Donnerstag, 9. Februar 2017

[ #Bodensee ] Alte Kernobstsorten im Bodenseeraum



Alte Obstsorten findet man fast nur noch in den Streuobstwiesen. 

Früher wurden sie für die verschiedensten Verwendungszwecke wie Mosten, Brennen, Dörren oder Kochen ausgelesen und vermehrt. So entstand eine große Sortenvielfalt. Durch die Veränderungen im Obstbau und von Verbrauchergewohnheiten wurden sie im Erwerbsanbau von neuen Sorten verdrängt. Heute steht die Produktion von Tafelobst im Mittelpunkt. Die zahlreichen alten Sorten mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften sind aber nicht nur wertvolles Kulturerbe, sie werden auch weiterhin für die Vielfalt in den Streuobstwiesen und für zukünftige Züchtungen benötigt.

Im Interreg IIIA-Projekt der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Vorarlberg, Fürstentum Liechtenstein und der Schweiz "Erhaltung alter Kernobstsorten im Bodenseeraum" wurde das in der Bodenseeregion noch vorhandene Sortenspektrum bei Apfel und Birne inventarisiert und es wurden gemeinsam Maßnahmen zur Sortenerhaltung erarbeitet.

Erfassung. Dank dieser grenzüberschreitenden Zusammenarbeit konnten 640 Apfel- und Birnensorten des Bodenseeraums erfasst und charakterisiert werden. Gemeinsam wurden Strategien zur Erhaltung gefährdeter Sorten erarbeitet und umgesetzt, damit die Sortenvielfalt als wichtige Ressource für die Zukunft erhalten bleibt.

Dokumentation. Fast drei Viertel der Sorten sind gefährdet oder bedingt gefährdet, sie stehen oft nur noch in einzelnen alten Exemplaren in den Streuobstbeständen. Insgesamt konnten in der Projektregion 253 Birnensorten und 387 Apfelsorten sicher bestimmt werden. Für 250 vorher sicher bestimmte Apfelsorten und 53 Birnensorten wurde ein "genetischer Fingerabdruck" erstellt, der nun als untrügliches Referenzmuster zur Verfügung steht. Die Ergebnisse sind ausführlich im Endbericht dokumentiert.

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