Donnerstag, 4. Mai 2017

[ #Hohenems ] Hohenemser Familienkapelle: Päpstin Johanna?

Nicht erst seit Donna W. Cross’ Roman "Die Päpstin" zum Welterfolg wurde, ist diese propagandistische Fabel im allgemeine Bewusstsein: die angebliche Päpstin Johanna. In einer "Hohenemser" Kapelle findet sich ein Bild dazu: Eine Frau, auf dem Kopf die Tiara - die Papstkrone - tragend.

Die Päpstin. Die Berichte über die angebliche Päpstin hat mehrere Versionen hervorgebracht. Sie dürfen getrost in das Reich der Fabeln verwiesen werden, denn als Beweis kann nicht viel mehr eingebracht werden als dass die katholische Kirche Jahrhunderte Zeit hatte, Dokumente zu beseitigen, die ihr unbequem waren. Davon hat sie ja auch - heute weitgehend unbestritten - Gebrauch gemacht, ganz abgesehen von den Fälschungen. Die Verkleidung der Frau als Mann um ebenso wie Männer am gesellschaftlichen Leben und insbesondere am Aufstieg teilnehmen zu können, ist zwar keine keine gänzlich unmögliche, ja sogar mehrfach historisch belegte Tatsache - die natürlich in Zeiten des Feminismus, besser der Emanzipation, ein glänzendes Argument gegen die männliche Vorherrschaft, besonders in der Kirche, ist.
Emser Wappen
Hohenemser Bild. Das Bild in der "Hohenemser Kapelle" ist selber eine propagandistische Inszenierung. So sehr die Inszenierungen der Päpstin Johanna gegen die katholische Kirche und das Papsttum gerichtet ist, so sehr ist das hier in Rede stehende Bild in einem gegenreformatorischen Kontext zu sehen. Es gehört in den Zusammenhang der ersten nachtridentinischen triumphalen Inszenierung eines heiligen Bildes, der "Madonna della Clemenza" aus dem 8. Jahrhundert. Der Auftrag stammt von Kardinal Marcus Sitticus Altemps in seiner Familienkapelle in der Basilika Santa Maria in Trastevere, die er zwischen 1584 und 1589 durch Martino Longhi (der auch den Emser Palast erbaute) links der Apsis errichten ließ. Zur Weihe im Jahre 1593 wurde die Ikone von einer kleinen Kapelle im linken Seitenschiff feierlich in den Altar der Capella Altemps übertragen. An den Seitenwänden zeigen zwei große Fresken das Konzil von Trient und die Bestätigung der Konzilsdekrete durch Papst Pius IV., dem Onkel von Marcus Siticus Altemps und dem heilig gesprochenen Carlo Borromeo. Das Fresco, das die "Päpstin Johanna" zeigt, meint nicht diese sondern allegorisch die Kirche, die Ecclesia und betont damit - vor die Bischöfe gestellt - den Primat des Papstes. Das Fresco wurde von Pasquale Cati, einen Schüler Michelangelos, persönlich von Marcus Sittikus dazu beauftragt, gemalt. Angeblich soll der Hohenemser Kardinal Marcus Sittikus (Altemps ist latinisiert Hohenems) die Kapelle zum Gedenken an seinen Sohn Robert errichtet haben, der nach einer historischen Theorie von Papst Sixtus V. zu Tode gebracht wurde.

Santa Maria in Trastevere. Trastevere ist der Stadtteil "jenseits des Tibers", also am rechten Ufer. Die Basilika ist die älteste Marienkirche Roms. Vielleicht ist es sorgar der älteste Kirchenbau Roms überhaupt. Schon im 3. Jahrhundert soll es an der Stelle eine christliche Hauskirche gegeben haben. Der erste Bau geht auf die Zeit Papst Calixtus I. (217–222) zurück. an deren Stelle Julius I. Mitte des 4. Jahrhunderts eine durch 22 antike ionische Säulen (Spolien) in 3 Schiffe geteilte Basilika errichten ließ, die im 12. Jahrhundert unter Innozenz II. durch einen Neubau mit Campanile ersetzt wurde. Vor allem den Mosaiken in der Apsis und am dem Triumphbogen verdankt die Kirche ihren Ruhm. Das Mosaik in der Apsis zeigt Christus zusammen mit Maria auf dem Thron und die klugen und törichten Jungfrauen aus dem Gleichnis im Matthäus-Evangelium. Unter einem Fries mit Lämmern sind Szenen aus dem Leben Marias. Die Darstellungen wurden von Pietro Cavallini im Jahr 1291 geschaffen. Links von der Apsis befindet sich die Cappella Altemps, im angrenzenden Raum ist das Gnadenbild der Madonna della Clemenza aus dem 6. oder 7. Jahrhundert zu sehen.


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