Freitag, 17. November 2017

[ #Bodensee ] Hochauflösende Vermessung des Bodensees

Der Bodensee wurde 1893 von Graf Zeppelin und zuletzt im Auftrag der IGKB zwischen 1986 und 1990 nach dem jeweiligen Stand der Technik vermessen. 

Diese  Daten reichen für heutige Ansprüche bei weitem nicht mehr aus. Neue technische Entwicklungen ermöglichen zwischenzeitlich eine wesentlich höhere Datendichte und Genauigkeit sowie neue Darstellungen und Analysemöglichkeiten mit großem Informationspotential.

Die Kombination von Fächerecholot und Laserscanning zur Neuvermessung des Bodensees führte zu einem einzigartigen Datensatz. Begleitet von einer externen Qualitätskontrolle und den Vermessungsverwaltungen der umliegenden Länder ermöglichen die enorme Dichte und hohe Qualität der Daten hochaufgelöste Geländemodelle für den gesamten See und seine Ufer.Behörden und Wasserwirtschaft erhalten damit ein wichtiges Hilfsmittel zur Beurteilung und Planung vieler wasserbaulicher Maßnahmen wie Einleitungen, Wasserentnahmen, Renaturierungen, oder notwendiger Baggerungen. Nicht zuletzt werden Natur- und Denkmalschutz in erheblichem Maße von der Neuvermessung profitieren.

Schon während der Vermessung mit dem Echolot wurden Hinweise auf Grundwasserzutritte in den Bodensee gefunden. Diese bislang unbekannten Strukturen werden schon jetzt näher untersucht, um zu klären, ob mögliche Belastungen des Grundwassers für die Nutzung des Trinkwasserspeichers Bodensee relevant sind.Darüber hinaus wird die Seenforschung in den kommenden Jahren viele weitere neue Fragestellungen bearbeiten und so zu einem verbesserten Verständnis des Bodensees und unter dem Motto: „Nur was man kennt, kann man schützen“ zu einem ganzheitlichen Gewässerschutz beitragen.

Die Ergebnisse des Tiefenschärfe-Projektes werden eine langfristig nutzbare Grundlage für viele weitere Arbeiten am Bodensee sein. Für die sehr dynamische und stark beanspruchte Flachwasserzone und die hohen Sedimenteinträge an Flussmündungen sind die hier gewonnenen Daten ein wichtiger Referenzzustand zum besseren Verständnis künftiger Veränderungen. Karten und aufbereitete Daten werden für die Öffentlichkeit bereitgestellt und können kostenfrei genutzt werden. Eine Dokumentation des Projektverlaufs und der Auswertung wird von der IGKB als „Blauer Bericht“ herausgegeben und kann heruntergeladen werden.

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