Donnerstag, 22. Juni 2017

[ #Bizau ] Barfußweg - Wanderung Bizauer Moos


In den letzten Jahren hat der Bregenzerwald sein Wanderangebot konsequent optimiert. Die 2.000 Kilometer Wanderwege sind alle einheitlich und nach dem Vorarlberger Wanderwegekonzept beschildert. Themenwege - wie der Barfußweg in Bizau - werden dabei immer beliebter.


Blasenfrei. Aber auch für den Schulausflug kann der Barfußweg ein lohnenswertes Ziel sein. Immer mehr Schulen ghenen aus Raumspargründen dazu über, die Kinder den ganzen Tagen in ihren Straßenschuhen zu lassen, da sind manche - nicht nur die preiswerten Modelle - echte "Schweißer". Erholung für die Füße tut gut, die "Entschleunigung" allemal und endlich ein Schulausflug ohne Blasen.

Entschleunigung. Auf Vorarlbergs erstem Barfußweg mit natürlich gewachsenem Untergrund findet man Erholung vom reizüberfluteten Alltag. Entlang des Ulvenbachs im Bizauer Moos, einem Jahrtausende alten Hochmoor, wird das beinah in Vergessenheit geratene Barfußgehen auf 1,2 Kilometern über die verschiedensten Strukturen der Bodenoberfläche neu angeregt.

Mit allen Sinnen. Eine Wanderung am Barfußweg in Bizau macht nicht nur Aktiv-Kneippern, auch Kindern und Eltern, Schülern und Lehrern gleichermaßen Spaß. Mit bloßen Füßen durch das jahrtausendealte Hochmoor im Bizauer Obermoos zu spazieren, schärft die Wahrnehmung mit allen Sinnen. Beim Beginn des Barfußweges gibt es keine Parkplätze, automobile Wanderer stellen ihr Auto im Dorfzentrum von Bizau ab. Man folgt dem Wegweiser "Moosrundweg" und erreicht nach nur zehn Minuten Gehzeit in südlicher Richtung den Barfußweg.

Moos. Moos meint hier natürlich keinen "Moosweg" im heutigen Sprachverständnis, sondern sumpfig, oder feucht, denn der Gattungsname "Moos" (Althochdeutsch, mittelhochdeutsch "mos") für "Moor" oder "Sumpf", also als Bezeichnung sumpfiger Wiesen-, Streu-, Waldbodens, als feuchtes, sumpfiges Land ist bei uns nicht mehr in Gebrauch.

10.000 Jahre. Angekommen beim Barfußweg werden erst einmal Schuhe und Socken ausgezogen und entweder mit den Schuhbändern verknüpft und über die Schultern gehängt oder im Rucksack verstaut. Genüsslich spaziert man die Ulve bachaufwärts, die das Naturjuwel mit frei pendelndem Lauf durchfließt. Es geht über artenreiche Feuchtwiesen und stärker vernässte Niedermoosflächen an den Rand der Hochmoorweiten. Von Zeit zu Zeit wechselt der Weg von einem Ufer der Ulve zum anderen, die Barfußwanderer folgen dem Wegverlauf auf den unterschiedlich weichen, mitunter aber auch rauen und spröden Oberflächen, 10.000 Jahre Erdgeschichte unter den Füßen. Vom Gletscherrückzug in der Nacheiszeit bis zur einmaligen Gartenkultur in den Moosäckern spannt sich der bemerkenswerte Bogen auf dem Weg durchs Moos. Nach etwa einer Stunde Hin- und Rückweg kann man - durch die angenehme Erfahrung der Wanderung am Barfußweg gestärkt - in Bizau die Socken und Schuhe wieder anziehen.

PS: Vorarlberg Tourismus vergab für den Barfußweg in Bizau 2006 den Vorarlberger Tourismuspreis.



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