritas
7.5 Das Leitbild
7.6 Die Finanzierung der Tätigkeit
8 Zusammenfassung
zur geschichtlichen Entwicklung der Vorarlberger Caritas  80
8.1 Von der Koordination zur eigenen Tätigkeit
8.2 Von vorwiegend ehrenamtlicher Tätigkeit zu spezialisierter Sozialarbeit
8.3 Von geringen Mitteln zum 70-Millionen-Budget
8.4 Die Öffentlichkeitsarbeit
9 Geschichte der Caritas seit 1994, Exkurs  81
III. Teil
Theologische Reflexion:
Theologie, Theorie und Praxis der Caritas
1 Inwieweit entspricht die spezialisierte Form von Diakonie
der Diözesancaritas dem biblischen Auftrag?  95
1.1 Der Primat der Nächstenliebe im NT
1.2 Caritas in den frühchristlichen Gemeinden
1.3 Impulse aufgrund dieser Gegenüberstellung
2 Wie versteht sich christliche Sozialarbeit?  98
2.1 Die christliche Qualität der Arbeit
2.2 Die Verwirklichung und Vermittlung christlicher Grundwerte
3 Welche Verantwortung hat die Caritas gegenüber ihren Mitarbeitern
und Mitarbeiterinnen, und welche Anforderungen bestehen an die
Angestellten? 101
3.1 Verantwortung und Anspruch
4 Worauf hat die Caritas in ihrer Einbettung in das soziale Netz
und in ihrer Beziehung zu Gesamtstaat und Bundesland zu achten?  102
5 Welchen Stellenwert hat Öffentlichkeitsarbeit für die Caritas?103
6 Wünsche an die Caritas Vorarlberg  104
7 Quellen- und Literaturverzeichnis 105
7.1. Quellen
7.1.1 Statuten, Protokolle, andere Dokumente
7.1.2 Tätigkeitsberichte, Festschriften, Informationsbroschüren
7.1.3 Briefe, persönliche Aufzeichnungen, Rundschreiben, Aufrufe
7.1.4 Interviews
7.2 Zeitschriften und Zeitungen
7.3 Literatur
Fußnoten 110

Freitag, 29. Juni 2018

[ #Vorarlberg ] Vorarlbergisch für den Urlauber



Das Bemühen, sich den Gästen und den zugereisten Hinterdemarlberger heimische Sprache verständlich zu machen, ist löblich.

Auf der Homepage des Gemeindeamtes Dalaas / Wald am Arlberg (am Arlberg ist Gemeinde und Tourismusbüro fast immer dasselbe) findet sich ein knapper Kurs für "Vorarlbergisch für den Urlaub". Das Bemühen, sich den Gästen und den zugereisten Hinterdemarlberger heimische Sprache verständlich zu machen ist löblich.

Gsi-Seite. Doch dürfte dies angesichts der Urlauberkarawanen und der Sprach- und Definitionsmacht der Medien vielleicht zu spät kommen, aber immerhin wird liebevoll das Gsibergerische bewahrt, wie "Mörtel" Lugner seine Mausi auf Vorarlbergisch nennen würde: Statt Mausi hieße das "Müsle", eventuell auch Schätzle oder Wible.

Ostösterreicher - Innerösterreicher - Vorarlberger. Dass es in Vorarlberg auch für tagtägliche Produkte wie Kartoffeln oder Erdäpfel (Grumpara) andere Bezeichnungen gibt als in Hinterdemarlberg ist vielleicht der älteren Generation noch bekannt. Der Vorarlbergische Begriff wird dem innerösterreichischen hier gegenübergestellt.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒

Donnerstag, 28. Juni 2018

[ #Vorarlberg ] Die Deutschfreiheitliche Propaganda vom "Kanton Übrig"

Ausschnitt NZZ vom 14. Mai 1914

NZZ. Über die Abstimmung vom 11. Mai 1919 berichtete die Neue Zürcher Zeitung im Mittagsblatt vom Mittwoch, 14. Mai. Der ausführliche Bericht unter dem schlichten Titel "Vorarlberg" beginnt wie folgt:

"Die Volksabstimmung vom letzten Sonntag hat eine Vierfünftelmehrheit zugunsten des Anschlusses an die Schweiz ergeben. Der Abstimmung gingen ungemein rege Auseinandersetzungen zwischen Freunden und Gegnern in der Öffentlichkeit vor. Wir bedauern lebhaft, hier konstatieren zu müssen, dass die Opponenten sich dabei verschiedentlich im Ton arg vergriffen haben. Die Führung der Opposition hatte das sog ‚Schwabenkapitel’ übernommen, eine Vereinigung mit unverkennbar alldeutschem Einschlag alten Stils, also eine Geistesrichtung, die uns besonders antipatisch ist ..."

"Kanton Übrig". 82 Prozent der Vorarlberger Bevölkerung stimmten im Jahr 1919 für einen Anschluss an die Schweiz. Inhaltlich startet die Ausstellung mit dem Tode Kaiser Franz Josephs sowie dem Untergang der österreichisch-ungarischen Monarchie und endet mit dem Friedenvertrag von Saint-Germain-en-Laye. So wird das zentrale Thema der Schau, die Ereignisse um die Vorarlberger Anschlussbestrebungen an die Schweiz, in einen internationalen historischen Kontext eingebunden. Besuchern aus dem In- und Ausland soll damit die Möglichkeit geboten werden, sich der Thematik aus unterschiedlichen Richtungen zu nähern.

Deutschfreiheitliche Propaganda gegen die Schweiz. "Die Phrase des 'Kanton Übrig' muss als unzutreffend beurteilt werden. Ein Anschluss Vorarlbergs an die Schweiz fand in der Eidgenossenschaft Zuspruch. Was die wenigsten wissen dürften ist, dass die geflügelten Worte auf einem gleichnamigen Flugblatt beruhen, das in ganz Vorarlberg kursierte. Der anonyme Unterzeichner Z. – ein Befürworter des Anschlusses an Deutschland – führte dort aus, in der Schweiz würde das ungeliebte und abgelehnte Vorarlberg höhnisch als 'Kanton Übrig' bezeichnet. Bei einer Landtagssitzung im Juli 1919 wurde bekannt, dass es sich beim Verfasser Z. nicht um Zorro handelte – die Romanfigur wurde, man glaubt es kaum, im selben Jahr erfunden. Vielmehr enttarnte Landeshauptmann Ender den deutschfreiheitlichen Abgeordneten Anton Zumtobel, einen Dornbirner Anwalt, als Urheber (Franz Anton Zumtobel * 4. Juli 1876 in Dornbirn; † 26. September 1947 ebenda, war ein österreichischer Politiker der Großdeutschen Volkspartei und Jurist. Er war von 1919 bis 1932 Abgeordneter zum Vorarlberger Landtag). Zumtobel stand zur Autorschaft und gestand, das Machwerk 'verbrochen' zu haben. 'Ich muß gestehen, daß ich viel geschrieben habe, was sich später leider nicht als wahr erwiesen hat', gab er sich geläutert." (Arnulf Häfele, Die Schweiz als Vorbild ... siehe Link u.)

Die Schweiz als gelobtes Land! Nach dem ersten Weltkrieg galt Österreich vielen als nicht überlebensfähig, sowohl ideologisch als auch wirtschaftlich. Für das an die Schweiz angrenzende Land Vorarlberg galten die ausgeprägten demokratischen Rechte der Eidgenossen im Gegensatz zum feudalabsolutistischen und gegenreformatorischen Habsburgerreich seit jeher als erstrebenswert. Die Vorarlberger wandten sich schon im Appenzeller Krieg (1404-08 ) von der Österreichischen Herrschaft und Habsburg ab. Am 14. Juni 1405 unterlag Herzog Friedrich IV. von Tirol (der mit der leeren Tasche) am Stoos bei Altstätten, worauf sich Feldkirch, Bludenz, Rankweil und Götzis, 1406 auch der Bregenzerwald, dem "Bund ob dem See" anschlossen. Die Burgen Jagdberg, Tosters, Ramschwag, Bürs und Alt-Montfort wurden zerstört, die Appenzeller drangen bis Landeck vor. Sie belagerten Bregenz, konnten es aber nicht einnehmen. Am 13. Januar 1408 erlitten sie jedoch bei Bregenz eine Niederlage gegen ein Heer des schwäbischen Ritterbundes Sankt Jörgenschild und der Bischöfe von Augsburg und Konstanz. 1408 wurde in Konstanz Frieden geschlossen: Der Bund ob dem See musste sich auflösen, den Mitgliedern wurden aber die alten Freiheiten und Privilegien bestätigt. Vorarlberg kehrte unter die habsburgische Herrschaft zurück.

Nach dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie erklärte sich Vorarlberg 1918 auf staatsrechtlich revolutionärem Wege seine Selbständigkeit und schloss sich nur provisorisch 'Deutschösterreich“ an.

Die Landesverfassung von 1919 ist sowohl aus Bestandteilen von eidgenössischen Kantonsverfassungen als auch aus Anleihen der schweizerischen Bundesverfassung zusammengebaut worden. Die absolute Hauptquelle war ganz konkret die Verfassung des benachbarten Kantons St. Gallen, die in vielen Passagen wörtlich übernommen wurde. Auffallend für die verfassungsrechtlichen Verhältnisse waren die Aufnahme von Grundrechten in eine Landesverfassung und das große Engagement für die direkte Demokratie in der Landesverfassung von 1919. Praktische Bedeutung haben beide Punkte allerdings nicht erlangt.

Ferdinand Riedmann. Den Anstoß für eine Anschlussbewegung an die Schweiz gab der Lustenauer Lehrer Ferdinand Riedmann. Er gründete ein Komitee, das für den Anschluss an die Schweiz warb, und stieß damit auf große Zustimmung unter den Vorarlbergern. Der neu konstituierte Vorarlberger Landtag ignorierte die Bestrebungen Riedmanns zunächst, nach einer Unterschriftenaktion war man jedoch gezwungen, sich damit zu befassen. Am 11. Mai 1919 kam es zur Volksbefragung, eine Mehrheit von 82 Prozent stimmte für das Vorhaben. Der Friedensvertrag von St. Germain machte dann aber allen Anschluss-Bestrebungen ein Ende.

Riedmanns politisches Ende kam von „oben“: Im Anschluss an ein vom Landesschulrat durchgeführtes Disziplinarverfahren wurde er nicht nur als Lehrer suspendiert sondern auch zur Niederlegung der politischen Ämter angehalten. Ob diesem Verfahren im Jahre 1924 tatsächlich eine dienstliche Verfehlung vorangegangen war oder ob der Präsident des Landesschulrates, Landeshauptmann Dr. Ender, einen geringen Anlass zur Ausschaltung Riedmanns benutzte, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Der betreffende Akt ist im Landesarchiv nicht mehr vorhanden.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]


[ #Feldkirch ] Paula Ludwig und Bert Brecht

Exil aus Anstand.  

Paula Ludwig (* 5. Januar 1900 in Feldkirch; † 27. Januar 1974 in Darmstadt) war eine Vorarlberger Schriftstellerin und Malerin. Sie lernte Brecht bereits Anfang der 20er Jahre in München kennen. In Berlin begegnete man sich wieder. Paula Ludwig besuchte die Aufführungen der Brecht-Stücke: den "Baal", später die "Dreigroschenoper".

Der Nationalsozialismus machte dem intensiven künstlerischen Leben der Weimarer Republik ein jähes Ende. Brecht ging ins Exil nach Dänemark, später in die UdSSR und die USA. Paula Ludwig fühlte sich unwohl im nationalsozialistischen Deutschland. Obwohl sie weder rassisch noch politisch verfolgt war, lebte sie ab 1933 in Ehrwald in Tirol. 1938 floh sie - wegen ihres Eintretens für deutsche Juden bedroht - über die Schweiz nach Frankreich und 1940 nach Brasilien, wo ihre Schwester lebte. In Rio de Janeiro und Sao Paulo blieb die Regimekritikerin von 1940 bis 1953 im Exil. Heute ürden die östereichischen Asylbehörden Paula Ludwig zurückschicken. Anstand ist ja bekanntlich kein Asylgrund.

Als sie 1953 nach (West-)Deutschland zurückkehrte und bald nach Ehrwald in Tirol auswich, machten Freunde von ihr Bertolt Brecht in (Ost-)Deutschland auf die dramatischen Lebensumstände von Paula Ludwig aufmerksam. Es entwickelte sich ein kurzer Briefwechsel im Jahr 1955. Bertolt Brecht erinnerte sich an Paula Ludwig, versuchte ihr auch unkompliziert und rasch zu helfen. Brecht starb aber schon ein Jahr später, im August 1956.

[Zeitreiseführer-Vorarlberg]⇒