Freitag, 27. Januar 2017

[ #Bregenz ] Retrodigitalisat online: Buch aus 1839 zur Bregenzer Ehreguta-Sage


1839 erschien in Wien im Verlag von Kaulfuß' Wittwe  "Ehrgute", das auch in die kaiserlich königliche Hofbibliothek Aufnahme fand. Heute ist es als Digitalisat bei der Österreichischen Natiuonalbibliothek online. 

Die Sage berichtet, dass in einer Rankweiler Taverne die alte Dame Guta die Anführer der Appenzeller deren Plan, Bregenz zu überfallen, unfreiwillig mithörte. Als sich die Anführer  das alte Weiblein entdeckten, wollten sie sie natürlich nicht gehen lassen. Erst nachdem Guta Stein und Bein geschworen hatte, keinem Menschen davon zu erzählen, ließen die aufständischen Appenzeller sie laufen. Noch in der Nacht und bei angeblich fürchterlicher Kälte sei Guta nach Bregenz geritten und habe dort alles dem Ofen im Rathaus erzählt. So brach sie nicht den Schwur und habe so Bregenz vor den Appenzellern gerettet.  Seither hätten die Nachwächter ihren Warnungsrufen vor den Gefahren der Nacht und Feuer "Ehret die Guta" beifügen müssen.

Nun das alles ist Sage  oder zumindest vokstümliche, regionalpatriotische oder herrschaftsnützliche Verklärung. Doch als solche hat sie ein langes Leben und auch mehrfache literarische Verarbeitung erfahren. Die Bludenzer Dichterin Grete Gulbransson-Jehly (1882-1934) schrieb 1927 beispielsweise bei einem längeren Aufenthalt auf Burg Gutenberg in Balzers die Ballade "Ehreguta".

Friedrich Wilhelm Arming. Der Arzt und Schriftsteller Friedrich Wilhelm Arming (*1805, Pseudonym William Fitz-Berth, gestorben zu Brooklyn bei New-York in Amerika 4. März 1864) kam als kaiserlich königlicher.Kreiswundarzt 1832 nach Bregenz und wird dort diese Geschichte erzählt bekommen haben. Dass er an historischen Geschichten interessiert war und daraus historische Romane produzierte, ist ja aus anderen seiner Werke, insbesondere über die oberösterreichischen Bauernaufstände bekannt. So erschien 1839 in Wien im Verlag von Kaulfuß' Wittwe  "Ehrgute", das auch in die kaiserlich königliche Hofbibliothek Aufnahme fand. Arming wanderte 1854 mit seiner ganzen Familie nach Amerika aus, wohl unglücklich über die politischen Zustände in Österreich nach der gescheiterten 1848er-Revolution. Dort war er mit Romanen über die amerikanischen Kolonisten weiterhin erfolgreich.  "Ehregute" ist als Retrodigitalisat aus den Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek ebendort online.

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