[ #Feldkirch ] Ein Feldkircher als Farmer in Deutsch-Südwestafrika getötet

Die Archivale des Monats Dezember 2014 des Vorarlberger Landesarchivs bringt eine besondere Migrationsgeschichte eines Vorarlbergers an den Tag.

Eduard Zimmermann, ledig, aus Feldkirch bewirtschaftete eine Farm in Ozombanda, welche sich rund 30 km westlich der Siedlung Okahandja befand. Auf dieser weitläufigen Farm wurde der 50-jährige Vorarlberger offenbar in den ersten Tagen des Aufstandes – wahrscheinlich am 13. Jänner 1904 – getötet. Während österreichisch - ungarische Staatsbürger in Deutsch-Südwestafrika vorwiegend als Arbeiter und Handwerker - offenbar für den Eisenbahnbau - angeheuert wurden, war Eduard Zimmermann ein Farmer.

Herero-Aufstand. Im Januar 1904 erhob sich in der Kolonie Deutsch - Südwestafrika, der heutigen Republik Namibia, das Volk der Herero. Die Herero sind halbnomadische Rinderzüchter, die nördlich von Windhoek bis zum Ovamboland ihre Weidegebiete hatten. Der fortschreitende Verlust ihres Landes an europäische Farmer und ihre Entrechtung hatten die Herero zum Aufstand getrieben. In den ersten Tagen töteten sie auf Geheiß ihres Oberhäuptlings Samuel Maharero etwa 150 deutsche Siedler – bis auf wenige Ausnahmen Männer. Der Schlag kam völlig unerwartet. Der kaiserlichen Schutztruppe unter Gouverneur Leutwein gelang es nicht, die Herero niederzukämpfen, vielmehr musste sie mehrere Niederlagen einstecken. Danach "wehrte" sich das Deutsche Kaiserreich mit einem rassistisch und räuberischen Völkermord an den Hereros.

Migrationsgeschichten. Die österreichischen Immigranten in Deutsch-Südwestafrika waren unter den Weißen (dominierend waren Deutsche und „Buren“) eine kleine, um die Jahrhundertwende aber wachsende Gruppe; ihr relativer Anteil im Jahr 1902 betrug 2,74 Prozent. Ob dieser Anteil in den folgenden Jahren nun infolge von Rückwanderungen in die Heimat oder durch Übernahme der deutschen Staatsbürgerschaft sank, ist unbekannt. Deutlich ist der Zusammenhang mit der Errichtung der sog. Staatsbahn Swakopmund – Windhoek (fertiggestellt 1902) zu Tage. In ihrer überwiegenden Anzahl waren die Männer aus Österreich-Ungarn als „Handwerker und Arbeiter“ bei diesem Bahnprojekt beschäftigt.

Eduard Zimmermann. Ein einziger österreichischer Einwanderer wird in den Kolonialstatistiken als „Ansiedler, Farmer“ bezeichnet. Möglicherweise handelt es sich dabei um den erwähnten Eduard Zimmermann aus Feldkirch. Eduard Zimmermann war nicht zufällig ledig, fast alle Siedler waren das. Erst 1903 wird eine Österreicherin als Frau erwähnt. Die Siedlerlebten also offenbar "weniger rassenbewusst" als die Kolonialpolitik es vorgab in Verhältnissen mit einheimischen Frauen.

Eduard Zimmermanns Tod machte in der Österreich die Eröffnung eines Verlassenschaftsaktes notwendig. In diesem Akt lässt sich anhand der darin dokumentierten Benachrichtigungen der Verlauf dieser Verlassenschaft nachvollziehen. Insgesamt dauerte der Abschluss des gesamten Verfahrens über fünf Jahre. Der vollständige Akt kann im Vorarlberger Landesarchiv eingesehen werden.

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[ #Göfis ] Die Hinrichtung des Josef Gasser in Göfis (1864)

Am 9. September 1864, morgens um 9 Uhr, fand die letzte öffentliche Vollstreckung eines ordentlichen Todesurteils in Vorarlberg statt. 

Gasser-Platz. Der Ort war der nach dem Delinquenten Josef Gasser aus Lauterach, damals 36 Jahre alt,  seither so genannte Gasser-Platz (im Steinwald in Göfis). Der Platz ist heute ein Naturschutzgebiet. Nicht wegen des Josef Gasser, sondern weil es ein Feuchtgebiet ist, das von Wissenschaftlern als Flach- und Zwischenmoor ausgewiesen wird. Es bietet seltenen Moorpflanzen Lebensraum.

Die "Archivale des Monats" des Vorarlberger Landesarchivs für den September 2014 stellt das Protokoll der Hinrichtung online und vermerkt: 
Als zwei Gendarmen am 17. Jänner 1864 in Lauterach den gewalttätigen Josef Gasser entwaffnen wollten, erschoss er einen, den anderen verletzte er schwer. Dann tötete er einen Verwandten, der ihn besänftigen wollte. Gasser verbarrikadierte sich in seinem Haus. Bei Schusswechseln kam ein weiterer Mann ums Leben.
Vor dem Kreisgericht Feldkirch wurde Gasser der Prozess gemacht. Mit der „Feldkircher Zeitung“ berichtete ein modernes Medium aus dem Gerichtssaal. Mord war nach dem Strafgesetz 1852 mit dem Tod zu bestrafen, die Strafe durch den Strang zu vollziehen. Das Urteil wurde bestätigt, ein Gnadengesuch an den Kaiser abgewiesen.

Hinrichtung. Gasser wurde am 9. September zum Richtplatz im Steinwald in Göfis gefahren. Die Hinrichtung war nach der Strafprozessordnung von 1853 öffentlich und das Publikum hatte so großes "Interesse", dass man der damaligen Feldkircher Rösslewirtin den Ausspruch „A so a Henggate ischt mir lieber als zehn Primiza“ nachsagt.

Das zeigt, dass auch in dem damals erzkatholischen Vorarlberg auch noch ganz ohne Einfluss einer Yellow-Presse die Moral eine andere war als sie sonst an Kirchtagen fromm gezeigt wurde. Aber auch die Predigt des Geistlichen nach der Hinrichtung war alles andere denn eine feine und anständige: Er beschuldigte die Eltern des längst erwachsenen und für sich selber verantwortlichen Josef Gasser, dass sie ihn religionslos und religionswidrig erzogen hätten.

Reform. Der exzessartige Publikumsauflauf bei den Wiener Hinrichtungen hat 1873 zu einer Reform der Strafprozessordnung geführt. Danach hatten Hinrichtungen innerhalb der Gefängnismauer stattzufinden. Die letzte Hinrichtung fand in Vorarlberg am 15. September 1947 um 5:30 früh statt. Hingerichtet wurde der "Doppelmörder von Altach" Egon Ender.

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[ #Bregenz ] In monasterio Prigantino: Ältestes Vorarlberger St. Nikolaus-Patrozinium in Bregenz (1172)

1172 wurde eine St.-Nikolaus-Kapelle in Bregenz Mehrerau zugespochen. Dieser Schiedsspruch ist das älteste schriftliche Zeugnis für die Verehrung des hl. Nikolaus in Vorarlberg.

In monasterio Prigantino. Im Dezember 2012 wird eine Urkunde eines Schiedsspruches vorgestellt: Unter Vorsitz des Bischofs Otto von Konstanz wird in Gegenwart vieler Laien und Kleriker wird 1172 "in monasterio Prigantino" also im Kloster in Bregenz dem Kloster Bregenz durch Richterspruch die Nikolauskapelle an der Nordseite der Mutterpfarre Bregenz zugesprochen, welche der "Leutepriester" Eberhard für sich beanspruchte. Vier Mitglieder des Konstanzer Domkapitels waren ebenfalls anwesend, sogar der Stellvertreter (Vicedominus). Die Rechtssprechung scheint offenbar als eine Gemeinschaftsaufgabe des Domkapitels im Sinne einer Chorgerichtsbarkeit wahrgenommen worden sein.

Neben der ersten Erwähnung eines Nikolaus-Patroziniums in Vorarlberg wäre eben wohl auch der damit dokumentierte frühe Interessenskonflikt zwischen mächtigem Kloster und einfachem Leutepriester, bzw. Kloster und Stadtkirche interessant.

Mehr erfahren. Dies ist nur der Hinweis  auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt!

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  • Naturfreunde Vorarlberg] Das älteste Vorarlberger St. Nikolaus-Patrozinium in Bregenz
  • [Google Search] In monasterio Prigantino: Ältestes Vorarlberger St. Nikolaus-Patrozinium in Bregenz (1172) [
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  • 6.12.14 [Letzte Aktualisierung - online seit 10.12.12
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  • [ #Dornbirn ] Leo Haffner: Martin Thurnher – ein Leben für den Konservativismus


    Martin Thurnher wurde am 7. September 1844 als Kind einer Arbeiterfamilie bäuerlicher Herkunft in einem Haus an der Schmelzhütterstraße in Dornbirn geboren. 

    Er starb am 2. Jänner 1922 in seiner Heimatstadt. 37 Jahre lang gehörte er dem Vorarlberger Landtag an, 27 Jahre dem Reichsrat und 27 Jahre der Dornbirner Gemeindevertretung. Als langjähriges Mitglied des Landtages, des Landesausschusses und als Stellvertreter des Landeshauptmannes zählte er zu den einflußreichsten Landespolitikern in den letzten Jahrzehnten der Monarchie.

    Anhand der unveröffentlichen Aufzeichnungen von M. Turnher, die hier auszugsweise abgedruckt werden, schildert der Aufsatz die Entwicklung der kirchlich-konservativen Partei in Vorarlberg zwischen 1868 und 1890. 

    Turnher (1844-1922) war Mitbegründer der Partei und vertrat sie über lange Jahre im Landtag und Reichsrat. Behandelt werden die Parteigründung und -organisation, die Grundlinien ihrer Ideologie, ihre Schul- und Kirchenpolitik sowie die Auseinandersetzungen mit den liberalen Konkurrenten und unter den Parteimitgliedern. Nach Ansicht des Verfassers lassen sich von den politischen und gesellschaftlichen Zielen der Vorarlberger Konservativen, deren Wirken sich für das Land eher negativ auswirkte, klare Verbindungslinien zur späteren Stände-Staat-Ideologie und dem 1934 in Österreich etablierten autoritären System ziehen.

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    [ #Vorarlberg ] Mag. Gebhard Greber: Die Südtiroler Umsiedler in Vorarlberg

    Südtirolersiedlung in Bludenz
    Die Integration der Südtiroler "Umsiedler" in Vorarlberg in Wirtschaft und Gesellschaft wird in einem Beitrag für die Zeitschrift Montfort von Mag.Gebhard Greber hervorragend ausgeleuchtet und ist als Digitalisat bei "austrian literature online" (alo) online lesbar und auch als PDF herunterladbar (Gebhard Greber: Die Südtiroler Umsiedler in Vorarlberg, in: Montfort 31 (1979), S. 259-294.).

    Am 23. Juni 1939 einigten sich das nationalsozialistische Deutsche Reich, unter der Führung von Heinrich Himmler, und die faschistische italienische Regierung in Berlin grundsätzlich über eine Umsiedlung der Südtiroler. Die Südtiroler mussten sich bis zum 31. Dezember1939 für die deutsche oder die italienische Staatsbürgerschaft entscheiden.

    In der Option entschieden sich rund 80 Prozent, also 213.000 Südtiroler für die Umsiedlung ins Deutsche Reich. Von diesen verließen etwa 75.000 tatsächlich das Land, die Hälfte davon 1940.  Von da an verzögerte sich die Auswanderung immer mehr. Gründedafür waren: das Fehlen eines geschlossenen Siedlungsgebietes für die Auswanderer, mangelhafte Unterkünfte und Arbeitsmöglichkeiten, die den Gewohnheiten der Südtiroler widersprachen. Zusätzlich wurde die Umsiedlung noch durch Teile der deutschen Umsiedlungsbehörde in Bozen verzögert. Mussolini und die italienische Regionalverwaltung selbst wollten angeblich nur eine Umkehrung der Mehrheitsverhältnisse in Südtirol, aber keine vollständige Umsiedlung. Sie fürchteten ökonomische Nachteile.


    Die Südtiroler Umsiedler in Vorarlberg . Nach Vorarlberg kamen bis Ende 1943 (danach war der Optantenstrom schon durch die Kriegsereignisse versiegt) 10.641 Südtiroler nach Vorarlberg, die sich zu je einem Drittel auf Männer, Frauen und Kinder verteilen. Für die Südtiroler Aussiedler wurden von der Vorarlberger Siedlungsgesellschaft und der Tiroler Siedlungsgesellschaft Alpenländische Heimstätte von 1939 bis 1945 475 Miethäuser mit insgesamt 2333 Wohnungen errichtet, wovon der Großteil in Bregenz errichtet wurde.


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    [ #Vorarlberg ] Evangelisch in Vorarlberg - evangelisch in Dornbirn

    Wer sich heute über Minarette oder islamischen Friedhof erregt, der steht immer und brav in der Tradition der strukturell gewalttätigen Vorarlberger Gegenreformation.

    Mit denselben engstirnigen und freiheitsfeindlichen Maßnahmen mit denen man heute etwa in der Vorarlberger Bauordnung den Muslimen zu begegnen sucht, begegnete man schon den Evangelischen.

    Must. Eine solche Pflichtquelle und einem "virtuellen Vorarlberger Heimatbuch" einzuverleibende Arbeit ist der Vortrag auf Einladung der Evangelischen Pfarrgemeinde Dornbirn anlässlich der Sonderausstellung‚ 100 Jahre evangelisch in Dornbirn— im Stadtmuseum Dornbirn, gehalten am 23. November 2007 in Dornbirn (Gemeindesaal der Ev. Pfarrgemeinde) von Dr. Alois Niederstätter.


    Ansässigmachung. Dort lese man auch einmal über den menschenverachtenden Dornbirner Friedhofsstreit nach. Oder über den Antrag des Dornbirner Arztes und Abgeordneten Dr. Josef Anton Ölz, Protestanten "die Ansäßigmachung" in Vorarlberg zu untersagen. Und doch bleiben auch da die Überraschungen nicht aus: Der Aktion von Dr. Ölz war kein Erfolg beschieden, ja das Vorgehen von Dr. Ölz wurde als gesetzwidrig erklärt, der Arzt in erster Instanz wegen Verhetzung verurteilt (später allerdings in höchster Instanz freigesprochen). Ob man da 1861 nicht schon weiter war als man etwa heute ist.

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    [ #Dornbirn ] Dornbirner Statt-Geschichten

    [Free eBook] Dieser Band ist als Beitrag zu einer kritischen Stadt- und Regionalgeschichte zu verstehen.

    Am Beispiel der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung Dornbirns in den letzten hundert Jahren werden von den Autoren Tendenzen deutlich gemacht, die auch für die Landesgeschichte Vorarlbergs Gültigkeit besitzen.

    Die Vorarlberger Malingesellschaft hat das (vergriffene) Werk zur Dornbirner Stadtgeschichte als PDF online gestellt. Es kann kostenfrei heruntergeladen werden und ist als PDF besonders wertvoll, weil das Suchen mit dem Acrobat Reader nochmals so einfach ist, wie es mit dem Personen- und Ortsverzeichnis der Printausgabe schon möglich gewesen wäre.

    Malin-Gesellschaft. Die Johann-August-Malin-Gesellschaft widmet sich der Erforschung der Vorarlberger Zeitgeschichte, und hier besonders ihren lange vernachlässigten Themen wie Antisemitismus, Austrofaschismus und Nationalsozialismus. Sie bringt sich auch in öffentliche Debatten zu diesen Fragen ein. Diese Publikation und ihre freundliche kostenfreie Online-Stellung ist ein Teil dieser auch sonst beachtenswerten Tätigkeit.

    Verlagsinformation. Werner Bundschuh / Harald Walser: Dornbirner Statt-Geschichten
    Studien zur Geschichte und Gesellschaft Vorarlbergs, Band 1. 1987, 254 Seiten (vergriffen)

    Inhalt
    • Vorwort
    • Wilhelm Stärk - Wesen und Arten des Dornbirners - Eine Anthologie der schönsten Lesefrüchte
    • Werner Bundschuh - Kreist das Blut der Ahnen - Zum Bild der Dornbirner Unternehmer im Werk von Hans Nägele
    • Leo Haffner - "Der Liberalismus bringt keinen Segen" - Martin Thurnher - ein Leben für den Konservativismus
    • Reinhard Mittersteiner: Die Genossen Handwerker - Zur Geschichte der Dornbirner Sozialdemokratie in der Monarchie
    • Werner Dreier: "Hier gab es keinen Unterschied" - Arbeiterschaft und Arbeiterbewegung Dornbirns in der Ersten Republik
    • Gernot Egger - Ach, der Stiefel glich dem Stiefel immer... - Verfolgung oppositioneller Arbeiter im Austrofaschismus und im Nationalsozialismus
    • Harald Walser - Der Tod eines Staatsdieners Hugo Lunardon und der Nationalsozialismus in Dornbirn
    • Autorenverzeichnis
    • Namensregister
    • Ortsverzeichnis
    • Bildquellennachweis
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     19., 20. Jhdt
     

















    [ #Andelsbuch ] Jodok Fink: "Sommerzeit ist umgebracht"

    Jodok Fink, Gemälde im Andelsbucher Rathaus
    Im ersten Weltkrieg führten Österreich-Ungarn und das Deutsche Reich als erste Staaten (1916) die Sommerzeit ein. Die habsburgische Kriegswirtschaft erhoffte sich damit eine Ressourceneinsparung in dem von ihr angezettelten Krieg, der Not und Elend auch an der"Heimatfront" verursachte. 

    Kriegswirtschaft. Als die deutsch-österreichische Staatsregierung - mit den Folgen des von den Habsburgern hinterlassenen Desasters kämpfend für 1919 erneut eine Sommerzeit anordnete, beschlossen der Landesrat und die Vorarlberger Landesregierung, sie in Vorarlberg nicht einzuführen. "Mit Einführung bei uns gar keine Einsparungen verbunden",telegrafierten sie der Staatskanzlei. Als die Staatsregierung daraufhin ihre Vollzugsanweisung zurück nahm, telegrafierte Vizekanzler Jodok Fink nach Vorarlberg: "Sommerzeit ist umgebracht." Ab 1921 verzichtete auch Österreich auf die Sommerzeit.

    Wiederauferstehung der Kriegswirtschaft. Eingeführt wurde die Sommerzeit erstmals am 30. April 1916 im Deutschen Reich, in Österreich-Ungarn und noch im selben Jahr auch in Irland. Die in Irland damals für die Sommerzeit eingeführte Bezeichnung „Daylight Saving Time“ (wörtlich übersetzt: „Tageslicht sparende Zeit“) beschreibt den Zweck, nämlich die Stundenzahl mit nutzbarem Tageslicht zu vergrößern.

    Sie galt in Österreich bis 1920, in Ungarn bis 1919. Nach dem Anschluss Österreichs an Hitlerdeutschland galten ab 1940 die Sommerzeitreglungen des Deutschen Reichs, wieder eine kriegswirtschaftliche Maßnahme. Nach dem Krieg gab es in Österreich noch bis einschließlich 1948 eine Sommerzeit. In den 1970er Jahren wurde die Sommerzeit wieder aktuell. Sie hat ihren Ursprung in der Ölkrise von 1973 und sollte Energie sparen helfen. Energieersparnis war sie bekanntlich nicht. Österreich beschloss die Einführung der Sommerzeit erst 1979.1980 wurde sie wie in Deutschland für die Zeit von März bis September wieder eingeführt. 1996 wurde sie wie in der gesamten EU bis Ende Oktober ausgedehnt.
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    [ #Vorarlberg ] Urkundenlandschaft Rätien zwischen 745 und 975

    Reiches orts- und namensgeschichtliches Material. Kostenloses PDF (Open Access).

    In diesem Band werden erstmals 60 Urkunden aus dem frühmittelalterlichen Rätien in Wort und Bild präsentiert. Sie sind editorisch neu aufbereitet und mit einem Kommentar versehen. Darüber hinaus bietet der Band eine ausführliche Einleitung, die auf Aspekte der Überlieferung und Aufbewahrung, Diplomatik und Paläographie, Sozial- und Kulturgeschichte eingeht. Der Bestand ist fast ausschließlich in der Form von Originalurkunden im Stiftsarchiv St. Gallen überliefert und umfasst den Zeitraum zwischen 745 und 975.

    Er erlaubt nicht nur einen Überblick über die Entwicklung der Form und Schrift der Urkunden, sondern bietet auch reiches orts- und namengeschichtliches Material. Die aus dem Grenzgebiet zwischen Österreich, Liechtenstein und der Schweiz erhaltenen frühmittelalterlichen Urkunden spiegeln eine Praxis wider, deren Wurzeln bis in die Römerzeit zurückreichen. Der Inhalt dieser frühen schriftlichen Zeugnisse veranschaulicht das Leben in einer Landschaft, die noch von einer vorwiegend romanischen Bevölkerung bewohnt ist. Im Mittelpunkt dieser Urkunden steht die Sorge um Grundbesitz, der verkauft, verschenkt oder testamentarisch verschrieben werden konnte.

    Der verbreitete Schriftgebrauch formt das Bild einer abgrenzbaren Urkunden- und Schriftlandschaft. Nur im Kloster St. Gallen sind im ganzen Raum nördlich der Alpen so viele frühmittelalterliche Originalurkunden erhalten. Diese einzigartige Überlieferungssituation erlaubt außergewöhnliche Einblicke in die frühmittelalterliche Gesellschaft dieser Region, ihre sozialen, politischen und religiösen Strukturen.


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    • 25.10.14 [Letzte Aktualisierung - online seit 25.10.14]
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    Ein Blick in das INHALTSVERZEICHNIS:
    Vorwort der Bearbeiter 9
    Herwig Wolfram 11
    Die churrätische Urkunde
    Einführung 13
    I. Die Überlieferung der Urkunden 21
    II. Die Urkunden 33
    1. Eigenheiten der Urkunden 33
    2. Der Aufbau der Urkunde 36
    2.1 Die Verkaufsurkunde. 36
    2.2 Die Schenkungsurkunde 48
    3. Die Schrift der Urkunden 54
    4. Die Sprache der Urkunden 70
    5. Die Datierung 74
    III. Die Personen der Handlung 83
    1. Der Schultheiß Folcwin83
    2. Die Schenker und Verkäufer90
    3. Die Zeugen und Nachbarn 97
    IV. Die Orte 106
    V. Die Edition 124
    1. Editionsplan 124
    2. Konkordanztabelle 125
    Abkürzungsverzeichnis. 128
    Quellenverzeichnis 129
    Literaturverzeichnis131
    Edition 145
    Karte 272
    Personennamenregister 273
    Ortsnamenregister 278

    [ #Vorarlberg ],Der Liberalismus im nicht-urbanen Vorarlberg (1830 - 1914)

    Der Kampf zwischen Liberalismus und seinem ultramontanen Widerpart in Form eines christlichsozialen Klerikalismus bestimmte Vorarlbergs Politik seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert noch bis in das ausgehende 20. Jahrhundert. 

    Die sichtbaren Zeichen in Form von Zensur und Bevormundung sind erst mit der Unkontrollierbarkeit der digitalen Medien verschwunden. Die ultramontane Reform- und Lernverweigerung in der Politik löst sich hingegen nur zäh, zäher als unter den Klerikern selber.

    Fortschritt wider Rom. Der liberale Widerpart war in der „Fortschrittspartei“ organisiert, später noch durch die „Deutschfreisinnigen“ repräsentiert, schließlich in der Sozialdemokratie, welche offen oder still häufig mit den Liberalen gegen den Ultramontanismus koalierten.  Liberale wie Sozialdemokraten wurden von den Konservativen und der katholischen Kirche wiederum als „Abschaum der der Menschheit“ dämonisiert. Trotzdem hatten die liberalen Ideen ihrerseits eine Anziehungskraft die über die urbanen Räume hinaus bis in die Täler sichtbar wurde. Die Verbreitung liberaler Ideen erfolgte vor allem durch die „Feldkircher Zeitung“. Die ländlichen, nicht-urbanen Räume waren also keineswegs eine Terra incognita für den Liberalismus, dort umsomehr nicht, wo die konservativen Kräfte jedweden Fortschritt und jede ökonomische Selbstbestimmung zu vereiteln suchten und damit selber den Widerstand provozierten.

    Terra incognita. Die nicht-urbanen Regionen Vorarlbergs, lassen sich im Wesentlichen durch fünf Kategorien definieren: politisch-administrativ, wirtschaftlich, infrastrukturell, geographisch und kulturell. Selbst in modernen Definitionen wird auch das demographische Element noch hinzu gefügt. Dieses enthält in sich jedoch eine gewisse Problematik, da es ausgesprochen variabel ist. Zwar ist die „Stadt“ („urbs“) per se als verdichteter Lebensraum definiert, ausserhalb ihrer bestimmen sich jedoch nicht allein ländliche Gebiete durch eine „geringe Bevölkerungsdichte“. Im Vorarlberg des 19. Jahrhunderts war der ländliche Raum von Ab- und Auswanderung betroffen, während die ursprünglich ländlichen Industriegebiete, wie vor allem natürlich der Walgau, während dieser Epoche aufgrund ihrer infrastrukturellen Erschliessung zum urbanen Raum zu zählen sind. Orte wie Frastanz, Nenzing oder Nüziders, einmal ganz abgesehen von Rheintaler Gemeinden wie Rankweil, standen damals in puncto Urbanität formell städtischen Gemeinwesen wie Bludenz in nichts nach.

    [Zeitreiseführer-Vorarlberg]⇒

    Lohnt sich ein Download? Ein schneller Blick auf den Inhalt:
     Vorwort 7
    1. Einleitung 10
     1.1. Bestimmung des Begriffs „nicht-urbaner Liberalismus“ 10
     1.1.1. Der aufklärerische Liberalismus 10
     1.1.2. Der politische Liberalismus 11
     1.1.3. Der wirtschaftliche Liberalismus  14
     1.1.4. Der soziale Liberalismus 15
     1.2. Historische Einordnung der liberalen Bewegung im nicht-urbanen Vorarlberg 16
     1.3. Definition des Begriffs „nicht-urban“ 19
     1.4. Der Liberalismus im nicht-urbanen Vorarlberg: Fragestellungen  24
    2. Der Liberalismus im Montafon 25
     2.1. Personen  25
     2.1.1. Bonifaz und Hermann Sander 25
     2.1.2. Johann Josef Zudrell 27
     2.1.3. Franz Josef Vonbun 29
     2.1.4. Josef Durig 30
     2.1.5. Johann Baptist Biedermann  32
     2.1.6. Heinrich, Robert und Wilhelm Mayer 33
     2.1.7. Hans Barbisch 34
     2.1.8. Eduard Fleisch 34
     2.1.9. Johann Wiederin 36
     2.1.10. Johann Bitschnau  37
     2.2. Institutionen 38
     2.2.1. Die Landtagsabgeordneten 38
     2.2.2. Die Vereine 42
     2.2.3. Die Gastwirte 42
     2.2.4. Die Schule  43
     2.2.5. Die Unternehmer 45
     2.3. Konfl ikte  46
     2.3.1. Persönliche Konfl ikte  46
     2.3.2. Politische Konfl ikte 47
     2.3.3. Ökonomische Konfl ikte  50
     2.3.4. Religiöse Konfl ikte 51
     2.4. Charakterzüge des Montafoner Liberalismus 523. Der Liberalismus im Bregenzerwald 56
     3.1. Personen  56
     3.1.1. Franz Michael Felder und sein Kreis  56
     3.1.1.1. Franz Michael Felder und sein Kreis: 1839 bis 1861 57
     3.1.1.2. Franz Michael Felder und sein Kreis: 1861 bis 1869 62
     3.1.1.3. Franz Michael Felders Beziehung zu Rudolf Hildebrand  69
     3.1.2. Gallus Moosbrugger  71
     3.1.3. Franz Xaver Moosmann  74
     3.1.4. Johann Konrad Bechter  76
     3.1.5. Andreas Fetz  79
     3.2. Institutionen 80
     3.2.1. Die Landtagsabgeordneten 80
     3.2.2. Die Schule  84
     3.2.3. Vereine  87
     3.3. Konfl ikte  93
     3.3.1. Persönliche Konfl ikte  93
     3.3.2. Religiöse Konfl ikte 95
     3.3.3. Politische Konfl ikte 96
     3.3.4. Wirtschaftliche und soziale Konfl ikte 97
     3.3.5. Die Tagebücher des Kreishauptmanns Ebner 99
    4. Der Liberalismus in den Walsertälern und auf dem Tannberg 104
     4.1. Personen  104
     4.1.1. Besonderheiten des Tannbergs und des Kleinwalsertals  105
     4.1.2. Die liberalen Reformer des Kleinwalsertals und des Tannbergs  107
     4.1.3. Die anti-kirchliche Opposition im Großen Walsertal 114
     4.2. Institutionen 119
     4.2.1. Die Schule  119
     4.2.2. Politische Behörden  123
     4.2.3. Vereine und Genossenschaften 123
     4.2.4. Gastwirte 124
     4.3. Konflikte  126
    5. Der Liberalismus im Klostertal 129
     5.1. Personen  129
     5.2. Institutionen 132
     5.3. Konflikte  136
    6. Exkurs: Die Gemeindewahlen nach dem Ende der liberalen Ära im Jahr 1870 139
    7. Ergebnisse  143

    [ #Dornbirn ] Meine Heimatstadt Dornbirn

    Arbeitsblätter für den Sachunterricht der 3./4. Klassen der Volksschule. Die Sammlung enthält 70 Arbeitsblätter über Dornbirn, seine Bergparzellen und seine wichtigsten Einrichtungen. Neubearbeitung 2009. Weit mehr über Dornbirn als nur "Kinderkram".


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