Montag, 20. November 2017

[ #Vorarlberg ] Rote Liste der Heuschrecken in Vorarlberg

Rote Listen dienen der allgemeinen Feststellung der Artengefährdung, der Information der Öffentlichkeit; sowie nicht zuletzt dem Naturschutz. 

Heuschrecken haben sich dabei als besonders aussagekräftige Indikatorgruppe in naturschutzfachlichen Fragen erweisen. Während der Osten Österreichs als recht gut untersucht gelten kann, lagen aus Vorarlberg bisher nur spärliche Daten vor.

Mit der vorliegenden Arbeit wird zum ersten Mal eine Rote Liste gefährdeter Heuschrecken für das Bundesland Vorarlberg präsentiert. Um eine solide Datenbasis zu erhalten, wurden ab dem Jahr 2005 umfangreiche Kartierungsarbeiten durchgeführt.

Von den 4001 ausgewerteten Datensätzen stammen 97,4% aus dem Zeitraum von 1990 bis 2011: 
  • Im Rahmen der Untersuchungen konnten mit der Wanstschrecke (Polysarcus denticauda), der Gemeinen Dornschrecke (Tetrix undulata) und der Gefleckten Keulenschrecke (Myrmeleotettix maculatus) drei Arten erstmals in Vorarlberg
  • nachgewiesen werden. 
  • Die verschollenen Arten Nordische Gebirgsschrecke (Bohemanella frigida), Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens) und Buntbäuchiger Grashüpfer (Omocestus rufipes) wurden wiedergefunden. 
  • Insgesamt umfasst die Heuschreckenfauna Vorarlbergs 54 Arten, von denen mit der Hausgrille (Acheta domesticus) und der Ägyptischen Heuschrecke (Anacridium aegyptium) zwei als nicht bodenständige Neozoen zu betrachten sind und in der Roten Liste daher nicht eingestuft wurden. 
  • Beachtliche 34 Arten (63%) gelten in unterschiedlichem Ausmaß als bedroht. Fünf Arten (9%) sind ausgestorben bzw. verschollen, neun Arten (17%) sind vom Aussterben bedroht, sechs Arten (11%) sind stark gefährdet,sieben Arten (13%) sind gefährdet und weitere sechs Arten (11%) weisen eine drohende Gefährdung auf. Bei einer Art ist die Datengrundlage defizitär. 
  • Mit 18 Arten (33%) weist lediglich ein Drittel der Vorarlberger Heuschreckenfauna derzeit keine Gefährdung auf. Für die Westliche Beißschrecke (Platycleis albopunctata albopunctata) und die Alpenschrecke (Anonconotus alpinus) trägt das Bundesland Vorarlberg eine besondere Verantwortung. 

Gefährdung. Hauptgefährdungsursache für die heimische Heuschreckenfauna ist die Veränderung bzw. der Verlust geeigneter Lebensräume. Dies geschieht vor allem durch Intensivierungen in der Landwirtschaft, Nutzungsaufgabe von Grenzertragsflächen und Verbauungsmaßnahmen. Zu den am stärksten gefährdeten Heuschrecken zählen die Bewohner von Wildflusslandschaften, trockenen Magerstandorten und Feuchtgebieten. Maßnahmen zum Schutz der Heuschrecken in den verschiedenen Lebensraumtypen werden empfohlen. Für besonders gefährdete Arten werden Artenhilfsprogramme vorgeschlagen.

Die Autoren:

  • Mag. Alois Ortner, geboren 1967 in Schwaz in Tirol, Studium der Biologie (Studienzweig Zoologie) an der Universität Innsbruck. Seit 1999 freiberuflicher Biologe. Ab 2007 für das Land Tirol und den Österreichischen Naturschutzbund als Schutzgebietsbetreuer tätig. Wissenschaftlicher Schwerpunkt: Entomologie – mit vornehmlich faunistisch–ökologischen Arbeiten über Schmetterlinge und Heuschrecken.
  • Mag. Kurt Lechner, geboren 1966 in Schwaz in Tirol, Studium der Biologie (Studienzweig Zoologie) an der Universität Innsbruck. Seit 1999 freiberuflicher Biologe. Kernpunkt der wissenschaftlichen Tätigkeit sind Faunistik und Ökologie heimischer Schmetterlinge und Heuschrecken wie auch die Faunistik thailändischer Tag- und Nachtfalter. Schutzgebietsbetreuer im Auftrag des Landes Tirol und des Naturschutzbundes seit 2010.


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Abstract  7
Zusammenfassung 7
1. Einleitung 8
2. Dank 10
3. Ausgangssituation und Methodik    11
3.1. Naturräumliche Eckdaten   11
3.2. Datengrundlagen   12
3.3. Heuschreckenforschung in Vorarlberg  14
3.4. Einstufungsmethodik   16
3.5. Gefährdungskategorien   19
4. Ergebnisse    20
4.1. Aktueller Artenbestand   20
4.2. Exkludierte Arten, zweifelhafte Nachweise 21
4.3. Gesamtartenliste der Heuschrecken Vorarlbergs  23
4.4. Gefährdung der Heuschrecken Vorarlbergs 25
4.5. Artenbeschreibung    28
4.6. Heuschreckenlebensräume in Vorarlberg  103
4.7. Die Heuschreckenfauna exemplarisch
ausgewählter Standorte    107
5. Aspekte zum Heuschreckenschutz in Vorarlberg  120
5.1. Gefährdungsursachen   120
5.2. Maßnahmen zum Schutz der Lebensräume  123
5.3. Heuschreckenarten mit dringendem Handlungsbedarf126
6. Literatur    128
Anschrift der Autoren 134
Index der beschriebenen Arten – deutsch   135
Index der beschriebenen Arten – wissenschaftlich 136


[ #Vorarlberg ] Auwälder in Vorarlberg

Auwälder zählen zu den artenreichsten Lebensräumen im Mitteleuropa. 

In Vorarlberg nehmen die verbliebenen Auwaldfragmente noch ca. 2500 ha ein. Es gibt hier zwar keine spektakulären großen Augebiete wie in anderen Ländern, und nur an wenigen Stellen gibt es noch Überflutungen in natürlicher Dynamik. Dennoch sind diese Lebensräume sehr wertvoll; artenreich und attraktiv.

Nur ein kleiner Teil der Vorarlberger Landesfläche liegt in den Talböden, dort konzentriert sich aber der größte Teil der Bevölkerung und der wirtschaftlichen Tätigkeit. Entsprechend groß ist der Druck auf die naturnahen Waldbestände, der Auwald ist in Vorarlberg der am meisten gefährdete Waldtyp. Eine Datenrecherche im Walgau ergab, dass allein im Zeitraum 2000-2011 ca. 28 ha Auwald gerodet wurden.

Auwälder sind durch mehr oder weniger regelmäßige Überflutungen geprägt, die Schlick, Sand, Geschiebe und auch Nährstoffe eintragen. Hochwässer verändern das Relief, schaffen neue Abflusswege und sorgen durch ihre Dynamik für eine große Lebensraumvielfalt. Daher zählen Auwälder und die mit ihnen verzahnten Lebensräume zu den artenreichsten Lebensgemeinschaften/Biozönosen Mitteleuropas.

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[ #Vorarlberg ] Nikolaus, Schutzheiliger Vorarlberger Pfarreien

Lech, Alte Pfarrkirche Hl.Nikolaus
Nikolaus von Myra  ist der Patron von Altach, Bludesch, Damüls, Egg, Feldkirch, Fußach, Gortipohl, Innerbraz, Laterns, Lech, Raggal, Silbertal und Wolfurt.

Nikolaus von Myra (* zwischen 270 und 286 in Patara, Türkei; † 6. Dezember 326, 345, 351 oder 365)lebte im 4. Jahrhundert und war Bischof in der Stadt Myra in Kleinasien, an der Südküste der heutigen Türkei.

Nikolaustag ist am 6. Dezember. Gefeiert wird dieser ursprünglich mit dem Brauch, seine Stiefel mit Heu und Karotten zu füllen (für das Pferd von Nikolaus) und sie dann vor die Tür zu stellen. Als Dank bekam man dann Obst, Nüsse oder Süßigkeiten.

Nikolobrauchtum.
Seit Jahrhunderten gilt Nikolaus auch als Wohltäter der Kinder. So wurde und wird heute noch der Vorabend zum Fest mit einer Bescherung begangen. Die weihnachtliche Gabenverteilung am 24. Dezember ist erst mit Beginn des 20. Jahrhunderts üblich geworden.

Heute wird jedes Jahr am 6. Dezember das Fest des heiligen St. Nikolaus begangen. Dabei verkleiden sich in vielen Gemeinden Vorarlbergs Angehörige der kirchlichen Pfarren als Nikolaus und dessen Gehilfe Knecht Ruprecht (Krampus). Diese besuchen dann an den Abenden vor dem 6. Dezember und an diesem selbst die Haushalte ihres Pfarrsprengels. Dabei verlesen sie was die Kinder im vergangenen Jahr gut und weniger gut gemacht haben. Oft singen die Kinder noch Lieder für den Nikolaus oder tragen Gedichte vor, bevor sie mit einem Nikolaussack (meist gefüllt mit Süßigkeiten) beschenkt werden.

Tagebücher Kreishauptmann Ebner. Einen interessanten Einblick in die vorweihnachtlichen Gepflogenheiten geben die Tagebücher des in Bregenz wohnhaften Kreishauptmannes Johann Nepomuk von Ebner (1790 bis 1876). Auch in seiner Familie war der 5. Dezember Tag eines Familienfestes, er berichtet in den 1840er Jahren: „unter Tags alle Vorbereitungen für das abendliche Kinderfest des Einlegens des heiligen Nikolaus getroffen.“ Wie in bürgerlichen Häusern üblich, erhielten die Knaben dabei als Geschenk Helme, Gewehre, Patronentaschen, Buchbinderartikel, Trommeln, Säbel, die Mädchen dagegen Nützliches für den ihnen zugedachten häuslichen Aufgabenbereich wie einen Kramladen und Ähnliches. Kinder aus weniger bemittelten Familien mussten sich mit Nüssen, getrocknetem Obst, Keksen und Selbstgestricktem begnügen.
Vorarlberger Schutzpatron.

Vorarlberger Schutzheiliger. Der Heilige aus Kleinasien (der heutigen Türkei) schützt auch etliche Vorarlberger Pfarren und Kirchen, so in Altach, Bludesch, Damüls, Egg, Feldkirch, Fußach, Gortipohl, Innerbraz, Laterns, Lech, Raggal, Silbertal und Wolfurt.


Der Dom in Feldkirch. Die bekannteste Vorarlberger Kirchenbau, welcher den Hl. Nikolaus zum Patron hat, ist wohl der Feldkircher Dom.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1287. Der ursprünglich romanische Bau wurde bei den Stadtbränden 1348, 1398 und 1460 schwer beschädigt. Der spätgotische Neubau von Baumeister Hans Sturn konnte 1478 abgeschlossen werden. Der heutige Chorraum entstand um 1520.

Im Innern des Domes befindet sich ein "Beweinungsbild" des Feldkircher Malers Wolf Huber (um 1485-1553), eines bekannten Vertreters der Donauschule. Die ebenfalls um 1520 angefertigte Kanzel diente bis 1655 als Sakramentshäuschen und ist eine hervorragende Schmiedearbeit. In der Marienkapelle befindet sich eine Madonnenfigur aus Steinguss, entstanden um 1430. Die bekannten und auch auf einer Briefmarke verewigten Kirchenfenster wurden vom Feldkircher Künstler Martin Häusle (1903-66) in den Jahren 1959 bis 1961 in Bleiglastechnik geschaffen.

Ein Nikolauslied aus Fußach um 1830. Das Vorarlberger Landesarchiv verwahrt zwei Fußacher Handschriften mit geistlichen Liedtexten, die zwischen 1823 und 1839 niedergeschrieben wurden. Darin finden sich mehrere Weihnachts- und Adventlieder, unter anderem auch ein "Lied auf das Fest des H. Nikolaus", des Patrons der Pfarre Fußach. Die Vorarlberger Musikhistorikerin Annemarie Bösch-Niederer berichtet, dass das Lied mit dem Beginn „Mit Frohlocken jubiliere“ in fünf Strophen Nikolaus als Schutzpatron preist. Die Melodie ist leider nicht mit überliefert.

Lied auf das Fest des heiligen Nikolaus (Fußach um 1830)

1.
Mit Frohloken jubiliere, du gesammte Gmeind anheut,
und mit Freüden celebriere, diese große Feyerlichkeit.
Nikolaus wir dich ehren, jeder soll dein Lob vermehren,
weil du unser Schuzpatron, und uns führest zum Himmelsthron.

2.
Uns zur Lehre ist dein Leben, denn es ist von Sünden rein
uns zum Beyspiel ists gegeben, heilig auch vor Gott zu seyn;
Heute soll dein Lob erschallen, denn durch dich kömmt heill uns allen,
weil du unser Schuzpatron, und uns führst zum Himmelsthron.

3.
O wie sehr beschämt uns alle, deiner Tugend Herrlichkeit,
führ uns weg vom Sündenfalle, führ uns hin zur Seligkeit.
Nikolaus als Geleite, bleib uns stets an unsrer Seite,
bleib doch unser Schuzpatron, und führ uns zum Himmelstrhron.

4.
Mach daß wir auf Erden wallen, so wie du mit Gott allein,
daß wir ihm denn auch gefallen, und mit ihm einst dort uns freün.
Nikolaus unser Leben, wir uns ganz dir übergeben,
sey uns also Schuzpatron, und führ uns zum Himmelstrhon.

5.
Und wenn unser Lebens Ende, einmal kommt, das Auge bricht,
dann führ uns in Gottes Hände, Schuzpatron verlaß uns nicht.
Hilf uns Gottes Herrlichkeiten, für die Ewigkeit erstreiten
sey dann unser Schuzpatron, und führ uns zum Himmelsthron.


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Freitag, 17. November 2017

[ #Vorarlberg ] Vorarlberger Käse


Vorarlberger Käse aus silofreier Heumilch ist eine Spezialität und ein "sozialhistorisches Ereignis".

Bereits im 12. Jahrhundert weisen urkundliche Erwähnungen in der Region Montafon auf die Produktion von Sura Kees (Sauermilchkäse) hin. Freilich war dies noch mehr ein Nebenprodukt, galt doch der Butter und dem Butterfett das Hauptaugenmerk. Im Zuge der Besiedlungsgeschichte Vorarlbergs wurden auch Produktionsformen aus dem Schweizer Umland für die Fettkäseproduktion übernommen. Der Produktion in den Hochregionen (Alpwirtschaft) folgte im 19. Jahrhundert auch die Käseverarbeitung in den Tälern mit weitgehend genossenschaftlich geführten Sennereien.

Leitprodukt: Vorarlberger Bergkäse. Die Vorarlberger Landwirtschaft ist mit 75 Millionen Euro Wertschöpfung im Jahr im Milch- und Käseland Vorarlberg ein beträchtlicher Wirtschaftsfaktor. Auch wenn seit dem EU- Beitritt die milchverarbeitenden Betriebe rückläufig sind, ist die Milchproduktion dennoch gestiegen. Aus der Bewirtschaftung von Hochalpe, Vorsäß und Tallandwirtschaft werden jährlich rund 80 Millionen Kilogramm Heumilch gewonnen, Ausgangsmaterial für den Vorarlberger Alp- und Bergkäse. Viereinhalb Millionen Kilogramm Bergkäse werden jährlich in Vorarlberg produziert u.a. daraus produziert.

Diese Käse sind dank ihrer typischen Herstellungsverfahren und ihres spezifischen Geschmacks, den sie vor allem der wertvollen Wiesen- und Alpenflora verdanken, qualitativ hochwertige Produkte. Durch die höheren Preise, die sie im Handel erzielen, sind sie ein wichtiger Punkt für dieErhaltung und Entwicklung der landwirtschaftlichen Aktivität in den Bergregionen Vorarlbergs.

Genossenschaftswesen. Die Genossenschaftssennerein waren die Träger der Heuwirtschaft, welche mit silofreier Rohmilch das Qualitätsprodukt Vorarlberger Bergkäse etablieren und damit sich auf dem internationalen Markt dauerhaft behaupten konnten. Der weit über Vorarlberg hinaus bekannte Bregenzerwälder Bauer, Literat und Sozialreformer Franz Michael Felder war schon Gründer der ersten bäuerlichen Genossenschaft im Bregenzerwald und stand damit in krassem Widerspruch zur Familie Gallus Moosbrugger, dem reichen und mächtigen Bregenzerwälder "Käsegrafen”. Damit wurde nicht nur Wirtschafts- sondern auch Sozialgeschichte geschrieben, die auch heute noch in die Zukunft zu verweisen mag.

Dissertation online.
Im Internet findet sich eine Dissertation über die Hartkäseproduktuion in Vorarlberg (Dipl.-Ing. Jakob Neyer) zum kostenlosen Download.


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[ #Bodensee ] Klimawandel am Bodensee

Ein Interreg IV-Forschungsprojekt von 2011 – 2015.

Der globale Wandel des Klimas zeigt sich deutlich im Anstieg der Temperaturen. Schon das Jahr 2014 war bis dahin weltweit das wärmste Jahr seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen.

Auch die Bodenseeanrainer Deutschland, Österreich und die Schweiz verzeichneten einen neuen Temperaturrekord. Die Erwärmung zeigt sich auch im Bodensee, dessen Oberflächenwasser zwischen 1990 und 2014 im Durchschnitt um 0,9 °C wärmer war als von 1962 bis 1989. Folgen der höheren Temperaturen sind beispielsweise eine Verschlechterung der winterlichen Durchmischung des Sees und somit Veränderungen im Nachschub von Sauerstoff in die tieferen Wasserschichten.

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Inhaltsverzeichnis
1. Zusammenfassung 6
2. Das Forschungsprojekt „Klimawandel am Bodensee“ (KlimBo) 12
3. Klimatische Veränderungen 16
3.1. Die Folgen des Klimawandels 16
3.2. Klimaveränderungen in der Bodenseeregion 17
3.3. Klimamodelle und Szenarien 18
3.3.1. Überprüfung regionaler Klimamodelle auf Veränderungen 18
 der Temperatur und Niederschlagsereignisse
 3.3.2. Verwendete Szenarien und Methoden 19
4. Auswirkungen klimatischer Veränderungen auf Wasseraustauschprozesse 22
und die Wasserqualität des Bodensees
4.1. Wie sich Flusswasser im See ausbreitet 22
 4.1.1. Messungen und Simulationen an der Bregenzerach 22
 4.1.2. Bedeutung der Schwebstoffe für die Einschichtung des Alpenrheins 25
 4.1.3. Simulationen zur Flusswasserausbreitung im See bei Hochwasserereignissen 28
 4.1.4. Flusswasserausbreitung in einer ausgedehnten Flachwasserzone: 32
 Simulationen zur Schussen
4.2. Seeinterne Austauschprozesse 36
4.2.1. Einfluss des Windes auf die vertikale Durchmischung 36
 4.2.2. Aufenthaltsdauer des Wassers in der Flachwasserzone 39
 4.2.3. Horizontale Unterschiede in der winterlichen Auskühlung des Sees 42
 4.2.4. Winterliche Auskühlungs- und Durchmischungsprozesse und deren 46
 Beitrag zum Tiefenwasseraustausch
4.2.5. Wie häufig erneuert sich das Tiefenwasser? 50
4.3. Wie sich Austausch- und Durchmischungsprozesse auf die 55
 Wasserbeschaffenheit auswirken
4.3.1. Spurenstoffe im Bodensee und seinen Zuflüssen 56
 4.3.2. Spurenstoff-Simulationen 61
 4.3.3. Sauerstoff 68
 4.3.4. Phosphat 74
 4.3.5. Nitrat 76
 4.3.6. Phytoplankton 77
4.3.7. Einfluss von Neozoen auf das Phytoplankton am Beispiel der 78
 Dreikantmuschel Dreissena
5 KlimBo – Klimawandel am Bodensee
Inhaltsverzeichnis
5. Risikobewertung klimatischer Einflüsse auf die Trinkwasserversorgung 82
aus dem Bodensee
5.1. Ziele der Literaturstudie 82
5.2. Mögliche Folgen des Klimawandels für Wasserversorgungsunternehmen 82
5.3. Handlungsoptionen und Anpassungsmaßnahmen 86
5.4 Klimaveränderung und Trinkwasser: ein langfristiger Anpassungsprozess 95
6. Wärmehaushalt und Wärmenutzung von Seen 96
6.1. Anthropogene Temperaturveränderungen von Gewässern 97
 6.1.1. Quellen thermischer Belastung von Gewässern 98
 6.1.2. Beispiele der Auswirkung von Wärmenutzungen auf Seen 100
6.1.3. Auswirkungen auf aquatische Biota 102
6.2. Der Wärmehaushalt des Bodensees 105
 6.2.1. Das Modell zur Berechnung der Wärmebilanz des Bodensees 105
 6.2.2. Das Turbulenzmodell 108
6.3. Auswirkungen einer thermischen Nutzung des Bodensees 109
 6.3.1. Simulationen zur Wärmenutzung für den Gesamtsee 109
6.3.2. Temperaturen im Nahfeld 111
 6.3.3. Temperaturen im Fernfeld 114
6.4. Schlussfolgerungen und Handlungsanleitungen zur Wärmenutzung 118
 6.4.1. Erkenntnisse aus der seeweiten Modellierung 118
 6.4.2. Natürliche und künstliche Temperaturvariationen im See 119
 6.4.3. Fallbeispiele zur Rückgabe von erwärmtem Kühlwasser 122
 6.4.4. Fallbeispiele zur Rückgabe von abgekühltem Seewasser 125
 6.4.5. Empfehlungen zur Wärmenutzung 126
7. Bewertung und Ausblick 128
8. Literatur und Referenzen 130
9. Liste der vorhandenen „blauen“ IGKB-Berichte 134

[ #Bodensee ] Hochauflösende Vermessung des Bodensees

Der Bodensee wurde 1893 von Graf Zeppelin und zuletzt im Auftrag der IGKB zwischen 1986 und 1990 nach dem jeweiligen Stand der Technik vermessen. 

Diese  Daten reichen für heutige Ansprüche bei weitem nicht mehr aus. Neue technische Entwicklungen ermöglichen zwischenzeitlich eine wesentlich höhere Datendichte und Genauigkeit sowie neue Darstellungen und Analysemöglichkeiten mit großem Informationspotential.

Die Kombination von Fächerecholot und Laserscanning zur Neuvermessung des Bodensees führte zu einem einzigartigen Datensatz. Begleitet von einer externen Qualitätskontrolle und den Vermessungsverwaltungen der umliegenden Länder ermöglichen die enorme Dichte und hohe Qualität der Daten hochaufgelöste Geländemodelle für den gesamten See und seine Ufer.Behörden und Wasserwirtschaft erhalten damit ein wichtiges Hilfsmittel zur Beurteilung und Planung vieler wasserbaulicher Maßnahmen wie Einleitungen, Wasserentnahmen, Renaturierungen, oder notwendiger Baggerungen. Nicht zuletzt werden Natur- und Denkmalschutz in erheblichem Maße von der Neuvermessung profitieren.

Schon während der Vermessung mit dem Echolot wurden Hinweise auf Grundwasserzutritte in den Bodensee gefunden. Diese bislang unbekannten Strukturen werden schon jetzt näher untersucht, um zu klären, ob mögliche Belastungen des Grundwassers für die Nutzung des Trinkwasserspeichers Bodensee relevant sind.Darüber hinaus wird die Seenforschung in den kommenden Jahren viele weitere neue Fragestellungen bearbeiten und so zu einem verbesserten Verständnis des Bodensees und unter dem Motto: „Nur was man kennt, kann man schützen“ zu einem ganzheitlichen Gewässerschutz beitragen.

Die Ergebnisse des Tiefenschärfe-Projektes werden eine langfristig nutzbare Grundlage für viele weitere Arbeiten am Bodensee sein. Für die sehr dynamische und stark beanspruchte Flachwasserzone und die hohen Sedimenteinträge an Flussmündungen sind die hier gewonnenen Daten ein wichtiger Referenzzustand zum besseren Verständnis künftiger Veränderungen. Karten und aufbereitete Daten werden für die Öffentlichkeit bereitgestellt und können kostenfrei genutzt werden. Eine Dokumentation des Projektverlaufs und der Auswertung wird von der IGKB als „Blauer Bericht“ herausgegeben und kann heruntergeladen werden.

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[ #Bodensee ] Kostenloser Bodensee-Geodaten-Viewer

Mit dem Bodensee-Geodatenpool gibt es jetzt erstmals eine einheitliche digitale Karte 1 : 50 000 des Bodenseeraumes. Als kostenloser Bürgerservice steht ein Gratis-Viewer online. 

Aus dem Bedürfnis, grenzüberschreitend Geobasisdaten in einer einheitlichen Struktur bereitzustellen, haben die Vermessungsverwaltungen der Bodensee-Anrainer Baden-Württemberg, Bayern, Österreich und die Schweiz, den so genannten Bodensee-Geodatenpool geschaffen. Der angebotene Datenbestand beschränkt sich zunächst auf die Topographischen Karten 1 : 50 000. Diese nationalen Karten wurden für eine grenzüberschreitende Nutzung rund um den  Bodensee speziell aufbereitet, um sie in einer medienbruchfreien, webbasierten Lösung verwenden zu können.
Kuriosum Bodensee. Der Bodensee ist ein völkerrechtliches Kondominium (gemeinsames Eigentum), unterliegt also der gemeinsamen Verwaltung der drei Anrainerstaaten Schweiz, Deutschland und Österreich. Lediglich in den ufernahen Bereichen bis 25 m Wassertiefe, der sog. "Halde", wird eine nationale Hoheitsausübung anerkannt. Dieses staatsrechtliche Kuriosum ist ein Überbleibsel aus dem Jahr 1648, als im Westfälischen Frieden die Schweiz aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation ausschied, ohne dass die gemeinsame Grenze am Bodensee festgelegt wurde.
Gratis-Viewer. Als kostenloser Bürgerservice stellt der Gratis-Viewer die originalen topographischen Daten des Geodatenpools in vereinfachter Auflösung dar. Der User kann sich informell im international harmonisierten Datenbestand bewegen und die Kartendaten betrachten und sogar als E-Mail verschicken. Neben der Möglichkeit, Strecken und Koordinaten zu messen, bietet der Gratis-Viewer auch die Funktionalität, den Bildausschnitt nach ausgewählten geographischen Namen zu positionieren, z. B. von Orten, Gewässern oder Bergen.  Den Gratis-Viewer hat Österreich beigesteuert.

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Donnerstag, 16. November 2017

[ #Vorarlberg ] Die Vorarlberger Landstände

Im 20. Jahrhundert wurde vielfach eine politisch gewünschte Sonderstellung Vorarlbergs in die Vergangenheit zurückprojiziert. 

Die Vorarlberger "Alemannenpolitik" als Fortsetzung der von Antisemitsmus getragenen Anti-Wien-Politik  tat um eines kurzsichtigen politischen Vorteils willen das ihre. Auftragswillige Geschichtsschreibung und für den untergegangenen Deutschnationalismus Ersatz suchende völkisch-konservative Lehrer folg(t)en dieser Duftspur vielfach bis heute, ohne auch nur nachzudenken.

In diesem Zusammenhang stellte man das Land Vorarlberg als seit undenklichen Zeiten bestehende, aber ständig von außen bedrohte Einheit dar. Die angeblich rassisch andere Herkunft aus dem "Alemannentum" wurde stets heroisiert und in einen Gegensatz gestellt, den schon die Nazis bemüht hatten: Den slawischen Osten. Ein Folklorekitsch wie er im Buche steht, der von der konservativen Landespolitik und ihren politisch verbundenen Kadern auch brav bis in die Schulzimmer unserer Kinder betrieben wurde.

Vorarlbergs angeblich immer schon freien Bewohner, denen jede Untertänigkeit wesensfremd gewesen sei, sollen sich parteilos und basisdemokratisch selbst verwaltet haben. In Wirklichkeit bestanden auch in den vorarlbergischen Herrschaften Abhängigkeiten verschiedenster Art einschließlich der Leibeigenschaft. Selbst die viel gerühmte Beschränkung der ständischen Vertretung auf Bürger und Bauern bildete im süddeutschen Raum keine Ausnahme.

In den letzten Jahrzehnten fand die historische Forschung mit einer neuen Generation an Historikern glücklicherweise zu einer wissenschaftlich-distanzierteren Sicht der Verhältnisse und korrigierte das verklärte Bild der Stände, indem sie die Klüngelwirtschaft, die Kirchturmpolitik, die Judenfeindlichkeit und die relativ geringe Effizienz in vielen Bereichen hervorhob.

Hexenforscher. Eine Online-Version des Ausstellungksataloges des Vorarlberger Landesarchives steht zum kostenlosen download zur Verfügung und sollte wohl auch in den Lehrerzimmern Eingang finden. Ausstellung und Katalog stammen von Univ.-Doz. Dr. Manfred Tschaikner, dem weithin bekannten Hexenforscher.

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[ #Rheintal ] Natura Trail Rheindelta

Ein Themen-Wanderweg durch ein reichhaltiges und wertvolles Naturschutzgebiet. Ein Ausflugsziel auch für Schulen und Naturinteressierte.

Natura Trails sind Themenwege durch Schutzgebiete, die für eine sanfte Freizeitnutzung besonders geeignet sind. Sie fördern das Erleben der heimischen Tiere, Pflanzen und Lebensräume und stärken dadurch das Bewusstsein für den Schutz von Natur und Landschaft.

Natura Trail Rheindelta. Die Eröffnung des ersten Natura Trails in Vorarlberg war einer der Höhepunkte der Vorarlberger Umweltwoche 2010 "Umwelt V" und der österreichweiten Aktivitäten der Naturfreunde zum Weltumwelttag 2010, die zu einem bewussten Umgang mit unserer Umwelt motivieren sollen. Der erste Natura Trail Vorarlbergs führt durch das Rheindelta, eines der wertvollsten Feuchtgebiete Mitteleuropas.

Wandern, Radfahren, Naturgenießen - und gleichzeitig die schönsten Schutzgebiete Österreichs mit ihrer charakteristischen Tier- und Pflanzenwelt kennenlernen, dazu soll die Natura Trail alle Naturbegeisterten einladen.

Die Dynamik des Fließgewässers und des Sees geben dieser Landschaft ihren einzigartigen Charakter. So entstehen vielföltige Lebensräume wie Auwälder, Schilfröhrichte, Flachwasserbereiche, Großseggensümpfe und Feuchtwiesen, die eine artenreiche Fauna und Flora beherbergen. Vor allem im Herbst und Winter ist das Rheindelta ein Dorado für tausende Zug- und Rastvoögel wie die Graugans oder den Singschwan.

Auch die reich gegliederte Kulturlandschaft aus Wiesen, Weiden, Ackerflächen und Hochwasserdaämmen bietet bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. So wächst auf den ökologisch besonders wertvollen Feuchtwiesen die stark gefährdete Sumpfgladiole mit ihren prächtigen rosafarbenen Blüten (siehe Titelbild) und auf den Rheindämmen das gefährdete Helm-Knabenkraut, eine Orchideenart. Bedrohte Wat- und Wasservogelarten wie der Große Brachvogel, die Uferschnepfe oder Bekassine finden hier geeignete Brut- oder Rastplätze.

Angaben zum Trail:
  • Ausgangspunkt: Bushaltestelle "Altes Postamt" 
  • Endpunkt: Bushaltestelle "Altes Postamt" Fussach
  • Wegtyp: Rundweg
  • Seehöhe: 380 m
  • Weglänge: 17 km
  • Wegdauer: 4.5 h
  • Höhendiffernz: 34 m
  • Begehbarkeit: Ganzjährig 
  • Wegeignung: Familien, Kinderwagen, Rollstuhlfahrer, Menschen mit Gehbehinderung 
  • mehrere Routen zur Auswahl, Abkürzungsmöglichkeiten vorhanden 
  • Sonstige Angaben zur Begehbarkeit: Wegeignung nur teilweise für Kinderwagen, Gehbehinderung und Rollstuhl
  • Themen: Natur, Naturschutz/Natura 2000, Tier- und Pflanzenwelt, Ramsar-Schutzgebiet
  • Zielgruppen: Erwachsene, Familien mit Kindern, Kinder 0-5 Jahre, Kinder 6-10 Jahre, Kinder 11-14 Jahre, Jugendliche, Volksschulen, Hauptschulen/Unterstufen, Höhere Schulen (AHS, BHS), SeniorInnen, TouristInnen
Wegvarianten:
  • Höchst „Birkele“ Rundfahrt (10 km, ca. 2,5h). Bei der Bushaltestelle „Birkele“ in Höchst (Infotafel Natura Trail) Radwanderweg in Richtung Tennishalle folgen, weiter um die Eselschwanzkurve bis zum Gasthaus Patagonia (Gaißau), weiter den Weg ca. 600 m nach Nord-West, beim Gatter rechts auf den Polderdamm abzweigen, nach dem zweiten Wäldchen rechts nach Süden in Richtung Mahlerhof bis zur nächsten Querstraße, hier links ca. 250 m nach Osten und dann in die Bäumlestraße einbiegen bis zur Gaißauerstraße, dort angekommen wieder zurück zur Bushaltestelle Birkele. Gaißau-Fußach am Polderdamm (9 km, ca. 2,5h) Bei der Bushaltestelle „Birkele“ in Höchst umsteigen in Mikrobus 15b, bis Gaißau zum Buswendeplatz bei Yachtclub (Fahrplan beachten), dem Weg nach Nord-West ca. 600 m folgen, abzweigen beim Gatter rechts, danach dem Polderdamm entlang, vorbei an drei Pumpwerken und dem Jachthafen Salzmann bis zum Sendemast in Fußach, hier entweder rechts Richtung Süden zurück zur Bushaltestelle „Altes Postamt“ in Fußach oder links zum Rheindeltahaus und der Lagune.
  • Rheinholz (zusätzl. 1h): Beginnend in Gaißau beim Gatter, geradeaus 2 km durch den Auwald bis zur Mündung des Alten Rheins, retour gleicher Weg oder Rundweg laut Karte.
Übrigens: Das Natura Trail Projekt wurde am 19. Juni 2008 von der österreichischen und in Folge auch von der deutschen UNESCO-Kommission als offizielles Dekadenprojekt im Rahmen der UN-Dekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung" ausgezeichnet. Vor allem das umfassende Bildungskonzept, die enge Zusammenarbeit mit Akteuren vor Ort und der Beitrag zu einer nachhaltigen regionalen Entwicklung wurden gewürdigt.


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Mittwoch, 15. November 2017

[ #Bludenz ] Eine begehbare Skulptur von Alfons Fritz: Das Kriegerdenkmal in Bludenz


In Bludenz unterhalb der alten Stadtpfarrkirche Hl. Laurentius wurde 1928 ein Kriegerdenkmal für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs errichtet. 

Alfons Fritz, ein bedeutenden Vorarlberger Architekt der Zwischenkriegszeit, plante eine Anlage die auf Grund der Formensprache und des Zugangs zum Thema des Erinnerns als überregional bedeutsam angesehen wird.

Im Vergleich zu vielen anderen so genannten Kriegerdenkmalen zur gleichen Zeit fehlen bei der Bludenzer Anlage die typischen und zumeist heroischen Attribute. Vergeblich sucht man einen Adler oder Löwen, auch kein sterbender, kniender oder toter Soldat mit Waffe und Stahlhelm ist zu finden. 

Eingeweiht wurde das Kriegerdenkmal im Juni 1928. Das Denkmal und seine Formensprache wurden in den damaligen Veröffentlichungen auch über die Grenzen Vorarlbergs hinaus hoch gelobt. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Kriegerdenkmal in Wolfurt, das ebenfalls von Alfons Fritz entworfen wurde.


Alfons Fritz - Wikimedia 
Alfons Fritz. Alfons Fritz (* 2. August 1900 in Andelsbuch, Vorarlberg; † 7. Februar 1933 in Dornbirn) war ein Baukünstler und Architekt.

Aus der Ehe von Alois Fritz mit der 1881 geborenen Ursula Meusburger aus Andelsbuch gingen die Söhne bzw. Urenkel von Michael Lecher Alfons und Anton hervor. Alfons Fritz, geboren 1900, wuchs in Andelsbuch auf, wo seine Eltern neben der Hutmacherei auch eine kleine Landwirtschaft betrieben. Bereits in jungen Jahren fiel Alfons durch sein Zeichentalent auf, welches sein Lehrer zu fördern wußte. Sein Zeichenlehrer weckte in ihm das Interesse an Architektur. Durch den frühen Tod seines Vaters im Jahr 1913 war es nicht ganz und gar nicht selbstverständlich ein Studium zu beginnen.

Er trat nach dem Studium er in das Architekturbüro von Professor Clemens Holzmeister in Innsbruck ein. Im Einvernehmen mit seinem Chef wagte Fritz am Wettbewerb für das Standschützendenkmal am Berg Isel ein Projekt einzureichen. Holzmeister errang den zweiten, sein Assistent Fritz den dritten Preis.

Professor Holzmeister berief Fritz im Jahre 1925 in sein Privatatelier an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er Fritz seine Frau Hildegard Mümmler kennenlernte. Nach kurzer Bekanntschaft
heiratete das Paar und übersiedelte nach Dornbirn. Er eröffnete im November 1926 in Dornbirn sein eigenes Architekturbüro. Im Mai 1932 legte er noch die Prüfung als Zivilarchitekt ab.

Sein Arbeitsfeld war breit gefächert und beinhaltete Wohn-, Hotel-, öffentliche Bauten, Kriegerdenkmale sowie Kirchen und Kapellen, ebenso Innenausstattungen und Möbel. Allzufrüh verstarb Alfons Fritz an einer nicht ganz ausgeheilten Grippe am 7. Februar 1933.

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Dienstag, 14. November 2017

[ #Vorarlberg ] Benchmarking Vorarlberg: Online Wirtschafts- und Regionalatlas Österreich

Der Wirtschafts- und Regionalatlas Österreich verschafft einfach, schnell und übersichtlich einen Überblick über die Struktur der österreichischen Gesamtwirtschaft und beantwortet so zahlreiche Fragen zum nationalen und europäischen Wirtschaftsgeschehen.

Auch wenn man nach europäischen Vergleichen oder wirtschaftlichen Bundesländerprofilen sucht, wird man hier fündig.

EUROPA-Vergleiche. Mit dem Wirtschaftsatlas Österreich beschreitet die STATISTIK AUSTRIA neue Wege und stellt seit Juli 2007 ein umfassendes Informationspaket zur österreichischen Wirtschaft online zur Verfügung. Sie können Ihren Interessen entsprechend eine Auswahl aus 13 Themenblöcken mit mehr als 270 Merkmalen treffen. Zusätzlich können Sie alle im Wirtschaftsatlas verwendeten Daten interaktiv über die Datenbank SuperSTAR unentgeltlich abrufen, individuell daraus Ihre persönlichen Tabellen zusammenstellen und auch einfache graphische Darstellungen vornehmen.

Mit dem OnlineAtlas der Statistik Austria können wirtschaftsstatistische Merkmale anhand von mehr als 3.300 Europa- bzw. Bundesländerkarten interaktiv abgefragt bzw. visualisiert dargestellt werden. Weitere Features, wie Mouseover- oder Zoom-Funktionalitäten, Zeit- und Regionenvergleiche samt tabellarischen und grafischen Darstellungen bieten eine attraktive Handhabung. Als zusätzliches Service wurde der Wirtschaftsatlas Österreich um einen Kurzüberblick zu den „Wichtigen Europäischen Wirtschaftsindikatoren“ ergänzt, die direkt auf der Homepage von Eurostat abgerufen werden können.

BUNDESLÄNDER-Vergleiche. Mit dem Regionalatlas Österreich bietet die STATISTIK AUSTRIA seit Juni 2009 – parallel zu den bereits bestehenden Onlinekarten des Wirtschaftsatlas Österreich - ein weiteres Online-Tool, mit dem einfach, schnell und übersichtlich wirtschafts- und sozialstatistische Merkmale auf Ebene der politischen Bezirke, für 35 Regionen aus Österreich (NUTS-3-Ebene) und den neun Bundesländern visualisiert und interaktiv abgefragt und miteinander vergliechen werden können.

Derzeit stehen über 20 Wirtschafts- und Sozialmerkmale wie z.B. Bevölkerungsstand (untergliedert in männlich, weiblich, Alter), Tourismuszahlen (Ankünfte, Nächtigungen, durchschnittliche Nächtigungsdauer,…), Arbeitsstättendaten (Beschäftigte, Bruttolöhne und –gehälter,…) und Daten der Regionalen Gesamtrechnung (Bruttoregionalprodukt, Erwerbstätige,…) zur kostenfreien Verfügung. Die angebotenen Variablen bieten eine Vielzahl an weiteren Untergliederungsmöglichkeiten (wie z.B. nach Wirtschaftszweigen bei den Arbeitsstättendaten oder Altersstufen bei den Bevölkerungsdaten,…) und können auch für verschiedene Jahre abgefragt werden, sodass aus über 15.000 Karten ausgewählt werden kann. Weitere Features, wie Mouseover- oder Zoom-Funktionalitäten, Zeit- und Regionenvergleiche samt tabellarischen und grafischen Darstellungen bieten eine attraktive Handhabung. Zusätzlich besteht die Möglichkeit Bevölkerungs- und Flächendaten für alle Bundesländer sowie für Gesamtösterreich auf Ebene der politischen Bezirke ab dem Jahr 2002 aus über 50.000 Karten abzufragen.

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Montag, 13. November 2017

[ #Vorarlberg ] Die Vorarlberger Wappen in der Wiener Votivkirche

Die Votivkirche wurde als Dank für ein misslungenes Messer-Attentat (18. Februar 1853) während eines Spazierganges auf Kaiser Franz Joseph I. erbaut und am 24. April 1879 anläßlich der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares Franz Josef und Elisabeth "Sisi" eingeweiht. 

Der Attentäter Janos Libènyi hingegen wurde schon acht Tage nach dem gescheiterten Messerattentat bei der Spinnerin am Kreuz unter den Blicken zahlreicher Schaulustiger hingerichtet. Zu den damals gehandelten Verschwörungstheorien (Ungarn) halten sich auch hartnäckig   eher tiviale Grund für das Attentat des jungen ungarischen Schneidergesellen, dass nämlich der Kaiser bekanntermaßen seinen weiblichen Bediensteten nachstellte und die Schwester des ungraischen Schneiders entehrt habe.

Errettung. Wie auch immer: Die “Votivkirche” weist auf den Anlass des Baues hin. Votivgaben sind aufgrund eines Gelübdes (votum) als symbolisches Opfer insbesondere für die Rettung aus einer Notlage und häufig an einer kultischen Stätte dargebrachte Gegenstände. Zu Ehren des Kaisers Rettung bat nun sein Bruder, Erzherzog Ferdinand Maximilian, der spätere Kaiser Maximilian von Mexiko, um Spenden der Bevölkerung um eine neue Kirche zu erbauen.  Die Spenden für diese österreichische Walhalla kamen aber aus den Kronländern der Monarchie nur sehr spärlich, so dass sich auch der Bau länger als gewünscht hinzog und erst anlässlich der Silberhochzeit des Kaiserpaares, am 24. April 1879 geweiht werden konnte.  Diese Kirche sollte Propaganda für die Bedeutung von Monarchie und der (gegenreformatorischen konservativen) katholischen  Kirche als einigendes Band des Vielvölkerstaates symbolisieren. In einem multikulturellen Staatsgebilde kaum ein weitblickendes Unternehmen. Immerhin hatte die göttliche Errettung des Kaiser dessen öffentliches Ansehen wieder verbessert.


Dynastie + Katholizismus. Die programmatische Vereinigung von Dynastie und Katholizismus findet in der zentralen Ehrung des  Grafen Niklas von Salm (1459 –1530) als gleichsam in der Verteidigung Wiens gegen die Türken ("Erste Türkenbelagerung") gefallenen Mannes in diesen Walhalla-Plänen ihren Ausdruck. 1878 wurden die Grabplatte und der  Sarkophag in die Votivkirche überführt.  Dabei gab es sichtlich auch einen Bezug zur Walhalla in Donaustauf (Bayern), welche auf Veranlassung des bayerischen Königs Ludwigs I. geschaffen worden war. Der Märchenschloss-Verstand des Ludwig II. von Bayern, ein Cousin der Kaisersgattin "Sisi", wurde zur Entscheidung über den Ausschreibungsgewinner aus den 75 eingereichten Projektenn für die  Votivkirche beigezogen.


Ismail Pascha. Dass die politische Botschaft an die Untertanen und die politische Praxis weit auseinanderklafften wird allerdings daran deutlich, das Ismail Pascha, bekannter als "Ismail der Prächtige" von 1863–1879 osmanischer Vizekönig von Ägypten "prächtige Stücke" ägyptischen Alabasters aus den Steinbrüchen von Beni Suef zum Bau der Votivkirche  gespendet hatte. Tatsächlich sind aus diesem sechs Säulen des Hochaltars, Säulen und Füllflächen der Kreuzkapelle wie auch der achteckige Taufstein in der Taufkapelle gefertigt.

Vorarlberger Wappen. An den Arkadenwänden der kaiserlichen "Denkmalskirche" finden sich auch die Wappen des Kaiserhauses, besser gesagt: der Kronländer. Im Kern sind das alle Wappen der Länder, welche im "Großen Titel des Kaisers von Österreich" enthalten sind. Der Große Titel verstand sich wie der kaiserliche Doppeladler, das kaiserliche Wappen, die Österreichische Kaiserkrone, Zepter und Reichsapfel sowie der kaiserliche Hofstaat mit seinem Hofzeremoniell als Ausdruck der von Gott gegebenen und daher unumstößlichen monarchischen Macht. Der große Titel musste in Österreich zur Zeit der Monarchie von allen Schulkindern auswendig gelernt werden.


Und dort sind eben auch aufgeführt "Graf von Hohenems, Feldkirch, Bregenz, Sonnenberg etc." Und genau diese vier Vorarlberger Wappen finden sich unter den 20 Wappen der Kronländer in der Votivkirche.  Die habsburgischen  "Herrschaften vor dem Arlberg", die Österreich in einem 450jährigen Prozess Stück für Stück erwarb, wurden erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts zu einem „Land Vorarlberg“ integriert, dem als landesfürstlicher Verwaltungsbezirk seit 1786 der „Kreis Vorarlberg“ entsprach.

Die landesfürstlichen Behörden in Vorarlberg unterstanden bis 1918 den Regierungsstellen in Innsbruck, (mit einem vorderösterreichischen Intermezzo von 1752 bis 1782). Vom 16. bis ins 18. Jahrhundert war meist von den „Herrschaften vor dem Arlberg“ die Rede, häufig von den „vier Herrschaften“, auch wenn in Urkunden gelegentlich mehr als vier genannt wurden (siehe im großen Titel "etc.").  Die "operettenhafte" (Nachbaur) Nennung der vergleichsweise kleinen "Herrschaften vor dem Arlberg" im Titel hatte wohl auch einen praktischen Grund: Der neue „Kaiser von Österreich“wäre sonst  jedenfalls bereits 1804 als Herrscher eines überwiegend slawischen, ungarischen und italienischen Reichs ausgewiesen gewesen.

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