[ #Vorarlberg ] Urkundenlandschaft Rätien zwischen 745 und 975

Reiches orts- und namensgeschichtliches Material. Kostenloses PDF (Open Access).

In diesem Band werden erstmals 60 Urkunden aus dem frühmittelalterlichen Rätien in Wort und Bild präsentiert. Sie sind editorisch neu aufbereitet und mit einem Kommentar versehen. Darüber hinaus bietet der Band eine ausführliche Einleitung, die auf Aspekte der Überlieferung und Aufbewahrung, Diplomatik und Paläographie, Sozial- und Kulturgeschichte eingeht. Der Bestand ist fast ausschließlich in der Form von Originalurkunden im Stiftsarchiv St. Gallen überliefert und umfasst den Zeitraum zwischen 745 und 975.

Er erlaubt nicht nur einen Überblick über die Entwicklung der Form und Schrift der Urkunden, sondern bietet auch reiches orts- und namengeschichtliches Material. Die aus dem Grenzgebiet zwischen Österreich, Liechtenstein und der Schweiz erhaltenen frühmittelalterlichen Urkunden spiegeln eine Praxis wider, deren Wurzeln bis in die Römerzeit zurückreichen. Der Inhalt dieser frühen schriftlichen Zeugnisse veranschaulicht das Leben in einer Landschaft, die noch von einer vorwiegend romanischen Bevölkerung bewohnt ist. Im Mittelpunkt dieser Urkunden steht die Sorge um Grundbesitz, der verkauft, verschenkt oder testamentarisch verschrieben werden konnte.

Der verbreitete Schriftgebrauch formt das Bild einer abgrenzbaren Urkunden- und Schriftlandschaft. Nur im Kloster St. Gallen sind im ganzen Raum nördlich der Alpen so viele frühmittelalterliche Originalurkunden erhalten. Diese einzigartige Überlieferungssituation erlaubt außergewöhnliche Einblicke in die frühmittelalterliche Gesellschaft dieser Region, ihre sozialen, politischen und religiösen Strukturen.


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Peter Erhart / Julia Kleindinst: Urkundenlandschaft Rätien
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  • 25.10.14 [Letzte Aktualisierung - online seit 25.10.14]
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Ein Blick in das INHALTSVERZEICHNIS:
Vorwort der Bearbeiter 9
Herwig Wolfram 11
Die churrätische Urkunde
Einführung 13
I. Die Überlieferung der Urkunden 21
II. Die Urkunden 33
1. Eigenheiten der Urkunden 33
2. Der Aufbau der Urkunde 36
2.1 Die Verkaufsurkunde. 36
2.2 Die Schenkungsurkunde 48
3. Die Schrift der Urkunden 54
4. Die Sprache der Urkunden 70
5. Die Datierung 74
III. Die Personen der Handlung 83
1. Der Schultheiß Folcwin83
2. Die Schenker und Verkäufer90
3. Die Zeugen und Nachbarn 97
IV. Die Orte 106
V. Die Edition 124
1. Editionsplan 124
2. Konkordanztabelle 125
Abkürzungsverzeichnis. 128
Quellenverzeichnis 129
Literaturverzeichnis131
Edition 145
Karte 272
Personennamenregister 273
Ortsnamenregister 278

[ #Vorarlberg ],Der Liberalismus im nicht-urbanen Vorarlberg (1830 - 1914)

Der Kampf zwischen Liberalismus und seinem ultramontanen Widerpart in Form eines christlichsozialen Klerikalismus bestimmte Vorarlbergs Politik seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert noch bis in das ausgehende 20. Jahrhundert. 

Die sichtbaren Zeichen in Form von Zensur und Bevormundung sind erst mit der Unkontrollierbarkeit der digitalen Medien verschwunden. Die ultramontane Reform- und Lernverweigerung in der Politik löst sich hingegen nur zäh, zäher als unter den Klerikern selber.

Fortschritt wider Rom. Der liberale Widerpart war in der „Fortschrittspartei“ organisiert, später noch durch die „Deutschfreisinnigen“ repräsentiert, schließlich in der Sozialdemokratie, welche offen oder still häufig mit den Liberalen gegen den Ultramontanismus koalierten.  Liberale wie Sozialdemokraten wurden von den Konservativen und der katholischen Kirche wiederum als „Abschaum der der Menschheit“ dämonisiert. Trotzdem hatten die liberalen Ideen ihrerseits eine Anziehungskraft die über die urbanen Räume hinaus bis in die Täler sichtbar wurde. Die Verbreitung liberaler Ideen erfolgte vor allem durch die „Feldkircher Zeitung“. Die ländlichen, nicht-urbanen Räume waren also keineswegs eine Terra incognita für den Liberalismus, dort umsomehr nicht, wo die konservativen Kräfte jedweden Fortschritt und jede ökonomische Selbstbestimmung zu vereiteln suchten und damit selber den Widerstand provozierten.

Terra incognita. Die nicht-urbanen Regionen Vorarlbergs, lassen sich im Wesentlichen durch fünf Kategorien definieren: politisch-administrativ, wirtschaftlich, infrastrukturell, geographisch und kulturell. Selbst in modernen Definitionen wird auch das demographische Element noch hinzu gefügt. Dieses enthält in sich jedoch eine gewisse Problematik, da es ausgesprochen variabel ist. Zwar ist die „Stadt“ („urbs“) per se als verdichteter Lebensraum definiert, ausserhalb ihrer bestimmen sich jedoch nicht allein ländliche Gebiete durch eine „geringe Bevölkerungsdichte“. Im Vorarlberg des 19. Jahrhunderts war der ländliche Raum von Ab- und Auswanderung betroffen, während die ursprünglich ländlichen Industriegebiete, wie vor allem natürlich der Walgau, während dieser Epoche aufgrund ihrer infrastrukturellen Erschliessung zum urbanen Raum zu zählen sind. Orte wie Frastanz, Nenzing oder Nüziders, einmal ganz abgesehen von Rheintaler Gemeinden wie Rankweil, standen damals in puncto Urbanität formell städtischen Gemeinwesen wie Bludenz in nichts nach.

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Lohnt sich ein Download? Ein schneller Blick auf den Inhalt:
 Vorwort 7
1. Einleitung 10
 1.1. Bestimmung des Begriffs „nicht-urbaner Liberalismus“ 10
 1.1.1. Der aufklärerische Liberalismus 10
 1.1.2. Der politische Liberalismus 11
 1.1.3. Der wirtschaftliche Liberalismus  14
 1.1.4. Der soziale Liberalismus 15
 1.2. Historische Einordnung der liberalen Bewegung im nicht-urbanen Vorarlberg 16
 1.3. Definition des Begriffs „nicht-urban“ 19
 1.4. Der Liberalismus im nicht-urbanen Vorarlberg: Fragestellungen  24
2. Der Liberalismus im Montafon 25
 2.1. Personen  25
 2.1.1. Bonifaz und Hermann Sander 25
 2.1.2. Johann Josef Zudrell 27
 2.1.3. Franz Josef Vonbun 29
 2.1.4. Josef Durig 30
 2.1.5. Johann Baptist Biedermann  32
 2.1.6. Heinrich, Robert und Wilhelm Mayer 33
 2.1.7. Hans Barbisch 34
 2.1.8. Eduard Fleisch 34
 2.1.9. Johann Wiederin 36
 2.1.10. Johann Bitschnau  37
 2.2. Institutionen 38
 2.2.1. Die Landtagsabgeordneten 38
 2.2.2. Die Vereine 42
 2.2.3. Die Gastwirte 42
 2.2.4. Die Schule  43
 2.2.5. Die Unternehmer 45
 2.3. Konfl ikte  46
 2.3.1. Persönliche Konfl ikte  46
 2.3.2. Politische Konfl ikte 47
 2.3.3. Ökonomische Konfl ikte  50
 2.3.4. Religiöse Konfl ikte 51
 2.4. Charakterzüge des Montafoner Liberalismus 523. Der Liberalismus im Bregenzerwald 56
 3.1. Personen  56
 3.1.1. Franz Michael Felder und sein Kreis  56
 3.1.1.1. Franz Michael Felder und sein Kreis: 1839 bis 1861 57
 3.1.1.2. Franz Michael Felder und sein Kreis: 1861 bis 1869 62
 3.1.1.3. Franz Michael Felders Beziehung zu Rudolf Hildebrand  69
 3.1.2. Gallus Moosbrugger  71
 3.1.3. Franz Xaver Moosmann  74
 3.1.4. Johann Konrad Bechter  76
 3.1.5. Andreas Fetz  79
 3.2. Institutionen 80
 3.2.1. Die Landtagsabgeordneten 80
 3.2.2. Die Schule  84
 3.2.3. Vereine  87
 3.3. Konfl ikte  93
 3.3.1. Persönliche Konfl ikte  93
 3.3.2. Religiöse Konfl ikte 95
 3.3.3. Politische Konfl ikte 96
 3.3.4. Wirtschaftliche und soziale Konfl ikte 97
 3.3.5. Die Tagebücher des Kreishauptmanns Ebner 99
4. Der Liberalismus in den Walsertälern und auf dem Tannberg 104
 4.1. Personen  104
 4.1.1. Besonderheiten des Tannbergs und des Kleinwalsertals  105
 4.1.2. Die liberalen Reformer des Kleinwalsertals und des Tannbergs  107
 4.1.3. Die anti-kirchliche Opposition im Großen Walsertal 114
 4.2. Institutionen 119
 4.2.1. Die Schule  119
 4.2.2. Politische Behörden  123
 4.2.3. Vereine und Genossenschaften 123
 4.2.4. Gastwirte 124
 4.3. Konflikte  126
5. Der Liberalismus im Klostertal 129
 5.1. Personen  129
 5.2. Institutionen 132
 5.3. Konflikte  136
6. Exkurs: Die Gemeindewahlen nach dem Ende der liberalen Ära im Jahr 1870 139
7. Ergebnisse  143

[ #Dornbirn ] Meine Heimatstadt Dornbirn

Arbeitsblätter für den Sachunterricht der 3./4. Klassen der Volksschule. Die Sammlung enthält 70 Arbeitsblätter über Dornbirn, seine Bergparzellen und seine wichtigsten Einrichtungen. Neubearbeitung 2009. Weit mehr über Dornbirn als nur "Kinderkram".


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[ #Vorarlberg ] Das Bregenzer Minnesängerurbar (1379/1474): Von Pfund, Schilling und Erbsen


Neuerscheinung - Dieter Petras: Urbar der Herrschaft Bregenz 1379/1474 - MINNESÄNGERURBAR - Edition und Kommentar - Roderer Verlag, Regensburg 2013Quellen zur Geschichte Vorarlbergs, Band 16 (N. F.) Herausgegeben vom Vorarlberger Landesarchiv und dort auch online

Urbar. Urbare sind ein Verzeichnis über Besitzrechte eines Grundherrn und Leistungen seiner Grunduntertanen und sind eine bedeutende Wirtschafts- und Rechtsquelle des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Lehnswesens. Seit dem 13. Jahrhundert sind sie ein bedeutendes Instrument zur Organisierung und Wohlstandsmehrung der Landesherrschaft.

Urbare dienten der Verwaltung insbesondere der Finanzverwaltung . Sie waren eine Art Grundbuch - weniger für die Untertanen den für die Grundherren zu deen Besitzsicherung. Schon der Begriff entstand aus dem althochdeutshen Wort urberan bzw. dem mittelhochdeutschen erbern (hervorbringen, Ertrag bringen bzw. ertragbringendes Grundstück).

Bei der Archivalie, die die Grundlage der Publikation ist, handelt es sich um eine Abschrift des sogenannten Bregenzer „Minnesängerurbars“, dessen ursprüngliche Fassung nach 1379 niedergeschrieben wurde. Das Original ist verschollen. Die durchgängige Erwähnung von „Graf Haug“ verweist jedoch  auf Graf Hugo XII. von Montfort-Bregenz, dessen künstlerische Tätigkeit die nachträgliche Bezeichnung des Urbars begründet; desgleichen die Erwähnung des "Knechts" Burk Mangolt, der die Texte Graf Hugos vertonte. Die Abschrift wurde im Jahr 1474 im Namen seines Urenkels Graf Hermann II. von Montfort-Bregenz (1435 bis 1482) verfasst und beschreibt die Zinsen, Gülten und Rechte aus dem Teil der Herrschaft, der dem Haus Montfort nach der Teilung 13793 und dem Übergang der einen Hälfte der BregenzerHerrschaft an Österreich 1453 verblieb.

Finanzamtsmist. Das in Rede stehende Urbar dokumentiert reichhaltige Abgabenformen: Neben Pfund, Schilling, Pfennig und Haller bezahlten die Untertanen ihre Abgaben in Wein, Eier, Erbsen, Eier und Heu. Dazu Korn, Gerste, Weizen, Hafer; in Schweinsschultern, Pfeffer, Wachs und Schmalz und Käse oder gar Mist. Daneben leisteten die Abgabepflichtigen, konkret die Leibeigenen, mitFronarbeiten.

Als abgabepflichtige Güter galten Acker, Badstub, Baumgarten, Bündt, Garten, Haus mit Hofstatt, Hochmahd, Hof, Hoffrait, Hube, Kalkofen, Krautgarten, Mahd, Mühle, Säge, Schuppose, Varlehen, Vischenz, Walderbe, Weingarten, Widum, Wiese. Auch die Erbschaftssteuer war bereits bekannt und eingeführt, die nennt sich (in unserer heutigen Transskripition) sinnigerweise "Bestfall".

Das Urbar zeigt auch über viele Jahrhunderte tradierte Vorarlberger Flur- und Personennamen und ist damit auch sprachgeschichtlich höchst wertvoll. Das Buch sollte daher auch in seiner gebundenen Form bei keinem Vorarlbergensien-Sammlung fehlen.

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Inhaltsverzeichnis
Einleitung 6
Graf Hugo XII. von Montfort, der Minnesänger 7
Die Teilungen 1379 und 1409 7
Der Übergang an Österreich 9
Beschreibung des Urbars 10
Erläuterungen zur Edition 10
Edition 12
Informationen aus dem Urbar 50
Personen-, Orts- und Sachregister 53
Kommentar 67
Suchindex 91
Bibliografie 92

[ #Vorarlberg ] Arbeiterbewegung in Vorarlberg 1870-1946

(Free eBook) Die Begleittexte zur Ausstellung "Im Prinzip: Hoffnung: Arbeiterbewegung in Vorarlberg 1870-1946"(Bregenz 1984) sind bei der Malin-Gesellschaft kostenfrei als Online-Texte oder als eBook (PDF) greifbar. Damit steht ein Stück vernachlässigter Vorarlberger Geschichtsschreibung, nämliche jene der arbeitenden Menschen Vorarlbergs, den Interessierten zur Verfügung.

Download. Die Ausstellung bedeutete den Beginn einer umfassenden, kritischen Beschäftigung mit der Vorarlberger Arbeiterbewegung (auch der christlichen). Sie erfolgte in Form einer großzügigen Bild- und Objekt-Inszenierung in der inzwischen abgebrochenen Bregenzer Remise (Gestaltung: Reinhard Mittersteiner; wissenschaftliche Leitung: Kurt Greussing). Dazu erschien der gleichnamige Sammelband (Bregenz 1984).

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Inhalt Sammelband: Im Prinzip: Hoffnung.
Kurt Greussing
Einleitung - Arbeiterbewegung in Vorarlberg:
Traditionen, Brüche, Neuanfänge 9
Gerhard Oberkofler
Anfänge - Die Vorarlberger Arbeiterbewegung bis 1890.
Vom Arbeiterbildungsverein zur Arbeiterpartei 22
Reinhard Mittersteiner
Wachstum und Krise - Vorarlberger Arbeiterbewegung 1890-1918 73
Robert Sutterlütti
Italiener in Vorarlberg 1870-1914: Materielle Not und sozialer Widerstand 133
Werner Dreier
Konjunktur der Hoffnung - Vorarlberger Arbeiterbewegung 1918-1934 158
Reinhard Johler
"Jeatzt würds heall, jeatzt würds liacht".
Sozialistische Maifeiern in Vorarlberg 1890-1933 225
Gernot Egger
Integration und Widerstand.
Vorarlberger Arbeiterbewegung im Austrofaschismus 1934-1938 259
Meinrad Pichler
"Deutsches Leben heisst Arbeit".
Arbeiteropposition in Vorarlberg während der NS-Zeit 281
Hermann Brändle / Gernot Egger
Rohstoff Mensch:
Fremdarbeiter und Kriegsgefangene in Vorarlberg 299
Harald Walser
Anspruch und Wirklichkeit: Der Nationalsozialismus und die Vorarlberger Arbeiterschaft 308
Kurt Greussing
Schichtwechsel - Vorarlberger Arbeiterbewegung im Neuanfang 1945/46 341
Autorenverzeichnis 358
Bildquellennachweise 359
Namens- und Firmenregister 362


Inhalt: Begleittexte: Verfasser Markus Barnay

Industrialisierung in Vorarlberg:
Zwischen Heim und Fabriksarbeit

"Frönde Beattlar" und Zugereiste:
Italienische Arbeiter in Vorarlberg

Auf dem Weg zur Arbeiterpartei:
Vorarlberger Arbeiterbewegung bis 1890

"Vorwärts! Der neuen Zeit entgegen!"
Arbeiterbewegung von 1890 bis 1914

Hunger, Not und "Heldentod":
Arbeiterschaft im ersten Weltkrieg

Vorarlberg 1919:
Heimwehr statt Räterepublik

1919 bis 1927:
Der kurze Sommer der Sozialdemokratie

Auf dem Weg zum "neuen Menschen":
Arbeiterkultur und Arbeitersport in Vorarlberg

1. Mai
Der "Kampftag der Arbeiterklasse"

"Saubere Genossinnen":
Frauen in der Vorarlberger Arbeiterbewegung

1927 bis 1933:
Auf dem Weg in den "Ständestaat"

Vorarlberg 1933/34:
Das Ende der Demokratie

"Soldaten der Arbeit"
Vorarlberger Arbeiterschaft während der NS-Zeit

Schichtwechsel
Vorarlberger Arbeiterbewegung 1945/46

[ #Bregenz ] Hitlers unentbehrlicher Vorarlberger Helfer: Dr. Emil Gansser aus Bregenz


Wer weiß, denn schon, dass es ein "Vorarlberger" (Bild) war, welcher die Kontakte Hitlers zur Geldwirtschaft und Industrie hergestellt hatte?


Was nicht in euren Lesebüchern steht.Geschichten, welche im Geschichtsbuch fehlen,Sind immer die, um die sich alles dreht.(Erich Kästner)

Der Bregenzer Dr. Emil Gansser (auch Ganßer; * 7. Oktober 1874 in Bregenz; † 9. Januar 1941 in Berlin) war einer der ältesten und aktivsten Helfer Adolf Hitlers. Er ist in Bregenz geboren, übersiedelte aber mit seinen Eltern nach Stuttgart. 1924 fand er, nachdem er den deutschen Reichspräsidenten Friedrich Ebert des Landesverrates bezichtigt hatte, Zuflucht bei der NS-Fabrikantenfamilie Faigle in Hard.

Siemens. Emil Gansser war schon sehr früh für Hitler in der Schweiz um dort Geldspenden für ihn auzutreiben. Er ist leitender Angestellter (Sprengstoffchemiker) beim Siemenskonzern in Stuttgart. Als aktivster und erfolgreichster Geldsammler im In- und Ausland für die junge und noch fast unbekannte NSDAP nützt er die weitverzweigten Auslandsbeziehungen von Siemens: Insbesondere in der Schweiz rekrutiert der umtriebige Gansser Millionenbeträge für die Faschistenpartei. Durch polizeiliche Ermittlungen ist beispielsweise zweifelsfrei im Jahre 1923 belegt, dass Gansser einmal 33.000 Schweizer Franken in die NSDAP-Kasse heimbrachte.

Belegt sind auch als von ihm "aufgerissene" Spender-Namen wie Borsig, Siemens, und der Malzkaffeefabrikant Richard Franck. Daneben arrangiert er im Frühjahr 1922 des "Proleten" Hitlers Auftritte im Berliner "Nationalklub" vor versammelter großindustrieller und bürgerlicher Prominenz. Gansser in einem Schreiben an einen weiteren Siemens-Nazi: "Wie kann die Masse des deutschen Volkes von der Roten Internationale auf den Boden des deutschen Volkstums zurückgeführt werden, oder wie schaffen wir einen deutschen Willensblock?"

Antidemokrat. Im Juni 1922 rief der Emil Gansser dem deutschen Staatsoberhaupt Ebert auf dem Münchner Bahnhofsvorplatz "Landesverräter" zu. Ein solches Schlagwort kursierte schon seit einiger Zeit in der Presse. Der Vorwurf des Landesverrats stammte aus der Zeit, in der die Sozialdemokraten zu Reichsfeinden abgestempelt, ausgegrenzt und bekämpft worden waren. Konkret richtete sich der Vorwurf auf Friedrich Eberts Eintritt in die Streikleitung bei den Ausständen im Januar 1918. Ebert trat in einem vor dem Amtsgericht in München anhängigen Verfahren als Nebenkläger auf. Als das Gericht in München den Reichspräsidenten provokativ als Zeugen für den 7. Februar 1924 vorlud, beschloss Ebert auf das Anraten seines Rechtsanwaltes, den Strafantrag gegen Emil Gansser zurückzuziehen. Das brachte die antirepublikanische Hetzlawine erst richtig ins Rollen, denn der Rückzieher Eberts wurde kurzerhand in ein Eingeständnis der Schuld umgedeutet. Die Angelegenheit gipfelte in dem Urteil eines Magdeburger Gerichts: In seiner Urteilsbegründung stellte dieses fest, Ebert habe vom strafrechtlichen Standpunkt aus "durch seine Beteiligung an dem Berliner Massenstreik im Januar 1918" Landesverrat begangen. Jedem war es nun erlaubt, den Reichspräsidenten ungestraft als Landesverräter zu bezeichnen. Wer die Republik und ihre Vertreter hasste, fühlte sich durch dieses Urteil bestätigt. Das Magdeburger Urteil war politischer Rufmord. Friedrich Ebert war vom Ausgang dieses Prozesses tief getroffen. Er starb wenige Wochen nach diesem Urteil.

Korrupte Bagage. Hitler wusste Emil Gansser auch später zu helfen. Auf persönliche Anordnung Adolf Hitlers musste Bormann in der Zeit zwischen 28.3. und 15.4.1939 eine einmalige Unterstützung von 10.000 Reichsmark ausbezahlen um Ganssers dringendste Schulden und Mietzinsrückstände zu begleichen. Gleichzeitig wurden ihm aus der Amtskasse monatliche 600 Reichsmark an "Unterhaltszahlung" zur angemessenen Lebensführung gewährt. Die Unterstützung als "Ehrensold" war einkommenssteuerfrei und nicht pfändbar.

Findmittelbuch Deutsches Bundesarchiv: Pflegschaft und Nachlaßverwaltung Dr. Emil Gansser
Bemerkung: Sprengstoffchemiker bei Siemens & Halske, vermittelte Hitlers Vortrag vor dem Nationalen Klub 1919 e. V. in Berlin am 29. Mai 1922, 1937 - 1941 Krankenhausaufenthalt wegen Paralyse, 1941 gestorben

Enthält u.a.:
Zuschüsse zur Pflegschaft und zur Befriedigung der Gläubiger. - Nachruf von Lammers (Völkischer Beobachter Nr. 17 vom 17. Jan. 1941)
Unterlagen über Ganssers politische Tätigkeit 1922, dabei: Einladung zu Hitlers Vortrag (Fotokopie), Förderung dieses Vortrages durch den Siemens-Direktor Dr. Burhenne, Zeugnisse von Hitlers militärischen Vorgesetzten Oberstleutnant von Lünenschloß (Btl. Kdr. im Rgt. List) und Generalmajor Petz (Rgts-Kdr.) über Hitler als Regimentsordonnanz 1914 - 1916
Hans Gansser. Sein Bruder Hans Gansser (geb. 1884), war Sachverständiger für Musik im Württembergischen Kultusministerium und ein schauriger Dichter von NS-Liedern. Er wird auch als Komponist des Hakenkreuzliedes von Kernstock zitiert (Das Hakenkreuz -Lied Komponist: Hans Ganßer / Texter: Pfarrer Ottokar (Otto) Kernstock, Berliner Philharmoniker / Gesang: Gerhard Hüsch, 1933)

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[ #Frastanz ] Starker "Tubackh" aus Frastanz

Die Pfeife ist mit dem Kaffee das Symbol türkischer Gastfreundschaft. Seit 2002 wächst vor dem Frastanzer Rathaus Tabak.

Tabacco di Frastanza. Um das Jahr 1700 beschlossen einige Landwirte in Frastanz ihr Einkommen durch den Anbau von Tabakpflanzen aus dem Elsass aufzufetten. Wohl hatten Frastanzer Wanderarbeiter das Wissen und die Idee mit in die Heimat gebracht. Schon bald hatten sie sich nicht nur das Wisssen für den Anbau sondern auch für die Verarbeitung angeeignet. In der Frastanzer Gemeindegeschichte wird gar kolportiert, dass der Tabak bis nach Straßburg und Mailand transportiert worden sei, wo er als „Tabacco di Frastanza“ und „Tabacco di Mariexa“ gehandelt worden sein soll. Angebaut wurde der Tabak hauptsächlich in den Parzellen Hofen, Einlis, Mariex und Amerlügen. Wobei "Frastanz" eben nicht ganz richtig ist, ist doch Mariex Teil von Nenzing!

In Vorarlberg wurde dann also Tabak von der Mitte des 18. Jahrhunderts an bis etwa 1835 in der Gegend von Frastanz angebaut. Die Blütezeit des Frastanzer Tabakanbaus war vor 1784, vor der  Einführung  des Tabakmonopols durch Kaiser Joseph II. Der  Tabakanbau war denn auch sichtlich für viele Frastanzer Familien des ausgehenden 18. Jahrhunderts ein wichtiger landwirtschaftlicher Zuerwerb. Dies  belegen diverse Verlassenschaftsakten, in denen der "Tubackh" ausdrücklich erwähnt wird.

Den Frastanzern kam die Monopolisierung von 1828 besonders auch deshalb äußerst  ungelegen, weil damit besonders der Tabakverarbeitung ein Riegel vorgeschoben wurde. In Frastanz wurde Tabak nämlich nicht nur die Pflanze angebaut, sondern auch weiterverarbeitet. Um 1806 wird eine Tabakstampfe in Frastanz erwähnt. Betrieben wurde die  Tabakmühle im Haus Beim St. Wendelin von Johann Christian Walser.

Als Anbaufläche dienten  den Frastanzern nicht  nur die Hausgärten, sondern kleinere Mengen an Tabakpflanzen wurden oft auf den Misthaufen gepflanzt. So werden die Tabakstauden wie auch das Ver- und Bearbeitungswissen wohl für den Hausgebrauch auch noch länger gehalten haben, sodass man 1848 mit der Revolution auch den Tabakanbau wieder versuchen konnte. Dies wurde aber von der Obrigkeit nach dem Kartätschen der Revolution ebenso nachhaltig unterbunden. Ein  solcher Tabakanbau als Hausgbrauch ist aber immerhin noch für die Notzeiten der beiden Weltkriege überliefert.


Österreichische Tabak-Regie.  Der Tabakanbau begann mit der Globalisierung durch die Entdeckung Amerikas. Die Spanier übernahmen die Verwendung des indianischen und vor allem dort kultisch verwendeten Tabaks als Genussmittel  und führten ihn 1518 in Europa ein.

Ab zirka 1570 wurde auch in Österreich Tabakanbau für Heilzwecke betrieben, im Feldbau wurde Tabak in Oberösterreich und Niederösterreich, anfänglich wohl auch mit guten Gewinnen gepflanzt. In der Steiermark begann man gegen Ende des 17. Jahrhunderts  mit dem Tabakanbau. Doch allzubald entdeckte der Staat sein Interesse.

Die Monopolisierung des Verkaufs, steuerliche Belastung und Importe ließen den Tabakanbau interessant werden. Die Landstände als Großgrundbesitzer fürchteten nicht nur eine Bodenverschlechterung, die Konkurrenz des ungarischen Tabaks und staatliche Eingriffe verhinderten einen Aufschwung, der Tabakanbau ging ständig zurück. Eine Tendenz zur Monopolisierung gab es im Habsburgerreich bereits im frühen 18. Jahrhundert. Um 1700 wurde daher der Tabakanbau außerhalb von Hausgärten verboten. Eine Verbesserung brachte kurzfristig die Gründung der 1. Tabakfabrik 1722 in Hainburg.

Ab 1723 waren Anbaulizenzen erforderlich und wurde der freie Verkauf untersagt. 1764 erließ Kaiserin Maria Theresia ein Monopol für Ober- und Niederösterreich, das sie einer privaten Gesellschaft übertrug.

1784 wurde die Österreichische Tabakregie unter Joseph II. als Vollmonopol für alle österreichischen Länder gegründet. Dieses war unter anderem zur Versorgung von Kriegsinvaliden gedacht, die bei der Zuteilung der Verschleißstellen bevorzugt wurden (Trafik für einfache Soldaten, Großhandel für Offiziere). Dieses Monopol schwächte einerseits die Lage der Tabakbauern, andererseits gab es ihnen in Krisenzeiten Sicherheit.

1825 hörte der Tabakanbau in Österreich faktisch völlig auf. Es wurde nur noch in begrenzten Mengen der Anbau von Bauerntabak akzeptiert, der durch seine schlechtere Qualität keine Bedrohung für das Monopol war. Dokumentiert ist eine derartige förmliche Erlaubnis für die Bauern des oberen Inntales 1848-1860. 1850 wurde das Monopol auf die ungarischen Kronländer ausgeweitet, damit verlagerte die Regie auch allmählich den Großteil ihres Anbaues in diese Länder mit ihrem milderen Klima. 1864 wurden die ersten Regiezigaretten gedreht, mit dem steigenden Bedarf stieg Tabak zur wichtigsten Kolonialimportware auf.

Ende des 19. Jahrhunderts und 1918-39 versuchte man vergeblich, den Tabakanbau wieder zu beleben. Erfolge stellten sich erst nach 1945 ein. 1994 wurden 190,12 ha von 184 Anbauern bestellt, davon entfielen auf die Steiermark 122,05 ha, Niederösterreich 35,6 ha, Burgenland 25,17 ha und Oberösterreich 7,30 ha. 1993 betrug die Erntemenge 393 t, das waren damals noch gerade mal drei Prozent der Verarbeitungsmenge der Tabak-Regie.

Europäische Union. Der Tabakanbau in Europa wurde von der Europäischen Union mit Subventionen von bis zu 1 Milliarde Euro jährlich gefördert. Ab 2005 wurden 20 Prozent der EU-Zahlungen gezielt dafür eingesetzt, die Tabakbauern zum Umsteigen auf andere Erzeugnisse zu ermuntern. Im Jahr 2010 wurde die Subventionierung des Tabakanbaus in der EU gänzlich eingestellt, Umstellungsbeihilfen gab es noch bis 2013.

Entwicklungsländer. Zu Anfang des 21. Jahrhundert lagen fast 90 Prozent der Anbauflächen in den südlichen Ländern. Besonders in den Niedrig- und Mitteleinkommensländern der tropischen und subtropischen Landschaftszonen in Afrika, Lateinamerika und Asien, den Schwellen- und Entwicklungsländern des Südens, nimmt der Tabakanbau zu.

Im Zeitraum von 1961 bis 2002 ist die Anbaufläche in Europa und Nordamerika um 60 Prozent gefallen und stieg in der gleichen Zeitspanne in der „Dritten Welt“ um ca. 60 Prozent an. Beispiele für extreme Anbauzunahme ist Malawi mit Verdoppelung und Tansania mit Versechsfachung innerhalb von 40 Jahren. Der Tabakanbau führt in den afrikanischen Anbaugebieten zu verstärkter Abholzung von Wäldern, ist eine Konkurrenz zum unmittelbar lebensnotwendigen Nahrungsmittelanbau, führt zu Humusabbau des Bodens und starker wirtschaftlicher Abhängigkeit von den Tabakaufkäufern.

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