Dienstag, 14. Februar 2017

[ #Vorarlberg ] Nachtvolk: Vorarlberg im Grimm'schen Wörterbuch


123 Jahre nach dem Start erschien am 4. Jänner 1961 der letzte (32.) Band des von den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm begonnenen vollständigen deutschen Wörterbuches. Ein originär Vorarlberger Beitrag zu den  250.000 Stichwörtern ist der Eintrag "Nachtvolk".

Vorarlberger Wörter werden in den Belegen 175 mal zitiert. Das ist auch ein Verdienst des Vorarlberger Bauern und Schrifstellers Franz Michael Felder, dessen Werke häufig als Belegstelle herangezogen wurden. Felder hatte ja nicht nur selbst ein "Bregenzerwälder Idiotikon", ein Bregenzerwälder Dialektwörterbuch verfasst, sondern war mit seinem "Entdecker", dem Leipziger Germanistikprofessor Rudolf Hildebrand, von 1883–1890 verantwortlicher Herausgeber des Grimm`schen Wörterbuches, aufs Engste befreundet. Dieser hatte ihn auch zweimal, 1867 und 1868 nach Leipzig eingeladen.  Felder sammelte gar selbst  für Hildebrand Sprachmaterial für das Grimmsche Wörterbuch,

Das Nachtvolk bei Grimm: "NACHTVOLK, n. wildes heer, hexen u. dgl. Wolf zeitschr. für deutsche myth. 2, 52 (aus Vorarlberg)"

Die Wilde Jagd. Die bevorzugten Nächte des Nachtvolkes sollen die zwölf zwischen Weihnachten und Dreikönig sein, die so genannten Rauch- oder Rauhnächte.


Die Sagen Liechtensteins: Das Nachtvolk. "Nachtvolk wird der nächtliche Zug der Seelen von Toten genannt. Wer das Nachtvolk sieht, kann niemanden ausser der letzten im Zug gehenden Person erkennen. Diese Person stirbt in der jeweiligen Gemeinde als nächstes. Wer dem Nachtvolk begegnet, kann gezwungen sein, im Zug bis zum Tagläuten mitzugehen. Wer dem Nachtvolk begegnet sollte sich auf der linken Seite des Zugs aufhalten."

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