[ #Vorarlberg ] Geografie online entdecken: Vorarlberg Atlas 4.0

[eAtlas] Der Vorarlberg Atlas 4.0 ist ein Angebot auf den Web-Seiten des Landes Vorarlberg. 

Er ermöglicht die Anzeige von Informationen in Kartenform. Das Angebot wird ständig erweitert und die Informationen werden regelmäßig aktualisiert. Ziel des Vorarlberg Atlas 4.0 ist es, einen leichteren Zugang zu Informationen und Kartenmaterial aus dem Vorarlberger Geographischen Informationssystems (kurz VoGIS) zu ermöglichen. Die Version 4.0 des Atlas weist auch neue benutzerfreundliche Eigenschaften auf.
Mehr erfahren. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link und zusätzliche Infos!
[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

[ #Bregenz ] Hitlers unentbehrlicher Vorarlberger Helfer: Dr. Emil Gansser aus Bregenz


Wer weiß, denn schon, dass es ein "Vorarlberger" (Bild) war, welcher die Kontakte Hitlers zur Geldwirtschaft und Industrie hergestellt hatte?
Was nicht in euren Lesebüchern steht.Geschichten, welche im Geschichtsbuch fehlen,Sind immer die, um die sich alles dreht.(Erich Kästner)
Der Bregenzer Dr. Emil Gansser (auch Ganßer; * 7. Oktober 1874 in Bregenz; † 9. Januar 1941 in Berlin) war einer der ältesten und aktivsten Helfer Adolf Hitlers. Er gilt als der erfolgreichste Geldbeschaffer der NSDAP. Er ist in Bregenz geboren, übersiedelte aber mit seinen Eltern nach Stuttgart. 1924 fand er, nachdem er den deutschen Reichspräsidenten Friedrich Ebert des Landesverrates bezichtigt hatte, Zuflucht bei der NS-Fabrikantenfamilie Faigle in Hard.

Siemens. Emil Gansser war schon sehr früh für Hitler in der Schweiz um dort Geldspenden für ihn auzutreiben. Er ist leitender Angestellter (Sprengstoffchemiker) beim Siemenskonzern in Stuttgart. Als aktivster und erfolgreichster Geldsammler im In- und Ausland für die junge und noch fast unbekannte NSDAP nützt er die weitverzweigten Auslandsbeziehungen von Siemens: Insbesondere in der Schweiz rekrutiert der umtriebige Gansser Millionenbeträge für die Faschistenpartei. Durch polizeiliche Ermittlungen ist beispielsweise zweifelsfrei im Jahre 1923 belegt, dass Gansser einmal 33.000 Schweizer Franken in die NSDAP-Kasse heimbrachte.

Belegt sind auch als von ihm "aufgerissene" Spender-Namen wie Borsig, Siemens, und der Malzkaffeefabrikant Richard Franck. Daneben arrangiert er im Frühjahr 1922 des "Proleten" Hitlers Auftritte im Berliner "Nationalklub" vor versammelter großindustrieller und bürgerlicher Prominenz. Gansser in einem Schreiben an einen weiteren Siemens-Nazi: "Wie kann die Masse des deutschen Volkes von der Roten Internationale auf den Boden des deutschen Volkstums zurückgeführt werden, oder wie schaffen wir einen deutschen Willensblock?"

Hitler durch Bregenz. Im August 1923 reiste Adolf Hitler höchst persönlich mit einem Visum ("zu Studienzwecken) in die Schweiz, um Geld zu sammeln. Er kam Sonntag, 26. August, mit einem Bodenseeschiff nach Romanshorn und fuhr von dort weiter mit dem Auto bis nach Zürich, wo er eine Reihe von Schweizer Unternehmern traf. Am darauffolgenden Dienstag besuchte Hitler noch den Schweizer General Wille auf dessen Landgut Mariafeld in Meilen. Nach einer Autofahrt den See entlang, durch St. Gallen und Bregenz hindurch kam Hitler dann am Abend wieder in Lindau an. Zwischen April und Dezember 1923 hielt sich Gansser mindestens sechs Mal zum Geld sammeln in der Schweiz auf. Der Schweizer Franken war in der Inflationszeit bei den Nazis natürlich sehr begehrt. Hitler Fahrer sagte nach dem Münchner Hitler-Putsch auch aus, dass er mehrmals in Schweizer Franken bezahlt wurde.

Gansser war jedenfalls bereits am 1. November 1922 bei einer Stippvisite Hitlers in die Schweiz dabei. Gemeinsam mit dem späteren Führer-Stellvertreter Rudolf Heß trägt er sich dort in das Gästebuch des Seidenfabikanten Schwarzenbach-Wille auf dem Landsitz Bocken in Horgen (bei Zürich) ein. Auch der "NS-Dichter" und Chefredakteur des Völkischen Beobachters Dietrich Eckart war dabei. Ganssers Bruder Hans hatte dessen erste NS-Hymne "Sturm" vertont und Eckarts Gedicht „Deutschland erwache“ vertont. Das Sturm-Lie wurde beim ersten NSDAP-Parteitag 1923 uraufgeführt. Es wurde aber wegen der "schlechten Singabrkeit" bald ausgetauscht.

Gansser war auch Mitglied der unter der Bezeichnung „Sternecker-Gruppe“ bekannten eingeschworenen Gemeinschaft alter NS-Kämpfer, die rund 300 Mitglieder umfasste. Zu diesem Freundeskreis hatten sich 1933 unter Leitung von Rudolf Schüssler die frühesten Anhänger Hitlers zusammengeschlossen, die sich Anfang der 1920er Jahre im Sterneckerbräu in München zusammengefunden hatten und Hitler anfangs ständig begleiteten. Um in den exklusiven Kreis aufgenommen zu werden, mussten die potentiellen Mitglieder mittels eines Fragebogens umfassend über ihr politisches Engagement für die Bewegung Auskunft geben und Zeugen für ihre Angaben benennen.

Antidemokrat. Im Juni 1922 rief der Emil Gansser dem deutschen Staatsoberhaupt Ebert auf dem Münchner Bahnhofsvorplatz "Landesverräter" zu. Ein solches Schlagwort kursierte schon seit einiger Zeit in der Presse. Der Vorwurf des Landesverrats stammte aus der Zeit, in der die Sozialdemokraten zu Reichsfeinden abgestempelt, ausgegrenzt und bekämpft worden waren. Konkret richtete sich der Vorwurf auf Friedrich Eberts Eintritt in die Streikleitung bei den Ausständen im Januar 1918. Ebert trat in einem vor dem Amtsgericht in München anhängigen Verfahren als Nebenkläger auf. Als das Gericht in München den Reichspräsidenten provokativ als Zeugen für den 7. Februar 1924 vorlud, beschloss Ebert auf das Anraten seines Rechtsanwaltes, den Strafantrag gegen Emil Gansser zurückzuziehen. Das brachte die antirepublikanische Hetzlawine erst richtig ins Rollen, denn der Rückzieher Eberts wurde kurzerhand in ein Eingeständnis der Schuld umgedeutet. Die Angelegenheit gipfelte in dem Urteil eines Magdeburger Gerichts: In seiner Urteilsbegründung stellte dieses fest, Ebert habe vom strafrechtlichen Standpunkt aus "durch seine Beteiligung an dem Berliner Massenstreik im Januar 1918" Landesverrat begangen. Jedem war es nun erlaubt, den Reichspräsidenten ungestraft als Landesverräter zu bezeichnen. Wer die Republik und ihre Vertreter hasste, fühlte sich durch dieses Urteil bestätigt. Das Magdeburger Urteil war politischer Rufmord. Friedrich Ebert war vom Ausgang dieses Prozesses tief getroffen. Er starb wenige Wochen nach diesem Urteil.

Korrupte Bagage. Hitler wusste Emil Gansser auch später zu helfen. Auf persönliche Anordnung Adolf Hitlers musste Bormann in der Zeit zwischen 28.3. und 15.4.1939 eine einmalige Unterstützung von 10.000 Reichsmark ausbezahlen um Ganssers dringendste Schulden und Mietzinsrückstände zu begleichen. Gleichzeitig wurden ihm aus der Amtskasse monatliche 600 Reichsmark an "Unterhaltszahlung" zur angemessenen Lebensführung gewährt. Die Unterstützung als "Ehrensold" war einkommenssteuerfrei und nicht pfändbar. Bei seinem Tod hinterließ Emil Gansser Schulden in Höhe von 41.328,55 RM, die von der Reichskanzlei, soweit als berechtigt anerkannt, beglichen wurden.

Findmittelbuch Deutsches Bundesarchiv: Pflegschaft und Nachlaßverwaltung Dr. Emil Gansser
Bemerkung: Sprengstoffchemiker bei Siemens & Halske, vermittelte Hitlers Vortrag vor dem Nationalen Klub 1919 e. V. in Berlin am 29. Mai 1922, 1937 - 1941 Krankenhausaufenthalt wegen Paralyse, 1941 gestorben

Enthält u.a.:
Zuschüsse zur Pflegschaft und zur Befriedigung der Gläubiger. - Nachruf von Lammers (Völkischer Beobachter Nr. 17 vom 17. Jan. 1941)
Unterlagen über Ganssers politische Tätigkeit 1922, dabei: Einladung zu Hitlers Vortrag (Fotokopie), Förderung dieses Vortrages durch den Siemens-Direktor Dr. Burhenne, Zeugnisse von Hitlers militärischen Vorgesetzten Oberstleutnant von Lünenschloß (Btl. Kdr. im Rgt. List) und Generalmajor Petz (Rgts-Kdr.) über Hitler als Regimentsordonnanz 1914 - 1916
Hans Gansser. Sein Bruder Hans Gansser (geb. 1884), war Sachverständiger für Musik im Württembergischen Kultusministerium und ein schauriger Dichter von NS-Liedern. Er wird auch als Komponist des Hakenkreuzliedes von Kernstock zitiert (Das Hakenkreuz -Lied Komponist: Hans Ganßer / Texter: Pfarrer Ottokar (Otto) Kernstock, Berliner Philharmoniker / Gesang: Gerhard Hüsch, 1933)

[Zeitreiseführer-Vorarlberg]⇒
Verortet in Reiter
[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]
Link

 





 ✔










Die Gemeinde Bezau in Vorarlberg

Facts+Figures Bezau: Alle Links, Daten und Fakten zur Gemeinde (Working in Progress).

Bezau auf einer Seehöhe von 650 m ü.d.M. im Hinteren Bregenzerwald ist die Heimat für 1975 Dorfbewohner. Mit einer Fläche von 34,3 km² gehört die Marktgemeinde zu den flächenmäßig größten Bregenzerwälder Gemeinden.
Mehr erfahren. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link und zusätzliche Infos!
[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

[ #Dornbirn ] Dichter des Hakenkreuzliedes auf Vorarlberger Straßenschildern

Kaum zu glauben: In zwei Vorarlberger Städten, in Dornbirn und Hohenems ist den Verantwortlichen bis heute nichts besseres eingefallen, als eine Straße just nach jenem Ottokar Kernstock zu benennen, der das Hakenkreuzlied  (ursprünglich für eine Nazi-Gruppe in der Steiermark) gedichtet hatte. Eine Schande.

Holzt mir gut ... die Serbenbrut. Im Frühjahr 1923 dichtete der Priester Otto(kar) Kernstock für die Ortsgruppe Fürstenfeld der NSDAP das "Hakenkreuzlied". Es möge Ihnen erspart werden, wie vieles von dem Fremdenfeindlichen und Blutgetünchten, was dieser Hass-Dichter im Priestergewand reimte.

Schon Karl Kraus nannte ihn treffend den "blutigsten Dilettanten" der zahlreichen mörderisch-patriotischen Dichterlinge. Auch wenn er die Naziherrschaft nicht mehr erlebte und er wohl auch kein aktiver Nationalsozialist war, zeigt doch die Tatsache, dass er das vermeintlich altgermanische Hakenkreuz als Hoffnungszeichen auserwählte, dass endlich auch sein Katholizismus hinterfragt werden darf. Seine menschenverachtende Gesinnung belegt er schon in seiner Dichtung zum I. Weltkrieg, die allein ihn schon unwürdig macht, Straßenschilder zu zieren. Nicht vergessen, dass sein nationalistisches Engagement und sein ausdrücklicher Slawenhass zu Kaisers Zeiten auch gerade noch Mitbürger getroffen hatte, die eben für diesen Kaiser in den Krieg gezogen sind.

            Drum schilt die Deutschen nicht,
            scheints auch zuweilen
            als habe Rost ihr tapfres Schwert belegt.
            Wenn sie die Not zwingt Hiebe auszuteilen,
            ists rasch an Feindesschädeln blank gefegt.

            Steirische Holzer, holzt mir gut
            mit Büchsenkolben die Serbenbrut!
            Steirische Jäger, trefft mir glatt,
            den russischen Bären auf das Blatt!
            Steirische Winzer, presst mir fein
            aus Welschlandfrüchten blutroten Wein!

Symbole. Da nun eben Straßennamen auch symbolische Bedeutung haben und mithin auch zum Ausdruck bringen, wessen die in der Gemeinde verkörperte örtliche Gemeinschaft ehrend gedenken will, ist dieser Umstand nicht gerade ein Lorbeerkranz für die beiden Stadtregierungen. Es geht dabei nicht darum, in halbwegs gesicherten demokratischen Zuständen verspätet den antifaschistischen Helden zu spielen oder Bilderstürmerei zu treiben, oder nachträglich die Vergangenheit umzuschreiben. Es geht darum, "symbolisch" deutlich zu machen, wen und was wir heute für ehrenwert halten.

Erich Fried. Der große Schriftsteller und Lyriker österreichischer Herkunft, Erich Fried, hat in seinem autobiographischen Werk über seine Jugendjahre in Wien (Mitunter sogar Lachen, Berlin 1986) sich auch eigens in einer der Geschichten mit Ottokar Kernstock, dem Schöpfer des Hakenkreuzliedes und der österreichischen Bundeshymne ab 1929, befasst. Er schreibt als Schluss dieser Geschichte:

"Als viele Millionen tot und ermordet waren und das Dritte Reich zertrümmert war, entstand die Zweite Republik Österreich, mit einer neuen Nationalhymne von anderer Hand. Aber dem alten Wechselbalg Ottokar Kernstock haben mindestens einige Österreicher ein liebevolles Andenken bewahrt. Bis heute gibt es einen Ottokar-Kernstock-Platz und eine Ottokar-Kernstock-Straße. Wie hieß doch die Inschrift auf den alten Dolchen der Hitlerzeit? "Die Treue ist das Mark der Ehre."

Wechselbalg. Die beiden von Erich Fried genannten Verkehrswege in Wien wurden zwischenzeitlich umbenannt. So auch in Traun, Ansfelden, Grein und Wels. Was er aber nicht wissen konnte, dass es trotz mehrer mittlerweile erfolgten Umbenennungen noch immer zu den zwei Vorarlberger Straßen zig solcher in ganz Österreich gibt, faktisch in allen Bundesländern außer Wien, Oberösterreich und Salzburg. Eine beantragte Umbenennung in Hohenems ist vor Jahren gescheitert und hatte dort zur Spaltung der SPÖ Hohenems geführt.

Straßen,  Plätze, Gassen und Alleen "in Gedenken" an den Schöpfer des Naziliedes Ottokar Kernstock:
2 mal in Vorarlberg: Dornbirn, Hohenems;
1 mal in Burgenland: Pinkafeld
3 mal in Kärnten: Klagenfurt, Villach, Völkermarkt
16 mal in Niederösterreich: Bad Vöslau, Berndorf, Brunn am Gebirge, Deutsch-Wagram, Gablitz, Gmünd, Klosterneuburg, Mistelbach, Neunkirchen, Perchtoldsdorf, St. Andrä-Wördern, St. Pölten, Strasshof an der Nordbahn, Waidhofen an der Thaya, Wiener Neustadt
29 mal in der Steiermark: Graz, Hartberg, Haselsdorf-Tobelbad, Hausmannstätten, Kalsdorf bei Graz, Kapfenberg, Knittelfeld, Krieglach, Langenwang, Leibnitz, Leoben, Lieboch, Liezen, Mariazell, Mureck, Mürzzuschlag, Pinggau, Sankt Lorenzen im Mürztal, Voitsberg, Vorau
1 mal in Tirol: Pradl

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

[ #Alberschwende ] Biotope in der Gemeinde Alberschwende

Unter BIOTOP wird in diesem Inventar der Standort einer in sich mehr oder weniger geschlossenen Lebensgemeinschaft aus Pflanzen und Tieren verstanden. Klassisches Beispiel für einen Biotop wäre etwa ein Weiher, es  kann aber genauso ein Waldstück, eine Wiese etc. sein.

Drei Kostbarkeiten der GemeindeAlberschwende:
Schollenmoos (Biotop 20103)
Quellmoor und Tuffbach unterm Näpfle (Biotop 20108)
Großraumbiotop Bregenzerachschlucht (Biotope 20111 und 20114)
Mehr erfahren. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link und zusätzliche Infos!

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒

[ #Dornbirn ] Herta-Maria Witzemann - in Dornbirn geborene Stararchitektin

In Vorarlberg vergessen?

Herta-Maria Witzemann wurde am 10. Dezember 1918 in Dornbirn als Tochter von Johann (11.12.1879) und Klara Witzemann (geb. Rhomberg, 12.8.1884) geboren. Ursprünglich stammten die Witzemanns aus Hohenems. Der Vater war Realschullehrer in Reutlingen, wohin seine Familie mit ihm verzogen ist. Dort ging Herta-Maria Witzemann von 1924 bis 1937 in die Grundschule und das Realgymnasium. Ungewöhnlich auch für eine Frau damals, dass sie ihr Studium erst nach einem Praktikum bei einem Schreiner aufnahm.

Kunstgewerbeschule Wien. Auch Herta-Maria Witzemann (*1918 in Dornbirn / † 1999 in Ludwigsburg/D) hatte wie die durch die Frankfurter Küche berühmt gewordene Margarete Schütte-Lihotzky an der Kunstgewerbeschule in Wien, aus der die heutige Universität für angewandte Kunst Wien hervorgegangen ist, studiert. Freilich in anderen Zeiten. Trotz Anfeindungen durch den Nationalsozialismus lehrte dort noch Oswald Haerdtl. Margarete Schütte-Lihotzky und Oswald Haerdtl, waren u.a. im "Roten Wien" an der Werkbundsiedlung beteiligt. Herta-Maria Witzemann war nach ihrem Diplom Assistentin in der Fachklasse von Haerdtl in Wien und Mitarbeiterin im Atelier Haerdtls.

Haerdtl gestaltete übrigens die Räume von Bundeskanzler Leopold Figl am Ballhausplatz und die aus Dornbirn stammende Innenarchitektin richtete später (1963) dem deutschen Bundeskanzler Erhard seinen Kanzlerbungalow ein und leitete 1967 den Umbau. Auch dem saudiarabischen König verschönerte sie seinen Palast. Zu ihren Werken gehören die Raumgestaltung der Rathäuser in Reutlingen, Pforzheim, Gerlingen, Bietigheim, Dürrheim und St. Georgen, die Rundfunk- und Fernsehstudios für den Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart, die Kurhäuser der Bäder Krozingen, Dürrheim und Buchau, etliche Verwaltungsgebäude, das Spielkasino und Kurhaus Baden-Baden, das Wilhelmspalais, das Neue Schloss und der Landtag von Baden-Württemberg in Stuttgart, die Restaurants des Stuttgarter und Mannheimer Fernsehturms, ...


Starke Frau. Die gebürtige Dornbirnerin avancierte zur Stareinrichterin, Von ihren Fans wird sie gern mit ihrem Leitsatz, „man muss einem Raum dienen können“ zitiert. Bereits 1948 war sie selbstständig. Ab 1952 Professorin für Möbelbau, avancierte sie in den 1950er Jahren zu einer beachteten Persönlichkeit mit Bedeutung über Deutschlands Grenzen hinaus. 1957 erhielt sie eine Silbermedaille auf der Triennale in Mailand, damals die wichtigste internationale Designschau. Klassisch ist der von ihr entworfene runde Bistrotisch, der bis heute in Produktion ist und den wir alle aus vielerlei Kaffeehäusern kennen.

Ihrer Initiative ist auch die Einführung des Diplomabschlusses für Innenarchitekten an der Stuttgarter Kunstakademie zu verdanken. Bis dahin gab es ein solches an keiner Hochschule Deutschlands. Auch wenn ihre Karriere so leichtfüßig klingt, immerhin war sie gar Präsidentin des Bundes Deutscher Innenarchitekten, so hat sie sich als Frau ihr Selbstbewusstsein erst erkämpfen müssen, denn, so bedauerte sie, „wir Mädchen haben davon in der Kindheit viel zu wenig mitbekommen“.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒


[ #Vorarlberg ] Hexenverfolgungen in Vorarlberg im 16. und 17. Jahrhundert

[Free eBook] Das erste bekannte Opfer der Hexenverfolgungen aus den Herrschaften vor dem Arlberg - eines "schuhmachers wib von Bregentz" - starb 1493 in einem Konstanzer Verlies. 

Im Reichshof Lustenau fanden 1677 die letzten Hexenprozesse auf dem Boden des heutigen Vorarlberg statt. In Hohenems kosteten sie Maria Gasserin, genannt Schetterin, Barbara Thurnherin und Barbara Wötzlin das Leben. In Lustenau wurde Trina Brunnerin, eine in Lustenau verheiratete Schweizerin, zum Tod verurteilt.
Mehr erfahren. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link und zusätzliche Infos!

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒

[ #Schlins ] Die Erfindung eines Vorarlbergers: Das evangelische Pfarrhaus


Durch den Zölibat war es katholischen Priestern nicht möglich zu heiraten und eine Familie zu gründen. Wer die höheren Weihen empfangen wollte, war dem Zwangszölibat unterworfen. 

Die Reformatoren sprachen sich eindeutig gegen den Zwangszölibat aus. Von 1520 an heirateten evangelische Theologen. Auf dieser Grundlage entstand das evangelische Pfarrhaus, das die Familie des Pfarrers beinhaltet (Pfarrer, Pfarrersfrau, Pfarrerskinder).

Evangelisches Pfarrhaus. Bartholomäus Bernhardi (1487 - 1551) gilt als der erste Pfarrer der  in den Ehestand getreten ist (Frühjahr 1521) und dafür nicht hingerichtet wurde, da der damalige Kürfürst Friedrich der Weise Bartholomäus Bernhardi nicht auslieferte. Er heiratete 1521, noch vier Jahre früher als Luther. Die "Schutzhaft" Luthers auf der Wartburg hinderte diesen an der ersten Verehelichung eines Priesters teilzunehmen. Deftig gratulierte ihm Luther aus der Wartburg: "dass er den neuen Ehemann bewundere, der in dieser stürmischen Zeit nichts fürchte und dazu so sich beeilt habe. Gott wolle ihn leiten und geben, dass er in dem sauren Salat, den er sich damit angerichtet habe, doch auch einige Süßigkeiten verspüren möge."

Aber das ist nur der sensationelle Teil der Nachricht, dass ausgerechnet ein vorarlbergstämmiger Priester der erste verheiratete in diesem Metier war. Der nachhaltigere Aspekt ist der des evangelischen Pfarrhauses, das mit seiner Verehelichung von ihm begründet wurde. Das Pfarrhaus war immer eine kulturtragende Institution, oft die einzige in der Gemeinde. Die meisten Pfarrerskinder erhielten eine solide kulturelle Ausbildung. Aus dem Pfarrhaus gingen viele bedeutende Wissenschaftler und Künstler hervor. Von den 1.631 in der "Allgemeinen deutschen Biographie" behandelten Männern stammten 861 aus dem evangelischen Pfarrhaus. Die Pfarrersfrau hielt zuerst ihrem Mann den Rücken frei für seine Arbeit. Sie unterstützte ihn zwar auch bei seiner Gemeindearbeit, hielt sogar sehr oft das Pfarrhaus aufrecht und am Laufen, aber das wurde als normal und vorerst wohl nicht weiter erwähnenswert angesehen. Erst in neuerer Zeit, da sie oft auch einen eigenen Beruf ausübte, hat sich das Bild der Pfarrersfrau so grundlegend geändert und hat mit der Berufung von Pfarrerinnen einen zeitgemäßen Wandel in der Rollenverteilung im Pfarrhaus mitbewirkt. Jetzt übernimmt immer öfter eine Frau die Arbeit in den protestantischen Gemeinden, ihr zur Seite ein "Pfarrerinnenmann".

Bernhardi Bartholomäus. (*24.8.1487 in Schlins/Feldkirch, †21.7.1551 in Kemberg bei Wittenberg) Bartholomäus Bernhardi studierte in Erfurt, war seit 1504 in Wittenberg und wurde Magister artium. In Chur erhielt er die (katholische, altgläubige) Priesterweihe, kehrte aber bald nach Wittenberg zurück und wurde Professor der Physik, 1512 Dekan der Philosophischen Fakultät und 1518 Rektor der Universität. Bartholomäus Bernhardi promovierte 1516 zum Lic. theol. unter dem Vorsitz Martin Luthers, auf dessen Seite er 1517 im Ablassstreit stand und wurde 1518 Propst und Pfarrer in Kemberg. Bartholomäus Bernhardi verkündigte nicht nur die evangelische Lehre, sondern trat auch 1521 als erster Prediger in den Ehestand. Er vermählte sich trotz seines Priestergelübdes in Kemberg mit der Kemberger Bürgerin Gertraude Pannier. Aus dieser Ehe gingen sieben Kinder hervor. Damit wurde er der Begründer des evangelischen Pfarrhauses. Der Erzbischof von Magdeburg, Kurfürst Albrecht von Mainz, verlangte vom Kurfürsten von Sachsen, Friedrich dem Weisen, die Auslieferung Bernhardis an das geistliche Gericht. Zu seiner Rechtfertigung sandte Bernhardi dem Erzbischof eine Verteidigungsschrift: "Apologia pro M. Bartholomaeo praeposito, qui uxorem in sacerdotio duxit", die in mehreren lateinischen und deutschen Ausgaben in Erfurt und Wittenberg 1521 und 1522 erschien. Da sich der Erzbischof mit dieser Rechtfertigungs- und Verteidigungsschrift nicht zufrieden gab, wandte sich Bernhardi an seinen Landesherrn, den Kurfürsten von Sachsen, der seinen Prediger schützte und nicht auslieferte.

Berhardis Ehe war auch von dem Reformator Karlstadt in einer Druckschrift verteidigt worden ("Das die Priester Eeweyber nemen mögen vnd sollen. Beschutz red des würdigen herren Bartolomei Bernhardi, probsts zü Camberg, so von Bischoff von Meydburg gefordert, antwurt zü geben, das er in priesterlichem standt, eyn iungkfrauw zü Ee genommen hatt." Andreas Rudolff-Bodenstein von Karlstadt - Strassburg: Reinhard Beck Erben 1522). Karlstadt war wiederum wegen Berhardi erst zum Reformator geworden. Er war anfangs ein Gegner der neuen Theologie Luthers, den er am 18.10.1512 zum Dr. theol. promoviert hatte und wollte ihn aus Augustinus widerlegen, kam aber durch das Studium der Schriften Augustinus zu der Erkenntnis, dass Luthers Schüler Bartholomäus Bernhardi, der am 7. September 1516 die ockhamistische Lehre, dass der Mensch aus eigener Vernunft und Kraft die Gebote Gottes erfüllen könne, bestritten hatte, doch recht habe, und trat nun selber am 26.04.1517 mit 151 Disputationsthesen "de natura, lege et gratia" öffentlich für die neue Lehre ein.

Index Librorum Prohibitorum. An prominenter Stelle steht deshalb seit der ersten Veröffentlichung des "Index Librorum Prohibitorum" auch  Bartholomäus Bernhardi aus Schlins, übrigens neben drei anderen "Feldkirchern". Der "Index Librorum Prohibitorum" war ein Verzeichnis der für jeden Katholiken bei Strafe der Exkommunikation verbindlich verbotenen Bücher. Besonders schwer wog die Sanktion bei Nichteinhaltung des Index für gläubige Katholiken: die von selbst eintretende Exkommunikation, also der Ausschluss von den Sakramenten. Die Strafe trat in Kraft beim Lesen verbotener Bücher, beim Verteidigen ihres Inhalts, beim Aufbewahren solcher Schriften, bei ihrer Weitergabe.

Vorarlberger im Bild.  Berühmt ist Lukas Cranachs (d.Ä.) Dessauer Abendmahlsbild, das auch einen "Vorarlberger" zeigt. Dieses Abendmahlsbild von Cranach ist ein "Who is Who" der Reformation: Es versammelt alle wichtigen mit der Reformation verbundenen Leute in Deutschland: den Stifter Joachim von Anhalt, den Maler Lukas Cranach, Herzog Georg von Anhalt (nach neueren Forschungen handelt es sich jedoch um Georg Helt), Martin Luther, Bugenhagen, Justus Jonas, Caspar Cruciger, Melanchthon, Johann Forster, Johann Pfeffinger, Georg Major und den aus Schlins/Feldkirch stammenden Bartholomäus Bernhardi. Dieses Bild ist als Epitaph für den Dessauer Fürsten Joachim (geb. 1509) gestiftet worden von seinen Neffen Fürst Joachim Ernst und  Bernhard. Fürst Joachim war der erste Landesherr Anhalts, der in Anhalt den reformierten Glauben einführte. Das Bild hing ursprünglich in der Kirche St. Marien in Dessau. Zum Glück überstand es die Zeitläufe und befindet sich heute in der Johanniskirche in Dessau.

In Kemberg steht ebenfalls ein Cranach-Altar, allerdings von Cranach dem Jüngeren. Wie in dieser Zeit bei einer Reihe von Altären und Epitaphen üblich, ist auch hier das Bild der Taufe Christi um eine Gruppe von Reformatoren vermehrt, in der neben dem amtierenden Propst Matthias Wenckel die Bildnisse von Luther, Melanchthon, Bugenhagen, Bernhardi, aber auch des vierundfünfzigjährigen Lucas Cranach erscheinen. Leider ist dieser Altar 1994 bei einem Brand erheblich beschädigt worden. Allerdings hat dieses Bild  der Nachwelt erhalten werden können.

Wie sehr Luther den "Feldkircher Bartholomäus" schätzte, geht aus dem Schreiben Martin Luthers Mitte Oktober 1516 an seinen Ordensmitbruder in Erfurt, den Augustiner Johannes Lang hervor: "Es besagt nichts, dass sich Deine Gabrielisten über meine, vielmehr des Bartholomäus Feldkirchen Thesenreihe (Anm.: De viribus et voluntate hominis sine gratia) verwundern, da sich auch die Meinigen bisher gewaltig darüber wundern. Freilich ist die Thesenreihe selbst nicht von mir gemacht, sondern Magister Bartholomäus hat sie so aufgestellt, nämlich bewogen durch das Geschwätz der Kläffer gegen meine Vorlesung. Ich weiß, was Gabriel sagt: Es ist alles treffend, außer wo er von der Gnade, der Liebe, der Hoffnung, dem Glauben, den Tugenden redet; wieviel er da mit seinem Skotus pelagianisiere, ist nicht derart, dass ich es jetzt brieflich vorbringen könnte."

Jodok(us) Mörlin (lateinisiert "Maurus"). Die Feldkircher Familie Mörlin war im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit ein wappenführendes Patriziergeschlecht. Immerhin war sie so bedeutend, dass ihr Wappen noch 1936 auf dem Feldkircher Rathaus angebracht wurde.  Jodok Mörlin wurde um 1490 in Feldkirch geboren. 1508 studierte er in Freiburg, 1509 mit einem Stipendium in Leipzig, und 1510 in Wittenberg. Hier machte er dann Karriere: 1512 wurde er Magister, 1514 Professor der Metaphysik, und 1516 Dekan der Wittenberger Artistenfakultät. Für einige Jahre blieb Jodok Mörlin als Professor der Philosophie an der Universität Wittenberg, 1521 Pfarrer in Westhausen in Thüringen: "Denn nachdem der letzte päpstliche Pfarrer Henningus Gode anno 1520 mit Tod abgegangen, und der Pfarrdienst vacant worden war, so wurde 1521 im Frühling M. Jodocus Morlinus, Presbyter Magdeburg Diözes und Professor Philosophie zu Wittenberg, von dem Kurfürsten Friedrich dem Weisen und seinem Bruder Herzog Johannsen zu Sachsen, dem Bischof Konrad zu Würzburg, als eine wohlqualifizierte Person, zu solchen Pfarrdienst präsentiert, auch auf Befehl des Weihbischofs, Joh. von Guttenberg, durch den Archidiakonus Joh. von Lichtenstein anno 1521, den 9. April, gewöhnlicher Maßen investiert und eingewiesen". Sein Sohn Joachim Mörlin wurde Bischof von Samland in Königsberg und hatte durch seine Mitarbeit am  "Corpus Prutenicum" die kirchliche Reorganisation Preußens bewerkstelligt! Im dortigen Dom errichtete man ihm zu Ehren gar ein Denkmal.

Johannes Dölsch. Er aus Feldkirch stammend, wurde auch einfach Doctor Feldkirch genannt und tritt zweimal in den ersten Jahren der lutherischen Reformation hervor. Als Eck im Jahre 1520 mit seiner Bannbulle aus Rom kam und außer Luther auch noch eine Reihe von Anhängern Luthers mit dem Bann gestraft wurden, gehörte auch Dölsch zu ihnen. Er war damals Professor der Theologie und Stiftsherr in Wittenberg, hatte Luther in einer Schutzschrift verteidigt, und Eck muss ihn wohl für bedeutend genug gehalten haben, um gegen ihn vorzugehen. Von den Wittenberger Professoren war nur noch Carlstadt diese "Ehre" zuteil. Später spielte er eine Rolle in den Wittenberger Unruhen, die die Abschaffung der Messe begleiteten. Er widersetzte sich Luthers Vorgehen und hatte sich den Zorn seines großen Freundes zugezogen. Die erste Spur von Johannes Dölsch findet sich 1502 in der Heidelberger Matrikel. Hier ist er mit zwei andern Feldkirchern immatrikuliert als: Johannes Piliatoris de Feltkirchen nona Decembris Wolfgannus Thischer Curiensis dioc.Vtalricus Scriptoris. Die drei Studenten, zu denen sich ein Vierteljahr später noch zwei Landsleute gesellten, waren in Heidelberg seit längerer Zeit die ersten Studenten aus Feldkirch. In Heidelberg blieb Dölsch vom Dezember 1502 bis zum Ende des Wintersemesters 1503/4. Im Sommer 1504 zog er mit Bartholomäus Bernhardi und Christoph Metzler (dem späteren und ersten nichtadeligen Bischof von Konstanz) nach Wittenberg. Hier sind alle drei im Sommer (23. Mai) immatrikuliert. Im Herbst wurde er Baccalaureus, in angaria sanctae crucis (= 18. Sept 1504).  Anderthalb Jahr später, am 10. Februar 1506, wurde er  Magister artium als zweiter unter elf. Im nächsten Jahre finden wir ihn wieder in Feldkirch, als neugeweihten Priester. Der katholischen Sitte gemäß hat er in der Pfarrkirche seiner Heimatstadt seine Primiz. Dölsch kam danach nach Wittenberg zurück, um sich hier der akademischen Laufbahn zu widmen.

Protestanten in Vorarlberg. Dass Luthers Lehre auch in Bernhardis früherer Heimat zu dieser Zeit Niederschlag fand, zeigt die Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde in Feldkirch: Sein Bruder Johannes versucht in einer Reihe von populären Schriften die Theologie Luthers in Vorarlberg bekannt zu machen. Er muss Pseudonyme verwenden, so z.B. Hans Walser zum Roten Brunnen. Nachdem die drei Freunde Dölsch, Bartholomäus Berhardi und Christoph Metzler 1504 zuerst die Reise nach dem neugegründeten Wittenberg unternommen, strömten die Feldkircher in auffallender Menge nach, erwarben sich auch gerne hier einen akademischen Grad, besonders in den späteren Jahren, als Luthers Stern aufgegangen war. Ein Blick in die Liste der Baccalaurei und Magistri bestätigt dies.

Um 1520 wird in Feldkirch evangelisch gepredigt (Jeremias Lins, Hieronymus Pappus). Die "neue" alte Botschaft des Evangeliums findet in der Bevölkerung dankbaren Zuspruch. Jedoch nicht bei der Regierung. Die beiden in Bludenz evangelisch predigenden Pfarrer Luzius Matt und Thomas Gasser werden von der Regierung zwar zunächst gefangen gesetzt, jedoch von der Bürgerschaft wieder aus dem Gefängnis befreit. Theologen, Nonnen, aber auch "Laien" werden um ihres Glaubens willen aus Feldkirch vertrieben und wirken in anderen Gebieten - hauptsächlich in Deutschland - weiter für die Reformation. Bekannten sich auch viele Laien wie auch Theologen zur protestantischen Lehre so mussten sie alle das Land verlassen und erhielten in protestantischen Ländern Asyl. Es war nicht einmal erlaubt, im Ausland bei einem Protestanten eine Arbeit anzunehmen. Der aus Feldkirch vertriebene Pirmin Gasser, der seinen Sohn auf den Namen Luther taufen ließ, wirkte als Stadtarzt in Lindau und so erging es auch Jodok Mörlin, der in Wittenberg wirkte. Als Zwangsmaßnahme wird ein Beichtspiegel verfasst: Jeder, der zu Ostern nicht bei der (Pflicht-)Beichte war, wird befragt und muss bei mangelnder Rechtfertigung die Stadt verlassen.

Eine größere Zahl von Bürgern verlässt lieber das Land, als die religiöse Überzeugung aufzugeben. So auch Hanns Salzmann, ein Feldkircher Bürger, der zu Protokoll gibt, er gehe dann zur Beichte, wenn sein Herz danach verlangt, nicht weil es äußere Pflicht sei; er wolle Feldkirch verlassen und dennoch als ein guter Feldkircher sterben.


[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒

[ #Rheintal ] Schiffsmühlen am Alpenrhein

Mühlentechnologie auf dem Alpenrhein.

Ab dem Jahr 1466 lassen sich solche Schiffsmühlen auf dem Alpenrhein auf Vorarlberger Seite nachweisen, wiewohl sie offenbar bereits davor in Anwendung waren, denn das Jahr dokumentiert nur eine Urkunde in der die Verlängerung eines entsprechenden Lehens gewährt wurde. Die letzte überlieferte Schiffsmühle auf dem Rhein kann mit dem Jahr 1861 dokumentiert werden. Auch auf Schweizer Seite sind an die zwanzig Schiffsmühlen dokumentiert.
Mehr erfahren. Dies ist nur der Hinweis  auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt!
[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒

[ #Feldkirch ] Lob der Migration: Eduardo Frei - Der chilenische Staatspräsident "aus Feldkirch"

Während man hierzulande von den Migranten Anpassung, sprich "Integration" verlangt, lässt man die erfolgreichen Auswanderer wiederum nicht los, beansprucht sie für die "Heimat". So geschehen auch mit dem seinerzeitigen christdemokratischen Staatspräsidenten von Chile, Eduardo Frei.

Im Internet steht eine Dissertation zum Download zur Verfügung, die es in sich hat. Sie vermittelt in dem Abschnitt über seine seine "schweiz-, österreichischen Wurzeln" nicht nur eine Menge Information zur Migration nach und aus Vorarlberg - vorwiegend vor dem ersten Weltkrieg - nein, sie ist auch spannend zu lesen. Spannend auch Eduardo Freis Aufstieg in einem südamerikanischen Land, zwischen den Mühlsteinen der konservativen Eliten und der revolutionären Kräfte. Sie macht damit ein Land und dessen Geschichte, ja vielleicht die eines ganzen Kontinents verständlicher. Die Dissertation sollte also nicht nur bei Vorarlbergsien-Sammlern, sondern auch bei an Gesellschaft, Geschichte und Entwicklung Interessierten zwingend in der "eBibliothek" stehen.

Migrationsgeschichte. Die Geschichte des chilenischen Staatspräsidenten Eduardo Frei "aus Feldkirch" ist eine vielfältige Migrationsgeschichte, die sich beileibe nicht auf die Enge der Feldkircher Neustadt reduziert und reiht sich vorzüglich in die vielen Vorarlberger (unerzählten)Migrationsgeschichten ein. Eduardo Frei selbst ist auch nicht aus Feldkirch, aber sein Vater ist in der Feldkircher Neustadt aufgewachsen, sein Vorfahren in Frastanz, in der Felsenau. Und trotzdem blieben sie Schweizer. Schweizer die von der katholischen Mehrheitsbevölkerung als Protestanten angefeindet wurden und trotzdem Mobilität und Erfolg bewiesen und sich dabei nicht nur anpassten, "integrierten". Als sich dann die Familie in Feldkirch auflöste, verstreuten sie sich wieder "über alle Lande".  Sein Sohn, Eduardo Frei Ruiz-Tagle (* 1942), wurde wiederum zum chilenischen Präsidenten gewählt. Ist auch er noch ein "Feldkircher"?

Abstract. Eduardo Frei Montalva war von 1964 bis 1970 chilenischer Staatspräsident und gehört neben Arturo Alessandri und Salvador Allende zu den bedeutendsten Reformpolitikern des Landes.  
Seine familiären Wurzeln reichen zurück nach Vorarlberg bzw. in die Schweiz. Sein Vater Eduard Frei war um 1909 nach Chile gekommen, um sich da niederzulassen und mit der Chilenin Victoria Montalva eine Familie zu gründen. Eduardo war der erstgeborene Sohn (geb. 1911). Der Auswanderer war 1885 in Feldkirch zur Welt gekommen, besuchte dort das Gymnasium und erlernte den Beruf eines Buchhalters. Er stammte einer schweizer Familie aus dem Toggenburg ab. In Chile arbeitete Eduardo Frei als Buchhalter, zuerst bei einem Weinproduzenten, danach bei der Staatlichen Eisenbahn in Santiago. Eduard Frei verstarb 50-jährig an einem Krebsleiden.

Die politische Karriere Eduardo Freis ist eng verbunden mit der katholischen Bildungslandschaft Chiles. Während seines Jus-Studiums an der Katholischen Universität geriet er in den Sog eines Studienzirkels, das sich vor allem mit der sozialen Frage im Blickfeld der katholischen Soziallehre auseinandersetzte. Aus diesem erging eine Gruppe Jugendlicher, die sich zusehends politisierte, was schließlich 1939 in der Bildung einer eigenen Partei, der "Falange Nacional", kuliminierte. Frei gehörte der Gruppierung von der ersten Stunde an an, agierte aber anfangs noch von der zweiten Reihe aus. In den 1940er-Jahren stieg er zur Führungsperson der Partei auf und sollte bis zu seinem Tod 1982 die Lichtgestalt der Christdemokraten sein. Frei verfügte über großes politisches Talent. Er überzeugte sowohl als Minister (1946) als auch als Parlamentarier im Senat (1949-1964), kandidierte 1958 erstmals für die Präsidentschaft, als er Dritter wurde, und schließlich nochmals 1964, als er gegen Allende haushoch gewann.  
Frei verkörperte den dritten Weg zwischen den verhärteten Fronten des Kapitalismus und Marxismus. Sein Programm, die "Revolution in Freiheit", versuchte, sowohl längst fällige soziale Reformen durchzuführen als auch private Initiativen insbesondere der Klein- und Mittelunternehmer zu unterstützen. Die Revolution in Freiheit sollte zwar nicht scheitern, aber auch nicht verwirklicht werden. Frei erreichte die erhofften Ziele nicht. Folglich verloren die Christdemokraten 1970 die Präsidentschaft an den Sozialisten Salvador Allende, der die eingeleiteten Reformen Freis um ein Wesentliches vertiefte. Allende polarisierte jedoch mit seinem Programm die Gesellschaft, was schließlich zum Zusammenbruch der Wirtschaft und zur Militarisierung der Zivilbevölkerung führte. Das Land befand sich am Rande eines Bürgerkriegs, als das Heer am 11. September 1973 die Regierung putschte und unter der Führung von Augusto Pinochet eine Militärdiktatur installierte, die den Rechtsstaat beseitigte und zahlreiche Menschenrechtsverletzungen beging. 
Frei ging sowohl bei Allende als auch bei Pinochet auf strikten Oppositionskurs. Er rechtfertigte zuerst den Militärschlag, machte aber kehrt, als er merkte, dass das Militär die Macht an sich reißen und ein eigenes politisches Programm schmieden würde. Frei starb dann im Jänner 1982 völlig überraschend nach einem einfachen chirurgischen Eingriff. In den letzten Jahren haben Untersuchungen an den Überresten Freis ergeben, dass dieser vergiftet worden sein könnte. Doch zwingende Beweise fehlen noch.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒

Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis:
Vorwort 7
Einleitung   9
I. Die Migration von Vorarlberg nach Chile im 19.
Jahrhundert  14
A) Die Überseemigration europäischer Staaten 16
1. Allgemeine Aspekte der Auswanderung  16
2. Die Migration nach Südamerika  17
3. Die Auswanderung aus der Donaumonarchie  18
Schriften- und Quellenverzeichnis   20
B) Vorarlberg im 19. Jahrhundert und das
Emigrationsverhalten im „Ländle“ 22
1. Allgemeine Aspekte der Auswanderung  23
2. Die Auswanderung nach Südamerika  24
Schriften- und Quellenverzeichnis   27
C) Der Andenstaat Chile 29
1. Allgemeine Aspekte der Immigration  29
2. Der Beitrag Österreichs zur chilenischen Immigrationsbewegung 33
3. Vorarlberger in Chile - Pater Peter Fink  34
Schriften- und Quellenverzeichnis   40
II. Der chilenische Staatspräsident Eduardo Frei
Montalva und seine schweiz-, österreichischen Wurzeln   43
A) Die schweiz-, österreichischen Wurzeln – Eduard Frei aus Feldkirch  46
1. Elias Frei aus Neßlau   46
2. Die Familie Eduard und Genovefa Frei   51
3. Der Chile-Wanderer Eduard Frei  58
Schriften- und Quellenverzeichnis   65
B) Die Kinder- und Jugendjahre Eduardo Freis 69
1. Die Geburt und frühe Kindheit  69
2. Lontué  71
3. Die Schulzeit in Santiago 73
Schriften- und Quellenverzeichnis  78
C) Die Formierung eines Politikers. Von der Universität
bis zur Gründung der „Falange Nacional“ (1928-1939) 79
1. Die Politisierung Freis (1928-1934) 79
a) Die Universität   79
b) Geschichte Chiles 82
Die spanische Kolonialzeit  84
Die Unabhängigkeit Chiles und das 19. Jahrhundert  88
Die Unabhängigkeit und die politische Entwicklung des Landes 88
Die innerstaatliche Integration 91
Die wirtschaftliche Entwicklung und Infrastrukturierung des Landes  92
Die Gesellschaft   96
Rückständigkeit  97
Der politische Umbruch  100
Die soziale Frage   100
Die Präsidentschaft Alessandris und die Diktatur Ibáñez   102
c) Die Politisierung Freis  106
Die ANEC („Associación Nacional de Estudiantes Católicos”)  107
Vom Studienzirkel zur Parteimitgliedschaft 114
Der Weg zur Gründung der „Juventud Conservadora“ 115
Die Politisierung Freis    120
2. Die Ideologisierung Freis (1934-1939)  131
a) Iquique 131
b) Die „Konservative Jugend“  136
Das Kabinett Arturo Alessandri II (1932-1938)  136
Das Innenleben der „Konservativen Jugend“ 140
Die Loslösung. Die Bildung einer eigenständigen Partei   144
3. Die Gedankenwelt Freis 150
a) Nähere Berührungspunkte  151
b) Tiefere Berührungspunkte 158
Die geistigen Inspiratoren   158
Jacques Maritain   164
c) Die Gedankenwelt Freis  174
Die gesellschaftliche Krise  177
Die Konturen Chiles  181
Wege aus dem Sumpf. Die „christliche Revolution“ 185
Schriften- und Quellenverzeichnis   192
D) Der politische Aufstieg Freis. Vom Parteiobmann
zum Staatspräsidenten (1939-1964)...   200
1. Chile im Zeitalter der Importsubstitution  201
a) Der Staat im Wandel  201
b) Die Gesellschaft im Wandel  203
c) Die Wirtschaft im Wandel 204
d) Wachstum, Gegensätze, Ungleichheit 206
2. Das steinige Jahrzehnt. Die ersten politischen Fußstapfen Freis (1939-1949) 212
a) Die „Radikalen“ Präsidenten (1938-1952) 212
b) Jahre des Aufbaus    216
c) Die Bewährungsprobe   221
3. Vom Senator zum Präsidentschaftskandidaten (1949-1958)  228
a) Das politische Sprungbrett. Frei als Senator   228
b) Die Präsidentschaft Carlos Ibáñez„  231
c) Die Partei: Von der „Falange Nacional“ zur „Demócrata Cristiano“  232
d) Der Aufstieg zu einer politischen nationalen Größe. Vom Senator zum
Präsidentschaftskandidaten 236
4. Der Weg nach oben  241
a) Die Administration Jorge Alessandri und die kubanische Revolution 241
b) Die PDC im Kalten Krieg   244
c) Frei auf dem Weg in die „Moneda“ 251
d) Die Präsidentenwahlen von 1964 255
5. Eduardo Frei außerhalb der Politik  262
a) Die Familie  262
b) Die Person Frei   264
6. Die Gedankenwelt Freis 265
a) Das schriftliche Testament  265
b) Die Einflüsse auf die Gedankenwelt Freis 267
c) Bestandsaufnahme   269
Die westlichen Staaten  269
Lateinamerika  271
Chile 274
Gesellschaft   274
Wirtschaft 276
Politik und Bürokratie   278
d) Quo Vadis, Chile?     279
Schriften- und Quellenverzeichnis 287
E) „La Revolución en Libertad“. Die christdemokratische
Regierung (1964-1970) 293
1. „Die Revolution in Freiheit“. Das Programm und die Regierung 294
2. „Ein Parlament für Frei“. Die Euphorie (1964-1967)  299
a) Das Land in Bewegung. Die Reformpolitik 302
Der Staat 302
Wirtschaft 303
Industrie, Infrastrukturierung, Energie und Kommunikation  303
Agrarreform    305
Chilenisierung des Kupfers   309
Gesellschaft    312
„Promoción Popular“    312
Bildung   315
Wohnbau und Gesundheitswesen 317
Internationale Politik  318
b) Das Land in Bewegung. Schönwetter und die ersten Gewitterwolken 323
3. „Es gibt keine schwierigere Aufgabe in der Welt als die Verwirklichung der
Revolution in Freiheit“. Die Ernüchterung (1967-1969) 330
a) Die Reformpolitik 331
Agrarreform    332
Chilenisierung des Kupfers   334
Verfassungsreform 335
Internationale Politik  336
b) Der Einbruch   341
Das Land spaltet sich   341
Die Partei spaltet sich   347
4. „Unser Experiment war kein Misserfolg“. Die Einsicht (1969-1970)  351
a) Chile im Wahlkampf    351
b) Der Aufstieg Allendes  357
5. „Die Revolution in Freiheit“. Das Resultat  362
a) Die Ergebnisse in Zahlen 362
Staat 363
Wirtschaft und Infrastruktur   363
Gesellschaft    366
Politische Partizipation und Gewerkschaft  369
b) Die Analyse  369
Der vordergründige Blick   371
Der hintergründige Blick  374
Schriften- und Quellenverzeichnis 382
F) Der kämpferische Frei. Der Christdemokrat unter Allende
und Pinochet (1970-1982)  388
1. Das sozialistische Experiment  388
a) „Die populistische Orgie“. Die Regierung der Unidad Popular
im ersten Jahr    390
Die Unidad Popular im Aufwind   390
Eduardo Frei kehrt zurück   393
b) „Die Krise“. Die sozialistische Regierung gerät in Nöte   400
Die Regierung im zweiten Jahr  400
Die Wirtschaft  401
Das Regierungsbündnis  403
Das Parlament und die Opposition 404
Gewalt und Militarisierung  405
Die Bevölkerung   406
Frei verbindet die PDC mit dem rechten Lager   408
c) „Die Katastrophe“. Das Ende des sozialistischen Experiments 414
Parlamentswahlen. Freis Rückkehr ins Hohe Haus  414
Die Lage eskaliert   419
Der Putsch. Das Militär erhebt sich 423
2. Das Militärregime   427
a) Die Implementierung einer Diktatur (1973-1977)  427
Vom Militärputsch bis „Chacarillas“ 427
Die Grundsatzerklärung der Junta und die „Chicago-Boys“  427
Der Machtanspruch Pinochets und die Ansprache in „Chacarillas“  433
Der Wandlungsprozess Freis  435
Frei verteidigt sich 435
Der innere Konflikt 442
Frei geht auf Konfrontation   447
b) Frei kämpft für die Demokratie  459                                                                                
Die Festigung der Diktatur  459
„Glaubt Pinochet, die Chilenen hätten nichts gelernt“? Freis Kampf
für die Demokratie  462
„Die Welt, die wir kannten, stürzt ein“. Das geistige Gerüst Freis  462
Frei im Ausland   464
Frei im Inland  467
Widerstand gegen die autoritäre Verfassung 470
c) Der Tod Freis  477
Epilog: Wurde Frei ermordet?        485
Schriften- und Quellenverzeichnis   492
Literatur- und Quellenverzeichnis 498
Zusammenfasssung 512
Lebenslauf   513