Freitag, 2. Juni 2017

[ #Dornbirn ] Gleggen: Letzte Vorarlberger Zuflucht für den Großen Brachvogel?


Früher brüteten Brachvögel in allen großen Bodenseerieden. Einzig in Vorarlberg kann man noch heute ein kleines Brutvorkommen finden. 

Numenius arquata. Der Große Brachvogel (Numenius arquata) ist eine Vogelart aus der Familie der Schnepfenvögel (Scolopacidae). Sie brüten in Mooren und Feuchtwiesen sowie in offenen Marschen. Sein bevorzugtes Habitat während der Brutzeit sind großflächige, offene, gut überschaubare feuchte Regenmoore. Er brütet außerdem im Moorheiden, auf Calluna-Heiden mit Feuchtstellen, Feuchtgrünland sowie gelegentlich auch auf Äckern, wenn sich diese in der Nähe von Grünland befinden. Im Winter leben sie an den Küsten und im Watt, außerdem im Binnenland auf Feldern und Feuchtwiesen.


Die Küken sind Nestflüchter, die das Nest verlassen, sobald die Daunen völlig getrocknet sind. Sie werden in den ersten Lebenstagen von beiden Elternvögeln geführt, später führt sie nur das Männchen. Sie sind in der Zeit des Heranwachsens auf lockere, nicht zu hohe Vegetation angewiesen, da sie sich in zu dichtem Gras nicht vorwärts bewegen können und dann verhungern. Mit etwa fünf bis sechs Wochen sind sie flügge.

Klimawandel. Der große Brachvogel gilt als eine der Arten, die vom Klimawandel besonders betroffen sein wird. Es wird davon ausgegangen, dass das Verbreitungsgebiet des Großen Brachvogels bis zum Ende des 21. Jahrhunderts um mehr als vierzig Prozent schrumpfen und sich weiter nach Norden verschieben wird.

Vorarlberger Riedgebiete. Die Riedgebiete im unteren Vorarlberger Rheintal gehören zu den wichtigsten Wiesenbrütergebieten Österreichs und sind das bedeutendste in der Bodenseeregion. Für den Brachvogel sind die Riedgebiete im unteren Vorarlberger Rheintal gar das einzige Brutgebiet im Bodenseeraum.

Anfang des 20. Jh. war der Große Brachvogel in der Vorarlberger Rheintalebene weit verbreitet und geradezu häufig. Im Rheindelta brüteten Mitte der 60er-Jahre etwa 40 Paare zwischen Gaißau und Fußach und in den angrenzenden Rieden im Rheintal bis Wolfurt, Lustenau und Dornbirn weitere 15 Paare. Etwa 65 Prozent der damaligen Reviere im Rheindelta lagen außerhalb der Grenzen des jetzigen Naturschutzgebietes und sind direkt der Intensivierung der Landwirtschaft (Verlust der Streuwiesen) zum Opfer gefallen. In der Folge kam es zu einer Abnahme des Bestands im Rheindelta: im Mittel der 1970er Jahre 18, der 1980er Jahre neun, der 1990er Jahre sechs und 1999-2002 nur noch 1-2 Brutpaare.

Gleggen. Der Brachvogel gilt in Vorarlberg als höchst gefährdet. 2011 konnten in Vorarlberg nur noch 16 Brutpaare gezählt werden. Das Hauptvorkommen ist im Gleggen (Dornbirner Ried) zu finden. Auch der größte Anteil der in Vorarlberg flüggen Jungvögel wird in diesem Gebiet nachgewiesen. Das Dornbirner „Gleggen“ gilt als ein gelungenes Beispiel für die gute Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Naturschutz und Jägerschaft. 


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Übersicht über das Artenschutzkonzept Großer Brachvogel

Einleitung Einleitung 3

1.... Allgemeine Allgemeine Allgemeine Angaben Angaben Angaben 4
1.1. Europarechtlicher Schutzstatus 4
1.2. Gefährdung 5

2.... Bestandssituation Bestandssituation Bestandssituation 6
2.1. Bestandssituation in Europa 6
2.2. Bestandssituation in Österreich 7
2.3. Bestandssituation im Bodenseeraum 7
2.4. Bestandssituation in Vorarlberg 8
2.4.1. Bestandsentwicklung 8
2.4.2. Aktuelle Bestandssituation 9
2.4.3. Bruterfolg 10
2.4.4. Rast- und Mauserbestände 11
2.4.5. Verbreitungskarte 13

3.... Ökologie Ökologie Ökologie 15
3.1. Brutbiologie und Habitat 15
3.1.1. Heimzug und Revierbesetzung 15
3.1.2. Nestbau, Legebeginn und Brutdauer 15
3.1.3. Schlüpftermine und Jungenaufzucht 16
3.1.4. Bruthabitat, wichtigste Brutgebiete 17

4.... Gefährdung Gefährdung Gefährdung 19

5.... Aktionsplan Großer Brachvogel 21
5.1. Mindestziele für die Erhaltung der Art 21
5.2. Erhaltungs- und Fördermaßnahmen 21
5.3. Erfolgskontrolle 24

6.... Fotos 24

7.... Literatur Literatur Literatur 27

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