Freitag, 23. Juni 2017

[ #Walgau ] Feige Feldkircher, wundergläubige Bludenzer, lüsterne Montafoner, trogne Walser,...

Der Verfasser des Gedichtes ist nicht bekannt.

Dr. Manfred Tschaikner vom Vorarlberger Landesarchiv, bekannt für seine Hexenforschungen, hat ein Spottgedicht über die Vorarlberger Gemeinden des Oberlandes - immerhin fast die ganze südliche Hälfte des Bundeslandes Vorarlberg - aus dem Jahre 1670 "ausgegraben".

Spott aus Schlins. Feige Feldkircher, wundergläubige Bludenzer, lüsterne Montafoner, trogne Walser. Der Verfasser des Gedichtes ist nicht bekannt. Offenbar handelt es sich aber um einen Bewohner von Schlins, wie Dr. Tschaikner aus dem Text schliessen will. Von Rankweil bis ins Montafon werden darin in zahlreichen Versen Vorurteile und Charakteren beschrieben. Manche scheinen sich bis heute gehalten zu haben!

Damülser Wahlrecht. Auch erfährt man, dass man damals in Damüls schon wählte - und wie! Mit Spott wird dabei nicht gespart. So wird beispielsweise den Damülsern ein besonderes Wahlverfahren bei der Wahl ihres Bürgermeisters nachgesagt: Die Damülser würden - sozusagen als vorbereitenden Wahlakt - einander die Köpfe mit Milch bespritzen. Danach werden die Fliegen zur Abstimmung geladen: Der Damülser auf den sich dann die meisten Fliegen setzen, sei als Amann (= Bürgermeister) dann gewählt. Es werden wohl die größeren Bauern mit dem größeren Misthaufen gewesen sein, die da zum Amann mit den vom Misthaufen mitgebrachten Fliegen gewählt wurden.

Dr. Manfred Tschaikner. Dr. phil., geboren 1957 in Bludenz, Studium der Geschichte und Germanistik in Innsbruck. Lehrer an höheren Schulen in Innsbruck und Bludenz. Seit 2002 ist Manfred Tschaikner wissenschaftlicher Archivar am Vorarlberger Landesarchiv und lehrt auch an der Universität Wien.

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