[ #Vorarlberg ] Kleine Schriften des Landesarchivs: Archivale des Monats: 2009 - 2014 online

Ein "Geheimtipp" für Vorarlbergensien-Sammler

Die monatlichen Kleinausstellungen von Archivalien hat das Vorarlberger Landesarchiv  auch für das Jahr 2013 wieder im Rahmen der  Publikationsreihe "Kleine Schriften" dokumentiert. Ein netter "Sammelband" den kein Vorarlbergensien-Sammler missen will und als PDF-Ausdruck auch eine Bereicherung der eigenen Bibliothek, unabhängig vom Internet. Je zwölf ausgewählte und ausgestellte Vorarlberger Archivale der Jahre 2009, 2010, 2011, 2012, 2013 und 2014 gesammelt und kommentiert.
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[ #Bodensee ] Der Hl. Georg am Bodensee: Kandinski, Hermann der Lahme, Franz Reiter, Martin Ritter von Feuerstein


Hl. Georg am Bodensee: Blaue Reiter und blauer Ritter

Blauer Georg am Bodensee. Der heilige Georg (* im 3. Jahrhundert; † 23. April um 303) war ein Märtyrer, der zu Beginn der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian (284–305) gestorben sein soll. In den Ostkirchen wird er als Großmärtyrer und Erzmärtyrer verehrt. Auch in den russischen Ikonen wird er immer wieder als legendärer Drachentöter, Befreier und Märtyrer abgebildet. Er ist zudem einer der verehrtesten Heiligen im Christentum, ein archetypischer Ausdruck eines "programmatischen Weltverbesserungsgedankens"

Der "Blaue Reiter", das Titelbild des Almanachs von 1911 war ein in Holz geschnittener Reiter, eine Reminiszenz an die Tradition vor allem der russischen Ikonenmalerei. Kandinsky liebte das Motiv des heiligen Drachentöters zu Pferd. Er gilt als Märtyrer, der oft mit Pferd und Fahne als Drachenbekämpfer dargestellt ist. Der Drache steht symbolisch für den "Teufel und alle dämonischen Kräfte". Somit versinnbildlicht der Drachenbekämpfer einerseits Ritterlichkeit und andererseits den Kämpfer gegen Heidentum und Aberglaube. Zur Farbe Blau, die das Bild dominiert, schrieb Kandinsky:

„Je tiefer das Blau wird, desto tiefer ruft es den Menschen in das Unendliche, weckt in ihm die Sehnsucht nach Reinem und schließlich Übersinnlichem. Es ist die Farbe des Himmels."

Hermann der Lahme. Das Georgslied wiederum ist eine althochdeutsche Dichtung, entstanden gegen Ende des 9. Jahrhunderts. Die Entstehung des Georgsliedes auf der Reichenau am Bodensee scheint wahrscheinlich. Durch den Mainzer Erzbischof und Reichenauer Abt Hatto III. (891–913) gelangten Georgsreliquien zur Georgskirche in Reichenau. Auch der sprachliche Befund des Georgsliedes verweist unter anderem auf die Reichenau. Um die Mitte des 11. Jahrhunderts verfasste Hermann von Reichenau († 1054) - berühmt als Hermann der Lahme, der Universalgelehrte seiner Zeit, eine „Geschichte des heiligen Georgs“, eine lateinische Dichtung, die aber leider verloren gegangen ist.

Kandinsky am Bodensee. Er hält sich von August bis November 1914 in unmittelbarer Vorarlberger Nachbarschaft auf. Wegen des Ausbruches des I. Weltkrieges flüchtete er mit seiner Lebensgefährtin Gabriele Münter nach Goldach am Bodensee. Er wohnte dort in der Villenanlage Mariahalde von Jeannette (von) Lingg und arbeitete bereits an seinem 1926 erscheinenden Werk "Punkt und Linie zu Fläche". Paul Klee besuchte die beiden dort, wie Kandinsky noch am 8. November 1914 an Franz Marc schreibt.

Franz X. Reiter aus Höchst. Franz X. Reiter (* 14. Dezember 1875 in Gmunden; † 9. Februar 1918 Freistadt) lebte etwa ab dem dritten Lebensjahr in Höchst. Er besuchte zu seiner künstlerischen Ausbildung die Glasmalereischule und die Staatsgewerbeschule in Innsbruck. Von 1897 bis 1905 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in München, u.a. auch bei dem Professors für Religiöse Malerei Martin Ritter von Feuerstein (* 6. Januar 1856 in Barr, Elsass; † 13. Februar 1931 in München).

Martin Ritter von Feuerstein - Riezlern. Feuersteins Vorfahren, ebenfalls Künstler, stammten aus dem Kleinwalsertal. Von ihm und seinen Schülern der Meisterklasse der Akademie der Bildenden Künste München wurde in den Jahren 1903 und 1904 die Ausmalungen der römisch-katholische Pfarrkirche Maria Opferung in Riezlern im Kleinwalsertal vorgenommen. Er gilt auch als ein später Repräsentant der Nazarener.

Der blaue Ritter von Franz Reiter. Reiter inszenierte just 1911 - also zeitparallel zu Kandinsky sein Deckengemälde für die neue Milberthofener St. Georgskirche in München. Das königliche Staatsministerium für Kirchen- und Schulangelegenheiten 1911 einen Wettbewerb unter „den in Bayern lebenden Künstlern aus“. Daraus ging unter 47 Mitbewerbern mit dem Entwurf „Sturm“, des in Vorarlberg lebenden und in München wirkenden Malers Franz Reiter als Sieger hervor. Der erste Preis war ihm zuerkannt worden, weil „die wohlbefriedigende Komposition im vollen Einklang mit der Architektur steht“.

Das längsovale geschwungene Deckenbild, das in der Länge ungefähr 12,40 Meter, in der Breite 7,50 Meter maß, enthielt ebenfalls den Kirchenheiligen. Seine realistische Version des Drachenkampfes inszenierte Reiter an der östlichen Schmalseite des Bildfeldes. Sie war das erste Bild, das an der Decke beim Eintritt in die Kirche sichtbar wurde. Georg sprengt in einer blauen Rüstung auf einem Schimmel herbei und tötet den Drachen, der sich unter ihm windet, mit einem Lanzenstich. Reiter setzte Wolken, Dunst und das Licht des Himmels als pittoreske Elemente ein. Nach FranzReiters eigenem Bekunden waren es vor allem eine romantische Begeisterung für atmosphärische Ausnahmezustände über dem Bodensee, die den Maler Franz Reiter zu diesem Wolkenmotiv inspirierten. Der Titel seiner Einreichung annte sich aus diesem Grunde "Sturm".

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[ #Vorarlberg ] Vorarlberger Sternsinger - arme Studenten

Die Vorgänger der Sternsinger waren arme Schüler, die sich mit dem Weihnachtssingen ein bitter nötiges Zubrot ersangen.

Die Tradition Weihnachtslieder zu singen lässt sich jedoch Jahrhunderte weiter zurückverfolgen und war vorerst auf den Kirchenraum beschränkt. Mit dem Aufkommen des "Neujahrssingens" oder "Sternsingens" kam dieses Repertoire an die Öffentlichkeit, auf Plätze und in Bürgerhäuser. Dies offenbart Annemarie Bösch Niederer vom Vorarlberger Landesarchiv in der "Archivalie des Monats Dezember 2010".


Ein Aufsatz von  Annemarie Bösch-Niederer („In dulci jubilo, nun singet und seid froh“. Zur ältesten Aufzeichnung von Weihnachtsliedern in Vorarlberg., in: Maultrommel Heft 56, 2000, S. 3-7) steht zur Vertiefung als Download zur Verfügung.

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[ #Dornbirn ] Ein "Moorsoldat" aus Vorarlberg: August Weiß (1921-2008)

Der Dornbirner Kriegsdienstverweigerer August Weiß kam in das KZ Esterwegen im Börgermoor.

August Weiß (1921-2008) wurde als Sohn des Kaminkehrers Karl Weiß und der Maria Weiß (geb. Feuerstein) in Dornbirn geboren. Er hatte vier Geschwister, und das Elternhaus war sehr katholisch. Die ökonomische Situation im Elternhaus ermöglichte dem hochbegabten Kind keinen weiterführenden Schulbesuch, so dass er nach der sechsjährigen Volksschulzeit ab 1936 bei der Textilfirma F.M. Hämmerle arbeiten musste.

Im Oktober 1939 wurde der junge Textilarbeiter August Weiß von der Firma F.M. Hämmerle entlassen und wenig später auf die Vermunt-Baustelle der Illwerke im Montafon dienstverpflichtet. Der 1,65 Meter große, schmächtige August musste dort Schwerarbeit leisten, und die menschenverachtende Behandlung der Zwangsarbeiter bestärkte ihn in seiner Ablehnung der deutschnationalen Ideologie und des Nazi-Regimes.


Ab Oktober 1940 musste er als "Dienstverpflichteter" seinen Reichsarbeitsdienst im Allgäu mit "unbestimmter Dienstzeit" ableisten. Im Februar 1941 wurde er zu den Gebirgsjägern in Salzburg eingezogen. Doch er blieb nicht lange in der Kaserne. Nach kurzer Zeit verließ der Pazifist die Truppe und begab sich nach Kärnten, mit der Absicht, nach Jugoslawien zu flüchten. An der Grenze wurde er gewarnt, dass die deutschen Truppen bald Jugoslawien überfallen würden. Deshalb fuhr er unter großen Schwierigkeiten im Zug zurück nach Vorarlberg. Seine Mutter riet ihm, sich zu stellen, doch August lehnte dies kategorisch ab, er wollte in die Schweiz. Seine Flucht endete bereits in Frastanz. In Zivil und ohne Papiere wurde er von einer Patrouille am 7. Februar verhaftet und in Salzburg inhaftiert. Für August Weiß war klar, dass er mit einem Todesurteil rechnen musste.

Am 27. März 1941 wurde August Weiß wegen Fahnenflucht vom "Feldgericht der Division 188" zu sechs Jahren Zuchthaus und "Verlust der Wehrwürdigkeit" verurteilt. Die Strafe wurde – wie im Gesetz vorgesehen – für die Dauer des Krieges ausgesetzt,] und August Weiß kam nach etlichen Aufenthalten in Polizeigefängnissen ins Soldaten-KZ Aschendorfer Moor bei Esterwegen, nahe der holländischen Grenze.

In diesem gefürchteten Emslandlager wurden 1200 bis 1500 Militärsträflinge gefangen gehalten. August Weiß musste die furchtbaren Lagerbedingungen am eigenen Leib erleiden: Schläge, Mißhandlungen, Erniedrigungen, hunger, und Schwerarbeit: „Pro Tag musste ich 13 Kubik Moor umarbeiten. Es war eine barbarische Arbeit", die er nur überlebt habe, „weil es unter den Häftlingen Solidarität gab."

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[ #Feldkirch ] Ein Feldkircher als Farmer in Deutsch-Südwestafrika getötet

Die Archivale des Monats Dezember 2014 des Vorarlberger Landesarchivs bringt eine besondere Migrationsgeschichte eines Vorarlbergers an den Tag.

Eduard Zimmermann, ledig, aus Feldkirch bewirtschaftete eine Farm in Ozombanda, welche sich rund 30 km westlich der Siedlung Okahandja befand. Auf dieser weitläufigen Farm wurde der 50-jährige Vorarlberger offenbar in den ersten Tagen des Aufstandes – wahrscheinlich am 13. Jänner 1904 – getötet. Während österreichisch - ungarische Staatsbürger in Deutsch-Südwestafrika vorwiegend als Arbeiter und Handwerker - offenbar für den Eisenbahnbau - angeheuert wurden, war Eduard Zimmermann ein Farmer.

Herero-Aufstand. Im Januar 1904 erhob sich in der Kolonie Deutsch - Südwestafrika, der heutigen Republik Namibia, das Volk der Herero. Die Herero sind halbnomadische Rinderzüchter, die nördlich von Windhoek bis zum Ovamboland ihre Weidegebiete hatten. Der fortschreitende Verlust ihres Landes an europäische Farmer und ihre Entrechtung hatten die Herero zum Aufstand getrieben. In den ersten Tagen töteten sie auf Geheiß ihres Oberhäuptlings Samuel Maharero etwa 150 deutsche Siedler – bis auf wenige Ausnahmen Männer. Der Schlag kam völlig unerwartet. Der kaiserlichen Schutztruppe unter Gouverneur Leutwein gelang es nicht, die Herero niederzukämpfen, vielmehr musste sie mehrere Niederlagen einstecken. Danach "wehrte" sich das Deutsche Kaiserreich mit einem rassistisch und räuberischen Völkermord an den Hereros.

Migrationsgeschichten. Die österreichischen Immigranten in Deutsch-Südwestafrika waren unter den Weißen (dominierend waren Deutsche und „Buren“) eine kleine, um die Jahrhundertwende aber wachsende Gruppe; ihr relativer Anteil im Jahr 1902 betrug 2,74 Prozent. Ob dieser Anteil in den folgenden Jahren nun infolge von Rückwanderungen in die Heimat oder durch Übernahme der deutschen Staatsbürgerschaft sank, ist unbekannt. Deutlich ist der Zusammenhang mit der Errichtung der sog. Staatsbahn Swakopmund – Windhoek (fertiggestellt 1902) zu Tage. In ihrer überwiegenden Anzahl waren die Männer aus Österreich-Ungarn als „Handwerker und Arbeiter“ bei diesem Bahnprojekt beschäftigt.

Eduard Zimmermann. Ein einziger österreichischer Einwanderer wird in den Kolonialstatistiken als „Ansiedler, Farmer“ bezeichnet. Möglicherweise handelt es sich dabei um den erwähnten Eduard Zimmermann aus Feldkirch. Eduard Zimmermann war nicht zufällig ledig, fast alle Siedler waren das. Erst 1903 wird eine Österreicherin als Frau erwähnt. Die Siedlerlebten also offenbar "weniger rassenbewusst" als die Kolonialpolitik es vorgab in Verhältnissen mit einheimischen Frauen.

Eduard Zimmermanns Tod machte in der Österreich die Eröffnung eines Verlassenschaftsaktes notwendig. In diesem Akt lässt sich anhand der darin dokumentierten Benachrichtigungen der Verlauf dieser Verlassenschaft nachvollziehen. Insgesamt dauerte der Abschluss des gesamten Verfahrens über fünf Jahre. Der vollständige Akt kann im Vorarlberger Landesarchiv eingesehen werden.

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[ #Göfis ] Die Hinrichtung des Josef Gasser in Göfis (1864)

Am 9. September 1864, morgens um 9 Uhr, fand die letzte öffentliche Vollstreckung eines ordentlichen Todesurteils in Vorarlberg statt. 

Gasser-Platz. Der Ort war der nach dem Delinquenten Josef Gasser aus Lauterach, damals 36 Jahre alt,  seither so genannte Gasser-Platz (im Steinwald in Göfis). Der Platz ist heute ein Naturschutzgebiet. Nicht wegen des Josef Gasser, sondern weil es ein Feuchtgebiet ist, das von Wissenschaftlern als Flach- und Zwischenmoor ausgewiesen wird. Es bietet seltenen Moorpflanzen Lebensraum.

Die "Archivale des Monats" des Vorarlberger Landesarchivs für den September 2014 stellt das Protokoll der Hinrichtung online und vermerkt: 
Als zwei Gendarmen am 17. Jänner 1864 in Lauterach den gewalttätigen Josef Gasser entwaffnen wollten, erschoss er einen, den anderen verletzte er schwer. Dann tötete er einen Verwandten, der ihn besänftigen wollte. Gasser verbarrikadierte sich in seinem Haus. Bei Schusswechseln kam ein weiterer Mann ums Leben.
Vor dem Kreisgericht Feldkirch wurde Gasser der Prozess gemacht. Mit der „Feldkircher Zeitung“ berichtete ein modernes Medium aus dem Gerichtssaal. Mord war nach dem Strafgesetz 1852 mit dem Tod zu bestrafen, die Strafe durch den Strang zu vollziehen. Das Urteil wurde bestätigt, ein Gnadengesuch an den Kaiser abgewiesen.

Hinrichtung. Gasser wurde am 9. September zum Richtplatz im Steinwald in Göfis gefahren. Die Hinrichtung war nach der Strafprozessordnung von 1853 öffentlich und das Publikum hatte so großes "Interesse", dass man der damaligen Feldkircher Rösslewirtin den Ausspruch „A so a Henggate ischt mir lieber als zehn Primiza“ nachsagt.

Das zeigt, dass auch in dem damals erzkatholischen Vorarlberg auch noch ganz ohne Einfluss einer Yellow-Presse die Moral eine andere war als sie sonst an Kirchtagen fromm gezeigt wurde. Aber auch die Predigt des Geistlichen nach der Hinrichtung war alles andere denn eine feine und anständige: Er beschuldigte die Eltern des längst erwachsenen und für sich selber verantwortlichen Josef Gasser, dass sie ihn religionslos und religionswidrig erzogen hätten.

Reform. Der exzessartige Publikumsauflauf bei den Wiener Hinrichtungen hat 1873 zu einer Reform der Strafprozessordnung geführt. Danach hatten Hinrichtungen innerhalb der Gefängnismauer stattzufinden. Die letzte Hinrichtung fand in Vorarlberg am 15. September 1947 um 5:30 früh statt. Hingerichtet wurde der "Doppelmörder von Altach" Egon Ender.

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[ #Bregenz ] In monasterio Prigantino: Ältestes Vorarlberger St. Nikolaus-Patrozinium in Bregenz (1172)

1172 wurde eine St.-Nikolaus-Kapelle in Bregenz Mehrerau zugespochen. Dieser Schiedsspruch ist das älteste schriftliche Zeugnis für die Verehrung des hl. Nikolaus in Vorarlberg.

In monasterio Prigantino. Im Dezember 2012 wird eine Urkunde eines Schiedsspruches vorgestellt: Unter Vorsitz des Bischofs Otto von Konstanz wird in Gegenwart vieler Laien und Kleriker wird 1172 "in monasterio Prigantino" also im Kloster in Bregenz dem Kloster Bregenz durch Richterspruch die Nikolauskapelle an der Nordseite der Mutterpfarre Bregenz zugesprochen, welche der "Leutepriester" Eberhard für sich beanspruchte. Vier Mitglieder des Konstanzer Domkapitels waren ebenfalls anwesend, sogar der Stellvertreter (Vicedominus). Die Rechtssprechung scheint offenbar als eine Gemeinschaftsaufgabe des Domkapitels im Sinne einer Chorgerichtsbarkeit wahrgenommen worden sein.

Neben der ersten Erwähnung eines Nikolaus-Patroziniums in Vorarlberg wäre eben wohl auch der damit dokumentierte frühe Interessenskonflikt zwischen mächtigem Kloster und einfachem Leutepriester, bzw. Kloster und Stadtkirche interessant.

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  • Naturfreunde Vorarlberg] Das älteste Vorarlberger St. Nikolaus-Patrozinium in Bregenz
  • [Google Search] In monasterio Prigantino: Ältestes Vorarlberger St. Nikolaus-Patrozinium in Bregenz (1172) [
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  • 6.12.14 [Letzte Aktualisierung - online seit 10.12.12
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  • [ #Dornbirn ] Leo Haffner: Martin Thurnher – ein Leben für den Konservativismus


    Martin Thurnher wurde am 7. September 1844 als Kind einer Arbeiterfamilie bäuerlicher Herkunft in einem Haus an der Schmelzhütterstraße in Dornbirn geboren. 

    Er starb am 2. Jänner 1922 in seiner Heimatstadt. 37 Jahre lang gehörte er dem Vorarlberger Landtag an, 27 Jahre dem Reichsrat und 27 Jahre der Dornbirner Gemeindevertretung. Als langjähriges Mitglied des Landtages, des Landesausschusses und als Stellvertreter des Landeshauptmannes zählte er zu den einflußreichsten Landespolitikern in den letzten Jahrzehnten der Monarchie.

    Anhand der unveröffentlichen Aufzeichnungen von M. Turnher, die hier auszugsweise abgedruckt werden, schildert der Aufsatz die Entwicklung der kirchlich-konservativen Partei in Vorarlberg zwischen 1868 und 1890. 

    Turnher (1844-1922) war Mitbegründer der Partei und vertrat sie über lange Jahre im Landtag und Reichsrat. Behandelt werden die Parteigründung und -organisation, die Grundlinien ihrer Ideologie, ihre Schul- und Kirchenpolitik sowie die Auseinandersetzungen mit den liberalen Konkurrenten und unter den Parteimitgliedern. Nach Ansicht des Verfassers lassen sich von den politischen und gesellschaftlichen Zielen der Vorarlberger Konservativen, deren Wirken sich für das Land eher negativ auswirkte, klare Verbindungslinien zur späteren Stände-Staat-Ideologie und dem 1934 in Österreich etablierten autoritären System ziehen.

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    [ #Vorarlberg ] Mag. Gebhard Greber: Die Südtiroler Umsiedler in Vorarlberg

    Südtirolersiedlung in Bludenz
    Die Integration der Südtiroler "Umsiedler" in Vorarlberg in Wirtschaft und Gesellschaft wird in einem Beitrag für die Zeitschrift Montfort von Mag.Gebhard Greber hervorragend ausgeleuchtet und ist als Digitalisat bei "austrian literature online" (alo) online lesbar und auch als PDF herunterladbar (Gebhard Greber: Die Südtiroler Umsiedler in Vorarlberg, in: Montfort 31 (1979), S. 259-294.).

    Am 23. Juni 1939 einigten sich das nationalsozialistische Deutsche Reich, unter der Führung von Heinrich Himmler, und die faschistische italienische Regierung in Berlin grundsätzlich über eine Umsiedlung der Südtiroler. Die Südtiroler mussten sich bis zum 31. Dezember1939 für die deutsche oder die italienische Staatsbürgerschaft entscheiden.

    In der Option entschieden sich rund 80 Prozent, also 213.000 Südtiroler für die Umsiedlung ins Deutsche Reich. Von diesen verließen etwa 75.000 tatsächlich das Land, die Hälfte davon 1940.  Von da an verzögerte sich die Auswanderung immer mehr. Gründedafür waren: das Fehlen eines geschlossenen Siedlungsgebietes für die Auswanderer, mangelhafte Unterkünfte und Arbeitsmöglichkeiten, die den Gewohnheiten der Südtiroler widersprachen. Zusätzlich wurde die Umsiedlung noch durch Teile der deutschen Umsiedlungsbehörde in Bozen verzögert. Mussolini und die italienische Regionalverwaltung selbst wollten angeblich nur eine Umkehrung der Mehrheitsverhältnisse in Südtirol, aber keine vollständige Umsiedlung. Sie fürchteten ökonomische Nachteile.


    Die Südtiroler Umsiedler in Vorarlberg . Nach Vorarlberg kamen bis Ende 1943 (danach war der Optantenstrom schon durch die Kriegsereignisse versiegt) 10.641 Südtiroler nach Vorarlberg, die sich zu je einem Drittel auf Männer, Frauen und Kinder verteilen. Für die Südtiroler Aussiedler wurden von der Vorarlberger Siedlungsgesellschaft und der Tiroler Siedlungsgesellschaft Alpenländische Heimstätte von 1939 bis 1945 475 Miethäuser mit insgesamt 2333 Wohnungen errichtet, wovon der Großteil in Bregenz errichtet wurde.


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    [ #Vorarlberg ] Evangelisch in Vorarlberg - evangelisch in Dornbirn

    Wer sich heute über Minarette oder islamischen Friedhof erregt, der steht immer und brav in der Tradition der strukturell gewalttätigen Vorarlberger Gegenreformation.

    Mit denselben engstirnigen und freiheitsfeindlichen Maßnahmen mit denen man heute etwa in der Vorarlberger Bauordnung den Muslimen zu begegnen sucht, begegnete man schon den Evangelischen.

    Must. Eine solche Pflichtquelle und einem "virtuellen Vorarlberger Heimatbuch" einzuverleibende Arbeit ist der Vortrag auf Einladung der Evangelischen Pfarrgemeinde Dornbirn anlässlich der Sonderausstellung‚ 100 Jahre evangelisch in Dornbirn— im Stadtmuseum Dornbirn, gehalten am 23. November 2007 in Dornbirn (Gemeindesaal der Ev. Pfarrgemeinde) von Dr. Alois Niederstätter.


    Ansässigmachung. Dort lese man auch einmal über den menschenverachtenden Dornbirner Friedhofsstreit nach. Oder über den Antrag des Dornbirner Arztes und Abgeordneten Dr. Josef Anton Ölz, Protestanten "die Ansäßigmachung" in Vorarlberg zu untersagen. Und doch bleiben auch da die Überraschungen nicht aus: Der Aktion von Dr. Ölz war kein Erfolg beschieden, ja das Vorgehen von Dr. Ölz wurde als gesetzwidrig erklärt, der Arzt in erster Instanz wegen Verhetzung verurteilt (später allerdings in höchster Instanz freigesprochen). Ob man da 1861 nicht schon weiter war als man etwa heute ist.

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    [ #Dornbirn ] Dornbirner Statt-Geschichten

    [Free eBook] Dieser Band ist als Beitrag zu einer kritischen Stadt- und Regionalgeschichte zu verstehen.

    Am Beispiel der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung Dornbirns in den letzten hundert Jahren werden von den Autoren Tendenzen deutlich gemacht, die auch für die Landesgeschichte Vorarlbergs Gültigkeit besitzen.

    Die Vorarlberger Malingesellschaft hat das (vergriffene) Werk zur Dornbirner Stadtgeschichte als PDF online gestellt. Es kann kostenfrei heruntergeladen werden und ist als PDF besonders wertvoll, weil das Suchen mit dem Acrobat Reader nochmals so einfach ist, wie es mit dem Personen- und Ortsverzeichnis der Printausgabe schon möglich gewesen wäre.

    Malin-Gesellschaft. Die Johann-August-Malin-Gesellschaft widmet sich der Erforschung der Vorarlberger Zeitgeschichte, und hier besonders ihren lange vernachlässigten Themen wie Antisemitismus, Austrofaschismus und Nationalsozialismus. Sie bringt sich auch in öffentliche Debatten zu diesen Fragen ein. Diese Publikation und ihre freundliche kostenfreie Online-Stellung ist ein Teil dieser auch sonst beachtenswerten Tätigkeit.

    Verlagsinformation. Werner Bundschuh / Harald Walser: Dornbirner Statt-Geschichten
    Studien zur Geschichte und Gesellschaft Vorarlbergs, Band 1. 1987, 254 Seiten (vergriffen)

    Inhalt
    • Vorwort
    • Wilhelm Stärk - Wesen und Arten des Dornbirners - Eine Anthologie der schönsten Lesefrüchte
    • Werner Bundschuh - Kreist das Blut der Ahnen - Zum Bild der Dornbirner Unternehmer im Werk von Hans Nägele
    • Leo Haffner - "Der Liberalismus bringt keinen Segen" - Martin Thurnher - ein Leben für den Konservativismus
    • Reinhard Mittersteiner: Die Genossen Handwerker - Zur Geschichte der Dornbirner Sozialdemokratie in der Monarchie
    • Werner Dreier: "Hier gab es keinen Unterschied" - Arbeiterschaft und Arbeiterbewegung Dornbirns in der Ersten Republik
    • Gernot Egger - Ach, der Stiefel glich dem Stiefel immer... - Verfolgung oppositioneller Arbeiter im Austrofaschismus und im Nationalsozialismus
    • Harald Walser - Der Tod eines Staatsdieners Hugo Lunardon und der Nationalsozialismus in Dornbirn
    • Autorenverzeichnis
    • Namensregister
    • Ortsverzeichnis
    • Bildquellennachweis
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     19., 20. Jhdt