Mittwoch, 18. Dezember 2013

Biotope in der Gemeinde Altach

Was kann die Gemeinde Altach für ihre Biotope tun? 

Unter BIOTOP wird in diesem Inventar der Standort einer in sich mehr oder weniger geschlossenen Lebensgemeinschaft aus Pflanzen und Tieren verstanden. Klassisches Beispiel für einen Biotop wäre etwa ein Weiher, es  kann aber genauso ein Waldstück, eine Wiese etc. sein.

Altacher Kostbarkeiten. Im Altacher Gemeindegebiet sind die ökologisch besonders wertvollen Flächen am Alten Rhein zu finden. Zum einen ist es der Baggersee am Sauwinkel, zwischen Koblacher Kanal und Altem Rhein, der sich in den letzten Jahrzehnten zu einem sehr naturnahen Stillgewässer entwickelt hat. Er spielt für die Vernetzung der naturnahen Lebensräume im Rheintal eine wichtige Rolle. Der See wird von auwaldartigen Wäldern aber auch von Fichtenforsten gesäumt. Auf der Wasserfläche haben sich z.T. große Schwimmpflanzenteppiche gebildet. Diese verschiedenen Strukturen bieten nicht nur Amphibien wie dem Teichfrosch und der Erdkröte Nahrung und Schutz sondern auch vielen Vögeln.

Ebenfalls bedeutend für die heimische Tier- und Pflanzenwelt ist das Gebiet des Alten Rheins selbst. Es bietet für die Bewohner von Feuchtgebieten und Auwäldern Lebens- und Rückzugsraum im mittleren Rheintal und hat auch für die Menschen eine große Bedeutung als Erholungsgebiet. An den vielfältigen Standorten des Alten Rheins wie Kiesflächen, Steilufer, Gebüsche, seichtes Wasser etc., findet man neben vielen anderen Arten den seltenen Sanddorn oder die stark gefährdete Wasser-Schwertlilie. Auf Grund ihrer großen Bedeutung für die Schönheit und Vielfalt der heimischen Natur wurden sowohl der Baggersee im Sauwinkel als auch Teile des Alten Rheins im neuen Vorarlberger Biotopinventar als besonders wertvoll und erhaltenswert ausgewiesen.

Häufig bilden einzelne Biotope in sich zusammenhängende Komplexe aus, wie etwa ein Quellmoor mit der Quelle als Einzelbiotop und den angrenzenden nassen„Quellsümpfen“. Dann wird von BIOTOPKOMPLEX gesprochen. Besonders Großtiere haben Biotop übergreifende Reviere, oder ganze Landschaftsteile bilden einen geschlossenen und vielfältigen Lebensraum von besonderer Schutzwürdigkeit. In diesem Fall wird von einem GROSSRAUMBIOTOP gesprochen.  Grundsätzlich ist Biotop ein allgemeiner Begriff. Ein Biotop muss nicht von vorneherein besonders oder überhaupt schutzwürdig sein. Auch ein Garten ist z.B. ein Biotop mit Kultur- und Wildpflanzen und einer großen Zahl an Tieren - beliebte und unbeliebte - sei es im Boden oder an Pflanzen.

Was kann die Gemeinde Altachfür ihre Biotope tun: 

Allgemein 
– Die Bevölkerung über die Biotope informieren.
Fließgewässer und Uferbereiche
– Im Zuge von allfälligen Erweiterungen des Siedlungs- und Gewerbegebiets sollte auf
Pufferzonen bzw. den Erhalt eines ausreichend breiten Gewässerkorridors Wert gelegt
werden. Gegen das landwirtschaftlich intensiv genutzte Umland ist eine Pufferzone
einzuhalten um die Nähr- und Schadstoffeinträge wirksam zu vermeiden und die
Korridorfunktion zu erhalten. Die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich der Dünge- und
Bauabstände sind einzuhalten.

Stillgewässer: 
– Einrichtung von Naturzonen im Bereich des Alten Rheines. Vor allem der westlichste Teil
und die kleinen Weiher im Osten erscheinen geeignet - diese werden auch gegenwärtig
nur wenig genutzt.
– Erstellung eines Pflege-, Nutzungs- und Gestaltungsplans für das Gebiet des Alten
Rheines. Gefragt wären Vorschläge zur Entwicklung des Gebiets um den Ansprüchen von
Naturschutz und Freizeitnutzung gerecht zu werden (v.a. in Anbetracht eines in Zukunft
wohl noch stärker werdenden Nutzungsdrucks). Zu denken ist an eine Zonierung mit der
Ausweisung von Naturzonen und die stellenweise Durchführung von
Gestaltungsmaßnahmen (Uferprofilierung, Schaffung von Flachwasserbereichen). Zu
überlegen wäre auch eine Ausweisung als Naturschutzgebiet (bzw. sonstiger adäquater
Schutzstatus). Biotopinventar Gemeinde Altach । 19
Auwälder
– Beratung und Anleitung der Waldbesitzer - in Zusammenarbeit mit den zuständigen
Forstorganen - zu einer naturnahen Waldbewirtschaftung, die bei bachbegleitenden
Gehölzen möglichst auf Einzelstammentnahme zu beschränken ist. Bei der Nutzung des
Auwaldes sollte als langfristiges Entwicklungsziel die Bestandesumwandlung hin zu einem
naturnahen Wald (Weißweidenau oder edellaub- und eichenreiche Hartholzaue) gesehen
werden.
– Erhalt von Alt- und Totholz.
– Auf eine forstliche Nutzung der Gehölzbestände sollte, abgesehen von allfälligen
Pflegemaßnahmen wie bisher, verzichtet werden.
– Die Kiesrecycling-Anlage samt der Werksflächen sollte nicht in den Auwaldbereich erweitert
werden (v.a. keine Ausweitung der Schlammdeponie bzw. Zuschüttung der kleinen Weiher
im Osten).


[Zeitreiseführer-Vorarlberg]⇒

Lohnt sich ein Download? Ein schneller Blick auf das Inhaltsverzeichnis:
InhaltEinführung  5
– Kurzer Rückblick und Ausblick  5
– Was ist ein Biotop?  6
– Wann gilt ein Biotop als BESONDERS SCHUTZWÜRDIG? 7
Gemeindebericht  9
– Geographie und Geologie  9
– Biotopausstattung  10
– Schutzstatus der Biotopfläche  11
– Verbindung zu angrenzenden Gemeinden  11
– Die Biotope der Gemeinde  12
 Baggersee im Sauwinkel (Biotop 40101)  12
 Alter Rhein (Biotop 40102)  14
– Gefährdungen  17
– Empfehlungen für Schutz und Erhalt  18
 Was wurde bisher getan?  18
 Was kann die Gemeinde tun für …  18
 Was kann der Einzelne tun für …  19
Artenliste  20

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