Montag, 9. Juli 2018

[ #Vorarlberg ] Die Geschichte der Caritas in Vorarlberg


Zuerst sind Vinzenzgemeinschaften und dann Caritasverbände entstanden, und zwar aus doppeltem Grund: 
Einerseits fordern die Nöte und Probleme der Menschen sehr oft eine organisierte Hilfe. Das "Einandervon-Mensch-zu-Mensch-Lieben" reichte  in manchen Fällen nicht aus. Zudem fühlen sich Einzelne oft überfordert, wirksam zu helfen, denken wir nur z. B. an die Suchtproblematik, die Arbeitslosigkeit, die Flüchtlingsströme unserer Zeit. Deshalb sind andererseits auch gesellschaftliche Einflussnahmen und Veränderungen nötig. Soziales Handeln hat eben immer auch eine politische Dimension. 

Vinzenzgemeinschaften. Im Jahr 1833 gründete damalige der Student und spätere Sorbonne-Professor Frédéric Ozanam, der 1997 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen wurde, mit anderen Studenten im Pariser Vorort Bailly die erste Vinzenzgemeinschaft, die er unter das Schutzpatronat des heiligen Vinzenz von Paul stellte. Anlass waren die schlechten sozialen Verhältnisse der Arbeiterschaft im damaligen Paris. Ozanam wies mit Entschiedenheit auf die Verantwortung der Christen für die Armen und Schwachen dieser Welt hin.

Seine Forderung nach Solidarität und das Bestreben, der drückenden Not durch karitative Selbstorganisation aus den Pfarreien heraus zu begegnen, fanden im Paris dieser Zeit großen Widerhall, und schon bald bildeten sich Gruppen von Gleichgesinnten in ganz Frankreich. 1845 entstand die erste Vinzenzkonferenz in Deutschland, 1849 in Österreich. Namensgeber und Vorbild für diese Gruppen ist der heilige Vinzenz von Paul (1581–1660), der als Begründer der neuzeitlichen Caritas gilt.

Vorarlberg. In Vorarlberg setzte die Gründung caritativer Vereinigungen in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts ein. Professor Dr. Michael Haidegger und der Servitenpater Magnus Verzager gründeten am 11. März 1849 in Innsbruck die erste Vinzenzkonferenz Österreichs. In den darauf folgenden Jahren bildeten sich in verschiedenen anderen Städten Tirols und in anderen Teilen Österreichs stets neue Vinzenzkonferenzen. Vorarlberg war dabei allerdings das letzte Kronland.

Reihenfolge der Gründung Vorarlberger Vinzenzkonferenzen:

19.07.1877 hl. Sebastian in Schwarzach
08.12.1881 hl. Nikolaus in Feldkirch
30.01.1885 hl. Nikolaus in Wolfurt
28.03.1885 hl. Gallus in Bregenz
01.10.1885 hl. Mauritius in Nenzing
28.07.1886 hl. Sebastian in Ludesch
27.07.1887 hl. Sulpitius in Frastanz
28.08.1887 hl. Arbogast in Götzis
10.10.1887 U.L.Fr. Maria Heimsuchung in Rankweil
30.10.1887 hl. Laurentius in Bludenz
11.11.1889 hl. Johannes d. Täufer in Höchst
26.11.1889 hl. Petrus u. Paulus in Lustenau
21.07.1890 hl. Sebastian in Hard
01.01.1895 hl. Martin in Dornbirn
01.01.1898 U.L.Fr. Maria Geburt in Tschagguns
12.07.1908 hl. Karl Borromäus in Hohenems
19.03.1909 hl. Josef in Rieden-Vorkloster
26.05.1927 hl. Sebastian in Gisingen

So bestanden bereits am Anfang des 20. Jahrhunderts in Vorarlberg eine große Vielfalt an (katholisch) caritativen Zusammenschlüssen, sodass auch in Vorarlberg der Ruf nach einer Koordination und einem gebündelten Zusammenschluss immer lauter wurde. Dies sollte in der Gründung des Caritasverbandes geschehen: Ein Proponentenkomitee stellte am 22. Juli 1923 bei der Vorarlberger Landesregierung den Antrag um die behördliche Genehmigung der Statuten des Caritasverbandes für Vorarlberg mit dem Sitz in Feldkirch. In der Gründungsversammlung am 14. März 1924 im bischöflichen Palais in Feldkirch, erfolgte die Bestellung von Dr. Josef Gorbach als Caritasdirektor.

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Inhaltsverzeichnis
Vorwort 9
Einführung  11
I. Teil
Caritatives Wirken in Vorarlberg vor der Gründung des Caritasverbandes
1 Die Vinzenzkonferenzen  13
1.1 Antonie-Frederic Ozanam und die Gründung der Vinzenzkonferenzen
1.2 Die Vinzenzvereine in Vorarlberg
1.2.1 Die Entstehung der Vinzenzkonferenzen in Vorarlberg
1.2.2 Die Tätigkeit der Vorarlberger Vinzenzkonferenzen
1.2.3 Konzept der Vinzenzarbeit
2 Der Vorarlberger Kinderrettungsverein (KRV)  19
2.1 Die Entstehung des KRV
2.2 Das Wirken des KRV von 1885-1905
2.3 Das Wirken des Vereines von 1905-1939
2.4 Die Rekonstruktion des KRV und sein weiteres Wirken
2.5 Namensänderungen des KRV
3 Der Jugendfürsorgeverein für Tirol und Vorarlberg25
3.1 Die Tätigkeit des Jugendfürsorgevereins
3.1.1 Während des 1. Weltkrieges
3.1.2 Nach dem 1. Weltkrieg
4 Das Seraphische Liebeswerk 28
5 Das Verhältnis der caritativen Vereine zueinander  29
5.1 Vermeidung der Konkurrenz
5.2 Koordination der Zusammenarbeit
5.3 Vorarlberger Blumentag
II.Teil
Die Geschichte des Vorarlberger Caritasverbandes
1 In Richtung Gründung des Verbandes 33
1.1 Die Caritasbewegung in Deutschland
1.2 Die Caritasbewegung in Österreich
1.3 Die österreichischen Bischöfe zur Sozialen Frage
1.4 Die Gründung des Caritasverbandes für Vorarlberg
2 Das Wirken des Verbandes in den ersten Jahren  39
2.1 Zur Person von Dr. Josef Gorbach
2.2 Das Wirken nach dem Tätigkeitsbericht von 1925
2.2.1 Tätigkeit in fürsorglicher Hinsicht
2.2.2 Tätigkeit in ideeller Hinsicht
2.2.3 Tätigkeit in organisatorischer Hinsicht
2.2.4 Die Finanzlage im Jahr 1925
2.3 Die Caritaszentrale auf ständiger Wanderschaft
3 Geschehen in Verbindung mit der Caritas  44
3.1 Der Caritaspresseapostolatsverein und die
schriftstellerische Tätigkeit Dr. Gorbachs
3.2 Die Katholische Aktion
3.2.1 Das Konzept der KA
3.2.2 Die KA in Vorarlberg
4 Die 30er Jahre  47
4.1 Der Beginn der 30er Jahre
4.1.1 Der Abschied Josef Gorbachs
4.1.2 Caritasdirektor Markus Schelling
4.2 Die Situation zur Zeit des Nationalsozialismus
5 Die Caritas in der Nachkriegszeit  51
5.1 Die Wiedererrichtung und Leitung der Caritas
5.1.1 Die Caritas als bischöfliches Amt
5.1.2 Die Reaktivierung des Caritasverbandes
5.1.3 Caritasdirektor Dekan Oskar Schuchter
5.2 Tätigkeit der Caritas in der Nachkriegszeit
5.2.1 Die Ferienkinderaktion
5.2.2 Verteilung von Lebensmitteln und Sachspenden 4
5
5.2.3 Die Flüchtlingsbetreuung
5.2.4 Die Errichtung der Bahnhofsmission
5.2.5 Der Auf- und Ausbau der Pfarrcaritas
5.2.6 Die Rückstellung des Hauses am Maria Mutterweg
5.2.7Die finanzielle Situation
6 Die Vorarlberger Caritas in den 50er und 60er Jahren  58
6.1 Die Tätigkeitsbereiche
6.1.1 Die Kinderhilfe
6.1.2 Wohnbaudarlehen
6.1.3 Familienhilfe
6.1.4 Der Kauf des Hauses in der Vorstadt
6.1.5 Katastrophenhilfe
6.1.6 Die Trinkerfürsorge
6.1.7 Erholungsaktionen in Ebnit-Hackwald
6.1.8 Freiwillige Krankenhaushelferinnen
6.1.9 Die Beschützenden Werkstätten der Caritas
6.2 Die Caritasdirektoren dieses Zeitabschnittes
6.2.1 Caritasdirektor Dr. Johann Sähly
6.2.2 Caritasdirektor Msgr. Gerhard Podhradsky
6.3 Die Entwicklung der Personalsituation
7 Die Entwicklung von 1970 bis 1994 67
7.1 Die Ausweitung der Tätigkeitsbereiche
7.1.1 Die Altenhilfe und Altenpflege
7.1.2 Ehe-, Familien- und Lebensberatung
7.1.3 Allgemeine Fürsorge - SOS-Rat und Hilfe,
Caritas-Stelle für Beratung und Sachhilfe
7.1.4 Die Familienhilfe
7.1.5 Mütter in Not
7.1.6 Erholungsheim Ebnit-Hackwald
7.1.7 Die Bahnhofsmission - der Bahnhofsozialdienst
7.1.8 Der Sozialmedizinische Dienst und die Stiftung Maria Ebene
7.1.9 Die Behindertenhilfe
7.1.10 Stützlehrerinnen
7.1.11 Die Flüchtlingshilfe
7.1.12 Die Obdachlosenhilfe
7.1.13 H.I.O.B (Hilfe, Information, Orientierung, Beratung)
7.1.14 Wohngemeinschaft für aidskranke Menschen
6
7.1.15 CARLA Textil/Möbel/Handwerk/Leben
7.1.16 Das Pfarrcaritas-Referat
7.1.17 Die Auslandsarbeit
7.2 Änderung des Rechtsstatus der Caritas
7.3 Die neue Form der Leitung
7.3.1 Caritasdirektor Msgr. Gebhard Amann
7.3.2 Caritasdirektor Peter Klinger
7.3.3 Caritasseelsorger Elmar Simma
7.4 Die Struktur der Organisation
7.4.1 Das Organigramm
7.4.2 Der Caritasrat
7.4.3 Das Kuratorium der Caritas
7.5 Das Leitbild
7.6 Die Finanzierung der Tätigkeit
8 Zusammenfassung
zur geschichtlichen Entwicklung der Vorarlberger Caritas  80
8.1 Von der Koordination zur eigenen Tätigkeit
8.2 Von vorwiegend ehrenamtlicher Tätigkeit zu spezialisierter Sozialarbeit
8.3 Von geringen Mitteln zum 70-Millionen-Budget
8.4 Die Öffentlichkeitsarbeit
9 Geschichte der Caritas seit 1994, Exkurs  81
III. Teil
Theologische Reflexion:
Theologie, Theorie und Praxis der Caritas
1 Inwieweit entspricht die spezialisierte Form von Diakonie
der Diözesancaritas dem biblischen Auftrag?  95
1.1 Der Primat der Nächstenliebe im NT
1.2 Caritas in den frühchristlichen Gemeinden
1.3 Impulse aufgrund dieser Gegenüberstellung
2 Wie versteht sich christliche Sozialarbeit?  98
2.1 Die christliche Qualität der Arbeit
2.2 Die Verwirklichung und Vermittlung christlicher Grundwerte
3 Welche Verantwortung hat die Caritas gegenüber ihren Mitarbeitern
und Mitarbeiterinnen, und welche Anforderungen bestehen an die
Angestellten? 101
3.1 Verantwortung und Anspruch
4 Worauf hat die Caritas in ihrer Einbettung in das soziale Netz
und in ihrer Beziehung zu Gesamtstaat und Bundesland zu achten?  102
5 Welchen Stellenwert hat Öffentlichkeitsarbeit für die Caritas?103
6 Wünsche an die Caritas Vorarlberg  104
7 Quellen- und Literaturverzeichnis 105
7.1. Quellen
7.1.1 Statuten, Protokolle, andere Dokumente
7.1.2 Tätigkeitsberichte, Festschriften, Informationsbroschüren
7.1.3 Briefe, persönliche Aufzeichnungen, Rundschreiben, Aufrufe
7.1.4 Interviews
7.2 Zeitschriften und Zeitungen
7.3 Literatur
Fußnoten 110

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