Donnerstag, 16. März 2017

[ #Rheintal ] Die Feldhasen in Vorarlberg

Die "Osterhasen" sind vor allem im Rheintal heimisch. Statt der Jäger fürchten sie mehr um ihren Nachwuchs wegen der Krähen, Füchse und Elstern.

Der Feldhase lebt in der offenen Kulturlandschaft und leidet naturgemäß unter den massiven Veränderungen des Kulturlandes der letzten Jahrzehnte. Er kommt in flachen Landschaftsformen, hauptsächlich im Grünland vor. Ursprünglich ein Steppenbewohner, hat er doch eine Vorliebe für Kulturnähe, lebt aber genauso auch in Laubwäldern, Heide, Dünen und Sumpfgebieten.

Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Europa, von Portugal über Nord-West-Europa (Großbritannien) bis Russland und im Süden von Italien bis Griechenland. In unseren Kulturlandschaften fühlt er sich in grossen Feldgebieten am wohlsten. Doch ist sein Lebensraum heute eng geworden. Auch in unserem Land. Müllberge immer größer werden haben zusätzlich die Feinde der jungen Hasen befördert: Krähen, Füchse und Elstern haben die jungen Häschen im Auge und auf dem Speisezettel.

Quelle: Vorarlberger Jägerschaft
Einzelgänger, dämmerungs- und nachtaktiv. Der Feldhase besitzt nicht wie das Kaninchen einen Bau sondern ruht tagsüber in einer Mulde. Deswegen sind die Jungen des Hasen Nestflüchter und schon bei der Geburt mit einem dünnen Fell und offenen Augen weit entwickelt. Nahrungsgrundlage stellen das ganze Jahr über Wildgräser, Wurzeln, Früchte, Beeren, Pilze, Knospen, Kräuter und gerne auch die Rinde von Waldbäumen oder Kulturbäumen dar. Die Lebenserwartung der Feldhasen beträgt etwa zwölf Jahre.

Da der Feldhase ein nachtaktives Tier ist, erfolgen die Zählungen nachts. Mit einem Fahrzeug fahren die Zählequipen im Schritttempo eine vorgeschriebene Route ab. Mit Scheinwerfern wird dabei die offene Landschaft abgeleuchtet. Die im Scheinwerferlicht auftauchende Hasen werden auf einer Karte eingetragen.

Von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach, welche jährlich die Feldhasenpopulation in der Schweiz untersucht, wurde im Auftrag der inatura auch ein Feldhasen-Monitoring in Vorarlberg, im unteren Rheintal, durchgeführt. In der Schweiz wurden 1947 auf der Jagd noch etwa 70.000 Feldhasen erlegt. Keine andere Tierart erreichte je so hohe Abschusszahlen. Seither ging es mit dem Feldhasen immer mehr bergab, 2000 wurden noch 2.584 Hasen geschossen. Knapp die Hälfte der Schweizer Kantone verzichten heute auf die Hasenjagd überhaupt. Mehr als die Hälfte der Hasen werden im Kanton Graubünden erlegt.

Volkszählung beim Vorarlberger Feldhasen. Die Ergebnisse stehen als PDF-Datei online zur Verfügung und können hier über unsere Links heruntergeladen werden. Da der Feldhase ein nachtaktives Tier ist, erfolgen die Zählungen nachts. Mit einem Fahrzeug fahren die Zählequipen im Schritttempo eine vorgeschriebene Route ab. Mit Scheinwerfern wird dabei die offene Landschaft abgeleuchtet. Die im Scheinwerferlicht auftauchende Hasen werden auf einer Karte eingetragen.

Osterhasenhabitat Fußach. Die untersuchten Vorarlberger Zählgebiete umfassen die wichtigsten Lebensräume des Feldhasen in Vorarlberg. Von den fünf Gebieten zeigen Hard-Lauterach und Lustenau anhaltende Bestandszunahmen, während die Feldhasenbestände in den Gebieten Gaissau-Höchst, Fussach und Dornbirn eher zu stagnieren scheinen. Mit 9–14 Feldhasen/100 ha im Jahr 2005 sind die Dichten als gering bis mittel zu bezeichnen. Fußach verzeichnet mit 2 Feldhasen/100 ha eine sehr tiefe Dichte.

Trotzdem liegen die Feldhasendichten in den Vorarlberger Untersuchungsgebieten im allgemeinen höher als in den St. Galler und den übrigen Schweizer Gebieten. Gründe für die höheren Feldhasendichten liegen in den Landschaftsstrukturen und in der landwirtschaftlichen Nutzung. Ein Faktor, der Feldhasenbestände signifikant beeinflussen kann, ist nämlich die Raumgrösse. Unzerschnittene Räume sind wichtig für den Feldhasen. Sie meiden die Nähe von Strassen. Im Rheindelta und im Lustenauer Ried bestehen grössere unzerschnittene Landschaftsräume, zwei davon mit einer Fläche über 500 ha. In Fussach sind die Landschaftsräume am kleinsten und übersteigen 100 ha nicht. In diesem Zählgebiet wurden auch die tiefsten Feldhasendichten ermittelt.

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