Freitag, 24. März 2017

[ #Feldkirch ] Feldkirch in der Bayernzeit (1805-1814)

Im Dezember 1805 kam Vorarlberg als Folge des Pressburger Friedens an das Königreich Bayern und erfuhr einen ungestümen Modernisierungsschub, wenngleich in der Vorarlberger historischen Literatur die Darstellung dieser bayerischen Epoche lange Zeit das Bild des Tyrannen, Despoten, Unterdrückers des freien Vorarlbergers vorherrschten. 

etwa mit der Jahrtausendwende wurde vermehrt versucht, diese Zeit differenzierter und sachlicher zu betrachten. Die nationalistische Propaganda war erst nach sehr langer Zeit in sich zusammen gefallen.

1806 bis 1814 gehörte Feldkirch mit Vorarlberg zum Königreich Bayern. Gewachsene Verwaltungsmechanismen wurden durch vereinheitlichte Behördenstrukturen ersetzt. Auch einschneidende und kleinliche behördliche Eingriffe in die kirchliche Organisation und das religiöse Brauchtum führten zur Verbitterung der Bevölkerung. Die allgemeinen Wehrpflicht führte dazu, dass zahlreiche Feldkircher auf Seiten der französischen Armee in Russland einmarschierten und ihre Heimat nicht wiedersahen. Das Feldkircher Gymnasium wurde völlig verändert.

In der Stadt Feldkirch lebten 1806, bei der Übernahme durch Bayern, in 234 Häusern 1.034 Personen, wovon 507 männlichen und 527 weiblichen Geschlechtes waren. Nicht hinzugezählt wurden Dienstboten und Gesellen. 1813 wurden diese "unteren, dienenden Klassen" dann statistisch erfasst. Neben den in diesem Jahr anwesenden 1.160 Feldkircher Bewohnern lebten noch 45 Knechte, 118 Mägde, 30 Gesellen, 190 Beisäße und 27 Bauern in Feldkirch, was eine Gesamtbevölkerung von 1.570 Personen macht.

Christoph Volaucnik nimmt in einem schriftlich und als PDF vorliegenden Vortrag  (Verba Volant Nr. 70: Volaucnik, Feldkirch in der Bayernzeit) eine Betrachtung der Bayernzeit in Feldkirch anhand der zur Verfügung stehenden Dokumente vor. In diese Zeit fallen zahlreiche Veränderungen, so auch die Gründung des Feldkircher Anzeigers. Manche überlebten die Bayernzeit, einerseits weil sie auch den Habsburgern gelegen kamen (etwa die Abschaffung der Landstände), manche wurden wohl als "revolutionäre Errungenschaften" gesehen und wieder beseitigt. Dass diese gerade die Reformen im Kirchen- und Bildungswesen betrafen, verwundert nicht.

 [Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒

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