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Donnerstag, 1. Juni 2023

[ #Vorarlberg ] Rote Liste Vorarlberg: Schmetterlinge

Die Schmetterlings-Vielfalt ist in Vorarlberg gefährdet. Wenn wir nichts tun, stehen wir selber wohl alsbald auch auf dieser Liste.

Über 2500 Schmetterlingsarten gibt es in Vorarlberg. Die Hälfte davon ist aktuell in ihrem Bestand gefährdet, wie eine aktualisierte Rote Liste der „inatura“ zeigt. Johannes Rüdisser vom Institut für Ökologie leitete das Monitoring der Schmetterlinge. 

Neuerscheinung. Rund 20 Jahre nach der Erstauflage analysiert eine umfassende Neubearbeitung den Gefährdungsgrad aller heimischen Schmetterlinge, trifft Aussagen zu deren Gefährdungsursachen und gibt Empfehlungen zum Erhalt dieser Insektengruppe. 

Die „inatura– Erlebnis Naturschau Dornbirn“  ist mit der Erstellung der Roten Listen gesetzlich beauftragt. 2501 Schmetterlingsarten sind in Vorarlberg nachgewiesen. Vorarlberg ist zwar flächenmäßig das zweitkleinste Bundesland Österreichs, verfügt aber durch seine geographischen Gegebenheiten über eine beachtliche Vielfalt an unterschiedlichen Lebensräumen. In so gut wie allen dieser Lebensräume sind Schmetterlinge beheimatet. 

Die Artenvielfalt ist jedoch im Rückgang: Auf Basis von knapp 170.000 Einzelbeobachtungen aus dem ganzen Bundesland wurden alle Schmetterlingsarten von Experten unter der Leitung von Dr. Peter Huemer, Leiter der naturwissenschaftlichen Sammlungen der Tiroler Landesmuseen, nach ihrem Vorkommen und ihrer Häufigkeit in Gefährdungsgrade neu eingestuft. 

Die Ergebnisse sind bedenklich. Weniger als die Hälfte der erfassten Schmetterlinge, genau 1121 Arten, sind in ihrem Bestand wenig bis nicht gefährdet. Für 1131 Arten reicht die Skala von „Ausgestorben“ über „Stark gefährdet“ bis „Gefährdung droht“, die verbleibenden etwa 250 Arten konnten mangels an Daten nicht beurteilt werden oder es handelt sich um nicht einheimische Falter.

Die „inatura– Erlebnis Naturschau Dornbirn“  ist mit der Erstellung der Roten Listen gesetzlich beauftragt. 2501 Schmetterlingsarten sind in Vorarlberg nachgewiesen. Vorarlberg ist zwar flächenmäßig das zweitkleinste Bundesland Österreichs, verfügt aber durch seine geographischen Gegebenheiten über eine beachtliche Vielfalt an unterschiedlichen Lebensräumen. In so gut wie allen dieser Lebensräume sind Schmetterlinge beheimatet. 

Die Artenvielfalt ist jedoch im Rückgang: Auf Basis von knapp 170.000 Einzelbeobachtungen aus dem ganzen Bundesland wurden alle Schmetterlingsarten von Experten unter der Leitung von Dr. Peter Huemer, Leiter der naturwissenschaftlichen Sammlungen der Tiroler Landesmuseen, nach ihrem Vorkommen und ihrer Häufigkeit in Gefährdungsgrade neu eingestuft. Die Ergebnisse sind bedenklich. Weniger als die Hälfte der erfassten Schmetterlinge, genau 1121 Arten, sind in ihrem Bestand wenig bis nicht gefährdet. Für 1131 Arten reicht die Skala von „Ausgestorben“ über „Stark gefährdet“ bis „Gefährdung droht“, die verbleibenden etwa 250 Arten konnten mangels an Daten nicht beurteilt werden oder es handelt sich um nicht einheimische Falter. Die Gründe für diese dramatische Lage sind vielfältig. Die Aufgabe von traditionellen Bewirtschaftungsmethoden von Wiesen und Weiden, Intensivierung der Landnutzung, vermehrter Schadstoffeintrag, Bodenversiegelung und Klimawandel sorgen für neue Umweltbedingungen und damit für neue Bedrohungen. 

In Vorarlberg wird dieser Rückgang der Artenvielfalt seit gut 20 Jahren über die Implementierung von Roten Listen wissenschaftlich fundiert erhoben. Besonders bei den Schmetterlingen kann auf eine lange Beobachtungszeit zurückgegriffen werden. Bereits seit mehr als 100 Jahren werden sie in Vorarlberg erforscht. Seit zwei Jahren erfassen Laienforscher*innen zusammen mit Expert*innen im Rahmen des „Viel-Falter: Tagfalter-Monitoring“ unter der Leitung des Biodiversitätsforschers Dr. Johannes Rüdisser vom Institut für Ökologie der Universität Innsbruck die Vorkommen der heimischen Tagfalter. Die Daten aus diesem Monitoring fließen als wichtiger Beitrag in die nun neu erschienene Rote Liste ein.

Österreich. Für Österreich gibt es bisher kaum belastbare Daten zur Entwicklung von Insektenpopulationen, da ein entsprechendes Monitoring fehlt oder sich ausschließlich auf Kulturlandschaft beschränkt. Einzig für die Gruppe der Tagfalter wird in Tirol seit 2017 und in Vorarlberg seit 2020 ein systematisches Monitoring durchgeführt. Ermöglicht wird dies durch das am Institut für Ökologie der Universität Innsbruck unter der Leitung von Johannes Rüdisser entwickelte System „Viel-Falter: Tagfalter-Monitoring“. Rote Listen und das systematische Monitoring häufiger Arten sind die zwei wichtigsten, sich ergänzenden Instrumente zur Beobachtung der Biodiversität. Rote Listen dokumentieren die voranschreitende Erosion der Biodiversität. Dabei geht es heute beim Natur- und Biodiversitätsschutz nicht etwa nur darum, die eine oder andere seltene Art zu schützen, sondern um den Erhalt von Biodiversität insgesamt. Ein umfassender Schutz der Biodiversität ist nicht zuletzt für den Erhalt der Lebensqualität des Menschen von essentieller Bedeutung.

Rote Listen in Vorarlberg sind Gesetz. Waren Rote Listen ursprünglich dazu gedacht, auf den drohenden Artenverlust aufmerksam zu machen, so entwickelten sie sich rasch zu einer wichtigen Entscheidungsgrundlage für den praktischen Naturschutz. 

Als einziges Bundesland in Österreich hat Vorarlberg die Erstellung der Roten Listen gesetzlich verankert. Die „inatura – Erlebnis Naturschau Dornbirn“ wurde als zentrale Dokumentationsstelle der Natur Vorarlbergs in der Naturschutzverordnung mit der Erstellung und Herausgabe dieser Roten Listen beauftragt. „Die Neuauflage einer Roten Liste ist ein langfristiger Prozess. Zunächst müssen historische und aktuelle Daten zu den jeweiligen Tier-, Pilz- oder Pflanzenarten bewertet werden. In denjenigen Gebieten Vorarlbergs, in denen uns noch zu wenig Verbreitungsdaten zur Verfügung stehen, müssen im Vorfeld zusätzlich Forschungsarbeiten durchgeführt werden. 

Das Land Vorarlberg ist das einzige Bundesland Österreichs, das die Erstellung von Roten Listen in seinem Naturschutzgesetz verankert hat. Das heißt: Wir haben gesetzlich verankert wichtige Alarmsysteme, die uns direkt eine Rückmeldung geben, welche Arten in Vorarlberg vom Aussterben bedroht sind. Um dem Artensterben entgegenzuwirken, brauchen wir weitreichenden Klima-, Umwelt- und Naturschutz und vor allem auch eine Veränderung unseres Verhaltens: Bodenversiegelung, intensive Landwirtschaft, klimatische Veränderung etc. zerstören Lebensräume. Die Klimakatastrophe betrifft nicht nur uns Menschen, sondern auch die Pflanzen und Tiere in unserer Umgebung. Sie alle unterliegen einem hohen Anpassungsdruck. 


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Zusammenfassung 7
Abstract 8
Vorwort 9
1 Einleitung 11
2 Methodik 15
2.1 Datengrundlagen 15
2.2 Räumliche Analyse der Verbreitungsdaten 18
2.3 Methodik der Gefährdungseinstufung 19
3. Inventar der Schmetterlingsfauna 31
3.1 Artenbestand - Überblick 31
3.2 Gefährdungsstatus im Überblick 32
3.3 Gefährdungskategorien - Detaildarstellungen 35
3.3.1 RE (Regionally Extinct): In Vorarlberg ausgestorbene oder verschollene Arten 35
3.3.2 CR (Critically Endangered): Vom Aussterben bedrohte Arten 40
3.3.3 EN (Endangered): Stark gefährdete Arten 43
3.3.4 VU (Vulnerable): Gefährdete Arten 48
3.3.5 NT (Near Threatened): Arten mit drohender Gefährdung 52
3.3.6 LC (Least Concern): Nicht gefährdete Arten 57
3.3.7 DD (Data Deficient): Arten mit defizitären Daten 60
3.3.8 NE (Not Evaluated): Nicht eingestufte Arten 63
3.4 Räumliche Verteilung der Artenbestände 68
3.5 Biotopbindungen 70
3.6 Trophische Bindungen 76
4. Schmetterlingsschutz 79
4.1 Nutzungskonflikte 79
4.2 Gefährdungsfaktoren 80
4.3 Schutzmaßnahmen 87
4.3.1 Gesetzliche Grundlagen 87
4.3.2 Überregional bedeutende Schutzgüter 88
4.3.3 Schutzgüter der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie der EU 90
4.3.4 Handlungsbedarf 113
5. Literaturverzeichnis 115
Anhangstabelle: Rote Liste der Schmetterlinge Vorarlbergs 127

Mittwoch, 19. Juli 2023

[ #Vorarlberg ] Rote Listen Vorarlbergs: Brutvögel

Gefiederte Gäste am Futterhäuschen sind selbstverständlich. Und dennoch ist diese Vielfalt gefährdet.

Beinahe zwei Drittel der in Vorarlberg brütenden Vogelarten wurden in die "Rote Liste" der Brutvögel Vorarlbergs aufgenommen. Das Autorenteam um Rita Kilzer, Georg Amann und Gerold Kilzer musste insgesamt 108 Vogelarten als gefährdet oder ausgestorben einstufen. Nachdenklich stimmt vor allem der Vergleich mit der Bestandsaufnahme von 1993. Die Zahl der nicht gefährdeten Vogelarten ist von 88 auf 71 gesunken.

Im Gegensatz zu vielen anderen Tiergruppen ist die Vogelwelt unseres Landes gut dokumentiert. Unermüdlich beobachten die Hobbyforscher von BirdLife Vorarlberg die Verbreitung der einzelnen Arten. Gemeinsam mit historischen Daten wurde so ein computergestütztes Archiv geschaffen, das langfristige Veränderungen in der Avifauna erkennbar macht. Und nicht nur das: Vögel sind gute Indikatoren für die Veränderungen in der Landschaft. Indirekt wird in der Roten Liste der Brutvögel auch die Situation ihres Lebensraumes und ihrer Nahrung (z.B. Insekten) erfasst.

Bild und Text. Im vorliegenden Band werden alle gefährdeten Arten detailliert in Bild und Text vorgestellt. Neben einer Beschreibung von Verbreitung und Bestand wird der Lebensraum der Tiere näher beleuchtet. Die Diskussion der Gefährdungsursachen leitet über Vorschlägen für Maßnahmen, die beitragen können, die Situation nicht nur der betreffenden Vogelart zu verbessern. Die "Rote Liste" wird damit zu einer zentralen Grundlage für fachlich fundierte Diskussionen und politische Entscheidungsfindungen.


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  • Abstract 7
  • Zusammenfassung 8
  • 1. Einleitung 9
  • 2. Material und Methode 11
  • 2.1 Datenerhebungen, Datenbestand und Quellen, Untersuchungszeitrauin 11
  • 2.2 Methode 13
  • 2.3 Verwendete Abkürzungen, Begriffe 15
  • 2.4 Kategorien und Kriterien der neuen Roten Liste 17
  • 2.5 Dank 18
  • 3. Ergebnisse 21
  • 3.1 Gefährdete und nicht gefährdete Brutvogelarten 21
  • 3.2 Vergleich der neuen Roten Liste von 2002 mit der alten Roten Liste von 1993 22
  • 3.3 Einteilung der gefährdeten Vogelarten nach dem Brutstatus 24
  • 3.4 Artenbilanz nach Gefährdungskategorien 25
  • 3.5 Artenliste 28
  • 3.6 Arttexte (Dokumentationen) 35
  • 3.6.1 Ausgestorbene oder verschollene Arten 36
  • 3.6.2 Arten der Gefährdungskategorien 1 - 5 44
  • 3.6.3 Gefährdete Brutgäste 200
  • 4. Zur Bestandssituation der gefährdeten Arten 217
  • 4.1 Verantwortung Vorarlbergs zur Erhaltung von Arten 217
  • 4.2 Verantwortung Vorarlbergs zur Erhaltung von Arten aus nationaler Sicht 217
  • 4.3 Verantwortung Vorarlbergs zur Erhaltung von Arten aus europäischer Sicht 219
  • 4.4 Bedeutung der verschiedenen Regionen Vorarlbergs nach der Zahl der gefährdeten Arten 220
  • 5. Gefährdung und Schutz 221
  • 5.1 Gesetzliche Grundlagen 221
  • 5.2 Schutzgebietsnetz Vorarlberg 222
  • 5.3 Vogelschutzsituation 223
  • 5.4 Gebietsempfehlungen für Natura 2000-Gebiete zur Sicherung ausreichend großer Lebensräume für gefährdete Brutvögel 224
  • 5.5 Weitere Forderungen 226
  • 5.6 Gefährdungssituation und Schutzmaßnahmen in verschiedenen Lebensräumen 227
  • 5.6.1 Alpin- und Felslandschaften 227
  • 5.6.2 Gewässer 229
  • 5.6.3 Feuchtgebiete 232
  • 5.6.4 Offenes und halboffenes Kulturland 234
  • 5.6.5 Siedlungsgebiete 236
  • 5.6.6 Wald 237
  • 6. Literatur 240
  • Index der deutschen Vogelnamen (alphabetisch) 253
  • Index der wissenschaftlichen Vogelnamen (alphabetisch) 254

Samstag, 17. Juni 2023

[ #Vorarlberg ] Rote Liste der Moose in Vorarlberg


Diese Arbeit beinhaltet die erste Rote Liste der Moose Vorarlbergs. 

Darüber hinaus ist sie auch eine aktuelle Checkliste des Landes, als deren wichtigste Grundlage eine landesweite Rasterfeldkartierung durch das Autorenteam (2009-2012) diente. Von den 858 Moostaxa Vorarlbergs gelten derzeit 31 (3,6 %) als in Vorarlberg ausgestorben bzw. verschollen (RE), 31 (3,6 %) als vom Aussterben bedroht (CR), 36 (4,2 %) als stark gefährdet (EN), 57 (6,6 %) als verletzlich (VU), 10 (1,2 %) als „gefährdet mit unbekanntem Ausmaß“ (G) und 78 (9,1 %) als selten (VU-R). 

Zusätzlich wurden 25 Moostaxa (2,9 %) auf die Vorwarnliste gesetzt (NT) und bei 22 (2,6 %) war eine Gefährdungsanalyse aufgrund der ungenügenden Datenlage nicht möglich (DD). Insgesamt 163 Moose bzw.19 % (inkl. VU-R 243 Moose bzw. 28,3 %) müssen als gefährdet eingestuft werden, während 568 (66,2 %) Taxa als ungefährdet (LC) zu betrachten sind.

Die größten Verlierer unter den Moosen sind die Arten des Kulturlandes, der Moore und der naturnahen Wälder, die in den letzten hundert Jahren die deutlichsten Bestandseinbußen erlitten haben. Auch Pioniermoose an Gewässern sind infolge der weitläufigen Gewässerregulierungen heute in vielen Teilen Vorarlbergs verschwunden.

Das Land Vorarlberg beherbergt zahlreiche Arten, die über die Grenzen des Landes hinaus in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet bedroht sind (z. B. Distichophyllum carinatum , Atractylocarpus cilpinus oder Tayloria rudolphiana). Daraus leitet sich ein hoher Handlungsbedarf hinsichtlich ihres Erhalts ab. 

Österreich. In Bezug auf ihre österreichische Verbreitung sind Moose, wie Bryum versicolor, Drepanocladus sendtneri, Pseudoccdliergon lycopodioides, Sphagnum pulchrum oder auch S.subfulvum , exemplarisch hervorzuheben, deren Erhalt oberste Ziele des Artenschutzes sein sollten.

Um den Lesern einen guten Überblick über die Moosflora Vorarlbergs zu gewähren, wurden in reich bebilderten Abschnitten die Moosfloren der Hauptlebensräume des Landes beschrieben und in zahlreichen Artportraits die Verbreitung und Habitatansprüche von ausgewählten Arten präsentiert. Rasterfeldkarten dokumentieren in anschaulicher Form die Verbreitung der Taxa innerhalb des Landes.


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Mittwoch, 4. Mai 2022

[ #Vorarlberg ] Rote Liste der Pflanzen Vorarlbergs


In Vorarlberg sind nach derzeitigem Wissensstand ziemlich genau 1.700 Arten wildwachsender Blütenpflanzen, Farngewächse, Schachtelhalme und Bärlappe bekannt.

Diese seit alters her im Land ansässigen Pflanzen repräsentieren die heimische Flora. Zusätzlich gelang es in der jüngeren Geschichte – mit direkter oder indirekter Unterstützung des Menschen – etwa 100 Arten aus anderen Florengebieten, sich in Vorarlberg dauerhaft anzusiedeln. Diese werden als eingebürgerte Neophyten (Neubürger) bezeichnet. Ziemlich genau 100 Arten der heimischen Flora sind allerdings auch in diesem Zeitraum aus unserem Land verschwunden und müssen
daher als ausgestorben betrachtet werden.

Weiters konnten die Botaniker noch mindestens 450 Arten und Unterarten im Lande entdecken, die jedoch nur unbeständig auftreten oder ehemals unbeständig aufgetreten sind. Dabei handelt es sich oftmals um aus Gärten verwilderte oder anderweitig durch Menschen verbreitete Pflanzenarten, die sich bei uns nicht dauerhaft halten konnten bzw. können.

Floristischer Status der in Vorarlberg wild wachsenden Pflanzenarten:


Artenzahl
Anteil (n=1697)



heimisch – vorhanden
 1509
94 %
heimisch – ausgestorben
     99
  6 %
Neophyten – eingebürgert
   102

unbeständig
~ 450





Artenreichtum im Vergleich. Vorarlberg beherbergt etwas mehr als die Hälfte der österreichischen Flora, die etwa 3.200 einheimische und voll eingebürgerte Arten umfasst, und etwas weniger als die Hälfte der Flora des gesamten Alpenbogens, die ungefähr 4.000 Arten zählt.

Im Ländle gibt es etwa 850 verschiedene Moose, also immerhin etwa halb so viele wie Blütenpflanzen, Farne, Schachtelhalme und Bärlappe. Die Zahl der in Vorarlberg nachgewiesenen Flechten liegt bei über 1.000 und jene der Großpilze bei etwa 1.500.

Das Bundesland Salzburg mit ähnlicher Biotopausstattung vom Alpenvorland bis zum Alpenhauptkamm und ähnlichem Klima beherbergt etwa ebenso viele Arten. Auch die Artenzusammensetzung ist vergleichbar. Dagegen hat das Burgenland, das ebenfalls etwa gleich viele Arten beherbergt, eine deutlich verschiedene Flora. Dort fehlen die hohen Berge mit ihrer speziellen Gebirgsflora, dafür hat das Burgenland einen wesentlichen Anteil an der einzigartigen pannonischen Flora. Diese schlägt auch im artenreichsten Bundesland Niederösterreich (insgesamt 2.400 Arten) zu Buche, das zudem einen größeren Anteil an den Alpen hat. Auch die südlichen Bundesländer Österreichs, Kärnten mit etwa 2.100 Arten und Steiermark mit etwa 2.200 Arten, sind deutlich artenreicher als Vorarlberg.

Gefährdung. Insgesamt ist etwas mehr als ein Fünftel der etwa 1.700 heimischen Arten (21%) in mehr oder weniger starkem Ausmaß gefährdet, knapp 100 Arten (6%) sind schon ausgestorben. Gefährdet bedeutet, dass eine Art aufgrund von Seltenheit, Arealverlusten, Bestandsrückgängen oder permanenter Bedrohung ihrer Lebensstätten in eine der Kategorien »vom Aussterben bedroht«, »stark gefährdet« oder »verletzlich« eingeordnet wurde. Ihr Überleben kann längerfristig nur mit Hilfe spezieller Schutzmaßnahmen gesichert werden. Dabei kommt dem Biotopschutz eine zentrale Rolle zu. Es gibt aber auch im Bestand rückläufige Arten, die noch weit verbreitet sind. Sie werden als »potentiell gefährdet« in der Liste geführt (10%).

Eine aus Naturschutzsicht ganz besondere Kategorie sind die seltenen heimischen Arten, die nur an wenigen Stellen in oft kleinen Populationen im Land zu finden sind, deren Populationen bzw. Wuchsorte aus heutiger Sicht aber noch nicht bedroht scheinen (9%). In gewisser Weise sind auch sie potentiell gefährdet und wurden daher in der ersten Roten Liste Vorarlbergs in diese Kategorie eingeordnet. Es handelt sich oft um Pflanzenarten am Rande ihres Verbreitungsgebietes und nicht selten um Raritäten unserer Alpenflora (z.B. Alpen-Mannsschild, Mt.-Cenis-Glockenblume, Moosglöckchen). Verändert sich das Bedrohungsszenario, etwa dadurch, dass sich die zivilisatorischen Eingriffe in Gebirgswäldern und in Hochgebirgen verstärken, so rücken sie rasch in hohe Gefährdungskategorien auf. Auch die Auswirkungen des Klimawandels lassen sich derzeit noch kaum abschätzen und könnten in einer späteren Roten Liste vielleicht schon erste Spuren hinterlassen.

Literatur. Die »Aktualisierte Rote Liste der der Farn- und Blütenpflanzen Vorarlbergs« ist Teil des Buchprojekts »DAS PFLANZENLEBEN VORARLBERGS« von Georg Grabherr et al. (Mai 2016; BUCHER Verlag Hohenems – Wien – Vaduz).


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Donnerstag, 10. November 2022

[ #Vorarlberg ] Rote Liste der Heuschrecken in Vorarlberg


Rote Listen dienen der allgemeinen Feststellung der Artengefährdung, der Information der Öffentlichkeit; sowie nicht zuletzt dem Naturschutz. 

Heuschrecken haben sich dabei als besonders aussagekräftige Indikatorgruppe in naturschutzfachlichen Fragen erweisen. Während der Osten Österreichs als recht gut untersucht gelten kann, lagen aus Vorarlberg bisher nur spärliche Daten vor.

Mit der vorliegenden Arbeit wird zum ersten Mal eine Rote Liste gefährdeter Heuschrecken für das Bundesland Vorarlberg präsentiert. Um eine solide Datenbasis zu erhalten, wurden ab dem Jahr 2005 umfangreiche Kartierungsarbeiten durchgeführt.

Von den 4001 ausgewerteten Datensätzen stammen 97,4% aus dem Zeitraum von 1990 bis 2011: 
  • Im Rahmen der Untersuchungen konnten mit der Wanstschrecke (Polysarcus denticauda), der Gemeinen Dornschrecke (Tetrix undulata) und der Gefleckten Keulenschrecke (Myrmeleotettix maculatus) drei Arten erstmals in Vorarlberg
  • nachgewiesen werden. 
  • Die verschollenen Arten Nordische Gebirgsschrecke (Bohemanella frigida), Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens) und Buntbäuchiger Grashüpfer (Omocestus rufipes) wurden wiedergefunden. 
  • Insgesamt umfasst die Heuschreckenfauna Vorarlbergs 54 Arten, von denen mit der Hausgrille (Acheta domesticus) und der Ägyptischen Heuschrecke (Anacridium aegyptium) zwei als nicht bodenständige Neozoen zu betrachten sind und in der Roten Liste daher nicht eingestuft wurden. 
  • Beachtliche 34 Arten (63%) gelten in unterschiedlichem Ausmaß als bedroht. Fünf Arten (9%) sind ausgestorben bzw. verschollen, neun Arten (17%) sind vom Aussterben bedroht, sechs Arten (11%) sind stark gefährdet,sieben Arten (13%) sind gefährdet und weitere sechs Arten (11%) weisen eine drohende Gefährdung auf. Bei einer Art ist die Datengrundlage defizitär. 
  • Mit 18 Arten (33%) weist lediglich ein Drittel der Vorarlberger Heuschreckenfauna derzeit keine Gefährdung auf. Für die Westliche Beißschrecke (Platycleis albopunctata albopunctata) und die Alpenschrecke (Anonconotus alpinus) trägt das Bundesland Vorarlberg eine besondere Verantwortung. 

Gefährdung. Hauptgefährdungsursache für die heimische Heuschreckenfauna ist die Veränderung bzw. der Verlust geeigneter Lebensräume. Dies geschieht vor allem durch Intensivierungen in der Landwirtschaft, Nutzungsaufgabe von Grenzertragsflächen und Verbauungsmaßnahmen. Zu den am stärksten gefährdeten Heuschrecken zählen die Bewohner von Wildflusslandschaften, trockenen Magerstandorten und Feuchtgebieten. Maßnahmen zum Schutz der Heuschrecken in den verschiedenen Lebensraumtypen werden empfohlen. Für besonders gefährdete Arten werden Artenhilfsprogramme vorgeschlagen.

Die Autoren:

  • Mag. Alois Ortner, geboren 1967 in Schwaz in Tirol, Studium der Biologie (Studienzweig Zoologie) an der Universität Innsbruck. Seit 1999 freiberuflicher Biologe. Ab 2007 für das Land Tirol und den Österreichischen Naturschutzbund als Schutzgebietsbetreuer tätig. Wissenschaftlicher Schwerpunkt: Entomologie – mit vornehmlich faunistisch–ökologischen Arbeiten über Schmetterlinge und Heuschrecken.
  • Mag. Kurt Lechner, geboren 1966 in Schwaz in Tirol, Studium der Biologie (Studienzweig Zoologie) an der Universität Innsbruck. Seit 1999 freiberuflicher Biologe. Kernpunkt der wissenschaftlichen Tätigkeit sind Faunistik und Ökologie heimischer Schmetterlinge und Heuschrecken wie auch die Faunistik thailändischer Tag- und Nachtfalter. Schutzgebietsbetreuer im Auftrag des Landes Tirol und des Naturschutzbundes seit 2010.

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Abstract  7
Zusammenfassung 7
1. Einleitung 8
2. Dank 10
3. Ausgangssituation und Methodik    11
3.1. Naturräumliche Eckdaten   11
3.2. Datengrundlagen   12
3.3. Heuschreckenforschung in Vorarlberg  14
3.4. Einstufungsmethodik   16
3.5. Gefährdungskategorien   19
4. Ergebnisse    20
4.1. Aktueller Artenbestand   20
4.2. Exkludierte Arten, zweifelhafte Nachweise 21
4.3. Gesamtartenliste der Heuschrecken Vorarlbergs  23
4.4. Gefährdung der Heuschrecken Vorarlbergs 25
4.5. Artenbeschreibung    28
4.6. Heuschreckenlebensräume in Vorarlberg  103
4.7. Die Heuschreckenfauna exemplarisch
ausgewählter Standorte    107
5. Aspekte zum Heuschreckenschutz in Vorarlberg  120
5.1. Gefährdungsursachen   120
5.2. Maßnahmen zum Schutz der Lebensräume  123
5.3. Heuschreckenarten mit dringendem Handlungsbedarf126
6. Literatur    128
Anschrift der Autoren 134
Index der beschriebenen Arten – deutsch   135
Index der beschriebenen Arten – wissenschaftlich 136


Mittwoch, 31. Mai 2023

[ #Vorarlberg ] Rote Liste gefährdeter Wasserpflanzen Vorarlbergs

Wasserpflanzen beeinflussen maßgeblich den Wasserlebensraum. 

Sie geben Deckung für die Fische, auf ihnen können sich Kleinlebewesen anheften und durch die Nährstoffaufnahme tragen sie zur Selbstreinigung der Gewässer bei. Sie erfüllen eine wichtige Funktion im Gewässerökosystem und sind für natürliche Bäche kennzeichnend.

Durch menschliche Eingriffe ist der Lebensraum Bach oft stark eingeschränkt und qualitativ verschlechtert worden. So besiedeln Wasserpflanzen vor allem die langsam fliessenden Bäche der Tallagen mit einer unverbauten Gewässersohle. Doch gerade hier ist die Eingriffsdichte durchden Menschen am höchsten. Dementsprechend weisen die Wasserpflanzen den höchsten Gefährdungsgrad bei den Pflanzenarten auf.

Autor. Mag. Dr. Dietmar Jäger, geboren 1960 in Lustenau, Lehramtsstudium für Volksschulen an der Pädagogischen Akademie in Feldkirch, Ausbildung zum Sprachheilpädagogen, Studium der Zoologie (Wahlfach Botanik) an der Universität Innsbruck parallel mit Lehramtsstudium für Allgemeine Sonderschulen und Schwerstbehindertenpädagogik in Feldkirch. Dissertation über Makrophyten in Vorarlberg an der Universität Hohenheim in Stuttgart.


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Abstract / Zusammenfassung 6
1. Einleitung 7
1.1 Definition der ökologischen Artengruppe dieser Roten Liste 7
2. Einführung in die Thematik der Wasserpflanzen
2.1 Armleuchteralgen (Charophyta) 8
2.2 Höhere oder samentragende Wasserpflanzen (Spermatophyta) 9
2.3 Anpassungen der Makrophyten an das Wasserleben 10
2.4 Wasserpflanzen als Indikatororganismen 12
3. Ausgangslage und Methoden 14
3.1 Naturraum und Habitatsituation 14
3.2 Charakterisierung der ausgewiesenen Gewässergruppen 15
3.3 Die Erforschung/Datenlage der Makrophytenflora in Vorarlberg 20
3.4 Ermittlung des Gefährdungsgrades 23
4. Ergebnisse 29
4.1 Hydrophyten-Gruppe Armleuchteralgen (Characeen) 29
4.2 Hydrophyten-Gruppe Samenpflanzen 54
4.3 Amphiphyten 137
4.4 Prozentuale Verteilung der Gefährdungskategorien in den Hydrophyten-Gruppen „Armleuchteralgen” und „Samenpflanzen” sowie bei der Gruppe der Amphiphyten 176
4.5 Gefährdungsklassen und Gewässergruppen 177
5. Diskussion 181
5.1 Gefährdungsursachen 181
5.1.1 Gewässerstruktur und Gewässerbau 181
5.1.2 Anthropogene Stoffeinträge 182
5.1.3 Direkte Eingriffe in das Artengefüge limnischer Ökosysteme 184
5.2 Schutzwürdigkeit nach der FFH-Richtlinie 185
5.3 Empfehlungen 186
5.3.1 Monitoring 186
5.3.2 Artenmanagement 187
5.3.3 Gewässermanagement 187
5.3.4 Forschung 189
6. Dank 189
7. Literatur 190
8. Artenindex 200

Montag, 9. Mai 2022

[ #Vorarlberg ] Vorarlbergs Rote Liste der Pflanzengesellschaften

Die Bausteine der Vegetation sind Pflanzengesellschaften. Sie stehen in einem ökologischen Zusammenhang mit ihren Standorten.

Eine Pflanzengesellschaft, auch Phytozönon, ist eine abstrakte Pflanzengemeinschaft (Phytozoenose) mit typischer Zusammensetzung der Arten. Pflanzen wachsen abhängig vom ökologischen Standort oft in solchen charakteristischen Gesellschaften und bilden den botanischen Teil von Biotopen. Wegen der regelhaften Vergesellschaftung von Arten bezeichnet man die Lehre von den Pflanzengesellschaften als Pflanzensoziologie. Die Lehre von Pflanzengemeinschaften heißt Phytozoenologie.

Pflanzengesellschaften sind als Typen von Pflanzenbeständen zu betrachten, die unter den gleichen ökologischen und historischen Rahmenbedingungen regelhaft und mit den gleichen, wenn im Detail auch variierenden Artenkombinationen auftreten. So wird beispielsweise ein Schilfröhricht immer an stehendes oder langsam fließendes Wasser gebunden sein und immer artenarm sein. Ein alpiner Rasen in den höchsten Gipfellagen der Kalkalpen wird hingegen in der Regel von der Polster-Segge beherrscht und ist immer verhältnismäßig artenreich.

Pflanzengesellschaften Vorarlbergs. Die Vegetation Vorarlbergs setzt sich, nach aktuellem Stand der Kenntnis, aus zumindest 394 Pflanzengesellschaften (im strengen Sinn) zusammen. Zehn weitere Pflanzengesellschaften kommen als fragliche hinzu. Sie wurden für das Land bisher nicht dokumentiert, gehören bzw. gehörten mit großer Wahrscheinlichkeit aber ebenfalls zur Naturraumausstattung Vorarlbergs. Acht dieser zehn Gesellschaften sind nämlich als »historisch« zu betrachten, d.h. sie sind, sofern sie jemals vorhanden waren, gemeinsam mit dem überwiegenden Teil ihrer Charakterarten in Vorarlberg ausgestorben. Die der gegenständlichen Statistik zugrundeliegende Tabelle enthält 444 Vegetationstypen, gemeinsam mit den fraglichen Pflanzengesellschaften sind es 454.

  •  Rund ein Drittel der Vegetationstypen Vorarlbergs besiedelt Gewässer- und Feuchtlebensräume. Zählt man die Auen noch hinzu, welche unter der Großgruppe der Wälder subsummiert sind, erhöht sich der Anteil sogar noch. Die Mannigfaltigkeit der Vegetation ist hier somit am größten, wobei die flächenmäßige Bedeutung aber sehr unterschiedlich sein kann. Einige Gesellschaften sind durchaus landschaftsprägend, wie etwa die Röhrichte des Bodensees oder die Riedgebiete des Rheintals. Andere wiederum treten flächenmäßig kaum in Erscheinung und werden meist überhaupt nur von den Fachleuten wahrgenommen. Hierzu zählen etwa die Pflanzengesellschaften in den Kleinstgewässern der Moore, wo ein konkreter Bestand nicht selten gerade einmal einen halben Quadratmeter Fläche einnimmt.
  • Der Anteil der Waldgesellschaften ist in Prozenten gemessen verhältnismäßig gering, was aber nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass es sich bei ihnen in ihrer Gesamtheit um landschaftsprägende Erscheinungen handelt. Um dies zu unterstreichen, sei auch auf ihren Anteil an der Landesfläche verwiesen. So ist rund ein Drittel der Landesfläche (ca. 37%) von Wald bedeckt.
  •  Noch geringer erscheint der Anteil der alpinen Vegetationstypen, aber auch in ihrem Fall handelt es sich vielfach um landschaftsbestimmende Elemente. Man denke dabei nur an die »Grasberge« im Flyschgebiet zwischen Walgau und Kleinwalsertal, die »Fels- und Schuttbastionen« des Rätikons oder die im herbstlichen Gewand in unterschiedlichsten Rottönen prangenden Zwergstrauchheiden von Silvretta und Verwall.
  •  Ein rundes Viertel der Typen ist im Wesentlichen durch die Tätigkeit des Menschen entstanden und in ihrer Existenz auf Gedeih und Verderb an die Bewirtschaftung bzw. anderweitiges menschliches Wirken gebunden. Ein Teil dieser kulturbedingten Lebensräume, wie zum Beispiel die extensiv bis mäßig intensiv genutzten Wiesen und Weiden, sind bezüglich des Erhalts der Artenvielfalt von großer Bedeutung. Als optisch auffallende, zumeist mit positiven Emotionen verknüpfte Erscheinungen sind sie auch im allgemeinen Bewusstsein verankert und gelten gemeinhin als etwas Besonderes, sowie Schutz- und Erhaltungswürdiges. Pflasterritzenfluren, die Unkrautgesellschaft im eigenen Garten oder das wuchernde Brennnessel- und Disteldickicht in irgendeiner verwilderten Ecke in der Nachbarschaft werden dahingegen entweder nicht wahrgenommen, viel häufiger aber als gegen den Ordnungs- und Sauberkeitssinn verstoßend empfunden und entsprechend bekämpft. Dass es sich auch bei diesen um wertvolle Lebensräume handeln kann, die oftmals sogar seltenen und gefährdeten Arten ein Refugium bieten, wird dabei leider viel zu selten bedacht.
  • Nicht ganz 3% der Vegetationstypen werden von Neophyten-Gesellschaften gestellt. Es handelt sich in der Regel um Dominanzbestände einzelner, besonders konkurrenzstarker Arten. Diese erst in den letzten 100 bis 200 Jahren eingeführten Arten sind teils bereits seit Längerem etabliert, die »Gesellschaftsbildung« und die damit einhergehende Verdrängung der angestammten Flora und Vegetation sind dahingegen recht junge Phänomene. Noch vor einigen Jahrzehnten kannte man beispielsweise das an sich sehr attraktive Drüsige Springkraut allenfalls als »Bauern-Orchidee« aus den Gärten, und dass die als Bienenweide von »innovativen« Imkern geschätzte Spätblühende Goldrute jemals zum Problem werden könnte, daran dachte damals (fast) auch noch niemand.

Gefährdung. Ziemlich genau 50 Prozent, also die Hälfte der heimischen Vegetationstypen, sind in irgendeiner Form als gefährdet zu werten. Der Anteil der ungefährdeten Einheiten beträgt rund 48%, wobei ein gewisser Anteil, nämlich ca. 6% als an der Schwelle zur Gefährdung stehend betrachtet werden muss (NT). Mit Sicherheit als ungefährdet (LC) zu betrachten sind demnach nur etwa 42% der Vegetationstypen. 8 Vegetationstypen, das sind rund 2% der heimischen Vegetation, sind gegenwärtig als ausgerottet (RE) zu betrachten. Bezieht man jene 8 von 10 Gesellschaften mit ein, die in der Vergangenheit zwar nie konkret nachgewiesen wurden, aber höchstwahrscheinlich vorhanden waren, dann erhöht sich die Gesamtzahl auf 14, bzw. der Anteil auf rund 3%. Bedenklich ist auch der verhältnismäßig hohe Anteil der von der Ausrottung bedrohten (CR) und der stark gefährdeten (EN) Vegetationstypen. Dies bedeutet nämlich, dass etwas mehr als ein Viertel (!) der heimischen Vegetation auf der Kippe steht und uns mittel- bis langfristig verloren zu gehen droht, sofern die Gefährdungsmomente weiter bestehen bleiben oder sich in Zukunft sogar noch verschlimmern.

In einigen Fällen wird das endgültige Verschwinden nur durch gezielte Gegenmaßnahmen zu verhindern sein. Dass lebensraumverbessernde Maßnahmen von Erfolg gekrönt sein können, um Pflanzengesellschaften und ihre Arten vor dem Verschwinden zu bewahren, wurde im Fall des Bodensee-Vergissmeinnichts (Myosotis rehsteineri), das die periodisch überschwemmten Kiesufer des Bodensees besiedelt, eindrucksvoll bewiesen.

Nicht ganz so dramatisch erscheint die Situation im Falle jener Vegetationstypen, die »nur« als bedroht zu betrachten sind (22%). Doch auch in ihrem Fall ist durchaus Sorge zu tragen, dass sich ihre Erhaltungssituation nicht verschlechtert, auch wenn es sich dabei teilweise um Lebensraumtypen handelt, die zumindest gebietsweise durchaus noch als häufig erscheinen. Beispiele hierfür sind die arten- und blütenreichen Bergwiesen oder die mageren Fettweiden der mittleren Lagen.

Buch.  Die Listen sind Teil des Buchprojekts »DAS PFLANZENLEBEN VORARLBERGS« von Georg Grabherr et al., das im Mai 2016 im BUCHER Verlag Hohenems – Wien – Vaduz erschienen ist: Softcover, 16,5 x21 cm | 256 Seiten | Verkaufspreis: EUR 18,50
ISBN 978-3-99018-369-4

Das Buch ist erhältlich bei: inatura – Erlebnis Naturschau Dornbirn,
Jahngasse 9, 6850 Dornbirn, beim  BUCHER Verlag,Hohenems – Wien – Vaduz und überall im Buchhandel.


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Mittwoch, 26. Oktober 2022

[ #Vorarlberg ] Reptilien und Amphibien in Vorarlberg?


Rote Liste gefährdeter Amphibien und Reptilien Vorarlbergs.

Sechs Reptilien sind in Vorarlberg heimisch: Blindschleiche, Zauneidechse, Bergeidechse, Ringelnatter, Schlingnatter und Kreuzotter. Dazu elf Amphibien: Grasfrosch, Teichfrosch und Kleiner Wasserfrosch, Seefrosch, Laubfrosch, Erdkröte, Gelbbauchunke, Bergmolch, Teichmolch, Kammmolch und Alpensalamander. Eine tolle Website informiert.

Amphibien. 
Amphibien zählen weltweit zu den am meisten gefährdeten Tiergruppen. Nur wenige Arten leben ganzjährig an einem Gewässer. Der Großteil wandert zwischen Laichgewässer und Landlebens- raum. Auf ihrer Wanderung sind die Tiere vielen Gefahren ausgesetzt. Besonders der Straßen- verkehr ist für unzählige Todesopfer verantwortlich. Mit Grasfrosch, Teichfrosch und Kleinem Wasserfrosch, Seefrosch, Laubfrosch, Erdkröte, Gelbbauchunke, Bergmolch, Teichmolch, Kammmolch und Alpensalamander kommen in Vorarlberg elf Amphibienarten vor. Für den Feuersalamander gibt es zahlreiche Hinweise, aber keine konkreten Nachweise.


Reptilien. Sechs Reptilienarten sind hier heimisch: Blindschleiche, Zauneidechse, Bergeidechse, Ringelnatter, Schlingnatter und Kreuzotter. Dazu auch Migranten: Die Vorkommen der Mauereidechse gehen auf ausgesetzte Tiere zurück. Auch die nordamerikanischen Arten Gelbwangen- und Rotwangenschildkröte (Trachemys scripta scripta, T. s. elegans) werden immer wieder beobachtet.

Es gibt auf der hier vorgestellten Website viel Interssantes, schönes Bildmaterial und auch ein Stück "niedere" Heimat. Ein Besuch lohnt sich und auch der Blick nach unten, wohin man seinen Fuß setzt.


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Mittwoch, 11. August 2021

[ #Rheindelta ] Der Fadenmolch - eine "neue" Amphibienart in Vorarlberg

Unbestätigte Beobachtungen des Fadenmolchs (Lissotriton helveticus) aus dem Vorarlberger Rheintal gibt es bereits seit 1998. 

Dass der Fadenmolch in Vorarlberg vorkommen könnte, wurde denn auch schon länger vermutet. Denn auf der Schweizer Seite des Alten Rheins, nur wenige Meter von der Grenze zu Österreich entfernt, ist die Art schon lange bekannt.

Konkrete Nachweise der Art fehlten bislang allerdings. Im Rahmen der Erhebungen für die Erstellung der Roten Liste der Amphibien und Reptilien Vorarlbergs (Aschauer et al. 2008) gelang im Mai 2008 erstmals ein sicherer Nachweis dieser Art im Naturschutzgebiet Rheindelta am Bodensee. Dies war zugleich der erste Nachweis für Vorarlberg und Österreich.

Nun ist sicher, dass der Fadenmolch das Vorarlberger Rheindelta besiedelt und somit auch zur österreichischen Fauna zählt. In Österreich wurde der Fadenmolch allerdings bislang eben nur im Rheindelta beobachtet. Inzwischen sollen auch weitere Nachweise aus dem Rheindelta vorliegen. Freilich gehört diese Neuentdeckung damit auch in die Rote Liste.

Ab dem Frühling halten sich die Tiere in Gewässern auf. Es ist die kleinste heimische Molchart: Weibchen werden bis zu 9 cm, Männchen bis zu 7,5 cm groß. Sie bleiben meist bis im Juni im Wasser, danach kehren sie zum "Landleben" zurück. In der Nacht gehen sie auf Nahrungssuche und erbeuten Insekten, kleine Würmer und Nacktschnecken.


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Dienstag, 10. Mai 2022

[ #Lustenau ] Die Moose der Streuewiesen im Naturschutzgebiet Gsieg – Obere Mähder


Moos ist eine der einfachsten und genügsamsten Pflanzen der Erde und ähnelt den allerersten Gewächsen.

Im Herbst 2000 wurde die Moosflora der Streuewiesen und Riedgräben im Natur schutzgebiet Gsieg – Obere Mähder bei Lustenau (Vorarlberg, Österreich) untersucht und erstmals dokumentiert. Die Arbeit "Die Moose der Streuewiesen im Naturschutzgebiet Gsieg – Obere Mähder (Lustenau, Vorarlberg, Österreich)" von Georg Amann steht als PDF-Download hier zur Verfügung.

Naturschutzgebiet.
Mit der Verordnung über das Naturschutzgebiet Gsieg – Obere Mähder, kundgemacht mit LGBl. 10/1989, hat die Vorarlberger Landesregierung der besonderen Schutzwürdigkeit und Gefährdung dieses einmaligen Gebietes Rechnung getragen und die ungedüngten Streuewiesen im Süden Lustenaus unter den besonderen Schutz des Naturschutzgesetzes gestellt.

Das Gebiet besteht aus zwei durch den Rheintal Binnenkanal getrennten Teilen (Gsieg und Obere Mähder). Das NATURA 2000 Gebiet umfasst einen der größten und botanisch reichhaltigsten Streuwiesenkomplexe im gesamten Rheintal. Streuewiesen sind auf Grund der besonderen Standortsverhältnisse wenig ertragreiches, extensiv genutztes Grünland auf Moorböden, die in der Regel einen hohen Grundwasserstand aufweisen.

Moosflora.
Auf 13 Probeflächen in verschiedenen Streuwiesentypen (Pfeifengraswiesen, Kopfbinsenrasen, Großseggensumpf, Zwischen moor) und auf 3 Probeflächen an Gräben sowie im Zuge weiterer Aufsammlungenkonnten insgesamt 49 Arten gefundenen werden. In einer kommentierten Artenliste werden u.a. Angaben zu ihrer Häufigkeit in den einzelnen Pflanzengesellschaften gemacht.

Weiters wurde der Zustand des Naturschutzgebietes aus der Sicht der Moosflora beurteilt: 8 vorgefundene Arten scheinen in den Roten Listen der Laub- und der Lebermoose Österreichs (GRIMS & KÖCKINGER 1999, SAUKEL & KÖCKINGER 1999) auf und belegen so den hohen Wert des Naturschutzgebietes: Campylopus pyriformis (Erstfund für Vorarlberg!), Campylium elodes und Hypnum pratense gelten in ganz Österreich als «stark gefährdet», Dicranum bonjeanii, Hylocomium brevirostre, Plagiomnium elatum und Sphagnum platyphyllum sind «gefährdet» und Hypnum imponens (Erstfund für Vorarlberg!) ist als seltene Art am Rande ihres Verbreitungsgebietes «potentiell gefährdet».

Rote Listen. Verschollen sind 2 Rote Liste-Arten, Scorpidium turgescens und Scorpidium scorpioides, die noch 1991 von M. Grabher (persönliche Mitteilung) im Naturschutzgebiet festgestellt werden konnten. Als Wermutstropfen wird auch empfunden, dass etliche Arten, besonders diejenigen, die an dauernasse Moorböden oder Schlenken gebunden sind, nur an wenigen oder gar nur an einem Fundpunkt bestätigt werden konnten.


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Mittwoch, 1. März 2023

[ #Vorarlberg ] Die Flechten Vorarlbergs


Den Flechten Vorarlbergs ist ein eigener Schwerpunktband der Reihe "forschen und entdecken" der inatura gewidmet. Das ganze Landesgebiet wurde kartiert – vom Bodenseeufer bis in die hochalpinen Regionen erstreckt sich das Arbeitsgebiet.


Die Darstellung der Arten erfolgt in Planquadraten, und nur im geistigen Auge gelingt es, den Aufwand zu erahnen, der hinter diesen Befunden steckt. Die meisten Arten sind mit mehreren Fundgebieten belegt, und die Bandbreite der Flechten je Rasterfeld reicht von 50 bis über 500 Arten.

Partnerschaft. Als Flechte (Lichen) bezeichnet man eine symbiotische Lebensgemeinschaft zwischen einem Pilz, dem so genannten Mykobionten, und einem oder mehreren Photosynthese betreibenden Partnern. Diese Photobionten, auch Phytobionten genannt, sind Grünalgen (Chlorophyta) oder Cyanobakterien. Die Eigenschaften der Flechten setzen sich deutlich von jenen der Organismen ab, aus denen sie sich zusammensetzen. Erst in der Symbiose bilden sich die typischen Wuchsformen der Flechten heraus und nur in Lebensgemeinschaft mit einem Photobionten bilden die Mykobionten die charakteristischen Flechtensäuren. Die Wissenschaft von den Flechten ist die Flechtenkunde oder Lichenologie.

Weltweit gibt es rund 25.000 Flechtenarten. In Mitteleuropa kommen davon etwa 2.000 vor. Der Anteil endemischer Arten ist bei Flechten viel niedriger als bei Blütenpflanzen. Flechten werden immer nach dem Pilz benannt, der die Flechte bildet, da es meist dieser ist, der ihr die Form und Struktur gibt. Während mehrere Photobionten in einer Flechte vorhanden sein können, findet man immer nur eine Pilzart. Flechten werden daher den Pilzen (Fungi) zugerechnet, unter denen sie als eigene Lebensform eine Sonderstellung einnehmen; sie sind also keine Pflanzen.

Lebensräume. Flechten sind in der Lage auch die unwirklichsten Lebensräume zu besiedeln, da sie durch die Symbiose eigentlich völlig unabhängig sind. Sie sind Extremisten. Als Pioniere gedeihen rund 20.000 Flechtenarten auf unserem Globus, auch jenseits der Grenzen der übrigen Pflanzenwelt. Auf Bäumen, Steinen, Gartenzäunen, Hausmauern, ja sogar auf Glas, Blech und anderen Orten sind sie anzutreffen.Flechten gelten als Indikatoren für die Qualität eines Naturraumes, da die Artenzahl und die Häufigkeit seltener Flechtenarten ein wertvolles Maß für die Beurteilung des Naturraumpotentials darstellen. Denn nur eine reich gegliederte Landschaft mit vielen naturnahen beziehungsweise natürlichen Biotopen und Kleinbiotopen bietet Lebensraum für viele Substratspezialisten und Flechten mit hohen, spezifischen Ansprüchen an die mikroklimatischen Standortsfaktoren.

Flechten. Diese Symbiose aus Pilzen und Algen, erregen durch die Art und Weise der Interaktion unser Staunen. Immerhin braucht es manchmal einen speziellen Untergrund zum Anheften und Chemikalien aus dem flüssigen Niederschlag oder aus der trockenen Deposition zum Überleben. Dennoch – oder gerade deshalb – zeigen die Flechten eine ungeheure Artenfülle. Wer für die kleinen Punkte und handtellergroßen Flecken schon die 10-fach Lupe eingesteckt hat, findet die bunten Siedler leichter. Selbst bei der hochalpinen Wanderung sind die Lebewesen auf dem Gletscher anzutreffen, der gerade den Moränenschutt weiterschiebt.

Heute ist der Nutzen der Flechten als Senke für Aerosole (Nitrat) bekannt. Mit Schwermetallen (z. B. Cadmium) können sie ebenfalls umgehen und sind auch noch Nahrungsgrundlage für manche Insekten und Schnecken.

Flechtenatlas. Veronika Pfefferkorn-Dellali und Roman Türk präsentieren 1070 Arten. Mit den guten Farbfotos gelang es, den Atlas der Flechten Vorarlbergs gleichermassen als Nachschlagewerk für den naturkundlich-interessierten Spaziergänger sowie als Bestandserhebung für den Wissenschaftler zu gestalten.


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Inhalt
Summary 9
Zusammenfassung 9
1. Einleitung 9
1.1 Geschichte der lichenologischen Erforschung Vorarlbergs 9
1.2 Was sind Flechten? 10
1.3 Flechten – Bioindikatoren 12
1.3.1 Flechten als Indikatoren für Luftschadstoffe 12
1.3.2 Flechten als Indikatoren für die Hemerobie von Waldbeständen 13
1.4 Anthropogene Beeinflussungen der Flechtenflora 13
1.5 Beurteilung des Flechtenbestandes in Vorarlberg 15
1.6 Besonders bemerkenswerte Flechtenarten für Vorarlberg 15
1.7 Schutzmöglichkeiten für Flechten 27
2. Die natürlichen Grundlagen der Flechtenverbreitung 27
2.1 Geologie 28
2.1.1 Die Molassezone 29
2.1.2 Die Nördliche Flyschzone und das Helvetikum 30
2.1.3 Die Südliche Flyschzone 30
2.1.4 Die Oberostalpinen Formationen (Kalkalpen) 30
2.1.5 Das Altkristallin 30
2.2 Klima 31
2.2.1 Die Niederschlags- und Feuchteverhältnisse 31
2.2.2 Die Temperaturverhältnisse 32
2.2.3 Die Windverhältnisse 32
2.3 Vegetation 33
3. Methodik 34
3.1 Herkunft der Daten 34
3.2 Darstellungsweise 35
3.2.1 Nomenklatur und Systematik 35
3.2.2 Höhenverbreitung 35
3.2.3 Substrat 35
3.2.4 Gefährdungsgrad 36
3.3 Verbreitungskarten 37
4. Fachausdrücke 43
5. Gattungen und ihre Arten 45
6. Flechten im Volksmund 241
7. Danksagung 241
8. Literaturverzeichnis 241
9. Anschrift der Autoren 247.

Donnerstag, 7. April 2022

[ #Walsertal ] Bergsteigerdorf Großes Walsertal

Die Initiative "Bergsteigerdörfer" ist ein Projekt des Österreichischen Alpenvereins. 

Die Initiative "Bergsteigerdörfer" ist ein Projekt des Österreichischen Alpenvereins. Das Große Walsertal ist dabei eines von 17 Bergsteigerdörfern in Österreich, das in einer eigenen Broschüre auf 46 Seiten vorgestellt wird. Es steht auch als kostenloser Download im PDF-Format online. Die neue Broschüre beinhaltet Geschichtliches, Besonderheiten, Tourentipps und vielfältige Informationen zum Großen Walsertal.

Biosphärenpark. Das Große Walsertal liegt im Süden Vorarlbergs im Bezirk Bludenz und ist sehr dünn besiedelt. Auf einer Fläche von 192 km² leben nur rund 3.500 Einwohner in sechs eigenständigen Gemeinden. Im Jahr 2000 wurde das gesamte Große Walsertal von der UNESCO in die Liste der weltweiten Musterregionen für nachhaltiges Leben und Wirtschaften aufgenommen und in diesem Zug als “Biosphärenpark” ausgezeichnet.

Geologie. Geologisch ist das Tal zweigeteilt: Der nördliche Teil ist von den sanften grünen Bergen des Vorarlberger Flysch geprägt, der südliche Teil von den wildromantischen, schroffen Gipfeln der Kalkhochalpen. Die Höhenerstreckung reicht von 580 m bis 2.704 m Seehöhe.

Flora und Fauna. Das Große Walsertal ist auf Grund der Vielfalt des geologischen Untergrundes und den unterschiedlichen Landnutzungsformen sehr artenreich. Auf den kräuterreichen Bergwiesen findet man noch die geschützte Arnika, eine alte Arzneipflanze zur Wundheilung. Die Kalkmagerrasen im Großen Walsertal sind ideale Standorte für das seltene Kohlröschen, eine kleine, rötlich braune Orchidee, die stark nach Vanille duftet. Auf den Wiesen oberhalb der Waldgrenze begleiten den Wanderer die schrillen Pfiffe des weit verbreiteten Murmeltiers. In den Kalkschuttfluren blühen unter anderem das Alpen-Leinkraut. Die mächtige Rote Wand ist mit 2.704 m der höchste Gipfel im Tal und bietet Lebensraum für Gams- und Steinwild.

Die Walser. Die Vorfahren der Walser sind im 14. Jahrhundert aus dem Wallis in der Schweiz als Wehrbauern eingewandert. Sie haben sich ausschließlich in noch unbesiedelten Gebieten nieder gelassen, rodeten dort die Wälder und verteilten ihre Häuser und Höfe über die steilen Hänge der Täler. Im Auftrag des Grafen von Montfort kontrollierten die Großwalsertaler Vorfahren Pässe und Grenzen in diesen unwegsamen Regionen, dafür durften sie sich freie Bauern nennen und mussten nur wenig Zins bezahlen. Bis heute sagt man den Walsern deshalb eine große Freiheitsliebe nach. Jahrhundertelang lebte man im Großen Walsertal fast gänzlich abgeschieden, und das hat seine Spuren hinterlassen. Wer sich Zeit nimmt, entdeckt eine eigenständige Kultur, einen eigenständigen Dialekt und sogar eine eigenständige Lebensphilosophie.

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Lohnt sich ein Download? Das Inhaltsverzeichnis zur schnellen Orientierung:

Bergsteigerdörfer und Alpenkonvention 04
Vorwort 07
Das Große Walsertal - Willkommen im UNESCO-Biosphärenpark 08
Geschichtliches 10
Besonderheiten 12
Tourentipps Sommer 14
Tourentipps Winter 33
Schlechtwetteralternativen 40
Erreichbarkeit 41
Mobilität vor Ort 42
Partnerbetriebe 43
Wichtige Adressen 44
Wanderkarten 45
Impressum, Bildnachweis, Literatur 46