Mittwoch, 5. April 2017

[ #Bregenz ] Der Kriegsdienstverweigerer Ernst Volkmann (*3.3.1902-†9.8.1941)

Ebenso wie der oberösterreichische Bauer Franz Jägerstätter war Ernst Volkmann (* 3. März 1902 in Schönbach, Böhmen; † 9. August 1941 in Brandenburg an der Havel) aus Bregenz einer der ganz wenigen aufrechten Menschen, die ihre Vorstellungen von Recht und Gerechtigkeit bis zur letzten – in ihrem Fall tödlichen – Konsequenz vertraten.
Ohne sich beirren zu lassen, hat Ernst Volkmann auf die Stimme seines Gewissens gehört und ist seiner christlichen Überzeugung gefolgt. Er hat sich weder verführen noch erpressen lassen, sondern mit seiner einsamen Entscheidung ein eindeutiges Zeichen gegen das Unrecht und die Barbarei gesetzt.

Gitarrenbauer. Ernst Volkmann verweigerte aus christlich-religiöser Überzeugung heraus den Fahneneid auf Adolf Hitler. Er wurde deswegen zum Tode verurteilt und am 26. Juli 1941 in Berlin hingerichtet.

Ernst Volkmann wurde am 3. März 1902 in Schönbach an der Eger (Sudetenland) geboren. 1927 ließ er sich in Bregenz als Gitarrenbauer nieder. Er heiratete und lebte mit seiner Familie im Haus neben der Stadtpfarrkirche St. Gallus, wo er häufig Mesnerdienste versah.


Kriegsdienstverweigerer. Mehrmals unterließ es Volkmann, der Aufforderung zur Wehrerfassung im Wehrmeldeamt nachzukommen, sodass im Frühjahr 1940 eine Anzeige erfolgte. Obwohl Volkmann in einer medizinischen Untersuchung Zurechnungsfähigkeit beschieden worden war, ließ Richter Dr. Erne aber das darauf folgende Verfahren einstellen.

Als Ernst Volkmann im Februar 1941 dann zur Wehrmacht nach Lienz eingezogen wurde, ließ er den dortigen Kompanieführer wissen, dass er den Eid auf den Führer verweigere, da seine religiöse Anschauung nicht mit dem Nationalsozialismus vereinbar sei. Erneut wurde ein psychiatrisches Gutachten erstellt, wieder wurde darin die Zurechnungsfähigkeit Volkmanns festgestellt.

Der Fall gelangte vor das Salzburger Divisionsgericht und, als Volkmann weiterhin standhaft blieb, an das Reichskriegsgericht in Berlin. Bei der dortigen Hauptverhandlung am 7. Juli 1941 wurde Volkmann bedroht und erniedrigt, dennoch bewies er erneut seine Charakterstärke und erklärte, dass sein Einsatz in der Wehrmacht nur dem Nationalsozialismus dienen würde. Die Ableistung des Fahneneides sei für ihn eine Vergewaltigung seiner sittlichen Freiheit.

Gnadengesuch abgelehnt. Ernst Volkmann wurde am 7.7.1941 vom Reichskriegsgericht in Berlin-Charlottenburg zum Tod verurteilt, ein Gnadengesuch seiner Frau wurde abgelehnt. Am 26. Juli 1941 fand in Berlin-Plötzensee die Hinrichtung statt. Seine letzte Sorge, so der Gefängnispfarrer, habe seiner Frau und seinen drei Kindern gegolten, die in Bregenz zahlreichen Belästigungen durch NS-Fanatiker ausgesetzt waren.

[Zeitreiseführer #Vorarlberg ]

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