[ #Vorarlberg ] Die verfassungsrechtliche Position der Gemeinden in Vorarlberg

Die einzelne Gemeinde hat nach Österreichischen Bundesverfassung und auch nach den Landesverfassungen keinen Bestandschutz. 

Zwar ist die Gemeinde als Institution bundesverfassungsrechtlich vor der Abschaffung – an  die ohnehin niemand denkt – geschützt, der Bestand der einzelnen Gemeinde ist jedoch maßgeblich vom Willen des einfachen Gesetzgebers abhängig.
Zwangsweise Gemeindeauflösungen und Gemeindefusionierungen sind nach dem geltenden Verfassungsrecht ohne weiteres möglich. Die Organisation und die Aufgaben der Gemeinden sind in Österreich bundesverfassungsrechtlich detailliert geregelt. Dies stellt an sich eine bundesstaatliche Anomalie dar, die nur historisch erklärbar ist.
Ein Blick in die Verfassungen unserer bundesstaatlichen Nachbarn zeigt, dass das Gemeinderecht in weitem Umfang dem gliedstaatlichen Gesetzgeber übertragen ist. Daher findet sich in den bundesstaatlichen Verfassungen unserer Nachbarstaaten im Wesentlichen lediglich die kommunale Bestandsgarantie, die Bundesverfassungen enthalten sich jedoch detaillierter Aussagen über Funktion und Organisation der Gemeinden. Aus den Materialien zur B-VG-Novelle 1962 ergibt sich deutlich, dass die österreichischen Gemeinden diesen bundesstaatstypischen Weg nicht gehen wollten.

Der Österreichische Gemeindebund und der Österreichische Städtebund, die die Gemeindeverfassungsnovelle 1962 inhaltlich weitgehend vorbereitet hatten, wollten die Gemeinden in der Bundesverfassung und nicht in den Landesverfassungen verankert wissen, da sie nicht allein den Ländern „ausgeliefert“ sein wollten.


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[ #Andelsbuch ] Die Andelsbucher Denkmäler

Die Liste der denkmalgeschützten Objekte in Andelsbuch 

enthält die dreizehn denkmalgeschützten, unbeweglichen Objekte der Gemeinde Andelsbuch im Bregenzerwald, wobei die Objekte unterschiedlich per Bescheid, oder durch Verordnung nach § 2a des Denkmalschutzgesetzes unter Schutz gestellt wurden.
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[ #Vorarlberg ] Die Flechten Vorarlbergs

Den Flechten Vorarlbergs ist ein eigener Schwerpunktband der Reihe "forschen und entdecken" der inatura gewidmet. Das ganze Landesgebiet wurde kartiert – vom Bodenseeufer bis in die hochalpinen Regionen erstreckt sich das Arbeitsgebiet.

Die Darstellung der Arten erfolgt in Planquadraten, und nur im geistigen Auge gelingt es, den Aufwand zu erahnen, der hinter diesen Befunden steckt. Die meisten Arten sind mit mehreren Fundgebieten belegt, und die Bandbreite der Flechten je Rasterfeld reicht von 50 bis über 500 Arten.

Der "Atlas" (250 Seiten) steht u.a. zum kostenlosen Download online.
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[ #Vorarlberg ] Vorarlberger Backsteinarchitektur

Die Vorarlberger Backsteinarchitektur zum Ende des 19. Jahrhunderts und Beginn des 20. jahrhunderts ist eng mit der Vorarlberger Wirtschaftsgeschichte, insbesondere mit der Vorarlberger Textilindustrie verbunden verbunden. In Vorarlberg gab es aufgrund der Industrialisierung am Ende des 19. Jahrhunderts aber auch noch im 20. Jahrhundert zahlreiche Ziegeleien, wo in Ringöfen die Ziegel gebrannt wurden.

Mit Backsteinarchitketur ist aber nicht die herkömmliche Ziegelbauweise zu verstehen sondern die Verwendung der unverputzten Backsteine als architektonisches Instrument. Besonders ins Auge fallen Industriebauten und Villen. Die Architektur streitet sich dabei mit den gleichzeitig um diese Zeit wirkenden Baustile des Jugendstiles und des süddeutschen Heimat(schutz)stiles. Bei den Industriebauten scheinen auch die Verbindungen und Vorbilder der englischen Textilwirtschaft mitgespielt zu haben.

Bludenz - Klarenbrunn. In Bludenz steht die denkmalgeschützte Spinnerei Klarenbrunn: es handelt sich um einen typischen Industriesichtziegelbau mit nach englischen Vorbildern gestalteter Fassade. Der Werkhallentrakt wurde von John Felber aus Manchester erbaut, ausgeführt wurden die Arbeiten von den Baufirmen Ritter und Ignaz Wolf . Die Gebäude weisen bastionenartige Vorbauten auf, innen wurden Eisenkonstruktion ausgeführt.

Der 110 m lange und 26 m breite langgestreckte Baukörper des zweigeschossigen Fabriksgebäudes der Spinnerei Klarenbrunn in Bludenz stellt mit seinen nach englischen Vorbildern in Sichtziegelmauerwerk gestalteten Fassaden eine besondere und einmalige Form der Vorarlberger Industriebauweise am Übergang vom Geschoßbau zum Flachbau dar.

Zusammen mit den Betriebseinrichtungen von Werkskanal, Wassertube und Dampfkrafthaus sowie der vier Wohneinheiten für Direktor- und Arbeiterwohnhäusern bildet diese Anlage ein in sich geschlossenes Fabriksensemble, das noch weitgehend original erhalten ist. Die Bauherrschaft Fa. Getzner, Mutter und Cie ließ die Fabrik für 22.000 Spindeln in zweijähriger Bauzeit 1884/86 errichten. Originale Maschinen sind nicht mehr vorhanden, die Fabrik ist jedoch nach wie vor in Betrieb und befindet sich im Eigentum der Gesellschaft Linz Textil.

Frastanz – Sudhaus der Brauerei. Um 1900 existierten in vielen Vorarlberger Orten Kleinbrauereien. Aus wirtschaftlichen Gründen schlossen sich Gastwirte aus Vorarlberg und Liechtenstein zu einer Brauereigenossenschaft zusammen. Als Standort der Genossenschaftsbrauerei wählte man wegen der günstigen Verkehrsbedingungen die Nähe des Bahnhofes von Frastanz.

Das auffälligste Gebäude der Brauereianlage von 1902 stellt das Sudhaus dar, das vom Feldkircher Baumeister Christian Zangerle besonders repräsentativ gestaltet worden ist. Bereits seit 1903 steht der alte Trakt des Firmengebäudes unter Denkmalschutz. Die Pläne für das stattliche Gebäude lieferte der Ulmer Ingenieur Hägele.

Der Backsteinbau hat Sprossenfenster mit Rundbogenabschluss. Der im Sudhaus befindliche große kupferne Sudkessel dominiert das Gebäudeinnere. Das Sudhaus der Brauerei Frastanz ist das besterhaltene Beispiel einer Brauerei der Jahrhundertwende in Vorarlberg, welches mit seiner zweifärbigen Sichtziegelfassade einen interessanten Typus eines Industriebaues dieser Zeit darstellt.

Dornbirn Rüschwerke - Kunstraum. 1893 entstand auf dem Firmenareal der “Rüschwerke” die aus Backstein errichtete große Montagehalle. Sie diente „zur Montierung größerer Maschinen“, nachdem die Rüschwerke sich in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts auf den Turbinenbau spezialisiert hatten und die Dimension der Turbinen-Laufräder und Anlagen immer größer wurde.

In der Monarchie war die Maschinenfabrik und Eisengießerei Rüsch bekannt für die Konstruktion und Herstellung von Wasserkraftanlagen, später wurden Werkzeugmaschinen und Gussteile produziert. In der Zeit des nationalsozialismus wurden dort Guß- und Maschinenteile für die deutschen Junkerswerke, MAN und für die Marinewerft in Wilhelmshafen mit Zwangsarbeitern produziert.

Im Sommer 2003 wurde das Areal zur neuen Heimat der Vorarlberger Naturschau "Inatura". In einem Gemeinschaftsprojekt mit der Stadt Dornbirn und dem Land Vorarlberg wurden die historisch wertvollen architektonischen Details gekonnt in das Ausstellungs- und Einrichtungskonzept der Naturschau eingebunden. In der erwähnten Montagehalle befindet sich das Ausstellungsprojekt Kunstraum Dornbirn. Die Qualität der Architektur in ihrem ursprünglichen und rohen Zustand übt einen besonderen Reiz aus.

Herz-Jesu-Kirche Bregenz. Wohl auch zur selben Zeit wie die hier erwähnten Backsteinbauten errichtet, fällt die Architektur der römisch-katholischen Pfarrkirche zum Heiligsten Herzen Jesu aus der Vorarlberger Backsteintypologie. Während die Industriebauten einem funktionalistischen modernen Konzept folgen, ist diese Kirche im neugotischen Stil errichtet. Im 19. Jahrhundert erlebte die Rezeption der Backsteingotik durch die Neugotik nach den 1860er Jahren eine neue Blüte. Wichtiger Architekt dieser Stilrichtung waren eben Karl Friedrich Schinkel. Ein bedeutendes Beispiel neugotischen Bauens im Stil der Backsteingotik ist die von ihm geplante Friedrichswerdersche Kirche in Berlin.

Im Jahre 1902 legte der Stuttgarter Architekt Joseph Cades (1855–1943), der zahlreiche Kirchenbauten im süddeutschen Raum verwirklicht hatte, die Bauplanentwürfe vor. Auf einem kreuzförmigen Grundriss sollte eine dreischiffige Basilika mit zwei 62 m hohen Türmen im neugotischen Stil aus Backstein entstehen, die Doppelturmfassade erinnert an die normannische Baukunst. Kirchenbau und Innenausstattung wurden fast ausschließlich aus Opfern der Bregenzer Bürger finanziert. Das wichtigste Erkennungsmerkmal der Basilika ist der Obergaden, der fast doppelt so hoch wie die Seitenschiffe ist. Von dreiteiligen Fenstern wird durch den Obergaden beiderseits das Mittelschiff belichtet.

Industriellenvillen in Feldkirch und Dornbirn. Am deutlichsten wird die Konkurrenz und Vermengung der eingangs erwähnten Stuilrichtungen bei den villenartigen Backsteinbauten. Besonders deutlich wird dies an den Dornbirner Villen, bei denen der Architekt Josef Anton Albrich eine Rolle spielt. Seine Bauten wechseln und vermengen regelmäßig Elemente des Jungendstiles, des Heimatstiles, der Backsteintechnik, dazu gelegentlich des altdeutschen Stiles oder gar der (Neu-) Renaissance .

Als Backsteinvillen sind besonders die in der Waibelstraße 11 und 12 zu nennen. Erstere unter französischem Einfluss barockisierende Villa wurde 1885 von dem Baumeister Josef Anton Albrich erbaut. Ein zweigeschossiger kubischer Körper wurde mit hellen Backsteineen errichtet. Ein Mansarddach sowie eine seitlichen Terrasse aus Sandstein ergänzen das Erscheinungsbild der Villa. Innen findet man eine atriumartige Gestaltung mit Glasdach. Im Inneren des Gebäudes finden sich Reste von Wandmalerei pompejanischer Art und im ersten Obergeschoss Decken mit Stuckrahmung.

Die Villa (12) ist für einen Sohn des Franz Martin Hämmerle 1873 erbaut und 1893 erweitert worden. Otto Hämmerle studierte in Manchester und Liverpool – daher auch die englische Bauweise in Sichtziegelmauerwerk. Baumeister Josef Anton Albrich und Josef Schöch waren hier planend und ausführend tätig.

An der Hauptdurchzugsstraße in Feldkirch, der Bahnhofstraße, hat sich der Großteil der ehemaligen Fabrikantenvillen erhalten. Besondere Erwähnung verdient die Villa Mutter, eine Backsteinvilla von 1855, die für den Fabrikanten Andreas Mutter erbaut, mit prächtigster Innenausstattung und englischem Landschaftsgarten erbaut wurde.

Backsteingegenwart. Wohl in Anlehnung der Architektur der seinerzeitigen Grund- oder Hauseigentümer hat das Büro Baumschlager & Eberle im Jahre 2004 die Bebauung der ehemaligen Ganahl-Gründe (Villa Menti) an der Reichsstraße mit einem Sichtmauerwerk aus rauem Backstein vorgenommen. Dasselbe Büro hat diese Technik bereits 2003 bei dem Bauprojekt "Der Verwalter" Rosenstrasse, ehemals Hämmerle, in Dornbirn angewandt.

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[ #Vorarlberg ] Joseph Feßler: Der Vorarlberger Bischof von St.Pölten

DDr. Klaus Küng ist "nur" der zweite gebürtige Vorarlberger, der in der Geschichte der Diözese St. Pölten zum Bischof bestellt wurde. Aus Vorarlberg  stammte auch Dr. Josef Feßler, Bischof in St. Pölten von 1865 bis 1872.

Joseph Feßler  (* 2. Dezember 1813 in Lochau,  als  erstes Kind von Gebhard und Genoveva Feßler ; † 25. April 1872 in Sankt Pölten) war römisch-katholischer Theologe und Bischof von Sankt Pölten.war von 1865 bis 1872 Bischof von St. Pölten und zuvor Weihbischof seiner Heimatdiözese Feldkirch.

Geboren in Lochau bei Bregenz, trat er nach dem Schulbesuch in Feldkirch  (1824 bis 1830), Salzburg und Innsbruck 1833 in das Brixener Priesterseminar ein. Nach seiner Priesterweihe 1837 lehrte er als Dozent für Kirchengeschichte und Kirchenrecht in Brixen, studierte aber auch an der Weltpriesterbildungsanstalt Frintaneum in Wien.

Konservativer Politiker. 1848 wurde Feßler als Abgeordneter für den Wahlbezirk Bregenz in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt. Reden hat er dort keine gehalten, angeblich weil sich alle anderen draum gedrängt hatten. Leo Haffner berichtet in seiem Aufsatz "Die Aufklärung und die Konservativen" (Ein Beitrag zur Geschichte der katholisch-konservativen Partei in Vorarlberg - Erschienen in: Nachträge. Zur neueren Vorarlberger Landesgeschichte. Hrsg. Von Meinrad Pichler, Fink's Verlag Bregenz 1983, S. 10-31) :
"Als Beispiel für die Spannungen zwischen führenden Vertretern der Kirche und Vorarlberger Demokraten mag der Hinweis auf eine Episode dienen: Bürger von Feldkirch, der Hochburg der Demokraten, waren über einen der Vorarlberger Delegierten im Frankfurter Parlament, den Theologen und späteren Bischof von St. Polten, Dr. Josef Feßler, "so aufgebracht, dass er auf der Heimreise, schon in Bregenz angelangt, nach Bayern zurückkehren musste, um über Imst ins Oberinntal und nach Innsbruck und Brixen zu gelangen". Er hatte sich, so Paula Geist in ihrer "Geschichte Vorarlbergs im Jahre 1848/49", "verdächtig gemacht durch die Art, in der er für alles stimmte, was reaktionär war und allem opponierte, was nur anscheinend in den Bereich des Fortschritts gehörte. ... Er stimmte gegen die Aufhebung des Adels, weil er nicht einsah, 'warum ein Graf oder ein Baron oder ein Herr von ... seinen Titel verlieren sollte, der niemand schade'. Er stimmte für die Todesstrafe, 'weil Gott nach der Lehre der heiligen Schrift den Obrigkeiten das Recht über Tod und Leben gegeben hat'. ... Er hat gegen die Wahrung des Briefgeheimnisses gestimmt, weil dieses Gesetz für Vorarlberg, wo solche 'Missbräuche' nicht herrschten, gar nicht in Betracht käme..." .
1852 wurde er als Professor für Kirchengeschichte an die Wiener Universität berufen. Er erwarb sich den Ruf eines Sachverständigen für die Unierte Kirche. Als Unierte Kirchen (offiziell Katholische Ostkirchen) werden jene Ostkirchen bezeichnet, die als Teilkirchen der römisch-katholischen Kirche unter dem Papst von Rom mit der Lateinischen Kirche in Glaubens-, Gebets- und Sakramentengemeinschaft stehen.  In der heftigen Diskussion um das Konkordat wandte er sich gegen die liberale Kritik und war auch später an den Verhandlungen um eine Revision des Konkordats beteiligt. Seine Position ist nicht unähnlich der heutigen: Er stand als konservativer Repräsentant des flachen Landes gegen die fortschrittsorientierten ökonomischen, kulturellen und sozialen  urbanen Entwicklungen.

Bischof von St. Pölten. 1862 wurde Joseph Feßler zum Weihbischof und Generalvikar der Diözese Feldkirch ernannt, zwei Jahre später erfolgte seine Ernennung zum Nachfolger des verstorbenen St. Pöltner Bischofs Ignaz Feigerle.  Am 30. April 1865 wurde er in St. Pölten inthronisiert. Während seines siebenjährigen Episkopats galt sein Wirken besonders dem Kampf gegen den Liberalismus und den liberalen Religionsgesetzen von 1868. Er erwarb 1869 für die katholische Kirche den "St. Pöltener Boten" als Sprachrohr gegen den Liberalismus und legte damit den Grundstein für die katholische niederrösterreichische Pressepolitik bis in die heutigen Tage, das Niederösterreichische Pressehaus.  In der Seelsorge in Niederösterreich war er aber so gut wie nicht tätig sondern kümmerte sich um die Belange der österreichischen und der Gesamtkirche.

Vaticanum I
Vatikanisches Konzil. Als ein (gemäßigter) Hauptvertreter des Unfehlbarkeitsdogmas in Österreich war er 1869/70 Generalsekretär des Vatikanischen Konzils. Das Erste Vatikanische Konzil (Vaticanum I vom   8. Dezember 1869 bis 20. Oktober 1870), das von der römisch-katholischen Kirche als das 20. Ökumenische Konzil angesehen wird, erhob die Lehre von der Unfehlbarkeit des Papstes „bei endgültigen Entscheidungen in Glaubens- und Sittenlehren“ definitiv zum Dogma.

Darüber führte er mit dem bedeutendsten  Kirchenrechtslehrer seines Jahrhunderts, Johann Friedrich (Ritter) von Schulte aus Prag,  einen wiederholenden Disput. Er konnte wohl als konservativer Repräsentant der katholischen Kirche die Abspaltung der Altkatholiken nicht wirksam begegnen, namentlich von Johann Friedrich (Ritter) von Schulte und  Johann Joseph Ignaz (Ritter) von Döllinger, obwohl sich gerade letzterer ständig gegen das Schisma wehrte und in der katholischen Kirche bleiben wollte, ja sich fortan um Ökumene bemühte. Diese Niederlage überrascht umso mehr, als es ihm ja umgekehrt gelungen war, Gegner des Dogmas unter den Bischöfen in Deutschland und  Österreich "umzudrehen". Offenbar war er hier weit weniger diplomatisch und unversöhnlicher, ließ eine weniger großzügige Interpretation zu als zu jener Zeit als man noch um die Mehrheit beim Vatikanischen Konzil bangen musste. Durch seinen frühen Tod im Alter von 59 Jahren fand sein kirchliches  und politisches Engagement gegen die Liberalen allerdings ein jähes Ende.

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[ #Hohenems ] Ein Pionier der Pille: Eugen Steinach aus Hohenems

Rund 40 Jahre Wissenschafts- und Medizingeschichte liegen zwischen dem "Steinach-Rummel" der 1920er Jahre und der ersten Markteinführung eines Ovulationshemmers.

Steinachgasse. Nicht nur in medizinischen Kreisen sondern sogar in den literarischen Salons der großen Welt genoss der aus Hohenems in Vorarlberg stammende Eugen Steinach (1861-1944) höchste Anerkennung. Durch seine Forschungen über die Physiologie der Hormon-Drüsen lieferte er wesentliche Grundlagen für die Entwicklung der Antibabypille.
Zwischen 1921 und 1938 wurde er nicht weniger als elfmal für den Nobelpreis vorgeschlagen. Im Jahr 1955 wurde in Wien Donaustadt (22. Bezirk) die Steinachgasse nach ihm benannt.
Der UFA-Palast am Zoo präsentierte 1922 einen ungewöhnlichen Dokumentarfilm. "Steinachs Forschungen" lassen angeblich einen Menschheitstraum in Erfüllung gehen: die ewige Jugend. Altersbekämpfung durch Hormone sorgt bis heute für Schlagzeilen, obwohl sie wissenschaftlich mehr als umstritten ist.

Dieser UFA-Film regte nicht nur das Interesse der Kinobesucher an, sondern auch das des Pharmaunternehmens Schering-Kahlbaum in Berlin. Das Schering-Hauptlabor begann 1923 mit der Hormonforschung. Es kooperierte mit dem Autor des Films dem Hohenemser Eugen Steinach (1861-1944) und dessen Assistenten Walter Hohlweg (1902-1992). 1928 wechselte dieser zur Schering AG und machte dort mit Hans Herloff Inhoffen bedeutende Entdeckungen, die den Weg zur Entwicklung von Ovulationshemmern eröffnete.

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[ #Vorarlberg ] Bauernschlächter in Vorarlberg

Der Bregenzer habsburgische Vogt Märk Sittich I. von Ems bedrängte die aufständischen Bauern hart.  


Ritter Marx Sittich I. von Ems (* 1466; † 1533).  Er besiegte als Feldherr des Schwäbischen Bundes besiegte er die aufrührerischen Bauern am Bodensee und ließ 1525 zur Abschreckung fünfzig ihrer Anführer entlang der Leiblach aufhängen. Dies brachte ihm den Beinamen "der Bauernschlächter" ein. Die Bauern von Lingenau und Riefensberg, die sich der Aufstandsbewegung angeschlossen hatten, wurden von Märk Sittich ihrer Freiheiten beraubt: ihr Gericht wurde dem von Alberschwende beigegeben, sie verloren das Recht der Ammannwahl (Bürgermeisterwahl) und andere althergebrachte Rechte.

Der Bauernschlächter hatte zuvor schon als kaiserlicher Kriegskommissär den slowenischen Bauernaufstand grausam niedergeschlagen. Damals wurden 9000 Bauern getötet und teilweise an den abgeschnittenen Zügeln der Rosse aufgehängt. Der katholische Gegenreformator ließ auch den Bregenzer Geistlichen Jos Wilburger ohne jegliches Verfahren als "Aufwiegler" hinrichten.

Als Vögte der Habsburger und erfolgreiche Landsknechtsführer, aber auch durch raubritterliche Praktiken kamen die Grafen von Ems zu erheblichem Reichtum und Einfluss, der sich mit dem Ausbruch der Reformation noch wesentlich verstärkte, als Märk Sittich I. (1466–1533), nicht zuletzt durch seine eheliche Verbindung mit einer Schwester des mailändischen Condottiere Gian Giacomo Medici († 1555), zu einem eifrigen Verfechter gegenreformatorischer Bestrebungen wurde und entscheidend für die Erhaltung des katholischen Glaubens in Vorarlberg eintrat.

Im Bauernkrieg.  Am 23. Mai 1525 schließen die aufständischen Bauern, denen ein erfahrener Militär fehlt, mit Götz von Berlichingen einen Vertrag. Als dessen Lebenserinnerungen 1731 wieder aufgelegt werden, liest sie der junge Goethe und ist begeistert von der Gestalt eines rohen, wohlmeinenden Selbsthelfers in wilder anarchistischer Zeit.


Im Juni 1524 forderte die Gräfin von Stühlingen die Bauern im Südschwarzwald auf, ihre eigene Erntearbeit zu unterbrechen, um für sie Erdbeeren zu pflücken und Schneckenhäuser zu sammeln, die in ihrem Haus zum Garnaufwickeln gebraucht wurden. Empört legten die Bauern ihre Arbeit nieder und zogen zum Grafen von Stühlingen, Sigmund von Lupfen, um Gerechtigkeit zu fordern. Der Auftrag der Gräfin zeugt metaphernartig von der Rechtlosigkeit und Willkür gegenüber den leibeigenen Bauern. In Stühlingen und auch in anderen Teilen Deutschlands empfanden die Bauern die Dienste und Abgaben, die auf ihnen lasteten, als immer unerträglicher. Verschlimmert wurde ihre Lage dadurch, dass ihnen traditionelle Privilegien und Rechte zunehmend verwehrt wurden, da die Herren, für welche die Bauern Fronarbeit leisten mussten, höhere Einnahmen und mehr politische Macht anstrebten. Unter anderem verweigerten sie ihren Bauern das Recht, auf bestimmten Märkten ihre Erzeugnisse anzubieten und zwangen sie, ihre Waren zu niedrigeren Preisen an ihre Herren zu verkaufen.

Außerdem versagte der Graf von Stühlingen, wie viele andere Herren auch, den Bauern den Zugang zu Weiden und Wäldern, die zuvor Gemeinschaftsland gewesen waren. Für die Mehrheit der Landbevölkerung, die aus Kleinbauern bestand, war die Nutzung dieses Landes lebensnotwendig, denn sie weideten dort ihre Tiere, sammelten Brennholz, schlugen Bauholz, jagten und fischten. Nun verpachteten oder verkauften die Herren diese Ländereien. Die Bäche, die durch die Felder der Bauern flossen, verpachteten sie an wohlhabende Fischer. Die Stühlinger Bauern beklagten, dass jene Pächter ihnen großen Schaden zugefügt hatten, denn sie hatten Dämme und Stauwehre niedergerissen, sodass die Bauern ihre Mühlen nicht mehr bewässern konnten. Als Graf Siegmund die Forderungen der Bauern ablehnte, wurde aus dem Streik eine Revolte. Sie griff auf Oberschwaben, das Bodenseegebiet und den Donaukreis über und breitete sich vom Elsass bis in die Steiermark und nach Tirol aus, griff nach Thüringen, Franken und ins sächsische Erzgebirge über.


Der Anfang vom Ende. Die thüringischen und fränkischen Bauern sind geschlagen, doch im Schwäbischen kämpfen die Bauernheere noch erfolgreich. Im Mai 1525 schließen sie einen Vertrag mit einem der schillerndsten Figuren jener Jahre: Götz von Berlichingen. Die Bauern, denen ein erfahrener Militär fehlt, machen Götz zu ihrem Hauptmann. In der Schlacht bei Königshofen am 2. Juni 1525 werden vom Truchsess von Waldburg die Bauernhaufen vernichtend geschlagen; 7.000 Tote auf Seiten der Bauern werden hier geschätzt. Götz von Berlichingen hatte sich vorher schon abgesetzt. Nach vier Wochen war die Feldherrenkarriere vorbei, Götz zieht sich auf seine Burg zurück und behauptet später, er sei in Wahrheit Gefangener der Bauern gewesen. Er wird 1528 bis 1530 gefangen gehalten. Als Ritter konnte er sich an das Reichskammergericht wenden - was den Bauern wohl versagt war - und wurde freigesprochen.

Die "kriegerische" Phase des Bauernkriegs nahm ihren Ausgang und hatte ihre strategische und politisch-ideologische Basis im Oberschwäbischen. Am 6./7. März 1525 beschloss ein in Memmingen tagendes "Bauernparlament" den Zusammenschluss der drei großen, bewaffneten Bauernbünde (Baltringer, Bodensee- und Allgäuer Haufen) zur "Christlichen Vereinigung". Man wollte Stärke und Einigkeit demonstrieren, um die eigene Position gegenüber den im Schwäbischen Bund zusammengeschlossenen gegnerischen Reichsständen zu verbessern. Hier wurden mit der "Bundesordnung" als einer Art Verfassungsentwurf und vor allem den "Zwölf Artikeln" als Verhandlungsgrundlage die beiden wichtigsten Dokumente des bäuerlichen Protests verabschiedet.


Die zwölf Artikel. Ende Februar 1525 erarbeitet der Memminger Kürschnergeselle Sebastian Lotzer zusammen mit dem evangelischen Praedikanten Christoph Schappeler (1472-1551) die 12 Artikel, die fast zu einem Grundgesetz der Bauern in ihrem Kampf wurden. Die Unruhen breiteten sich von der Schweiz bis nach Franken und Thüringen aus.

Inhalt der zwölf Artikel:
  • Freie Wahl und Absetzung des Pfarrers durch die Gemeinde. Aufgabe des Pfarrers: Predigt des Evangeliums und des wahren Glaubens ohne allen menschlichen Zusatz.
  • Der Zehnt soll zur Besoldung der Pfarrer, der Überschuss für Arme oder Kriegssteuern dienen.
  • - teilweise Freiheit von der Obrigkeit (Aufhebung der Leibeigenschaft), da die Schrift lehrt, dass der Mensch frei sein soll.
  • Freie Jagd auch für den armen Mann
  • Forderung, die Dienste der Bauern nicht noch weiter zu vermehren, sondern sie wie die Eltern, allein nach dem Wort Gottes dienen zu lassen.
  • Artikel 12: Die Forderungen, die dem Worte Gottes zuwiderlaufen, sollen gestrichen werden, wenn es auf Grund der Hl. Schrift erklärt werden kann. Falls die Hl. Schrift noch mehr Artikel nahelegt, wird man sie hinzufügen.
Die Zielsetzung der zwölf Artikel ist sichtlich im Zusammenhang mit der Reformation zu sehen: Nur die Forderungen, die direkt im Evangelium begründet sind, werden apodiktisch gestellt. Die übrigen Artikel nehmen Rücksicht allemal noch Rücksicht auf bestehende Rechte. Ziel ist es, biblisch zu argumentieren und so die Artikel auf ein biblisches Fundament zu stellen.

Wesentlich war, dass sich das "Göttliche Recht" als religiös-politisches Prinzip endgültig durchsetzte und statt Wiederherstellung des "Alten Rechts" nun eine im Kern revolutionäre Umgestaltung der Herrschafts- und Gesellschaftsordnung angestrebt wurde sowie die frühere Vielzahl der Forderungskataloge auf wenige prägnante, allgemein anerkannte "Artikel" reduziert wurden, was erst einen Flächenbrand ermöglichte. Die Haltung des nur taktisch auf Verhandlungen eingehenden Schwäbischen Bundes radikalisierte die Bauern. Ende März gingen die ersten Burgen, Schlösser und Klöster in Flammen auf - die gegnerischen Söldnertruppen schlugen los. Die eigentlichen Kriegshandlungen der nächsten Monate zeigten rasch, dass die "Bauernhaufen" den Söldnertruppen insgesamt physisch und psychisch, in Ausbildung, Bewaffnung und Motivation stark unterlegen waren.

In Oberschwaben kapitulierten die Aufständischen ohne eigentliche "Entscheidungsschlacht" schon zu Ostern 1525 (Weingarter Vertrag). Zugleich dehnte sich der Aufstand aus, weitere "Bauernheere" bildeten sich, die Brutalisierung nahm auf beiden Seiten zu: Nach Erfolgen der Bauern etwa in Hohenlohe und im Odenwald - hier ergaben sich nach der Einnahme von Weinsberg durch den von Ritter Götz von Berlichingen angeführten "Neckartal-Odenwälder Haufen" Mitte April zahlreiche Burgen, Schlösser und Städte - wendete sich das Blatt. Propagandistisch durch Martin Luthers Schrift "Wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern" unterstützt, die den Aufständischen die religiös entwickelte Legitimation absprach, wurden die Bauernheere im Mai (Schlachten bei Zabern, Böblingen und Frankenhausen) und Juni (Schlacht bei Königshofen usw.) vernichtend geschlagen. Im Juli 1525 war der Aufstand in den Hauptgebieten im Wesentlichen niedergeworfen. In den Alpenländern, vor allem in Tirol, Salzburg und Graubünden, rebellierten die "Bauern" und Bürger - hier wesentlich durch Bergarbeiter ergänzt - mit zeitlicher Verzögerung. In Salzburg wurde ein letzter Aufstand erst im Juli 1526 gewaltsam

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[ #Bludenz ] Zur Rezeptionsgeschichte des Einhorns

Das Einhorn verkörpert die Keuschheit, die Unberührtheit, die Jungfräulichkeit. Es ist ein Fabelwesen mit geradem Horn in der Stirnmitte, im Mittelalter besonders durch den Physiologus bekannt; in frühchristlicher Zeit als Sinnbild gewaltiger Kraft auf Christus bezogen. Die Stadt Bludenz führt das Einhorn im Stadtwappen.

PhysiologusBis in die Renaissance haben alle zoologischen Werke eines gemein: Sie enthalten Beschreibungen von Tieren, die wir heute als Fabelwesen bezeichnen. Diese Tatsache wirft etliche Fragen auf. Wie gelangten Wesen aus dem Reich der Phantasie in wissenschaftliche Werke? Standen womöglich reale Tiere am Ausgangspunkt? Wie wandelte sich die Beschreibung eines Fabeltiers im Lauf der Geschichte? Welche kulturelle Bedeutung kam den Kreaturen in der Gesellschaft zu?

Diesen Fragen geht der Autor am Beispiel des Einhorns nach. Die Analyse erfolgt einerseits mittels eines philologischen Vergleichs der nah verwandten, doch grundverschiedenen lateinischen Monoceros-Beschreibungen in der antiken historia naturalis des Plinius maior und dem mittelalterlichen Aberdeen Bestiary, andererseits durch eine inhaltliche Auswertung der Beschreibungen, wobei als weitere Quellen der frühchristliche Physiologus und die neuzeitliche historia animalium des Conrad Gesner herangezogen werden.

Bludenz.
In einem silbernen Schilde erscheint ein schwarzes, steigendes, gegen rechts gewendetes Einhorn. Auf dem Hauptrand des Schildes ruht eine silberne Mauerkrone mit fünf sichtbaren Zinnen. Die Vorarlberger Landesregierung erteilte mit Beschluß vom 8.2.1929 der Stadt Bludenz die Berechtigung, ihr althergebrachtes, in Farben ausgeführtes Stadtwappen weiterhin führen zu können. Ein um 1260 für Bludenz geschlagenes Brakteat (einseitig auf dünnes Metallblech geschlagene Münze oder Medaille) zeigt als Münzbild das Einhorn und dürfte anläßlich der Stadterhebung geprägt worden sein. Das älteste vorhandene Siegel der Stadt Bludenz stammt aus dem Jahre 1329 und führt im Spitzschild ein aufgerichtetes, gegen rechts gewendetes Einhorn.
Pascal Gratz. De monocerote: Zur Rezeptionsgeschichte des Einhorns. Die Arbeit stammt aus dem 39. NationalenWettbewerb Schweizer Jugend forscht 2005 und wurde mit dem Prädikat "sehr gut" beurteilt. Die Ausführungen von Pascal Gratz über Fabelwesen in lateinischen Texten wurden zudem als eine der fünf besten Arbeiten im Kanton Zürich ausgezeichnet. Ein eindrücklicher Beleg dafür, dass Jugend auch anders ist als gegenwärtig oft dargestellt.

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[ #Feldkirch ] Hinrichtungsstätte und Naturschutzgebiet: Gasserplatz in Göfis

Im Rahmen der Bauarbeiten des Ambergtunnels wurde im Gemeindegebiet von Göfis ein Gletschertopf entdeckt.

Das Moorgebiet Gasserplatz befindet sich im Konfluenzbereich des eiszeitlichen Rhein- und Illgietschers und ist von ehemaligen Eisrandlagen der Schlussvereisung (Feldkircher Stadium) umgeben. An dieser Stelle entstand beim lokalen Abschmelzen des Illgletschers bereits im Ältesten Dryas ein kleiner See, der bis zum Beginn des Holozäns existierte und sich mit einer ungestörten Ablagerung von Seekreide (Kalkgyttja) füllte.
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[ #Göfis ] Die Hinrichtung des Josef Gasser in Göfis (1864)

Am 9. September 1864, morgens um 9 Uhr, fand die letzte öffentliche Vollstreckung eines ordentlichen Todesurteils in Vorarlberg statt. 

Gasser-Platz. Der Ort war der nach dem Delinquenten Josef Gasser aus Lauterach, damals 36 Jahre alt,  seither so genannte Gasser-Platz (im Steinwald in Göfis). Der Platz ist heute ein Naturschutzgebiet. Nicht wegen des Josef Gasser, sondern weil es ein Feuchtgebiet ist, das von Wissenschaftlern als Flach- und Zwischenmoor ausgewiesen wird. Es bietet seltenen Moorpflanzen Lebensraum.

Die "Archivale des Monats" des Vorarlberger Landesarchivs für den September 2014 stellt das Protokoll der Hinrichtung online und vermerkt: 
Als zwei Gendarmen am 17. Jänner 1864 in Lauterach den gewalttätigen Josef Gasser entwaffnen wollten, erschoss er einen, den anderen verletzte er schwer. Dann tötete er einen Verwandten, der ihn besänftigen wollte. Gasser verbarrikadierte sich in seinem Haus. Bei Schusswechseln kam ein weiterer Mann ums Leben.
Vor dem Kreisgericht Feldkirch wurde Gasser der Prozess gemacht. Mit der „Feldkircher Zeitung“ berichtete ein modernes Medium aus dem Gerichtssaal. Mord war nach dem Strafgesetz 1852 mit dem Tod zu bestrafen, die Strafe durch den Strang zu vollziehen. Das Urteil wurde bestätigt, ein Gnadengesuch an den Kaiser abgewiesen.
Hinrichtung. Gasser wurde am 9. September zum Richtplatz im Steinwald in Göfis gefahren. Die Hinrichtung war nach der Strafprozessordnung von 1853 öffentlich und das Publikum hatte so großes "Interesse", dass man der damaligen Feldkircher Rösslewirtin den Ausspruch „A so a Henggate ischt mir lieber als zehn Primiza“ nachsagt.

Das zeigt, dass auch in dem damals erzkatholischen Vorarlberg auch noch ganz ohne Einfluss einer Yellow-Presse die Moral eine andere war als sie sonst an Kirchtagen fromm gezeigt wurde. Aber auch die Predigt des Geistlichen nach der Hinrichtung war alles andere denn eine feine und anständige: Er beschuldigte die Eltern des längst erwachsenen und für sich selber verantwortlichen Josef Gasser, dass sie ihn religionslos und religionswidrig erzogen hätten.

Reform. Der exzessartige Publikumsauflauf bei den Wiener Hinrichtungen hat 1873 zu einer Reform der Strafprozessordnung geführt. Danach hatten Hinrichtungen innerhalb der Gefängnismauer stattzufinden. Die letzte Hinrichtung fand in Vorarlberg am 15. September 1947 um 5:30 früh statt. Hingerichtet wurde der "Doppelmörder von Altach" Egon Ender.

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[ #Lochau ] Lieb ist Laydes Anfangkh über kurz oder lankh

Der Salzburger Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau war kein Schürzenjäger sondern treu sorgender "Ehegatte". 

Wolf Dietrich von Raitenau (* 26. März 1559 in Schloss Hofen in Lochau am Bodensee; † 16. Jänner 1617 auf der Festung Hohensalzburg) glaubte von dem Tag an, als er noch als junger Domherr der schönen Salzburger Bürgerstochter Salome Alt begegnete, bis zu seinem Tod, dass die Erlaubnis für Priesterehen nur noch eine Frage von Tagen sein konnte.
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