Montag, 14. September 2015

[ #Dornbirn ] Bestandsaufnahme: Heimat Dornbirn 1850-1950

Ein vergriffenes Buch zur Dornbiner Sozial- und Wirtschaftsgeschichte steht online und als kostenloser Download zur Verfügung. 

Vor rund 100 Jahren vollzog sich in Dornbirn ein entscheidender Wandel. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Deutschliberalen aufgrund des Wahlrechtes, das die begüterte Schicht bevorzugte, den Ton angegeben und mit Dr. Johann Georg Waibel einen Langzeitbürgermeister gestellt. 1910 übernahmen die Christlichsozialen die Macht in der Gemeinde. Seit diesem Zeitpunkt ist Dornbirn - unterbrochen nur durch die nationalsozialistische Ära - eine "schwarze" Stadt.

Die Textilfabrikanten - zum überwiegenden Teil deutschnational und/oder nationalsozialistisch - blieben jedoch die eigentlichen Herren in der Stadt. Nach dem Desaster des "Dritten Reiches" gab es eine Aussöhnung. Allerdings gingen nur wenige "Ehemalige" wieder in die Politik. Sie verlegten ihre Aktivitäten hauptsächlich in den wirtschaftlichen Bereich. 1949 wurde die "Dornbirner Export- und Mustermesse" gegründet.

In der traditionellen Geschichtsschreibung stehen die "Textilbarone" im Vordergrund. Von Not, Hunger und Elend ist den "Heimatbüchern" kaum die Rede. Doch: Nicht alle waren in dieser Stadt stets "so gut versorgt", wie es offizielle Darstellungen und Firmenbücher glauben machen wollen.

Verlagsiformation. Werner Bundschuh: Bestandsaufnahme: Heimat Dornbirn 1850-1950 - Studien zur Geschichte und Gesellschaft Vorarlbergs, Band 8. 1990, 352 Seiten (vergriffen).

Malin-Gesellschaft.  Die Johann-August-Malin-Gesellschaft widmet sich der Erforschung der Vorarlberger Zeitgeschichte, und hier besonders ihren lange vernachlässigten Themen wie Antisemitismus, Austrofaschismus und Nationalsozialismus. Sie bringt sich auch in öffentliche Debatten zu diesen Fragen ein. Diese Publikation und ihre freundliche kostenfreie Online-Stellung ist ein Teil dieser auch sonst beachtenswerten Tätigkeit. Die PDF-Dateien haben gegenüber der gebundenen Ausgabe einen weiteren Vorteil: Sie sind mit der PDF-Suchfunktion nach wunschstellen und Suchworten durchsuchbar.

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Inhalt
Vorwort 7
Einleitung 8
1. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis zum Ende der Monarchie (1918) 15
1.1. Ökonomische und soziale Rahmenbedingungen 15
   1.1.1. Dornbirn wird Textilzentrum 15
   1.1.2. Viele Arme, wenige Reiche: soziales Konfliktpotential 22
1.2. Anfänge des Parteienwesens 40
1.3. Die liberale Ära (1867 bis 1910) 49
1.4. Der Machtwechsel 1910: Dornbirn wird "schwarz" 103
2. Zusammenbruch der alten Ordnung: von der Monarchie zur Republik 115
2.1. "Ja, Majestät, hier ist es gut versorgt!" 115
2.2. Schlechte Startbedingungen in der Republik 124
2.3. Das Wahljahr 1919 135
3. Demokratisches Zwischenspiel: die Erste Republik 143
3.1. Demokratie mit ungleichen Lebensbedingungen 143
3.2. Die führende Kraft: der politische Katholizismus 153
3.3. Gemeinderatswahlen 1924 und 1929 166
4. "Austrofaschismus" - Kampf zwischen Haken- und Kruckenkreuz 170
4.1. Wirtschaftliche und soziale Situation während der dreißiger Jahre 170
4.2 Eine "neue Demokratie"? - Die Errichtung der austrofaschistischen Diktatur 179
4.3 "Nationale Befriedung"? - Arrangement mit den Nationalsozialisten 207
5. Daheim im Reich 214
5.1. "Sieg" und "Abrechnung" 214
5.2. Nicht alle profitieren... 221
5.3. Opfer des Nazi-Terrors 232
6. Ausblick: Anfänge der Zweiten Republik 240
7. Zusammenfassung 259
8. Anmerkungen 265
9. Abkürzungen 328
10. Quellen-, Literatur- und Bildverzeichnis 329
11. Register 349

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