Mittwoch, 1. März 2017

[ #Vorarlberg ] Höhle als Hölle: Höhlen und Tobel in der volkstümlichen Vorstellungswelt Vorarlbergs

Bernhard Mäser, Rappenloch2, CC BY-SA 3.0
Die Begriffe führen wahrscheinlich auf eine gemeinsame Wortwurzel zurück. Beide Orte "(ver)hehlen" etwas.

Mythologie. Wie der Mensch seine natürliche Umwelt wahrnimmt, hängt von seinem Weltbild ab. Je nach Sichtweise schreibt er denselben Gegenständen und Orten unterschiedlichste Bedeutung zu. So besteht schon zwischen Höhlen und der Hölle etymologisch ein enger Zusammenhang.

Höhle und Hölle. Die Begriffe führen wahrscheinlich auf eine gemeinsame Wortwurzel zurück. Beide Orte "(ver)hehlen" etwas. Noch im 17. Jahrhundert war der Glaube verankert, dass schädliche Hexenpersonen vor allem mit den bedrohlichen Tobeln ihres Lebensraumes in Verbindung standen. Deshalb nannte man solche Frauen im Volksmund "Tobelreiterinnen". Überhaupt: Schwer zugänglichen Bergregionen galten bis in die frühe Neuzeit hinein als Reviere der Geister, der Gespenster, der Hexen und des Teufels. Bei manchen Bergen scheinen daran heute noch ihre Namen zu erinnern und bei anderen hat sich die Sagenwelt die Welterklärung vorgenommen.

Für eine kulturhistorische Höhlenkunde liegen aus Vorarlberger Perspektive bislang allerdings erst geringe Ansätze vor. Auch der vorliegende Beitrag als PDF herunterladbare Beitrag des bekannten Hexenforschers Dr, Manfred Tschaikner kann noch nur einige wenige Schlaglichter auf den Stellenwert von Höhlen und Tobeln in der volkstümlichen Vorstellungswelt bieten. Nichtsdestotrotz ein interessanter Start und man ist damit auch noch ganz am anfang dabei.

Mag. Dr. Manfred Tschaikner. Manfred Tschaikner wurde 1957 in Bludenz geboren und wuchs in Feldkirch und Dornbirn auf. Er maturierte 1975 am Bundesgymnasium Dornbirn und begann nach dem einjährig-freiwilligen Präsenzdienst 1976 an der Universität Innsbruck Germanistik und Geschichte zu studieren. Nach der Sponsion und Lehramtsprüfung 1982 unterrichtete er in Innsbruck und von 1983 bis 2002 als begeisterter Pädagoge am Bundesgymnasium Bludenz. Er zählte zu jenen Mittelschullehrern, die sich neben dem Lehramt auch um die Forschung bemühten. Aufgrund einer Dissertation über die Hexenverfolgung in Vorarlberg wurde der Historiker 1992 von der Universität Innsbruck zum Doktor der Philosophie promoviert. Inzwischen hat Tschaikner mehrere Bücher und wohl über 200 wissenschaftliche Beiträge veröffentlicht. 2002 wechselte er ins Vorarlberger Landesarchiv nach Bregenz, wo er sehr engagiert und erfolgreich die Abteilung "Historisches Archiv" leitet. 2008 wurde ihm die Lehrbefugnis für das Fach Österreichische Geschichte an der Universität Wien erteilt. Sein Forschungsschwerpunkt bildet neben der allgemeinen Regionalgeschichte das frühneuzeitliche Hexenwesen Westösterreichs, Liechtensteins und der Ostschweiz, wo er international als Kapazität geachtet wird.

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