Dienstag, 14. März 2017

[ #Vorarlberg ] Die volkstümlichen Tiernamen in Vorarlberg und Tirol

Ein eLexikon auf der Basis der Originalausgabe von 1894 von Dalla Torre.

Eines vorweg: Das Tierreich ist in der Volkssprache klein. So führt der Autor aus, dass von den mindestens 2000 Schmetterlingarten mit Ausnahme des nützlichen Seidenspinners und des schädlichen Traubenwicklers, der Korn- und Kleidermotte sowie des Bärenspinners, des Taubenschwanzes und Weidenbohrers fast keine Art im Volke bekannt und benannt ist.

Zweck. Und damit sind wir schon bei den Gründen für eine Bezeichnung von Tieren, die aus der Mundart stammen. Die höchste Dichte an Namen erreicht man bei den nützlichen Tieren, also Haustieren und jagbaren Tieren. Dort wird häufig auch noch eine unterschiedliche Bezeichnung der Arten nach Alter oder Geschlecht gefunden. Bemerkenswerterweise gehören auch Vögel zu den Tieren mit einem hohen Grad an ortsüblichen Bezeichnungen.

Ursprung.
Wie benennen Menschen Tiere in ihrer Mundart. Der Autor hat sich im Vorwort darüber den Kopf zerbrochen und vermeint (bezogen auf Tirol und Vorarlberg) drei Benennungsgruppen ausgemacht zu haben:
  • Benennungen, deren Ursprung in der Schriftsprache zu suchen ist, die jedoch durch mehr oder weniger tiefgreifende dialektische oder sprachliche Vorgänge verändert und umgestaltet sind.
  • Benennungen fremder speziell romanischer Herkunft, welche sich im deutschen Landesteil der Monarchie durch die Wechselbeziehungen mit dem italienischen Sprachidiom eingebürgert und erhalten haben, oder aber aus misverstandenen lateinischen Bezeichnungen entstanden sind.
  • Benennungen von unklarer Bedeutung und Herleitung. Hieher zählen auch kosenamenähnliche Bezeichnungen, wie Hap für Schaf, Heia für Ziege usw., welche ein meist ziemlich kleines Verbreitungsgebiet haben. 
Dalla Torre. Karl Wilhelm von Dalla Torre (* 14. Juli 1850 in Kitzbühel, Tirol; † 6. April 1928 in Innsbruck) war ein österreichischer Biologe (Botaniker und Zoologe). Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet "Dalla Torre". Er studierte Naturwissenschaften an der Universität Innsbruck.

Er absolvierte das Gymnasium in Insbruck und absolvierte das Studium der Naturwissenschaften an der Universität Innsbruck. 1874 wurde er promoviert und 1878 in Entomologie an der Universität Innsbruck habilitiert. Dalla Torre war ab 1895 außerordentlicher Professor für Zoologie und ab 1921 Ordinarius an der Universität Innsbruck.

Werke. Er verfaßte mehrere hundert wissenschaftliche Publikationen, u.a. die "Flora der gefürsteten Grafschaft Tirol, des Landes Vorarlberg und des Fürstentums Liechtenstein" gemeinsam mit Ludwig von Sarnthein und den "Naturführer für Tirol, Vorarlberg und Liechtenstein"


 [Zeitreiseführer #Vorarlberg ]⇒

Keine Kommentare: