Dienstag, 22. Juli 2014

[ #Hohenems ] Ehemalige Synagoge Hohenems

Bildquelle Wikimedia
Synagogen waren über Jahrhunderte hinweg Seismographen für die gesellschaftliche Situation der jüdischen Minderheit. Das architektonische Erscheinungsbild der Bauten war Ausdruck des Selbstverständnisses der jüdischen Gemeinden und der Toleranzfähigkeit der Mehrheitsgesellschaft. 

1772 gebaut, war die Hohenemser Synagoge bis 1938 eine der bedeutendsten Synagogen im weiteren Bodenseeraum. Im Nationalsozialismus wurde sie ausgeräumt und zwischen 1955 und 2001 als Feuerwehrhaus benutzt. 50 Jahre nach dem Umbau in ein Feuerwehrhaus wurde an der Hohenemser Synagoge eine neue Art des Umgangs mit der Geschichte sichtbar. Nach dem Auszug der Feuerwehr im Jahr 2001 wurde das Gebäude unter der Leitung der Architekten Ada und Reinhard Rinderer einer umfassenden Teilrekonstruktion in schlichter und würdiger Form unterzogen, die alte Fensterordnung mikt ihren hohen Bögen und Ochsenaugen, die Kubatur des Betraums und die ehemalige Frauen-, später Chorgalerie wiederhergestellt. Seit 2004 dient das Gebäude nun als Sitz der Musikschule tonart. Der Saal wird als Salomon Sulzer Saal (www.salomonsulzersaal.com) seit Mai 2006 für kulturelle und andere Veranstaltung genutzt, im Bewusstsein seiner Geschichte und als Ort interkultureller Begegnung.

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