Mittwoch, 15. November 2017

[ #Bludenz ] Eine begehbare Skulptur von Alfons Fritz: Das Kriegerdenkmal in Bludenz


In Bludenz unterhalb der alten Stadtpfarrkirche Hl. Laurentius wurde 1928 ein Kriegerdenkmal für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs errichtet. 

Alfons Fritz, ein bedeutenden Vorarlberger Architekt der Zwischenkriegszeit, plante eine Anlage die auf Grund der Formensprache und des Zugangs zum Thema des Erinnerns als überregional bedeutsam angesehen wird.

Im Vergleich zu vielen anderen so genannten Kriegerdenkmalen zur gleichen Zeit fehlen bei der Bludenzer Anlage die typischen und zumeist heroischen Attribute. Vergeblich sucht man einen Adler oder Löwen, auch kein sterbender, kniender oder toter Soldat mit Waffe und Stahlhelm ist zu finden. 

Eingeweiht wurde das Kriegerdenkmal im Juni 1928. Das Denkmal und seine Formensprache wurden in den damaligen Veröffentlichungen auch über die Grenzen Vorarlbergs hinaus hoch gelobt. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Kriegerdenkmal in Wolfurt, das ebenfalls von Alfons Fritz entworfen wurde.


Alfons Fritz - Wikimedia 
Alfons Fritz. Alfons Fritz (* 2. August 1900 in Andelsbuch, Vorarlberg; † 7. Februar 1933 in Dornbirn) war ein Baukünstler und Architekt.

Aus der Ehe von Alois Fritz mit der 1881 geborenen Ursula Meusburger aus Andelsbuch gingen die Söhne bzw. Urenkel von Michael Lecher Alfons und Anton hervor. Alfons Fritz, geboren 1900, wuchs in Andelsbuch auf, wo seine Eltern neben der Hutmacherei auch eine kleine Landwirtschaft betrieben. Bereits in jungen Jahren fiel Alfons durch sein Zeichentalent auf, welches sein Lehrer zu fördern wußte. Sein Zeichenlehrer weckte in ihm das Interesse an Architektur. Durch den frühen Tod seines Vaters im Jahr 1913 war es nicht ganz und gar nicht selbstverständlich ein Studium zu beginnen.

Er trat nach dem Studium er in das Architekturbüro von Professor Clemens Holzmeister in Innsbruck ein. Im Einvernehmen mit seinem Chef wagte Fritz am Wettbewerb für das Standschützendenkmal am Berg Isel ein Projekt einzureichen. Holzmeister errang den zweiten, sein Assistent Fritz den dritten Preis.

Professor Holzmeister berief Fritz im Jahre 1925 in sein Privatatelier an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er Fritz seine Frau Hildegard Mümmler kennenlernte. Nach kurzer Bekanntschaft
heiratete das Paar und übersiedelte nach Dornbirn. Er eröffnete im November 1926 in Dornbirn sein eigenes Architekturbüro. Im Mai 1932 legte er noch die Prüfung als Zivilarchitekt ab.

Sein Arbeitsfeld war breit gefächert und beinhaltete Wohn-, Hotel-, öffentliche Bauten, Kriegerdenkmale sowie Kirchen und Kapellen, ebenso Innenausstattungen und Möbel. Allzufrüh verstarb Alfons Fritz an einer nicht ganz ausgeheilten Grippe am 7. Februar 1933.

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