Dienstag, 14. März 2017

[ #Lustenau ] Die Moose der Streuewiesen im Naturschutzgebiet Gsieg – Obere Mähder

Moos ist eine der einfachsten und genügsamsten Pflanzen der Erde und ähnelt den allerersten Gewächsen.

Im Herbst 2000 wurde die Moosflora der Streuewiesen und Riedgräben im Natur schutzgebiet Gsieg – Obere Mähder bei Lustenau (Vorarlberg, Österreich) untersucht und erstmals dokumentiert. Die Arbeit "Die Moose der Streuewiesen im Naturschutzgebiet Gsieg – Obere Mähder (Lustenau, Vorarlberg, Österreich)" von Georg Amann steht als PDF-Download hier zur Verfügung.

Naturschutzgebiet.
Mit der Verordnung über das Naturschutzgebiet Gsieg – Obere Mähder, kundgemacht mit LGBl. 10/1989, hat die Vorarlberger Landesregierung der besonderen Schutzwürdigkeit und Gefährdung dieses einmaligen Gebietes Rechnung getragen und die ungedüngten Streuewiesen im Süden Lustenaus unter den besonderen Schutz des Naturschutzgesetzes gestellt.

Das Gebiet besteht aus zwei durch den Rheintal Binnenkanal getrennten Teilen (Gsieg und Obere Mähder). Das NATURA 2000 Gebiet umfasst einen der größten und botanisch reichhaltigsten Streuwiesenkomplexe im gesamten Rheintal. Streuewiesen sind auf Grund der besonderen Standortsverhältnisse wenig ertragreiches, extensiv genutztes Grünland auf Moorböden, die in der Regel einen hohen Grundwasserstand aufweisen.

Moosflora.
Auf 13 Probeflächen in verschiedenen Streuwiesentypen (Pfeifengraswiesen, Kopfbinsenrasen, Großseggensumpf, Zwischen moor) und auf 3 Probeflächen an Gräben sowie im Zuge weiterer Aufsammlungenkonnten insgesamt 49 Arten gefundenen werden. In einer kommentierten Artenliste werden u.a. Angaben zu ihrer Häufigkeit in den einzelnen Pflanzengesellschaften gemacht.

Weiters wurde der Zustand des Naturschutzgebietes aus der Sicht der Moosflora beurteilt: 8 vorgefundene Arten scheinen in den Roten Listen der Laub- und der Lebermoose Österreichs (GRIMS & KÖCKINGER 1999, SAUKEL & KÖCKINGER 1999) auf und belegen so den hohen Wert des Naturschutzgebietes: Campylopus pyriformis (Erstfund für Vorarlberg!), Campylium elodes und Hypnum pratense gelten in ganz Österreich als «stark gefährdet», Dicranum bonjeanii, Hylocomium brevirostre, Plagiomnium elatum und Sphagnum platyphyllum sind «gefährdet» und Hypnum imponens (Erstfund für Vorarlberg!) ist als seltene Art am Rande ihres Verbreitungsgebietes «potentiell gefährdet».

Rote Listen. Verschollen sind 2 Rote Liste-Arten, Scorpidium turgescens und Scorpidium scorpioides, die noch 1991 von M. Grabher (persönliche Mitteilung) im Naturschutzgebiet festgestellt werden konnten. Als Wermutstropfen wird auch empfunden, dass etliche Arten, besonders diejenigen, die an dauernasse Moorböden oder Schlenken gebunden sind, nur an wenigen oder gar nur an einem Fundpunkt bestätigt werden konnten.

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