Freitag, 15. Juni 2018

[ #Bodensee ] Magische Säule Meersburg: Joseph von Laßberg und Johann Joseph Gaßner

Peter Lenks Gaßner-Figur in Meersburg - Wikimedia
Das außergewöhnliche Kunstwerk des deutschen Bildhauers Peter Lenk zeigt satirische Portraits bekannter Persönlichkeiten aus der Meersburger Stadtgeschichte und verdeutlicht deren Wirken anhand ihrer Darstellung. 

Die Enthüllung der „Magischen Säule“ im Rahmen der 36. Flottensternfahrt auf dem Bodensee am 28. April 2007 lockte tausende Besucher an die Hafenmole. Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff wurde dabei ebenso charakterisiert wie ihr Schwager, der Sammler mittelalterlicher Handschriften Freiherr Joseph von Laßberg. Neben Amor als Liebesschütze von Meersburg werden auch das  Edelfräulein Wendelgard von Halten, der Exorzist Johann Joseph Gassner und der „Wunderarzt“ Franz Anton Mesmer in satirischer Weise dargestellt.

Johann Joseph Gassner. Der Vorarlberger Teufelsaustreiber Johann Joseph Gassner (auch: Gaßner; * 20. August 1727 in Braz bei Bludenz in Vorarlberg; † 4. April 1779 in Bendorf, Rheinland-Pfalz) bediente sich bei der Teufelsaustreibung in der Ausübung der uralten Methode des “Handauflegens“.

Dabei setzte er die rechte Hand auf die Stirn und die linke auf den Nacken des Kranken, zur Unterstützung seiner Verbalsuggestion berührte er die kranken Körperpartien. Auch die Techniken der Faszination und Fixation (Kruzifix) spielten eine Rolle. Der Exorzist Gassner praktizierte auch an anderen Orten der Bodenseeregion und stellte seine Fähigkeiten u. a. bei öffentlichen Auftritten unter Beweis. Nach  Meersburg kam er, um sich am fürstbischöflichen Hof vorzustellen. Der Fürstbischof war dieserzeit jedoch mehr der Gesinnung der Aufklärung zugetan und orientierte sich an Franz Anton Mesmers Heil-Therapie. Gassners übernatürliche Kräfte stellt der Bildhauer Peter Lenk durch den Prozess der Austreibung an sich dar. Dem Besessenen fahren Teufel aus dem Hintern, währenddessen Gassner seine Gebete mit erhobenem Kreuz gegen den Himmel richtet.

Freiherr Joseph von Laßberg. Auch der Freiherr Joseph von Laßberg (1770-1855) ist auf der Säule "verewigt". Auch er hat mit Vorarlbergs Geschichte zu tun, denn er erwarb  1815  die Handschrift C des Nibelungenliedes, welche in Hohenems aufgefunden wurde.

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