Donnerstag, 18. Januar 2018

[ #Vorarlberg ] Käsknöpfle oder Kässpätzle?


Käsespätzle sind ein vegetarisches Gericht aus den Gebieten Allgäu, Schwaben, der Schweiz und Vorarlberg. 

Kässpätzle sind wohl das bekannteste Spätzlegericht. Besondere Tradition hat es in Schwaben, im Allgäu und in Vorarlberg als Käsknöpfle. Gemeinsam ist den vielen Varianten, dass Spätzle, abgeschmälzte Zwiebeln und verschiedene Käsesorten geschichtet werden.

Typische Käsesorten sind
  • Emmentaler und Bergkäse, aber auch Limburger Käse, Weißlacker-Käse oder Vorarlberger Berg- und Räßkäse. 
  • Der Räßkäse (alemannisch räss/räß ‚scharf, würzig‘, örtlich Räßkäs, schweizerisch Rasskäse) ist ein naturgereifter Schnittkäse aus pasteurisierter Kuhmilch.
  • Nicht nur im Montafon nimmt man als dritte Käsesorte gerne "Sura Kees" (Räßkäse, Bergkäse und Sura Kees).
Beilagen sind oft Blattsalate, meistens aber auch dort deftig: Kartoffelsalat.

Wussten Sie, dass ...

... die Zwiebel besonders knusprig werden, wenn man die geschnittenen Zwiebel, unmittelbar vor dem Rösten in einem Schüsselchen mit Deckel mit wenig Mehl gut durchschüttelt?

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Dienstag, 16. Januar 2018

[ #Bludenz ] Inkognito: Der Bludenzer Landratsbeamte "Dr. Kurt Freiherr"


In Bludenz gelang es dem im Untergrund lebenden Juden Dr. Walter Leopold aus Leipzig, unter dem Pseudonym Kurt Freiherr unerkannt vom 15. September 1944 bis zur Befreiung im Mai 1945 unentdeckt zu bleiben.

Walter Leopold hatte unter Fred Grubel (Fritz Grübel) in der Steuerabteilung der Jüdischen Gemeinde in Leipzig gearbeitet. Verschiedentlich wird angegeben, dass Walter Leopold bereits im November/Dezember 1938 in Buchenwald in Haft war. Nach Fred Grubel, dem späteren Leiters des Leo-Baeck-Institutes in New-York, der selbst 1938 in Buchenwald inhaftiert war, stellt es sich jedoch im Wesentlichen so dar, dass Dr. Walter Leopold den Umsiedlungsversprechen der Nazis nicht glaubte und sich vor der Deportation durch Untertauchen rettete.

Sonderghetto Theresienstadt. Die Familie sollte nämlich mit dem vierten Transport am 19. September 1942 in das Sonderghetto Theresienstadt aus Leipzig deportiert werden. Der erste und auch größte „Judentransport“ nach Theresienstadt verließ, aus Weimar kommend, am späten Abend des 19. September 1942 Leipzig. 440 jüdische Männer, Frauen und Kinder mussten sich am Vortag in Leipzig bei der Sammelstelle einfinden. Am 19. September wurden die Menschen zum Güterbahnhof Engelsdorf gebracht, wo sie in aufgestellten Zelten mehrere Stunden auf die Ankunft des Zuges aus Weimar mit Schicksalsgefährten aus Thüringen warteten. Auch aus Halle (Saale) wurden Juden mit einem Omnibus für den Weitertransport zum Güterbahnhof gebracht. Am 20. September kam der Transport mit 877 Menschen in Theresienstadt an. Darunter 14 Mitarbeiter der Leipziger jüdischen Gemeindeverwaltung sind am 19. September 1942 mit nach Theresienstadt deportiert worden. Vierzehn jüdische Personen entzogen sich durch den Freitod der Deportation.

Eine jüdische Familie, die ebenfalls deportiert werden sollte, fehlte. Sie wurde von nichtjüdischen Bekannten versteckt und hielt sich tagsüber unter freiem Himmel in Parks auf, wo sie von ihren nichtjüdischen Helfern auch mit Lebensmittel versorgt wurden. Walter und Hilda Leopold und die 5-jährige Tochter Anneliese tauchten just am 17. September 1942 unter und hielten sich bis zum 4. Dezember 1943 versteckt. Nach einem schweren Luftangriff auf Leipzig meldete Walter Leopold mit einem gefälschten Ausweis als Dr. Kurt Freiherr aus Mannheim eine neue Identität an. Das Ausweisdokument hatte ihm einer seiner nichtjüdischen Helfer besorgt. Dieser war als Verwaltungshelfer bei der Reichswehr und hatte dort einen unbenutzten Militärpass entwendet und auf Dr. Freiherr gefälscht. In den Wirren der Bombennacht gelang das Täuschungsmanöver. Zudem konnte die Polizei aus Mannheim keine Akten einholen, da diese ebenfalls bei den Luftangriffen vernichtet worden waren.

Die Familie lebte noch einige Monate in Leipzig, ging dann aber aus Furcht, entdeckt zu werden, nach Bludenz. Möglicherweise kannten sie die Alpenstadt aus früheren Ferienaufenthalten, gesichert ist das nicht und wäre wohl auch nicht sinnvoll gewesen, sich einer Entdeckung auszusetzen. Sie lebten dann auch tatsächlich bis zum Kriegsende in Bludenz, wo Walter Leopold auf dem Landratsamt arbeitete. Geschulte Verwaltungsbeamte waren zu diesen Kriegszeiten rar und nach der Schilderung des oben erwähnten Fred Grubel musste der Bludenzer Bürgermeister gar eine Sonderbewilligung beim Gauleiter in Innsbruck wegen der Beschäftigung eines NICHT-NSDAP-Mitgliedes einholen, weil Dr. Kurt Freiherr eine Entdeckung fürchtete, wenn er eine NSDAP-Mitgliedsanmeldung angestrebt hätte. Kurzum es gelang. Er soll sich auch dem Widerstand angeschlossen oder daran beteiligt gewesen sein.

Als die französische Armee in Vorarlberg zu Kriegsende einrückte und sich Dr. Kurt Freiherr aus Mannheim als Dr. Walter Leopold aus Leipzig zu erkennen gab, war er zwar der Verfolgung durch Nazi-Schergen sicher, aber nicht ohne weitere Probleme. Als er den "neuen" österreichischen Verwaltungsbehörden seine wahre Identität eröffnete, entließen sie ihn sofort als "Ausländer, andere klagten ihn gar als "Nazi-Kollaborateur" an, damit sie an seine Wohnung kommen konnten. Schlußendlich zeigte sich aber der französische Kommandant einsichtig. Angeblich überreichte ihm der Kommandant das eben vor dem Einmarsch in Vorarlberg von Berlin eingetrofene Todesurteil gegen ihn. Danach waren die Franzosen dann zumindest für die Familie des Dr. Walter Leopold noch rechtzeitg als Befreier in Vorarlberg einmarschiert.

Dr. Walter Leopold wanderte danach mit Hilfe jüdischer Freunde 1951 in die USA (Cincinnati, Ohio) aus und bekam eine Stelle als Nachtwächter in einem Schlachthaus. Kurz darauf verstarb er aufgrund eines Herzanfalles.


Freitag, 12. Januar 2018

[ #Vorarlberg ] Weißwäsche: Vorarlbergs Beitrag zum Rot-Weiß-Rot-Buch 1946

Von Seiten der Geschichtswissenschaft wird das Rot-Weiß-Rot-Buch als nichtwissenschaftliches Werk abgelehnt, da es die Ereignisse in Österreich in den Jahren zwischen 1933 und 1945 verkürzt und selektiv darstellt. 
Das Ansinnen des damaligen Landeshauptmannes Ilg mag zwar aus der Zeit heraus verständlich sein, nämlich weiteren Schaden von Vorarlberg und Österreich abzuhalten. Ein solche Projekt kehrte allerdings unter den Teppich, dass auch Vorarlberg einen erheblichen Anteil an der nationalsozialistischen Machtergreifung hatte und dieeben damals handelnden Politiker auch in diese Vorgänge selber nicht unwesentlich und schuldhaft verstrickt waren. Sie waren jedenfalls nicht nur im Interesse Österreich und des Landes Vorarlberg aktiv. Es sollte auch ihr eigenes politisches Versagen und ihre Beteiligung an der Beseitigung der Demokratie vergessen gemacht werden. Schließlich war ja bereits ein prominenter Nazi Landesamtsdirektor geworden.
Gerechtigkeit für Österreich! Das Rot-Weiß-Rot-Buch (Untertitel: Gerechtigkeit für Österreich!) ist eine 1946 vom österreichischen Außenministerium in Auftrag gegebene Sammlung von Dokumenten aus der Zeit von 1933 bis 1945. Es stellt die Rolle des Staates Österreich vor dem Anschluss an das Deutsche Reich und die Geschehnisse während des Zweiten Weltkrieges dar und sollte dadurch die außenpolitische Position der damaligen Regierung gegenüber den alliierten Besatzungsmächten stützen. Das Buch wandte sich aber auch an die österreichische Bevölkerung und wollte den Patriotismus gegenüber der jungen Zweiten Republik stärken. Es ist heute in der Geschichts- und Politikwissenschaft ein heftig umstrittenes Werk, da es den Staat Österreich als ein vom Deutschen Reich gewaltsam okkupiertes Land darstellt und die Beteiligung vieler österreichischer Bürger an den Verbrechen des Nationalsozialismus unerwähnt lässt.

Im Frühjahr 1946 rechnete die Bundesregierung noch mit einem schnellen Abschluss eines Staatsvertrages. Es galt, die alliierten Verhandler und die Weltöffentlichkeit zu überzeugen, dass Österreich im Sinn der Moskauer Deklaration von 1943 tatsächlich als erster Staat Hitlers Aggressionspolitik zum Opfer fiel und die Österreicher, wie gefordert, gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft Widerstand leisteten.

Im April 1946 erging vom Außenminister Karl Gruber (ÖVP) ein Rundschreiben an alle Behörden und Dienststellen in allen Bundesländern, Dokumente und statistisches Material aus der Zeit von 1933 bis 1945 nach Wien ins Ministerium zu schicken, da es sehr dringlich sei gegenüber der Weltöffentlichkeit und den alliierten Besatzungsmächten eine mit wissenschaftlichen Belegen ausgestattete Dokumentation der Rolle Österreichs in dieser Zeit vorlegen zu können. Dieses Rundschreiben würde an die Landeshauptleute ausgesandt und diese beauftragten dann die ihnen unterstellten Behörden.

Im erhaltenen Schreiben des Vorarlberger Landeshauptmanns Ulrich Ilg an die ihm unterstellten Dienststellen schildert er auch ganz offen, welche Intention hinter diesem möglichst schnell zu erstellenden Werkes steht (Zitat):
„Zweck dieser Darstellung ist es, die Tatsachen zu erhärten und ihre allgemeine Erkenntnis zu festigen, daß Österreich durch Gewaltmaßnahmen und Terror überwältigt und als jeder freien Willensäußerung beraubtes besetztes Gebiet in den Dienst der nationalsozialistischen Aggressions- und Kriegspolitik gezwungen wurde und daher, so wie alle anderen besetzten Staaten, nicht für die Handlungen und Auswirkungen dieser Politik verantwortlich gemacht werden kann.“
Von über 30 Vorarlberger Beiträgen fand nur einer auszugsweise in der Dokumentation Verwendung, die im Dezember 1946 schließlich als „Rot-Weiß-Rot-Buch“ erschien. Eine englische Übersetzung folgte im Jänner 1947. Immerhin sind das Dokumentationsmaterial aus der Besatzungszeit für Vorarlberg eine feine Quelle.

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[ #Vorarlberg ] Rechtsextremismus in Vorarlberg nach 1945

[Free eBook] Hakenkreuze, SS-Runen und das nationalsozialistische Gedankengut schienen nach dem Fall des Dritten Reiches auch in Vorarlberg nur mehr die Zeugen einer furchtbaren Vergangenheit zu sein. Doch sowohl die Symbole als auch die Ideologie des Nationalsozialismus sind in bestimmten Kreisen noch immer oder wieder aktuell. 

Sie weisen so einerseits auf eine Kontinuität und andererseits auf einen Neubeginn nazistischer und rechtsextremer Strömungen in Vorarlberg hin. Dabei erstreckt sich die Bandbreite von politisch organisierten Gruppen wie der "Nationaldemokratischen Partei" (NDP) über den international bekannten Rechtsextremisten Walter Ochensberger bis hin zu den sehr aktiven und gewaltbereiten Skinheads.

Der Rechtsextremismus ist aber auch in Vorarlberg ein Phänomen, das nicht nur an den - extremen - Rändern auftritt, sondern auch zum Teil in der Gesellschaft eingebettet ist. Das Buch analysiert erstmals umfassend die historischen Hintergründe, die Entwicklung und die aktuelle Situation rechtsextremer Strömungen und Gruppen in Vorarlberg.

Malin-Gesellschaft. Die Johann-August-Malin-Gesellschaft widmet sich der Erforschung der Vorarlberger Zeitgeschichte, und hier besonders ihren lange vernachlässigten Themen wie Antisemitismus, Austrofaschismus und Nationalsozialismus. Sie bringt sich auch in öffentliche Debatten zu diesen Fragen ein. Diese Publikation und ihre freundliche Online-Stellung ist ein Teil dieser Tätigkeit.

Franz Valandro: Rechtsextremismus in Vorarlberg nach 1945. Studien zur Geschichte und Gesellschaft Vorarlbergs, Band 15. 1999, kt. 21 Abb., ISBN 3-90075BN 3-900754-23-3, öS 198,- / € 14,39


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Inhaltsverzeichnis zur ersten Orientierung über den Inhalt:

Vorwort 7
1. Einleitung 9
2. Begriffsdefinitionen 13
3. Das schwere Erbe der Vergangenheit 17
4. In der Grauzone - Problematische Argumentationslinien der "Pro-Vorarlberg-Bewegung" 25
5. Der VdU und die FPÖ in Vorarlberg 30
6. Die Nationaldemokratische Partei (NDP) in Vorarlberg 35
7. Walter Ochensberger und der "Sieg" - Ein Rechtsextremist von internationaler Bedeutung aus Vorarlberg und seine Publikationen 50
8. Die Vorarlberger Skinheadszene - Entstehung, Entwicklung, aktuelle Situation und Perspektiven 86
9. Eine abschließende Bilanz 136
Anhang 138
Anmerkungen 175
Quellen- und Literaturverzeichnis 192
Personenregister 204
Ortsregister 206



Donnerstag, 11. Januar 2018

[ #Vorarlberg ] "Helden" des Jahres 1809 in Vorarlberg

Riedmiller-Denkmal in Bludenz
Von Giacomo 1970 aus der deutschsprachigen Wikipedia, CC BY-SA 3.0
[Free PDF] Napoleon und den Bayern verdankte Vorarlberg unter vielem anderen den Ausbau des Schulwesens, eine bessere Versorgung mit Ärzten und Hebammen, die Beseitigung der Diskriminierung jüdischer Mitbürger, die Abschaffung der Strafen für uneheliche Geburten und die Einführung der Feuerversicherung. Napoleon spielte zeitweise sogar mit dem Gedanken oder wie man heute sagen würde, er hatte "angedacht" Vorarlberg (samt Tirol) der Schweiz anzuschließen.

Franzosenbefreiung. Ein kostenloses Angebot von "textfeld.at" ermöglicht den Download eines leicht lesbaren Aufsatzes von Michael Kasper ("Helden" des Jahres 1809 in Vorarlberg. Seminararbeit, 2005) und damit auch eine angemessene Immunisierung gegen die latent noch immer vorhandene Mär von der Franzosenbefreiung des Jahres 1809, die freilich in Tirol noch stärker weiterlebt.

Dass bis in die heutigen Tage das Wissen um die Vorarlberger "Helden" dünn ist und von mancherlei Ressentiments getragen war, zeigt der Verfasser in seiner Arbeit bereits einleitend:
Noch dazu kommt das Verunglimpfen des ihrer Meinung nach zu liberalen Schneider durch die katholisch-konservativen "Klerikalen" im Zuge der Planungen für ein ihm gewidmetes Denkmal vor 1910. "Anton Schneider [wurde] als Feigling, Betrüger, Verräter und Ehebrecher abgestempelt." Einen solchen Mann konnten und wollten die damals federführenden Kräfte nicht zum Volkshelden stilisieren.Doch genaueres dazu weiter unten. Auch der "Schwab Riedmiller" konnte mit seiner Herkunft aus Memmingen nicht als echter Vorarlberger Volksheld fungieren. Außerdem war er nie Anführer des gesamten Landes gewesen, sondern nur Major eines Schützenbataillons. Schließlich mündeten die Feierlichkeiten zum 175-Jahr-Jubiläum des Aufstandsjahres 1984 in einer letzten Denkmalsenthüllung – für Andreas Hofer in der Südtirolersiedlung in Bregenz. Ein bezeichnender Abschluss der Rezeptionsgeschichte des Erinnerungsortes "1809".
Heldendämmerung. Dazwischen liest sich die Geschichte der Vorarlberger "Helden" Schneider und Riedmiller aber auch recht erbaulich, wenn man die Alemannen- und Selbstverwaltungsmärchen (die vom bösen zentralistischen Wien abgrenzen  und eine rassisch fundierte allemanische bessere Eigenart der Vorarlberger suggerieren sollte) noch im Ohr hat. Jedenfalls "menschelts" da auch unter den "Freiheitskämpfern" sehr. Und in diesem Zusammenhang sei auch ergänzend erwähnt, dass der erste "Vorarlberg zur Schweiz" Proponent Napoleon höchstpersönlich war - gegen den ausdrücklichen Widerstand der Vorarlberger (Stände).  Aber lassen wir das Heldenmanuskript im Schluss nochmals zu Wort kommen:

Zusammenfassend ist in erster Linie festzuhalten welchen kleinen Stellenwert "1809" als Erinnerungsort in Vorarlberg hat. Damit zusammenhängend wurden auch die "Helden des Freiheitskampfes", für die stellvertretend Dr. Anton Schneider und Bernhard Riedmiller beschrieben wurden, in der Folgezeit marginalisiert und kaum zu identitätsstiftenden Heroen des "freiheitsliebenden Landes" stilisiert. Nur in wenigen Fällen instrumentalisierten gewisse intellektuelle Kreise Personen oder Ereignisse der Zeit um 1809 für ihre politischen Zwecke, doch blieben diese Aktivitäten zumeist sehr beschränkt. Am nachhaltigsten wirkte wohl die Verunglimpfung Anton Schneiders um 1900 nach. So muss Vorarlberg im Gegensatz zu Tirol, das bis heute sehr stark auf die 1809-Ereignisse und vor allem "Andre" Hofer zurückgreift, andere Traditionen heranziehen um eine gemeinsame Identität zu schaffen. Wurde dies bis zu Beginn der 80er Jahre von Benedikt Bilgeri, Elmar Grabherr und den Vorarlberger Nachrichten (unter Franz Ortner) mittels Alemannentümelei propagiert, hat sich glücklicherweise inzwischen ein Mentalitäts(?)wandel eingestellt und sich der überdurchschnittlich hohe Ausländeranteil ausgewirkt, sodass heute andere Werte als "Volkszugehörigkeit" bei der Produktion einer regionalen Identität überwiegen.

Ausnahmen bestätigen laut einem Sprichwort aber nur die Regel.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

Mittwoch, 10. Januar 2018

[ #Bodensee ] Prähistorische Pfahlbauten rund um die Alpen in sechs Sprachen


Die Fundstellen prähistorischer Pfahlbauten in sechs Alpenländern wurden 2011 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. 

Die Bewerbung lief unter der Federführung der Schweiz. Alle anderen Fundorte von Pfahlbausiedlungen im Umfeld der Alpen gelten als assoziierte Stationen der 111 direkt aufgenommenen Fundorte. Damit liegt die Gesamtzahl im Welterbe Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen bei etwas über 900 und steigt mit jedem neuen Fund.

Von den 111 Pfahlbaufundstellen in sechs Alpenländern, sind auch fünf in Oberösterreich (Attersee, Mondsee) und Kärnten (Keutschacher See) und bilden das grenzüberschreitende Welterbe. Die Seeufersiedlungen des Alpenraumes zählen zu den bedeutendsten archäologischen Kulturgütern Europas. Die frühesten Beispiele reichen bis 5000 Jahre v.Chr. zurück und illustrieren die Geschichte des Alpenraums im Verlauf von Neolithikum, Bronzezeit und Eisenzeit.

Vorarlberger-Bloghaus-Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!
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Samstag, 30. Dezember 2017

[ #Vorarlberg ] Arbeiterbewegung in Vorarlberg 1870-1946

(Free eBook) Die Begleittexte zur Ausstellung "Im Prinzip: Hoffnung: Arbeiterbewegung in Vorarlberg 1870-1946"(Bregenz 1984) sind bei der Malin-Gesellschaft kostenfrei als Online-Texte oder als eBook (PDF) greifbar. Damit steht ein Stück vernachlässigter Vorarlberger Geschichtsschreibung, nämliche jene der arbeitenden Menschen Vorarlbergs, den Interessierten zur Verfügung.

Download. Die Ausstellung bedeutete den Beginn einer umfassenden, kritischen Beschäftigung mit der Vorarlberger Arbeiterbewegung (auch der christlichen). Sie erfolgte in Form einer großzügigen Bild- und Objekt-Inszenierung in der inzwischen abgebrochenen Bregenzer Remise (Gestaltung: Reinhard Mittersteiner; wissenschaftliche Leitung: Kurt Greussing). Dazu erschien der gleichnamige Sammelband (Bregenz 1984).

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]
Verortet in Reiter
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Link

 







 

 







Lohnt sich ein Download? Ein Blick auf das kostenlose Informationsangebot: 

Inhalt Sammelband: Im Prinzip: Hoffnung.
Kurt Greussing
Einleitung - Arbeiterbewegung in Vorarlberg:
Traditionen, Brüche, Neuanfänge 9
Gerhard Oberkofler
Anfänge - Die Vorarlberger Arbeiterbewegung bis 1890.
Vom Arbeiterbildungsverein zur Arbeiterpartei 22
Reinhard Mittersteiner
Wachstum und Krise - Vorarlberger Arbeiterbewegung 1890-1918 73
Robert Sutterlütti
Italiener in Vorarlberg 1870-1914: Materielle Not und sozialer Widerstand 133
Werner Dreier
Konjunktur der Hoffnung - Vorarlberger Arbeiterbewegung 1918-1934 158
Reinhard Johler
"Jeatzt würds heall, jeatzt würds liacht".
Sozialistische Maifeiern in Vorarlberg 1890-1933 225
Gernot Egger
Integration und Widerstand.
Vorarlberger Arbeiterbewegung im Austrofaschismus 1934-1938 259
Meinrad Pichler
"Deutsches Leben heisst Arbeit".
Arbeiteropposition in Vorarlberg während der NS-Zeit 281
Hermann Brändle / Gernot Egger
Rohstoff Mensch:
Fremdarbeiter und Kriegsgefangene in Vorarlberg 299
Harald Walser
Anspruch und Wirklichkeit: Der Nationalsozialismus und die Vorarlberger Arbeiterschaft 308
Kurt Greussing
Schichtwechsel - Vorarlberger Arbeiterbewegung im Neuanfang 1945/46 341
Autorenverzeichnis 358
Bildquellennachweise 359
Namens- und Firmenregister 362


Inhalt: Begleittexte: Verfasser Markus Barnay

Industrialisierung in Vorarlberg:
Zwischen Heim und Fabriksarbeit

"Frönde Beattlar" und Zugereiste:
Italienische Arbeiter in Vorarlberg

Auf dem Weg zur Arbeiterpartei:
Vorarlberger Arbeiterbewegung bis 1890

"Vorwärts! Der neuen Zeit entgegen!"
Arbeiterbewegung von 1890 bis 1914

Hunger, Not und "Heldentod":
Arbeiterschaft im ersten Weltkrieg

Vorarlberg 1919:
Heimwehr statt Räterepublik

1919 bis 1927:
Der kurze Sommer der Sozialdemokratie

Auf dem Weg zum "neuen Menschen":
Arbeiterkultur und Arbeitersport in Vorarlberg

1. Mai
Der "Kampftag der Arbeiterklasse"

"Saubere Genossinnen":
Frauen in der Vorarlberger Arbeiterbewegung

1927 bis 1933:
Auf dem Weg in den "Ständestaat"

Vorarlberg 1933/34:
Das Ende der Demokratie

"Soldaten der Arbeit"
Vorarlberger Arbeiterschaft während der NS-Zeit

Schichtwechsel
Vorarlberger Arbeiterbewegung 1945/46

Montag, 25. Dezember 2017

[ #Frastanz ] Starker "Tubackh" aus Frastanz

Die Pfeife ist mit dem Kaffee das Symbol türkischer Gastfreundschaft. Seit 2002 wächst vor dem Frastanzer Rathaus Tabak.

Tabacco di Frastanza. Um das Jahr 1700 beschlossen einige Landwirte in Frastanz ihr Einkommen durch den Anbau von Tabakpflanzen aus dem Elsass aufzufetten. Wohl hatten Frastanzer Wanderarbeiter das Wissen und die Idee mit in die Heimat gebracht. Schon bald hatten sie sich nicht nur das Wisssen für den Anbau sondern auch für die Verarbeitung angeeignet. In der Frastanzer Gemeindegeschichte wird gar kolportiert, dass der Tabak bis nach Straßburg und Mailand transportiert worden sei, wo er als „Tabacco di Frastanza“ und „Tabacco di Mariexa“ gehandelt worden sein soll. Angebaut wurde der Tabak hauptsächlich in den Parzellen Hofen, Einlis, Mariex und Amerlügen. Wobei "Frastanz" eben nicht ganz richtig ist, ist doch Mariex Teil von Nenzing!

In Vorarlberg wurde dann also Tabak von der Mitte des 18. Jahrhunderts an bis etwa 1835 in der Gegend von Frastanz angebaut. Die Blütezeit des Frastanzer Tabakanbaus war vor 1784, vor der  Einführung  des Tabakmonopols durch Kaiser Joseph II. Der  Tabakanbau war denn auch sichtlich für viele Frastanzer Familien des ausgehenden 18. Jahrhunderts ein wichtiger landwirtschaftlicher Zuerwerb. Dies  belegen diverse Verlassenschaftsakten, in denen der "Tubackh" ausdrücklich erwähnt wird.

Den Frastanzern kam die Monopolisierung von 1828 besonders auch deshalb äußerst  ungelegen, weil damit besonders der Tabakverarbeitung ein Riegel vorgeschoben wurde. In Frastanz wurde Tabak nämlich nicht nur die Pflanze angebaut, sondern auch weiterverarbeitet. Um 1806 wird eine Tabakstampfe in Frastanz erwähnt. Betrieben wurde die  Tabakmühle im Haus Beim St. Wendelin von Johann Christian Walser.

Als Anbaufläche dienten  den Frastanzern nicht  nur die Hausgärten, sondern kleinere Mengen an Tabakpflanzen wurden oft auf den Misthaufen gepflanzt. So werden die Tabakstauden wie auch das Ver- und Bearbeitungswissen wohl für den Hausgebrauch auch noch länger gehalten haben, sodass man 1848 mit der Revolution auch den Tabakanbau wieder versuchen konnte. Dies wurde aber von der Obrigkeit nach dem Kartätschen der Revolution ebenso nachhaltig unterbunden. Ein  solcher Tabakanbau als Hausgbrauch ist aber immerhin noch für die Notzeiten der beiden Weltkriege überliefert.


Österreichische Tabak-Regie.  Der Tabakanbau begann mit der Globalisierung durch die Entdeckung Amerikas. Die Spanier übernahmen die Verwendung des indianischen und vor allem dort kultisch verwendeten Tabaks als Genussmittel  und führten ihn 1518 in Europa ein.

Ab zirka 1570 wurde auch in Österreich Tabakanbau für Heilzwecke betrieben, im Feldbau wurde Tabak in Oberösterreich und Niederösterreich, anfänglich wohl auch mit guten Gewinnen gepflanzt. In der Steiermark begann man gegen Ende des 17. Jahrhunderts  mit dem Tabakanbau. Doch allzubald entdeckte der Staat sein Interesse.

Die Monopolisierung des Verkaufs, steuerliche Belastung und Importe ließen den Tabakanbau interessant werden. Die Landstände als Großgrundbesitzer fürchteten nicht nur eine Bodenverschlechterung, die Konkurrenz des ungarischen Tabaks und staatliche Eingriffe verhinderten einen Aufschwung, der Tabakanbau ging ständig zurück. Eine Tendenz zur Monopolisierung gab es im Habsburgerreich bereits im frühen 18. Jahrhundert. Um 1700 wurde daher der Tabakanbau außerhalb von Hausgärten verboten. Eine Verbesserung brachte kurzfristig die Gründung der 1. Tabakfabrik 1722 in Hainburg.

Ab 1723 waren Anbaulizenzen erforderlich und wurde der freie Verkauf untersagt. 1764 erließ Kaiserin Maria Theresia ein Monopol für Ober- und Niederösterreich, das sie einer privaten Gesellschaft übertrug.

1784 wurde die Österreichische Tabakregie unter Joseph II. als Vollmonopol für alle österreichischen Länder gegründet. Dieses war unter anderem zur Versorgung von Kriegsinvaliden gedacht, die bei der Zuteilung der Verschleißstellen bevorzugt wurden (Trafik für einfache Soldaten, Großhandel für Offiziere). Dieses Monopol schwächte einerseits die Lage der Tabakbauern, andererseits gab es ihnen in Krisenzeiten Sicherheit.

1825 hörte der Tabakanbau in Österreich faktisch völlig auf. Es wurde nur noch in begrenzten Mengen der Anbau von Bauerntabak akzeptiert, der durch seine schlechtere Qualität keine Bedrohung für das Monopol war. Dokumentiert ist eine derartige förmliche Erlaubnis für die Bauern des oberen Inntales 1848-1860. 1850 wurde das Monopol auf die ungarischen Kronländer ausgeweitet, damit verlagerte die Regie auch allmählich den Großteil ihres Anbaues in diese Länder mit ihrem milderen Klima. 1864 wurden die ersten Regiezigaretten gedreht, mit dem steigenden Bedarf stieg Tabak zur wichtigsten Kolonialimportware auf.

Ende des 19. Jahrhunderts und 1918-39 versuchte man vergeblich, den Tabakanbau wieder zu beleben. Erfolge stellten sich erst nach 1945 ein. 1994 wurden 190,12 ha von 184 Anbauern bestellt, davon entfielen auf die Steiermark 122,05 ha, Niederösterreich 35,6 ha, Burgenland 25,17 ha und Oberösterreich 7,30 ha. 1993 betrug die Erntemenge 393 t, das waren damals noch gerade mal drei Prozent der Verarbeitungsmenge der Tabak-Regie.

Europäische Union. Der Tabakanbau in Europa wurde von der Europäischen Union mit Subventionen von bis zu 1 Milliarde Euro jährlich gefördert. Ab 2005 wurden 20 Prozent der EU-Zahlungen gezielt dafür eingesetzt, die Tabakbauern zum Umsteigen auf andere Erzeugnisse zu ermuntern. Im Jahr 2010 wurde die Subventionierung des Tabakanbaus in der EU gänzlich eingestellt, Umstellungsbeihilfen gab es noch bis 2013.

Entwicklungsländer. Zu Anfang des 21. Jahrhundert lagen fast 90 Prozent der Anbauflächen in den südlichen Ländern. Besonders in den Niedrig- und Mitteleinkommensländern der tropischen und subtropischen Landschaftszonen in Afrika, Lateinamerika und Asien, den Schwellen- und Entwicklungsländern des Südens, nimmt der Tabakanbau zu.

Im Zeitraum von 1961 bis 2002 ist die Anbaufläche in Europa und Nordamerika um 60 Prozent gefallen und stieg in der gleichen Zeitspanne in der „Dritten Welt“ um ca. 60 Prozent an. Beispiele für extreme Anbauzunahme ist Malawi mit Verdoppelung und Tansania mit Versechsfachung innerhalb von 40 Jahren. Der Tabakanbau führt in den afrikanischen Anbaugebieten zu verstärkter Abholzung von Wäldern, ist eine Konkurrenz zum unmittelbar lebensnotwendigen Nahrungsmittelanbau, führt zu Humusabbau des Bodens und starker wirtschaftlicher Abhängigkeit von den Tabakaufkäufern.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

Sonntag, 24. Dezember 2017

[ #Vorarlberg ] Reformation, Gegenreformation und katholische Reform in Vorarlberg

Eine Diplomarbeit beleuchtet die Geschichte der Reformation, der Gegenreformation und der katholischen Reform in Vorarlberg vom 16. bis Mitte des 17. Jahrhunderts. 

Der Vorarlberger Gergely Csukás hat im Zuge seines Diplomstudiums "Evangelische Fachtheologie" eine für die Vorarlberger Geschichtsschreibung hervorragende Diplomarbeit an der Universität Wien geleistet und damit eine erhebliche Lücke gefüllt, auch wenn er bescheiden seine Arbeit nur als eine grundlegende Einführung zur weiteren Erforschung protestantischen Lebens in Vorarlberg zu verstehen will und Hinweise gibt, auf welchem Gebiet noch weiteres Material und Antworten hierfür zu finden wären.

Abstract. Die bisherige Betrachtung dieses Themengebietes erfolgte zumeist aus einer dezidiert katholischen Perspektive, die einer erneuten Durchsicht bedarf. Die Sekundärliteratur beschränkte sich dabei auf Einzeldarstellungen, die nun zur Gänze gesammelt sowie kritisch und systematisch ausgewertet wurden. Die Leitmethode ist dabei weniger eine politisch- oder sozialgeschichtliche, sondern vielmehr eine kirchengeschichtliche. Die politischen, sozialen, wirtschaftlichen und insbesondere die geistigen und kirchlich-religiösen Verhältnisse am Vorabend der Reformation werden untersucht. Ohne diese Verhältnisse lässt sich das rasche Verbreiten reformatorischer Lehren in Vorarlberg nicht verstehen.

Der „Kommunalisierung des öffentlichen religiösen Lebens“, den Missständen in der Kirche und im Klerus und dem Humanismus als geistigem Nährboden kommt eine wichtige Bedeutung bei der rasanten Verbreitung der Reformation in den 1520er Jahren in Vorarlberg zu.

Zahlreiche Humanisten und Reformatoren aus Vorarlberg wirkten im protestantischen Ausland, insbesondere in Wittenberg im Umkreis Luthers. Reformatorische Prediger verbreiteten reformatorische Lehren, die die Bauern und die Bürger in ganz Vorarlberg begeistert aufnahmen. Die Hoffnungen der Prediger, der Bauern und der Bürger (insbesondere in Bludenz) auf eine Reform der Kirche und auf höhere politische Selbständigkeit wurden jedoch aufgrund des energischen Einschreitens der Habsburger und der Ritter von Ems enttäuscht.

Dennoch konnte eine vollständige Rekatholisierung Vorarlbergs in weiterer Folge bis ca. 1650 nicht erreicht werden, obwohl die habsburgischen Landesfürsten durch Mandate und durch verstärkte soziale Kontrollen sowie die römisch-katholische Kirche nach dem Tridentinischen Konzil durch kirchliche Gebote, Mission und verstärkte Bildungsmaßnahmen für Klerus und Bevölkerung für eine einheitliche katholische Konfession unter der Bevölkerung sorgen wollten.

Insbesondere in der Täufergemeinde zu Au und in den Städten Bregenz und Feldkirch hielt sich lange Zeit der Protestantismus im Untergrund und in der Illegalität auf. Insofern kann man für Vorarlberg von der Existenz eines „Geheimprotestantismus“ sprechen. Allerdings bedarf dieses Phänomen einer weiteren auf Primärquellen gestützten Erforschung.


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Montag, 18. Dezember 2017

[ #Vorarlberg ] Vorarlberger Sportgeschichte bis 1945


Die Entwicklung von Leibesübungen, Turnen und Sport in Vorarlberg bis 1945.

[Free eBook/PDF] Das Buch Turnen fürs Vaterland, Sport zum Vergnügen von Laurin Peter behandelt die Entwicklung von Leibesübungen, Turnen und Sport in Vorarlberg bis 1945. Es ist in drei große Abschnitte gegliedert.

Leibesübungen und Ertüchtigung.
Der erste Abschnitt gibt einen Überblick über die wichtigsten Stationen in der Entwicklung von Leibesübungen, Turnen und Sport. Einen besonderen Schwerpunkt bilden dabei die Bereiche Organisationsgeschichte, Gesellschaftspolitik und Wettkampfwesen. Erstmals wird auch das Sportgeschehen während der Zeit des Nationalsozialismus umfassend aufgearbeitet.

Turnen auf Kommando. Dem zweiten Abschnitt liegt die weltanschauliche Trennung des Turn- und Sportgeschehens in Vorarlberg in ein liberales/deutschnationales, ein christlich-soziales und ein sozialdemokratisches Lager zugrunde, die bereits vor dem Ersten Weltkrieg zustande kam und auch im Zeitraum 1918 bis 1938 beibehalten wurde. In je einem Kapitel werden die Bereiche Organisationsgeschichte, politische bzw. gesellschaftliche Verankerung, Wettkampfwesen der deutschnationalen und der christlich-sozialen Turnbewegung besprochen. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit der Geschichte der sozialdemokratischen Turn- und Sportbewegung.

Wettkampf und Sieger. Im dritten Abschnitt wird das Entstehen und die jeweilige Entwicklung aller in Vorarlberg vor 1945 betriebenen Sportarten detailliert beschrieben. Gesellschaftspolitische Hintergründe werden ebenso analysiert wie die Gründung von Sportvereinen bzw. Verbänden, die Entwicklung des Wettkampfwesens oder die Erfolge von heimischen Sportlern und Sportlerinnen bei nationalen und internationalen Wettkämpfen.

Malin-Gesellschaft.
Die Johann-August-Malin-Gesellschaft widmet sich der Erforschung der Vorarlberger Zeitgeschichte, und hier besonders ihren lange vernachlässigten Themen wie Antisemitismus, Austrofaschismus und Nationalsozialismus. Sie bringt sich auch in öffentliche Debatten zu diesen Fragen ein. Diese Publikation und ihre freundliche kostenfreie Online-Stellung ist ein Teil dieser auch sonst beachtenswerten Tätigkeit.

Verlagsinformation. Laurin Peter: Turnen fürs Vaterland, Sport zum Vergnügen. Vorarlberger Sportgeschichte bis 1945 - 2001, 288 Seiten, kart., € 22.-, ISBN 3-900754-26-8


[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]
INHALTSVERZEICHNIS zur schnellen vorgängigen Orientierung
Vorwort

1. Leibesübungen, Turnen und Sport im Überblick
1.1. Leibesübungen in Vorarlberg vor dem Ersten Weltkrieg
1.2. Turnen und Sport in Vorarlberg von 1848 bis 1938
1.2.1. Vom Revolutionsjahr 1848 bis zum Untergang der Donaumonarchie
1.2.2. Turnen und Sport in der Ersten Republik
l.2.3. Turnen und Sport im "Austrofaschismus"
1.3. Sport im Nationalsozialismus

2. Ausgewählte Kapitel zur Vorarlberger Turn- und Sportgeschichte
2.1. Die deutschnationale Tumbewegung
2.1.1. Die Anfange des Deutschen Turnens
2.1.2. Der Vorarlberger Tumgau
2.1.3. Wettkampfwesen
2.2, Die katholische Turnbewegung
2.2.1. Die Anfange
2.2.2. Der Vorarlberger Rheingau
2.2.3. Wettkampfwesen
2.3. Die sozialdemokratische Arbeiter-Turn- und Sportbewegung
2.3.l. Organisation und Grundsätze der sozialdemokratischen Arbeiter-Turn- und Sportbewegung in Österreich
2.3.2. Die sozialdemokratische Arbeiter-Turn- und Sportbewegung in Vorarlberg

3. Geschichte der in Vorarlberg vor 1945 betriebenen Wettkampfsportarten
3.1. Boxen
3.2. Eishockey
3.3. Eislaufen
3.4. Eisschießen
3.5. Fechten
3.6.Flugsport
3.7. Fußball
3.7.1. Beginn des Vereinssportwesens
3.7.2. Gründung und Tätigkeit des "Vorarlberger Fußballverbandes"
3.8. Leichtathletik
3.9. Motorsport
3.9.1. Anfänge der Motorisierung
3.9.2. Gründung von Kraftfahrverbänden
3.9.3. Motorsportveranstaltungen
3.10. Radfahren
3.10.1. Vereins- und Verbandswesen
3.10.2. Wettkampfwesen
3.10.3. Herausragende Radsportier der Zwischenkriegszeit
3. 11. Ringen
3.12. Rodeln
3.13. Rudern
3.14. Schießen
3.15. Schwimmen
3.16. Segeln
3.17. Skisport
3.17.1. Vereins- und Verbandswesen
3.17.2. Skifahren und Skispringen als Wettkampfsport
3.17.3. Vorarlbergs Beitrag zur Entwicklung des Skisports: Skipioniere und Rennläufer von Weltruf
3.18. Stemmen
3.19. Tennis
3.20. Tischtennis

4. Zusammenfassung
Anmerkungen
Abkürzungen
Quellen- und Literaturverzeichnis
Abbildungsnachweis
Personenregister
Ortsregister 

Mittwoch, 6. Dezember 2017

[ #Bregenzerwald ] Naturpark Nagelfluhkette

Der Naturpark Nagelfluhkette vereint alte Einheiten: Die Gemeinden aus dem südlichen Allgäu und dem vorderen Bregenzerwald.

Der Naturpark ist der erste grenzüberschreitende Naturpark zwischen Bayern und Österreich. Acht Gemeinden auf österreichischer Seite steuern jeweils ihre gesamte Fläche zum Naturpark bei: Hittisau (46,7 km²), Sibratsgfäll (29,3 km²), Sulzberg (23,1 km²), Riefensberg (14,9 km²), Doren (14,2 km²), Langenegg (10,5 km²), Krumbach (8,7 km²) und Lingenau (6,9 km²).

Nagelfluh. Die beteiligten Gemeinden sind um die den allseits bekannten Gebirgszug der Nagelfluhkette angeordnet. Er besteht nahezu vollständig aus unzähligen, unterschiedlich großen, aber immer mehr oder weniger runden Steinen, die zu einem Konglomerat, dem sogenannten Nagelfluh, zusammengepresst wurden. Höchster Punkt ist der Hochgrat, der mit 1.834m die umliegenden Täler um über 1.000m überragt.

Flora und Fauna. Der Naturpark ist die Heimat vieler seltener Tiere, z.B. für Auer- und Birkhuhn, oder für Steinadler und Weißrückenspecht. Pflanzenkenner können sich an Purpur-Enzian, Stein-Nelke oder an der stattlichen Weißtanne erfreuen.

Geologie. Das Nagelfluhgestein ist Teil der Molasse, einer von drei, räumlich voneinander getrennten, geologischen Einheiten, aus denen die Berge des Gebiets aufgebaut sind. Südlich der Molasse schließen sich die Flyschzone und die Kalkberge des Helvetikums an.  Am Hohem Ifen bestimmen große senkrechte Steilwände aus kreidezeitlichem Kalkstein die Szenerie. Sie gehören der geologischen Einheit „Helvetikum“ an, die nur etwa 8 Prozent der Naturparkfläche einnimmt. Das Relief wird durch den Wechsel von Schrattenkalkbänken, die für die Steilwände verantwortlich sind, und schiefrig mergeligen Schichten, den sogenannten Drusbergschichten, bestimmt.

Das Nagelfluhgestein ist Teil der Molasse, einer von drei, räumlich voneinander getrennten, geologischen Einheiten, aus denen die Berge des Gebiets aufgebaut sind. Südlich der Molasse schließen sich die Flyschzone und die Kalkberge des Helvetikums an.
An Besler (1.679 m) und Hohem Ifen bestimmen plötzlich große senkrechte Steilwände aus kreidezeitlichem Kalkstein die Szenerie. Sie gehören der geologischen Einheit „Helvetikum“ an, die nur etwa 8 % der Naturparkfläche einnimmt. Das Relief wird durch den Wechsel von Schrattenkalkbänken, die für die Steilwände verantwortlich sind, und schiefrig mergeligen Schichten, den sogenannten Drusbergschichten, bestimmt.
Während der Schrattenkalk bei der Verwitterung senkrechte Klüfte bildet („Karren“), in denen das Wasser ungehindert abfließt und so zu oberflächiger Trockenheit sowie zur Verkarstung führt, setzen die Drusbergschichten bei der Verwitterung ihre hohen Ton- und Mergelanteile frei und bilden wasserstauende Schichten aus. Diese werden alpwirtschaftlich genutzt. Schrattenkalk und Drusbergschichten sind vor etwa 120 bis 130 Millionen Jahren als Meeresablagerung in einem warmen Flachwasserbereich entstanden. Besonders der Schrattenkalk ist reich an Fossilien.
An Besler (1.679 m) und Hohem Ifen bestimmen plötzlich große senkrechte Steilwände aus kreidezeitlichem Kalkstein die Szenerie. Sie gehören der geologischen Einheit „Helvetikum“ an, die nur etwa 8 % der Naturparkfläche einnimmt. Das Relief wird durch den Wechsel von Schrattenkalkbänken, die für die Steilwände verantwortlich sind, und schiefrig mergeligen Schichten, den sogenannten Drusbergschichten, bestimmt.
Während der Schrattenkalk bei der Verwitterung senkrechte Klüfte bildet („Karren“), in denen das Wasser ungehindert abfließt und so zu oberflächiger Trockenheit sowie zur Verkarstung führt, setzen die Drusbergschichten bei der Verwitterung ihre hohen Ton- und Mergelanteile frei und bilden wasserstauende Schichten aus. Diese werden alpwirtschaftlich genutzt. Schrattenkalk und Drusbergschichten sind vor etwa 120 bis 130 Millionen Jahren als Meeresablagerung in einem warmen Flachwasserbereich entstanden. Besonders der Schrattenkalk ist reich an Fossilien.
An Besler (1.679 m) und Hohem Ifen bestimmen plötzlich große senkrechte Steilwände aus kreidezeitlichem Kalkstein die Szenerie. Sie gehören der geologischen Einheit „Helvetikum“ an, die nur etwa 8 % der Naturparkfläche einnimmt. Das Relief wird durch den Wechsel von Schrattenkalkbänken, die für die Steilwände verantwortlich sind, und schiefrig mergeligen Schichten, den sogenannten Drusbergschichten, bestimmt.
Während der Schrattenkalk bei der Verwitterung senkrechte Klüfte bildet („Karren“), in denen das Wasser ungehindert abfließt und so zu oberflächiger Trockenheit sowie zur Verkarstung führt, setzen die Drusbergschichten bei der Verwitterung ihre hohen Ton- und Mergelanteile frei und bilden wasserstauende Schichten aus. Diese werden alpwirtschaftlich genutzt. Schrattenkalk und Drusbergschichten sind vor etwa 120 bis 130 Millionen Jahren als Meeresablagerung in einem warmen Flachwasserbereich entstanden. Besonders der Schrattenkalk ist reich an Fossilien.
Alpwirtschaft. Die Nagelfluhkette ist eine alte, gewachsene Kulturlandschaft. Die Landwirtschaft stellt mit ca. 400 Haupterwerbsbetrieben einen wesentlichen Bestandteil des Naturparks dar. Das Braunvieh steht wie kein anderes Tier für die nachhaltige Bewirtschaftung der Wiesen und Bergflächen im Naturpark: Die robusten Tiere verbringen den ganzen Sommer auf den Alpen. Allein im Gemeindegebiet Oberstaufens gibt es hiervon 166! Die Alpdichte ist sowohl in Österreich als auch in Deutschland einmalig hoch.

Plenterwirtschaft. Neben der Alpwirtschaft prägt die Forstwirtschaft das Erscheinungsbild des Naturparks – standortgerecht und behutsam. Die Plenterwirtschaft, also das zielgerichtete Schlagen einzelner Bäume, sorgt für nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes – und für ein vielfältiges Waldbild an den Berghängen. Nicht zuletzt erfüllt der Wald im Park eine wichtige Schutzfunktion gegen Lawinen und Geröllabgänge.

Tourismus. Seit nunmehr fast einem Jahrhundert ist der Tourismus neben der Land- und Forstwirtschaft eine der tragenden Säulen der Wirtschaft im Naturparkgebiet. In den 15 Naturpark-Gemeinden stehen nicht weniger als 20.000 Hotel-, Pensions- und Ferienwohnungsbetten bereit – statistisch gesehen haben also zwei Einwohner im Naturpark
jeweils ein Gästebett.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

Sonntag, 3. Dezember 2017

[ #Rankweil ] Die Rankweiler Dorfordnung von 1596

Dorfordnung von Rankweil vom 10. Januar 1596, betreffend die Nutzung des Gemeindegutes, die Gemeindefronen, die Bestellung der Geschworenen, das Nichteinhalten der Flur- und Weggrenzen, das Schließen der Gatter, die Deckung des Holzbedarfs der Bäcker, Färber, Gerber, die Nutzung der Maiengüter, die Wahl des Säckelmeisters, die Gültigkeit der Ordnung auch für die Rodsäumer. 

Im Anhang folgt eine Beschreibung der Grenzen zwischen Rankweil und Altenstadt von 1552.  

Den Ortschaften des Gerichts Rankweil-Sulz standen seit dem ausgehenden Mittelalter in den Urkunden aufscheinende Kollegialorgane vor, die aus einer von der Größe der Siedlung abhängigen Zahl so genannter „Geschworener“ bestanden. Den Rahmen für diese frühe Form der Gemeinde gaben aber nicht die einzelnen Dörfer ab, sondern in der Regel die Pfarren. Ihnen standen Kollegialorgane vor, die aus einer von der Größe der Siedlung abhängigen Zahl so genannter „Geschworener“ bestanden. In Rankweil beispielsweise amtierten sieben „Geschworene“ als „Siebener“. Außerdem gab es dort den „Achtzehner“. Der „Achtzehner“, war ein erweiterten Ausschuss, der vor allem über die Grenzen zwischen Eigentum und Gemeindebesitz zu richten hatte sowie auch über die Anbauordnung entschied.

Die Rankweiler Dorfordnung von 1596. Diese Gemeinden besaßen für den eigenen Zuständigkeitsbereich ein Satzungsrecht, das bedeutet die Gemeinden (meist identisch mit der Pfarre) können selbst Rechtsquellen schaffen. Zu dieser frühen Form des "Kommunalismus" zählt die „Dorfordnung“ welche der „Siebener“ und der „Achtzehner“ namens der Gemeinde Rankweil 1596 festsetzte. Das Satzungsrecht ist ein wichtiger Schritt zur Ablöse des Gewohnheitsrechtes. Sie bietet keine vollständige Kodifikation aller im örtlichen Bereich geltender Normen. Aufgezeichnet wurde vielmehr, was aufgrund von Veränderungen, von Unklarheiten notwendig erschien. Im Mittelpunkt der Rankweiler Ordnung standen die Nutzung der Gemeindewaldungen, die Schonung von Bannwäldern und bestimmter Baumarten, der Feldfluren und der Viehweiden sowie die Organisation des Gemeinwerks zur Erhaltung von Wegen und Wuhren.

In Rankweil, Sulz, Altenstadt, Götzis, Göfis oder Tisis amtierten jeweils sieben Geschworene als „Siebener“. Noch im 18. Jahrhundert hieß es, dass  in Rankweil, die Gemeinde vom Säckelmeister, fünf Geschworenen und zwei Bannwarten „dirigiert“werde.

Säckelmeister, Bannwart, Geschworene. Den Säckelwart kennen wir noch als "Kassier" aus verschiedenen Vereinsstatuten, die Geschworenen waren auf das Gemeinwohl vom Landamann vereidigt. Nach Ablauf der ein- oder zweijährigen Amtszeit hatten sie den neuen binnen zwei Monaten Rechnung zu legen.  Der Säckelmeister musste jährlich vom Siebener und Achtzehner Ausschuss neu bestellt werden. Gewählt wurden die Geschworenen von der „Gemeinde“, das waren aber nur die hausbesitzenden Männer.

Ein Bannwart  musste die ordnungsgemäße Flurnutzung überwachen und dafür Sorge tragen, dass nur die Allmendberechtigten ihr Vieh auf die Weide trieben. Unerlaubterweise weidende Tiere pfändete er und übergab sie dem Tavernwirt, der sie bis zur Erlegung einer Geldbuße im Pfandstall behielt.

Es war also keineswegs so demokratisch wie dies auf den ersten Blick erscheinen mag, aber immerhin eine Art Selbstverwaltung. Und auch die Macht war zeitlich begrenzt, wenngleich die ausscheidenden Geschworenen ein Vorschlagsrecht für die neuen hatten und damit ihre Interessen wohl zu tradieren wussten. Interessant wäre zu wissen, wie sich dieses frühe "Rotationsprinzip" denn auch auswirkte. Kein Zweifel kann aber auch darüber bestehen, dass diese Verwaltung auch sehr auf das eigene Gemeinwesen eingeschränkt und eingeengt war, dass es nicht nur Gemeinwesen organisierte sondern auch Trennung und  Ausschluss von der Gemeinschaft.


Allmende. Ein Sachverhalt, der sich in den Problemen mit den "Agrargemeinschaften in Vorarlberg bis in die heutigen Tage erhalten hat.  Rechtsanwalt Dr, Gottfried Waibel erläutert dazu:
"Die Allmende ermöglichte allen Gemeindebewohnern gemeinsam Güter land- bzw. forstwirtschaftlich zu nutzen (Gemeindegut). Diese Nutzung von Wald und Weide lässt sich bis in die voralemannische Zeit zurückverfolgen. Dabei waren alle Gemeindebewohner stets voll gleichberechtigt. Mit der Zunahme der Dorfbewohner und mit dem Aufkommen neuer Berufsgruppen neben dem traditionellen Bauernstand änderte sich dies. Der Anteil der sogenannten nutzungsberechtigten Gemeindebewohner nahm ab, der Anteil der „rechtlosen“ Gemeindebewohner nahm laufend zu. Nach dem zweiten Weltkrieg bis in die 80er Jahre verloren dann zahlreiche Gemeinden das Eigentum an neu gegründete Argrargemeinschaften." 
So hat die Agragemeinschaft Rankweil heute etwa 800 Mitglieder und die Marktgemeinde Rankweil ist mit  rd. 12.000 Einwohnern lediglich mit 22,75 Prozent daran beteiligt.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]