Donnerstag, 24. März 2022

[ #Göfis ] Dr. Carl Lampert aus Göfis


Aus dem Verhörprotokoll: „Das Evangelium ist Gottes Wort und verkündet die Liebe. Das Buch des Herrn Hitler ist das Werk eines Menschen und predigt den Hass!“

Am 13. November 1944 um 16 Uhr endete das Leben des österreichischen Priesters Carl Lampert im Zuchthaus "Roter Ochse" in Halle an der Saale durch das Fallbeil. Nun ist er am 13. November 2011 selig gesprochen worden.

Carl Lampert, Priester (1918)

Carl Lampert (* 9. Januar 1894 in Göfis; † 13. November 1944 in Halle (Saale)) war das höchstrangige NS-Opfer im österreichischen Klerus und dort aus Sicht der Nazis der "gefährlichste Mann".

Carl Lampert begann sein Wirken als Kaplan in Dornbirn, wo er sich vor allem um die Jugendarbeit bemüht machte. Im Jahr 1930 zog er nach Rom, um dort das Studium des Kirchenrechts aufzunehmen. Im Jahr 1935 wurde er in den Rang eines Advokaten erhoben und zum Monsignore ernannt.

Am 1. Oktober 1935 trat Lampert seine Stelle in der Diözese Innsbruck an. Hier sollte er den Aufbau des kirchlichen Gerichts überwachen. Er war Geistlicher im Innsbrucker Priesterseminar sowie ab 1936 Präsident des katholischen Verlagshauses Tyrolia. Am 15. Januar 1939 wurde er zum Provikar ernannt und somit zum Stellvertreter von Bischof Paulus Rusch.

Tabellarische Biografie:


9.1.1894 Geboren in Göfis
1914 Matura im Gymnasium Feldkirch
12.5.1918 Priesterweihe in Brixen
26.5.1918 Primiz in Göfis
1918–1930 Kaplan und Religionslehrer in Dornbirn St. Martin
1930–1935 Kirchenrechts­ und Rota­Studium in Rom
1.10.1935 Ernennung zum Gerichtsvikar (Innsbruck­Feldkirch)
15.1.1939 Ernennung zum Provikar in Innsbruck
1940 Dreimal im Gestapo­Gefängnis von Innsbruck
24.8.1940 Einlieferung ins KZ Dachau
30.8.1940 Überstellung ins KZ Sachsenhausen
14.12.1940 Rücktransport ins KZ Dachau
16.8.1941 Verbannung nach Stettin
04.2.1943 Inhaftierung im Gefängnis von Stettin
06.12.1943 Überstellung ins Gefängnis „Roter Ochse“ in Halle/Saale
20.12.1943 Erstes Todesurteil in Halle/Saale durch das Reichskriegsgericht
14.1.1944 Überstellung ins Gefängnis „Fort Zinna“ in Torgau
08.9.1944 Zweites Todesurteil in Torgau wegen Spionage
10.11.1944 Überstellung ins Gefängnis „Roter Ochse“ in Halle/Saale
13.11.1944 Enthauptung in Halle/Saale
17.11.1944 Beisetzung der Urne im Gertraudenfriedhof in Halle/Saale
13.11.1948 Beisetzung der Urne in Göfis
1.10.1998 Beginn des Seligsprechungsverfahrens in Feldkirch
27.6.2011 Anerkennung des Martyriums durch Papst Benedikt XVI.
13.11.2011 Seligsprechungsfeier in Dornbirn St. Marti

Gauleiter Franz Hofer.
Der nationalsozialistische Gauleiter von Tirol und Vorarlberg, Franz Hofer, betrieb eine rigorose Anti-Kirchen-Politik, ließ Klöster schließen und Ordensleute verhaften, darunter im November 1938 das Canisianum und in den ersten Märztagen des Jahres 1940 auch das Kloster der Ewigen Anbetung in Innsbruck.

Mehrmals wurde Lampert in Gestapo-Haft genommen. Wegen seines Eintretens für den 1940 im KZ Buchenwald ermordeten Tiroler Pfarrer Otto Neururer begann für Provikar Lampert im August 1940 ein Martyrium durch die Konzentrationslager Dachau und Sachsenhausen-Oranienburg. 1941 wurde Lampert verboten, den Gau "Tirol-Vorarlberg" zu betreten und nach Stettin verbannt. Ein Gestapo-Spitzel sorgte für seine neuerliche Verhaftung. Am 13. November 1944 wurde Provikar Lampert in Halle an der Saale enthauptet.


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