Montag, 22. Mai 2017

[ #Vorarlberg ] Wildökologie in Vorarlberg

Kernzonen sollen der Erhaltung der betreffenden Wildart in der Kulturlandschaft dienen. 

In Vorarlberg sind nur mehr wenige Gebiete vorhanden, die dem Rotwild einen allen Anforderungen entsprechenden Lebensraum bieten können. Insbesondere fehlen geeignete Wintereinstandsgebiete. Daher ist es erforderlich, dass das Rotwild in jene Gebiete des Landes gelenkt wird, die seinen Anforderungen noch am besten zu entsprechen vermögen.

Demnach wurden die vorhandenen Lebensräume von Rotwildpopulationen in Kernzonen, Randzonen und Freizonen eingeteilt. In Kernzonen sind möglichst gute Lebensbedingungen für das Rotwild zu schaffen, etwa durch Verbesserung der Einstands- und Äsungsverhältnisse, durch Fütterung, durch Wintergatterung und durch Festlegung von Wildruhezonen. In der Randzone sind die jagdwirtschaftlichen Maßnahmen danach auszurichten, dass sich das Rotwild dort nur vorübergehend in geringer Anzahl aufhält. Dementsprechend ist festgelegt, dass in der Randzone die Fütterung verboten ist. In Freizonen ist jedes Stück Rotwild, welches sich dort einfindet, sofort zu erlegen.

Wildökologische Raumplanung. Die Wildökologische Raumplanung ist eine großräumige Regionalplanung, auf der eine lokale Detailplanung aufbaut. Dabei erfolgt eine Einteilung des Landes in Wildräume, Wildregionen und Wildbehandlungszonen. Ziel der Wildökologischen Raumplanung ist die Verbesserung der Grundlagen für eine dauerhafte Eingliederung heimischer Wildtierarten in die Kulturlandschaft in landeskulturell verträglicher Form. Dabei kommt den Kriterien Schutz und nachhaltige Nutzungsmöglichkeit von Wildtierpopulationen (inklusive Schutz und Gestaltung entsprechender Lebensräume) sowie Vermeidung von Wildschäden in der Land- und Forstwirtschaft primäre Bedeutung zu. Der integrale Planungsansatz zielt auf eine Harmonisierung von Biotoptragfähigkeit und Wildbestand ab.

Zonen. Wildraumübergreifend bestimmen die Wildbehandlungszonen die Bewirtschaftung des Wildes. Es werden dabei Kernzone, Randzone und Freizone unterschieden.

Die Kernzone dient zur Sicherung und Verbesserung des Lebensraumes zur (langfristigen) Erhaltung der betreffenden Wildart in der Kulturlandschaft. Ziel ist, mit artgemäßen und biotopangepassten Hegemaßnahmen einen gesunden und dem Lebensraum angepassten Wildstand (mit landeskulturell tragbaren Wildschäden) zu erhalten.

Die Randzone kann in ihrer Funktion als Verdünnungszone (Arealeinschränkung) oder als Ausbreitungszone (Arealausweitung z.B. für Steinwild, Raufußhühner oder große Beutegreifer) eingesetzt werden.

Je nach Zielsetzung wird versucht, eine verminderte Dichte und/oder Aufenthaltsdauer des Wildes oder eine Ausbreitung (z.B. Neubesiedlung) zu erreichen. In Vorarlberg wurde die Rotwild-Randzone als Verdünnungszone definiert und ausgewiesen.

Ein verstärkter Abschuss sollte den Rotwildbestand in diesen Bereichen auf ein geringes Bestandesniveau senken. Die Größe beträgt rund 55.000 Hektar und hat einen Anteil von 21,3% an der Landesfläche.

Die Freizone ist die Arealbegrenzung. Es handelt sich um einen aus landeskultureller Sicht für das betreffende Wild ungeeigneten Lebensraum.

Regionen. Der gesamte Wildraum 5 (mit seinen Wildregionen 5.1, 5.2 und 5.3) und die Wildregion 1.8 sind als Freizone in Vorarlberg ausgewiesen. Die Gesamtfläche beträgt knapp 44.000 Hektar.

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