Sonntag, 22. Mai 2022

[ #Bregenzerwald ] Bregenzerach - Lebensader des Bregenzerwaldes


Die Bregenzerach als wichtiger Teil Vorarlbergs, gibt Identität und wirkt als Symbol für wertvollen Lebensraum. 

2005 fielen im Bregenzerwald die höchsten Niederschläge seit Beginn der Aufzeichnungen. Diese führten zu einem Hochwasser, wie es bisher noch nie beobachtet wurde.

Mit einem Einzugsgebiet von 830 km² und einer Länge 68,85 km (Stand 2012 lt. Land Vorarlberg) ist die Bregenzerach der wichtigste Gebirgsfluss im Norden Vorarlbergs. Sie entspringt an der Ostflanke der Mohnenfluh (Mohnensattel) oberhalb von Schröcken im Lechquellengebirge in 2300 Metern Höhe und entwässert mit ihren Zuflüssen den Nordteil des Lechquellengebirges, den Westteil der Allgäuer Alpen sowie große Teile des Bregenzerwaldgebirges in Richtung Nordwesten.
 

Der Fluss bildet zahlreiche Tobel, in einem tiefeingeschnittenen Engtal fließt er vom Hochtannberg an den Vorderwald, bildet im Unterlauf die südliche und westliche Stadtgrenze von Bregenz und mündet unweit des Klosters Mehrerau in den Bodensee.

Lebensader. Auch die Besiedelung des Bregenzerwalds orientiert sich an dem Fließgewässer: Nahezu alle Gemeinden des Bregenzerwalds liegen im Tal der Bregenzer Ach oder im Tal einer ihrer Nebenflüsse. Die Bregenzerwaldstraße folgt ab Egg im weitesten Teil ihres Verlaufs durch den Bregenzerwald dem Flusslauf. Von Bregenz bis Bezau orientierte sich zudem die Trasse der Bregenzerwaldbahn bis zu ihrer Stilllegung an dem Flusslauf. Die Bregenzerach ist damit Lebensader für die gesamte Region. Deshalb sind auch Fragen der Freizeit- und Erholungsnutzung wichtige Anliegen: Fischerei, Nutzung der Energie für Wasserkraftwerke, Badegewässer, Freizeitraum, etc. Nach etwa 68 km Flusslauf mündet die Bregenzer Ach als Gemeindegrenze zwischen der Landeshauptstadt Bregenz und der Marktgemeinde Hard in den Bodensee. Als wichtigste tributäre Zuflüsse sind die Rotach und die Weißach (mit Bolgenach) sowie die Subersach zu erwähnen.

Vorarlberg ist ein wasserreiches Land. Wasser ist auch unser einziger relevanter Bodenschatz. Die zahlreichen Gewässer sind wertvolle Lebensadern der Vorarlberger Landschaft, einzigartige Natur- und Erholungsräume. Der Schutz vor Hochwasser ist eine Grundlage für die Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung. Im August 2005 fielen im Bregenzerwald die höchsten Niederschläge seit Beginn der Aufzeichnungen. Diese führten zu einem Hochwasser, wie es bisher noch nie beobachtet wurde. Nach diesem Ereignis von 2005 wurde ein Bündel von Sofortmaßnahmen für den Schutz der Gemeinden entwickelt und größtenteils bereits umgesetzt.

Als Vorarbeiten wurde im Auftrag der Vorarlberger Landesregierung eine umfangreiche Dokumentation und Bewertung der Ursachen, Schäden und Auswirkungen für das gesamte Landesgebiet erstellt.


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Lohnt sich ein Download? Ein schneller Blick auf den Inhalt sagt mehr:

Land Vorarlberg: „Lebensader Bregenzerach – von Schoppernau nach Egg“

1. Vorwort 4
2. Einbettung des Projektes 5
2.1. Auszüge aus der „Wasserwirtschaftsstrategie des Landes Vorarlberg 2010“ 5
2.2. Leitsätze aus „Vision Rheintal, Fachteam Freiraum und Landschaft, Ergebnisse“ 6
2.3. Auszüge aus „Fließgewässer in Vorarlberg, Gewässerstrukturen  Erfassen – Bewerten – Darstellen“ 7
3. Die Bregenzerach im Wandel 8
3.1. Schoppernau 11
3.2. Au 14
3.3. Schnepfau 18
3.4. Mellau 21
3.5. Reuthe / Bezau 25
3.6. Andelsbuch / Schwarzenberg 29
3.7. Egg 34
4. Zugänglichkeit und Wege 38
4.1. Schoppernau 39
4.2. Au 39
4.3. Schnepfau 40
4.4. Mellau 40
4.5. Reuthe / Bezau 41
4.6. Andelsbuch / Schwarzenberg 41
4.7. Egg 42
5. Naherholungsnutzung der Bregenzerach aus Sicht der Gemeinden 43
5.1. Schoppernau 43
5.2. Au 44
5.3. Schnepfau 44
5.4. Mellau 45
5.5. Reuthe 46
5.6. Bezau 48
5.7. Andelsbuch 48
5.8. Schwarzenberg 49
5.9. Egg 50
6. Naherholungsnutzung der Bregenzerach aus Sicht von lokalen Institutionen / Interessensvertretungen 52
6.1. Gesundheit 52
6.2. Familienverband 54
6.3. Tourismus 55
6.4. Feuerwehr 57
6.5. Stromproduzent VKW 57
6.6. Fischerei 59
6.7. Ökologische Begleitung 60
6.8. Sicherheit 61
7. Zusammenfassung 64
8. Vorschlag einer Vision für die Lebensader Bregenzerach 66
9. Anhang 67
9.1. Kontaktierte Personen und Institutionen 67
9.2. Stellungnahme Hochwasserschutzprojekt Bregenzerach in Au 70

Donnerstag, 19. Mai 2022

[ #Bregenz ] Kaspar Hagen: Dichtungen in alemannischer Mundart aus Vorarlberg online


Drei Bände der "Dichtungen in alemannischer Mundart aus Vorarlberg" aus den 1870er-Jahren stehen als Retrodigitalisat  auf internet.archive kostenlos online.

Einer der wohl bekanntesten Vorarlberger Autoren des 19. Jahrhunderts war der Bregenzer Arzt Caspar Hagen ((*12. Dezember 1820 in Bregenz; †20. März 1885 in Bregenz), der mehr als 550 Mundartgedichte verfasste und der Dialektdichtung im ganzen Land zu einem enormen Aufschwung verhalf.

Caspar Hagen (heute meist Kaspar Hagen) verbrachte seine Jugendzeit in Bregenz, wo er eine erste Schreiberstelle beim Rentamt (eine Art "Finanzamt") hatte. Dort schien ihn aber die Arbeit zu langweilen und er holte mit 22 Jahren eine Gymnasialausbildung nach. Die begann er in Bregenz und setzte sie in Görz fort, schloss sie schließlich in Padua ab. Auch sein Medizinstudium war ein Wanderstudium zwischen den Universitäten München, Wien und Prag. 1856 erlangte er schließlich den Grad eines Doktors der Medizin. In der Folge übete er fünf Jahre seinen Arztberuf in Hard und anschließend in Bregenz aus. In seinem Geburtshaus in der Rathausstraße in Bregenz befindet sich heute die Löwen-Apotheke, ein schönes haus im Jugendstil.


Oh Hoamatle. Von ihm stammt auch der Text der angeblich heimlichen Vorarlberger Landeshymne „Oh Hoamatle, oh Hoamatle, am himmelblaue Bodesee“. Das Lied wurde 1941 von der Bregenzer BDM-Untergauführerin 1941 Anna Burger-Seeber bei einem Nazi-Jugendtreffen auf der Franz-Senn-Hütte in den Stubaier Alpen vertont. Der Bund Deutscher Mädel (BDM) war in nationalsozialistischer Zeit der weibliche Zweig der Hitlerjugend (HJ). Darin waren im Sinne der totalitären Ziele des NS-Regimes die Mädchen im Alter von 10 bis 18 Jahren organisiert. Bei dem Treffen wurden die Hitlerjugendführerinnen zum Singen heimischen Liedgutes angehalten. Dass der Sinn dieser Anordnung weniger Heimatliebe den Propaganda war, ist aus heutiger Sicht vielleicht leichter als damals nachvollziehbar.

Nun Kaspar Hagen kann auch dafür nichts und nazistisch sind weder Text noch Ton. Peinlich ist vielleicht nur, dass ausgerechnet beim offiziellen Festakt aus Anlass des Jubiläumsjahres 2005 (1945-2005), im Gedenken an die Wiedererringung der Freiheit und vor allem der Vorarlberger Unabhängigkeit besonders dieses Lied und die Vertonung aufgeführt und in den Mittelpunkt gestellt werden musste. War das schon unsensibel und geschichtslos genug, dann erst recht die Rede des seinerzeitigen Vorarlberger Landtagspräsidenten (Gebhard Halder,ÖVP, Präsident des Vorarlberger Landtages von 2004 bis 2009), der liebevoll von  der "Nani" (gemeint ist die BDM-Untergauführerin Anna Burger-Seeber) sprach und unmittelbar von ihr zu den KZ-Opfern überleitete, sie quasi in den Rang einer Widerstandskämpferin erhob:
"Als die Bregenzer Innenstadt am 1. Mai 1945 in Flammen stand, verbrannte auch der dichterische Nachlass des Arztes Kaspar Hagen. Doch sein Gedicht „’s Hoamatle“, das Hagen 1857 veröffentlicht hatte, war populärer denn je, seit es Nanni Burger-Seeber 1941 – mitten im Krieg – vertont hatte.
In Konzentrationslagern und in Kerkern, an der Front und in Gefangenschaft, in Ruinen und Kellern, auf der Flucht oder aus der Heimat verschleppt: Millionen Menschen sehnten sich in dieser furchtbaren Zeit nach einer Heimat in Frieden und Freiheit ..."

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[ #Vorarlberg ] Alters- und Sozialstruktur der NSDAP in Tirol und Vorarlberg

Eröffnung der ersten Nachwuchsführerschule der Ostmark im Gebiet Tirol, und zwar in Vorarlberg, im November 1938

Eine zentrale Rolle in der Forschung zur NS-Geschichte nimmt die Frage nach der sozialen und regionalen Zusammensetzung der NSDAP ein. Dies ist insofern von Bedeutung, als es der NSDAP ab 1932 in Österreich gelang, von einer bis dahin eher berufsspezifischen Gruppierung zu einer Massenpartei zu werden.


Das "Ausbürgerungsverzeichnis" von 1939 gilt als wichtige Quelle zur Ermittlung der regionalen und sozialen Herkunft "illegaler Nationalsozialisten" in Österreich zwischen 1933 und 1938. Mit dem Verbot der NSDAP in Österreich (1933) fehlen Mitgliederverzeichnisse, mittels derer die Rekrutierung der Parteigenoss/innen nachvollzogen werden könnte. Eine "Ersatzquelle" dafür könnte das mehr als 10.000 Personen umfassende "Ausbürgerungsverzeichnis" sein, das alle Personen enthält, denen im Sinne des Verbotsgesetzes die Staatsbürgerschaft aberkannt worden ist.

Dr. Wolfgang Meixner. Univ.-Ass. am Institut für Geschichte der Universität Innsbruck, geboren 1961 in Jenbach (Tirol); Studium der Volkskunde/Europäische Ethnologie und Sozialgeschichte an der Universität Innsbruck; Mag. phil. 1989; Dr. phil. ("Aspekte des Sozialprofils österreichischer Unternehmer im 19. Jahrhundert: regionale und soziale Mobilität") 2001; Div. Aufsätze und Beiträge zur NS-Zeit in Österreich. Einschlägig zum geplanten Referat: Zwischen Legalität und Illegalität. Zur Mitgliederentwicklung, Alters- und Sozialstruktur der NSDAP in Tirol und Vorarlberg vor 1938 (gem. mit Thomas Albrich), in: Zeitgeschichte 22 (1995), 149-187.


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[ #Bregenz ] Retrodigitalisat online: Buch aus 1839 zur Bregenzer Ehreguta-Sage


1839 erschien in Wien im Verlag von Kaulfuß' Wittwe  "Ehrgute", das auch in die kaiserlich königliche Hofbibliothek Aufnahme fand. Heute ist es als Digitalisat bei der Österreichischen Natiuonalbibliothek online. 

Die Sage berichtet, dass in einer Rankweiler Taverne die alte Dame Guta die Anführer der Appenzeller deren Plan, Bregenz zu überfallen, unfreiwillig mithörte. Als sich die Anführer  das alte Weiblein entdeckten, wollten sie sie natürlich nicht gehen lassen. Erst nachdem Guta Stein und Bein geschworen hatte, keinem Menschen davon zu erzählen, ließen die aufständischen Appenzeller sie laufen. Noch in der Nacht und bei angeblich fürchterlicher Kälte sei Guta nach Bregenz geritten und habe dort alles dem Ofen im Rathaus erzählt. So brach sie nicht den Schwur und habe so Bregenz vor den Appenzellern gerettet.  Seither hätten die Nachwächter ihren Warnungsrufen vor den Gefahren der Nacht und Feuer "Ehret die Guta" beifügen müssen.

Nun das alles ist Sage  oder zumindest vokstümliche, regionalpatriotische oder herrschaftsnützliche Verklärung. Doch als solche hat sie ein langes Leben und auch mehrfache literarische Verarbeitung erfahren. Die Bludenzer Dichterin Grete Gulbransson-Jehly (1882-1934) schrieb 1927 beispielsweise bei einem längeren Aufenthalt auf Burg Gutenberg in Balzers die Ballade "Ehreguta".

Friedrich Wilhelm Arming. Der Arzt und Schriftsteller Friedrich Wilhelm Arming (*1805, Pseudonym William Fitz-Berth, gestorben zu Brooklyn bei New-York in Amerika 4. März 1864) kam als kaiserlich königlicher.Kreiswundarzt 1832 nach Bregenz und wird dort diese Geschichte erzählt bekommen haben. Dass er an historischen Geschichten interessiert war und daraus historische Romane produzierte, ist ja aus anderen seiner Werke, insbesondere über die oberösterreichischen Bauernaufstände bekannt. So erschien 1839 in Wien im Verlag von Kaulfuß' Wittwe  "Ehrgute", das auch in die kaiserlich königliche Hofbibliothek Aufnahme fand. Arming wanderte 1854 mit seiner ganzen Familie nach Amerika aus, wohl unglücklich über die politischen Zustände in Österreich nach der gescheiterten 1848er-Revolution. Dort war er mit Romanen über die amerikanischen Kolonisten weiterhin erfolgreich.  "Ehregute" ist als Retrodigitalisat aus den Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek ebendort online.

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[ #Bregenzerwald ] Bregenzerwälder Wörterbuch - Joseph Bergmann: Über die Volkssprache im äußern Bregenzerwalde


Joseph Ritter von Bergmann: "Über die Volkssprache im äußern Bregenzerwalde"

Das Buch "ÜSA SCHPROH – ÜSA GSCHPANO" von Sylvester Ratz und Anton Franz, 2001; 188 Seiten (ca. 2800 Worterklärungen; Redewendungen, Sprüche; Kapitel über Brauchtum, Wälder Kost, Tracht, etc) ist zwar fast vergriffen aber auf der Website von "Stemmeisen & Zündschnur" online zugänglich.

Wënn as kîtzbollôt, kunnt Rëagô. Verstanden? Nicht? Also dann auf deutsch: "wenn es körnig schneit, kommt Regen nach". Das Buch ist im November 2001 erschienen. Die Auflage ist zwischenzeitlich beinahe vergriffen. Aber dank der Einladung von Stemmeisen & Zündschnur, das Mundart-Wörterbuch auf ihrer Homepage zu plazieren, hat sich eine Gelegenheit ergeben, den Wälder Mundart-Wortschatz nicht nur zu zu pflegen sondern auch allgmein zugänglich zu machen. Es ergibt sich dadurch auch die Möglichkeit, den Wortschatz zu ergänzen, zu verbessern und auf dem neuesten Stand zu halten.

Joseph Ritter von Bergmann. Volkssprache im äußern Bregenzerwalde. Von dem Hittisauer Joseph Ritter von Bergmann, dem Begründer einer quellenkritischen und methodischen Vorarlberger Landesgeschichtsschreibung haben wir dank Google Books ein historisches Dokument zur Bregenzerwälder Mundart digitalisiert online, nämlich seinen Aufsatz "Über die Volkssprache im äußern Bregenzerwalde, nebst einem alphabetischen Verzeichnisse und beigefügter Erklärung dortiger Idiotismen".


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[ #Sulzberg ] Ein "seltsamer" Außenposten Vorarlbergs: Bröger im Weißachtal

Vorarlberg weist einige ungewöhnliche Grenzen auf. 

So ist das Kleinwalsertal bekanntlich auf dem Straßenweg nur über das Ausland erreichbar. Innerhalb des Landes verwundert zum Beispiel der Grenzverlauf zwischen Frastanz und Nenzing, wo einzelne Weiler in schwer nachvollziehbarer Weise den jeweiligen Gemeinden und damit seit 1903 auch unterschiedlichen Bezirken zugeordnet sind. 

Am auffälligsten wirkt jedoch bei einem Blick auf die Karte Vorarlbergs ein kleiner Landzipfel im Weißachtal, der fast vollständig von deutschem Staatsgebiet umgeben und nur durch einen engen Korridor mit der Gemeinde Sulzberg verbunden ist. Es handelt sich dabei um die aus einigen wenigen Häusern bestehende Parzelle Bröger.

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[ #Hittisau ] Ganz Hittisau erbt von Josef Ritter von Bergmann



Ein ganz besonderer Glücksfall für Hittisau war die Erbschaft von der Familie des Josef Ritter von Bergmann. Dieser hatte zwar fünf Kinder, die alle aber "ledigen Standes" blieben und keine Nachkommen hatten.

Sie vermachten einen Großteil ihres Vermögens der Gemeinde Hittisau für wohltätige Zwecke. Das ganze Erbe wurde aber erst nach dem Tod des letzten aller Geschwister ausbezahlt und dies war Johanna von Bergmann, die 1910 verstarb. Das Erbe kam 1911 in den Besitz der Gemeinde Hittisau. Nun konnte das große und schöne Hotel Dorner als Versorgungshaus bar und ohne jede Belastung der Gemeinde bezahlt werden.

Josef Ritter von Bergmann (*13.11.1796-†29.7.1872). Er gilt als Begründer einer quellenkritischen und methodisch einwandfreien Vorarlberger Landesgeschichtsschreibung, seine zahlreichen Arbeiten bildeten lange Zeit deren Basis.

Feldkirch. Der Geschichts- und Sprachforscher und Numismatiker (geb. 13. Nov. 1796 zu Hittisau in Vorarlberg, † 29. Juli 1872 in Graz, der zweitälteste Sohn in der großen Familie des Stukkateurs Konrad Bergmann aus Hittisau) studierte 1808 bis 1811 am Gymnasium in Feldkirch, 1811–1815 in Kempten.

Erhebung in den Adelsstand. Während der philosophischen und juridisch-politischen Studien an der Wiener Universität (1815–1822) war er auch als Privatlehrer erfolgreich tätig. So schlug er dann nicht die Laufbahn eines Juristen ein, sondern wurde Lehrer. 1826 wirkte er als Gymnasialprofessor in Cilli, von wo ihn jedoch schon 1828 die Berufung als dritter Custos des kaiserl. königl. Münz- und Antiken-Cabinets nach Wien zurückbrachte. Daneben war er 1831–1844 Lehrer der Geschichte und lateinischen Sprache bei den Söhnen des "Siegers von Aspern", Erzherzog Karl. 1834 rückte er zum zweiten, 1840 zum ersten Custos vor und wird 1863 zum Direktor ernannt. Im folgenden Jahr erfolgte durch Kaiser Franz Jofeph I. die Erhebung in den Adelsstand. Bergmann war Mitglied der österreichischen und bayrischen Akademie der Wissenschaften.

Beiträge zu einer kritischen Geschichte Vorarlbergs. Online findet man einen bemerkenswerten Text zur Vorarlberger Geschichte des aus Hittisau stammenden Geschichts- und Sprachforschers Josef Ritter von Bergmann: "Beiträge zu einer kritischen Geschichte Vorarlbergs und der angrenzenden Gebiete, besonders in der ältesten und älteren Zeit."

Das Internet Archive in San Francisco ist ein gemeinnütziges Projekt, das 1996 gegründet wurde. Es hat sich die Langzeitarchivierung digitaler Daten in frei zugänglicher Form zur Aufgabe gemacht. Konkret findet man den Bergmann-Text in den Denkschriften der Österreichische Akademie der Wissenschaften - Philosophisch-Historische Klasse aus dem Jahre 1853, zwischen den Seiten 35 und 219. Den online archiviertem Band gibt es in mehreren Dateiformaten. so auch als PDF. Besonders schön das Angebot als "Flip-Book", das es ermöglicht wie im Original zu blättern. Völlig zum unabdingbaren Must einer virtuellen Vorarlbergensis-Sammlung wird das Angebot - im Gegensatz zum Original - durch die Möglichkeit, in der PDF-Datei die Suchfunktion des Readers vollumfänglich zu nutzen.

Werke u.a.: Das Ambraser Liederbuch vom Jahre 1582, 1845; Publikationen über Vorarlberg, Numismatik, Philologie usw.


Dienstag, 17. Mai 2022

[ #Vorarlberg ] Ludwig von Hörmann: Wanderungen in Vorarlberg, 1895, online


Ein Retrodigitalisat der "Wanderungen in Vorarlberg" aus dem Jahre 1895 steht auf internet.archive online.

Ludwig von Hörmann (*12.10.1837 in Feldkirch; †14.02.1924 in Innsbruck) besuchte das Gymnasium in Feldkirch und dann in Innsbruck und studierte klassische Philologie an der Universität Innsbruck (Dr. phil. 1864). 1863-1864 Supplent am Gymnasium in Innsbruck. Seit 1865 war er mit Angelika (eigentl. Emilie) Geiger verheiratet.

Er trat 1866 in den Bibliotheksdienst ein und wandte sich der damals noch in den Anfängen steckenden Volkskunde zu. 1872 ging er als Bibliotheksbeamter nach Klagenfurt, 1873 nach Graz.  1877 wurde er zunächst Kustos an der Innsbrucker Universitätsbibliothek und war von 1882-1902 deren Direktor. Als Forscher und Schriftsteller gleich bedeutend, warben seine Landschaftsschilderungen für Tirol und Vorarlberg.

Aus dem Inhalt:
  • Im Alemannengau
  • Bregenz
  • Der Bregenzerwald
  • Das Rheintahal
  • Feldkirch
  • Ins Gamperdonathal
  • Im innern Walgau
  • Bludenz
  • Montavon
  • Ins Brandnerthal
  • Im Walserthal
  • Über die Zürscher-Alpe nach Lech und Schröcken
  • Über Sibratsgfäll ins kleine Walserthal

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Donnerstag, 12. Mai 2022

[ #Nenzing ] Frühneuzeitlicher Bergbau im Nenzinger Himmel


Der Raum von Tirol, Südtirol, Salzburg und Vorarlberg zählte einst zu den bedeutendsten Bergbauregionen Europas. Schon während der Bronzezeit und Eisenzeit erreichte der Bergbau in diesen Gebieten einen bemerkenswerten Höhepunkt.

Bartholomäberg. Dieses Gebiet gehört zu den ältesten urkundlich erwähnten Bergbaugebieten im Alpenraum. Die ältesten noch erhaltenen Urkunden stammen aus der Zeit Ludwigs des Frommen aus den Jahren 814 und 820 n. Chr. Neben einer Vielzahl von teils neu entdeckten Dokumenten spielt auch das churrätische Reichsurbar, das bischöfliche Einkünfteverzeichnis aus dem Jahre 842 n. Chr. eine bedeutende Rolle. Darin wird erstmals direkt auf den Eisenerzabbau hingewiesen. Um 1550 nimmt die Bergbautätigkeit im Montafon dramatisch ab. Die Konkurrenz ertragreicherer Bergwerke brachten den heimischen Bergbau kurz nach 1600 weitgehend zum Erliegen.

Sonnenberg. Wie im Montafon kam im Spätmittelalter und in der frühesten Neuzeit auch in der Herrschaft Sonnenberg, die sich vom Arlberg bis vor die Tore Feldkirchs erstreckte, dem Bergbau hohe Bedeutung zu. Streitigkeiten um entsprechende Rechte an der Grenze zu Tirol und im Klostertal trugen nicht zuletzt dazu bei, dass das Territorium 1474 an Österreich fiel. Die Grafen von Sonnenberg gerieten mit Herzog Sigismund dem Münzreichen von Tirol wegen Hoheitsrechten im Bergbau am Arlberg und Christberg in Streit. Im Frühjahr 1473 belagerten Habsburger Söldner das Schloss Sonnenberg, eroberten und verbrannten es. So wurde die Burg zerstört und seither nicht wieder aufgebaut. 1474 verzichteten die Grafen Sonnenberg auf ihr Land zugunsten der Habsburger.

Gamperdonatal. Es gibt eine Reihe von Dokumenten, Quellen und Flurnamen, welche auch auf den Erzabbau im Gebiet rund um Nenzing verweisen. Der „Eisenberg“ von Bürs ist bereits in einer Urkunde aus dem Jahr 1355 bezeugt. Unweit davon wurde auch auf dem heutigen Gemeindegebiet von Nenzing Bergbau betrieben.

Dr. Manfred Tschaikner vom Vorarlberger Landesarchiv hat im Tiroler Landesarchiv besondere Urkunden über den Nenzinger Himmel aufgestöbert. Darin heißt es nämlich, dass im Mittelalter dort Eisenerzabbau getätigt wurde und dass dies im Jahr 1577 wieder aufgenommen werden sollte. Dass im Galinatal früher Eisenerz gewonnen wurde, ist in der Literatur bekannt, für Gamperdond ist dies aber tatsächlich neu. Einen längeren Artikel über diese beiden Nenzinger Bergwerke veröffentlicht Dr. Tschaikner in den Bludenzer Geschichtsblätter (Download siehe unten).

Der „ganng eines eysen ärzts in der Nennzinger albm im Gamperthan“. Bei der von Erzherzog Ferdinand unterschriebenen Urkunde von 1577 verleiht er die Schürfrechte in der Herrschaft Sonnenberg an die beiden Bludenzer Hans Sepp und Lukas Felix und einer Gruppe von Mitinteressierten. Dabei kommt eben auch der „ganng eines eysen ärzts in der Nennzinger albm im  Gamperthan“ zur Sprache, das wieder aufgenommen werden solle. Wann hier Abbau betrieben wurde, lässt sich nicht mehr sagen, gehörte doch das Alpgebiet von Gamperdond ab der Schafbrücke bis 1515 zur Herrschaft Vaduz. Das gewonnene Eisen wurde daher über das Bettlerjoch und Steg/Malbun nach Vaduz gebracht. Wir finden auch keine Hinweise auf Erzabbau hier in den mündlichen Erzählungen der Nenzinger Bevölkerung wie bei den Sagen im Galinatal. Bei dieser Urkunde von 1577 finden wir jedenfalls den Zusatz, dass dort „in anngen jarn her nit gearbait noch vil weniger belehnet worden sei.

Univ.–Doz. Dr. Mag. Manfred Tschaikner.   Manfred Tschaikner wurde 1957 in Bludenz geboren und wuchs in Feldkirch und Dornbirn auf. Er maturierte 1975 am Bundesgymnasium Dornbirn und begann nach dem einjährig-freiwilligen Präsenzdienst 1976 an der Universität Innsbruck Germanistik und Geschichte zu studieren. Nach der Sponsion und Lehramtsprüfung 1982 unterrichtete er in Innsbruck und von 1983 bis 2002 als begeisterter Pädagoge am Bundesgymnasium Bludenz. Er zählte zu jenen Mittelschullehrern, die sich neben dem Lehramt auch um die F

orschung bemühten. Aufgrund einer Dissertation über die Hexenverfolgung in Vorarlberg wurde der Historiker 1992 von der Universität Innsbruck zum Doktor der Philosophie promoviert. Inzwischen hat Tschaikner mehrere Bücher und wohl über 200 wissenschaftliche Beiträge veröffentlicht. 2002 wechselte er ins Vorarlberger Landesarchiv nach Bregenz, wo er sehr engagiert und erfolgreich die Abteilung "Historisches Archiv" leitet. 2008 wurde ihm die Lehrbefugnis für das Fach Österreichische Geschichte an der Universität Wien erteilt. Sein Forschungsschwerpunkt bildet neben der allgemeinen Regionalgeschichte das frühneuzeitliche Hexenwesen Westösterreichs, Liechtensteins und der Ostschweiz, wo er international als Kapazität geachtet wird.


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[ #Vorarlberg ] Vorarlbergs Geologie

Wertvolle Erläuterungen zur Geologischen Karte von Vorarlberg als kostenfreies eBook.

Die Geologie Vorarlbergs ist mehr als nur die Geologie eines Bundeslandes. Geologie hat hier etwas ganz Besonderes, etwas „Verbindendes“, denn in Vorarlberg treffen die Westalpen auf die Ostalpen oder, geologisch gesprochen, sie tauchen hier tektonisch unter die Ostalpen ab. So bilden die Formationen der Molassezone in Vorarlberg steile Berge, während die altersgleichen Ablagerungen im Osten flache Ebenen füllen. Auch die tektonische Einheit des Helvetikums, des einstigen Kontinentalschelfs des „Alten Europa“, ist nirgendwo in Österreich so gut entwickelt und prächtig aufgeschlossen wie in Vorarlberg.

Bindeglied zwischen Ost- und Westalpen. Viele weitere Beispiele zeigen, dass Vorarlberg ein Lehrbuch der Geologie ist, das viele Kapitel enthält, die für das Verständnis des Alpenbogens zwischen Wien und Nizza von grundlegender Bedeutung sind. Vorarlberg ist damit nicht nur Bindeglied zwischen Ost- und Westalpen, sondern auch eine Schlüsselstelle.

Entdeckungsreise. Wer sich auf Spurensuche begibt, wird hier reich belohnt werden. Das Rezept ist einfach: Offenen Auges durch die Natur zu wandern und den Blick den Steinen zuzuwenden. Jeder einzelne hat seine Geschichte, jeder noch so kleine war einmal größer!

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Ein Download lohnt sich. Ein Blick auf das vielversprechende Inhaltsverzeichnis von "Geologie der österreichischen Bundesländer: Vorarlberg":

Einleitung (H.PSCHÖNLAUB & J.GFRIEBE) 3
Wo Afrika auf Europa trifft –
Geologie Vorarlbergs im Überblick (J.GFRIEBE) 19
Deformationsgeschichte (HORTNER) 13
Ein Kontinent zerbricht 13
Deckenstapelung in der Oberkreide 15
• Deckenstapelung
• innerhalb der Nördlichen Kalkalpen 15
• Deformation in der Arosa-Zone 15
Deckenstapelung im Tertiär –
Schließung des Penninischen Ozeans 15
• Deformation in den mittelpenninischen Einheiten 15
• Deformation
• in den nordpenninischen Flyscheinheiten 15
Kollision der Kontinente 16
• Deformation in der Feuerstätter Decke
• und der Liebensteiner Schuppenzone 16
• Deformation in den helvetischen Einheiten 16
• Deformation in den Einheiten des Vorlandbeckens 17
• Rezente Deformation 17
Geologie regional
Landschaftsentwicklung und Quartär (L.W.SDE GRAAFF,
M.G.GDE JONG & A.CSEIJMONSBERGEN)1
Topographische und morphologische Entwicklung 21
• Molassezone
• (Pfänderstock und Vorderer Bregenzerwald) 22
• Helvetikum
• (Mittlerer Bregenzerwald und Rheintal)2
• Flyschzone (N-Walgau – Großwalsertal)2
• Kalkalpen (S-Walgau – Rätikon) 3
• Silvretta-Kristallin (Montafon) 3
Talvergletscherungen in Vorarlberg 5
Vorarlberg im Oberen Würm 8
• Frühglazial, Hochglazial
• Erster Rückzugskomplex (RC I) 8
• Zweiter Rückzugskomplex (RC II) 9
• Übergang
• vom Zweiten zum Dritten Rückzugskomplex9
• Dritter Rückzugskomplex (RC III) 30
• Vierter Rückzugskomplex (RC IV)
• und letzte Abbaustadien 30
• Lokalmoränen 31
• Blockgletscher 32
Postglaziale Vegetations- und Landschaftsgeschichte 32
Molassezone (J.GFRIEBE) 33
Obere Süßwassermolasse 34
Obere Meeresmolasse 35
Untere Süßwassermolasse 36
Untere Meeresmolasse 38
Nördliche Kalkalpen (HFURRER & HORTNER) 41
Untere Gosau-Subgruppe 41
Lechtal-Decke und Allgäu-Decke (Bajuvarikum) 42
Silvretta-Seckau-Deckensystem (R.JBERTLE) 49
Penninikum (R.JBERTLE, J.GFRIEBE) 55
Arosa-Zone (R.JBERTLE) 55
Unterengadiner Fenster (R.JBERTLE) 57
Sulzfluh-Decke (R.JBERTLE) 58
Falknis-Decke (R.JBERTLE) 60
Fenster von Nüziders (J.GFRIEBE) 61
Geologie von Vorarlberg
Vaduzer Flysch mit Gaschlo-Formation (J.GFRIEBE) 61
Vorarlberger Flysch mit Oberstdorfer, Üntschen-
und Sigiswanger Decke (J.GFRIEBE) 62
Helvetikum (J.GFRIEBE) 67
Feuerstätter Decke 67
Ultrahelvetische Decken 69
Helvetische Decken 71
• Andelsbucher Gleitschollenzone 71
• Säntis-Decke 71
Rezente Krustendynamik (W.ALENHARDT) 85
Erdbebengebiete 85
• Das Rheintal 85
• Das Klostertal 85
• Au im Bregenzerwald 86
• Lech – Warth 86
Aktuelle Bebenstationen und Forschung 86
Geologie angewandt
Mineralische Rohstoffe (MHEINRICH & ASCHEDL) 89
Erze 89
• Eisen 89
• Kupfer 90
• Blei-Zink 91
Energierohstoffe 91
• Braunkohle 91
• Torf 91
Industrieminerale 92
• Gips 92
• Phosphorit 92
• Fluorit 92
• Hochreine Karbonatgesteine 92
• Wetzsteine, Reibsand 93
Baurohstoffe 93
• Kiese und Sande 93
• Tone und Lehme 95
• Festgesteine 95
Kohlenwasserstoffe
(ECOLINS DE TARSIENNE & UHERZOG) 97
Kohlenwasserstoffexploration 97
• Aufschlussbohrung Dornbirn 1 97
• Aufschlussbohrung Sulzberg 1 97
• Aufschlussbohrung Au 1 97
• Aufschlussbohrung V-Au 1 97
Kohlenwasserstoffgeologie 98
• Muttergesteine 98
• Speichergesteine 98
• Fallen 98
• Natürliche Kohlenwasserstoffanzeichen98
Wasser (PSTARCK) 99
Porengrundwasser 99
Kluftgrundwasser 99
Karstwasser 100
Massenbewegungen und Georisiken (HBERTLE) 101
Situation in Vorarlberg 101
Typologie der Massenbewegungen101
• Gleitungen 101
• Sackungen 101
• Steinschlag – Felssturz – Bergsturz101
• Muren – Abschwemmungen 102
• Erdfälle – Setzungen 102
Geologie informativ
Geologische Naturdenkmale, Höhlen und Geotope
(J.GFRIEBE) 105
Der gesetzliche Schutz 105
Geotope in Vorarlberg 106
Geologie museal (J.GFRIEBE) 109
Exkursionen 111
Das Rheintal und seine Randbereiche 111
• Fußach – Hard: Rheinvorstreckung (J.GFRIEBE) 111
• Bregenz: Wanderweg Pfänder – Fluh –
• Gebhardsberg (J.GFRIEBE) 112
• Bregenz: Gebhardsberg (J.GFRIEBE) 112
• Bregenz/Langen: Wirtatobel
• Ehemaliger Kohlebergbau (J.GFRIEBE) 113
• Lauterach: Sandplatte (J.GFRIEBE) 113
• Dornbirn: Straßenanriss Bödele (J.GFRIEBE) 114
• Dornbirn: Straßenanriss Kreuzen (J.GFRIEBE) 114
• Wolfurt: Bildsteiner Straße (J.GFRIEBE) 115
• Schwarzach: Alter Steinbruch Schwarzachtobel
• (J.GFRIEBE) 115
• Dornbirn: Talstation Karrenseilbahn (J.GFRIEBE) 115
• Dornbirn: Rappenloch und Alploch (J.GFRIEBE) 116
• Dornbirn: Ebniter Straße und Schaufelschlucht
• (J.GFRIEBE) 117
• Dornbirn: Haslach (J.GFRIEBE) 117
• Dornbirn: Breitenberg – Gelbe Wand
• Felssturz und Grundbruch (HBERTLE) 118
• Götzis: Örfla-Schlucht (J.GFRIEBE) 119
• Kummenberg: Steinbruch Kadel (J.GFRIEBE) 119
• Koblach: Straßenhäuser (J.GFRIEBE) 119
• Rankweil: Gewerbepark (J.GFRIEBE) 120
• Rankweil: Wallfahrtskirche (J.GFRIEBE) 120
• Übersaxen: Straßenanriss (J.GFRIEBE) 121
• Batschuns: Alte Laternserstraße (J.GFRIEBE) 121
• Dornbirn: Feldkirch: Obere Illschlucht – Felsenau
• (J.GFRIEBE) 121
• Feldkirch: Margarethenkapf (J.GFRIEBE) 122
• Felsgleitung Spiegelstein – Schwarzer See
• (HBERTLE) 122
• Moorgebiet Gasserplatz (LDE GRAAFF) 123
Der Bregenzerwald 124
• Riefensberg: Hanggleitung und Grundbruch
• (HBERTLE) 124
• Kraftwerk Langenegg: Ehemaliger Steinbruch
• (J.GFRIEBE) 125
• Hittisau: Speicher Bolgenach (J.GFRIEBE) 126
• Lingenau: Quelltuffhang (J.GFRIEBE) 127
• Egg: Bregenzerach – Kirchfelsen (J.GFRIEBE) 127
• Schwarzenberg: Achbrücke bis Steinrieslerbach
• (J.GFRIEBE) 128
• Mellau: Ehemaliger Steinbruch (J.GFRIEBE) 128
• Au – Schrecken (J.GFRIEBE) 129
• Schoppernau: Armeseelenkapelle (J.GFRIEBE) 129
• Straße Au – Damüls (J.GFRIEBE) 130
• Damüls: Laubenbachtobel (J.GFRIEBE) 130
• Damüls: Talstation Uga-Sessellift (J.GFRIEBE) 130
• Furkajoch (J.GFRIEBE) 131
Walgau 131
• Göfis-Stein: Gletschertopf (J.GFRIEBE) 131
• Frastanz: Untere Saminaschlucht (Kraftwerk)
• (J.GFRIEBE) 132
• Gamperdonatal: Aussichtspunkt Buder-Höhe
• (LDE GRAAFF, HSEIJMONSBERGEN) 132
• Bürs: Bürser Konglomerat
• (LDE GRAAFF, HSEIJMONSBERGEN) 133
• Schesatobel: Murbruch, Gleitung (HBERTLE) 134
• Hangender Stein: Steinbruch – Mineralwasser
• (HBERTLE) 136
Brandnertal 137
• Douglashütte – Saulajoch – Lünerkrinne
• (HORTNER) 137
• Lünersee (R.JBERTLE) 139
Montafon 140
• Bartholomäberg: Kalkalpenbasis (HORTNER) 140
• Bartholomäberg: Silvrettakristallin (R.JBERTLE) 141
• Bartholomäberg: Knappa-Gruaba (R.JBERTLE) 141
• Gargellener Fenster (HBERTLE) 142
• Silvrettastausee: Silvrettakristallin (R.JBERTLE) 143
Klostertal 145
• Bings – StLeonhard (J.GFRIEBE) 145
• Dalaas – Wald/Arlberg
• Eingang Radonatobel (J.GFRIEBE) 145
• Flexenpass – Stuttgarter Hütte – Monzabonjoch
• (HORTNER) 145
Moore (IDRAXLER) 149
Allgemeines 149
Verbreitung der Moore 150
• Flach- und Zwischenmoore
• in der Rheintalebe und im Walgau 150
• Bregenzerwald 151
• Zentralalpen 154
Geographisches Register 155
Geologische Karten 161
Literatur 163


Verortet in Reiter
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[ #Bartholomäberg ] Die Pfarrkirche St. Bartholomäus von Bartholomäberg


Der älteste und zugleich kostbarste Kunstschatz der Kirche ist das romanische Vortragekreuz (~1150).

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Bartholomäus ist eine römisch-katholische Kirche im Montafon. Sie befindet sich inmitten eines alten Bergbaugebietes. Die landesweit einzigartige barocke Pfarrkirche aus 1732 mit einem gotischem Knappenaltar (um 1525), einer bedeutenden Orgel und einem romanischen Vortragekreuz aus dem 12. Jahrhundert steht an einer beherrschenden Stelle in der Siedlung am Berghang (1.087 m). Die Lage macht Bartholomäberg zum der Sonnenbalkon des Montafons. Die kürzeste im Dezember beträgt noch immer über 6 Stunden.


Pfarrkirche Hl. Bartholomäus
"Romanisches Vortragekreuz"
(Quelle: Bundesdenkmalamt)
© bda
Siedlungs- und Kirchengeschichte. Der Grundstein für diese Kirche wurde am 26. Mai 1729 gelegt. Die feierliche Einweihung war am 6. Juni 1743 von Bischof Benedikt von Rost aus Chur. Bartholomäberg war bereits um das Jahr 1100 die erste Pfarre im Montafon. 1383 nennt eine Urkunde die Erhebung und Abtrennung Bartholomäbergs von Bludenz. Bartholomäberg und war bis ins Spätmittelalter der Hauptort des Montafons. In alten Chroniken aber wird immer wieder angeführt, dass der Ort schon um 1100 eine Seelsorge gehabt haben soll. Den ersten schriftlichen Nachweis finden wir allerdings erst 1230 nach Christus im Zinsbuch der Pfarre Bartholomäberg.

Für ein hohes Alter der Seelsorge zeugt auch das romanische Vortragskreuz. Es ist der älteste und kostbarste Kunstschatz der Kirche um die Zeit um 1150. Ein Vortragekreuz ist ein auf einer Stange befestigtes Kreuz, das in der Römisch-Katholischen Kirche beim feierlichen Einzug zur Heiligen Messe, bei Prozessionen, Begräbnisfeiern, der Gräbersegnung oder bei Wallfahrten vorangetragen wird. Das gegenständliche spätromanische Vortragekreuz von Bartholomäberg gehört zu den qualitätvollsten und wertvollsten Kleinodien des Landes Vorarlberg und befindet sich noch in Kirchenbesitz.

Früher galt das Montafon in der Vorarlberger Landesforschung erst seit etwa 1.100 nach Christus besiedelt. Neuere prähistorische Ausgrabungen brachten jedoch gar Fundstücke aus der Bronzezeit, datiert mit 14. und 13. Jh. v. Christus zutage.


Bergbau. Bartholomäberg gehört jedoch zu den ältesten urkundlich erwähnten Bergbaugebieten im Alpenraum. Die ältesten noch erhaltenen Urkunden stammen aus der Zeit Ludwigs des Frommen aus den Jahren 814 und 820 n. Chr. Neben einer Vielzahl von teils neu entdeckten Dokumenten spielt auch das churrätische Reichsurbar, das bischöfliche Einkünfteverzeichnis aus dem Jahre 842 n. Chr. eine bedeutende Rolle. Darin wird erstmals direkt auf den Eisenerzabbau hingewiesen. Um 1550 nimmt die Bergbautätigkeit im Montafon jedoch dramatisch ab. Ertragreichere Bergwerke brachten den heimischen Bergbau kurz nach 1600 weitgehend zum Erliegen.

 
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Dienstag, 10. Mai 2022

[ #Lustenau ] Die Moose der Streuewiesen im Naturschutzgebiet Gsieg – Obere Mähder


Moos ist eine der einfachsten und genügsamsten Pflanzen der Erde und ähnelt den allerersten Gewächsen.

Im Herbst 2000 wurde die Moosflora der Streuewiesen und Riedgräben im Natur schutzgebiet Gsieg – Obere Mähder bei Lustenau (Vorarlberg, Österreich) untersucht und erstmals dokumentiert. Die Arbeit "Die Moose der Streuewiesen im Naturschutzgebiet Gsieg – Obere Mähder (Lustenau, Vorarlberg, Österreich)" von Georg Amann steht als PDF-Download hier zur Verfügung.

Naturschutzgebiet.
Mit der Verordnung über das Naturschutzgebiet Gsieg – Obere Mähder, kundgemacht mit LGBl. 10/1989, hat die Vorarlberger Landesregierung der besonderen Schutzwürdigkeit und Gefährdung dieses einmaligen Gebietes Rechnung getragen und die ungedüngten Streuewiesen im Süden Lustenaus unter den besonderen Schutz des Naturschutzgesetzes gestellt.

Das Gebiet besteht aus zwei durch den Rheintal Binnenkanal getrennten Teilen (Gsieg und Obere Mähder). Das NATURA 2000 Gebiet umfasst einen der größten und botanisch reichhaltigsten Streuwiesenkomplexe im gesamten Rheintal. Streuewiesen sind auf Grund der besonderen Standortsverhältnisse wenig ertragreiches, extensiv genutztes Grünland auf Moorböden, die in der Regel einen hohen Grundwasserstand aufweisen.

Moosflora.
Auf 13 Probeflächen in verschiedenen Streuwiesentypen (Pfeifengraswiesen, Kopfbinsenrasen, Großseggensumpf, Zwischen moor) und auf 3 Probeflächen an Gräben sowie im Zuge weiterer Aufsammlungenkonnten insgesamt 49 Arten gefundenen werden. In einer kommentierten Artenliste werden u.a. Angaben zu ihrer Häufigkeit in den einzelnen Pflanzengesellschaften gemacht.

Weiters wurde der Zustand des Naturschutzgebietes aus der Sicht der Moosflora beurteilt: 8 vorgefundene Arten scheinen in den Roten Listen der Laub- und der Lebermoose Österreichs (GRIMS & KÖCKINGER 1999, SAUKEL & KÖCKINGER 1999) auf und belegen so den hohen Wert des Naturschutzgebietes: Campylopus pyriformis (Erstfund für Vorarlberg!), Campylium elodes und Hypnum pratense gelten in ganz Österreich als «stark gefährdet», Dicranum bonjeanii, Hylocomium brevirostre, Plagiomnium elatum und Sphagnum platyphyllum sind «gefährdet» und Hypnum imponens (Erstfund für Vorarlberg!) ist als seltene Art am Rande ihres Verbreitungsgebietes «potentiell gefährdet».

Rote Listen. Verschollen sind 2 Rote Liste-Arten, Scorpidium turgescens und Scorpidium scorpioides, die noch 1991 von M. Grabher (persönliche Mitteilung) im Naturschutzgebiet festgestellt werden konnten. Als Wermutstropfen wird auch empfunden, dass etliche Arten, besonders diejenigen, die an dauernasse Moorböden oder Schlenken gebunden sind, nur an wenigen oder gar nur an einem Fundpunkt bestätigt werden konnten.


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