Donnerstag, 16. März 2017

[ #Vorarlberg ] Georisiken in Vorarlberg

Die Täler von Vorarlberg sind nicht nur beliebte Ausflugsziele zum Wandern und Klettern, sondern auch Heimat für viele Menschen.

Doch der Siedlungsraum Alpen birgt auch Bedrohungen: Felsstürze, Hangrutschungen, Muren und andere Arten von Massenbewegungen machen regelmäßig in kleinen und großen Ereignissen darauf aufmerksam, dass die Natur sich nicht vollständig vom Menschen beherrschen lässt. Sogenannte Georisiken werden immer Teil des Lebens in den Alpen sein.



Afrika in Vorarlberg. Die Gesteine der heutigen Alpen wurden während der Trias und dem Jura an den Küsten des sog. Penninischen Ozeans abgelagert, der damals Afrika im Süden von Europa im Norden trennte. An den Küsten kam es zur Bildung von ausgedehnten Karbonatplattformen, die z.T. von großen Riffkomplexen gesäumt wurden. Durch die Bewegungen des Afrikanischen Kontinents nach Norden wurde der Ozean subduziert, die Kalksteine der Küsten deckenartig übereinandergeschoben (Kreide bis Miozän) und damit der neue Gebirgszug der Alpen "aufgetürmt". In den Eiszeiten bildeten sich in diesem Gebirge große Gletscher, die sich tief in diese Decken einschnitten und die so die heutige Form der Alpen bildeten. Durch das Abschmelzen der Gletscher fehlte ein Gegendruck auf die Talflanken und es kam und kommt zu verschiedenen gravitativen Massenbewegungen.

Massenbewegungen. Vermurungen und Überschwemmungen zeigen allzu deutlich, dass auch in der Bilderbuchlandschaft Vorarlberg Gefahren lauern - und auch weiterhin lauern werden. Geologische Massenbewegungen sind ein integrales Element in der alpinen Landschaft. Felsstürze, Hangrutschungen, Muren und andere Arten von Massenbewegungen machen regelmäßig in kleinen und großen Ereignissen darauf aufmerksam, dass sich die Natur nicht vom Menschen beherrschen lässt. Georisiken werden immer Teil des Lebens in den Alpen sein.

Die Aufgabe des Geologen ist es, potenzielle Georisiken zu erkennen, die Gefährdung für den Menschen einzuschätzen und geeignete Vorsichtsmassnahmen vorzuschlagen. Denn eine sinnvolle Raumplanung kann die Schäden deutlich vermindern.

Georisikokarte. Mit der Hilfe von Geoinformationssystemen (GIS) wurde ein digitales Kartenwerk von potentiellen Risikozonen geschaffen, das von den Behörden in beliebigen Maßstäben verwendet, ausgegeben und ergänzt werden kann. Sie gibt Einblick in die lokale Gefährdung und bietet eine wertvolle Hilfestellung für die Raumplanung. Und sie eröffnet die Möglichkeit, die Bevölkerung über die Gefahren zu informieren und so langfristig das Risiko zu mindern.

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