Freitag, 10. März 2017

[ #Bartholomäberg ] Die Pfarrkirche St. Bartholomäus von Bartholomäberg

Der älteste und zugleich kostbarste Kunstschatz der Kirche ist das romanische Vortragekreuz (~1150).

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Bartholomäus ist eine römisch-katholische Kirche im Montafon. Sie befindet sich inmitten eines alten Bergbaugebietes. Die landesweit einzigartige barocke Pfarrkirche aus 1732 mit einem gotischem Knappenaltar (um 1525), einer bedeutenden Orgel und einem romanischen Vortragekreuz aus dem 12. Jahrhundert steht an einer beherrschenden Stelle in der Siedlung am Berghang (1.087 m). Die Lage macht Bartholomäberg zum der Sonnenbalkon des Montafons. Die kürzeste im Dezember beträgt noch immer über 6 Stunden.


Pfarrkirche Hl. Bartholomäus
"Romanisches Vortragekreuz"
(Quelle: Bundesdenkmalamt)
© bda
Siedlungs- und Kirchengeschichte. Der Grundstein für diese Kirche wurde am 26. Mai 1729 gelegt. Die feierliche Einweihung war am 6. Juni 1743 von Bischof Benedikt von Rost aus Chur. Bartholomäberg war bereits um das Jahr 1100 die erste Pfarre im Montafon. 1383 nennt eine Urkunde die Erhebung und Abtrennung Bartholomäbergs von Bludenz. Bartholomäberg und war bis ins Spätmittelalter der Hauptort des Montafons. In alten Chroniken aber wird immer wieder angeführt, dass der Ort schon um 1100 eine Seelsorge gehabt haben soll. Den ersten schriftlichen Nachweis finden wir allerdings erst 1230 nach Christus im Zinsbuch der Pfarre Bartholomäberg.

Für ein hohes Alter der Seelsorge zeugt auch das romanische Vortragskreuz. Es ist der älteste und kostbarste Kunstschatz der Kirche um die Zeit um 1150. Ein Vortragekreuz ist ein auf einer Stange befestigtes Kreuz, das in der Römisch-Katholischen Kirche beim feierlichen Einzug zur Heiligen Messe, bei Prozessionen, Begräbnisfeiern, der Gräbersegnung oder bei Wallfahrten vorangetragen wird. Das gegenständliche spätromanische Vortragekreuz von Bartholomäberg gehört zu den qualitätvollsten und wertvollsten Kleinodien des Landes Vorarlberg und befindet sich noch in Kirchenbesitz.

Früher galt das Montafon in der Vorarlberger Landesforschung erst seit etwa 1.100 nach Christus besiedelt. Neuere prähistorische Ausgrabungen brachten jedoch gar Fundstücke aus der Bronzezeit, datiert mit 14. und 13. Jh. v. Christus zutage.

Bergbau. Bartholomäberg gehört jedoch zu den ältesten urkundlich erwähnten Bergbaugebieten im Alpenraum. Die ältesten noch erhaltenen Urkunden stammen aus der Zeit Ludwigs des Frommen aus den Jahren 814 und 820 n. Chr. Neben einer Vielzahl von teils neu entdeckten Dokumenten spielt auch das churrätische Reichsurbar, das bischöfliche Einkünfteverzeichnis aus dem Jahre 842 n. Chr. eine bedeutende Rolle. Darin wird erstmals direkt auf den Eisenerzabbau hingewiesen. Um 1550 nimmt die Bergbautätigkeit im Montafon jedoch dramatisch ab. Ertragreichere Bergwerke brachten den heimischen Bergbau kurz nach 1600 weitgehend zum Erliegen.

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